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Donnerstag, 4. Mai 2017

Wenn aber die Formen verloren sind

Bei diesem Filmchen könnte einem freilich das Lachen vergehen, und man achte auch darauf, was in einem abläuft, wenn der Film seine Climax erreicht, man achte auf die Natur dees Lachens, das eventuell aufsteigt, sehe auf seine Farben. Wenn der Bursche am Morgen seinen Freund in der Küche antrifft, mit dessen Mutter er gerade eine Nacht verbracht hat. 

Was wir hier sehen ist aber die Wahrheit die aus dem Niederreißen der gesellschaftlich institutionalisierten Formen als Wesen der Zwischenmenschlichkeit folgt, die jene Idea sind, aus der heraus sich Welt überhaupt erst definiert und konstituiert. Und um die sich der ganze Tanz des Menschseins erst vollbringt. Entstaltet aber wird das Leben zur bloßen Bedürfnisbefriedigungsanstalt, zum Chaos, dessen einziger Inhalt Lust und Unlust werden. 

Der freilich, der die Widernatürlichkeit hier noch spürt, ohne um sie aber wirklich zu wissen, denn darum zu wissen gehört nicht zum Repertoire der sogenannten "Zeitgeistkultur", ist der Sohn. In diesem Alter hat die Gehirnwäsche, die Form und Natur auseinanderreißen möchte, noch nicht ihre volle Aushärtung gewonnen. Gerade im Kind haben die Eigenschaften (im speziellen der Mutter) noch sehr wirkliche Züge. 

Wenn die Formen endgültig aus dem Kulturgebrauch verloren sind, bleiben dann aber keine Beziehungen mehr. Umso krampfhafter wird dieses Wort ja heute bemüht. Dann bleibt nur noch die Flüchtigkeit eines momentanen Erlebens, dem aber jede Substanz fehlt, wo einer dem anderen nur noch Objekt von beliebigen Erfahrungen ist, deren Urteil sich aus bloßen Lustgefühlen ergeben soll. Im Grunde übrigens genau das, was beim Mißbrauch passiert. Wie hier schon so oft dargelegt: Wir befinden uns bereits mitten in einer Kultur des Mißbrauchs. Und das heißt auf jeden Fall: Des Verlusts der Menschlichkeit. Denn Menschsein ist eben Welt, und deshalb Form.



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