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Donnerstag, 4. März 2021

Die pervertierte Revolution (3)

Teil 3) Dieser Scheinkampf ist nicht unser Kampf.
Der ein Kampf um die Ordnung des Seins ist.
Und deshalb nur auf der Liebe und damit Wahrheit beruhen kann


Wir beobachten in all diesem weltweiten Oberflächengetöse, das uns Tag für Tag die Ohren volljammert, den Kampf der einen Gewalttäter gegen die anderen Gewalttäter. Wir haben das scheinbare Ringen zweier nur scheinbar entgegengesetzter Kräfte vor Augen, denen es jeweils nur um die Vormacht über den anderen geht. Deren Ziel aber vollkommen identisch ist: Die Vernichtung der Welt. 

Gruppen stehen sich da gegenüber, die beide auf nur je andere Art die Okkupation der ontischen Strukturen einer Gesellschaft anstreben. Um dann ... dieselben Ziele zu verfolgen.

QR Tucker Carlson

In diesem Scheinkampf, der uns manchmal den Atem raubt und den im erreichbaren Video auch Tucker Carlson auf Fox News so "brillant" vorexerziert, kommt der wirkliche, der eigentliche Kampf des Menschen völlig unter die Räder. Der ein Kampf des Seins, Gottes also, gegen jene Mächte ist, die das Sein, Gott also, verdunkeln und aus der Welt hinausdrängen wollen. Mit der unausweichlichen Folge, daß alles ins Nichts fällt, also der Zerstörung anheimfällt. Was immer sich gegen Gott wendet (wie immer man das nennen will: Laster, Sünde, Irrtum, Bösartigkeit, Schwäche ...), wendet sich in die eigene Nichtung. 

Es geht um alles oder nichts, buchstäblich. Hier gibt es deshalb auch keine Nützlichkeiten und strategischen Bündnisse, dies ist nur eine der (historisch leider so häufigen) fatalen Fehleinschätzungen der Katholiken. Und nur sie sind das Medikament, das den Zerfall der Welt verlangsamen mag. Einzig zu dem Zweck, den Kindern, den anderen den Zugang zum Heil wenigstens nicht noch weiter zu erschweren, wenn nicht gar zu erleichtern (wie es im hohen Mittelalter noch der Fall war.) 

Hier haben wir es mit dem Kampf Satans gegen Gott zu tun. Darum geht es Satan von Anfang an: Um die Nichtung der Schöpfung, die in Jesu Christus, noch mehr aber sogar in der sündelosen Frau, der Gottesmutter, die NUR Mensch ist, NICHT AUCH GOTT wie Jesus der Christus. Es ist diese Frau aber, in der die Welt ankert. Als Welt, deren Logos (als nur im Leben seiender Grund, als "auf das Wissen Gottes hin" bewegungshaftes Seiendsein) sich über den Heiligen Geist, den die Gottesmutter als in die innertrinitarische Wirklichkeit hineingenommen mitatmet, so sehr in die Gestalten jenes unendlich dichten Gewebes der Zueinandergefügtheit treibt, daß sogar Aristoteles mit dem Gedanken der Entelechie seine pure Freude hätte. Sie ist es sohin, die die Totalität des Weltseins (als die Schöpfung) mit Jesus dem Gottmenschen, den sie selbst geboren hat (und - wie jede Frau somit! womit wir bei der gewaltigen Stellung der Frau in der Schöpfung wären! nicht hierarchisch also, sondern ontisch! - gebären muß), erfüllt.

Worin liegt nun der Irrtum auch eines Tucker Carlson? Worin liegt der Irrtum so vieler "Rechter", die sich händeringend darum bemühen, als die "guteren Guten" gesehen zu werden? In der Empathie. Diese Linksheit dieser Rechten deckt die Gruppe der Menschen ab, die noch irgendwie irgendwo ein Herz haben. Aber zu wenig Verstand, zu wenig Mannsein, um denn doch den entscheidenden Schritt der Weltgebärung zu machen: Den zur Einsamkeit. Den zum Alleinsein, als dem eigentlichen Schritt ins innertrinitarische Leben, der wiederum ein Schritt des Sterbens ist. (Gewiß, komplex; aber nicht irrational, also prinzipiell der Vernunft nicht greifbar! Sondern nur noch im Staunen erfaßbar.)

Deshalb darf einem die Seite des Tucker Carlson meinetwegen sympathischer sein. Aber nie ohne sich dessen gewahr zu werden, daß uns auch von ihm eine riesige Kluft trennt. Die zu ignorieren nicht ein verbindendes Miteinandersein bedeuten würde, sondern die uns in den Abgrund fallen ließe, den zumindest einstweilen auch Carlson gewählt hat. Weil dort schon so viele liegen, daß man meinen könnte, man wäre nicht alleine, und könnte somit das Wesen des Menschseins - als soziales Wesen! - erfüllen. Wie verlockend es doch ist, diesen mit Zuckerwatte drapierten Irrtum einzunehmen. 

Aber unser Ich, werter Leser, er wird mir hier sicher zustimmen, nicht wahr?, dieses unser Ich wird in nur einem Du, und das ist das Du in Gott. Das Du des Mitmenschen, das Hineinsterben des Ich in dieses real und personal Begegnende, das in seinem Sein und Wesen Gottes Ebenbild ist, ist zwar der Pfad dorthin, aber auch nicht mehr. 

Das ist der Weg des Menschen. Es ist niemals der Weg der Revolte gegen die Ordnung, die im Sein liegt. Und ohne dieses Sein gibt es nur Schein, Lüge und Irrtum. Wenn man also als Katholik, als jemand, der "alles umfaßt", der sich also in keiner Ideologie jemals festlegt und instrumentalisiert, leben und ins ewige Leben hineinsterben will, kann es nur eine Revolte geben: Die gegen das Böse, den Irrtum, die Lüge. Als Begegnung mit Menschen kann es aber nur eingebettet in das erste und wichtigste Gebot - das der Liebe - sein. 

In der Liebe dann, in dieses Sein hineingeschweißt gewissermaßen, ist uns der letzthinnige Sieg sicher. Der aber erst in der nächsten Welt, der Neuschöpfung, Realität und Welt werden wird. So lange haben wir damit zu leben, daß der Nicht-Liebende uns innerweltlich betrachtet immer überlegen sein wird. Er hat die Gewalt, die wir uns verbieten, weil sie uns verboten ist, und er hat die List, die Tücke, die wir aus Liebe niemals über den Nächsten stülpen, auf daß er in die Irre gehe, und sich unseren Vorstellungsbildern füge. 

Weil jeder Mensch in seiner Freiheit dazu berufen ist, sich (in der Selbstüberschreitung, also im Paradox des Selbst-Todes, wie Jesus) den Bildern Gottes gemäß formen zulassen, die dieser in seinem unendlichen Wissen und Lieben aus seiner unendlichen Bibliothek hervorholt. Erst dann wird sie sichtbar, und erst dann zum Sinn der Welt - dem Lobpreis Gottes.


*270221*

Mittwoch, 3. März 2021

Die pervertierte Revolution (2)

Teil 2) Aber plötzlich halten wir inne. 
An dieser Kritik stimmt doch etwas nicht!


Und bei diesem Satz des streitbarsten amerikanischen Starmoderators im Stall von Fox-News wollen wir nun einem Herdentrieb zuneigenden Fluß der Worte innehalten. Denn mit dieser Aussage wird etwas definitiv: In welch hohem Ausmaß die "Rechte" selbst auf revolutionärem Anspruch aufruht. Wie sehr die altbekannten Forderungen der französischen Revolution Grundlage ihrer Kritik sind. Wie sehr die Rechte also zu weiten Teilen eine Camouflage ist, wie sehr die "Konservativen" bereits von Linken unterwandert sind. Wie sehr das kritische Potential ausgerechnet bei den "alternativen Medien" zwar "gegen die Mächtigen" steht, aber in Wirklichkeit die alte revolutionäre Kraft geblieben ist. Die eine Neuordnung der Gesellschaft fordert, die auf "Funktion", auf "Leistung" (=Nutzen nach bestimmten, einem Weltbild entsprechenden Kriterien) beruht. 

Nicht auf den zu heiligenden Ort, also auf Stand weil auf Sein, das nur Seiendes ist, soweit dieses sich auf das Sein selbst bezieht. Lebendig, aktiv, actu. 

Wie sehr sie stattdessen das Sein aus dem Aktuellen generieren will. Wie sehr deshalb die Forderungen der LGBT-Gruppen, sich die Identität selbst zu geben (was in sich eine Unmöglichkeit ist), in Wirklichkeit haargenau die Forderungen der wirklichen Linken aufgreifen, und doch nur eines: In Konsequenz die Forderung aus der Weltanschauung der Linken (die hier "rechts" auftreten) aufzunehmen und auf die Spitze zu treiben. Bis es halt dem besten Liberalen (=Linken) zu viel wird weil ihn stört. Dann ist Schluß mit Toleranz. Klar, die muß denn doch Grenzen haben, das leuchtet jedem ein. Obwohl sie doch (schreibt tatsächlich einer der Vorzeige-(weil Alibi)-Katholiken-Konservativen, Alexander Kissler) die Kultur des Abendlandes geradezu ausmacht, wenn nicht gegründet hat.

Wem die Evidenz nicht reicht, bitte. Dann nehmen wir es als strenges Indiz. Das müßte man also annehmen. Wenn man nicht - wie wir - wüßte, daß dieser Ansatz der Linken, und zwar der wirklichen Linken, und damit der der Liberalen sowieso eine glatte Lüge ist. Vor sich, vor der Welt. Die  nur den Zweck erfüllen soll, die bestehende, ontologisch begründete und begründbare Ordnung des Seins des Menschen (und hier erst kann man von "Gesellschaft" sprechen, weil sich darauf das Weltserin des Menschen als sozialem Wesen bezieht) auszuheben. Und deren Träger wehrlos zu machen. Durch ... Überraschung! ... wissenschaftlich autorisierten Anspruch. 

Und da hat ja der Sozialismus wirklich etwas vorzuweisen. Denn von allem Anfang an hat sich der Sozialismus, als den man diese Gedankengebäude pauschaliter bezeichnen kann, auf den lediglich durch die Aufklärung rationalistisch neu gedeuteten Begriff der "Wissenschaft" bezogen. Der sich seither auf die abstrakte Mathematik als ontologischem Vorrang des Denkens - siehe Descartes - bezieht.

Wir müssen aber, so gestrickt, die ganze Angelegenheit komplett neu denken. Denn wir erkennen plötzlich, daß die Sache viel komplizierter ist als behauptet. Wir erkennen mit einem Mal, daß sich mittlerweile auf der ganzen Welt NICHT hier die Guten und dort die Bösen, hier die Etablierten, die Eliten, dort die armen Unterdrückten gegenüberstehen. Das mag hier und dort zutreffen. Aber immer ist dieser einzige "echte" soziale Konflikt bereits okkupiert. Und zwar von ein- und derselben Destruktion. 

Die Wahl ist nicht Freiheit gegen Sozialismus. Die Wahl, die uns vorgemacht wird, ist ... immer nur Sozialismus. In diesem Echoraum kann der wirkliche Konflikt weggedrückt werden. Und, werter Leser, betrachte man doch die Sache nüchtern: Es gibt eine Grenze, die BEIDE vorgeblichen Kontrahenten absolut akzeptieren und sogar fordern. Die, das Transzendente als geschichtliche Größe draußen zu lassen. 

In Wahrheit streiten in den vorgeblichen Konflikten der Etablierten (Eliten) vs. Machtlosen also Kinder, die demselben Stall entstammen. Immer und in jedem Fall geht es somit darum, daß der, der den Köder schluckt (und das scheint die überwältigende Mehrheit der Menschen zu sein), und die Bedingungen dieser Auseinandersetzung glaubt, schon und sofort ein trojanisches Pferd verschluckt hat. An dem er krepiert. Weil aus dessen Bauch nachts die Krieger entschlüpfen, die seine Freiheit (=Offenheit für Wahrheit) erschlagen.  

Tucker Carlsons Forderungen sind deshalb nicht weniger radikal und wider das Wesen des Menschen als die von ihm kritisierte Seite, ja sie sind vielleicht sogar substantieller und damit gefährlicher, weil mehr in der Praxis verankert (und das Gesetz des Glaubens erwächst aus dem Gesetz des Betens, der Glaube wächst der Liturgie entsprechend, wie wir wissen): 

Carlson verlangt, daß augenblicks per Gesetz verordnet werden muß, daß die fünfzig anerkanntesten amerikanischen Universitäten keine Studenten mehr akzeptieren dürfen, die Eltern haben, welche selbst bereits akademische Titel tragen. Auf daß endlich und wirklich die "Besten" nach oben kommen. 

Herrschaften, geht es noch blöder, geht es noch (formt man das Urteil schonend) naiver?

Damit offenbart sich Carlsons Weltbild auf erschreckende Weise als anti-ständisch, als anti-identitär. Denn es ist das Elternhaus, das die Identität der Nachkommen bestimmt. Immer. Bei jedem. Tut es das nicht, haben die Deszendenten nicht eine Identität zur Auswahl, sondern einfach KEINE Identität. Die nur dem Haus, also dem Ort der Herkunft - Ursprung wie Ziel - entstammen kann. Was WÄRE denn sonst Identität? Wo ist dann auch der Unterschied zur LGBT-Gruppe, die Tucker Carlson zuvor so angewidert dekapitiert?

QR Tucker Carlson
Ist Carlsons Ruf nach Veränderung somit nicht der bloße Ruf nach den besseren Waffen im Kampf um die Vorherrschaft seiner Gruppe (wie immer die zusammengesetzt sein mag)? (Nebenbei: Wer soll ihm diesen Wunsch erfüllen? Eben. Die Gruppe, die seinen Worten nach stärker sein soll. Was sind wir nicht Demokraten!)
Als (der des Gegners idente!) Forderung, dem Gegner in diesem Ringen um Bestimmungskraft endlich die Waffen aus der Hand zu schlagen. 
Die in diesem Fall ganz eindeutig die selbstverständliche Stärke der wahren Seinsordnung ist.


Morgen Teil 3) Dieser Scheinkampf ist nicht unser Kampf. Der ein Kampf um die Ordnung des Seins ist. Und nur auf der Liebe und damit Wahrheit beruhen kann.


*270221*

Dienstag, 2. März 2021

Die pervertierte Revolution (1)

Die Revolution, die wir heute erleben, stellt eine absolute Innovation in der Reihe historischer Revolutionen dar. In allen diesen Erhebungen ging es stets um das Recht der Unterdrückten, der Arbeiter, der Sklaven, der Ausgebeuteten. Jede Revolution hat sich als Erhebung "von unten - gegen oben" verstanden.

HEUTE ist es genau umgekehrt. Heute haben wir es mit einer Revolution "von oben - gegen unten" zu tun. Heute haben wir es mit einer Revolution der Machthabenden gegen die Machtlosen zu tun! Es ist die Elite, die der Nicht-Elite die völlige Umwendung (per-vertere) ihres Lebens, ihrer Lebensvollzüge, ihrer Haltungen, ihrer Meinungen, ihrer Weltsichten und ihrer Lebensgestaltung vorschreiben will.

Die traditionelle, seit der französischen Revolution geltende Triade aus "Freiheit - Gleichheit - Brüderlichkeit" wurde dabei durch eine neue Losung ersetzt. Die da nun heißt "Diversity - Equity - Inclusion". Wobei das Wort "equity" NICHT die traditionelle Auffassung meint, die da in aller Unterschiedlichkeit von gleichen Rechten für alle spricht. Sondern die tatsächliche Gleichheit als Verzicht auf die individuelle Identität meint. Diese neue Trinitas meint den Verlust der Rechte auf Identität zugunsten einer willkürlich gesetzten, der Welt zu respektieren auferlegten (Nicht-)Identität als Verzicht auf Definition und festen Bezugsrahmen.

Was im übrigen das exakte Gegenteil von Identität - also Nicht-Identität - ist. Und sich auf das Selbstsein der Menschen genauso auswirkt: Als generelle Selbstschwäche bei gleichzeitiger Forderung nach Abschließung jeder Verbindlichkeit der konkreten Mitwelt gegenüber (die durch Abstrakta ersetzt wird: "Die" Umwelt, "die" Erde, "die" Gesellschaft, "die" Pandemie, usw. usf.), als Immunschwäche in allen Formen.

Daß dabei sogar die unmittelbarste Identität, die des Geschlechtlichen, unter die Räder kommt, belegt eine aktuelle Untersuchung des Gallup-Instituts in den USA. Die zum Ergebnis hat, daß die LGBT-Gruppe, also die Gruppe der sich selbst (sic!) als sexuell indifferent oder nicht dem normalen Mann-Frau-Spektrum zugehörigen Menschen in den letzten Jahren explodiert ist. Während diese Gruppe noch bei den Geburtenjahrgänge der Babyboomer bei 0,3 Prozent und darunter lag, erklären sich von den Geburtsjahrgängen der Generation Z, das sind die Jahre 1997  bis 2002, schon ganze 5,6 Prozent der Menschen zu diesen Gruppen (homosexuell, lesbisch, transgender etc.) zugehörig. Das ist, bitte schön, das ACHTUNDDREISZIGFACHE, denn satte 11,6 Prozent dieser Jahrgänge befinden sich schon als "bisexuell". 2,1 Prozent fühlen sich (männlich-)homosexuell, 1,4 Prozent meinen, lesbisch zu sein.*

Und sie bedient sich verschiedenster Mechanismen, die das neue Impostament durch "logische Unausweichlichkeiten", durch "Alternativlosigkeit" im Rahmen sämtlicher logischer und alltäglicher, traditioneller, vernünftiger Gedankengebäude ("wissenschaftlich bewiesen") verordnet, und jede Erhebung dagegen als "unvernünftig", "unmoralisch" und deshalb zu verbieten (sic!) darstellt und institutionalisiert. 

Wenn es diesen Revolutionären um die Beseitigung und Aufdeckung von Unterdrückungsmechanismen geht, dann sprechen sie nie von sich selbst. Sondern sie sprechen von "denen da unten". Von jenen, die ohnehin keine Macht haben, und die von diesen Eliten ohnehin beherrscht werden, die die maßgeblichen Institutionen von Volk und Staat in der Hand haben, und zwar in Politik, Medien, Bildungseinrichtungen, Geldwesen und in der eigentlich systemrelevanten (also NICHT mittelständischen) Wirtschaft und Landwirtschaft.

Der auch heute noch überwältigenden Mehrheit der "Normalen" wird somit jedes Mittel aus der Hand genommen, sich selbst zu erhalten und nötigenfalls sogar zu verteidigen. Ja sie dürfen mit diesem Anspruch nicht einmal mehr auftreten, wollen sie sich nicht sogar strafbar (das Normale zu behaupten, zu leben, zu verteidigen ist heute vielfach bereits strafbar!) machen. Selbst für das Leben selbst werden (in Euthanasie, Gehirntod als Todeszeitpunkt, vor allem natürlich in der Abtreibung, dem eklatantesten Fall der Verweigerung der Rechte der Person, indem der Zeitpunkt des Persons-seins willkürlich definiert wird) neue Begriffe und neue Deutungen auferlegt.

QR Tucker Carlson

Der heute verlangte gesellschaftliche Wandel hat, so Tucker Carlson, nur den Sinn, die bereits Mächtigen weiter zu ermächtigen. 

Das Verrückteste dabei ist vielleicht, daß in sämtlichen Gesellschaften (und im Gleichschritt mit deren "Fortschrittlichkeit") der Welt soziologisch gesehen eine immer deutlichere Abgrenzung sozialer Gruppen vor sich geht. 

So deutlich, daß man von einem Auseinanderbrechen der bestehenden Gesellschaften (als deren Institutionalisiertheiten, das heißt als Staaten, Völker, Familien, schlicht allen sozialen Verbänden, die durch zwischenmenschliche Verbindlichkeiten und in Geordnetheit, das heißt auf der Grundlage von "Gemeinsamkeit" bestehen, und zwar einfach bestehen, nicht beliebig oder willkürlich "konstruiert" werden, weshalb das Spektrum der ständig weiteren "entdeckten" Identitätsmerkmale gegen unendlich tendiert) sprechen muß. Von sozialen Klüften, die sich auftäten, und immer größer und schärfer würden. Wofür die "Schuldigen" natürlich stets rasch feststehen: Es sind jene Gruppen, die Identität haben, suchen, jedenfalls aber in ihren Merkmalen nicht aufgeben oder sogar auslöschen wollen.

Wie jede Revolution wird auch diese aber von einer Gruppe angetrieben, die die intellektuelle Rechtfertigung, also die Legitimität liefert. Und diese Rechtfertigungsquelle sind die Universitäten. Als Instrument, wohlgemerkt, nicht als die eigentliche Antriebskraft, die auch die Schichte der Intellektuellen als Bezug zur Autorität des "Transzendenten", des Geistes somit, stets nur instrumentalisiert. Von den Universitäten geht die Dekonstruktion des Normalen aus, auf der übrigens immer (und das heißt: auch heute! es wird nur nicht ausgesprochen, es bleibt klandestin weil verboten) die überwältigende Mehrheit sämtlicher Gesellschaften beruht. Alle sohin, die "Mensch" sind, und die zumindest irgendwann keine Kraft oder keine Lust mehr hat, auf ihr Selbstsein (das immer "normal" ist, weil das Wesen des Menschen immer unverändert und gleich ist) zu verzichten.  

Auch diese Gruppe der "universitär Gebildeten" hat ein klares Interesse, ihre Position der Privilegiertheit zu erhalten. Weshalb sich die Universitäten ganz klar unterscheiden. Ausgerechnet jene Studenten mit dem höchsten Autoritätsanspruch (wie Yale, oder Cambridge, Notre Dame, Penn, Stanford oder Harvard) haben auch das höchste Durchschnittseinkommen in ihren Herkunftsfamilien. Auf der Universität von Princeton stammen fünfundsiebzig Prozent der Studenten aus Familien, die zu den obersten zwanzig Prozent im Jahreseinkommen zählen.

Die Reichsten wollen also ihre privilegierte Stellung erhalten, auf diesen Satz muß man auch die intellektuelle Situation der Universitäten eindampfen. Die revolutionärsten, radikalsten, ja brutalsten Ansätze die neuen Wertgerüste als neue gesellschaftliche Normen durchzusetzen, kommen ausgerechnet von den elitärsten Universitäten mit den wohlhabendsten Studenten. "Universities," meint Carlson, "is for wage-earners, not for the people in charge." Eine höhere Ausbildung ist für jene, die bereits gut verdienen, nicht für die, die es bräuchten. 

Der einzige Sinn des Besuchs der Universitäten - je besser ihr (medial aufgekochter) Ruf, desto mehr - besteht darin, zu den herschenden Schichten gehören zu wollen. Und das nur über Devotheit zu erlangende Universitätsdekret ist die Eintrittskarfte dafür. Es sind Dekrete als Dekretionen der Subversion und Auflösung der innersten geistigen Fundamente.


Morgen Teil 2) Aber plötzlich halten wir inne. 
An dieser Kritik stimmt doch etwas nicht!?

 

*Die Absurdität dieser neuen angeblichen Identitätszustände behandelt William M. Briggs in einem lesenswerten Blogbeitrag. In dem er exakt auf diese Studie eingeht. Was ist denn das, "bisexuell", fragt er da? In Wahrheit - nichts. Allenfalls irgendein diffuses Wünschen, kein Wohlgefühl auszulassen. Die aber zu faul sind, sich konkret um einen Partner zu bemühen, und deshalb - mit einem Phantasielabel, wie Briggs es nennt - jede Festschreibung abzulehnen vorgeben. 


*270221*

Sonntag, 8. November 2020

Mächte über den Staaten

Tucker Carlson, einer der Starkommentatoren auf FoxNews, vergleicht das Vorgehen von Twitter, aber überhaupt der Mediengiganten, mit dem Vorgehen der chinesischen Behörden gegenüber unerwünschten Meldungen. Die Selbstherrlichkeit, die hier an den Tag gelegt wird, zeugt von einem Machtbewußtsein, das nur totalitäre Regime an den Tag legen.

Die Frage ist also gar nicht primär, ob es "der Staat" ist, der totalitär wurde. Vielmehr könnte  man den Eindruck gewinnen, daß es Mächte sind, konkret existierende Institutionen, Vereinigungen, Verbände, Konzerne, Einzelpersonen die durch ihr Kapital wirken, die so viel Einfluß auf die politischen Institutionen haben, daß sie den Staat (generell) und die Staaten (konkret) in ihrer Hand haben. 

Das demokratische Theater, das sogenannte öffentliche Leben und Geschehen, das wir tagtäglich vor unseren Augen abrollen sehen, könnte also nicht mehr sein als ein Puppenspiel, das der Ablenkung dient. Während die Medien - und die erwähnten Mächte - den Menschen die Illusion eintrichtern, sie hätten etwas zu sagen 

Etwa durch "Kommentarfunktionen" in der einen oder anderen Form, und damit sind auch "Alternativmedien" gemeint, die man zuläßt, denn das ist es ja, Blogs und deren Förderung (jeder solle doch bloggen, nicht wahr?), alles eben, wo man Dampf ablassen kann. Dazu gehört sogar ein "Meinungskampf" innerhalb dieser Medien, dazu gehören "Sperren", dazu gehört eine inszenierte "Zensur", erst die macht glaubwürdig, daß diese "Medien" eine Relevanz haben. 

Was natürlich gar nicht der Fall ist. Hauptsache aber, die Menschen glauben alle diese Scheinereignisse, die sich abspielen. Klima, Corona, Wirtschaftskrisen, Krankheiten, das Liebesleben und Sexgeschehen, Kunst und Unterhaltung, Wissenschaft und Bildung, Politik und Krieg - alles ist enteigentlicht, alles ist trocken und leere Hülle geworden.

Der VdZ sieht keinen "tiefen Staat" als das wahre Übel. Auch das ist ein überholtes Konzept der 1960er bis 1990er Jahre. Die neuen Mächte brauchen die offiziellen Institutionen gar nicht mehr. Sie lassen dieses ganze Staatstheater nur noch zu, um die Menschen in einer Art Sandkasten ihr Spiel spielen zu lassen. 

Was aber alles wirklich bewegt hat alles längst umfaßt, nicht "durchdrungen." Es spielt damit. Es bewegt eine Geschehenslinie, die sich vom offiziellen Leben in Gesellschaften, wie es uns zuvor immer als solches erschien, längst abgespalten haben. Und die Substanz ernten, die natürlich aus dieser menschlichen Sphäre stammt, und nur von dort gewonnen weil gemolken werden kann.

Wie ist so etwas möglich? Es ist möglich, weil wir alle, wirklich alle in dieser westizistischen Kultur zu einer Entfremdung von uns selbst und damit von der Wirklichkeit ge- und verführt worden sind. Und uns dazu verführen haben lassen. Wir haben angebissen! 

Deshalb ist eine Heilung von dieser wahrlich satanischen Krankheit nur über den Einzelnen möglich. Nicht über eine Bewegung, nicht über eine Partei, nicht über Bewegungen, nicht über Demonstrationen und "Straßenprotesten". Alles das sind Institutionen des Scheintheaters. 

Heilung ist nur über den je nur individuell möglichen Prozeß der Rückanbindung an die Wirklichkeit möglich. Und das ist ein mühsamer, für das Seelenleben wahrlich mühsamer und quälender Prozeß, da mache sich niemand eine Illusion. Die Illusion, daß dieses Zurück zur Wirklichkeit ohne Leid und Kreuz möglich wäre. 
Zumal nur über das Sterben das Tor zur Wirklichkeit aufgestoßen wird, über das das Licht der Welt, das die Welt ist und schafft und belebt, eintreten kann. Wenn es denn das möchte und uns somit Leben schenkt. Fern jeder Methode, fern jeder Machbarkeit, fern jeder Habhaftwerdung - reines Geschenk und reine Gnade.

Erst dann, erst dort, bekleidet mit der Rüstung des Lichts, können wir hinaustreten in diese Sphäre des wirklich Wirklichen. Und gegen jene Mächte stehen und kämpfen, die die Welt wirklich bewegen. Mit der Gewißheit, daß wir siegen werden. Weil unsere Waffe die des bereits gewissen weil bereits geleisteten Sieges ist.