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Montag, 30. Mai 2022

Wir tauchen im 5. Jahrhundert in den See ... (1)

Um Ihren Gatten, den Frankenherzog Chlodwig (*466/+511), die Wahrheit des Christentums erfahren zu lassen, dem sie innig anhing, ließ seine Frau Chlodechild die Kirche mit allem schmücken, das ihre Schatzkammer hergab,, um ihn durch die Schönheit zu überzeugen. Die Wände waren mit kostbaren Teppichen verhangen, und zeigten fromme Szenen, die litirgischen Gefäße teils extra angefertigt worden, und die Liturgie des taufenden Bischofs war von der größten Üppigkeit.deren die Kirche damals aufzubieten hatte.

Aber es ging etwas schief. Als alle das Taufbecken umstanden, und der Bischof den Säugling ins kalte Wasser tauchte, erlitt der offenbar einen Schock, und seine Atmung hörte auf. Ob er definitiv ertrunken ist, oder nur am Schock aus dem Eintauchen in gewiß recht kaltes Wasser verstarb, ist nicht überliefert, Fakt ist aber, daß das Kind tot aus dem Becken gehoben wurde, dem auf nicht ganz geplante Weise also sein Versprechen eingelöst hatte: Irdisches Leben durch das Ewige Leben zu überlagern weil in eine neue und transzendente Dimension zu erheben.

Donnerstag, 4. Februar 2021

Irgendwann ist einfach Schluß (2)

Wir bringen hier nun noch einmal den zweiten Teil. Für die, denen der Lesestoff gestern doch zu umfangreich war, die aber - und das tun so manche Leser, wie der VdZ weiß, ihnen sei einmal mehr für ihre Treue und ihren Durchbeißwillen gedankt - im Gleichschritt mitgehen wollen. 

Teil 2) Drum frisch und los. Leben wir doch endlich und einfach wieder!

Nehmen wir es deshalb etwas lockerer. Machen wir uns bewußt, daß wir nicht auf Erden sind, weil wir hier eine sooo wichtige Aufgabe haben, daß wir am besten ewig leben sollten. Und jeder Tod ein Fehler im System ist, ein Leck im Apparat, der zu vermeiden wäre, WENN wir denn dies und wenn wir denn dort und wenn wir denn das.

Wir werden sterben. Ob mit oder ohne Corona. Deshalb reicht es, wenn wir ein bissel aufpassen, wie wir es ja immer gemacht haben, wenn jemand krank war, und mehr noch wenn dessen Krankheit zum Tode ansteckend war. Angeblich oder wirklich. Und wenn nicht ... kein Malheur. Allen Ernstes. Es ist kein Malheur, den Löffel abzugeben. Es ist normal, und es ist das Schicksal JEDES Menschen. Auch unser unentrinnbares Schicksal damit. Also sollten wir doch ein bissel darüber lachen, sarkastisch, ironisch, denn klar, freuen kann man sich nicht darüber, aber wie sagte doch ein Weiser einmal? Tausend Rosen. Und frisch ans Werk, kräftig in die Hände gespuckt, und wenn es denn sein soll, dann eben ... kräftig gestorben. Denn wir wissen, daß es nicht um dieses begrenzte irdische Leben geht, dieses vallis lacrimosa, dieses Tal der Tränen, sondern darum, daß wir nach dem Tod, wenn wir denn zu Lebgezeiten, wo wir noch den Leib haben, also ganze Menschen sind, bei Christus sein wollten, durch Jesus Christus zu einem neuen Leben auferweckt werden. Und dann, dann geht es so richtig los, dann wackelt die Bude sozusagen. Dann haben wir jene Freude, die wir verloren haben, wieder. Ist das nicht ein Grund, sich zu freuen?

Oder wäre das nicht ein Grund, sich vom Tod weg Christus zuzuwenden? Das ist es doch! Das ist es, warum wir Corona nicht so richtig wollen, daß wir uns lieber zu Tode fürchten, als daran zu sterben. Und das ist ein Grund, warum wir von der Politik etwas verlangen, das sie nicht leisten kann.

Weshalb wir diesen Herrschaften "da oben" sagen sollten: Schon gut. Während wir sie vom Podium führen, unseren Arm um ihre Schultern legen und aus dem Saal begleiten, während sie noch immer reden und reden und reden, was der Tag lang ist, und nach links und rechts wie Irre bellen "Wir schaffen das!", und "Ich kann Euch retten" oder "Ich kann uns bewahren!" "Jaja, schon gut," sagen wir dann, und "Ist eh gut, ja, eh, wir glauben Dir das ja auch" ... während wir mit ihnen rausgehen.

Nichts können sie. Deshalb sollten wir dann, wenn wir sie draußen der Schwester übergeben haben, sie ihnen weiter gut zuredet und sie nach draußen zum Krankenauto geleitet, in den Saal zurück und aufs Podium gehen. Dann mal aufs Mikro klopfen, drauf pusten, ja, es ist eingeschaltet, und dann sollten wir folgende Rede halten. Wir sollten sagen: "Werte Herrschaften, ich möchte was sagen. Ich möchte Euch sagen, daß hinten ein Buffet ist, das wir später konsumieren können, daß im Saal B ein Bingo läuft, wer also möchte ... und daß wir sonst hier abstimmen, wie es mit der Treppe im Foyer weitergehen soll, mit dem Schuppen der Feuerwehr, und wer nun diese Straße saniert, die zum Gemeindezentrum führt, denn das ist ja wirklich kein Zustand ..." Und langsam fassen sich alle wieder, und allmählich fokussieren sie sich wieder auf das, was sie hier tun sollen und müssen - arbeiten, feiern, trauern, Musik hören oder Punzen schlagen, einfach LEBEN. Es gibt eine Menge zu tun.

Und, so nebenbei, schon vergessen? Leutel, es ist noch zwei Wochen - aber NUR noch zwei Wochen - Fasching!


*270121*

Mittwoch, 3. Februar 2021

Irgendwann ist einfach Schluß (1)

Krankheit, und zwar jede Krankheit, zielt auf Tod ab, das sollten wir nicht vergessen, auch wenn wir es meist schon vergessen haben. Das hat uns die Medizin eingeredet, das hat uns ein Apparat eingeredet, der glatt so tut, als wäre die Krankheit letztlich vermeidbar und der Tod ein Betriebsunfall.

Leben ist ein actu, also ein Tätiges. Wir sagen ja "wir leben", und zwar in allen Sprachen der Welt, wir sagen nicht "wir werden gelebt." Aber darin verfehlen wir uns. Zwangsläufig, und zwar durch die Erbsünde. Wir haben durch sie so viele Neigungen zu Fehlern, daß wir in keinem Fall den Fehlern davonlaufen können. Sie sind immer schneller als wir, sie sind immer zahlreicher, als wir übersehen können. Denn sie sind eine Gesamtneigung, während wir immer nur Einzeldinge bekämpfen können. Und in der Erbsünde ist unser Insgesamt, unsere Gesamtrichtung abweichend und in Richtung Tod eingestellt geworden. Die Erbsünde Adams und Evas war eine Grundsatzentscheidung, in der die Ausrichtung unseres Daseins auf Tod zuging.

Unsere Stammeltern, diese ersten Menschen, von denen alle weiteren abstammen, haben sich in ihrem Entschluß, Gott nicht zu gehorchen, dazu entschlossen, das Leben selbst in die Hand zu nehmen. Sie haben sich dazu entschlossen, selbst jene Herren zu sein, denen sie alles verdanken. Das war ein Fehler. Ein sachlicher Fehler, zu dem sie der Teufel überredet hatte. Es war ein schwerer Fehler, ein Irrtum, und sie sind augenblicklich darauf gekommen. Als Gott sie rief, waren sie sich dessen unbewußt bewußt, sie verbargen sich vor der Wahrheit, dem Sein selbst, von dem alles Sein abstammt. Sie schämten sich.

Weil wir innerweltlich, irdisch, leiblich von Menschen abstammen, also zweitursächlich (nach Gott, dem alles sein Sein verdankt) haben wir das von diesen Eltern auch übertragen bekommen. Neben unserem Sein, das seinen Sinn darin hat, in größter geschenkhafter Freude zu leben weil an Gottes Freude, die er am Spiel der Schöpfung hat, teilzuhaben. Und in dieser Freude, zu der wir berufen weil in die Welt gerufen sind, haben wir aber gewahr zu sein, daß wir diese wirkliche Freude erst NACH diesem Leben erfahren werden. Warum? Weil durch Adam und Eva der Tod in die Welt gekommen ist.

Aber Gott selbst hat uns durch seinen eigenen Sohn Jesus Christus davon erlöst, und uns - nach dem Tod - wieder in ein neues Leben hinein auferstehen lassen. DANN werden wir diese Freude erfahren, und sie ist wirklich gewaltig, der Leser möge es glauben, dem VdZ war als Gnade beschieden, davon ein bißchen kosten zu dürfen. Sie war so groß, daß er seither niemals etwas anderes hätte wollen wollen, als diese Freude wieder zu erfahren, in der sein ganzer Körper verwandelt, völlig verändert war. Wenn wir in der Taufe Mitglieder der Kirche geworden sind, werden wir daran teilnehmen können. Anders nicht. Zumindest wäre es vermessen das zu erhoffen, weil sonst ja das Leiden und Sterben Gottes selbst unnötig gewesen wäre, der Leser möge sich das einmal vorstellen!

Was er sich aber vielleicht nicht mehr so vorstellen kann ist, daß wir sterben müssen. Alle. Und daß wir immer eine Krankheit haben werden, an der wir sterben. Und sei es, daß wir "an Altersschwäche" sterben, also einfach so müde werden, sterbensmüde, buchstäblich, daß wir "hinübergehen", also unsere Seele den Leib losläßt, der daraufhin zu Staub wird. Während die Seele auf den Jüngsten Tag wartet, wo sie, ihrer Form, ihrer Forma nach, wieder zu einem ganzen Menschen geschaffen wird. In der Auferstehung am Jüngsten Tag, wie so viele Propheten verkündet haben. Und woran wir glauben dürfen, weil Gott selbst es uns erzählt hat. Und der muß es ja wissen.

Wir können es uns deshalb nicht so gut vorstellen, weil der Tod - ganz anders als etwa im Barock oder im Mittelalter - durch die Technik, vor allem aber durch die Art wie wir leben so weitgehend und scheinbar aus dem Blick geraten ist, verdrängt wurde, daß wir über lange Strecken unseres Leben, als Grundhaltung sogar, den Tod vergessen haben. In Corona (und das ist das Neue an dieser "Pandemie") hat der Tod sich aber wieder ins Sichtbare gemeldet. Nicht daß er nun plötzlich da ist! So tun wir aber! Sondern er war ohnehin immer da, nun sehen wir ihn aber wieder mehr. Und das ist uns peinlich. Es erinnert an unsere Grundschuld, und es erinnert daran, daß wir immer etwas und genug falsch machen, sodaß wir sterben werden. Mit dreißig, mit fünfzig, mit achtzig oder neunzig Jahren, irgendwann. Irgendwann ist einfach Schluß. Auch für uns. Auch für unsere Kinder, die so prächtig und vor Kraft strotzend leben. Auch für uns, die wir mit dem Alter ein Wehwehchen nach dem anderen, eine Schwäche nach der anderen, schließlich ein Konzert von Schwächen erleben müssen, das uns irgendwann das Leben kosten wird.

Keine Diät, keine noch so "gesunde Lebensweise" wird das verhindern können. Irgendwann ist Schluß. Auch für uns. Uns alle. Und daran erinnert uns Corona wieder. Aber wir sind das nicht gewöhnt. Wir wollen das nicht. Also glauben die Politiker allen Ernstes, sie tun uns einen Gefallen, wenn sie so tun, als wäre das etwas Unnötiges, Überflüssiges, von dem SIE uns bewahren können. Deshalb sehen sie sich ermächtigt, uns dermaßen zu karniefeln, daß uns jede Lebensfreude erstirbt. Nicht nur das, daß wir in so Dingen wie Lockdowns zwar irgendwie vegetieren dürfen, aber NICHT leben. Denn das ist tödlich.

Aber, werter Leser, sei er sich so wie der VdZ bewußt: Wir werden sterben. Auch unser Leben wird enden. IN jedem Fall. Ob morgen. Ob in fünf Jahren. Ob in zwanzig oder fünfzig Jahren. Irgendwann ist Schluß. Legen wir deshalb unsere Zitronenmine wieder ab, legen wir deshalb dieses Betroffenheitsgetue ab, das uns besonders von dieser Regierung angeboten wird, die so tut, als sei sie dann "verantwortungsbewußt", wenn ihr Gesicht auf "tragisch" gepolt wirkt. Ach was sind das doch für Heuchler. Oder, noch schlimmer, wie dumm sind die doch, weil sie das vielleicht wirklich gar nicht wissen. Sondern auch noch glauben, daß ihre Aufgabe es sei, den Tod aus dem Leben zu werfen.

(Wir bringen nun auch die zweite Hälfte des Artikels, für die, denen es nun "reicht", und die sich das Lesevergnügen auf morgen aufheben wollen.)

Morgen Teil 2) Drum frisch und los. Leben wir doch endlich und einfach wieder!

Sonntag, 16. August 2020

Denn der Vater sieht nur das Glied des Hauses (2)

Teil 2) Gottes Weg mit der Schöpfung ist real.
Wir sind aber die Realität, ja jede Realität nicht mehr gewöhnt.



Wir sind heute die Realität², ja irgendeine Realität nicht mehr gewöhnt, so seltsam das klingen mag. Und im Katholischen, das heißt im Allumfassenden (als das Alles Enthaltende), gibt es sehr reale Bedingungen und Schritte. Warum? Weil auch die Welt so ist! Und was in der Welt sichtbar wird verweist uns auf die innere Grammatik Gottes. Das gilt es einfach zu akzeptieren, und es ist auch nicht widervernünftig, weil die Vernunft sich nach den Gesetzen der Welt, deren logos, deren Logik, richten muß.
Entspricht es nicht jedermanns Erfahrung, daß keine Tat Sinn hat, wenn sie nicht innerhalb der Realität der Welt steht? Diese Realität ist aber viel umfassender, als wir oft meinen. Zumal sie innerhalb der Realität Gottes als allumfassender Realität steht.
Das ist der Maßstab für Wahrheit, die niemals in Widerspruch zur Welt stehen kann. Wo das der Fall zu sein scheint kann es also nur an uns liegen, an unserem Irrtum, der im Grunde aber immer in einer Sünde seinen Grund hat. Weil die Wahrheit personal ist, hängt die Teilhabe an ihr von einer persönlichen Beziehung ab.

Jesus sagt: Ich BIN der Weg, die Wahrheit und das Leben! Es geht also um ein persönliches Verhältnis, um eine Beziehung zur Wahrheit, und das heißt zu Jesus.

So wie wir zu jedem Mitmenschen eine Beziehung haben, und erst durch bestimmte Akte der Liebe, Wahrheit und Sündenlosigkeit objektiv real wird. (Das Beste daran: JEDE Art der Stellung zu jemandem oder etwas IST die Realisierung einer Beziehung. Nicht einmal die Ignoranz kann das verändern, und ist ein Akt, der das Begegnende, Ignorierte von beiden Seiten betrifft. So wie der Fisch im Wasser, ist der Mensch in das Wasser der Beziehung getaucht, die Welt, die Schöpfung.)

Deshalb muß sich auch jeder Mensch entscheiden, wie er sich zu Gott und Christus Jesus stellt. Und nur innerhalb dieser Beziehung zu ihm kann er wirklichen Zugang zu ihm finden. So ist die Stellung des Menschen zu Gott immer "entschieden", also einer Entscheidung zuzuschreiben: Ob in ihm sein zu wollen, oder nicht. Der, noch einmal, die innere Grammatik der Schöpfung vorgibt, deren dynamischer pneumos (Atem) und logos ist (Sinn, Wort, Wahrheitsstruktur, Grammatik, "auf-zu"-Dynamik ...)Weil jedes Werk von seinem Hervorbringer zeugt, dessen Eigenschaften und Wesen erkennbar macht.
Wer sich deshalb gegen ihn entscheidet, nein, wer sich NICHT FÜR IHN entscheidet, wer sich entscheidet nicht in Gottes zweiter Person Christus Jesus sein zu wollen, diesem logos der Welt, steht außerhalb des göttlichen logos und außerhalb der Welt und Schöpfung. Er wird deshalb VON GOTT GAR NICHT GESEHEN, er existiert nicht vor Gott.  
Das Feuer, von dem Jesus ausdrücklich und nicht selten spricht, ist deshalb kein Feuer, das Gott "macht" oder dem Gottfernen zufügt, sondern es ist die Qual desjenigen, der außerhalb der Schöpfung steht. Die nur IN Gott Bestand hat und seiend sein kann. Die Hölle ist somit das Sein im Nichtsein. An Gottes Gnade und innerer Qualität sozusagen kann nur teilhaben, wer zu seinem Hause gehört.


*Unter anderem lebt die gesamte Esoterik von dieser Selbsteinschätzung. So wie jeder der Wege, in denen jemand SELBST seinen Heilsweg aussucht, und zum Beispiel der katholischen Kirche den Rücken kehrt, um zu irgendeiner Abspaltung überzutreten (die immer auf eine Weise protestantisch sind, wie Orthodoxie, Evangelikale oder direkt protestantisch-evangelische Kirchen).

**Wobei nicht unerwähnt bleiben soll, daß die Taufe sogar von Ungetauften vollzogen werden kann. Ihre einzige Bedingung ist einerseits der Wille (ob selbst oder durch Paten ausgedrückt ist unwesentlich), zur Kirche als dem Volk Gottes zu gehören, und anderseits der objektive Vollzug durch Wasser und die Formel "Ich taufe Dich auf die Dreifaltigkeit IM NAMEN von Vater, Sohn und Heiligem Geist. 

Der Mensch kann und darf bei der Taufe also ANSTELLE VON GOTT SELBST (in seinem Namen!) handeln und reden. Ein Akt, den aber hier eben der Mensch setzt, den freilich Gott erst vollendet, durch seine Gnade. Das kann der Mensch, weil er "nach seinem Ebenbild", nach dem Ebenbild Gottes gemacht ist. Der Taufende handelt also bis an die Grenze des überhaupt dem Menschen Möglichen. 

Die Tatsache (der Ebenbildlichkeit) ist, es sei hier einmal mehr gesagt, von so immenser Bedeutung, daß sie nicht oft genug betont werden kann. Denn sie ist ein Schlüssel zum gesamten Glaubens- und Heilsgebäude.

²Die deutsche Sprache kennt (etwa im Gegensatz zum Englischen, innerhalb dessen solche Themen zu disputieren fast unmöglich sind) sehr feine begriffliche Unterschiede. Deshalb wollen wir hier ganz kursorisch definieren: Realität ist die weltzugewandte, geschichtlich werdende Seite der wirklichen Wirklichkeit, in der sie steht. (Insofern kann Realität von der Wirklichkeit abweichen, weil diese nur graduell erfüllen.) Um selbst wiederum in der Wirklichkeit zu stehen. Also, vereinfacht gesagt: Jesu Menschwerdung ist Realität, als Wollen (wirkliche Wirklichkeit, also die weltzugewandte Dynamik des Wirklichen) des Vaters (des Ideengebers, des Wissens selbst, damit des Innersten der Wirklichkeit), und alles das steht in der Wirklichkeit, aber auch der wirklichen Wirklichkeit (in der Schöpfung Realität geworden) der Dreifaltigkeit.



*310720*

Samstag, 15. August 2020

Denn der Vater sieht nur das Glied des Hauses (1)

Vielleicht wird die Stelle in der Heiligen Schrift unterschätzt. Sie sieht ja eigentlich leicht verständlich aus. Aber hört man genau zu, wird sie doch in Wirklichkeit unverständlicher? Was steht hinter Aussagen von Jesus (und sinngemäß finden sich eine Reihe solcher Stellen, und für zahlreiche weitere ist dieser Aspekt wichtige Ergänzung, die als Hintergrund mitzudenken wäre), in denen er Folgendes betont: Was einem seiner Brüder getan ist, das ist ihm getan. 

Warum bindet Jesus die "gute Tat" und die Nächstenliebe an die Eigenschaft des "Bruders"? Wäre da nicht jene Stelle viel wichtiger (und in der pastoralen Realität kennt der VdZ auch nur diese als gerne und viel verwendet), in der Jesus die Nächstenliebe NICHT daran bindet, daß der Hilfebedürftige Teil des Volkes Gottes (Israel) ist? Richtig, der Leser hat sie sofort erkannt - die Stelle des barmherzigen Samariters (siehe unter anderem Lk 10,25ff).

Stellen wir zuvor noch eine Verbindung her, nämlich mit der für manche vielleicht verstörenden Aussage, daß Jesus immer wieder betont, daß er ZUERST nur zu seinem auserwählten Volk gekommen ist. Andere bezeichnet er sogar als "Hunde", die keinerlei Barmherzigkeit (und Wunder) verdient hätten. Auch hier also beschränkt sich Jesus auf "seine Brüder", um es einfach zu sagen. 
Die Taufe als realer Vollzug der Zugehörigkeit.
Gott sieht nur den Menschen, der in Christus vor ihm steht. 'Der andere ist jenes Unkraut, von dem Jesus immer wieder spricht. Das zwar vorerst unangetastet bleibt, aber am Tag der Ernte ins Feuer wandert. So wird verständlich, warum es zu unseren Lebenszeiten dem Nicht-Getauften, sogar dem Bösen scheinbar nicht anders oder schlechter geht als mir, dem Getauften, dem "Besseren". (Und man darf, ja muß das so formulieren.) 

Gerade in der Gegenwart, die man ohne viel Verlegenheit als "gottfern" bezeichnen muß. Nach objektiven Gesichtspunkten! Nicht nach subjektiver Selbsteinschätzung. Denn das würde wohl kaum jemand zugeben, im Gegenteil, in den allermeisten Fällen behauptet der Gottferne sogar die größere GottNÄHE, sieht den subjektiven (und nicht objektiven) Weg als Rechtfertigung und Ausweis höherstehender Gutheit*. 
Die Wahrheit ist in ihrem Kern deshalb heute vielen so schwer verdaulich, weil sie einem der neuen Verhaltensparadigmen widerspricht, nämlich dem der Sentimentalität als Kriterium von gut und böse.
Gott sieht nur den Menschen, der in Christus lebt und ist. Indem er mit ihm Gemeinschaft hat, in das Leben der Dreifaltigkeit hineingenommen (genommen, nicht "getreten"; Gnade, nicht Eigenmacht) ist, und deshalb in Gott ist. Alle übrige Menschheit sieht Gott gar nicht. Sie wird deshalb am Jüngsten Tag ausgerissen und ins Feuer geworfen.

Und es gibt nur eine Stelle in der Heiligen Schrift, die man als letzte Hoffnung ansehen könnte, das ist jener Verweis aus Jesu Mund, daß "für Gott nichts unmöglich" ist.

Der Weg zur Erlösung ist objektiv. Er ist ein objektives und sehr reales Geschehen als Merkmal und Bezeichnung an BESTIMMTEN Menschen, die von Gott dazu auserwählt wurden. Durch die Kirche, die die Taufe vollzieht** und dadurch den bestimmten Menschen Gottes Volk zugesellt.

Wir haben keinen Anlaß zu meinen oder zu glauben, daß es auch anders sein könnte. Daß es einen Weg zu Gott und in die Seligkeit des Himmels gäbe, der außerhalb des Leibes Christi - der Kirche! - real würde. Es gibt auch keinen Weg "durch gute Taten". Und es gibt keinen Weg, weil jemand "das gleiche tut wie ein Getaufter", nur eben nicht getauft ist. Auch diese Stellen in der Heiligen Schrift sollte man da nicht übersehen, in denen Jesus darauf hinweist, daß am Jüngsten Tag zwei scheinbar das gleiche tun, am gleichen Ort sind, aber nur einer in die Erlösung hineingenommen weil gerufen ist.
"Wir haben gelebt wie Du!" Gehandelt, geliebt, gearbeitet, gefeiert und gelebt. Und sind nun doch nicht erlöst? 
Auf die Tat selbst, auf die Tat an sich kommt es eben nicht an. Der Katholizismus ist also einerseits sehr einfach, so einfach, daß er zu gewisser Nachlässigkeit verführen könnte. Denn er ist anderseits so real, so objektiv wirklich, wie wir es heute gar nicht mehr gewöhnt sind. In einer Zeit, in der wir nur noch am Bildschirm leben, und die jederzeitige Änderung eines Geschehens erfahren, das volatil ist.


Morgen Teil 2) Gottes Weg mit der Schöpfung ist real.
Wir sind aber die Realität, ja jede Realität nicht mehr gewöhnt.



*310720*

Montag, 20. Juni 2016

Und sind nicht unsere Brüder (2)

Teil 2) Deshalb sind alle Christen, aber nicht Muslime unsere Brüder




DESHALB ist des Christenpflicht IM NAMEN GOTTES und seines Planes in erster Linie auf die Getauften erstreckt. Deshalb hat der Christ vor allem einmal die Pflicht und ehrenvolle Aufgabe, sich in allererster Linie einmal um seine Mitbrüder zu kümmern. Wenn die in Not sind, verfolgt werden, Hilfe brauchen.

Aus nichts, buchstäblich: aus NICHTS läßt sich ableiten, daß Nicht-Getauften in einem anderen als übertragenen Sinn "Brüder" der Christen wären. Was sich gerade noch auf die obgenannten Sonderfälle beziehen kann, kann sich niemals - zumindest nicht prinzipiell - auf Angehörige von Religionen beziehen, die sich bewußt der Taufe widersetzen. Im strengen Sinn sind sie nicht "unsere Brüder". Ihnen fehlt die entscheidende Anhänglichkeit an den personalen Gott. Etwas anderes anzunehmen wäre wiederum - Vermessenheit. 

Es gibt also auch keine "graduelle Angehörigkeit" zur Kirche, es gibt keinen graduellen Heilszustand, dem die Christen vielleicht mehr (Todsünder wieder gar nicht), Muslime oder Hinduisten oder Shintoisten oder ... so irgendwie aber halt niedergradiger angehören. Das gibt es nicht. Das kann es auch nicht geben. Und das hat die Kirche auch immer glatt zurückgewiesen. Von Anbeginn an. Es geht um die Taufe. Sakrament, Kirche ist bunkerlfest real, kein verschwurbeltes Irgendwie irgendwelcher Bewußtseinshaltungen oder auch nicht.

Und DESHALB kann die Kirche auch niemals davon sprechen, daß Zugehörige zu den sogenannten Religionen (im übrigen: ein höchst schwammiger Begriff, weil es keine "Weltreligion" gibt, sieht man von der Kirche und weitgehend vom Judentum ab, die ein einheitliches, eindeutiges Lehrgebäude hätte, was auch gar nicht anders sein kann, weil ihr das Personalprinzip des Heiles fehlt; als Imitat haben das lustigerweise sogar noch eher sogenannte Sekten oder sogenannte "absolute Gottesstaaten/Theokratien" mit Herrscher=Gott nachgebildet, ohne daß es freilich heilswirksam würde, was Sekten besonders tragisch macht, weil sie genau mit dem was sie tun das, was sie anstreben, vollständig verfehlen) ... daß also Zugehörige zu den sogenannten Religionen auch "Brüder" im eigentlichen Sinne seien, die den Getauften gar gleichstünden.

Sie werden nicht der Neuen Schöpfung angehören. Und wir haben daran auch keine Schuld, wenn wir sie an dieser Zugehörigkeit zur Kirche nicht gerade gehindert oder irgendwie verunmöglicht haben. Sie haben es selbst gewählt, und zwar deshalb, und zwar genau deshalb, weil zu jedem Bekenntnis zu einer der sogenannten "Weltreligionen" auch eine immer persönliche Bereitschaft steht, den inneren Sinn für Wahrheit ... zu beschädigen, einzuschränken, zu unterdrücken. Das kann der Mensch, dazu ist er ja frei, und er ist nur Mensch, WENN er diese Freiheit gebraucht. Kein Heil handelt GEGEN die Freiheit, das wäre ein Widerspruch in sich.

Das wiederum ergibt sich aus der Anthropologie, auf der die gesamte Kirche ja aufbaut, und in der Offenbarung wie Philosophie sich wie engumschlungene Liebende verhalten, die ein notwendig zu denkendes Fazit ergeben: Daß prinzipiell JEDEM Menschen als Abbild Gottes auch die Erkenntnis zumindest EINES EINEN Gottes möglich ist, ohne noch von einer Ausfaltung aller Implikationen und Explikationen (also: Lehren, Aussagen über Wesen und Sinn von Welt, Gott und Gnade und Osterkerzen ;-) erkennbar sind. Diese uralte Auffassung und Logik hat auch das 2. Vatikanische Konzil bestätigt, sie ist in keinem Sinn überholt.*


Auch wenn wir Menschen niemals in jedes Menschenherz sehen können, können wir genauso wenig sagen, daß Ungetaufte diese Begierde- oder irgendwelcher Heilszugehörigkeit haben. Weil wir sonst ja zumindest die reale Erlösung in Jesus Christus zum bloßen Freizeit vergnügen Gottes erklären würden, wo Gott sich selbst opferte, das gar nicht notwendig gewesen wäre. Vielmehr müssen wir also daran festhalten, selbst wenn wir es zu wenig verstehen (und wir verstehen immer zu wenig, wir sind eben nur Menschen, nicht Gott, diesem ja nur ähnlich, aber auf anderer, nicht-absoluter Ebene), daß das NICHT der Fall ist, und es gibt auch keinen Hinweis darauf, daß wir anderes annehmen sollten. 

Der Auftrag Christ war klar und eindeutig: Gehet hin und taufet - taufet! nicht: erzählt ihnen ein bisserl, diskutiert mit ihnen, seid nett zu ihnen, etc. - die Völker im (in den) Namen des Vaters + des Sohnes + des Heiligen Geistes. Schon gar gilt das, wenn die Religion, zu der sie sich bekennen, das Christentum definitiv ablehnt. Ja, die Konversion dazu mit der Todesstrafe belegt, wie das beim Islam formal wie praktisch der Fall ist. Sie alle bleiben bestenfalls in dem, was man an ihren Religionen "gutheißen" kann, "Rampen" zum eigentlichen und entscheidenden Schritt. Aber dieser fehlt ihnen. Er fehlt ihnen allen. 

Sie bleiben im Range einer guten weltlichen Poesie und Kunst. Auch diese stellen eine Rampe dar, die aber real noch innerweltlich endet.** Sie alle SIND NICHT in der neuen Schöpfung enthalten, sie sind nicht deren Teil. Was vielleicht klarer macht, warum Missionierung kein Auftrag für Freizeithelden ist, wenn einem einmal langweilig ist und Fernseher oder YouTube auch nix bringt, sondern für jeden Christen tatsächlich ein dringender Auftrag ist und sein muß. Den er (wörtlich) um Gottes Willen in aller Klugheit und Gemessenheit erfüllen soll, nein, muß. Um Gottes Willen zu erfüllen, den er in der Schöpfung zu Gestalt und Ausdruck brachte. Wenn wir von gewissen Menschenrechten sprechen dann nur in disen Zusammenhängen - Ungetauften gegenüber sind sie schon deshalb eine Ehrung Gottes, weil der Mensch solange er auf Erden wandelt lin seiner Würde eben auch das "ist", was er "noch nicht ist", aber was er eben sein könnte, wenn ... er sich taufen lassen wollte oder getauft würde. Nur in dieser gewisermaßen "allgemeinen" Zugehörigkeit zur Universalie "Menschheit" sind wir mit ihnen "eins". Aber diese ist mangelhaft, und zwar sehr grundsätzlich, weil sich Gottes Wille mit der Schöpfung erst ... in der Taufe weil in der Kirche als Neuer Schöpfung endgültig (und quasi im zweiten Anlauf) erfüllt.

Der Leser möge sich aus dem Gesagten nunmehr selbst sein Urteil dazu bilden, was so mancher hohe und höchste Verantwortliche und Leiter der katholischen Kirche in jüngster (oder fernerer) Zeit verbal von sich gegeben hat.




*Das war der Inhalt der in der Kirche (aus dem Gesagten geht ja auch hervor, warum man sehr wohl einfach von "Kirche" sprechen kann die in ihrer Vollgestalt immer KATHOLISCH ist, und nur gewisermaßen sündenfreie Katholiken haben vor allfälliger Läuterung im Fegefeuer etc. auch wirklich voll ausgestaltete Zugehörigkeit zu ihr) seit den großen Liturgiereformen 1970 währenden Diskussion um die Wandlungsworte "pro multis". So sind sie uns überliefert, und daran darf nichts geändert werden. Dennoch sind sie in der Übersetzung in Landessprachen vielfach in "für alle" umgeändert worden. 

Mit dem Hinweis, daß prinzipiell ja Jesus Christus "für alle" Menschen gestorben WÄRE. Aber das ist gefährlich und irreführend, weil es fast notwendig zu der Annahme führen muß, daß nicht nur die Kirche, sondern überhaupt alles nicht notwendig wäre, um in den Himmel zu kommen, weil es sowieso passiert. Und es gibt in dieser Hinsicht auch wirkliche Fehlentwicklungen in der Theologie, bei denen sich leider auch ein Theologe vom Format eines Karl Rahner nicht gerade mit Ruhm bekleckert hat, der wie viele andere gerade heute den entscheidenden Punkt (aus dem Schlüsselbegriff  "Stellvertretung" heraus, Karl Menke zeigt das recht gut) nicht mehr findet. Es kann deshalb gar nicth verwundern, wenn sich unter Priestern, die bereits nur noch in dieser erneuerten (neuen?) Liturgie seit 1970 ordinieren, hier tatsächlich erhöhte Neigung zu einer theologischen Unexaktheit und Begriffsverwirrung zeigen. Lex orandi - lex credendi! Man glaubt, was man betet. Übrigens gehört auch der jetzige Papst zu dieser Gruppe, und prompt ...

Ja, er WÄRE, prinzipiell, potentiell, aber er IST es nur für jene, die ihm in der Taufe, im damit verbundenen weil geschenkten Glauben an ihn angehören gestorben und auferstanden. Erlösung, die Hereinnahme in die neue Schöpfung ist kein Automatismus, der alle Menschen gleichermaßen betrifft. Er ist ein konkretes, abgegrenztes wie abgrenzbares reales Geschehen, zu dem ich mich verhalten muß, denn dort liegt der Schlüssel zum Heil, weil erst in der Freiheit ist der Mensch real Mensch. Wenn man das nicht sehen will oder kann, wird das Christentum zu einer bloßen und relativen Religionsveranstaltung wie überall sonst. Papst em. Benedict XVI. hat es dann endlich (zurück)geändert und verbindlich vorgeschrieben: Es muß auch in der deutschen Übersetzung FÜR VIELE heißen.

**Literaturtip dazu: Abbé Bremonds Buch über Poesie





***

Sonntag, 19. Juni 2016

Und sind nicht unsere Brüder (1)

Was aber nun bedeutet die Taufe? Sie ist nämlich weit mehr als ein pur individuelles Geschehen, und schon gar mehr als ein bloßes Zeichen, so wie man bei jeder Vereinigung Initiationsriten hinter sich bringen muß, um so einen Marker ins Bewußtsein aller - "Zeit" schaffend - zu setzen. Es ist ein realer, also fleischlicher Akt einer Prägung, die nie mehr rückgängig zu machen ist. Sie ist die Hereinnahme in das Wesen der Übernatur. Es ist damit die Morgenröte der neuen Schöpfung, einer neuen Erde, in die hinein die alte, durch den Sündenfall getrennte, auf die Erde dadurch zurückgeworfene Menschheit gestellt wird. Die Taufe kittet diesen Bruch wieder. Damit ist jeder Getaufte wieder hineingenommen in das Wesen und Walten der göttlichen Gnadenströme und Vorsehung. Es ist göttlicher Plan, auf diese Weise die Menschheit in die Unvergänglichkeit hinüberzuretten. Erlösung ist also ein ganz reales Geschehen, kein rein rationaler, menschlich-"geistiger" Akt, und auch nicht einfach eine Sache des irdischen Willens und Wollens. 

Damit wird jeder Getaufte zum "Christen". Er ist unabtrennbarer Teil eines Ganzen, dessen gesamte Ökonomie fürderhin MIT diesem einen, Neugetauften funktioniert und auf diesen abgestimmt ist. Damit ist nicht nur jeder Christ in einer Sonderstellung, sondern er ist sogar zu dem berufen, was der + Papst Johannes Paul II. als "Königswürde" bezeichnet. Und damit auf eine prinzipiell, ewige Bedeutung des Königtums verweist. Denn als König ist er mit dem ihm anvermählten Volk, Familie, Werk, was auch immer, in eine Gnadenhierarchie gestellt. Deren Kitt der Gehorsam ist, deren Insgesamt ein "Neues Jerusalem" genanntes Weltganzes ist. Das ist die ecclesia, die deshalb Heilige Kirche. Mutter und Nährquelle aller Getauften. Die zueinander dann wirklich in brüderschaftlichem Verhältnis stehen, weil sie alle einen Vater haben. Weil sie alle zum König aller Könige gehören, dem Urbild, dem alle Menschen als Abbild folgen, um zu ihrer größten Größe, der Heiligkeit, dem Höhepunkt allen Lebens, dem Sinn ihres Daseins zu finden.

Daraus, weil nur Getaufte bereits auf Erden zumindest potentiell die Kirche, das Neue Jerusalem, die vollkommene Neue Schöpfung repräsentieren, nein, mehr noch: gegenwärtig stellen, das Ewige in die vergängliche Zeit stellen, kraft der Sakramentalität, ergibt sich auch für die Gemeinschaft der Getauften eine völlig andere irdische Schicksalsgestaltung als für Nicht-Getaufte. In ihnen pulst eine Einheitlichkeit, eine Organizität, ein Auftrag in der Welt, eine Gestalt, ein ganz reales "einer für alle - alle für einen" (als wären alle auch ein Leib, wo im Finger auch der Kopf oder die Leber erkennbar ist, wenn sich beide auch elementar unterscheiden), die im Verhältnis den anderen, den Nicht-Getauften einfach fehlt. Deshalb ist das, was den Gliedern getan ist, immer auch dem Ganzen und zuallererst Jesus Christus, dem alles durchformenden Haupt und Lebensprinzip getan. Diesem Leib sind sogar Verheißungen zugesprochen, die nur ihm gelten, weil in der Kirche auch Christus selbst berührt wird, der mit der Kirche vermählt ist wie der Hans seiner Monika in der Ehe.*

In diese Kategorie fallen dann höchstens und irgendwie noch jene, die zwar nie zu einer real geschehenen Taufe kommen, aber in aller Wahrhaftigkeit und Selbstprüfung an die Schwelle gelangen, die dem irdischen Vollkommenheits- und Wahrheitsstreben im allerbesten Fall möglich sind, die nur noch eine Sehnsucht haben weil das Dahinter hinter dieser Schwelle ahnen: Dem vorerst nur erahnten, in diesem Ahnen aber fast schon "gewußten", fast schon gekannten Gott anzugehören, aber nie die Kirche in einem Getauften kennenlernten, die das reale, sichere Mittel zur Erfüllung ihrer Sehnsucht bereithält - die Taufe. (Die ja im eigentlichen Sinn jeder Getaufte - jeder Getaufte ist kraft der Zubehörigkeit zur Kirche ja Stellvertreter, einer für alle, alle für einen sozusagen, aber real, nicht nur in einem irdischen Versprechen, spenden kann.) Die also kraft "Begierdetaufe" (und in einer noch zugespitzeren Form, weil sie sich für diesen Gott der Wahrheit sogar Leiden zufügen ließen, ohne vom Zeugnis für ihn abzulassen: "Bluttaufe") in diese Kirche hineinwesen. Weil diesem Wahrheitsstreben, dieser Wahrheitssehnsucht aber niemals eine Ablehnung der real auf Erden präsenten Gnadenmittel entsprechen kann, gehört die unwissentliche, unfreiwillige Unkenntnis der Kirche dazu. Wer die Kirche freilich ablehnt, bezeugt, daß sein Wahrheitsstreben dieser Zugehörigkeit zur Ecclesia, zur Kirche, zur neuen Schöpfung, entscheidend defekt ist.

Alle übrigen werden nicht in diese neue Schöpfung aufgenommen, sie kommen darin nicht vor. Das muß die Kirche annehmen, denn nichts anderes ist ihr gesagt. auf einen anderen Weg zu spekulieren ist nicht einfach "fromm", sondern es ist vermessen. Es steht uns Menschen nicht zu, auch wenn wir nichts ausschließen können, weil Gott eben unergründlich für uns ist.

DARAUS ergibt sich eine real vorhandene Zusammengehörigkeit aller Getauften. In abgestufterer Form vielleicht noch, weil es Häretiker gibt, Abweichler, aussuchende, die die Fülle der jesuanischen Gnadenrealität beschränken, hier oder dort ablehnen, also noch nicht und prinzipiell nicht ihr Leben in Christus entfaltet haben und entfalten können. Darunter fallen alle Protestanten und protestantischen Teilkirchen, darunter fallen derzeit zumindest noch die orthodoxen Kirchen, auch wenn hier die Unterschiede oft nicht so schwer zu überwinden wären. Aber die Zugehörigkeit zur Kirche ist nicht eine Frage einer Bejahung von Lehren oder Weisheiten, sie ist eine Frage, die an einer Person hängt - Jesus Christus, und darum auch im Irdischen personal bedingt ist. Nur über personale Bindung - und die ist im Gehorsam konstituiert, erst in diesem ist der göttliche Gnadenstrom sozusagen "zum Fließen gebracht" - kann an der Kirche teilgehabt werden. Und nur über personale Bindung - Jesus Christus - ist diese irdische Versammlung in das göttliche Leben und Wesen und seiner ehelichen Stellung zur Schöpfung hineingenommen.



Morgen Teil 2) Deshalb sind alle Christen, aber nicht Muslime unsere Brüder



*Wenn also der Papst, den der VdZ hier so saftig mit Kritik zubuttert, einen riesen Scheißdreck erzählt und die Kirche bis auf die Knochen blamiert und jeden Katholiken zum Trottel macht, dann ist das zwar ein einziger Wahnsinn, aber: der VdZ und jeder Gefaufte wie er können sich davon niemals freimachen, sondern IHREM eigenen Körper hat diese Argentinier eine Wunde zugefügt, die nicht von IHNEN zu trennen ist, die ihnen selbst also anhaftet. Wenn der Fuß weh tut, leidet der ganze Leib. Sodaß die einzige Haltung dazu die der ... Sühne, des Ausleidens ist.  

Neben der Bemühungen, die auch der menschlich-leibliche Organismus ja zeigt, indem er durch Gegenwehr und Isolierung der Viren verhindern möchte, daß sich diese Entzündung ausbreitet und den ganzen Lungenflügel oder gar den ganzen Körper erfaßt, wobei er sich auf das Lebensprinzip - Jesus Christus - in Gestaltreform beziehen kann, ja muß. Auch ein kranker Körper wird nur so gesund. Die Leber kann nicht gesunden, wenn sie aus dem Körper springt und sagt: so, ich als Leber führe nun im Interesse meines Selbsterhalts ein Leben außerhalb. Sie kann nur gesunden, wenn sie einen Angriff eines Infekts rekognisziert, indem sie IN dem Körper allen Schwierigkeiten zum Trotz, aber auch mit Hilfen anderer Organe, und nicht zuletzt: der im Leben nicht endenden Reformkraft des Ganzen (erst am Ende der Reformkraft stirbt ein Organismus), um ihr Selbstsein, ihre Gesundheit, und das heißt: im Rahmen ihrer Funktion FÜR DEN ORGANISMUS - ALS Leber - kämpft und lebt. Sie hat dazu sogar ein gewisses Eigenportefeuille. Kirche heißt aber, daß dieser Organismus der Getauften, die Kirche, NIE ganz stirbt. Sein Lebensprinzip ist Gott selbst, sie wird immer irgendwie, und sei es im letzten Blutschläuchelchen, an dieser Ewigkeit teilhaben.

Einen Nicht-Getauften berührt so ein Virus zwar auch, als irdisches "Menschheitsglied", aber völlig anders und niedrigstufiger. Die Hongkong-Grippe erfaßte 1919 die ganze Welt, die ganze Menschheit als Menschheit. Aber für jeden Getauften und darin Gläubigen war sie von völlig anderer Qualität. Ihr Problem lag NICHT zuerst oder allein in der Bewältigung der Grippe. Die Schöpfung ist, um es überhaupt auf die Spitze zu treiben, letztlich AUF DIE GETAUFTEN ALLEINE ausgerichtet. Nur in ihnen, nur in der Kriche liegt die Hoffnung der Welt, in die Ordnung Gottes, in die ewige Neue Schöpfung hineingenommen zu werden.




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Mittwoch, 9. Juli 2014

Von heutigen Furchtbarkeiten

Es hat etwas Tragisches, aber noch mehr: Furchtbares um das, womit man heute immer häufiger meint - in Wien sind nicht einmal mehr die Hälfte aller Einwohner getauft, und der Prozentsatz bei Neugeborenen geht auf die 10 Prozent zu - die Taufe zu ersetzen. Denn das unbewußte Wollen und Suchen nach Riten, nach Inititationen, ist dem Menschen untrennbar eigen. Denn der Mensch gründet sich selbst im Kult. Sein ganzes Leben ist alleine als Emanation der Grundbewegung des Lebens selbst verstehbar.

Eine dieser Formen nennt sich "Willkommensfeier". Sie ist in Deutschland bereits verbreiteter als in Österreich, aber auch hier im Kommen. Das Tragische daran ist, daß darin das Kind auf die menschliche Umgebung alleine zugewiesen wird. Und das ist auch das Furchtbare daran. Denn was bleibt dann noch am Menschen?

Selbst in tiefsten Heidenzeiten wurde (und wird) aus natürlichem Verständnis heraus jeder Neugeborene Gott oder den Göttern überantwortet. (Der Heldenkult als Kult von Quasi-Göttern hängst ja direkt damit zusammen.) Was sich im Sakrament noch einmal - und zwar: zur Realität, nicht nur zur "Meinung" - vertieft hat. 

Und das drückt sich ja nicht zuletzt in der Namensgebung aus, denn im Namen wird der Mensch den geistigen Dynamismen überschrieben, die in diesem Namen zum Ausdruck kamen, die man deshalb kennt. Es ist also der Name, aus dem heraus sich ein Mensch entwickelt, und auf den zu er sich entwickeln soll, um das bereits Bekannte weiter zu bereichern. 

Der Name also drückt die geistige und religiöse Haltung der Menschen aus, und darin ihre Haltung zur Welt. Er ist zeitlebens der innerste Anspruch. Leben kann als "sich einen Namen machen" bezeichnet werden, denn durch das Leben wird der Name mit Bezügen, mit Inhalten gefüllt und damit zur Dynamis, die einem Menschen sehr wohl vorausgeht. Die Namensgebung ist also direkt mit dem Religiösen nicht nur verbunden, sondern der erste Akt des Menschen (vgl. die Genesis) der Welt gegenüber. Und weil verstehen, und damit Sprache (Vorsicht - das ist nicht dasselbe wie "Erkennen"), das Beziehen eines Begriffes auf einen anderen ist, führt sich alles Verstehen und alle Sprache auf Namen, und alle Namen auf einen zurück - den des Seins selbst. Die Welt als Zueinander von Dingen ist also auf einen Namen gegründet ...

In einer Willkommensfeier wird aber das Religiöse - als verantwortlicher Bezug auf das Transzendente - bewußt eliminiert. Der solcherart "Empfangene" wird dem rein Innerweltlichen übergeben. Was sich darin also ausdrückt ist nicht Heidentum, denn kein Heide ist und war je a-religiös. Das so zu umschreiben ist schönfärberisch und unwahrhaftig.

Es zeigt die Furchtbarkeit des Nihilismus. Und sein Ritus entstammt dem Akt der Verzweiflung, dem Innerweltlichen doch Seinstiefe, die durch hervorzubringende, voluntaristische emotionale "Tiefe" überdeckt wird,  die zum Inhalt erklärt wird, abtrotzen zu wollen.




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Sonntag, 14. August 2011

Alles wird neu

Die Idee, daß die Dinge ganz real neu geboren werden, wenn man sie in Wasser taucht, ist eine uralte Menschheitsahnung, die Fortführung des Waschens, als Purifizierung der Dinge. Sie werden gereinigt, um befreit von irdischer Unvollkommenheit zu neuem, eigentlicherem Sein aufzustehen.


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