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Mittwoch, 13. Juli 2022

Regierung ist immer personal

Nicht zum ersten mal, wurde im Corona-Ausschuß 111 beklagt, daß staatliche Institutionen (Justiz, Polizei) durch private Interessensgruppen instrumentalisiert würden. Nun ist das zwar richtig, aber in einem größeren Zusammenhang gesehen ga rnicht anders sein kann. Denn wen nauch diese Corona-Aufklärer ständig von Demokratie reden, so bekritteln sie Zustände, die nicht die Demoikratie deformieren, sondern zu ihrem Wesen gehören. 

Das da wäre, daß sich auch in der Demokratie die wesensgemäß EINZIGE Organisationsform des Menschen - chthonisch, aber unvermeidlich weil ontologisch motiviert - ihre Bahn sucht. Und die ist nicht dmeokratisch, sondern monarchisch und hierarchisch, also ein System der persönlichen Gefolgschaft, die einer PERSON geleistet wird. 

Dienstag, 4. Juni 2019

Vom Fehler, alles für einen Mechanismus zu halten (2)

Teil 2)




Viele übrige Interpretationen, die man hier antrifft, vor allem die, die sinngebend für eine Gesamtaussage fungieren, sind blanke Ideologie und direkt abzulehnen. Hier alles anzuführen, was inhaltlich einfach nicht stimmt, würde jeden Rahmen sprengen, eine gewisse ideologische (und damit emotional instrumentalisierende) Linkslastigkeit kann man dem Inhalt nicht absprechen. Aber auch Karl Marx hatte ja nicht in allem Teilhaften, das er sagte, Unrecht. Gewisse Mechanismen im Kapitalismus hat er sehr gut durchschaut. Und doch ist seine Gesamtdeutung, in die er alles einbettet und die deshalb alles vergiftet, strikt abzulehnen.

Das wird nicht besser, wenn wir vor Augen halten, daß wir heute tatsächlich sehr in unserem Lebensvollzug vom Großkapital (und der mit ihm verschwisterten weil abhängigen Politik) bedrängt und sogar drangsaliert werden. Und es ist auch notwendig zu sehen, weil wir sonst unser Leben in dieser Welt nicht begreifen. Es steht damit in striktem Gegensatz zu dem, was unabdingbar für den Menschen ist: Freier Markt. Kapitalismus ist nicht "freier Markt".

Die im Video vorgestellten Anregungen sind nur das nächste Modell eines Begreifens von Wirtschaft als technischen, isoliert bestehenden (oder sogar beherrschenden) Mechanismus, der zur Utopie hochgesteigert wird. Und solange wir Wirtschaft so sehen (wollen), werden wir nur von einem Desaster ins nächste stolpern. Daß dennoch immer irgendwie ein gewisses Grundgeschehen im wirtschaftlichen Vollzug der Menschen funktioniert, ist für vieles Hinweis und es ist der "Bückwirtschaft" zu verdanken, wo sich das Naturrecht als eigentliche, wesensbezogene Grundlage des Lebens meldet. Dazu haben wir bereits geschrieben. 

Eine übertriebene oder gesteigerte Angst vor "dem großen Crash" ist deshalb auch unbegründet, Leute, bleibt ruhig, vernünftig, gemessen und realistisch. Der Mensch hat etwas, das kein Apparatus je kann: Pfiffigkeit, Schläue, List, Vernunft, Menschlichkeit, Mut und Anstand. Wenn wir es nicht wollen und zulassen, wird uns das nie jemand nehmen können. Freilich wird der scheitern und letzthinnig wirklich zum Opfer, der meint, das Leben sei rein innerweltlich, irdisch zu begründen. Der könnte an so manchem verzweifeln, gewiß. Nicht aber der der weiß, daß unsere letzte Heimat nicht in dieser Welt liegt.

Deshalb gilt wie es immer galt: Nur über eine Rückwendung zu den Quellen des Wirtschaftens, der Sittlichkeit, der Moraltheologie, dem Gemeinwohl als dessen Oberbegriff spricht man von Zielen, kann man zu einem (möglichen) gerechten Wirtschaften finden. Mit allen Amplituden, denn aller Lebensvollzug ist immer ein neues Hinausstrecken ins Neue, also auch möglicherweise, ja wahrscheinlich fehlerbehaftet. 

Nur so (auch im Tragen der eigenen Last wie der des anderen) kann man dem Wesen des Menschen als "frei" gerecht werden, nur dort hat es seinen Platz. Und wird nicht zur Karikatur wie im Liberalismus, der mit Freiheit die Freiheit der Skrupelloseren, Unmoralischeren meint, die Schwächeren zu unterjochen. Weshalb es eine Regierung (beziehungsweise eine äußere Macht, eine moralische Macht, idealerweise wäre das die Kirche, hätte sie diese Position in eigener Glaubwürdigkeit und der Macht des Religiösen über die Gewissensbildung noch) braucht, die die Macht und die Mittel hat, Auswüchse zu regulieren, das Gemeinwohl zu schützen und durch Rechtssicherheit für Wesensvollzüge zu fördern. 

Fehlerlos ist das nicht, ganz sicher nicht, weil (wie beim Klima) alles ein ständiges Zueinander menschlicher Handlungen ist, mit allen Unwägbarkeiten, allem Guten, allem Schlechten darin. Damit muß man leben, weil es eben - kein System gibt, das im Konkreten festlegbar und überwachbar wäre, so daß allen recht getan wäre. Jede Kultur, jede Gesellschaft muß damit leben, daß es auch die Möglichkeit gibt, das Gute, das Richtige zu verweigern und gegen das Gemeinwohl zu handeln. Hier muß dann das Gemeinwesen handeln und sich schützen.

Aber der Grundfehler heutigen Denkens über Wirtschaft ist systemisch angelegt, ist aus der geistigen Entwicklung hervorgegangen, die das Abendland unglücklicherweise genommen hat. Aus dem Materialismus der dahintersteht, wenn man meint, (abstrakte, im Denken erkennbare) Ursache und Wirkungs-Zusammenhänge wären gleichbedeutend mit autonomen Mechanismen und für sich stehender Technik.

Jede Rationalität (die aus Ursache- und Wirkungserkenntnis, also aus dem Erkennen von Zusammenhängen, von Anlässen für Bewegung etc. stammt) muß selbst wiederum in der großen Vernunft des Ganzen gründen. Und die ist transzendent. Nicht irrational, keineswegs, aber die Rationalität letztbegründend. Damit gründet die Rationalität in der Moral weil in der persönlichen Beziehung zum Sein selbst, dem Absoluten, Gott.

Noch etwas geht aus dem Film (indirekt) hervor: Daß nämlich eine Währung nicht auf Gold gegründet sein darf. Das stranguliert jede Wirtschaft, mehr dazu ein andermal (oder haben wir nicht an dieser Stelle längst genug davon geschrieben)? Geldmenge hängt nicht von Gold ab, sondern von Arbeit und dem Wert, den sie schafft. Und zweitens ist das System Gesell ein System des Schmarotzens eines Regionalraumes am umgebenden Wirtschaftsgeschehen, ohne den es gar nicht "funktionieren" könnte. Dazu gewiß ein andermal mehr.

Was bleibt? Es gibt sie nicht, die radikalen Instantlösungen. Jedes Modell, Wirtschaft wie einen in sich geschlossenen Mechanismus zu beschreiben, der in allen Konkretionen festlegbar wäre, muß scheitern, weil es der Wirklichkeit nicht entspricht. Sämtliche Wirtschaftstheorien der Ökonomen machen denselben Fehler, wie er in so vielen Bereichen heute auftritt, weil wir den Geist nicht mehr verstehen: Sie verdinglichen etwas abstrakt Geistiges, das als Ganzes gar nicht in unserer Hand liegt. Nicht alles Wirkende (als "Wirkliches") ist auch ein Ding, eine Maschine, ein unserem "linearen Denken des Nacheinander" (=irdische "Zeit" als reine Beziehung von Dingen) zugängiger Mechanismus! In der Ökonomie nicht anders als beim Klimawahn (wobei letzterer in ersterer gründet).

Und man darf nicht übersehen: Wenn auch die Oberhoheit der Moral über die Vernunft, die uns so vielfach schon beherrscht, schwerwiegend falsch ist, so ist sie das nicht, weil es prinzipiell falsch wäre, die Rationalität im Transzendenten, im Guten zu verankern. Sondern weil die Moralbezüge (als zugrunde liegende Religion und Weltanschauung beziehungsweise Philosophie) falsch sind! Der heutige "Gutmensch" ist damit in Wahrheit ein böser Mensch, dessen Moralbezug ihn von der Vernunft ausschließt. Und Gut, Freiheit gibt es nur über die Wahrheit als Repräsentanz des logos, des Weltsinns.

Der Grundimpuls aber - daß Moral über dem Wirtschaften zu stehen hat, ja dieses erst begründen kann - ist prinzipiell richtig, weil er der Vernunft entspricht und bis ins letzte durchdenkbar ist. Moral ist nie unlogisch oder unvernünftig. Es geht also um die Frage, was das Gute überhaupt sei. Darin irren viele. Nicht im Wissen oder Ahnen um die Bedeutung der Moral. Das weiß sogar ein Bill Gates oder ein George Soros, die das Übel fördern aber meinen, das Gute zu tun. Vermutlich ist es genau das daraus entstehende, das aus ihrem reichmachenden Handeln entstandene schlechte Gewissen, die sie so aktiv sein läßt. Vielleicht ist aber über diese schmale und sehr fragile Brücke - was ist das Gute? - eine Versöhnung der Lager möglich.







*070319*

Montag, 3. Juni 2019

Vom Fehler, alles für einen Mechanismus zu halten (1)

Seit Jahrhunderten wird versucht, ein theoretisches Modell aufzustellen, das "die Wirtschaft" erfaßt, beschreibt und weil zum Mechanismus erklärt, steuerbar macht. Spätestens seit Friedrich dem Staufer, spätestens seit der von ihm bereits repräsentierten Renaissance begann der Glaube, daß Wirtschaft ein Mechanismus sei, der lenkbar und beherrschbar ist. Aber alle Theorien sind immer wieder gescheitert, und kein Modell war je und ist in der Lage, "Wirtschaft" zu umfassen. In Einzeldingen - gewiß. 

Wie in der Technik (und die direkten Zusammenhänge mit der Rolle der Technik in unserer Kultur beziehungsweise in jeder Kultur sind evident - man sehe das eine an, und kennt das andere) kann man bestimmte Teilbereiche soweit beherrschen, als man ihre Anschlüsse an das Insgesamt unterbindet, lähmt, und somit "Wirtschaft" zu einem Laborgeschehen macht. Das geht eine gewisse Zeit gut, aber irgendwann meldet sich das Umfassende zurück, das immer auch nach den isolierten Teilabläufen greift und deshalb immer heftigere Versuche braucht, zurückgedrängt zu werden: Die Technik hat, wenn sie als Allgemeinzugang zur Welt verstanden wird, einen unausbleiblichen Ruf nach Gewalt, sonst versagt sie irgendwann.

Gemeinwohl ist nicht konkret definierbar, das ist das Problem. Wirtschaft, Denken über Wirtschaft ist aber ohne diesen Begriff nicht möglich. Sie ist auch kein isoliert zu betrachtendes Geschehen, von dem man sagen kann, es sei dem umfassenden Lebensvollzug des Menschen fern vorstellbar. Das ist es nicht.

Aber alle diese Versuche gehen fehl. Sie sind Versuche, ein Geschehen, das in seinem Wesen komplex und vor allem vielfältig ist, durch simple Glattstreichung zu erfassen. Jede Wirtschaftstheorie ist deshalb auf die eine oder andere Weise eine Ideologie, ja letztlich damit (denn das ist jede Ideologie) ein magisches Weltbild. Seine Letztbegründung, sein Umfassendes wird ins Irrationale abgedrängt. Manche dieser Theorien sind besonders mächtig geworden, keine Frage. Kommunismus, liberaler Kapitalismus etwa. Aber sie versagen kläglich, und daß der Kapitalismus versagt ist uns nur noch nicht bewußt. Weil er sogar die Macht hat, unsere Anschauungen zu beeinflussen, damit unser Erkennen zu hemmen (wenn auch nicht ganz zu verhindern).

Es gibt deshalb nur eine Theorie, eine Herangehensweise, die Wirtschaft als Ganzes betrifft, ohne je davon absehen zu können, daß Einzelvorgänge gewisse Regulierung benötigen: Und das ist die Moraltheologie. Theologie? Wirtschaft? Geht das? Eben, nur so geht es. Denn alles Wirtschaften als Ausfluß menschlicher Arbeit und Verwirklichung in die Welt hinein (und damit zur Welt werdend) setzt im Persönlichen an. Deshalb gibt es auch keine "Wirtschaftstheorie", weil es außer dem sittlichen Verhalten des Menschen keinen Anhaltepunkt gibt, der dieses Gesamtgeschehen Wirtschaft als umfassender Begriff für "alle" wie einen technischen Vorgang ausreichend beschreiben könnte. Das ist ein Grundsatz, kein "irgendwann wird es schon". 

Am besten und umfassendsten ist "Wirtschaft" (wie alles andere, was mit Leben und Welt zu tun hat) noch dort theoretisch darstellbar, rational zu durchschauen, wo solche Teilabläufe fehl gehen. Und das kann man von Teilabläufen in der Wirtschaft sehr wohl sagen.

Und damit sind wir auch bei diesem Film über Silvio Gesell und seinem Freigeld angelangt, das der Kopp-Verlag produziert hat. Es zeigt seinen Fehler, seine ideologische Auswahl bereits in den ersten Sätzen: Wo es um die Entstehung des Geldes geht. Denn es ist falsch zu behaupten, daß alles Geld aus dem Kredit entstanden sei. 

Auch dieser Vorgang - "Wie das Geld in die Welt kam" - ist komplex und vielfältig, aber er zeigt direkt die Zusammenhänge mit Theologie. Denn Geld (als Preziose, Gold, Silber, Edelsteine, Weihrauch, Kaurimuscheln ...) ist aus dem Kult entstanden. Und dieser Kult war ursprünglich (und weit bis in unsere Zeit hinein, viel weiter, als die meisten wahrhaben wollen ist er sogar heute präsent) eine Verbindung von weltlicher und geistiger Fundierung einer Gesellschaft. Ohne sie wurde keine Stadt gegründet, kein Haus gebaut, kein Leben geführt. 

Daraus erwuchs der direkte Zusammenhang mit Wert und Wertvollem, und alles Wertvolle gründet in der Verehrung der Prinzipien - Gott, Fürst, Kult (als ausgelagerte Königspflicht, sozusagen, deshalb früher immer dem König untergeordnet, auch bei uns). Die direkte Überführung des Wertvollen (das seine Werthaftigkeit in der Gottähnlichkeit zeigt, also im Spiel, im Kult) in das, was dann zum "Geld" wurde, geht über die "Schönheit". 

Deshalb (das zeigt der Film erstaunlicherweise richtig, meist ist das völlig ungekannt) die Anfänge des Bankwesens bei den Goldschmieden, bei den "unnötigen Gewerben" sozusagen, das war vielfach so. Und die haben verarbeitet, was den Menschen wert schien, in die Nähe des Absoluten zu kommen. Gold, Silber, Weihrauch, seltene Muscheln, Seide ... und was den Menschen, die Gott immer schon ähnlich sein wollten, als überhaupt den ersten Impuls des Menschseins, Gott und der Schönheit ähnlicher machte - im Schmuck. Schönheit - Schmuck - Macht sind nahezu Synonyme. Alles das ist aus der Geschichte bekannt.

Somit ging das Geld als allgemein anerkannter Wertgegenstand (mit einem Handels- weil Tauschwert) vom Kult aus. Dem Königskult, dem Priesterkult. Von dort, aus der Bezahlung der "nicht nützlichen, aber notwendigen und sinnhaften (ja allem Sinn verleihenden, also allem zugrunde Liegenden) Dienste", die ja von Laien vorbereitet und zugeliefert werden mußten, kam Geld in Umlauf. Nicht zufällig kann der Film genau diesen Vorgang nicht erklären, und übergeht ihn sträflich. Denn dann würde vieles Spätere klarer.

Das dann wie oben erklärt in eine der heute sehr verbreiteten Theorien übergeht, die glatte Ideologie sind. Weil sie das Insgesamt - das Gemeinwohl - zugunsten von Einzelvorgängen ausschließen, lähmen, Teilvorgänge isolieren. Darin ist manches Richtige gesagt, das wohl. Auch Interessantes, durchaus Erhellendes. Aber letztlich versagt der Film kläglich. Nicht zufällig wird die Rolle von Religion und Politik lange Zeit entweder völlig ignoriert, oder sie wird wie bei der "Rolle der Regierung" so erklärt, als wäre diese das "arme Hascherl der Geldverleiher". Was in dieser Form ganz sicher nicht stimmt. Der wie alle übrigen Theorien versucht, Wirtschaft und Geld so darzustellen, als sei es ein Mechanismus, den man vor sich hinstellen, betrachten und organisieren könne. 

Ja, gewiß, Zinsen sind moralisches Unrecht. Warum? Weil sie die Notlage eines anderen ausnützen. Weil sie Geldleihe von Risiko trennen und zwei unterschiedliche, unvereinbare Prinzipien (Mathematik des Zinses hier, das Unwägbare des menschlichen Schicksals dort) verknüpfen. Außerdem nützt der Kredit meist auf moralisch unzulässige Weise die Schwächen der Menschen. Fast alle Kredite dienen der Glattstellung oder gar Ermöglichung von Schäden aus unsittlichem Verhalten.  Ja, es gibt Einzelkräfte, die versuchen in allem Wirtschaftsgeschehen ihr Süppchen auf Kosten aller übrigen zu kochen. Und noch einiges sonst stimmt durchaus, was da gesagt wird. Doch eben immer nur begrenzt auf Teilaussagen.

Morgen Teil 2)





*070319*