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Dienstag, 8. August 2017

Ein flammener Aufruf zur Gegenwehr (2)

*Der VdZ hat festgestellt, daß auch viele Rechte bzw. Konservative (und offenbar schon weite Kreise der katholischen Kirche, von der Spitze beginnend) dieselben Konzepte für gegeben halten. Oft haben sie dabei einen zu großen Schluck Hegel (und Heidegger) genommen, und sind in deren Topf gefallen. Selbst fallweise so verbreitete, zumindest akzeptierte (und stark Heidegger-bezogene) Denkweisen wie die des Russen Alexander Dugin mit dem Konzept der Multipolarität der Welt" sind aus sich heraus nicht gegen die Postmoderne abzugrenzen, ja könnten als deren Vertreter angesehen werden. Das macht auch gegen so manche vorgebliche religiöse Renaissance (z. B. in Rußland) etwas zurückhaltend, weil in diesem Konzept Religion zum pragmatischen Nutzen wird, dessen "religiöse Bedeutung" nur aus der "praktischen Unverzichtbarkeit" und der "bewußten ästhetischen Qualifzierung" stammt. 

Und sei es also, um dem Leben die ästhetische Quaste anzufügen, in der im Postmodernismus der Ästhetizismus zum Sinnersatz für den immanenten Nihilismus wird. Denn er führt zum Relativismus, und läßt Tradition nur noch pragmatisch weil als notwendigen Nutzen sehen, dem nunmehr einzigen Unterschied zur Linken. Wobei noch besonders auf die Äquivokation verwiesen werden muß, denn gerade in der ästhetischen Verpflichtung bedient sich der Postmodernismus natürlich bestehender Sprachlogizismen, denn nichts ist ihm absolut und damit absolut heilig. Ja, Ästhetik kann zum Sinnersatz werden, und tut es in der Regel sogar. 

(Der VdZ kennt sogar postmoderne Traditionskatholiken, die aus zahllosen Versatzstücken ein scheinbar geschlossenes traditionelles Weltbild zusammengebastelt haben - Pseudologie in Reinkultur, die regelmäßig dort aufplatzt, wo sie unvermittelt "eigene Urteile" finden müßte und plötzlich mitten in der Postmoderne steht, nur diesmal mit dem Rücken voran. Aber das ist ein eigenes Thema.)

Das zeigt sich auch an mancher Technik- und Medienkritik, die dann maßlos übersteigert als Bedrohung und fast einzig relevanter Kampfboden gesehen werden. Wo der Mensch aber im logos gegründet erkannt wird, wird auch klar, daß zwar viel an seiner Entfaltung behindert, seine Korrespondenz mit der Wahrheit aber nie ganz gelöste werden kann.  Gerade so manche Replik auf die Künstliche Intelligenz (AI/KI), die eine wirkliche, substantielle menschliche Veränderung für möglich hält, deren einziges Problem somit ist, daß sie "in die falschen Hände" gelangt, zeigt diese Fehleinschätzung, die notwendig jede menschliche Kommunikation und Vernunftfähigkeit falsch einschätzt.

Der logos aber ist der nie versiegende (lediglich weitgehend verstopfbare) Quell, aus dem sich je individuell wirkliches Menschsein (aber überhaupt alles Seiende, das ja nur ist, weil und soweit es am Sein, am logos teilhat) wieder regenerieren kann, in dem die soziale Dimension des Menschen eine zwar wichtige, ja für sein Weltsein (als dessen Ort) entscheidende, aber nicht die einzige Rolle spielt. Zumal auch das Soziale im logos, der göttlichen Ordnung, dem göttlichen Seinsimperativ als Lebensprinzip gründet.  

Nur aus dieser Gegründetheit im logos läßt sich Freiheit als Zentralwert erkennen, der weder in den Autonomismus führt, noch in den Sozialismus, und die auch nichts mit Willkür zu tun hat, weil Willkür ein Impuls der Unfreiheit (Freiheit bedeutet ja Bindung an den logos, nur in der Vernunft läßt sich verantwortlich entscheiden) ist. Nur im logos kann sich der Mensch so gründen, daß er sich individuell selbst in der Vernunft umgreift, also Selbststand hat.






*100617*