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Donnerstag, 9. Dezember 2021

Komm, Vater, komm Immanuel, komm lebendige Wahrheit!

    QR Sarah Wagenknechts Ruf
Frau Wagenknecht, die Schaufensterlinke, bleibt ihrer tödlichen Weltanschauung bis zur letzten Patrone treu, hört das Anklopfen der lebendigen Wahrheit, sagt aber nein, wenn auch mit Mühe (man merkt sie, man kann sie ihrer Gestik, ihrer Körperhaltung ansehen) und verbreitet die Mär des Materialismus und Technizismus, der Anthropologie des Menschen als Maschine Weltanschauung. Das ist also ihre Hauptbotschaft.

Und um der zu dienen, bedient sie sich ... der Wahrheit. Einer Vernünftigkeit, die bis zu einer gewissen Grenze auch dem offenen Herzen des Atheisten, des Gottverleugners, desjenigen, der sich die Entscheidung bis zum vorletzten Atemzug vorbehält, zugängig ist. Selbst als Ungetaufte, und so wird man Sarah Wagenknecht sehen müssen, die Dissens-Linke, die ihren Vater sucht weil endlich lieben möchte, weshalb sie sich der Vernunft anschmeichelt. Alles, was sie sagt, ist eine Botschaft an ihren Vater, der, als sie am 16. Juli 1969 in Jena von ihrer thüringischen Mutter geboren wurde, im Iran untergetaucht ist.

Mittwoch, 14. April 2021

Filmempfehlung (4) - Exkurs zu den Quellen des Rechts

 Teil 4) Exkurs zu den Quellen des Rechts


Am Sheriff des Ortes, in dem sich der "Let him go!" letztlich vollzieht, wird jedenfalls deutlich: Das offizielle Rechtssystem vollzieht das Recht einer regionalen, in Lebensweise und Wertewelt abgrenzbaren Bevölkerung. Dieses Recht (letztlich das Recht der USA, dessen Rechtssystem durch seine Rückkoppelung an den Volkswillen diese Mutung, der hier gewissermaßen ins Kochrezept geguckt wird, auch tatsächlich hat) wird also gar nicht von abstrakten Prinzipien getragen, sondern von einem viel stärkeren Lokalspirit. Das ist der vielleicht interessanteste Aspekt, sodaß sich einfach stärkeres "subjektives" Recht durchgesetzt hat. 

(Hintergrund-Parallelstrang, gewissermaßen der Kontrabass) Wenn aber, wie wir festgestellt haben, das irdische Recht (Recht in Welthaftigkeit, konstitutiv wie apperzeptiv, aus dem Numinosen, Transzendenten inspiriert) immer in einem realen Individuum wurzelt, ja wurzeln muß, das aber seine Subjektivität (als Willkür aus Eigenwillen) überwunden hat (also dem Transzendenten gehorsam ist), dann wird die Qualität dieses Menschen (was grosso modo als "Grad der Heiligkeit" zu verstehen ist) das Kriterium. 

Historisch hat in diesem Neusiedlungsland des Western Frontier lange Zeit furchtbares Chaos geherrscht. Der amerikanische Westen war - spätestens nach dem Rückzug der großen Mächte Spanien, Frankreich und England - vom Faustrecht bestimmt. Erst im 19. Jahrhundert hat sich ein Rechtssystem durchzusetzen begonnen. Das zuerst aber von Einzelkämpfern getragen war, die unter Einsatz ihres Lebens das schufen, auf dem sich dann überhaupt erst eine amerikanische Kultur und Zivilisation bilden konnte. 

Und es scheint auch wirklich so, als wüßte der Mensch davon, und seine instinktive Suche" nach einem menschlichen Verursacher ist keine Fehlleitung, sondern wahrhaftiger Instinkt.  

Weil nun der "normale Mensch" leben konnte, weil sich erst im Recht die wesentlichsten Eigenschaften der Menschen entfalten können. Im Faustrecht läßt sich keine Familie großziehen, kann sich keine Kultur entwickeln, die aus mehr besteht als aus Waffenpflege und Kampftechnik, vor allem aber: Kann sich keine Wirtschaft entfalten. Die immer als System sozialer Obligation (Verpflichtung) von auf Wechselseitigkeit und damit Vertrauen aufbauenden Leistung beginnt. Die aber Schutz vor Gewalt und Störung durch "das Fremde" braucht. 

Dem aber nun dieser "absolute, vollkommene Mensch" fehlt. Den es in zweifacher Hinsicht aber nun gibt: In der letzthinnigen Unfehlbarkeit der Kirche, die im Stellvertreter des Gottmenschen gipfelt. 

Dieses Rechtssystem, das sich von diesen Einzelkämpfern ausgehend allmählich und unter Zustimmung der Mehrheit der Bevölkerung durchgesetzt hat, ist somit ursprünglich subjektiv bestimmt gewesen. Dem nur der Konsens der Mehrheit den Rücken stärkte. Worauf erst es sich durchsetzen konnte, weil Recht von allgemeiner Zustimmung abhängt. Erst danach hat ein Staat Platz, der dieses Recht an sich zieht. Was bis heute nicht ganz gelungen ist. Gott sei Dank. Weil es insoweit gar nie gelingen darf, als es soziale Organismen nicht mehr als subsidiäre Rechtsräume behandelt.

Der aber ein Pendant hat, vom eben Genannten in seiner metaphysischen Quelle nicht zu trennen - und das ist der König. Als Haupt eines Volkes, in dem auch das Pristertum enthalten ist bzw. ursprünglich war.

Aber Recht stammt aus der Moral. Und diese ist wiederum von der Religion bestimmt. Sodaß es eine unumstößliche Wahrheit ist, daß das heute (scheinbar) säkulare Recht ein bloß umgelegtes religiöses, theologisches Recht ist. Immer. In jedem Fall. Auf der ganzen Welt.

Historisch ist das auch nachweisbar: Der König (dieses Wort hier als Synonym für die höchste Leitung eines Volkes, das immer ins Transzendente reicht, also immer eine Doppelnatur hat: Prophet, Gottmensch und physisch präsenter Herrscher) 

Wie sehr das Thema, das sich sogar schon in einem der frühesten Kostner-Filme findet, in "The Untouchables - Die Unbestechlichen", ihm also scheinbar an den Füßen klebt, auch in "Let him go" aus dem Jahre 2020 Allgemeinwert hat wird noch deutlicher, wenn wir eine Analogie zur europäischen Geschichte ziehen. Denn die Legende vom Sheriff des Wilden Westens" ist das, was wir hier mit den Erzählungen aus der Ritterzeit im Erinnern präsent halten. Auch bei uns waren es Einzelne, auch bei uns waren es religiös bestimmte, todesmutige Männer, und auch bei uns setzten sie es als Minne, als Liebesdienst an der Frau um und damit als Recht durch. 

Die obere Schichte des (in generellem, weitestem Sinn) dreischichtigen Aufbaus eines Volkes (wie hier bereits spezifizierten, der Leser möge nachlesen, wenn er es nicht mehr präsent hat) ist dieser Sphäre der Verbindung mit dem Transzendenten generell zuzuordnen. 

Erst im 18. Jahrhundert, im Zuge der Aufklärung, setzte sich (von säkularer Macht verordnet; als hätte es vorher nie ein allgemein gültiges Recht gegeben! ist nicht das genaue Gegenteil der Fall?) in allen Ländern Europas so etwas wie ein abstraktes, aufs Land bezogenes Rechtssystem durch. Vorher gab es unzählige einzelne Rechtsräume, die stets ihren Ursprung in einem Kopf hatten, der sich auf den "Ritter" zurückführt: Auf den Pater familiae, selbst ans Transzendente als Quelle absoluter Legitimität - in der Kirche - gebunden, als Geber und Maßstab des Rechts als den Schöpfer des (weltlichen) Rechts, das nach und nach aufhörte, sich an einen Gott, das begann sich an das bloß Rationale zu binden.

Dieser Ausgang des irdischen Rechts ist also auch in Berufungen zu erkennen, für die das "Königtum" im weitesten Sinne gilt: Propheten, Dichter weil Poeten, und Priester generell. 

Erst hier setzte dann das ein, was wir heute "Nationalstaat" nennen. Als Staatsmaschine - siehe den Leviathan von Hobbes! - die über allem Persönlichen und schließlich über allem transzendenten Absoluten steht. Die Entwurzelung der europäischen Menschen im 21. Jahrhundert ist also kein Zufall. Sie ist systemisch im Löschen der persönlichen, dialogischen Beziehung zur Rechtsquelle.

Man kann darüber nachdenken, ob diese Zurechnung (die sich hier auf Einzelne und durch göttliche Vorsehung Herausgehobene - alle diese Genannten müssen eine "Berufungsgeschichte", also einen Ruf von außen, von "oben" haben - bezieht) auch durch Akklamation ("vox populi = vox Dei", also "Legitimität durch spontane Volkswahl durch Ausrufung im Konsens") real werden kann.

So glauben wir jedenfalls. Aber die Frage, ob das nicht dennoch auch heute so ist, daß sich also Recht im Subjektiven konstituiert, kann angesichts der Erfahrungstatsache, daß auch bei uns ein gar nicht unbedeutender, ja vielleicht sogar entscheidender Rest des scheinbar so objektiven, sachlich bestimmten Rechtssystems persönlich geblieben ist, auch heute nur bejaht werden. Wer einige Erfahrung damit hat (wie der VdZ) wird das bestätigen. Dieser Rest je Fall neu aktueller Rechtsschöpfung findet sogar in jedem Urteil statt, und zeigt sich nicht zuletzt in der Person der Rechtspfleger und Richter, die bei weitem nicht so "objektiv gerecht" sind, wie getan wird, und keineswegs frei von Einflüssen von außen sind. Ein Außen, das früher (stärker) aus der Religion stammte, das heute (als Beispiel) aus Ideologie und Politik kommt.

In so gut wie allen nicht-westlichen Völkern ist dieser Sinn für Menschen, die "heilig" (also von Gott auserwählt, in einer besonderen Nähe zu diesem) sind, oft sogar noch sehr lebendig. So, wie er das bei uns bis ins Hohe Mittelalter getan, hat, wo historisch das "santo subito" oder das "im Ruf der Heiligkeit stehen" noch erinnert wird.

Spätestens aber seit der "santo subito"-Akklamation von Hl. Johanes Paul II. meint der VdZ, daß diesen "spontanen Volksakklamationen" (zumindest im Westen) nicht mehr zu trauen ist. Zu sehr haben bereits massenpsychologische Phänomene um sich gegriffen. 
Selbst in der Bildung des "Rufs" eines Menschen sind die Elemente der gezielten, vernutzenden Manipulation (insbesonders durch die technische Entwicklung bei den Kommunikations-Medien) bereits enorm verbreitet.


*280321*

Sonntag, 11. April 2021

Filmempfehlung (1)

Kevin Kostners Phase der größten Erfolge liegt schon etwas zurück. Wenn jemand aber so hoch gestiegen war, gibt es gar kein Höheres mehr, dann kann alles nur noch geringer sein, mißt man es mit reinem Ehrungs- und Auszeichnungsmaßstab.

Denn zu Anfang der 1990er feierte er unter anderem mit "Dancing with Wolves - Der mit dem Wolf tanzt" und "Waterworld" große Erfolge. Aber bald mischte sich viel Mist in sein Wirken. Dennoch hat der VdZ seine Entwicklung als Künstler immer ein wenig verfolgt, und so auch seinen aktuellsten der Filme mit ihm, "Let him go - Laß ihn gehen" (2020), riskiert. 

Und es nicht bereut. Ab und zu finden sich eben Perlen in all dem Mist, den Kostner sonst noch gedreht hat. Ob es letztendlich in inhaltlicher Höherführung auch einmal kulminieren wird, sodaß der weltliche Ruhm posthoc eine ihm entsprechende Innendimension erhält, bleibt abzuwarten.

Kostners schauspielerische Leistung ist dabei das Überschaubarste an ihm. Seine Stärken (und die hat er) liegen woanders. Daß Kostner (halb-)indianischstämmig spielt dabei vielleicht eine Rolle. Es soll hier deshalb erwähnt werden, weil es nicht so überdeutlich wie in "Dancing with Wolves", sondern auch in "Let him go!" seine Bedeutung hat, aber viel komplexer. 

Nicht nur kommt dieses Erbe im mittlerweile gereiften Gesicht des Schauspielers durch, sondern es hat auch in diesem Filmgeschehen entscheidende Bedeutung. Aber auf subtile Art und Weise, und das macht schon Kostners frühere Filme interessanter als die Oscarflut, die sie manchmal auf sich zogen, verwischen könnte.

Einmal mehr ist ein Culture Clash thematisiert, als Aufeinandertreffen von Indianerkultur und westlicher Zivilisation. Welch letztere lückenlos und despotisch herrscht, unhinterfragbar ist, und deshalb nötigenfalls ohne Scheu mit Gewalt durchgesetzt wird. 

Es ist auffällig, wie eng Kostners Schaffen als Künstler wieder und wieder um eine Frage kreist: Der nach der Entstehung und Legitimität des Rechtsystems, in dem wir leben. 
Der Culture Clash könnte aber die Frage sein, ob es ein Recht gibt, das NICHT im Subjektiven wurzelt. Sodaß sich Gerechtigkeit als Motiv allen Rechts als Frage nach Zugang zu den immer transzendenten Quellen des Rechts sowie nach der Legitimität dieser Quellen herausstellt.

QR Trailer "Let him go"

Der Film steht also in einer inhaltlichen Kontinuität, die sich in den Hauptfilmen Kostners zeigt. Die alle die "Werdung des Rechts" zum Inhalt haben. "Let him go" ist damit aber sogar ein Western, und zwar im eigentlichsten Sinn. Das ist nämlich auch das Thema des Westerns! Es ist das Thema der Landnahme der Europäer, die den Kontinent überschwemmt und an sich gerissen haben, und deren Zivilisationswerdung. 

(Siehe Teil 4) Exkurs zu den Quellen des Rechts)

Man sieht diesen thematischen Kern im Schaffen Kostners auch daran, daß er gerne sogar als Produzent (wenn nicht Regisseur) mitmischt, wenn dieses Thema im Zentrum steht. Als Kampf um ein Rechtssystem und um einen Rechtsstaat, und zwar durch alles urtümliche Chaos durch.
Dieses Chaos ist aber - und das macht diese Filme von Kostner so interessant - von Frauen getrieben. Frauen, deren Willen die Männer aus Liebe durchsetzen. 
Dieser Wille ist aber nicht in Übereinstimmung mit einem objektiven Recht zu bringen, er nimmt darauf keine Rücksicht. Das Chaos ist also frauenbedingt, und wir werden davon bestimmt. 

Genau darum geht es auch in "Let him go - Laß ihn gehen", das im südlichen Minnesota und nördlichen Nord Dakota spielt. Ein Streifen Nordamerikas, der übrigens einen im Rahmen der USA weit überdurchschnittlich hohen Anteil deutschsprachiger Einwanderer hat, und deren Landnahme auf Kosten von Sioux-/Lakota-Indianerstämmen ging. 

Zwar kämpfen auch in "Let him go!" nur Männer. Aber sie kämpfen alle im Auftrag der Frauen.

Morgen Teil 2) Der Kampf des Matriarchats um das Recht endet in Gewalt.


*280321*

Donnerstag, 21. Januar 2021

Der umfassendere Blick (2)

 Teil 2) Neben den Anmerkungen - eine neue (alte, ja uralte) Ordnung


*Wir wollen es an dieser Stelle (noch) nicht weiter ausführen, aber hier öffnet sich natürlich der Bezug auf die erkannte Struktur sämtlicher Völker und sozialer Körper der Welt als dreistufiger Aufbau 

  • Volk (auch als Bauern zusammenfaßbar, weil der alle produzierenden Sub-Stände enthaltende Stand) als fleischgewordene Idee - als Fleisch (Leib) - bis zum boden- und volkverbundenen (patriarchalen) Landadel.
  • Ritter (tätige, selbstlose, nicht erwerbsorientierte Tugend) und Adel (Aristokratie, aber auch das Beamtentum, wobei die beiden Begriffe in der Neuzeit defacto austauschbar wurden) als helfende, aber an sich ortslosen, rein dienenden Kräfte dazwischen (somit in der Analogie zur Trinität als Engel bzw. Hl. Geist).
  • König (in dem auch der Priester-, Poeten- und Philosophenstand vereint ist, welcher sich aber natürlich in entsprechende Personen "ausgelagert", also wiederum personalisiert hat) als Idee und damit Haupt der Masse (Leib).

Wir weisen ausdrücklich darauf hin, daß diese Gedanken NICHT deckungsgleich mit den Bildern und Konzepten von Julius Evola sind, auch wenn sie viele scheinbar ähnliche Gedanken zeigen. In umfassenderem Sinn spiegelt sich hier vielmehr (und das ist die entscheidende Unterscheidung zu Evola, die jeden weiteren Gedanken völlig anders charakterisiert) die Wesenswirklichkeit und -dynamik der Dreifaltigkeit wieder, die - als Analogie, also in jener Ähnlichkeit (aber nicht in einem Seinszusammenfall, der nur Gott selbst möglich war und ist!), wie sie jedes Geschöpf seinem Schöpfer gegenüber hat - in verschiedenen Ebenen und Dimensionen ineinander west und wirkt. Die Anschaulichkeiten wurzeln in weltweiten ethnologischen Tatsachen, in denen eine solche Grundstruktur weltweit und bei allen Völkern erkennbar wird. Wer Referenzarbeiten dazu konsultieren möchte, dem sei als Anfang Georges Dumezil empfohlen. Bei ihm finden sich (ausgehend von den indogermanischen Völkern) ähnliche Gedanken.


*160121*

Mittwoch, 20. Januar 2021

Der umfassendere Blick (1)

Die Struktur der derzeitigen Geschehnisse.

Die unten eingefügte, während eines Gesprächs angefertigte Skizze ist in den Augen des VdZ gut geeignet, die Wirklichkeit der derzeitigen Geschehnisse besser zu erfassen. Vor allem soll damit aber auch gezeigt werden, daß die Rolle der mittleren Ebene - der Kritiker, der "Alternativen", der "alternativen Medien", usw. - in der Regel komplett falsch eingeschätzt wird. 

Sie ist nicht Träger der Geschehnisse oder irgendwelcher Geschehnisse, sondern von hier mit "Oligarchen" bezeichneten Personen und Kreisen, die sie (wie in jeder Revolution) als Instrument der Revolution schamlos und clever einsetzen. 

Zumal die in diese "Kritik" involvierten Personen und Personenkreise sich mit einer erschreckenden Bereitwilligkeit instrumentalisieren lassen und das "Denken" (Rationalismus) insofern überschätzen, als sie - als letztlich immer liberaler (also materialistischer, mechanistischer) Gesinnung - den revolutionären Zielen ihre (legitimierende) sprachliche Gestalt nachliefern. 

Sie sind über diese Fehleinschätzung ihrer selbst sehr leicht (über "Druckpunkte in den Schuhen") als Hebel jener Unzufriedenheit zu instrumentalisieren, die die Massen von ihren Eliten abtrennt, und springen buchstäblich auf Knopfdruck.

Sie springen damit im Interesse eines sich als Feind erkennbar machenden Gegners, der freilich sein Gesicht nicht zeigen will. Denn nur wer sich im Krieg sieht (!), also Krieg will (nur einstweilen noch nicht offen), verwendet Mittel der Spaltung von Regierung (Elite) und Volk. Wer Frieden will, will auch die Einheit des anderen, denn nur so ist Friede herstellbar: Zwischen zwei Geeinten, in denen der Kopf tut, was dem Willen des gesamten Körpers entspricht.

Sieht man nun genauer hin, wird wenigstens prinzipiell (aber noch wenig konkret benennbar) klar, welche Gegner sich wirklich gegenüberstehen. Hier sind es die globalen Oligarchien (mit verschiedenen legalisierenden Instrumenten, vulgo Ideologien, wie dem Kommunismus), die auf Weltherrschaft abzielen und sich also auf diese Gewaltposition hin transzendieren, und die ebenfalls außerhalb dieser oberflächlichen "Theater-Schauspiele" stehende Schichte der "Ritter".*

Die sich auf Gott hin transzendieren, und die eigentliche "(zweite bzw. dritte) Zwischenschichte" wäre, deren Auslöschung im Abendland vor etwa 700, 800 Jahren begonnen und im Laufe der Geschichte vollendet wurde. Vollendet in dem Sinn, als sie aus den realen sozialen Körpern ausgelöscht wurde.

Und alle Werte und Ziele und Ideale, die sie verkörpern, denn diese Schichte IST gewissermaßen das lebendige, gestalthafte, ja - in der Verlängerung auf Jesus Christus hin tatsächlich weil hypostatisch in Gott-Mensch in diesem selbst, im Menschen analog und symbolisch personalisierte - Tugendstreben. 

Wer sehen will, der sehe.


Alle Rechte: ambrosius.konnotationen

Morgen Teil 2) Neben den Anmerkungen - eine neue (alte, ja uralte) Ordnung


*160121*

Dienstag, 4. Februar 2020

Ethos des Kampfes

In einer Dokumentation über die alten Germanen hat der VdZ folgende Aussage gehört:  

Die Germanen lehnten körperliche Arbeit als Weg seinen Lebensunterhalt zu bestreiten als feige und unehrenhaft ab, weil nur der Kampf und die ständige Todesgefahr im Krieg als Überwindung der Angst, als Hingabe an das von Gott bestimmte Schicksal zu Wotans Tafel in Walhall führte, ein nicht darauf abzielendes Leben aber das Leben nicht wert war.

Eine sehr religiöse Haltung. Die sie nicht nur mit den Griechen der Antike teilten, die bei allen Feinden gefürchtet waren, weil sie den Tod nicht fürchteten, ja ihn zu suchen schienen. Jeder griechische Krieger war deshalb ein Individualist, und das erhöhte seinen Kampfwert beträchtlich. Erst die Technik machte die Überwindung möglich, weil sie einen ehrlosen Kampf möglich machte. Die Geschichte ist voll mit Beispielen, wie gerade revolutionäre Kämpfe nur deshalb Erfolg hatten, weil sie auch die moralische Ordnung zertrümmerten. Etwa sei den Schweizern deshalb und mit Bedauern gesagt, daß ihr "Freiheitskampf" durchaus weniger glänzt, als sie gerne hätten, denn er war ein ehrloser Kampf, nur auf den Endzweck, den Effekt ausgerichtet, und verstieß gegen jeden ritterlichen Ethos.

So kann man tatsächlich von einer (positiven) Kultur des Krieges sprechen. Das relativiert die Aussage, daß erst das Christentum das Abendland möglich machte, weil es eine völlig andere Haltung zur Arbeit lehrte und läßt verstehen, warum eben dieses Christentum, das falsch verstanden ("... dem halt auch die andere Wange hin") als "Religion der Schwäche" gesehen werden kann, von so vielen Heidenvölkern abgelehnt wurde.

Obwohl es, richtig verstanden, diesem Ethos keineswegs widerspricht, sondern ihn in gleichem Maß zum Kriterium macht, nach dem Krieg und Kampf nur bei solchen Voraussetzungen gerechtfertigt ist, weil andernfalls zur Sünde wird. Denn keine der genuin christlichen Haltungen ist ohne Bereitschaft zu sterben, gekreuzigt zu werden, also zu leiden, christlich zu verstehen.

Genau deshalb auch mußte immer die Ehre im Krieg allem voran stehen, auch im christlichen Abendland. Ohne Ehre war kein Kampf es wert, geführt zu werden. Der Niedergang hin zu brutalen, menschenunwürdigen Kriegen, die nur noch auf Auslöschung des Gegners abzielten, setzte überall dort ein, wo dieser Ethos zugunsten eines technischen Kalkulierens verloren ging. Und erklärt, warum bestimmte Waffen, Kampftechniken, Strategien (wie der Partisanenkrieg) unehrenhaft und abzulehnen waren. Das Wesentliche am "Ritter" war somit nicht die Effizienz im Kampf, sondern die Haltung, nur der Ehre wegen zu kämpfen.

Die Kriegsgeschichte der letzten Jahrhunderte ist aber eine einzige Aneinanderreihung von Tabubrüchen, die ein Abgehen von der Ehre namens einer effizienteren, mehr auf den Endzweck "Sieg" ausgerichteten Strategie und Taktik bedeuteten. Gleichzeitig wurde der Krieg immer barbarischer. Und zar in dem Maß, in dem das Jenseitige, das Transzendente, die jenseitige Wirklichkeit, das Eingreifen Gottes (der Götter, die alles in der Hand halten), als eigentlichen Taktgeber der Realität, weil die eigentliche Wirklichkeit, ausgeschaltet, das Denken nur noch auf weltimmanente Vorgänge (Technik) reduziert wurde.




Mittwoch, 30. Mai 2018

In Wahrheit war es ein militärischer Mißerfolg

Auch wenn der erste Eindruck auf beiden Seiten war, daß Japans Angriff am Morgen des 7. Dezember 1941 auf Pearl Harbour einen überwältigenden Sieg brachte, denn die Amerikaner dort waren wirklich völlig unvorbereitet. Und wie von den Japanern an einem Sonntag erwartet um diese Tageszeit oft noch in den Betten. Trotz zahlreicher seltsamer Sichtungen und Beobachtungen war es niemandem eingefallen, mißtrauisch zu werden, und aus unerfindlichen Gründen war aus Washington keine Warnung erfolgt. Also hatte man nur auf niedrigste Alarmstufe gestellt, wie sie etwa bei Sabotageverdacht ausgerufen wird. Was den Japanern zusätzlich in die Hände spielte, weil man nun alle Flugzeuge dicht an dicht stellte, um sie besser überblicken zu können. Ein perfektes Ziel für die japanischen Angreifer, ein Hindernis für die Flieger rasch aufzusteigen. Die Flak-Stände waren nicht besetzt, die Munition in den Lagern.

Nüchternen Köpfen bei den US-Militärs war aber sofort klar, daß der japanische "Sieg" in Wahrheit ein gigantischer Mißerfolg war. Der tiefere Grund liegt darin, daß das japanische Verständnis der Flotte völlig anders als das der Amerikaner war: Sie hatten die Seemacht nie als Angriffswaffe begriffen, sondern nur als Mittel zum Schutz der Handelswege und zur Abwehr von Angreifern aufs Land von der See her, schreibt George Morgenstern in seinem 1947 erschienenen (bald unterdrückten), aufsehenerregenden - weil Roosevelt und seine Regierung schwer belastenden - Buch "Pearl Harbour". Die Japaner führten ihren Krieg allem Anschein zum Trotz wie eine Landstreitmacht!

Deshalb waren sie selber vom Erfolg der Attacke auf Pearl Harbour völlig überrascht. Man hatte mit dem Verlust von mindestens einem Drittel der beteiligten Flotte (darunter zwei der sechs Flugzeugträger) gerechnet, samt sämtlichen eingesetzten zwölf U-Booten (deren Besatzungen vor dem Angriff sämtlich mit dem Leben abschlossen), die vor dem Hafen in Position gingen und ein Auslaufen der US-Flotte verhindern sollten, und einer gar nicht einschätzbaren Zahl der fünfhundert beteiligten Flugzeuge. Tatsächlich waren es nur siebenundzwanzig Flugzeuge, die nicht mehr zurückkamen. Und alle Schiffe und U-Boote waren heil.

Es gab deshalb auch nie Pläne, Pearl Harbour nach einem Luftschlag durch danach eintreffende Landungstruppen einzunehmen. Wovon die Amerikaner fast am meisten überrascht waren. Dabei wäre damit erst wirklich die USA im Pazifik schwer getroffen gewesen. Stattdessen konzentrierten sich (eben aus falscher Einschätzung dieser Waffengattung) die Flugzeuge auf die Schlachtschiffe im Hafen - die sämtlich überaltert waren, sodaß sie in den Planungen der US-Militärs kaum noch eine Rolle spielten, während die einzig lohnenswerten Ziele, die beiden Flugzeugträger, längst über alle Berge waren* - und auf die Flugzeuge auf den Flugfeldern. Die binnen weniger Wochen ersetzt waren.  Amerikanischen Einschätzungen nach wäre Pearl Harbour noch einen Monat nach dem Angriff bei einer Invasion leichte Beute gewesen.

Niemandem der japanischen Führung war es auch eingefallen, vor allem die Ölanlagen und die Reparaturwerften zu bombardieren! Hätte man das gemacht, wäre Hawaiis militärstrategischer Wert auf Jahre erledigt gewesen, ja die Schlachtschiffe hätten sogar von selber an die US-Westküste zurückkehren müssen. Die ursprünglich geplante dritte Angriffswelle, die das vielleicht noch hätte erledigen können, wurde gar nicht mehr abgeschickt, so überrascht war man vom Erfolg und von den geringen Verlusten der ersten beiden Angriffe. Um halb zwei machte die Flotte kehrt, und zog mit Höchsttempo wieder ab.

Aber es fehlte überhaupt an einer sinnvollen Gesamtstrategie. Japans Armeeführung hatte auch viel zu schwache Kräfte - parallel am 7. Dezember - nach Midway geschickt, um die dortigen Inseln zu besetzen, der zweite Angelpunkt der Amerikaner in diesem Raum. Die wenigen Schiffe, die sich dort der Küste näherten, wurden von den wenigen Küstengeschützen mit ein paar Salven zur Umkehr bewegt, während nur einige hundert stationierte US-Soldaten eine Landung niemals hätten verteidigen können. Ein halbes Jahr später sollten die Japaner zwar mit großer Stärke wiederkommen, um das nachzuholen. Aber diesmal wurde es die desaströse Wende im Pazifikkrieg. Es war viel zu spät, die Amerikaner hatten sich bestens vorbereitet, und Midway wurde zur Katastrophe für die japanische Flotte, die eigentlich schon den Krieg entschied, weil Japans bis dahin noch bestehende Übermacht zur See brach. Allein vier Flugzeugträger, alle noch bei Pearl Harbour dabei, wurden von der US-Flotte versenkt.

Beide Male Wirkung derselben taktischen Fehleinschätzung - die Japaner hatten die Einsatzmöglichkeiten einer Flotte als Trägerin eines Angriffs unterschätzt.  Wenn man ihnen das vielleicht sogar zur Ehre anrechnen muß. Denn diese Haltung entsprang wohl dem alten Krieger-Verständnis der Samurai, wo Mann gegen Mann - Schiff gegen Schiff - kämpfte. Und das tief kulturell verankerte Denken in Identitäten (und deshalb Ehre) dem modernen amerikanischen Effizienzdenken, das alle Dinge beliebig durcheinanderwirft weil nur "gebraucht", weil der Zweck alle Mittel heiligt, unterlegen war. Ein Denken, das deshalb nicht damit rechnete, daß ein Feind darauf abzielte, den Gegner total zu zerstören, nicht nur im einzelnen Kampf zu besiegen. Genau das wurde dann das Schicksal Japans, dem bis heute sogar eine angemessene Armee verboten ist.





*Der Flugzeugträger Enterprise war am 28. November zusammen mit neun Kreuzern und drei Schlachtschiffen zum Transport von zwölf Jagdflugzeugen nach Wake Island aufgebrochen. Der dringende Befehl war so überraschend gekommen, daß die Piloten zum Teil noch in ihrer Freizeitkleidung aufs Schiff geholt wurden.




*090518*

Donnerstag, 14. Januar 2010

Die Bewahrung des Ethischen

"Der Mythus existiert nicht absolut, sondern nur durch die Vorzeichen seiner musischen Prägung. Er ist Kult oder er ist Poesie; unabhängig von beiden "ist" er gar nicht, ist er eine vom einen oder andern her konstruierte theoretische Abstraktion, und im Epos nackter Literaturstoff, religiös und dichterisch und darum auch ethisch indifferent bis zur höchsten Pracht und bis zur furchtbarsten Gefährlichkeit.

Was in den Chor zugelassen die nationale Menschheit vor die nationale Gottheit begleiten soll, muß seine Ehrenprobe bestanden haben. Die Heldensage ist zugleich der Ehrenkodex des althellenischen Edelmannes, an Rechtschaffenheit und Mißschaffenheit, Treue und Frevel gegenwendig entwickelt. Der Preis der Zucht ist keine späte humanisierende Sittigung einer archaischen Fürchterlichkeit, sondern selber ein archaisches, ein urältestes Stammeserbe, erhalten in der Adelsgesinnung, im überlieferten und angeborenen Adelscharakter, und in seinen beiden Bewahrungsformen, Kult und Chor. 

Die blöde Menge hat ihren dumpfen Aberglauben, ihre Fetische, Greuel und Götzen, und und, darüber hingebreitet, die sie unterhaltende und zersetzende Spielmannsmaere, mit dem rasenden Achill und dem schlauen Odysseus: keinen von beiden bringt die Muse von Althellas vor Zeus und die Ahnen."

Rudolf Borchardt, in "Pindarische Gedichte", über das liturgisch-kultische, mythische Wesen der Poesie, als Ort der Kontinuität wie Entwicklung der Kulturhöhe eines Volkes, und insofern ethische Qualität.




*140110*

Montag, 31. März 2008

Was Ehre bedeutet

Ehre bedeutet, der Vollkommenheit einer Sache, ihrer reinen Idee und damit ihrem Gesollten - dem göttlichen Willen und Auftrag also - mehr verpflichtet zu sein als den plumpen Möglichkeiten (Gelegenheiten) einer faktischen Welt. Sie bedeutet sohin, sich der Ideenwelt mehr verpflichtet zu fühlen als dem transzendenzlosen Materiellen. Nirgendwo lebt diese Haltung mehr als im Begriff des "Ritters," an den sich nahtlos der "Edle" ("Adelige") anschließt: als gestalthafte Anwesenheit des Zieles einer Kultur.

Eine Welt des Spannungsabbaus, eine Welt der puren immanenten Bedürfnisbefriedigung und des Subjektivismus kennt interessanterweise aber dennoch Ehre! Denn die Ehre bezieht sich eben auf das Verständnis der Welt und ihrer Natur. Das beweisen täglich die Hollywood-Filme, die über die Bildschirme laufen, und deren Dramaturgie nahezu ausschließlich auf einen Ehrbegriff abzielen, der den Wertegrund des Amerikanismus deutlich machen.

Als wäre Ehre in jedem Fall der Daseinsbogen des Menschen, der sein Handeln motiviert. Weil jeder Mensch auf Ideen bezogen lebt. Worauf sich Ehrbegriffe also beziehen, zeigt die Zukunft einer Gesellschaft, einer Kultur an, die durchaus ihr Selbstmord sein kann.

Der Verlust der Ehre - durch Urteil, aber auch Verleumdung, die anzeigt, wie jemand gegen einen Wertegrund verstößt, also außerhalb diesem steht - ist bis zum heutigen Tag ein Ausschluß aus einer Kultur, aus einem soziokulturellen Umfeld, und bringt für jeden, der die Absonderung des Ehrlosen durchbricht, dieselbe Aussonderung. Bis zum Zustand: "Vogelfrei".

Aber dieser Begriff ist relativ. Er bindet sich nicht an die absolute Werthaltigkeit einer Kultur, sondern zeigt nur ihre Verteidigungstendenz. Und: Es gibt dieses "vogelfrei sein" - der Verlust des Gebots des Respekts der Ehre - bis zum heutigen Tag. Und ich stehe nicht an, das Schicksal so vieler geschiedener Männer und Väter damit zu vergleichen. Denn die heutige, emotionale Wertewelt ist ein Resultat der Zerstörung der Ehre, der Erhebung der Ehrlosigkeit zum Lebensgesetz aus vermeintlicher Not - deren Hauptfeind der Mann als Ritter ist.





*310308*