Treibgut - Wo am breiten Strome die Ufer stehen, sind Schwarzerlensamen aufgegangen, und schäumen als saftige Büsche die Ränder der großen Lethe, die alles ins Dunkele Meer trägt; ihre weichen Äste, die noch nicht ahnen lassen, welcher später als kahler Stamm reife Blätter hoch in der Sonne wiegen wird, tauchen in die Wasser, wie Kinderhände. Dann und wann greifen sie, denen alles noch ernstes Spiel ist, nach Treibgut. Oder es bleibt hängen, lädt zum Tanze, haucht im Kusse Lebwohl
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Montag, 30. Mai 2022
Wir tauchen im 5. Jahrhundert in den See ... (1)
Donnerstag, 4. Februar 2021
Irgendwann ist einfach Schluß (2)
Wir bringen hier nun noch einmal den zweiten Teil. Für die, denen der Lesestoff gestern doch zu umfangreich war, die aber - und das tun so manche Leser, wie der VdZ weiß, ihnen sei einmal mehr für ihre Treue und ihren Durchbeißwillen gedankt - im Gleichschritt mitgehen wollen.
Teil 2) Drum frisch und los. Leben wir doch endlich und einfach wieder!
Nehmen wir es deshalb etwas lockerer. Machen wir uns bewußt, daß wir nicht auf Erden sind, weil wir hier eine sooo wichtige Aufgabe haben, daß wir am besten ewig leben sollten. Und jeder Tod ein Fehler im System ist, ein Leck im Apparat, der zu vermeiden wäre, WENN wir denn dies und wenn wir denn dort und wenn wir denn das.
Wir werden sterben. Ob mit oder ohne Corona. Deshalb reicht es, wenn wir ein bissel aufpassen, wie wir es ja immer gemacht haben, wenn jemand krank war, und mehr noch wenn dessen Krankheit zum Tode ansteckend war. Angeblich oder wirklich. Und wenn nicht ... kein Malheur. Allen Ernstes. Es ist kein Malheur, den Löffel abzugeben. Es ist normal, und es ist das Schicksal JEDES Menschen. Auch unser unentrinnbares Schicksal damit. Also sollten wir doch ein bissel darüber lachen, sarkastisch, ironisch, denn klar, freuen kann man sich nicht darüber, aber wie sagte doch ein Weiser einmal? Tausend Rosen. Und frisch ans Werk, kräftig in die Hände gespuckt, und wenn es denn sein soll, dann eben ... kräftig gestorben. Denn wir wissen, daß es nicht um dieses begrenzte irdische Leben geht, dieses vallis lacrimosa, dieses Tal der Tränen, sondern darum, daß wir nach dem Tod, wenn wir denn zu Lebgezeiten, wo wir noch den Leib haben, also ganze Menschen sind, bei Christus sein wollten, durch Jesus Christus zu einem neuen Leben auferweckt werden. Und dann, dann geht es so richtig los, dann wackelt die Bude sozusagen. Dann haben wir jene Freude, die wir verloren haben, wieder. Ist das nicht ein Grund, sich zu freuen?
Oder wäre das nicht ein Grund, sich vom Tod weg Christus zuzuwenden? Das ist es doch! Das ist es, warum wir Corona nicht so richtig wollen, daß wir uns lieber zu Tode fürchten, als daran zu sterben. Und das ist ein Grund, warum wir von der Politik etwas verlangen, das sie nicht leisten kann.
Weshalb wir diesen Herrschaften "da oben" sagen sollten: Schon gut. Während wir sie vom Podium führen, unseren Arm um ihre Schultern legen und aus dem Saal begleiten, während sie noch immer reden und reden und reden, was der Tag lang ist, und nach links und rechts wie Irre bellen "Wir schaffen das!", und "Ich kann Euch retten" oder "Ich kann uns bewahren!" "Jaja, schon gut," sagen wir dann, und "Ist eh gut, ja, eh, wir glauben Dir das ja auch" ... während wir mit ihnen rausgehen.
Nichts können sie. Deshalb sollten wir dann, wenn wir sie draußen der Schwester übergeben haben, sie ihnen weiter gut zuredet und sie nach draußen zum Krankenauto geleitet, in den Saal zurück und aufs Podium gehen. Dann mal aufs Mikro klopfen, drauf pusten, ja, es ist eingeschaltet, und dann sollten wir folgende Rede halten. Wir sollten sagen: "Werte Herrschaften, ich möchte was sagen. Ich möchte Euch sagen, daß hinten ein Buffet ist, das wir später konsumieren können, daß im Saal B ein Bingo läuft, wer also möchte ... und daß wir sonst hier abstimmen, wie es mit der Treppe im Foyer weitergehen soll, mit dem Schuppen der Feuerwehr, und wer nun diese Straße saniert, die zum Gemeindezentrum führt, denn das ist ja wirklich kein Zustand ..." Und langsam fassen sich alle wieder, und allmählich fokussieren sie sich wieder auf das, was sie hier tun sollen und müssen - arbeiten, feiern, trauern, Musik hören oder Punzen schlagen, einfach LEBEN. Es gibt eine Menge zu tun.
Und, so nebenbei, schon vergessen? Leutel, es ist noch zwei Wochen - aber NUR noch zwei Wochen - Fasching!
Mittwoch, 3. Februar 2021
Irgendwann ist einfach Schluß (1)
Krankheit, und zwar jede Krankheit, zielt auf Tod ab, das sollten wir nicht vergessen, auch wenn wir es meist schon vergessen haben. Das hat uns die Medizin eingeredet, das hat uns ein Apparat eingeredet, der glatt so tut, als wäre die Krankheit letztlich vermeidbar und der Tod ein Betriebsunfall.
Leben ist ein actu, also ein Tätiges. Wir sagen ja "wir leben", und zwar in allen Sprachen der Welt, wir sagen nicht "wir werden gelebt." Aber darin verfehlen wir uns. Zwangsläufig, und zwar durch die Erbsünde. Wir haben durch sie so viele Neigungen zu Fehlern, daß wir in keinem Fall den Fehlern davonlaufen können. Sie sind immer schneller als wir, sie sind immer zahlreicher, als wir übersehen können. Denn sie sind eine Gesamtneigung, während wir immer nur Einzeldinge bekämpfen können. Und in der Erbsünde ist unser Insgesamt, unsere Gesamtrichtung abweichend und in Richtung Tod eingestellt geworden. Die Erbsünde Adams und Evas war eine Grundsatzentscheidung, in der die Ausrichtung unseres Daseins auf Tod zuging.
Unsere Stammeltern, diese ersten Menschen, von denen alle weiteren abstammen, haben sich in ihrem Entschluß, Gott nicht zu gehorchen, dazu entschlossen, das Leben selbst in die Hand zu nehmen. Sie haben sich dazu entschlossen, selbst jene Herren zu sein, denen sie alles verdanken. Das war ein Fehler. Ein sachlicher Fehler, zu dem sie der Teufel überredet hatte. Es war ein schwerer Fehler, ein Irrtum, und sie sind augenblicklich darauf gekommen. Als Gott sie rief, waren sie sich dessen unbewußt bewußt, sie verbargen sich vor der Wahrheit, dem Sein selbst, von dem alles Sein abstammt. Sie schämten sich.
Weil wir innerweltlich, irdisch, leiblich von Menschen abstammen, also zweitursächlich (nach Gott, dem alles sein Sein verdankt) haben wir das von diesen Eltern auch übertragen bekommen. Neben unserem Sein, das seinen Sinn darin hat, in größter geschenkhafter Freude zu leben weil an Gottes Freude, die er am Spiel der Schöpfung hat, teilzuhaben. Und in dieser Freude, zu der wir berufen weil in die Welt gerufen sind, haben wir aber gewahr zu sein, daß wir diese wirkliche Freude erst NACH diesem Leben erfahren werden. Warum? Weil durch Adam und Eva der Tod in die Welt gekommen ist.
Aber Gott selbst hat uns durch seinen eigenen Sohn Jesus Christus davon erlöst, und uns - nach dem Tod - wieder in ein neues Leben hinein auferstehen lassen. DANN werden wir diese Freude erfahren, und sie ist wirklich gewaltig, der Leser möge es glauben, dem VdZ war als Gnade beschieden, davon ein bißchen kosten zu dürfen. Sie war so groß, daß er seither niemals etwas anderes hätte wollen wollen, als diese Freude wieder zu erfahren, in der sein ganzer Körper verwandelt, völlig verändert war. Wenn wir in der Taufe Mitglieder der Kirche geworden sind, werden wir daran teilnehmen können. Anders nicht. Zumindest wäre es vermessen das zu erhoffen, weil sonst ja das Leiden und Sterben Gottes selbst unnötig gewesen wäre, der Leser möge sich das einmal vorstellen!
Was er sich aber vielleicht nicht mehr so vorstellen kann ist, daß wir sterben müssen. Alle. Und daß wir immer eine Krankheit haben werden, an der wir sterben. Und sei es, daß wir "an Altersschwäche" sterben, also einfach so müde werden, sterbensmüde, buchstäblich, daß wir "hinübergehen", also unsere Seele den Leib losläßt, der daraufhin zu Staub wird. Während die Seele auf den Jüngsten Tag wartet, wo sie, ihrer Form, ihrer Forma nach, wieder zu einem ganzen Menschen geschaffen wird. In der Auferstehung am Jüngsten Tag, wie so viele Propheten verkündet haben. Und woran wir glauben dürfen, weil Gott selbst es uns erzählt hat. Und der muß es ja wissen.
Wir können es uns deshalb nicht so gut vorstellen, weil der Tod - ganz anders als etwa im Barock oder im Mittelalter - durch die Technik, vor allem aber durch die Art wie wir leben so weitgehend und scheinbar aus dem Blick geraten ist, verdrängt wurde, daß wir über lange Strecken unseres Leben, als Grundhaltung sogar, den Tod vergessen haben. In Corona (und das ist das Neue an dieser "Pandemie") hat der Tod sich aber wieder ins Sichtbare gemeldet. Nicht daß er nun plötzlich da ist! So tun wir aber! Sondern er war ohnehin immer da, nun sehen wir ihn aber wieder mehr. Und das ist uns peinlich. Es erinnert an unsere Grundschuld, und es erinnert daran, daß wir immer etwas und genug falsch machen, sodaß wir sterben werden. Mit dreißig, mit fünfzig, mit achtzig oder neunzig Jahren, irgendwann. Irgendwann ist einfach Schluß. Auch für uns. Auch für unsere Kinder, die so prächtig und vor Kraft strotzend leben. Auch für uns, die wir mit dem Alter ein Wehwehchen nach dem anderen, eine Schwäche nach der anderen, schließlich ein Konzert von Schwächen erleben müssen, das uns irgendwann das Leben kosten wird.
Keine Diät, keine noch so "gesunde Lebensweise" wird das verhindern können. Irgendwann ist Schluß. Auch für uns. Uns alle. Und daran erinnert uns Corona wieder. Aber wir sind das nicht gewöhnt. Wir wollen das nicht. Also glauben die Politiker allen Ernstes, sie tun uns einen Gefallen, wenn sie so tun, als wäre das etwas Unnötiges, Überflüssiges, von dem SIE uns bewahren können. Deshalb sehen sie sich ermächtigt, uns dermaßen zu karniefeln, daß uns jede Lebensfreude erstirbt. Nicht nur das, daß wir in so Dingen wie Lockdowns zwar irgendwie vegetieren dürfen, aber NICHT leben. Denn das ist tödlich.
Aber, werter Leser, sei er sich so wie der VdZ bewußt: Wir werden sterben. Auch unser Leben wird enden. IN jedem Fall. Ob morgen. Ob in fünf Jahren. Ob in zwanzig oder fünfzig Jahren. Irgendwann ist Schluß. Legen wir deshalb unsere Zitronenmine wieder ab, legen wir deshalb dieses Betroffenheitsgetue ab, das uns besonders von dieser Regierung angeboten wird, die so tut, als sei sie dann "verantwortungsbewußt", wenn ihr Gesicht auf "tragisch" gepolt wirkt. Ach was sind das doch für Heuchler. Oder, noch schlimmer, wie dumm sind die doch, weil sie das vielleicht wirklich gar nicht wissen. Sondern auch noch glauben, daß ihre Aufgabe es sei, den Tod aus dem Leben zu werfen.
(Wir bringen nun auch die zweite Hälfte des Artikels, für die, denen es nun "reicht", und die sich das Lesevergnügen auf morgen aufheben wollen.)
Morgen Teil 2) Drum frisch und los. Leben wir doch endlich und einfach wieder!
Sonntag, 16. August 2020
Denn der Vater sieht nur das Glied des Hauses (2)
Entspricht es nicht jedermanns Erfahrung, daß keine Tat Sinn hat, wenn sie nicht innerhalb der Realität der Welt steht? Diese Realität ist aber viel umfassender, als wir oft meinen. Zumal sie innerhalb der Realität Gottes als allumfassender Realität steht.Das ist der Maßstab für Wahrheit, die niemals in Widerspruch zur Welt stehen kann. Wo das der Fall zu sein scheint kann es also nur an uns liegen, an unserem Irrtum, der im Grunde aber immer in einer Sünde seinen Grund hat. Weil die Wahrheit personal ist, hängt die Teilhabe an ihr von einer persönlichen Beziehung ab.
Jesus sagt: Ich BIN der Weg, die Wahrheit und das Leben! Es geht also um ein persönliches Verhältnis, um eine Beziehung zur Wahrheit, und das heißt zu Jesus.
So wie wir zu jedem Mitmenschen eine Beziehung haben, und erst durch bestimmte Akte der Liebe, Wahrheit und Sündenlosigkeit objektiv real wird. (Das Beste daran: JEDE Art der Stellung zu jemandem oder etwas IST die Realisierung einer Beziehung. Nicht einmal die Ignoranz kann das verändern, und ist ein Akt, der das Begegnende, Ignorierte von beiden Seiten betrifft. So wie der Fisch im Wasser, ist der Mensch in das Wasser der Beziehung getaucht, die Welt, die Schöpfung.)
Deshalb muß sich auch jeder Mensch entscheiden, wie er sich zu Gott und Christus Jesus stellt. Und nur innerhalb dieser Beziehung zu ihm kann er wirklichen Zugang zu ihm finden. So ist die Stellung des Menschen zu Gott immer "entschieden", also einer Entscheidung zuzuschreiben: Ob in ihm sein zu wollen, oder nicht. Der, noch einmal, die innere Grammatik der Schöpfung vorgibt, deren dynamischer pneumos (Atem) und logos ist (Sinn, Wort, Wahrheitsstruktur, Grammatik, "auf-zu"-Dynamik ...). Weil jedes Werk von seinem Hervorbringer zeugt, dessen Eigenschaften und Wesen erkennbar macht.
Wer sich deshalb gegen ihn entscheidet, nein, wer sich NICHT FÜR IHN entscheidet, wer sich entscheidet nicht in Gottes zweiter Person Christus Jesus sein zu wollen, diesem logos der Welt, steht außerhalb des göttlichen logos und außerhalb der Welt und Schöpfung. Er wird deshalb VON GOTT GAR NICHT GESEHEN, er existiert nicht vor Gott.
Das Feuer, von dem Jesus ausdrücklich und nicht selten spricht, ist deshalb kein Feuer, das Gott "macht" oder dem Gottfernen zufügt, sondern es ist die Qual desjenigen, der außerhalb der Schöpfung steht. Die nur IN Gott Bestand hat und seiend sein kann. Die Hölle ist somit das Sein im Nichtsein. An Gottes Gnade und innerer Qualität sozusagen kann nur teilhaben, wer zu seinem Hause gehört.
**Wobei nicht unerwähnt bleiben soll, daß die Taufe sogar von Ungetauften vollzogen werden kann. Ihre einzige Bedingung ist einerseits der Wille (ob selbst oder durch Paten ausgedrückt ist unwesentlich), zur Kirche als dem Volk Gottes zu gehören, und anderseits der objektive Vollzug durch Wasser und die Formel "Ich taufe Dich auf die Dreifaltigkeit IM NAMEN von Vater, Sohn und Heiligem Geist.
Der Mensch kann und darf bei der Taufe also ANSTELLE VON GOTT SELBST (in seinem Namen!) handeln und reden. Ein Akt, den aber hier eben der Mensch setzt, den freilich Gott erst vollendet, durch seine Gnade. Das kann der Mensch, weil er "nach seinem Ebenbild", nach dem Ebenbild Gottes gemacht ist. Der Taufende handelt also bis an die Grenze des überhaupt dem Menschen Möglichen.
Die Tatsache (der Ebenbildlichkeit) ist, es sei hier einmal mehr gesagt, von so immenser Bedeutung, daß sie nicht oft genug betont werden kann. Denn sie ist ein Schlüssel zum gesamten Glaubens- und Heilsgebäude.
²Die deutsche Sprache kennt (etwa im Gegensatz zum Englischen, innerhalb dessen solche Themen zu disputieren fast unmöglich sind) sehr feine begriffliche Unterschiede. Deshalb wollen wir hier ganz kursorisch definieren: Realität ist die weltzugewandte, geschichtlich werdende Seite der wirklichen Wirklichkeit, in der sie steht. (Insofern kann Realität von der Wirklichkeit abweichen, weil diese nur graduell erfüllen.) Um selbst wiederum in der Wirklichkeit zu stehen. Also, vereinfacht gesagt: Jesu Menschwerdung ist Realität, als Wollen (wirkliche Wirklichkeit, also die weltzugewandte Dynamik des Wirklichen) des Vaters (des Ideengebers, des Wissens selbst, damit des Innersten der Wirklichkeit), und alles das steht in der Wirklichkeit, aber auch der wirklichen Wirklichkeit (in der Schöpfung Realität geworden) der Dreifaltigkeit.
Samstag, 15. August 2020
Denn der Vater sieht nur das Glied des Hauses (1)
Die Taufe als realer Vollzug der Zugehörigkeit.
Die Wahrheit ist in ihrem Kern deshalb heute vielen so schwer verdaulich, weil sie einem der neuen Verhaltensparadigmen widerspricht, nämlich dem der Sentimentalität als Kriterium von gut und böse.Gott sieht nur den Menschen, der in Christus lebt und ist. Indem er mit ihm Gemeinschaft hat, in das Leben der Dreifaltigkeit hineingenommen (genommen, nicht "getreten"; Gnade, nicht Eigenmacht) ist, und deshalb in Gott ist. Alle übrige Menschheit sieht Gott gar nicht. Sie wird deshalb am Jüngsten Tag ausgerissen und ins Feuer geworfen.
Und es gibt nur eine Stelle in der Heiligen Schrift, die man als letzte Hoffnung ansehen könnte, das ist jener Verweis aus Jesu Mund, daß "für Gott nichts unmöglich" ist.
Der Weg zur Erlösung ist objektiv. Er ist ein objektives und sehr reales Geschehen als Merkmal und Bezeichnung an BESTIMMTEN Menschen, die von Gott dazu auserwählt wurden. Durch die Kirche, die die Taufe vollzieht** und dadurch den bestimmten Menschen Gottes Volk zugesellt.
Wir haben keinen Anlaß zu meinen oder zu glauben, daß es auch anders sein könnte. Daß es einen Weg zu Gott und in die Seligkeit des Himmels gäbe, der außerhalb des Leibes Christi - der Kirche! - real würde. Es gibt auch keinen Weg "durch gute Taten". Und es gibt keinen Weg, weil jemand "das gleiche tut wie ein Getaufter", nur eben nicht getauft ist. Auch diese Stellen in der Heiligen Schrift sollte man da nicht übersehen, in denen Jesus darauf hinweist, daß am Jüngsten Tag zwei scheinbar das gleiche tun, am gleichen Ort sind, aber nur einer in die Erlösung hineingenommen weil gerufen ist.
"Wir haben gelebt wie Du!" Gehandelt, geliebt, gearbeitet, gefeiert und gelebt. Und sind nun doch nicht erlöst?Auf die Tat selbst, auf die Tat an sich kommt es eben nicht an. Der Katholizismus ist also einerseits sehr einfach, so einfach, daß er zu gewisser Nachlässigkeit verführen könnte. Denn er ist anderseits so real, so objektiv wirklich, wie wir es heute gar nicht mehr gewöhnt sind. In einer Zeit, in der wir nur noch am Bildschirm leben, und die jederzeitige Änderung eines Geschehens erfahren, das volatil ist.
Morgen Teil 2) Gottes Weg mit der Schöpfung ist real.
Montag, 20. Juni 2016
Und sind nicht unsere Brüder (2)
Und DESHALB kann die Kirche auch niemals davon sprechen, daß Zugehörige zu den sogenannten Religionen (im übrigen: ein höchst schwammiger Begriff, weil es keine "Weltreligion" gibt, sieht man von der Kirche und weitgehend vom Judentum ab, die ein einheitliches, eindeutiges Lehrgebäude hätte, was auch gar nicht anders sein kann, weil ihr das Personalprinzip des Heiles fehlt; als Imitat haben das lustigerweise sogar noch eher sogenannte Sekten oder sogenannte "absolute Gottesstaaten/Theokratien" mit Herrscher=Gott nachgebildet, ohne daß es freilich heilswirksam würde, was Sekten besonders tragisch macht, weil sie genau mit dem was sie tun das, was sie anstreben, vollständig verfehlen) ... daß also Zugehörige zu den sogenannten Religionen auch "Brüder" im eigentlichen Sinne seien, die den Getauften gar gleichstünden.
Auch wenn wir Menschen niemals in jedes Menschenherz sehen können, können wir genauso wenig sagen, daß Ungetaufte diese Begierde- oder irgendwelcher Heilszugehörigkeit haben. Weil wir sonst ja zumindest die reale Erlösung in Jesus Christus zum bloßen Freizeit vergnügen Gottes erklären würden, wo Gott sich selbst opferte, das gar nicht notwendig gewesen wäre. Vielmehr müssen wir also daran festhalten, selbst wenn wir es zu wenig verstehen (und wir verstehen immer zu wenig, wir sind eben nur Menschen, nicht Gott, diesem ja nur ähnlich, aber auf anderer, nicht-absoluter Ebene), daß das NICHT der Fall ist, und es gibt auch keinen Hinweis darauf, daß wir anderes annehmen sollten.
Mit dem Hinweis, daß prinzipiell ja Jesus Christus "für alle" Menschen gestorben WÄRE. Aber das ist gefährlich und irreführend, weil es fast notwendig zu der Annahme führen muß, daß nicht nur die Kirche, sondern überhaupt alles nicht notwendig wäre, um in den Himmel zu kommen, weil es sowieso passiert. Und es gibt in dieser Hinsicht auch wirkliche Fehlentwicklungen in der Theologie, bei denen sich leider auch ein Theologe vom Format eines Karl Rahner nicht gerade mit Ruhm bekleckert hat, der wie viele andere gerade heute den entscheidenden Punkt (aus dem Schlüsselbegriff "Stellvertretung" heraus, Karl Menke zeigt das recht gut) nicht mehr findet. Es kann deshalb gar nicth verwundern, wenn sich unter Priestern, die bereits nur noch in dieser erneuerten (neuen?) Liturgie seit 1970 ordinieren, hier tatsächlich erhöhte Neigung zu einer theologischen Unexaktheit und Begriffsverwirrung zeigen. Lex orandi - lex credendi! Man glaubt, was man betet. Übrigens gehört auch der jetzige Papst zu dieser Gruppe, und prompt ...
**Literaturtip dazu: Abbé Bremonds Buch über Poesie
Sonntag, 19. Juni 2016
Und sind nicht unsere Brüder (1)
Daraus, weil nur Getaufte bereits auf Erden zumindest potentiell die Kirche, das Neue Jerusalem, die vollkommene Neue Schöpfung repräsentieren, nein, mehr noch: gegenwärtig stellen, das Ewige in die vergängliche Zeit stellen, kraft der Sakramentalität, ergibt sich auch für die Gemeinschaft der Getauften eine völlig andere irdische Schicksalsgestaltung als für Nicht-Getaufte. In ihnen pulst eine Einheitlichkeit, eine Organizität, ein Auftrag in der Welt, eine Gestalt, ein ganz reales "einer für alle - alle für einen" (als wären alle auch ein Leib, wo im Finger auch der Kopf oder die Leber erkennbar ist, wenn sich beide auch elementar unterscheiden), die im Verhältnis den anderen, den Nicht-Getauften einfach fehlt. Deshalb ist das, was den Gliedern getan ist, immer auch dem Ganzen und zuallererst Jesus Christus, dem alles durchformenden Haupt und Lebensprinzip getan. Diesem Leib sind sogar Verheißungen zugesprochen, die nur ihm gelten, weil in der Kirche auch Christus selbst berührt wird, der mit der Kirche vermählt ist wie der Hans seiner Monika in der Ehe.*
Einen Nicht-Getauften berührt so ein Virus zwar auch, als irdisches "Menschheitsglied", aber völlig anders und niedrigstufiger. Die Hongkong-Grippe erfaßte 1919 die ganze Welt, die ganze Menschheit als Menschheit. Aber für jeden Getauften und darin Gläubigen war sie von völlig anderer Qualität. Ihr Problem lag NICHT zuerst oder allein in der Bewältigung der Grippe. Die Schöpfung ist, um es überhaupt auf die Spitze zu treiben, letztlich AUF DIE GETAUFTEN ALLEINE ausgerichtet. Nur in ihnen, nur in der Kriche liegt die Hoffnung der Welt, in die Ordnung Gottes, in die ewige Neue Schöpfung hineingenommen zu werden.