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Samstag, 31. März 2018

Grablegungen unhaltbarer Legenden (1)

Die These, die Hilary White vor kurzem öffentlich in der für seinen Franziskus-kritischen Kurs weltweit bekannten US-Zeitschrift The Remnant vorstellte, war für viele ein Schock. Und hat sogleich heftige Reaktionen in traditionalistischen Kreisen ausgelöst. Denn diese hatten sich angesichts eines desaströsen Franziskus-Pontifikats bislang an einen Strohhalm geklammert, der "die Kirche retten" sollte: Zwar sei Franziskus ein Häretiker, eine wahre Katastrophe für die Kirche, ja eine kirchliche Katastrophe, aber der wahre Glaube sei seinem Vorgänger noch präsent. Aus diesem Grund gab es auch wildeste Spekulationen, warum Ratzinger überhaupt zurückgetreten, oder wieweit die Wahl Bergoglios (unter Verweis auf die "St. Gallen-Mafia", also eine Absprache unter Kardinälen vor dem Konklave 2013, was laut Kirchenrecht verboten ist und eine Papstwahl ungültig macht) überhaupt rechtens und damit für die Kirche relevant sei. Gleichzeitig kursierten Gerüchte, daß Benedict in seinem Rückzugsort mundtot gemacht, von Franziskus gar totgeschwiegen werde.

Hilary White wischt das alles vom Tisch. Das sei Kinderkram, entstanden aus einem Wunschdenken der traditionalistischen Seite. Benedict für den guten Papa und treuen Freund der Traditionalisten zu halten (nur weil er mit der Enzyklika "Summorum Pontifikum" die "Alte Messe" gewissermaßen wieder freigegeben habe) war immer eine Selbsttäuschung. In Wahrheit hat einfach niemand diesem Benedict XVI. zugehört! In Wahrheit hat niemand genau auf seine Taten hingeschaut. So wurde gerade von Traditionalisten ignoriert, daß es in der Praxis zu keinerlei Verbesserungen gekommen ist. Nach wie vor haben viele Bischöfe die Alte Messe untersagt und es gibt keinen Hinweis, daß der Vatikan (beziehungsweise der Papst) diese allgemeine Erlaubnis ernsthaft durchsetzen wollte.

Dazu kommt ein weiterer Punkt, den bisher jeder übersehen hat, weil gar so viele in der Not, die ein häretischer Franziskus als Papst für die Theologie wie für die Vernunft bedeutet, in seinem Vorgänger den Felsen der Rechtgläubigkeit und des klaren Denkens sehen wollte. Aber auch hier hat niemand die Augen aufgemacht. In Wahrheit, so Hilary White, sei schon Josef Ratzinger ein klarer Vertreter der "nouvelle theology" gewesen, wenn auch nicht so ausgeprägt, wie es sich nun bei Bergoglio zeigt. Nie - und er hat es immer betont, auch als Papst! - hat Ratzinger aka Benedict XVI. ein Hehl daraus gemacht, daß er voll hinter den beim 2. Vatikanum eingeleiteten Umbruch in der Kirche steht, der zu einem wahren Zusammenbruch geführt hat. 

Und als einer deren ersten klaren Früchte auch der Argentinier gesehen werden muß, der sich Papst Franziskus nennt. Ratzinger selbst hat sich nie wirklich davon distanziert, daß er selbst als einer der Konzilsteilnehmer und treibenden Kräfte damals klar progressistische Positionen vertrat. (Von denen er sich zum Teil allerdings später distanziert hat.)

Niemand hat zugehört, niemand hat es ernstgenommen, wenn der zurückgetretene Benedict XVI. wieder und wieder davon sprach, daß er eine klare Linie der Kontinuität sehe, die von ihm zu seinem Nachfolger reiche. Nie hat Benedict aka Ratzinger auch nur ein ernsthaftes Wort verlauten lassen, mit dem er dem jetzigen Papst in seinem wahren Rausch der Zerstörung in den Arm fällt, für notwendig erachtet. Im Gegenteil, wieder und wieder hat er diesen gelobt und befördert. Und umgekehrt hat sich Franziskus mit vollem Recht als in einer Linie der Kontinuität mit seinem Vorgänger gesehen und ständig erklärt. Aber niemand hat hingesehen, niemand hat genau zugehört. 

Eine Falle für die Traditionstreuen

Ähnlich verhält es sich ja mit den Päpsten zuvor, vor allem mit Johannes Paul II. In allen Päpsten seit 1962/65 hat sich eine Linie ausgedrückt, die in ständig gesteigertem Maß zu den Verwüstungen und Verwirrungen geführt hat, mit denen wir es heute zu tun haben. Und die für viele bereits ein ganz schweres Problem darstellen, wieweit die römische Kirche überhaupt noch für die wahre, katholische Lehre steht. Wieweit wir nicht vor der Situation stehen, daß die Kirche drauf und dran zu sein scheint, offen Häresien zu verkünden, wie es für viele spätestens seit Amoris Laetitia ohnehin bereits der Fall ist.

White geht deshalb einen Schritt weiter. Sie stellt die These in den Raum, daß Ratzinger aka Benedict XVI. eine simple Falle war. Die die Traditionalisten soweit beruhigen und ködern sollte, als sie den Bruch in der Tradition, der sich in der Kirche abspielt, gutmeinend übersehen sollten, weil man ihnen hier und dort ein paar wohlschmeckende Knochen hinwarf, die beim Hineinbeißen freilich hohl blieben. Aber nicht einmal das wollten viele sehen, sondern entwickelten stattdessen alle möglichen Dolchstoßlegenden, mit denen erklärt wurde, warum es nicht zu den angekündigten Re-Reformen käme, obwohl sie der deutsche Papst doch wünsche. 





Morgen Teil 2)





*210318*

Warum Hierarchie die Vernunft begründet (2)

Teil 2)




Das heißt aber eben nicht, daß die Welt irrational ist! Es heißt nur, daß die Vernünftigkeit des Menschen (weil die Vernunft überhaupt) nicht einfach von ihm selbst her aufgebaut werden kann. Sondern sie wird in einem Akt der Beziehung (vom hierarchisch Höheren) übernommen, wird zuerst zur "gemeinsamen" Vernunft mit der Beziehungsperson (die erst später zur individuellen Vernunft wird - im Erwachsenwerden).²

Aus diesem Blickwinkel heraus ergibt sich dann auch die Frage, wo denn diese Wahrheit personal sitze. Und damit sind wir bei der Gottesfrage angelangt. Denn nur in einem Gott, der die Wahrheit IST kann Wahrheit und damit Vernunft (sic!) überhaupt verankert werden, kann also überhaupt Vernunft SEIN. Sie wird somit zur Teilhabe, eher zur sittlichen Leistung sohin (als Wahrhaftigkeit) als zu einer der Ratio. Es ist also die Vernunft, die die Ratio informiert, nicht umgekehrt. Die Ratio (und damit auch die Mathematik) kann nur hinweisen, nur zeigen, daß alle Weltimmanenz, alle bloße Weltlichkeit auf ein Übersteigendes hin (Transzendenz) offen und nicht anders zu schließen ist.


Erst darauf kann dann menschliche Freiheit gründen. So ist damit zu verstehen, wenn man sagt, daß sie nur in Gott gründen kann. Denn nur dann wird sie zum freiheitsbegründenden Fundament des Menschen. Vernunft braucht also Sittlichkeit, und diese Sittlichkeit ist zuvornehmst eine des Hörens, des Gehorsams.** Der als Grundhaltung in der realen hierarchischen Gesellschaft aufgebaut wird, in die ein Mensch hineingeboren wird. (Mit den Eltern als ersten Bezugspunkten, weil Informationsträgern zur Verfaßtheit der Welt.)

Damit kann nur eine Gesellschaft - und der Einzelne ist ein Gesellschaftswesen, das ist weit mehr als eine psychologische Zufallstatsache von Schwachen, worauf es für die Psychologie meist hinausläuft - auch ein Klima der Vernunft aufbauen, die sich hierarchisch-strukturiert in Gott begründet. Und diese hierarchische Verfaßtheit muß ganz konkret sein, weil sie sich sonst auf den Menschen auch nicht auswirkt. Denn der Mensch erkennt über die Sinne, die ihm dann im Nach-denken die intellektuellen Inhalte zeigend liefern. Dieses verstandesmäßige Verstehen hängt wiederum in den übermittelten Deutungshorizonten verankert, die dann die Sinnesdaten zu einer Information machen, weil sie im Rahmen eines gesamten Bildes Sinn ("logos") ergeben.

Dieses Gesamtbild ist in sich noch nicht einfach "rationell", es ist nur (in expliziten Weltbildern) rational, also widerspruchsfrei zu den Sinnesdaten. Es selbst ist ein Insgesamt, einer Art Kugel zu vergleichen, die man in die Hände bekommt, die einem übermittelt wird. Und wodurch wird sie übermittelt?

Durch den Kult. Im Kult wird die Eigenschaftlichkeit Gottes samt der Bezogenheit des Menschen darauf in den Haltungen übermittelt. Der im Kult Beteiligte, der am Kult offen Teilnehmende läßt sich somit von der kultischen Archi-tektonik zu einer Art "Bewegungsgespann" formieren. Dieses Bewegungsgespann, das sämtliche Weltbeziehungen enthält, die für den Menschen vorgesehen sind, ist das jede bloße Rationalität endlos übersteigende Eine in Gott. Das zwar direkt adressiert für den Menschen unergründbar ist (denn sonst könnte man ja gar nicht von Gott sprechen), weshalb Ehrfurcht (in des Wortes buchstäblichster Bedeutung) die einzige mögliche Haltung ist, das sich aber in die Geschöpflichkeiten der Welt hinein (also mit der Ausfaltung des Menschen als handelnden Menschen) immer deutlicher auch als logisch und sogar rational präsentiert - also als widerspruchsfrei.***

Deshalb ist es auch nicht egal, welchen Kult jemand ausübt, an welchem Kult er teilhat. Es ist somit leeres Gefasel, wenn man davon spricht, daß alle Kulturen "gleich" wären. Sind sie natürlich nicht, es gibt eine qualitative Stufung, je nach der Analogie zur Wahrheit selbst nämlich. Der Kult ist es, der des Menschen gesamte rationale und handelnde Verfaßtheit bestimmt, weil (in der Teilhabe) vorprägt.

Wir haben es heute dabei nicht mit dem Umstand zu tun, daß kaum noch jemand an einem Kult teilnimmt, etwa weil nur noch zwölf Prozent der Deutschen sonntags noch zur Messe gehen, sondern wir haben es mit dem Umstand zu tun, daß wir nicht mehr sagen können, in welcher Hierarchie, an welchem Punkt jemand steht (was sich direkt in der Frage um Narzißmus - als Suche nach Ortsbestimmung - und Identität ausdrückt) und an welchem Kult er teilhat. Das ist die Folge des Auflösens der traditionellen hierarchischen Strukturen unserer Gesellschaften.


Morgen Teil 3)


²Weshalb man durchaus sagen kann, daß sogar der Gehorsam, die Folgschaft, die Geneigtheit zu folgen, die Vernunft begründet.

**Jede Unsittlichkeit ist ja nichts anderes als der Versuch, sich NICHT im Transzendenten, also nicht in Gott zu begründen, sondern innerhalb bzw. aus der Welt alleine. Unvernunft ist deshalb das sicherste Zeichen für eine Abwendung von Gott.

***Man spricht hier von "Syndeiresis", also von den ersten Prinzipien der Vernünftigkeit, die allen Menschen "seltsamerweise" gleich sind. Sie sind auch die Grunderfahrungen mit der Welt überhaupt, die ansetzen noch lange bevor so etwas wie "Rationalität" (die ja Sprache ist, weshalb nur logisch-rational denken kann, wer sprachlich präzise ist) entwickelt ist. Es sind die ersten Grundsätze der Logik überhaupt, auf denen jede weitere Logik aufbaut: Daß es etwas gibt und nicht nichts. Daß etwas es selbst ist und nicht ein anderes. Daß etwas nicht zugleich ein anderes sein kann. Diese ersten Prinzipien über die Welt sind zugleich "selbstevident", das heißt: Sie sind da ohne daß man sagen kann oder muß, warum sie das sind. Der Grund der Welt ist dem Menschen also selbsteinleuchtend! Auch wenn er auf seinem ersten Stadium noch nicht zur Sprache und zum bewußten Denken kommt, also die Offenbarung (durch andere Menschen) braucht.




*130318*

Freitag, 30. März 2018

Immerhin wirken sie ja

Was will man denn? Er hat doch gewirkt! Dieser "energetische Schutzring" begleitet angeblich von "Reinigungsritualen", den ein "Energetiker" mit einigen Laufmetern Blech rund um die Baustelle des neuen Krankenhauses Nord in Wien Floridsdorf installierte, hatte das Ziel, störende Einflüsse zu eliminieren. Genau das ist passiert. Denn jetzt beginnt ein Köpfe rollen, wer von den angeblich so kühlen Denkern, die dieses nächste Großbaustellendesaster zu verantworten haben, dafür haftbar gemacht werden kann, daß 70.000 Euro für diesen Schwachsinn ausgegeben wurden.*

Was bei der Gesamtbausumme, die von ursprünglich veranschlagten 800 Millionen Euro auf mittlerweile locker das Doppelte explodiert ist - natürlich bei verzögertem Baufertigstellungstermin - ja wohl auch kaum mehr ins Gewicht fällt. So denkt mittlerweile zumindest ein Großteil der Bürger, denen ja jeder Bezug zu Summen abhandengekommen ist, solange sie "den Staat" betreffen. (Auch wenn das in dem Fall die Stadt und das Land Wien sind. Regime ist Regime.) Diese große überirdische Macht. Da kann man gleich an "Energie" glauben.

Mehr typisch, weil symptomatisch ist freilich die Dichotomie der Sache selbst, die die Widersprüchlichkeit eines rationalistischen Zeitalters wie dem unseren (das zwangsläufig in tiefste Irrationalität abgleitet, die den Rationalismus seit je wie ein Schatten begleitet) aufdeckt. Die ohne Transzendenz auszukommen glaubt - ja, glaubt, denn es ist ein reiner Glaube, zumindest eine Art "vorgesagter Gewißheit" -  um mit der anderen Hand sich wieder eine solche zu holen. (War da nicht irgendetwas mit "Vernunft" und so?) Als Religionsersatz. Denn Esoterik ist nicht Religion, sie ist deren rationalistischer, technizistischer und fideistischer - also tief irrationaler - Puppentheater-Ersatz. Oder Ersatz-Puppentheater, je nachdem, wie man es sieht.²

Gott selbst ist ja nicht irrational, im Gegenteil, er ist höchste, vollkommenste Rationalität, wenn auch nicht innerweltlich beschränkt. Sondern eben als innerste Substanz der höchsten Rationalität, ohne die es keine Wissenschaft gäbe. Denn was sollte diese erforschen, "wissen", wenn der Welt kein rationales Gebäude zugrunde läge?

Was umgekehrt herauskommt, wenn man sich Rationalität weltimmanent und damit "irgendwie" (das heißt ohne Wahrheit als Hintergrund aller Welt) denkt, zeigt sich in solchen absurden Blüten. Die sich im Einzelfall in praktisch jedermanns Leben zeigt, der Rationalist ist. Wo plötzlich so ein Hauch von Spiritualität, nein, Mystik ins Leben einzieht, daß es einem die Gänsehaut auf den Rücken treibt. Fast so prickelnd wie beim letzten Horrorfilm. Oder bei "Imagine" von John Lennon. 

Der Rationalismus ist eben in sich irrational. Weil die Welt ohne Gott zu denken irrational ist, greift er ständig zu kurz und löst sich in Irrationalität auf - auf der diese Sichtweise nämlich aufbaut. Ein Reiner "Glaube" (würde es nicht das Wesen des Glaubens verfehlen.) Da spielt es dann auch keine Rolle mehr, einen Nebelbegriff nach dem anderen zu etablieren, wie "Energie", um sich und anderen ungebremste "Rationalität" vorzugaukeln. Weil irgendwie glauben wir ja alle an irgendwas, nicht?**

So daß man durchaus ruhigen Gewissens - gewissermaßen unter Eingeweihten, unter Wissenden (die wir ja doch gerne sind) - im nächsten Moment Bleche "vom Fachmann" ordern, die unsichtbare Störenergien, die angeblich irgendwoher aus dem Dunkeln kommen, abhalten sollen. Die ja da sein müssen, denn wie sonst wäre zu erklären, daß eine nächste Großbaustelle total aus dem Ruder und in Richtung politischer Skandal läuft. 

Ach, was versteht denn die Welt. Wir Wissenden wissen, daß es Jenseitiges gibt, wir haben schon den Sinn dafür, sind wir doch immer die Avantgarde. Da sind 70.000 Euro durchaus gerechtfertigt. Ist ja eh nur Steuergeld der anderen. Es ist halt nur nicht rational erklärbar. Und heute wollen ja alle ständig alles rational erklärt haben. Die Zeiten werden sich da auch bald ändern. Noch fehlt freilich das Verständnis für eine zukunftsorientierte Politik.





*Jede Wette, auch wenn eine solche nicht einlösbar ist: Ein großer, ja überwiegender Teil der Medienkonsumenten war sich nicht so sicher, ob er das für richtig oder falsch halten solle!? Hätten die Medien sich nicht empört, wären vermutlich die meisten indifferent, ja eher zustimmend gewesen. Geht ja außerdem nur um 70.000 Euro. Eine Million Schilling. Was diese Unsicherheit, ob da nicht doch was dran sei, aussagt? Es zeigt direkt und unmißverständlich, wie ausgedünnt der Wirklichkeitsbezug der Menschen heute bereits ist, so daß sich die eigentliche Vernunft (die zwar nicht irrational, aber mehr als nur Rationalität ist) kaum noch konstituieren kann. Und DAS, Herrschaften, Leser, DAS macht dem VdZ wirklich Sorge.

²Dem der englischen Sprache halbwegs mächtigen Leser sei an dieser Stelle ein hervorragend polemisch-amüsantes Interview mit E. Michael Jones anempfohlen, der eines der jüngsten absurden und völlig widersprüchlichen Machwerke eines angeblich rationalen Zeitalters (aus der Feder von Yuval Noah Hariri) genüßlich in der Luft zerreißt. Wir sind in erschreckendem Maß dabei, völlig zu verblöden. Warum? Wenn die menschliche Vernunft zerfällt, ist die Freiheit verdunstet. Kein Mensch ist leichter zu manipulieren und willigeres Opfer fremder, aber mächtiger Interessen.

**Wie man so nebenbei hört - gewiß, alles ein Gerücht - sollen solche Energetikermaßnahmen seit Jahren gang und gäbe bei öffentlichen Bauten wie Krankenhäusern sein. Begünstigt dadurch, daß so "kleine" Aufträge von jedem kleinen Abteilungsleiter ohne Ausschreibung und nach Gutdünken vergeben werden können.






*200318*

Warum Hierarchie die Vernunft begründet (1)

Zerreißt man ein gesellschaftlich homogenes Gebilde, das immer ein hierarchisch strukturiertes Gebilde ist (so, wie es überhaupt keinen Menschen gibt, der nicht irgendwo irgendwie an einem Punkt einer Hierarchie, also einer heiligen Ordnung steht, deren Kohäsion IN DEN PERSONEN und deren Beziehung und Zueinandergehörigkeit besteht), so zerstört man vor allem ihre Vernunftfähigkeit. Personsein heißt: In Beziehung zu stehen, in konkreter Beziehung. Sonst gibt es sie ja gar nicht, sonst bleibt sie bestenfalls unerfülltes Drängen.

Und Beziehung heißt immer: In einer hierarchischen Gestuftheit, denn es gibt keine Gleichheit, wie jeder Blick beweist. Innerhalb dieser personalen Verhältnisse erfolgt das Wesentliche: Die Zustimmung, die einer Zustimmung zur Vernunft gleichkommt. Die im Falle einer nicht-katholischen "Religion" (wie auch immer sie aussieht, ein religiöses Verhältnis ist sie immer) freilich einer Spaltung gleichkommt zwischen göttlicher Vernunft und menschlicher Vernunft. Nichts desto trotz läßt sich der Satz formulieren, daß sohin Vernunft (die sich später immer mehr in Ratio, in Verstand etc. äußert und ausdifferenziert) immer auf Religion aufbaut. Die freilich nur dann zur Freiheit des Menschen führt, dazu ist er berufen (kraft der similitudio Dei, also der Ähnlichkeit mit Gott), wenn die Religion auch die Wahrheit selbst bedeutet. Erst diese Wahrheit macht den Menschen fähig, sich im Selbststand zu halten (was einem ständigen Kampf gleichkommt.)

Das ist die hervorragendste Frucht der Aufklärung, ja der Entwicklung des abendländischen Vernunftbegriffs hin zu einer mathematisch-summativen Verstandestätigkeit, worunter wiederum die bewußte Verstandestätigkeit* zu verstehen ist.

Morgen Teil 2)

*Ob Descartes sein "cogito ergo sum" tatsächlich so reduktiv gemeint hat, wagt der VdZ dabei aber sogar zu bezweifeln. Es wurde allerdings zunehmend so ausgelegt, und er verführt dazu auch durch seine Reduktion von Erkenntnis auf Mathematik. Nicht zuletzt Henry Poincaré hat aber zu Anfang des 20. Jahrhunderts nachgewiesen, daß auch die Mathematik auf Vorentscheidungen beruht, die NICHT in mathematischem Sinne rational sind, sondern aus allgemein menschlichem Hintergrund stammende Setzungen. Der bis heute - vermutlich, weil so schwer verstehbar, aber er IST verstehbar - so liegt der ignorierte Beweis von Kurt Gödel in exakt derselben Richtung: Jede Rationalität beruht auf nicht aus ihr selbst stammenden Annahmen.






*130318*

Donnerstag, 29. März 2018

Die CO2-Hysterie ist ein Verbrechen an der Menschheit

Cui bono? Wem dient die CO2-Hysterie? Der Leser möge selbst seine Rückschlüsse ziehen. Die CO2-Hysterie ist eine direkte Reaktion der Lebensfeindlichkeit. Es ist die Reaktion von Menschen, die nicht an die weltschöpferische Dimension des Lebens selbst glauben, weil sie am Leben gescheitert sind.










*180318*

Nur noch Konformisten

Zu diesem (nur als Audio verfügbaren) Vortrag von Norbert Bolz über die Freiheit des Geistes, die Freiheit der Meinung, muß man nichts mehr sagen. Sie ist sehr präzise, sie ist sehr gut. Bolz, der Universitäts-Dozent ist, prangert ungemein präzise den Verfall der Universitäten an. In der heutigen Form sind sie wertlose Institutionen der Gehirnwäsche geworden.

Wir haben es nicht einmal mehr mit öffentlicher Meinung zu tun, sondern mit dem, was alle meine, daß öffentliche Meinung sei. Alle reden von Diversität und Selberverwirklichung - und alle denken dasselbe. Wir haben es heute mit einem Konformismus zu tun, den es in der Geschichte wohl noch nie gab. Der Druck, so zu sein, wie jeder ist, ist gigantisch, und maskiert sich laufend neu. Dabei gibt es doch nur einen Weg, zu einer eigenen Meinung zu gelangen: Die Tradition zu lieben.

Stattdessen haben wir es mit der "Arroganz der Schwachheit" zu tun. Wo aber Kritik keinen Mut mehr verlangt, ist sie korrupt. Heute werden Störenfriede sogar noch hofiert. Der Mut wäre heute aber dort notwendig, wo es um die Erkenntnis der Tradition als Grundlegung des Denkens überhaupt geht. Stattdessen haben wir es heute nur noch mit Geschwätz zu tun. Gerade weil alle unorthodox sein wollen, auch Kirchenvertreter, wird alles nur noch leeres Geplappere, das vor allem die Vergemeinung sucht, dabei nur noch Kostüme sucht. Das bewirkt den völligen Niedergang einer Kultur, weil ihr der Geist ausgeht: Denn Geist gibt es nur um den Preis der Einsamkeit, Freimut, Eigensinn, Redlichkeit.

Aber wir leben in einem beklemmenden Klima der Repression. Fast nur eine Hoffnung gibt es noch: Die der Frechheit des Alters. Wo die Illusionen und Hoffnung ausreichend enttäuscht sind, nichts mehr zu erwarten ist.












*100318*

Mittwoch, 28. März 2018

Braucht es längst

Da muß man nicht mehr viel sagen. Außer - amüsant. Amüsant? Im Grunde ist einem das Lachen ab dem Moment vergangen, wo Satire sich zu vollständig mit Realität deckt. Wenn aber dem Leben gar kein Spielraum mehr für Humor bleibt, dann ist es zu Ende. Geistestote haben keinen Spielraum mehr für Humor.










*180318*

Damit die reine Idee verkörpert wird

Jeder Schauspieler braucht einen menschlichen Kern, den er freizuschaufeln, dem zu er sich wieder und wieder häuten muß. So kann er immer reiner die Ideen darstellen, im wahrsten Sinn verkörpern. (Von hier legt sich eine direkte Tangente auf die Heiligung; Anm.) Dieser menschliche Kern ist es dann, den der Zuschauer als berührend erlebt, wo er sich wiederfindet, wo er sagt: ja, so ist der Mensch.









*120318*

Dienstag, 27. März 2018

Einige Anregungen zur Auseinandersetzung mit Klima-PR (2)

Teil 2) Einige Empfehlungen




Ein perfektes Betätigungsfeld für PR somit, ein Gebiet, das man sofort besetzen kann. Und seit langen Jahren tut. Also schärfte man nunmehr die Rezeption, führte sie überhaupt erst ein, und plötzlich meint jeder, es mit unüblichen Extremen zu tun zu haben. Die bei Einsicht in Wetteraufzeichnungen immer - wirklich immer - erst als üblich erkennbar werden. Denn Wetter ist irgendwie immer extrem und immer extrem gewesen. Aber das tut eben niemand, warum auch. Somit hat die Klimaalarmistik ein hervorragendes Betätigungsfeld, um Urteile zu manipulieren. Und sie ist nicht immer so dumm wie das, was sie sagt. Sie tut es auf sehr gefinkelte Weise.

Denn wenn auch die heutige Psychologie im Grunde ein Haufen Müll ist, weil ihre Anthropologie es ist, und kein noch so genaues Meßinstrument und Methodenfieselistentum ein fehlendes Fundament zu Relevanz geradebiegen kann (was im übrigen auch für die Klimaphantasterei gilt), so kann sie auf einer bestimmten Ebene aufgrund ihres gnadenlosen Utilitarismus viele Schwierigkeiten bereiten. Da muß man ihr denn doch begegnen, wie man einen Atemzug an der frischen Luft nach Stunden in einem stickigen Raum braucht. Das Böse vermag nie etwas zu schaffen, das stimmt, aber es vermag zu stören und sogar zu zerstören.

Es gibt einige wenige Seiten im Internet, die der VdZ empfehlen kann, die helfen, aus diesem täglichen Einprasseln von Falschmeldungen zu entfliehen helfen. Und über allem täglichen Auf und Ab eine ruhige Linie der wirklichen Dinge zu finden beitragen. Eine davon ist wetter.de, die relativ zuverlässig (in jedem Fall seriös, also auch die Wahrscheinlichkeit von Wettervorhersagen nennt) das Wetter in unseren Ländern prognostiziert. Und dabei viel Einblick in die Faktoren geben, die Wetter machen können. Sie hat übrigens einen langen und in seinen Tiefen späten Winter prognostiziert, und lag damit richtig. So sagte sie Mitte März auch voraus, daß die Warmlufteinbrüche zu Anfang des März nur vorübergehend sein würden, ein Kälteeinbruch stehe für das Ende des März vor der Tür, ja der Frühling werde erst ab Mitte April so richtig statthaben. Der Leser kann die Zutreffendheit ja selber überprüfen. 

In einen etwas größeren Rahmen, aber sehr informativ, ordnet die Seite mit dem verheißungsvollen Namen wobleibtdieglobaleerwaermung. Sie berichtet nur, wenn es etwas zu vermelden gibt, und hat sich vor allem auf Langzeitbeobachtungen eingerichtet. Und ist darin solange der VdZ sie beobachtet sehr zuverlässig und oft wunderbar pointiert.

Über allgemeinere Themen informieren Seiten wie wattsupwiththat, die leider nur auf Englisch berichten, aber in den Augen des VdZ die beste und kritischste Seite zum Thema Klima ist. Hier findet man auch regelmäßig wissenschaftliche Berichte über die unglaubliche Datenmanipulation, die im Namen der Weltrettung - der Zweck heiligt dem Klimaalarmismus alle Mittel: weil die Wissenschaft sagt, daß es Klimaerwärmung gibt, muß sie auch in den Daten beweisen, und was nicht paßt, wird halt passend gemacht - an meteorologischen Daten begangen wurde und laufend weiter begangen wird. 

Ihr steht als deutsches Pendent immer noch das EIKE gegenüber, das aber auch viele Berichte der amerikanischen Seite übernimmt und übersetzt. Sie ist oft sogar schon recht unterhaltsam und polemisch geworden, was eine unausbleibliche Folge ist, wenn man sich ständig mit dem Thema Klimakatastrophe befaßt. 

Ebenfalls immer wieder lesenswert ist die Seite von kaltesonne.de, die sehr oft die Fakten zu publizierten Meldungen und Behauptungen prüfen und oft recht erstaunliche Gegenbeweise zu all dem alarmistischen Unsinn bringt, mit dem wir täglich gefüttert werden sollen.

Dies sind einige der Stellen im Netz, die neben einer Reihe von empfehlenswerten Büchern (aber das ist ein anders Kapitel, wobei sich etwa Björn Lomborgs "Apocalypse No!" liest wie sich eine Flasche Taittinger brut trinkt) empfohlen werden können, um aus dem Dschungel von Faschingsgirlanden, mit denen die Leitmedien tagtäglich nach uns in Massen - und dank ständig weiter perfektionierter PR-Strategie immer ausgeklügelter, so daß sie uns sogar schon am Klo erwischen, hinter jeder Ecke lauern können - wieder herauszufinden und zum Thema Wetter und Klima einen klareren Kopf zu bekommen. 

Wer dies alles aber nicht tun möchte, hat alles Recht dazu. Denn den Klimaphantasten auf der Ebene von "Sachinformation" begegnen zu wollen, ist verlorene Liebesmüh. Sie messen mit anderen Maßstäben. Deshalb ist die Klimaphantasterei auch eigentlich nur auf einer anderen Ebene als unfaßbarer Schwindel zu erfassen. Das hat sie mit den Evolutionstheorien gemein. Ein Gesamthorizont, eine Gesamtdeutung läßt sich nie aus "Daten" herbeifummeln, er muß immer vorausgehen und stammt immer deshalb aus anderen (metaphysischen) Bereichen. Wer das nicht weiß, dem sollte man sowieso in keinem Fall trauen. Speziell das Thema einer menschengemachten Klimakatastrophe ist dem Bereich social engineering zuzuordnen, nicht der Wissenschaft.

Aber man sollte dann doch die Disziplin aufbringen, sich von den Medien absent zu halten (und eigentlich sollte man das überhaupt, das betrifft auch die sogenannten Alternativmedien, die angeblich vor der Massenmanipulation retten), denn Worte wirken, auch wenn man ihnen, wie man meint, nicht zustimmt. Sie wirken auf eine phänomenologische Weise und die Medien sind nicht deshalb auch schon wirkungslos, weil sie nur noch Unsinn verbreiten - man täusche sich da nicht. Sie haben nach wie vor große Macht, denn der Mensch ist auf ein Allgemeines (als Wahrheit selbst, damit auch auf Sprache) ausgerichtet, und das hat mit der Stellung zu tun, in der sie im Umfeld positioniert sind. Also kann man sich davon nur fernhalten, es sei denn, man macht sich die Mühe, den Meldungen wirklich nachzugehen. Und das ist mehr als ein Moment des Bemühens, das verlangt auch manche spezifische Fähigkeit.





*150318*

Was Unternehmertum heißen soll

Der Anlaß ist traurig, gewiß. Die als Ehefrau den Sitz ihres verstorbenen Mannes innehabende Chefin eines der ältesten Unternehmens der Welt (!) - Welser Profile - aus der unmittelbaren Heimat des VdZ ist unlängst im 92. Lebensjahr verstorben.

Wer den Lebenslauf von Kommerzialrat Waltraud Welser, einer geborenen Wuppertalerin, etwas kennt (bzw. nachlesen will) kann nur den Hut vor dieser Dame besten Unternehmerstils ziehen. Sie hat bezeugt, was es eigentlich heißt, Unternehmer zu sein - Vater (oder wie hier: Mutter) eines Unternehmnens, ja einer Region zu sein. Und so wurde sie auch von den Mitarbeitern gesehen wie bezeichnet. Sie selbst bezeichnete immer die Menschen der Region als das eigentliche Kapital des Unternehmens.

Welser Profile (an sich ein Unternehmen, das es seit Jahrhunderten gibt) erfand vor einigen Jahrzehnten - in Tradition der als "Eisenstraße" bezeichneten jahrhundertelangen Tradition eines ganzen Tales, das sich seit dem Mittelalter der Eisenverarbeitung (per Flußkraft) gewidmet hat - ein Verfahren der Rundwalzenprägung von Profilen. Eine Innovation, die dem Unternehmen enorme Prosperität brachte. Und damit einer ganzen Region bis heute bringt.

Es beschäftigt heute 2.200 Mitarbeiter auf drei Standorten, zwei davon im Ybbstal, einem in Deutschland. Sie hat immer verstanden, daß Unternehmertum heißt, Vater bzw. Mutter (in Stellvertretung, als Sitz-Innehaberin) einer Umgebung zu sein. Der man verpflichtet ist. Auch in der Kultur. Das Unternehmen liegt nach wie vor in der Hand der Familie, also der Nachkommen von Waltraud (und ihrem bereits verstorbenen Ehemanns, KR Josef) Welser.

R. i. p. 



Photo: Niederösterreichische Nachrichten




*100318*

Montag, 26. März 2018

Einige Anregungen zur Auseinandersetzung mit Klima-PR (1)

Seriöse Information im Netz zu bekommen ist sehr schwer. Zu den allermeisten Themen gibt es sie nur, wenn man die Materie im Grunde bereits ausgezeichnet kennt. Das trifft für Wetter und Klima kaum zu, wo doch selbst die größten Koryphäen dieses Themas zugeben, daß man über das Klima der Erde als Gesamtphänomen so gut wie nichts weiß. Das macht sich die Klimaberichterstattung ja zunutze, die seit einigen Jahren auch zugegebenermaßen weltweit zentral gesteuert wird. Das ist keine Verschwörungstheorie, sondern das haben selten aber doch Massenmedien auch zugegeben, so wie der österreichische linksliberale Standard (immerhin!). 

Und diese Berichterstattung zeigt alle Merkmale wohl ausgeklügelter PR. So ausgeklügelt, wie halt PR sein kann, die sich auf die substanzlosen Aussagen der heutigen Psychologie verläßt. Deshalb kann man an der Klima-Berichterstattung auch die Richtlinien ablesen, nach denen sich diese PR-Stuben, die sämtliche Leitmedien der Welt (!) mit Klimaberichten füttert, gerade halten, was also neueste Erkenntnisse sind oder sein sollen. Das erkennt man an Änderungen der Strategien, noch dazu wo die Berichterstattung über das Klima in den letzten Jahren und Jahrzehnten immer kontraproduktiver wurde. Man sieht es an den allermeisten Prophezeiungen über bevorstehende Katastrophen, die zur Gänze nicht eingetreten sind, ja wo sich das Gegenteil zeigt. 

Meinungsmanipulation hat aber nur dann Sinn, wenn sie am Erlebenshorizont der Menschen ansetzt. Sie darf deshalb nicht zu abstrakt werden, dann folgen ihr die Menschen sehr bald nicht mehr. Also stimmt man die Berichterstattung ab, reagiert sehr rasch auf aktuelle Wetterphänomene. Da hat die PR eindeutig dazugelernt, wie man langfristig und "nachhaltig" Meinungen einer Menschengruppe von Millionen und Milliarden manipuliert: Man braucht ständige Abstimmung mit dem realen Wettererleben der Menschen, man braucht also "Erlebensadäquanz", sonst sind die Menschen nicht bereit, sich überhaupt einzulassen. Das Wetter wird so zum Köder für eine Gesamtschau, die man dann Klimaerwärmung nennt.
Wenn alle unter dem Frost stöhnen hat es wenig Sinn, über Erwärmungsphantasien zu reden. Hier hat sich mittlerweile die Strategie auf einerseits "Klimaänderung" (zu diesem Begriff ist die Zustimmung bekanntermaßen sehr hoch, denn wann gab es jemals keine "Klimaänderung", die noch dazu im Wetterwechsel täglich - scheinbar! - erfahrbar ist?) und anderseits auf "Extremereignisse". Obwohl es auch dafür nicht den geringsten Hinweis gibt, ja sogar gemäß den gängigsten Theorien der Klimaalarmistik eine Klimaerwärmung zu einer Abschwächung der Extremereignisse führt. Und lustigerweise: wenn man von Evidenz für Klimaerwärmung sprechen möchte, dann läge sie allerhöchstens darin, daß diese Extremereignisse in den letzten Jahrzehnten (samt Hurricanes und Extremniederschläge AB- und NICHT ZUGENOMMEN haben. 

Aber dann müßte man sich die wenigen Großereignisse, die es gibt - "Katrina", ein Dauerbrenner übrigens, oder die Hurricanes des letzten Jahres durch die Lappen gehen lassen. Die man allesamt natürlich zu Jahrhundertereignissen stilisiert hat und stilisiert, was natürlich sachlich ebenfalls falsch ist. Alle diese Hurricanes der letzten fünfzehn Jahre sind im Vergleich der letzten hundert bis hundertfünfzig Jahre relativ schwach gewesen, rangieren nur im weiteren Spitzenfeld. Aber es war einfach eine zu wunderbare Katastrophe, die die meisten auch noch nie erlebt hatten. Als Katastrophen, die zweifellos als Wetter zu diagnostizieren sind und so wunderbare Schreckenserfahrungen bringen, die als Traumata die Menschen ja immer sehr sehr manipulierbar, weil bereit machen, Fremdmeinungen geradewegs anzunehmen. 

Also steckt man da in einer kleinen Zwickmühle und spekuliert mit der Vergeßlichkeit, in der Emotion ("Traumaerlebnis", wie es teilweise sogar überhaupt erst durch eine dramatische Berichterstattung entsteht, richtig: als Trauma entsteht!) dauerhafter als Information ist. Manipulation und Manipulationsversuch durch Traumatisierung ist ja ein lange schon bekanntes Thema in der Psychologie, wenn auch kein unabwendbares Schicksal. Der Mensch ist eben keine Maschine, wie die Psychologie (beziehungsweise Humanwissenschaft) aber heute mehr denn je glaubt.

Wenn wie in den letzten Wochen und Monaten langen Wochen extremer Kälte (die natürlich auch erst damit erklärt wurde, daß sie der Klimaerwärmung zuzuschreiben ist, während man noch vor zwanzig Jahren davon sprach, daß es Winter überhaupt nicht mehr geben würde, wissenschaftlich sicher - aber wer erinnert sich daran noch?) endlich doch der unvermeidliche Frühling seine Fühler ausstreckt, die Temperaturen von minus zwanzig auf erste Plustemperaturen wechseln, stellt man nicht die Normalität solcher Ereignisse heraus, wozu man eigentlich schweigen müßte, sondern berichtet von "Extremen", weil sich binnen Tagen die Temperaturen "um sechsundzwanzig Grad" wandeln. 

Die Zeitungen faseln sofort, wenn die ersten Märzenbecher durchbrechen, von einer angeblichen Hitzewelle in der Arktis (auch das natürlich völlig falsch), einem Frühlingseinbruch "wie es ihn noch nie gab"*, die ewig aussterbenden Eisbären geistern wieder durch die Gesellschaftsspalten, und das Eis schrumpft wie üblich. Obwohl es das auch nicht tut, im Gegenteil, seit Jahren wird eine Zunahme der EisMASSE auch in der Arktis beobachtet, nicht nur am Südpol, nur kommt es zu gewissen Verlagerungen, aber auch das ist im statistischen Rückblick total normal, weil auch die Eisbildung speziell auf der Meeresoberfläche ein komplexes Geschehen ist, wo sogar Kälte Eisbildung verhindern kann, nämlich durch unruhige Oberfläche.

Aber eines ist klar: Das ist extrem, ganz gewiß. Wenn binnen Tagen die Temperaturen von minus zweiundzwanzig auf plus fünf oder zehn Grad steigen, ist das extrem. Freilich - es war immer so! Nur hat darüber niemand Aufzeichnungen gemacht, denn seit je, seit eh und je hat sich der Mensch keine Gedanken über das Klima gemacht. Das war einfach, man konnte es sowieso nicht beeinflussen (außer man hatte Regentänzer im Hofgarten.) Weil das Wetter - die Realform, mit der man es zu tun hat, "Klima" als Erlebnisobjekt gibt es ja gar nicht - immer als eine gegebene Größe hingenommen wurde. Über die sich niemand Gedanken machte, warum auch. 


Morgen Teil 2) Einige Empfehlungen





*150318*

Arroganz der Defensive

Wir leben heute in einem Klima, in dem abweichende Meinung - Opposition - zu einem Straftatbestand wird. Und sei es über "Verhetzung". Was ein Volk sich erwartet, das seinen geistigen Raum - und das ist der Sprachraum - derartig vermint, ist nicht mehr ausdenkbar. Es wird in totaler Verdummung und einem Ende seiner Kultur enden.

Das besonders Schockierende dabei ist, so Norbert Bolz, daß es heute die LINKE ist, die diese Beschränkung des Geistes fordert und betreibt, wo doch gerade sie es war, die immer für die Freiheit des Geistes zu kämpfen behauptet hat. 

Und die Medien spielen mit. Verstehen sich als Volkspädagogik.











*100318*

Sonntag, 25. März 2018

Der katholische Stil als Kriterium der Kirchlichkeit (2)


Teil 2)




Und deshalb ist auch das Wesentliche des Glaubens, die Erlösung, nicht primär an eine Lehre, sondern an eine Tat, an eine unveränderliche Liturgie gebunden - den Stil eben! Stil deshalb zu nennen, weil es unveränderliche Taten sind, die je neu in die Zeit gehoben werden (und nur insofern "geschichtlich" werden, das noch als Ergänzung zu gewissen Unklarheiten in Placuit Deo.) Und es ist der Stil, der dann in Folge die Realität der Menschen prägt und formiert, sodaß sie dann in-formiert sind. Real, Gestalten, durchdrungen von Form. Hier spielt Wort nur eine zweite Rolle.

Nicht ontologisch, natürlich, denn alles steht auf dem göttlichen Wort, sondern praktisch, als Weg der Welt, wie es von Gott von Anbeginn mit seiner Schöpfung geplant und gedacht war. Aber "praktisch", denn es ist der Stil, es ist die Tat, es ist die Praxis, es ist die Welt als Gestaltenwelt, über die (sic!) im vereinten Wirken im Hl. Geist, in der Gott von sich Kunde gibt. Weil alle Dinge, alles Geschöpfliche aus sich heraus versucht, seinem gottgegebenen Wesen (aus seinen Ideen, zusammengespannt in einem gigantischen Mosaik von Beziehungen in seiner Vorsehung) zu entsprechen. 

Und jede "Stiländerung", die aus diesem Rahmen* auszubrechen sucht, eben etwas anderes erzählt, und weil es nur eine Wahrheit geben kann - zu lügen versucht. Dazu braucht es dann den scharfen Intellekt, denn jeder andere, jeder nicht-katholische Stil müllt den Verstand zu, sodaß es nicht immer leicht ist, aus diesem Dschungel der Halbwahrheiten und Lügen noch zur Übereinstimmung von Verstand und Sein zu kommen.

Es ist also der Stil, der die Inkarnation Gottes in Jesus Christus fortführt, und in diesem katholischen Stil ist er bei uns, alle Tage, bis ans Ende der Welt. Weil dieser Stil in den Menschen des faktischen Alltags "in zerbrechlichen Gefäßen" ruht, wird seit je und je bedeutender die Stellung ist, desto mehr der Träger dieses Stils immer mehr eingehüllt und formal festgelegt. Damit er gar nicht in die Lage kommt den göttlichen Stil der Welt zu verbiegen, die Wahrheit zu verdunkeln - durch Menschlichkeit, durch "menschlichen Stil", der den göttlichen, den katholischen Stil erst in der vollkommenen Heiligkeit wirklich trifft. 

Weil es zur menschlichen Selbsterkenntnis gehört, daß man diese Heiligkeit immer nur mehr oder weniger erfüllt, weil es zur Demut sohin gehört, sich dessen bewußt zu bleiben, verbirgt sich seit je jeder Künder der Wahrheit hinter dem "katholischen Stil", hinter der Liturgie. Deren Reform 1969ff. (als Folge zahlreicher römischer Reformen seit dem Mittelalter, die alle in diese Richtung liefen) sohin kein "anderer Stil" waren, zu dem das verharmlost wird, sondern eine andere Mitteilung, eine andere Botschaft, und daß das so war, erleben wir an den Früchten in der Gesellschaft.

Denn es ist der Kult - und somit der Stil des Kultes - der die menschlichen Gesellschaften eint und vor allem "tektonisch" in der Wahrheit der Wahrheit gemäß formt. Es ist der Kult, von dem alle Kultur ausgeht. Von ihm geht Einheit aus, von ihm geht die gestalthaft begründete Vernunftfähigkeit der Menschen aus, die ihm beiwohnen. Es ist der Kult, in dem Gott in die Welt tritt, es ist der Kult wo diese gestalthafte Begegnung des Menschen mit Gott stattfindet. ES IST DER STIL, die die Welt prägt.

Zu meinen, es käme ja nur auf die Inhalte an, auf die Lehre, auf die Theologien und Philosophien, ist nichts anderes als Gnosis, mit allen Nebenfrüchten, darunter dem Protestantismus. Genau jene Gnosis, die in Placuit Deo in diesen Monaten angegriffen und erneut verurteilt wird - freilich schlau genug, ohne sie genauer zu definieren, wir wüßten ja alle, wovon die Rede ist.




*Dieser Rahmen ist zuerst einmal so zu sehen, wie die Begrifflichkeit auch wirkt: "Starr". Erst nämlich, wenn die Selbsttranszendierung des Menschen auf dieses Gegebene hin - und worauf hin sollte sich der Mensch denn transzendieren? Auf ein nebulöses "Irgendetwas Neues"? - vollzogen wird, bricht die Welt zu Gottes Geist und Idee hin auf. Es ist also paradoxerweise diese "Starre", auf die hin sich der Mensch wirft, um so frei und offen für Neues, für "Innovation" zu werden. Was die Bedeutung der Tradition vor Augen führt: sie erst, ja nur sie ist der Träger der Innovation! Wer also den "alten Stil" nicht liebt, hegt und sich ihm einfügt, der KANN überhaupt zu keinem eigenen, "neuen" Stil kommen, weil ihm die einzige schöpferische, "stilbildende" Kraft fehlt, die nur aus Gott stammt. Alles andere "Schaffen" (und auch "Stil-schaffen") ist Illusion und Täuschung, und damit Lüge. So schaut's aus. 

Deshalb war mit der Wahl des Hauses St. Martha als neuen Amtssitz des Papstes bereits 2013 und von Anfang an jener Bruch entschieden, mit dem wir heute zu tun haben. Darin lag bereits die Verweigerung ausgedrückt, den katholischen Stil zu pflegen, also sichtbar Kirche zu bleiben, und das heißt: fortzuführen. Es war der Startschuß zur Verkündigung einer tatsächlich neuen Lehre - und die müßte man Pelagianismus nennen. Placuit Deo wird also am Jüngsten Tag Zeugnis wider Franziskus ablegen, der VdZ hat keinen Zweifel. Dämonen müssen eben die Wahrheit sagen.





*130318*

Konservativ ist sicher nicht antireligiöser Affekt.

Man könnte fast Sympathie gegenüber dem Islam empfinden, wenn man diesen Vortrag aus einer Reihe im Rahmen der "Konservativen Bibliothek" hört. Konservativ? Lächerlich, wenn konservativ bereits den Rahmen der Aufklärung zu ihrer Argumentationsgrundlage wählt. Dann ist Konservativismus nur noch Rahmen progressistischer, rationalistischer Verblödung, bestenfalls irrationale Reaktion aus dumpfen Gefühlen.

Was hier gegen den Islam vorgebracht wird, ist schlicht und ergreifend anti-religiös. Es ist der Kampf gegen Religion überhaupt. Der großmütig nur noch utilitaristischer Wert beigemessen wird. Aber mit Abendland hat das nichts zu tun. Und auch nicht mit Verteidigung der Werte des Abendlands. Wenn Europa sich SO zu verteidigen müssen glaubt, hat es schon längst verloren. Und der VdZ meint: Leider, es hat schon verloren.

Seine "Verteidiger" sind nur absurde Gestalten, die irgendwie um sich schlagen, ohne noch zu wissen, worum es überhaupt geht. Und die den primitiven anti-religiösen Affekt der Aufklärung als Argument benutzen - tatsächlich! - um vorzuschützen, sie würden eine Kultur verteidigen.  Die sie selbst zugrundegerichtet haben und zugrunderichten wollen. Nur darin fühlen sie sich gestört.










*110318*

Samstag, 24. März 2018

Der katholische Stil als Kriterium der Kirchlichkeit (1)

Wie man jüngst las, beschäftigt sich mittlerweile eine ganze Riege von Theologen und Philosophen damit, nachzuweisen, daß Papst Franziskus ein Mann tiefer Gedankenstrukturen sei. Das geschieht in Form einer ganzen Reihe von elf Büchern, die von verschiedenen Autoren verfaßt unlängst vom Vatikan herausgegeben wurden. Sogar der em. P. Benedict XVI. wird in den Meldungen darum zitiert, weil er gemeint habe, daß es ein törichtes Vorurteil sei, davon zu sprechen, daß der jetzige Pontifex ein Mann der Praxis, und er, Benedict, einer der Theorie sei. Vielmehr sei Franziskus ein Mann tiefer theologischer und philosophischer Bildung. So wurde es kolportiert.

Wie sich mittlerweile herausstellt dürfte man hier eine Aussage Benedicts, die in ganz anderem Zusammenhang fiel, herausgepickt und mißbräuchlich verwendet, möglicherweise sogar umgekehrt haben. Was erhellenden Einblick in die Absichten der Riegen um den jetzigen Papst liefert, die Manipulation für nötig zu erachten scheinen.*

Aber lassen wir das vorerst. Denn es geht um die Behauptung, und die sieht der VdZ schlicht und ergreifend nicht als richtig an. Wohl aber glaubt er, daß Franziskus damit spekuliert hat, das Bild von sich insofern einer Bewertung zu entziehen, indem er alles und jedes von sich gibt. Weil nun die meisten nicht davon ausgehen, daß ein Papst derartig verwirrt und subjektivistisch-willkürlich sein kann, wie es bei diesem der Fall ist, haben sehr viele aber schon von Anfang an damit begonnen, diese unzähligen, nie in eine Einheit zusammengefaßten, weil zusammenfaßbaren Fragmente aus allen möglichen Theorien und Anschauungsweisen und Lehren im Einzelnen aus den Bergen von päpstlichen Worten herauszupicken und in einen konsistenten Rahmen zu stellen, gar zur Katholizität zusammenzuführen. 

Denn im Katholischen mündet, wie gründet alles in Einem. Etwas, das offenbar nun im Großversuch unternommen wird, um zu retten was zu retten ist, vor allem: Die Einheit der Kirche. Placuit Deo ist genau so zu bewerten. Deshalb mußte es ja auch so schwammig bleiben, als Mäntelchen für alle Tage, gewissermaßen. 

Aber lassen wir auch das, es lohnt die Beschäftigung mit dieser niederträchtigen Form der Lüge nicht, die - typisch schizoid eben - von den allermeisten nicht erkannt wird. Dafür macht sich in der römischen Kirche eine Verwirrung breit, die oft schon an Geistesstörung herankommt. Es ist zu spät, es ist bereits unglaubwürdig. Und es ist Etikettenschwindel, noch dazu. Einzig darin also innerhalb dieses Pontifikats konsistent. 

Viel interessanter ist uns im Moment die Aussage, die ebenfalls Benedict in den Mund gelegt wird: Es sei zwischen beiden eine innere Kontinuitätslinie, und beide unterschieden sich lediglich durch Stil und Temperament.

So kann man das auch nennen. Und es setzt gleich noch eine Lüge drauf. Denn dann wäre auch ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Syndrom) ein bloßer Temperamentsunterschied zur psychischen Normalität. Aber lassen wir das, denn auch das ist es nicht, worauf wir hinauswollen.

Vielmehr geht es um die Verwendung des Wortes "Stil". Es wird hier - wie seit langem üblich, auch das übrigens ein Symptom - so getan, als käme es auf das Äußere nicht an, salopp heruntergebrochen. Als wäre der Stil einer Amtsführung beliebig und gleichgültig, denn es käme ja "auf die Inhalte" an. Ungefähr so läßt sich das zusammenfassen.

Und die Inhalte werden ja nun hineingelesen, auf daß das wirre Gewöll, mit dem wir seit fünf Jahren konfrontiert sind, wie Mosaiksteine in ein ganz anderes Bild eingeordnet werden, weil angeblich einordnenbar wären. Das Perfide daran ist, daß die Vernunftfähigkeit vieler vieler Millionen Katholiken - nein, wollen wir sie nennen: Menschen des Vernunftgebrauchs - in den Müll entsorgt wird. Ihr habt Euch getäuscht, wird da vermittelt, Ihr habt einfach nicht das Ganze gesehen, das wir Euch jetzt erklären, Ihr könnt es nicht, und nach wie vor nicht, nehmt es also einfach an und entsorgt Eure dummen Vorurteile, die nur Eurer mangelnden Erkenntnisfähigkeit zuzuschreiben sind.

Aber Vernunft und damit Katholizität als die eigentliche Vernunft** ist nicht zuerst, ja gar nicht eine Frage richtiger Einzelteile, sondern Vernunft ist die Fähigkeit, Teile in ein Ganzes einzuordnen. Und insofern ändert sich der Anker der Vernunft als Bedingung und Garant der Freiheit des Menschen gar nie, wenn denn ein Mensch die Tugend des Willens zur Vernunft ("bona voluntas" - guter Wille) hat. Wenn aber nun plötzlich der Horizont der Vernunft "ganz anders" sein soll, ohne daß das die individuelle Vernunft nachvollziehen kann, weil sie zu einem Urteil kam, das durch Evidenz verifiziert und falsifiziert ist, wird der Versuch unternommen, den Einzelnen seiner Vernunft zu berauben.

Aber es stimmt eben nicht, was da gesagt und behauptet wird. Es ist nämlich GENAU der Stil, auf den es ankommt. Daß die Inhalte der höchstpriesterlichen Äußerungen orthodox sind, davon geht jeder aus und ist jeder ausgegangen, zumindest vorerst. Und weil sie das nicht waren, nicht sein konnten, bei so viel Widersprüchlichkeiten, hat der Papst jene Glaubwürdigkeit, die da neu zu begründen versucht wird, mit unlauteren Mitteln neu zu gründen versucht, längst bei den Menschen guten Willen - den Vernunftmenschen - verloren. Geblieben, diesem Bergoglio-Papst "treu" geblieben sind ... Zombies und Verbrecher, sofern diese alle überhaupt treu sein können.

Aber alles das wäre fast vernachlässigenswert, wenn das Zentrale des Katholischen, der "katholische Stil", erhalten geblieben wäre. Er ist es nämlich, der die Menschen zunehmend verwirrt hat und verwirrt. Er ist es, der die römische Kirche an den Rand der Selbstauflösung gebracht hat, bei weitem nicht erst seit dem 2. Vatikanum übrigens. Der Stil ist es, der die eigentliche Verkündigung trägt. 

Ex factis, non es dictis amici pensandi! Suche aus den Taten, nicht aus den Worten Deine Freunde.


Morgen Teil 2) 




*Dennoch hat der Brief Benedicts in gewissermaßen traditionalistischen Kreisen etwas wie einen Schock der Ernüchterung ausgelöst. Wie Hilary White in einem vielzitierten Artikel im amerikanischen Remnant ausführt, hat nämlich über Benedict als Papst immer ein großes Mißverständnis geherrscht, das zum großen Teil von einem Wunschdenken genährt wurde. Man wollte einen orthodoxen Papst. Dabei hat man übersehen, daß die eigentliche Theologie Ratzingers im Grunde nur eine Auffahrtsrampe zur jetzigen Katastrophe des Bergoglio-Papstes war. Bergoglio steht nämlich tatsächlich in einer Kontinuität mit seinem Vorgänger, und hat nur noch expliziter auf den Punkt gebracht, was sich schon in Johannes Paul II. ebenso wie bei Benedict XVI. abgezeichnet hat. Und was man "nouvelle theologie" nennt.

**Jedes andere Denken ist auf die eine oder andere Weise von "Häresien", von Auswählungen deformiert. Insofern hat auch in dem Punkt Placuit Deo Gefährliches, ja Falsches formuliert. Denn sehr wohl gründet Vernunft, die als Haltung in einer Haltung gründet - sehr zum Ärgernis der versammelten Erbsenzähler des Rationalismus - in einer sittlichen und damit ethischen Entscheidung.



*130318*

Ein nächster Theaterabend

J. W. v. Goethe, 
"Faust 1"

Mit Gustav Gründgens und Will Quadflieg in der legendären Verfilmung von 1960.









*120318*

Freitag, 23. März 2018

Die Rollen denken, nicht nur fühlen

Jeder Künstler ist ein Bote. Er kündet von den Abgründen, die er gesehen hat, die er in sich trägt. Wer keine Abgründe in sich hat sollte im Parkett bleiben. Den großen Auftrag der Schauspielkunst kann nicht erfüllen, wer sich völlig ins Geheimnis wollüstiger Verwandlung verstrickt. Das eigene Leben, die persönliche Natur des Schauspielers ist Teil seiner Wahrheit auf dem Theater. 

Es gilt also standzuhalten, der "Dämonie" der Verwandlung mit nüchterner Wachheit zu begegnen. Wach, überwach auf der Bühne zu stehen - nicht von Emotionen überspült. Die Rollen zu denken, nicht nur zu fühlen.

[Mir wurde an Josef Kainz klar daß] Pathos eine Sache der geistigen Spannung, nicht der Lautstärke ist. Weil ich junge Theaterleute erlebe, die ohne Idee vom Wesen und Geist unserer Sprache Theater spielen wollen und darüber hinaus nicht begreifen, daß Theater ohne echte Persönlichkeiten nicht möglich ist. Es gilt, starke Naturen zu erkennen und zu respektieren und von ihnen das Erlernbare anzunehmen, sonst werden die Theater leer sein, und Theater ohne Publikum ist ein Unding.



Will Quadflieg in seiner Autobiographie "Wir spielen immer"




*120318*

Vom Menschen auf der Welt

Glaubt wirklich hier jemand, daß mit "Entwicklungshilfe" im heutigen Format auch nur irgendein "Problem" zu lösen wäre? Oder meint man damit: Auslöschung von Kultur zugunsten eines technizistisch-absurden, ja perversen Lebensbegriffs? Löst irgendein westlich-wohlstandszentriertes Konzept auch nur irgendein Problem dieser Milliarden von Menschen? Und: Wollen die das überhaupt?

Bruce Parry hat in den Jahren 2005-2007 für BBC eine bemerkenswerte, vielteilige, legendäre Dokumentation über Völker fast rund um den Erdball angefertigt. Dieses Video könnte für den Leser ein Einstieg in die Kenntnisnahme des Menschen überhaupt sein. Und darum geht es doch, bitteschön! Und sicher nicht um die Umwandlung aller Menschen der Erde in jene Konsumtrottel, in die wir selbst bereits verwandelt sind.

Die Filme sind eine Schule des Realismus.









*060318*

Donnerstag, 22. März 2018

Offenbar ist der Eisberg viel größer

Die Namen der Hauptverdächtigen (Mubarek Ali, Ahdel Ali, etc. pp.) erübrigen manch weitere Kommentare. Insgesamt spricht die Polizei in England von bisher 300 Verdächtigen insgesamt, die Zahl der Opfer könnte die Zahl 1000 erreichen. Der Fall Telford, einer südostenglischen Stadt mit 155.000 Einwohnern, der nun durch die Daily Mail an die Öffentlichkeit kam, hat aber ziemlich sicher ähnliche Dimension wie der Fall Rotherham, soweit ist das schon jetzt absehbar. Prinzipiell gleichen sich die Fälle ohnehin wie ein Ei dem anderen.

Hier wie dort waren über viele Jahre, ja Jahrzehnte englische Mädchen, so gut wie alle minderjährig, viele schon ab einem Alter von 11 Jahren, von einem Ring (in Rotherham waren es Pakistani) orientalischer Täter mit Drogen, Drohungen und Gewalt, ja mit Morden, die die anderen Opfer einschüchtern sollten, gefügig gemacht und als Sexware an hunderte Mißbraucher, oft auch als Objekte von Gruppenvergewaltigungen, verkauft worden. Meist waren die Mädchen gewaltsam in Drogenabhängigkeit gebracht worden. Danach hatte man mit ihnen regelrecht als "Ware" gehandelt. Bekannt wurde etwa, daß Mädchen in Räumen über einem indischen Restaurant angeboten worden waren.

Manche Eltern waren auch zur Polizei gegangen, es war sogar zu Anzeigen und einzelnen Verurteilungen gekommen. Aber im großen Ganzen hatte die Polizei die Anzeiger lange einfach ignoriert und sogar abqualifiziert, den Opfern wurde kein Gehör geschenkt. Damit war nie Ausmaß, Prinzipialität und Systematik der Mißbrauchsfälle aufgefallen: Orientalische, organisierte Täter, und britische junge Mädchen als Opfer. Eine größere Untersuchung war auch gar nicht erwünscht, weil die Verantwortlichen nicht als "Ausländerfeinde" dastehen wollten, weil sich die Täter nur innerhalb einer bestimmten ethnischen Gruppe von Zuwanderern fanden. 

Damit wäre aber wie in Rotherham der Fall von einem Verbrechen ("Einzelfall") zu einer ungelösten Problematik der Migration geworden. Das war in beiden Städten gleich. Und in beiden Städten ging das über Jahrzehnte.

In Telford war erst ein spektakulärer Doppelmord der Anlaß gewesen, daß sich manche doch an die Öffentlichkeit wagten und die Daily Mail die Sache aufgriff. Dort hatten Proponenten des Mißbraucherrings ein Haus angezündet, auf daß ein jahrelang gequältes Mädchen, das Hilfe gesucht und sich geoffenbart hatte, samt deren Mutter, die die Behörden alarmiert hatte, als "Warnung" verbrannten.






*120318*

Warum aber fehlt die Gegenseite?

Freilich könnte man die im aktuell erschienenen vatikanischen Dokument PLACUIT DEO angeführten beiden Häresien als Bedrohung der Rechtgläubigkeit ansehen. Einige Kommentatoren befassen sich eingehend mit möglichen Kritikpunkten. Möglich, wie gesagt. Denn man könnte die oft schwammige Formulierungsweise vor einen Hintergrund stellen, der es tatsächlich gefährlich macht. Sehr gefährlich sogar. Der Leser möge sich selbst in seine Inhalte vertiefen, wie es diese und andere getan haben. Das alles sind mögliche Varianten. Man sollte sie lesen. Aber der VdZ teilt sie nicht in allen Punkten. Man sollte über dieses spekulative Dokument - wobei: darf ein Vatikan solche Spekulationen herausgeben? - eigentlich gar nicht weiterreden.

Denn wenn es spekulativ ist, und das behauptet es gewissermaßen, weil es auch das Recht beansprucht, nicht "exakt" sein zu müssen, dann ist es bestenfalls Anregung, aber kein Lehrdokument. Aber daß das irgendwann behauptet werden könnte, ja, tatsächlich, das ist eine Gefahr. Wenn diese einmal geschluckten Formulierungen irgendwann plötzlich doch das Wörtliche eines Lehrdokuments verlangen.

Placuit Deo gibt sich vorerst aber nur als Kritik an "heutigen Häresien", dem Gnostizismus wie auch dem Pelagianismus. Gut, warum nicht. Aber ist das wirklich ein aktueller Ansatzpunkt? Diese Frage muß man diesem Papst ja ständig stellen: Worüber redet er überhaupt? Was hält er für aktuell? Kennt er wirklich die Welt? Der VdZ meint: Nein.

Auch hier. Denn diesem Paar von Häresien steht ein anderes Paar auf der anderen Seite der Skala gegenüber, bei dem man sich fragen muß, ob nicht DIESES das weit dringendere Problem der Gegenwart ist. Denn Aktualismus und Irrationalismus scheinen viel brennender die Gegenwart zu verunstalten, als Pelagianismus und Gnostizismus.

Sicher, ja, es gibt auch heute den Irrtum, daß manche meinen, sich durch bestimmte irdische Formen und Rubrikentreue alleine (was gewisse Nähe zum Technizismus und Magismus hat) das Heil erwirken zu können. Und es gibt den Selbsterlösungsanspruch der Gnosis, die meint, mit bestimmten Erkenntnisinhalten in die ewige Seligkeit eingehen zu können, wobei diese Erkenntnisinhalte wiederum von irrational übernommenen Glaubens- und Anschauungssätzen ausgehen. 

Aber es gibt auch und vor allem die Verwüstung der Formlosigkeit, die nicht sieht, daß die innere Haltung der Gnadenzurüstung das Hineinsterben eben genau in die Form ist. Das verlangt zwar eine gewisse Loslösung von der Form, die nicht ins Absolute geschoben werden darf, aber es verlangt auch ein Zurücktreten vor ihr selbst. Und es gibt vor allem eine Bereitschaft, um des Aktuellen willen jede Form quasi aus dem Moment selbst herausspringen lassen zu wollen, ganz so, als trüge jeder Moment die Fülle seiner Transzendenz ganz in sich, und als würde jeder Augenblick auch eine ihr entsprechende Form schaffen wollen und vor allem sollen. 

Das führt zu Willkür und Beliebigkeit und übersieht dramatisch, daß die Welt in der Vorsehung Gottes geborgen eine Welt der Ideen Gottes ist, die in seinem Wissen geborgen aus diesem heraus in die Welt geboren werden müssen und wollen. Und sollen. Deshalb keineswegs beliebig sind, auch wenn sie ein gewisses zeitnahes, historisches Kleid tragen. Das aber nur eine Variante der im letzten in ihren Grundstrukturen immer gleiche Form ist. Weshalb der Bezugspunkt eben die Form sein muß, nicht die Zufälligkeit eingelassen werden darf, der, wenn sie ihre Kriterien aus dem Menschen schöpft (und woraus sollte sie dann schöpfen), eine gewisse Formtreue als Transzendierung auf diese ewige Form in Gott hin erst die Wirkung des Geistes Gottes auf Erden gewährleistet. 

Auch ist die Gnosis nicht alleine zu sehen, denn sie ist im Grunde eine Zwillingsschwester des Irrationalismus. Der da also meint - insofern auch mit dem Aktualismus verschwistert ist - weil der Verstand des Menschen nicht in der Lage ist, das Wissen Gottes endgültig zu erfassen, gleich auf diesen verzichten zu können. Stattdessen hat der Mensch die Notwendigkeit, den Verstand aus dem Wissen Gottes erleuchten zu lassen, auch wenn das niemals erschöpfend der Fall sein kann. Dennoch bleibt dann der Verstand in gewissen Grundstrukturen (die aus den Beziehungen der Ideen in Gottes Vorsehung stammen, diesen also analog sein müssen) von derselben Eigenschaftlichkeit Gottes der Geist ist, bestimmt. So, wie die Strahlen der Sonne in äußeren Kreisen zwar nicht die Sonne selbst sind, aber doch auf diese zulaufen und in ihr zusammengefaßt werden, ist also der menschliche Verstand das auf die Ewige Weisheit und das Wissen Gottes zulaufende. 

Und besteht wie das Zentrum, das Eine, in dem alles zusammenläuft, aus Widerspruchslosigkeit und Logik. Denn in Gott kann es keinen Widerspruch geben. Verzichtet aber der Mensch auf diese Logik, soweit er sie eben erfassen kann, wobei er sie in ihren Prinzipien sehr gut erkennen können muß (weil sich sonst das Schöpfungswerk Gottes überhaupt allen Sinnes - logos! - begäbe) verzichtet er einmal auf die Freiheit, und dann vor allem auf die Fähigkeit zu verantwortbarem Urteil. Er würde sich auf ein nicht beurteilbares "Irgendwas" werfen müssen, an dem er irgendwie mit "Glauben" anhangt. Das wäre also Fideismus, und würde dem Grundsatz des Glaubens widersprechen, der da eben NICHT heißt, daß man blind annehmen muß, was einem gesagt wird, sondern der da sagt, daß man seinen Verstand einsetzen und nach der höchsten Logik ausstrecken muß.

Die Folgen aus diesen beiden Häresien sind heute direkt erkennbar. Sie führen zur völligen Auflösung aller Wesensbegriffe, und damit zu einem völligen Zerfließen der Welt als Gestalt in eine technizistisch verstandene Welt bloßer Eigenschaften. Womit sich aber auch genau diese Eigenschaften auflösen, denn nur Dinge, Gestalten können Eigenschaften haben, sodaß menschliches Handeln tatsächlich zum bloßen und willkürlichen, der Situation, der Lust und Laune überlassenen Produzieren dieser Eigenschaften wird. Ethik aber kann sich nur aus dem Willen Gottes erschließen, und dieser Wille Gottes ist wiederum maßgeblich und äußerst weitgehend in seiner Schöpfung erkennbar - im Wesen der Dinge tätigt Gott seine Wesensaussage, sodaß nur der Respekt vor diesem Wesen der Dinge (in der Erkenntnis also) seinen Willen offenbaren kann. Und diesen müssen wir, wir die wir so zerbrechliche Gefäße sind, die allzu leicht fehlgehen, mit all unseren Befähigungen (in denen wir Gott ähnlich sind: Abbild!) im rationalen Urteil erfassen und befolgen. 

Weil wir aber diese Grundbereitschaft des Gehorsams nicht mehr aufbringen wollen, folgt heute zwangsläufig eine Willkürherrschaft einer quasi zufälligen "Moral", der weil sie den Gesetzen der Logik nicht mehr notwendig zu folgen hat, der Verzicht auf den Verstand am Fuß folgt.

Der Leser möge selbst sein Urteil fällen, welche der Häresiepaare - Erstarrung in Formen samt einer überrationalisierten Vernunftdefinition vs. völlige Formauflösung mit aktualistischer Ethik, die keine ewigen Wesenszüge an den Dingen mehr kennt und nicht mehr in Verstand und Vernunft, sondern im Verzicht auf den Verstand gründet. In jedem Fall aber könnte er zur Ansicht kommen, daß es alle diese Irrtümer sind, die heute anzutreffen sind. Wenn also der römische Pontifex die Absicht hatte, der Zeit ans Leder zu gehen, würde die Ergänzung um (zumindest) weitere Häresiepaare sinnvoll erscheinen. (Wobei ja alle Häresien auf die eine oder andere Weise zusammenhängen.)

Weil das aber nicht der Fall ist, könnte einen der Verdacht anspringen, daß die in PLACUIT DEO erwähnten Häresien nur der Aufhänger dafür sein sollen, anderen Häresiepaaren Tür und Tor zu öffnen. Ja gar noch, das im Schreiben so fleißig erwähnte "Lehrwerk" des jetzigen Papstes, dem die oben erwähnten komplementären Irrtümer und Neigungen nicht ganz abzusprechen ist, zu rechtfertigen. Indem man auf den einen Dieb hinweist, um den anderen Diebstahl nicht auffallen zu lassen. Sodaß man den Stimmen verständnisvoll gegenübersteht die da meinen, mit diesem Dokument habe sich der Papst eine Totschlagkeule zurüsten lassen, mit der er jene mundtot zu machen gedenkt, die an seinen eigenen Neigungen zu Häresien Anstoß nehmen. 

Zumal der Text tatsächlich recht fragmentarisch und vage, damit kaum eindeutig ausdeutbar und spekulativ geblieben ist, und Begriffe sehr verschwommen einsetzt, ja auf deren Klärung sogar ausdrücklich verzichtet. Und das ist für ein offizielles Dokument der obersten Lehranstalt, dem Vatikan, ja der Glaubenskongregation, höchst eigenartig.






*050318*

Mittwoch, 21. März 2018

Rückbesinnung auf das Menschsein

Flieder

Nun weiß ich doch, s'ist Frühling wieder.
Ich sah es nicht vor so viel Nacht
und lange hatt ich's nicht gedacht.
Nun merk ich erst, schon blüht der Flieder.

Wie fand ich das Geheimnis wieder?
Man hatte mich darum gebracht.
Was hat die Welt aus uns gemacht!
Ich dreh mich um, da blüht der Flieder.

Und danke Gott, er schuf mich wieder,
indem er wiederschuf die Pracht.
Sie anzuschauen aufgewacht
so bleib' ich stehen. Noch blüht der Flieder.


Karl Kraus






*110318*


Das Fordern von Hausverstand

Hier geht es um etwas anderes, als vielfach kolportiert wird. In Bewegungen wie Pegida zeigt sich eine Konsequenz aus einer Politik, die viele Jahrzehnte gegen das Rechtsempfinden eines Volkes gehandelt hat. Und nun Grenzen überschritten hat. Weil es diesen ontologisch verankerten, im Empfinden letztlich manifestierten wie manifestierbaren, durch die Sprache der Vernunft ("Kultur als Sprachraum") in Form zu bringende - nicht zur Kenntnis nehmen will. Aus simpler, wirklich simpel konstruierter Ignoranz und Überheblichkeit, noch mehr natürlich aus Inkompetenz. 

Es sind Bewegungen, die sich gegen die Vernunftlosigkeit wehren, die sie auszubaden haben. Geistig leider inkonsistent, aber völlig verstehbare, weil berechtigte Reaktionen. Wie sagte schon G. K. Chesterton in Anklang an Thomas v. Aquin einmal? Der Katholizismus - von dem sich Rom so weit weg bewegt hat, daß man nur noch staunen, sich abwenden kann - ist die Anschauung des gesunden Menschenverstandes. Diese Bewegungen wollen also einen Katholizismus, den sie nicht mehr in der Kirche finden. Sie wollen Hausverstand!









*040318*

Dienstag, 20. März 2018

Der Staat als Gott

[Wer aber die staatsrechtliche Literatur auf ihre letzten Begriffe hin untersucht wird feststellen, daß  überall der Staat - wie Gott -] eingreift, bald wie ein deus ex machina im Wege der positiven Gesetzgebung eine Kontroverse entscheidend, welche die freie Tat der juristischen Erkenntnis nicht zu einer allgemein einleuchtenden Lösung führen konnte, bald als der Gütige und Barmherzige, der durch Begnadigungen und Amnestien seine Überlegenheit über die eigenen Gesetze beweist; 

immer dieselbe unerklärliche Identität, als Gesetzgeber, als Exekutive, als Polizei, als Gnadeninstanz, als Fürsorge, so daß einem Betrachter, der sich die Mühe nimmt, das Gesamtbild der heutigen Jurisprudenz aus einer gewissen Distanz auf sich wirken zu lassen, wie ein großes Degen- und Mantelstück erscheint, in welchem der Staat unter vielen Verkleidungen, aber immer als dieselbe unsichtbare Person agiert.

Die "Omnipotenz" des modernen Gesetzgebers, von der man in jedem Lehrbuch des Staatsrechts hört, ist nicht nur sprachlich aus der Theologie hergeholt. Aber auch in den Einzelheiten der Argumentation tauchen theologische Reminiszenzen auf.



Carl Schmitt in "Politische Theologie"





*100318*

Weil das Volk das Problem der Politik ist

Die Rechten haben Recht - Yascha Mounk im deutschen Fernsehen am 20. Februar 2018. Die Stellungnahme des Professors in Harvard braucht keinen weiteren Kommentar. Wir sind Objekte eines einzigartigen historischen Experiments des Establishments, in dem eine monoethische in eine multiethnische Bevölkerung umgewandelt werden soll. Aus Völkern sollen wurzellose Bewohner gemacht werden. Die endlich der Politik nicht mehr im Wege stehen, sondern beliebig manipulierbar sind. Weil sich ihr Wertegefüge nicht mehr am Boden stetig generiert, auf dem sie stehen und leben, zu dem sie also eine feste Beziehung haben, die ihnen noch dazu als Auftrag begegnet.

Die Windpropeller verkünden tatsächlich, was ihre Gestalt aussagt: Sie verscheuchen das Leben, vertreiben die Kultur, machen Land und Volk zum universalistischen, ortslosen technischen Gestell.










*270218*

Montag, 19. März 2018

Der Staat als Ersatz göttlicher Ordnung

Alle prägnanten Begriffe der modernen Staatslehre sind säkularisierte theologische Begriffe. [Wo zum Beispiel] der allmächtige Gott zum omnipotenten Gesetzgeber wurde. [Das zeigt sich auch] in ihrer systematischen Struktur, deren Erkenntnis notwendig ist für eine soziologische Betrachtung dieser Begriffe. Der Ausnahmezustand [der für Carl Schmitt das Kriterium ist, das den wahren Souverän zeigt; Anm.] hat für die Jurisprudenz eine analoge Bedeutung wie das Wunder für die Theologie.

Erst in dem Bewußtsein solcher analogen Stellung läßt sich die Entwicklung erkennen, welche die staatsphilosophischen Ideen in den letzten Jahrhunderten genommen haben. Denn die Idee des modernen Rechtsstaates setzt sich mit dem Deismus durch, mit einer Theologie und Metaphysik, die das Wunder aus der Welt verweist und die im Begriff des Wunders enthaltene, durch einen unmittelbaren Eingriff eine Ausnahme statuierende Durchbrechung der Naturgesetze ebenso ablehnt wie den unmittelbaren Eingriff des Souveräns in die geltende Rechtsordnung. Der Rationalismus der Aufklärung verwarf den Ausnahmefall in jeder Form.


Carl Schmitt in "Politische Theologie" 




*100318*

Bis der Dampfkessel platzt

Was es an diesem Video auszusetzen gibt? Das werden wir gleich hören. Denn es handelt sich um das offizielle Bewerbungsfilmchen der ungarischen Stadt Székesfehérvár als eine der EU-Kulturhauptstädte im Jahre 2023. Aber es war der Grund, warum Székesfehérvár NICHT berücksichtigt werden wird. Denn in dem Film zeige sich, schreibt Russia Today, zu viel "weiße Fröhlichkeit", zeigen sich zu viele Kirchen und Kreuze, und zu wenig Migranten und Notleidende. So sei es dem Bürgermeister mitgeteilt worden.











*260218*

Sonntag, 18. März 2018

Nicht menschliche Banalität, sondern Gott hält die Welt

Es gibt etwas Grundsätzliches und Verbindendes zwischen allen diesen nun folgenden Einzelmeldungen. Beginnen wir einmal mit einem Video von einer Lanz-Sendung im deutschen Fernsehen, in dem der Verfasser einer Trump-Biographie mit für viele sicher verblüffenden Details der ungeheuren Banalität des Alltags des Präsidenten der USA aufwartet. Wenn Michael Wolff (aus eigener Anschauung) auch Donald Trump als einzigartig darstellt - er hat nicht recht. Aus dem Alltag Bill Clintons wurden nicht weniger lächerliche Details bekannt.





Nun streuen wir die Reaktion von Marie-Antoinette, der Gattin Ludwigs XVI., im Frankreich der Revolution 1789 dazwischen. Als eine Menge Menschen vor Versailles zog, um "Brot" zu fordern. Was nur wenige zu wissen scheinen: Frankreichs gesamtwirtschaftliche Situation zu dieser Zeit war gut wie selten zuvor und danach; ein eigenes Thema, und ein Problem jeder Revolution, die gewissen Wohlstand nämlich voraussetzt, weil eher ein Neidproblem ist (Wolfsohn: "Wer hungert revoltiert nicht!") Also, da zogen die hysterischen Pariser Weiber vor das Schloß Versailles und forderten Brot. Die kolportierte (und belegte) Reaktion von Marie-Antoinette, die sich erschrocken an ihre Berater wandte, was das zu bedeuten habe, reagierte mit dem berühmten Ausruf: "Dann sollen sie doch Kuchen essen?!" 

In Wahrheit hat sie gemeint, daß im Schloß kein Brot sei, sondern eben die königlichen Majestäten nur Kuchen aßen, also solle man ihnen den doch geben, wenn sie Hunger hätten. Eine also eigentlich sehr gut gemeinte Reaktion wurde absichtlich und posthoc falsch ausgelegt, um ihr ans Zeug zu gehen. In Frankreich eine besondere und besonders rechtzufertigende Sache, wir haben schon mehrmals darüber berichtet. Die Legitimität eines Herrschers über alle Franken ist so heikel, daß sie sogar Kirchenspaltungen durch Verleumdung - wie bei Karl dem Großen, der die byzantinische Kirche als "Götzenanbeter" (in den Bildern) verleumdete, um die Usurpation der Kaiserwürde (die es nach katholischer Auffassung nur einmal geben kann) zu rechtfertigen - eher provoziert hat, als diese Legitimität.

Nicht falsch auszulegen scheinen aber Aussagen von Kanzlerin Angela Merkel. Die Alexander Wendt auf Achgut so darstellt:

Nach der Entscheidung der Essener Tafel, vorübergehend nur noch deutsche Neukunden zusätzlich aufzunehmen, weil der Anteil der Nichtdeutschen schon auf 75 Prozent gestiegen war und junge kräftige Migranten deutsche Seniorinnen verdrängten, nach dieser Entscheidung also meldete sich die Kanzlerin bei RTL zu Wort und erteilte den ehrenamtlichen Helfern der Essener Tafel eine strenge Rüge: „Da sollte man nicht solche Kategorisierungen vornehmen. Das ist nicht gut“.

Nun sind die Deutschen schon einiges von dieser seit zwölf Jahren führenden Politikerin gewohnt. Sätze wie: „Volk ist jeder, der in diesem Land lebt“, oder, auf die Frage einer Wählerin, was sie gegen den rasanten Anstieg von Sexualattacken zu tun gedenke: „Strafdelikte sind bei uns nicht erlaubt“.

Das fällt in die Kategorie der (bei Marie-Antoinette verleumderisch interpretierten) Worte. Hier treffen sich die Fälle Trump und Merkel. Und fallen mit so manchen kolportierten und beobachtbaren Episoden des Papstes Franziskus zusammen, die wir hier deshalb nicht weiter ausbreiten wollen, weil wir uns vorgenommen haben, dessen so offensichtliche Nacktheit nicht weiter strapazieren zu wollen, also seit geraumer Zeit lieber schweigen. 

Und genauso wollen wir nur andeuten, also eher schweigen, über das, was der VdZ im Laufe seines Lebens gesehen hat. Wo er auf erstaunenswerte, als seltsame Gnade zu betrachtende Weise auch mit höchsten Positionen zu tun hatte. In seinem Haus waren zu gewissen Zeiten buchstäblich nicht nur alle möglichen hohen Gäste zu Gast, sondern sogar Präsidenten. Und er hatte noch so manche Gelegenheit, intimste Einblicke in höchste weltliche, wie geistliche Positionen zu gewinnen. Um zu sehen, daß die Aussicht auf ein kühles Bier selbst weitreichendste Entscheidungen mehr beeinflussen kann als jede noch so klare sachliche Überlegung.

Was heißt das? Heißt das, daß erstens, daß wir von lauter unglaublichen Luschen regiert werden? Daß unser aller Schicksal von lächerlichen Figuren bestimmt wird? Ja. Und nein. Es ist nur unserer Zeit - die eine revolutionäre Zeit ist, das heißt, eine Zeit, in der es nur um die Zerstörung der Ordnung geht - sehr eigen, daß die Information, die wir erhalten nicht mehr eingeordnet werden kann. Weil es allen, wirklich allen an Realitätserfahrung fehlt. An Weisheit, könnte man sagen. 

Denn diese Dinge waren nie anders. Nie. Nie! Buchstäblich. In revolutionären Zeiten aber fallen sie umso mehr auf, als sich der Charakter dieser Zeiten prinzipiell gegen die Ontologie richtet. Und damit gegen die Ordnung des Seins, die in ihrer Natur ideell ist. Die Hierarchie der Welt ist also eine geistige Ordnung, die die Menschen zwar mehr oder weniger verfehlen, und zwar immer, IMMER, die aber in ihrer entelechialen Kraft (also in der Kraft des Seins selbst, das nach Seiend-sein drängt, also nach Welt) nicht zur Ganz-Realität kommt, also immer (sic!) mangelhaft bleibt. Egal welche Person man nimmt! Der Mensch ist zu schwach, um die Ordnung der Schöpfung herzustellen, wie sie gedacht ist, wie sie aber auch kraft ihrer geistigen, idellen Anlage auch zu sein drängt.

Ein Problem damit haben aber nur wir, haben nur revolutionäre Charaktere. Denn sie wollen das Sein korrumpieren. Sie wollen sich selbst an die Stelle Gottes setzen. Denn vertrauen kann der Mensch nur in diese geistige Ordnung, die man "Vorsehung Gottes" nennen kann (und muß weil gedanklich muß) und nicht in die menschliche Vollkommenheit.

Nur wer also an die Weltimmanenz der Welt glaubt (und das ist durchaus ein Seitenhieb gegen Hegelianer) kann von der Banalität des Menschlichen - auch in höchsten Führungspositionen, die Betonung liegt in: Höchsten! - enttäuscht bleiben. Eine solche ist aber gar nicht anders möglich. 

Vielmehr wird in der Bezugnahme auf menschliche Schwäche, von der sich keiner ausnehmen kann, von der sich Rebellen gerade "freisprechen" wollen, ersatzweise, theaterstückweise - die Kraft des Geistes beschworen. Als Wissen Gottes, wie C. M. Schneider es nennt, als Vorsehung Gottes, als Gott als Geist, ohne den überhaupt nichts, buchstäblich: nichts denkbar und möglich ist.

Deshalb hat sehr sehr viel an der bewußt dargestellten Nacktheit, die sich als "Information", als "Aufklärung", als "Enthüllung" maskiert, hinausschreit, bezeichnet, einen äußerst ungustiösen Beigeschmack. Sie hat den Beigeschmack einer völligen Unkenntnis der Welt gerade darin, daß sie deren Kenntnis durch "Erfahrung" vorgibt. Nur aus dem inneren Gespinst der Welt aber, aus ihrem Geist also, läßt sie sich jemals verstehen. 

Die Hoffnung der Menschen kann also nie auf die innerweltlichen Realitäten bezogen werden. Vielleicht durch Aufdeckung, weil nun "alle alles wüßten". Nein. Sie wissen nichts. Wissen tut nur der etwas, der aus ihrem innersten Gefüge her, dem Geist also, der Idee, der Vorsehung Gottes, auch ihre realen Bewegungen erkennen kann.

Jawohl, es gibt heute viele, die etwas wissen. Es gibt viele, die viel wissen. Aber es gibt kaum welche, die etwas wissen und wissen, WOVON sie etwas wissen. 

Das gilt im übertragenen Sinn für ALLE Bereiche. Selbst, ja ... selbst für Angela Merkel. Wer glaubt, sie aus ihrer realen, faktischen Banalität begreifen zu können, irrt. Wir haben es hier wie überall mit viel grundsätzlicheren geistigen Bewegungen zu tun, als es diese blass-lächerliche Pfarrerstochter aus Hamburg vermutlich selber weiß.

Jeder Respekt, jede Ehre, jede Verehrung kann also immer nur den inneren, geistigen hierarchischen Strukturen und Ordnungen gelten. Niemals dem zufällig diese repräsentierenden Menschen selbst. 

Und das ist das Geheimnis, das alle Revolutionäre nicht wissen. Denn sie wissen meistens gar nichts. Denn Wissen heißt: Teilhabe (in Analogie) am Geist, der Gott ist.

Worin sich also ebenfalls, wie in so vielem anderen, zeigt, was eine Charakteristik eines Volkes, einer Gesellschaft kennzeichnet, in der (ständig) revolutionärer Geist geboren wird. Wie in Deutschland, wie in Ungarn, wie in ... etc. etc. Gesellschaften, die in der Geschichte wieder und wieder durch Rebellionen, Revolutionen auffallen. Es sind Gesellschaften, immer und ausnahmslos, wo das kulturelle Klima (als fleischgewordene Effektivität der institutionellen Prozesse) sich auf die "handfeste Erfahrung" bezieht, ohne diese mit dem Geist abzustimmen und VON DA HER zu verstehen. Die also in den haltlosen Subjektivismus gefallen sind, und diesen von Generation zu Generation weitergeben.

Jawohl, Merkel, Trump, Franziskus etc. etc. sind lächerlich und banal. Ja dumm. Aber das Gefüge der Welt wird durch das Sein aufrechtgehalten und durch die Geschichte geführt. Es geht in der Geschichte also um eine Geschichte mit Gott. Nur dann, wenn wir das wissen, wenn wir uns daran halten, werden wir auch verantwortlich handeln können. In unserem Lebenskreis. Nicht mehr. Aber auch nicht weniger.

Heißt das, daß wir stillschweigend zu ertragen haben, was da über uns kommt? Nein. Und doch auch: ja. Irgendwie. Uns muß vor allem einmal bewußt werden, daß wir ohne dieses geistige, innerste Gefüge der Welt - der geistigen Ordnung also - alle, wirklich alle LÄCHERLICHE NICHTSE sind. Daß das, worauf wir uns hinwerfen sollen, dem wir uns ergeben müssen, der ideelle Ort ist, an dem wir stehen, und auf den wir Kraft einer niemandem als Gott zu verdankenden Geburt geworfen sind. DORT liegt unsere Aufgabe, nirgendwo sonst. Und wir werden sie immer auf lächerliche Weise erfüllen! Wir versagen siebenmal siebzigmal mehr, als es uns aus eigener Kraft jemals gelingt. Denn jedes Gelingen ist ein Wunder Gottes. Weil die Welt in ihrem innersten Wesen Wunder ist. 

Wenn schon, dann sollten wir nur Angst - zeitliche, nicht ewige Angst - vor jenen haben, die nicht im Kult vor Gott stehen. Die glauben, die Welt wäre nur aus menschlicher Anstrengung zu gestalten wie zu retten. Und das betrifft alle, wirklich alle Seiten und Parteiungen. Heute.

Denn vor Gott ist jeder Mensch nackt, lächerlich, banal. Mehr zu sein ist eine Gnade, um die es unaufhörlich zu bitten gilt.

Auch wenn das nie heißt, daß wir - im Rahmen unseres Ortes, an dem wir stehen - einfach zu schlucken haben, was sich an Banalitäten über uns ergießt.  Wir müssen uns sogar gegen sachliche Unmöglichkeiten wehren, wo sie uns betreffen. Aber wir dürfen nicht glauben, daß unsere eigene Banalität auch nur um ein Haar weniger niedrig wäre. Und gar glauben, wie es heute oft scheint, daß eine "Welt der schonungslosen Aufdeckung" auch nur um einen Deut besser wäre, als die, die wir heute erleben müssen.

Denn wir sind immer zeitbezogene Wesen. Und nur darin und deshalb Fenster zur Ewigkeit, weil wir an dieser Zeitgebundenheit - die heute mit Recht Banalität heißt - leiden und offen werden für den Geist selbst. Wir müssen akzeptieren, daß wir in einer kaum zu glaubenden kulturellen Niedrigkeit leben. Das ist das Geheimnis.




*020318*