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Sonntag, 31. Mai 2015

Von Liebe versteht er schon gar nichts (1b)

Teil 1b) Aktueller Nachtrag & Anmerkungen und Exkurs




Aktueller Nachtrag - Der VdZ hat lange überlegt, diese neuerliche und schwere Kritik am Papst ins Netz zu stellen. Mal hat er sie wieder rausgenommen, mal wieder in die Planung gestellt.  Sein Blog ist ja meist drei, vier, fünf oder mehr Wochen im voraus "magaziniert". Und gerade, als er wieder Zweifel hatte, das war am 29. Mai, schaute er doch einmal auf kath.net vorbei. Und es stockte ihm der Atem. Denn dort las er von einem "Geheimtreffen" im Vatikan, für das die Bischofskonferenzen der teilnehmenden Bischöfe sogar die Spesen sämtlicher, an den "Hintergrundgesprächen" teilnehmender Journalisten bezahlt hat. Das auf kath.net mit dem Titel firmiert, daß die "Theologie des Leibes" durch eine "Theologie der Liebe" ersetzt werden solle. Damit war der Würfel gefallen. Die Kritik WIRD veröffentlicht. Denn was sich da anbahnt ist keineswegs zufällig oder bloßer Ausritt einiger Bischöfe. Es ist im aberwitzigen Verhalten des Papstes bei der ersten Familiensynode vom letzten Oktober begründet, ja wurde von ihm regelrecht provoziert. Nicht bewußt, nicht gewollt? Dann hat so ein Mann am Papststuhl schon gar nichts zu suchen, wenn er gar nicht weiß, was er tut. Denn solche Folgen sind jedem Menschen mit auch nur ein wenig Verstand klargewesen, sie sind das übliche Procedere dieses Papstes.



Anmerkungen

*Und seine erste eigene Enzyklika zeigt das ja sogar: wo er pastorale Ratschläge gibt, die einen nur noch verwundern können. Es ist eben mangels Sachkenntnis der einzige ihm mögliche Ansatz: Machtanwendung. Denn Macht - Pastoral ist eine Machtanwendung - hat die Autorität verdrängt. Die Autorität des Amtes tritt er sogar mit Füßen. Etwa, in dem er "offene Diskussionen" fördert. Plötzlich brechen weltweit Diskussionen über Familien- und Ehepastoral auf, als wäre das auch nur einen Zentimeter weit disponibel. 

Und überläßt die Menschen einerseits der Angst, daß die Wahrheit sich verdünnisiert, weshalb sie sich plötzlich berufen fühlen, sie zu "fordern", gegenüber anderseits der offensichtlichen Lust, in der manche "ihre Stunde" wittern, sie ändern oder beeinflussen zu können. Denn wie etwa Robert Spaemann es völlig richtig ausdrückte: Man weiß einfach nicht mehr, wofür der Papst steht. Und man vertraut auch nicht mehr, das ist das Entscheidende. Man erlebt nämlich einen fast willkürlich gewordenen Machtaspekt, und nicht mehr die Autorität des Lehramts. Befinden wir uns plötzlich in einem Fußballstadion, wo die Zuschauer als zwölfter Mann in der Frage von Sieg oder Niederlage mitwirken müssen? Müssen wir zukünftig mit Papstentscheidungen leben, wie man mit Fußballergebnissen leben muß, die auch "sakrosankt" sind und die Meisterschaft entscheiden? 

Und wieviele zittern vor der nächsten angekündigen Enzyklika zu Umwelt und Klimawandel!? Die Vorzeichen derzeit sind alles andere als beruhigend. Denn es droht das nächste Quasi-Dogma der Pastoral, nicht die Enthüllung von Wahrheit. (Geschrieben vom VdZ Anfang Mai 2015)

**Ein Urteil, das sich Robert Spaemann ALS Philosoph im übrigen nicht gestattet. Wer seine jüngste kritische Stellungnahme zum Papst (in der Sonderausgabe der Herder-Korrespondenz zum "Phänomen Franziskus") liest wird feststellen, wie vorsichtig er ist, genau KEIN persönliches Urteil zu äußern. Nur wird er mit dieser seinem Beruf, seinem Stand angemessenen Noblesse der realen Sache gar nicht mehr gerecht. Dazu braucht es längst so Drecknudeln wie den VdZ. Bestimmte Argumente brauchen keine Gegenargumente, sondern Zurechtweisung, sagt Sokrates. Dieser Papst spielt mit der Ambivalenz des Menschen, und das macht ihn so perfide.

Deshalb hat Spaemann zwar der Sache nach recht, nicht aber formal, wenn er sagt daß er glaube, daß der Papst nicht viel lese. Das glaubt der VdZ nämlich nicht, Bergoglio HAT (nominell) viel gelesen, und liest viel, daran hat er keinen Zweifel. Nur hat er anders gelesen, wie Spaemann meint, und was man eigentlich damit meint. Er hat so gelesen, und liest so, wie die Internetgeneration, der Narziß liest: als nie ruhendes, zweckhaftes Zusammensuchen von Gedanken, mit denen man sein virtuelles Außen, sein "Verhalten" flickschustern, noch blickdichter und gegen jede Seite unangreifbar machen kann. Wilhelm Raabe beschreibt das einmal so ausgezeichnet in einem seiner Romane. Es ist das berühmte Erkennen, daß man nackt ist, weshalb man sich zu verbergen sucht.  



Morgen Teil 2) Die Pathologie eines Menschen wird dogmatische Struktur





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