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Mittwoch, 11. Mai 2011

Montag, 5. April 2010

Opferlamm

Als Kubas Diktator Battista von Castro defacto gestürzt war, und vor den anrückenden Rebellen, die bereits das ganze Land in Händen hatten, mit Sack und Pack fliehen wollte, hatte er vor, den berüchtigten Hauptmann des Geheimdienstes der Armee, Ventura, als "letzter Tropfen im Glas" - Opfer für den Zorn des Volkes - zurückzulassen. Während er in der Dominikanischen Republik ein neues Leben in Stille und Zurückgezogenheit beginnen wollte ...

Ventura aber bekam davon Wind, riß sich von seinen Spielautomaten los, vor denen er endlose Stunden verbrachte, verschaffte sich wütend Zutritt zum Diktator, und setzte diesem die Pistole an die Brust.

Der mußte daraufhin am Flughafen einen Teil seines Gepäcks wieder ausladen, um in der Fluchtmaschine noch Platz für Ventura zu schaffen.




*050410*

Montag, 22. März 2010

Revolution der Kinder

Graham Greene beschreibt eine "Revolution der Kinder", die er 1957 in den letzten Tagen des US-unterstützten Diktators Batista erlebt hatte, von der aber, wie er meint, kein Medium der Welt berichtet habe. Dabei waren zahlreiche Korrespondenten wie Greene Augenzeugen.

Wie so viele, war nämlich auch ein Vater von drei Töchtern, acht bis zehn Jahre alt, verhaftet worden, konnte aber entfliehen. Da tauchte die Armee in seinem Haus auf, und nahm die drei Töchter als Geiseln mit, und verbrachte sie in eine Kaserne in Habana.

Am nächsten Morgen hatte sich die Nachricht blitzschnell in allen Schulen verbreitet. An den höheren Schulen trafen die Kinder die Entscheidung selbst und gingen auf die Straße. Die Kunde verbreitete sich weiter. Nun kamen auch die Eltern und holten ihre Kinder aus den Volksschulen heraus. Die Straßen waren voll von ihnen. Die Kaufleute schlossen die Läden, erwarteten das Schlimmste.

Aber die Armee gab überraschend nach, und entließ die drei Mädchen. Sie konnte denn doch nicht ihre Feuerwehrschläuche auf kleine Kinder in den Straßen richten, wie sie es bei ihren Müttern getan hatten, oder sie an den Laternenpfählen aufhängen, wie es an den Vätern geschehen wäre.





*220310*