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Montag, 28. Februar 2022

Wofür die Impfung gut ist

Was war das doch für ein Theater, als von einem Spieler des Fußballclubs Red Bull Salzburg bekannt wurde, daß er nicht geimpft sei, und zuminderst vorerst auch nicht vorhabe, sich impfen zu lassen. Wo doch bei diesem Vorzeigeclub der Hygiene und Gesundheitsvorsorge alles seine vorschriftsmäßigen Jauckerl (so nennt man in Österreich die "Stiche" bzw. die Spritzen) hatte, was bei Drei! nicht am Baum war. Selbst die Klobürste stach. 

Aber man hat aus dem Ausreißer aus der Impfdisziplin keine Katastrophe gemacht. Denn die Spieler (also auch der Ungeimpfte) wurden ohnehin regelmäßig, also mehrmals pro Woche, getestet, wie man stets lesen konnte.

Jetzt aber kam die Bombe. Mitten in der Champions League-Saison, meldet der Club, daß 15 (in Worten: fünfzehn!) Spieler "Coronafälle" sind. Die regelmäßig durchgeführten Tests haben Infektionen, vulgo FÄLLE, angezeigt. Die infizierten Spieler sind in Quarantäne, aber man muß sich keine Sorgen machen. Die betroffenen Spieler sind entweder symptomfrei, nur wenige haben überhaupt Symptome, und die sind nur leicht.

Donnerstag, 10. Februar 2011

Altes Recht

Halseisen (auch "Geige" oder "Schandfiedel")
Leopold Mozart berichtet seiner Tochter Nannerl nach St. Gilgen in dichtem Briefwechsel von Alltäglichkeiten des Salzburger Lebens. So davon, daß sich im September 1785 die Betteleien von Frauen häuften. Die Obrigkeit ging dabei so vor, daß jeder Bettler angesehen wurde, ob er arbeitsfähig sei.

Wenn nicht, geschah ihm nichts. Wenn doch, so wurde ihm nicht nur die Bettelei untersagt, sondern er wurde entweder ins Gefängnis gesteckt, oderes beschaffte ihm - so bei nämlichen Frauen - die "Geige" den verdienten Spott, mit der um den Hals sie einen Tag ausgestellt wurde.

Manchmal freilich gab es auch amtlich verordnete Prügel. Mozart berichtet vom Spitzentag einer Reihe solcher Tage, mit 17 solcher Frauen (Salzburg hatte knapp 15.000 Einwohner).

An sich aber gehörte es zur Pflicht eines guten Christenmenschen, laufend für die Armen zu geben - der eine durch tägliche Gabe dutzender Brotlaibe, der andere durch testamentarisch abgesicherte Schulstipendien für Kinder der Ärmsten, der nächste indem er ein Kind bei sich aufnahm, oder irgendeine Familie die in Not geraten war versorgte. Aus Mozart's Schilderungen geht also keineswegs ein "hartes" Herz hervor, sondern zum Gegenteil zeigt sich im Ausgang des Barock in Salzburg eine sehr solidarische, menschenkluge, lebensbejahend heitere und fromme Gemeinschaft, der schlimmstenfalls noch der Gang zum Erzbischof blieb.

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