Wer heidnische Völker aber kennt, weiß, welche Rolle die Botschaften der Götter für sie spielten. Nichts haben die Römer und Griechen unternommen (und sie sind nur angeführt, weil wir von ihnen so viele Schriftzeugnisse haben, daß wir ihre gesamte Kultur so gut rekonstruieren können, daß wir darüber diskutieren, ob Caesar am Morgen seines Todestages Rühreier mit Speck an Olivenparfait oder gekochten Schinken à la Gallia brut aß, und warum, die zahlreichen Schriften widersprechen sich nämlich) ohne die Götter nach ihrem Willen zu befragen, nichts ohne von ihnen zu erfragen, was zu tun sei.
Treibgut - Wo am breiten Strome die Ufer stehen, sind Schwarzerlensamen aufgegangen, und schäumen als saftige Büsche die Ränder der großen Lethe, die alles ins Dunkele Meer trägt; ihre weichen Äste, die noch nicht ahnen lassen, welcher später als kahler Stamm reife Blätter hoch in der Sonne wiegen wird, tauchen in die Wasser, wie Kinderhände. Dann und wann greifen sie, denen alles noch ernstes Spiel ist, nach Treibgut. Oder es bleibt hängen, lädt zum Tanze, haucht im Kusse Lebwohl
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Dienstag, 2. November 2021
Als die Götter stumm waren (2)
Montag, 1. November 2021
Als die Götter stumm waren (1)
Die Geschichte seiner Eroberung Mexicos ist allseits bekannt, nehme ich an, sodaß ich sie nur kurz zusammenfasse: Verbündung mit dem Volk der Tlaxcala, Marsch (aber nur seiner Spanier) auf Mexico (Stadt), damals noch eine Insel. Unterwegs teilt er seine Männer, die eine Hälfte schickt er zurück, um gegen die vom Gouverneur entsandte "Korrektionsarmee" zu kämpfen. Die andere Hälfte steht in Mexico bald einer so gewaltigen und aggressionsbereiten Übermacht an Azteken-Soldaten gegenüber, daß sie sich zurückzieht und einbunkert.
Gegen jede Erwartung versuchen sie den Genietrick, und tatsächlich: Es gelingt ihnen, den "Kaiser" der Azteken, den prächtig-mächtigen Montezuma zu bewegen, zu Verhandlungen in ihre Festung zu kommen. Wo sie ihn natürlich sofort gefangensetzen und als Geisel halten. Dennoch greifen die Azteken nicht an. Erst als Montezuma auf bis heute nicht geklärte Weise umgebracht wird (wahrscheinlich im Getümmel erstochen) bricht der Sturm los.
Mittwoch, 5. Dezember 2018
Wie denn Katholiken noch leben können
Ein "Leben, das katholisch ist" und über den Kult zur Kultur wird, deshalb lokal verwurzelt sein muß. Nicht ein universalistisches "katholisches Leben". Kirche ist keine Gesellschaft. Sie ist eine Gemeinschaft.
Auf die Frage, ob sich die gegenwärtig sehr bemüht initiierte Gentrifizierung der Altstädte nicht bestens eignen würde, solche Gemeinschaften und Räume aufzubauen, antwortet Jones verneinend. Gerade diese Gebiete sind oft die Domäne von Linken und Homosexuellen, und werden auch von den Stadtverwaltungen ("Stadterneuerung") entsprechend forciert. In ihnen aber steht ein sehr aggressives Potential solchen Lebensversuchen direkt entgegen. Obwohl man sich vor ihnen nicht fürchten sollte. Denn auch das ist oft zu beobachten: Daß Katholiken diesen Strömungen gegenüber stark zurückweichen, und damit viel Terrain kampflos hergeben.
Jones wird hier gefragt, was nun er von diesem Mann halte. Und er bringt es sofort auf den Punkt: Mel Gibson ist ein Schauspieler. Schauspieler sind aber ein Vakuum. Sie brauchen ständig eine Rolle. Und in diesem Vakuum kämpft Gibson gegen den Einfluß seines etwas starrsinnigen Vaters (den Jones, wie er sagt, ganz gut kennt; Mel sei er aber noch nie begegnet), der sich einer schismatischen Gruppe (wie man hört: Sedisvakantisten) angeschlossen hat, und zu allem und jedem eine vorgefaßte Meinung hat, von der ihn niemand abbringen kann. Gibson geht einen anderen Weg, kämpft aber mit seinen Unbeherrschtheiten und Leidenschaften. Das tun wir zwar alle, aber Gibson hat niemanden, der ihm inneren Halt gäbe. Ihm fehlt deshalb Vernunft, ihm fehlt der die Vernunft tragende logos. Der erst kann auch in diesem Vakuum Halt - also eine Rolle im Leben - geben.