Solange die Schnecke noch durchsichtig ist, also "keine Haut" hat, ist alles, was an ihr sichtbar ist, wohl geordnet und symmetrisch. Dann beginnen die inneren Organe "Außen(haut)" zu entwickeln, das heißt, daß sie wie oben gesagt in die Verästelungen der "Blattimitationen" gehen. Je mehr sie das tun, desto blickdichter werden die Tierchen. Und desto mehr wird an ihnen ein Außen (Haut) sichtbar - und nur noch die.
Treibgut - Wo am breiten Strome die Ufer stehen, sind Schwarzerlensamen aufgegangen, und schäumen als saftige Büsche die Ränder der großen Lethe, die alles ins Dunkele Meer trägt; ihre weichen Äste, die noch nicht ahnen lassen, welcher später als kahler Stamm reife Blätter hoch in der Sonne wiegen wird, tauchen in die Wasser, wie Kinderhände. Dann und wann greifen sie, denen alles noch ernstes Spiel ist, nach Treibgut. Oder es bleibt hängen, lädt zum Tanze, haucht im Kusse Lebwohl
Dieses Blog durchsuchen
Posts mit dem Label Lyonnet (Pierre) werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Lyonnet (Pierre) werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Montag, 6. Dezember 2021
Leben zielt auf Sichtbarkeit (1)
Adolf Portmann weist auf eine Erscheinung hin, die ihm das erste Mal bei Caliphylla aufgefallen ist, einer kleinen, hauslosen Schnecke, die so in die Algen des Meeres eingepaßt ist, daß sie eigentlich nicht sichtbar ist. Denn ihre Verdauungsorgane erweitern sich in ihrem Lebenszyklus in Hautblätter, die sie verästelt durchdringt (und formt), die den Algenblättern so ähnlich sind, daß sie nicht unterscheidbar sind. Die Schnecke ist also "nicht auf Sichtbarkeit ausgerichtet", wie Portmann festhält. Das macht eine Erscheinung umso merkwürdiger, die er beobachtet hat, und die etwas von Gesetz an sich hat, das uns etwas ahnen läßt, ohne daß wir es der Kritik einer Formulierung aussetzen könnten. Wie so vieles eben in der Natur.
Abonnieren
Posts (Atom)