Dieses Blog durchsuchen

Posts mit dem Label Entropie werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Entropie werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 22. Februar 2017

Versuch etwas ganz einfach zu machen

Wie wenig sich von einem Teilsystem über das Insgesamt eines physikalischen Systems aussasgen läßt, und umgekehrt, vom Ganzen auf die Teile, zeigt in Beispiel aus dem (grandiosen) Buch von Wolfgang Köhler, "Die physischen Gestalten in Ruhe und im stationären Zustand", das auch zum enormen Fundus an vergessenen Kostbarkeiten der Wissenschaftsgeschichte gehört. Wir wollen es hier sinnbildlich darstellen, man möge sich also nicht an dezitierte physikalische Details klammern, die sind in Köhlers Buch nachzulesen und hier nicht notwendig, wir wollen hier ja nur durch extreme Versimplifizierung ein Gedankenprinzip der Naturwissenschaft anzudeuten versuchen.

Man stelle sich ein geschlossenes physikalisches Ganzsystem vor, das aus den beiden Teilsystemen A und B besteht, jeweils Gase in derselben Menge, aber in anderen Temperatur-/Energiezuständen. System A weist den Energiezustand -3 auf, und System B den von + 3. "-" bedeutet "hin zur Entropie", "+" von ihr weg. Beide sind durch eine Wand getrennt, die hohen Austausch, aber wenig Eigenenergie aufweist (also vernachlässigbar ist.)

Beide Systeme zeigen die Tendenz - ein Grundgesetz der Physik, - daß sie zu einem Harmoniezustand streben. Sie werden sich also austauschen, und zwar immer vom höheren zum niedrigen Energiepotential hin. Teilzustände suchen immer einen Harmoniezustand im Ganzen, wollen alle Spannungsdifferenzen ausgleichen.

Damit haben wir zwar im Durchschnitt relativ hohe Entropieneigung (Null),  doch trifft dies bei keinem der Teilsysteme zu. Das eine ist sehr entropienah, das andere weit davon entfernt.  Das nur vorweg.

Erhöht man nun die Energiemenge in A auf sagen wir -2, so bedeutet das eine Verringerung des Gesamtzustands der Entropie im Gesamtsystem, gewisermaßen "eine Verbesserung" im Teilsystem A. Durch den physikalisch unausbleiblichen Ausgleich aber wird sich aber im Teilsystem B die Richtung zur Entropie hin (Auflösung der Ordnung, Zerfall) dennoch verschlechtern. Während sich also das Gesamtsystem "verbessert", verschlechtert sich das Teilsystem B. Gleichzeitig verlangsamt sich (weil sich der Energiespiegel in geringerer Differenz befindet) die Austauschgeschwindigkeit. Teilsystem A wird sich als nun langsamer von Teilsystem B erhöhen, von der Entropie wegbringen lassen.

Nehmen wir nun an, wir entziehen Teilsystem B mit seinen + 3 Energie. Dann hat sich das Gesamtsystem verschlechtert. Dennoch steigt im Teilsystem A der Zustand weg von der Entropie, wenn auch etwas langsamer.

Belassen wir es aber bei den Energiemengen, so wird sich zwar das Gesamtsystem der Entropie nähern, zum Harmoniezustand Null, und zwar durch den Ausgleich alleine, dennoch ist Teilsystem A weniger entropienah geworden.

Das konkrete Beispiel läßt sich in vielerlei Richtungen fortdenken, mit vielerlei Rückfolgerungen. Es soll nur etwas Bestimmtes aber leichter verstehbar machen. Und sei es daß es begreiflicher macht, wie problematisch es ist, aus Gesamtrechnungen auf wahre Zustände in Teilsystemen zu schließen. Was für das Ganze gilt, gilt also nur für einen Teil, ein anderer Teil kann sich gegenteilig entwickeln. Ebenso muß das was für einen Teil gilt nicht für das Ganze gelten.





*140217*

Mittwoch, 24. September 2014

So sieht Weltrettung aus

So sehen Windräder aus, wenn sie 27 Jahre stehen, und immer weniger gewartet werden, weil sich die Wartung nicht rechnet, bis sie stillgelegt werden. Denn die Wartungskosten wurden, wie sich mehr und mehr herausstellt, völlig unterschätzt. Beispielsweise ist die Materialbeanspruchung der Kugellager so hoch, daß sie nicht nur regelmäßig ausgewechselt werden müssen, was enorm teuer ist, sondern auch Brände in den Turbinen keine Seltenheit sind: Techniker des Imperial College London und der University of Edinburgh berichten von derzeit jährlich 120 Bränden in Windrädern. In den Turbinen entsteht große Hitze, dort befinden sich aber leicht brennbare Stoffe, wie Hydrauliköle oder Kunststoffe.


Stillgelegte Windräder auf Hawaii; Photo: Mail online

Brand einer Windturbine in Ardrossan, North Ayrshire,2011, wegen strenger Winde



***

Sonntag, 15. September 2013

Dialogische Struktur der Welt

Hinter den ethischen Fragen der Gegenwart (in der Medizin) steckt eine anthropologische Problematik. Aus sich heraus kann die Medizin sie nicht beantworten. So wie die gesamte Wissenschaft, die ohne Transzendenz in sich kreist und jede Orientierung verliert.

Die Struktur der Welt ist "logos", Vernunft. Alles befindet sich in einer ausgewogenen Ordnung, anders wäre jede Wissenschaft ohnehin sinnlos. Und hinter allem Werden und Entstehen steht ein dialogisches Geschehen - so, wie Gott selbst in der Dreifaltigkeit ein dialogisches Geschehen ist.

Zwar wird man Beck zustimmen können, wenn er meint, daß die Welt sich aus sich selbst entwickelt NACHDEM sie geschaffen wurde, doch ist ist die Diskussion um Evolution damit ungenügend gestreift, weil der herkömmliche Evolutionsbegriff die Schöpfung ausschließt, ja genau die Schöpfungslosigkeit belegen soll.  Beck's Aussage, daß Evolution und Schöpfung sich nicht widersprechen, ist also vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Naturwissenschaft etwas voreilig.

Damit schließt der Evolutionsbegriff ja genau jenes dialogische Geschehen aus, aus dem heraus biologisches Geschehen verständlich wäre, und Beck es sehr gut nachvollziehbar darstellt. Alles was konkret ist ist aber ein Zusammengewachsenes - aus Form und Materie. Damit wird aus Chaos - Kosmos. Die Welt an sich, alleinegelassen, neigt zum Chaos, zur Entrophie, im diabolischen (zerstreuenden) Sinn. Der der Geist, das Symbol (Sakrament, lt. Beck; s. Fußnote*) als Zusammenführendes existentiell notwendig entgegenwirkt.

Ein sehenswertes Video, das sehr viele Fragen sehr gut verstehbar anspricht, und viele Tatsachen anführt, die in den täglichen Diskussionen völlig unter den Tisch fallen. Wie die Tatsache, daß Stammzellentherapien (aus Embryonen) nicht nur aus der Frage des Embryos (als Mensch) heraus ethisch verwerflich sind, sondern daß sie im Behandelten selbst gar nicht bewirken, wessentwegen sie eingesetzt wurden, sondern (als Beispiel) in hohem Maß Krebs auslösen. Weil Zellen eben keine mechanischen Bausteine sind, sondern immer in ein Insgesamt des jeweiligen Organismus eingebettet und darauf abgestimmt sind, aus dem Gesamten ihren unersetzbaren und sie formenden Platz haben.

Gesundheit ist kein fertiger Zustand, der erhalten werden könnte, sondern ein "Zwischenbegriff", um den sich jeder Mensch ständig mühen muß. Krankheit ist ein Stadium im prinzipiell graduellen Kampf um dieses Bleiben im Bestand. Es ist eine empirisch belegte Tatsache, daß geistiges Geschehen, geistige Zustände direkte Auswirkungen auf das Gesamtverhalten des menschlichen neuronalen Netzes und auf das Immunsystem hat.

Die Welt ist vorstrukturiert - Schöpfer und Geschöpf. Der Mensch steht nun dazwischen, begabt mit Freiheit und Verantwortung für sich. Moralische Konflikte, Wahrheit oder Lüge (die Spannung bewirkt), verändern Gehirnstrukturen, das ist meßbar. Wenn jemand nunmehr über längerem Zeitraum in solchem Zwiespalt lebt, kann es passieren, daß auch Zellen "entarten" (bei aller Vorsicht, mit der man solche Aussagen behandlen muß).

Sünde ist, vor Gott nicht man selbst sein zu wollen, oder ohne Gott man selbst sein zu wollen, zitiert Beck Kierkegard. Der Mensch aber neigt von sich aus zum Nein, zur Absage an diesen Auftrag.








*Die Wirkweise der Sakramente auf die Symbolebene zu beziehen ist für einen katholischen Theologen höchst seltsam. Sakramente sind KEINE Symbole! Sie sind reale Wirkungen aus dem, was sie bezeichnen. Zeichen und Symbol sind nicht dasselbe.

***

Donnerstag, 6. September 2012

Versuch einer Gedächtnistheorie

Das Gesetz der Entropie besagt, daß ein abgeschlossenes System zerfällt, daß der Selbstvollzug abbricht, wenn ihm keine Energie von außen zugeführt wird. Ein immanentes Universum muß (bzw. müßte) also zwangsläufig über kurz oder lang zerfallen.

Wie nimmt ein System Energie auf? Durch Ingetration eines außenliegenden Faktors. Wie intergriert es diesen? Durch Selbsttranszendenz: es läßt sich vom Entgegentretenden formen, um sohin in der (nachleidend nur zu gewinnenden) Erkenntnis an dessen vitaler Kraft ("Energie") teilhaben. Weil Selbsttranszendenz und Mechanik (Methodik) sich aber ausschließen, verlangt diese Selbstöffnung eine Öffnung ins Unbekannte hinein. Und weil das umgekehrt kein summarisches Übergehen von "Energie" ist (fremde Energie kann also nicht einfach übernommen werden), sondern Energie, die im Selbstvollzug, im Vollzug von etwas Vorhandenem bereits ist, allerdings nur im Vollzug aktiv und damit vorhanden ist, ist diese Aktivierung nur in dem Ausmaß möglich, wie diese Vorgänge in einem System aus seiner Natur heraus angelegt sind. Was beim Menschen, dem Abbild Gottes, heißt: universal. Alle Dinge des Universums kommen also im Menschen gleichfalls vor. Abstrahiert, prinzipiell, in ihrer wirklichen Wirklichkeit.

Auf diese Weise wird das aufnehmende Lebewesen zu einer abstrahierten Verdichtung dessen, was ihm begegnet ist, und worauf es affektiv geantwortet hat. Befestigt im Fleisch (!), wird der Mensch zu einem verdichteten, präsenten Gedächtnis seiner Vergangenheit - sein "Selbst" der Gegenwart ist Gedächtnis an sich.

Wo immer der Mensch bzw. ein Lebewesen nicht naturgemäß (in obigem Sinn!) handelt bzw. sich vollzieht, also in dieser Selbsttranszendenz (das Tier, die Pflanze ist IMMER selbsttranszendent), bleibt er ohne dieses Leben. (Wobei mehr und mehr sich ein Sträuben im Autor einstellt, das Wort "Energie" noch zu verwenden, weil es sich angesichts heutiger Denkweisen zu leicht mit physikalisch-mechanistischen Kategorien tränkt) Damit verfällt er nach und nach dem Tod, und er tut es dort, wo dieses Gedächtnis nicht mehr präsent ist. (Weshalb Nostalgie dem Morbiden zugerechnet wird, mit Recht.)

Seine geistige Gegenwart geht dem Gesetz der Entropie gemäß in Verfall über.

Das Gesetz der Entropie verlangt also die Präsenz des zu Erinnernden, geordnet von der Vernunft, die eine Einheit mit dem Einen, dem Sein (Gott) bedeutet. Mit dem - als lebendiger Vollzug von Lebenswirklichkeiten - die Gegenwart zu bestreiten ist. 

Was also passiert, wenn diese Erinnerung nicht mehr fleischlich präsent ist? Der Mensch stirbt, nachdem er in Demenz gefallen ist.

Nachdem jede Technik eine Fähigkeit des Menschen auslagert, fördert jede Technik der Gedächtnisauslagerung ... die Demenz. Und damit den Tod. Und nachdem alle Lebewesen nur im Maß der Selbsttranszendenz überhaupt leben, führt eine selbstbezogene, invertierte Lebenshaltung zum Tod, stirbt der Mensch an der Entropie seines Leibes, der unfleischlich wird.



***