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Sonntag, 20. November 2022

Die Rückkehr der alten Dämonen (2)

Das heißt es eigentlich für uns, uns die Welt zurückzuholen. Wie müssen sie wieder in UNSEREN Besitz bringen -- Nicht die Erfindung des Schießpulvers durch die Chinesen, nicht der Buchdruck, nicht egal welche technische Errungenschaft haben die Welt dann in die Kultur gehoben, die ihr Vorbild im Reich Gottes hatte und di eman "Abendland" nannte, und die den gesamten Erdenball zu umgreifen begann, sondern DIESE TATSACHE der Inbesitznahme der Welt DURCH DEN MENSHCEN - IM NAMEN GOTTES, im Namen Jesu Christi war das eigentliche Geschehen. NUR so konnte dann die Vernunft die Oberhand gewinnen, die nur Vernunft ist, soweit sie auf den Geist Gottes zurückgreift, und in der Beziehung zu Gott selbst je neu ihre Übereignung und Herrschaft klar macht. 

Dieser Ort gehört nicht mehr niemandem, ist also für egal welche Inbesitznahme offen und frei, sondern dieser Ort gehört nun (wieder, muß man sagen) Gott. Denn mit dem Sündenfall von Adam und Eva ist ja genau das geschehen: Die Welt, die am Menschen hängt, ist MIT IHM von Gott losgerissen worden, und wurde SOFORT vom Satan besetzt. 

Samstag, 19. November 2022

Die Rückkehr der alten Dämonen (1)

       Gnadenbild von Guadaloupe          
Vor dem Jahre 1531, also vor der der für Mexico und ganz Südamerika so entscheidenden Marienerscheinung von Guadaloupe, war Mexico beherrscht von vier Dämonen. 

Das ist die Aussage des Exorzisten Gabriele Amorth, der bei einem Exorzismus in Mexico diesen vier Dämonen begegnete, die eine Person besetzt hatten, und die Person kraft seines Amtes dann davon befreite. Sie, so die Dämonen, hätten aber wiederkehren können, weil die Menschen es ihnen ermöglicht hätten.

Eigentlich hatte die Tatsache, daß sich aufgrund der Erscheinung von Gudalaopue die Mexikaner zu Millionen bekehrten - man kann sagen: als Volk - diese vier Dämonen vom mexikanischen Thron gestoßen. Nun aber, da sich die Menschen in Mexico immer mehr vom katholischen Glauben ab- und den Geistern der Moderne zuwenden, erhalten sie wieder Zutritt. 

Und können so den einst verlassenen Thron - von dem die Mexikaner nun die Gottesmutter bzw. Jesus Christus stoßen - wieder besetzen. Und damit kehren Menschenopfer und Blutvergießen wieder zurück. Denn das waren die Vorlieben dieser Dämonen, ehe die Spanier (und die Bekehrung) gekommen waren: Sie hatten das Land damit in Angst und Schrecken gehalten.

Dies ist eine der bemerkenswerten Aussagen, die die US-Mexikanerin Patricia Sandoval in einem Gespräch auf LifeSiteNews macht. Sie war dereinst Angestellte bei Planned Parenthood, und hatte zahllosen Abtreibungen als Assistentin ("Die Augen") des Abtreibungsarztes beigewohnt. So selbstverständlich war ihr das, daß sie auf die Propaganda heriengefallen ist, daß Abtreibungen ein unbedeutender medizinischer Eingriff seien, der keinerlei Nebenwirkungen habe. 

Die Wahrheit ist ihr nach ihrer eigenen, dann schon dritten Abtreibung klar geworden, als sie schwer unter dem Post Abortiun-Syndrom zu leiden begann. Erst die Bekehrung, die Beichte, der Heilungsprozeßo durch die Sakramente hat ihr einen Weg zurück geebnet. Denn das äußere Auge "sieht" nichts, das ihm ds innere Sehen nicht vorstellt. Erst wenn die Seele mit der Klarheit der Ideen, mit der Höhenluft der Wahrheit gefüllt ist, ist damit auch das Auge bereit zu SEHEN. 

Donnerstag, 20. Oktober 2022

Existenz als Co-Existieren - Zur Verschränkung (2)

Zum Wesen der Verschränkung. Nobelpreisträger Zeilinger als Widerlegung der Schul- und Bildungstheorien. - Die Verschränkung von Teilchen spielt sich also ontologich in einer Hierarchie ab , deren Ausgangspunkt der Ort ist - das "Sein als Photon" (z. B.) Von diesem Wesen ausgehend, das aber keine "Zeit" hat (die tritt erst mit dem Weltwerden hinzu, also "nach" dem Verschränktsein), sind die als verschränkt auftretenden (Photonen-)Teilchen analog. 

Aber nicht wie Synchronschwimmer, die ZUSAMMEN EIN Muster bilden, und daran mit je gleichen Bewegungen teilnehmen, sondern als Einzelschwimmer, die jedes für sich das Ganze des Beziehungsumfassenden - die Ordnung, der alle Teilchen gleich gehorchen - darstellen. Und die mit dem Eintreten in die Zeit (die Phtonen bewegen sich) in je einen je neue Beziehungsordnung eintreten, mit der sie interagieren. 

Das dürfte der Grund sein, daß sie bisher einzige "Verwendung" für "Krypto-Informtion" tauglich ist. Weil nur der Empfänger alleien durch sein Empfangen, bei dem er an einen Ort mit dem einlangenden Photon tritt, damit auch den Schlüssel hat, unter dem er die einlangende Information deuten, als Informaton die Informaiton selbst erkennen kann. 

Mittwoch, 19. Oktober 2022

Existenz als Co-Existieren - Zur Verschränkung (1)

Wenn man begreift, daß WESEN eines Dings nie isoliert zu denken ist, sondern immer AN EINEM ORT, dann erweitert sich das 'Begreifen aller Dinge zu einem DING IN EINEM BEZIEHUNGSNETZ. Aus dem es nie herauszureißen ist, sondern auf den es immer bezhogen bleibt.

Damit wird auch verstehbar, daß alle Dinge AN DIESEM ORT (der nicht irdisch reduktiv als "Ort" gedacht werden darf, sondern als Metapher für das Zusammensein jedes Dings mit anderen an einem Seinspunkt, einem Knotenpunkt von Bezogenheiten, die jedem Ding WESENHAFT anhaften, also auchnicht abzustreifen sind, was immer ein Mensch tut. )

Donnerstag, 5. Mai 2022

Auf der Suche nach einer Ordnung (1)

Alle die Theorien, die an deren Wiege stehen und standen, sind zwar durchaus ernst zu nehmende Irrtümer, aber sie konnten sich nur deshalb so rasch ausbreiten (der Mensch erst nur ein Zellklumpen, usw. usf.) weil die Bereitschaft, die eigene Vernunft zu verwirren, also das eigene Denken so weit von der erfahrbaren Realität zu entfernen und es im Irrationalen zu belassen, schon so groß war. 

Denn die Generationen der Nachkriegsgeburten, die nun an der Schwelle zur soliden eigenen Existenz stand, hatte schlicht und ergreifend Angst. Sie hat erstmals erfahren, daß es eine Weltlage geben kann. In der das Undenkbare a eintritt, daß sie tatsäclich nicht gebraucht werden, in der Leben also tatsächlich keinen Sinn haben konnte. 

Auch das widerspricht natürlich der elementarsten und ersten menschlichen Erfahrung. Aber weil Sinn eine erste Erfahrung ist, die allernatürlichste Erfahrung sogar, ist sie durch Rationalität leicht zum Verblassen zu bringen. 

Aber was dann einsetzte, diese viel zu leicht als "Protest-Stimmung" klassifizierte Haltung, ist phänomenologisch betrachtet das genaue Gegenteil zum Behaupteten. Es ist nämlich genau KEIN Austreten aus dem Gesellschaftsganzen und kulturellen Gefüge, sondern es ist im Kampf GEGEN das Etablierte und in dessen Gegenreaktion eine INTEGRATION. 

Sonntag, 24. April 2022

Der Lohn des Priesters auf unserem Tisch (2)

Diese Wahrheit ist in allen Völkern und zu allen Zeiten wenigstens in einem bestimmten anfanghaften Beginnen auch noch mehr oder weniger erinnert worden. Vor zehntausend Jahren ganz gewiß noch mehr als nach dem Wiederbeginn nach der Sintflut, seither aber wieder deutlich abgeschwächt und immer schwcher werdend. In gewisser Hinsicht können wir also sagen, daß wir es heute deutlich schwerer haben, als unsere Vorfahren vor 4.000 Jahren. Die sich noch besser erinnern konnten, so könnte man es ausdrücken. 

Während wir uns immer schwerer tun. Umso schwerer, als wir einen Stoß gegen die Erinnerung erlebt haben, indem vor zwei-, dreihundert Jahren in einem massiven und sehr praktischen, realen Vorgang die Tradition abzureißen versucht wurde.

Ein Vorhaben, das in den letzen zwei Generationen eine Dynamik angenommen hat, die schon Menschen wie mich, den Geburtenjahrgängen der ersten 1960er-Jahrgänge zugehörig, eine Zeit, deren Menschen noch in "zwei Welten" standen - in der alten wie in der revolutionären, also das Vorhandene niederreißenden neuen - die also noch uns heute 60jährigen und Älteren immer deutlicher bewußt wird, je mehr wir uns der eigenen Schwelle zum Tode nähern.

Dienstag, 1. März 2022

AKTUALISIERTER Nachschub zum Fall der Ukraine (6)

Der brutale Putin, der friedliebende Zelensky, und die interessante Sprache in einer harten Lage. Kommunismus gegen Faschismus? -
    QR Film "Ukrainian Agony"    
Aber war der Film, den wir gestern brachten, hilfreich? Haben Sie, werter Leser, nicht auch den Eindruck, daß er gut beginnt, dann aber in emotional aufgeladener (aber äquivoken, damit schizotymen) Sprache und Einzelbetroffenheitsbildern ertrinkt?

Knüpfen wir also an die sehr ernsten Fragestellungen an, in die die Berichtswege nun geführt haben. Ob wir es mit einer neuen Sammlung der kommunistischen Kräfte zu tun haben, die in der Allianz einer kapitalistischen Materialismus-Mentalität, China, verbunden mit Rußland, dessen Gesicht wahlweise Kommunismus oder Orthodoxie ist nun die "neue Luft" bekommt, in die Offensive zu gehen. 

Wissen Sie was, werter Leser? Ich möchte fast glauben, daß es hier um etwas anderes geht. Daß hier wieder einmal ein und dieselbe Kraft in einer inszenierten Scheindichotomie ganz andere Interessen verfolgt, und das GANZE in der Hand hat oder halten will. Sodaß die oberwähnten Fragen nur im Windschatten mitlaufen, und zumindest eine Seite nur so lange dabei sein wird, als sie (fälschlich!) glaubt, Grundsatzfragen außen vor lassen zu können, um einstweilen gewissen Nutzen zu sehen. 

Donnerstag, 24. Februar 2022

Allen geht es um die Demokratie (2)

Gibt es einen Ausweg? Oder muß dazu gar jedes Eichkätzchen das Jesuskindlein sein. Gibt es also einen Ausweg der Vernunft? - Gibt es also den Griff nach unserem eigenen Haarschopf, an dem wir uns dann doch noch aus dme Sumpf ziehen können, wie Baron Münchhausen es vorexerziert hat? Gibt es eine Lösung?

Ich fürchte - nicht. Ich fürchte: Nein. Und zwar nicht nur, weil eine Begriffsklärung, die für ALLE wieder klar machen könnte, wohin wir sollten, wollten, und was wir deshalb korrigieren müßten, um wieder EIN VOLK, EINE MENSCHHEIT werden, wenigstens so halbwegs glücklich und zufrieden mit dem Leben, weil also so eine Begriffsklärung für unmöglich halte. Aus dem einzigen Grund, daß alle fürchten, daß eine wirkliche Auseinandersetzung mit dem Thema zu ganz anderen Lösungen kommen könnte, daß am Ausgang einer solchen Begriffsklärung (und eine solche ist ja das, was wir mit Philosophie bezeichnen) also nicht die hellen Lettern DEMOKRATIE am Horizont aufscheinen. Vielmehr ist DEMOKRATIE in genau dieser Verschwommenheit eine Prämisse, der Ziel- und Ausgangspunkt. 

Mittwoch, 23. Februar 2022

Allen geht es um die Demokratie (1)

Es ist nicht so schwer, die große Verwirrtheit der Gegenwart (Siehe Anmerkung*, auch ein aktueller Beitrag zur Ukraine-Krise) zu durchschauen. Es ist aber schwer einen Weg zu sehen, der zu Klarheit führen könnte. Denn der einzige Weg klingt wie eine Utopie, wiewohl er die einzige realistische Vision wäre - und das ist die Umkehr zu Gott, der nur die Form einer Umkehr zur Katholischen Kirche sein könnte. Denn deren Blutkreislauf, der der Blutkreislauf ist den der Gehorsam aufrechthält und existentiell zirkulieren läßt, ist auch das einzige Heilmittel, und zwar aller Zeiten.

Aber dieses Wort, Gehorsam, als gewissermaßen Gegenteil des Autonomismus, ist nicht nur völlig unverstanden, sondern zugleich und zu einem Drohmittel aufgebaut. Dabei ist er auch das einzige Mittel, um die Schöpfung "zusammenzuhalten". Und das heißt existent zu halten. 

Wer die Nachrichten aus Kanada hört, wer die Medienberichte zur Ukraine rezipiert, wer sich von Corona noch immer nicht zu Tode gefürchtet hat, der könnte es nun freilich mit Angst zu tun bekommen. 

Oder er bestellt die nächste Portion Pop-Corn, und rückt sich im Polsterstuhl zurecht, um der nächsten sich abzeichnenden 3D-Vorstellung in den Lichtspielen zu folgen. Denn es könnte alles ein nächster Akt in einem symbolischen Theater der Archetypen sein.

Sonntag, 30. Januar 2022

Wo Rauch, da Feuer

Immer wieder kommt man an einen Punkt an dem man sich sagt: Das muß jemand gewesen sein. Das muß sich jemand ausgedacht haben. Denn es paßt mit einem Plan zusammen, und wie. Und wäre es keiner, er müßte erfunden werden, so perfekt paßt das reale Geschehen. Also fügt die Phantasie Bilder des Antinomischen zusammen, Bilder von Zuständen und Zukünften, die das Negative auf die Spitze treiben.

Aber damit schießt sie übers Ziel hinaus. Denn der Weg dorthin ist einfach zu komplex. Niemals wird so ein Plan gelinge, wie ihn George Orwell oder Aldous Huxley vorgeworfen haben. In der Phantasie - ja, da läßt sich das alles ausdenken. Aber die menschliche Realität ist zu verwickelt und verworren, zu sehr eine Mischung aus Gutem udn Schlechtem, auch beim Schlechten ist das Gute, auch beim Guten ist das Schlechte. Und Satan hat in Wahrheit keinen Gegenentwurf. Deshalb muß er letztlich doch dem Guten dienen.

Damit ist auch der Verursacher falsch gefunden. Wir brauchen auch kein Volk, das von einer Idee lebt, die aus einem "Dagegen", einem "Zuwider" existiert. Und fällt das Sein ins Nichts, fällt auch diese Anti-Idee ins Nichts.

Donnerstag, 18. November 2021

Suche im leeren Raum (1)

In den Videos, die sich auf dem von "KenFM" Jebsen gegründeten Portal APOLUT finden, läuft ein Vor- wie Abspann, der so lautet: "apolut - So denke ich auch". Als ein Motiv, diese Plattform zu gründen, die zugleich sein "Abschiedsgeschenk" werden sollte (dessen er sich jedoch, wie er auch sagt, zu gegebener Zeit wieder bedienen werde; NACH Beendigung seiner Auszeit, die sich auch darin ausdrückt, daß er seine Sprechgeschwindigkeit wenigstens etwas verringert hat, von Gebirgsfluß auf Mühlenkanal sozusagen) nannte Jebsen, daß er über die Wirksamkeit seiner Videos enttäuscht sei. Denn er sei draufgekommen, daß es eine kleine Gruppe sei, die quasi "alles" in diesem Bereich der "Systemkritik" konsumiere, die in sich aber geschlossen bleibe, und kaum an Zahl und Verbreitung zunehme.
QR apolut.net

Immer dieselben also konsumieren immer die gleichen Kanäle, die somit immer ein und dasselbe Publikum ansprechen. Damit hat er zweifellos recht! Aber warum dann so denke ich auch als Wahl- und Leitspruch?

Vielleicht aus einem anderen Grund als den der "Kritik". Vielleicht aus demselben Motiv, aus dem das gesamte Internet (diesem Begriff ordne ich immer auch die social media bei), dessen immer noch am meisten Staunen machendes Merkmal die unglaubliche Geschwindigkeit der Verbreitung ist. Binnen weniger Jahre - und ich kann mich noch gut erinnern, wie es in den Jahren 2000/2001 bei uns in Österreich begann, mit diesen (verglichen mit heute) unglaublich umständlichen Post-ISGN-Modems und -Anschlüssen, und einem Gefühl, als sei das Reich des Gratislebens angebrochen, in dem jedem alles zur Verfügung steht, und jeder alles kostenlos zur Verfügung stellt. (Siehe Anmerkung*)

Dienstag, 11. Februar 2020

Horex - Das Produkt übernimmt die Firma (2)

Teil 2) Rasch rasch. Alles.



Natürlich kann auch diese Dokumentation (unten) nicht umhin, den neuen Göttern ihre Gaben darzubringen. Und die Horex-Zeit 1933-45 zum Verbrechen der reibungslosen Eingliederung in nationalsozialistische Gesinnung, die Produktion von Wehrmachtsmotorrädern zum ideellen, zumindest haltungsmäßigen Kriegsverbrechen zu machen. Vielleicht aber muß man doch eine leicht schattende Bemerkung machen. Denn im Fall Horex hat sich Produkt und Unternehmer gespalten. Horex war nicht von der Innovationskraft und Produktliebe der Eigentümer getrieben, die hatten die Mitarbeiter. Sondern es war mit dem Lebemann Fritz Kleemann, diesem "Sohn des Gründers", doch einen recht geldorientierten, im Grunde wurzellosen Charakter der Tankstelle für persönliches Wohlleben. 

Dem es offenbar kein Problem war, die Motorradproduktion im Kriege einzustellen, und die abstrahierte Fertigungskapazität der "Rüstungsindustrie" zur Verfügung zu stellen. Samt Zwangsarbeitereinsatz. Aber was wäre mit solchen auch anderes zu machen gewesen? Und immerhin, was war (wie meist, übriges) unter "recht menschlichen Bedingungen" geschehen, wie eine Ukrainerin erzählt, die damals in Bad Homburg arbeitete. Fritz Kleemann selbst wurde nur als "minder belastet" eingestuft, und konnte weitermachen.

Allerdings kam nun die größte Zeit für Horex. Schon 1948 erhielt Horex die Genehmigung durch die Alliierten, wieder Motorräder zu bauen. Denn dort hatte man sich ja besonnen. Man brauchte ein prosperierendes Land Deutschland. Eben ein "Wirtschaftswunder," als diesen eiskalten Täuschungsprozeß der Indienststellung des Lebenswillens und der Lebensliebe der deutschen Völker in einen kapitalistischen Masterplan. Und nun mußte alles schnell gehen, in mehrfachem Wortsinn. Und in den späten 1940ern waren Motorräder DAS Fortbewegungsmittel für die breiten Massen. 

(1954) Die neue Zeit orientiert sich an der Welt
Zum Rhythmus des Rock'n Roll - wie passend, ist doch Rock'n Roll in seinem Anruf an die subjektive Begierde ("Rock'n Roll" ist ein Camouflagewort für "Drogen und Sex") selbst Rebellion gegen ontologische Ordnung - entwarf Reeb rasch ein Motorrad, das genau dem Zeitgeist der Mobilität entsprach. Die "Regina" war geboren. Klar, einfach im Design, technisch "reduziert nackt" und übersichtlich, und so gebaut, daß jeder auch daran herumschrauben konnte.

Doch der Höhenflug dauerte nur bis in die Mitte der 1950er. Dann hatte der Mohr auch in diesem Fall seine Schuldigkeit getan. Die deutschen Menschen hatten wieder Kaufkraft entwickelt, nun konnten sie anders verwendet werden. Die Meute zog weiter.

Die Horex-Blüte war aber nur kurz
Unter dem Eindruck des globalisierten Warenangebotes, dieser neuen wurzellosen Art mit Dingen umzugehen, die die deutsche Wirtschaft im Mark traf und völlig "umstrukturierte", mußten oder wollten ("Absatzprobleme"; gerade entwurzelte Firmeneigentümer geben unter diesem Aspekt sehr rasch auf) die Eigentümer die Produktion der motor- und antriebstechnisch überlegenen Horex-Motorrädern aufgeben, sprich: verkaufen. Das Tempo als Hauptsatz der Gleichung hatte alles überrollt. Die ersten Kleinautos oder zumindest Kabinenroller, kaum teurer als Horex-Motorräder, kamen auf den Markt. Kämpfen wollte Fritz Kleemann offenbar nicht, das war entweder zu mühsam, oder es fehlte, wie anzunehmen, einfach der Grundansatz, warum Horex überhaupt bestehen sollte. Er weigerte sich also völlig nachvollziehbar, Autos zu bauen, um das Werk zu retten. Es hätten auch Fußklammern sein können, dazu aber brauchte er kein Horex-Werk.

Das "Deutsche Wirtschaftswunder" zeigt auch hier mehr und mehr sein inneres Gesicht. Es war nur möglich gewesen, weil es die Hingabefähigkeit so vieler Menschen gab, aber keine sozialen, gewachsenen, traditionellen Strukturen mehr. Die wurden, wo noch da, von den Siegern ausgetrieben. In diesem "social engineering" entstanden neue neutralen Voraussetzungen - "allgemeiner Wohlstand" und hohe Leistungsbereitschaft weil unsättigbare Suche nach Ort - die den Faktor "Geld" mehr und mehr bestimmend machten.

So ein Mensch war endgültig auflösbar in technische Funktionen. Mehr bleibt nicht, wenn die verbindliche, selbstverständliche soziale Hierarchie, die Ordnung fehlt. Seine schöpferische Kraft wird dann nicht mehr gebraucht, denn die kann sich auch gar nicht entwickeln, sie wird sogar zum Hindernis. Es zählen dann andere "Fähigkeiten".* Weite Bereiche der Wirtschaft wurden damals zum Tagesgeschäft, flatterhaft wie der Wind, launisch wie die Mode. Es zählte nicht mehr das Bleibende. 

Auch bei Horex hatte niemand damit gerechnet, daß Kundenwünsche so fundamentlos geworden waren, mit dem Produkt selbst kaum noch etwas zu tun hatte: Es ging um eine Funktion, hier "Ortswechsel", die auch ganz andere Dinge und Einrichtungen beistellen können, noch dazu, wenn sie bequemer zu konsumieren ist.**

Aus dem verbindlichen Leben nach Archetypen in Orten als Dynamo der Geschichte, wurde ein flatterhaftes Leben nach Stimmungen. Bei einem unschöpferischen Kaufpublikum, das in Werbevirtualitäten lebt und nicht mehr selbst aktiv sein kann (das heißt aber: Leben), sondern ver-braucht, verbrennt, und damit ständig aktuell gehaltene Zulieferung vom nächsten konsumierbaren Gefühl braucht.

Einige Zeit versuchte auch Zündapp (eine nächste Unternehmens-Legende, 1984 nach wechselvoller Geschichte an Chinesen verkauft) Horex-Maschinen in seine (US-)Verkaufsstrategie einzubauen, aber auch das blieb ohne Erfolg. Mercedes kaufte schließlich 1960 die Betriebsanlagen und legte den Motorradbau endgültig still. Aus Horex in Bad Homburg wurde ein Mercedes-Teile-Zulieferbetrieb. 

Aber der Name Horex wurde anders verkauft. Mercedes brauchte ihn nicht. Er lebt mehr oder weniger sogar noch heute, wenn auch bei anderen (kleinen) Herstellern. Geblieben ist nur das Produkt, als Erinnerung bei Fans und Enthusiasten. Ob die Bemühungen einiger dieser Begeisterten gelingen, das Produkt zu revitalisieren, wird sich zeigen, es ist gar nicht auszuschließen.

Denn in jedem Fall bleibt interessant, wie stark sich hier das Produkt Horex schon von Anfang an vom Unternehmer getrennt hat. An deren Namen erinnert man sich weniger als an den des Konstrukteurs, eines Mitarbeiters.






*Heute braucht man sie ja überhaupt nicht mehr. Da gibt allumfassend die Politik vor, "was innovativ ist". Dazu braucht sie freilich nur ablaufoptimierte und -optimierende Lohnsklaven mit privater Bespaßungsbegierde und wurzelloser Privat-Willkür als Ersatz-Suchfeld für Glück, das vor allem eines braucht: Die Dogmatisierung des Leitspruchs, daß irgendwann die pseudo-rationalen, zweitwirklichen Illusionen wahr werden.

**Es gibt in der jüngsten Wirtschaftsgeschichte schon viele Unternehmen (man denke an Nokia), die bei einem eigentlich nebensächlichen Modell- oder Modewechsel völlig aus der Bahn geraten und zusperren "müssen".






Montag, 10. Februar 2020

Horex - Das Produkt übernimmt die Firma (1)

Man mische Bad Homburg und Rex-Einmachgläser, und schon erhält man einen nächsten Firmennamen, der nicht einfach für ein Produkt, sondern für ein Ding unseres alltäglichen Lebens stand. So wie Cappy für Orangensaft, oder Tixo für Klebstreifen, war bis 1920 das Rex-Glas ein Synonym für Einmachgläser. Die sich sogar zu einem Verb modulierten: Einrexen stand in der Kindheit und Jugend des VdZ generell für das Haltbarmachen und Lagern in Einmachgläsern, ob süß oder sauer. Etwas, das damals noch jede Hausfrau tat, und heute in Ost-Mitteleuropa immer noch sehr weitgehend üblich ist. Und die Bezeichnung "Rex-Gummi" ist gleichermaßen zum Synonym für einen bestimmten starken widerstandsfähigen und dauerhaften Gummi geworden, für den es keinen Ersatzbegriff gibt.

So, bitte schön, kann man sich Adam und Eva vorstellen, wie sie im Paradies allem einen Namen gaben, und so wurde aus der Schöpfung die Welt, die immer eine Welt des Menschen ist, also die differenzierte und in der Geschichte immer differenziertere Welt einer Kultur. So sehr, daß mit dem Fallen der Begriffe auch die Welt und der Wohlstand fällt. Wo die Sprache arm wird, wird es auch der Mensch, weil der Mensch das Hinausstrecken ins Transzendente der Idee verliert. Existenz aber ist ein Hinausstrecken. Nichts ist, was nicht über sich hinausstrebt. Ursache und Wirkung. Nicht umgekehrt.

Die Basis jedes Wohlstands ist somit nicht die Menge an Produkten, die man um sich herumstehen hat, sondern deren Einbindung in das Leben - an einen Ort, wie er in einer Kultur sogar geschaffen wird. Wo alle Dinge solche Orte ausfüllen und soweit auch "sind", die man als "Speicher" bezeichnen könnte. Immer aber dynamisch, tätig seiend. Und die in diesem Tätigsein den einzigen wirklichen Kern dessen ausmachen, was man als Wohlstand bezeichnen kann. 

In der Beantwortung des Angebots der Natur, die in ihren Kreisläufen und damit Jahreszeiten im Übermaß liefert, woraus wir durch unseren Verstand und mit Liebe zur Schöpfung Wohlleben speichern und damit auch im Winter genießen können, was auch mit Unabhängigkeit zu tun hat. Wo der Mensch zu differenzieren vermag, wo er Begriffe schafft, hat auch die Welt immer genug, damit er an dem Ort, an dem er steht, auf den hin er geboren wurde, seine Existenz bestreiten kann.

Der VdZ kann sich auch noch an die "Regina" erinnern, jene Horex Beiwagen-Maschine, die aus der nach dem Krieg siebentgrößten Motorradfabrik Deutschlands stammte, dem Horex-Werk in Bad Homburg. Auch den typischen Sound hat er noch im Ohr.

Wie immer bei solchen Geschichten steht hinter diesen Produkten, die Leben und Denken von Generationen geprägt haben, wo ein Unternehmen und ein Ding, das in eines Leben integriert wurde und dieses im rechten Sinn erweiterte und bereicherte, also ein Stück Kultur ist, die Geschichte einer Unternehmersfamilie. Die mit Hingabe und offenen Sinnen, vor allem aber mit viel Liebe zur Arbeit, Mensch, Heimat Produkt um Produkt ersann und herstellte. Das läßt sich zumindest über jenes Produkt sagen, das die Firmengründer groß und reich machte - die Rex-Gläser. Als er starb, hinterließ er einem Sohn sein Erbe, der bis zweiundzwanzig viel "von der Welt gesehen" hatte, also "Berufssohn" war. Und gerne Motorradrennen fuhr, die Tätigkeit, die einem Lebemann in den 1920ern eben ansteht.

Im Fall der eigentlichen Horex-Werke verbinden sich aber bereits die Schicksale mehrerer Unternehmer. Auch in einer Charakteristik, die diese Hingabe gar nicht mehr kennt. Das macht die Geschichte von Horex-Motorrädern sogar zu einer sehr aktuellen Geschichte.

Denn man könnte es als Menetekel sehen, wenn ein Hersteller wie Rex vom Produkt, das ihm viel Geld gebracht hat, so weit weggeht, und ein ganz neues Produkt aufgreift, "weil es sich gerade der Laune anbietet".

Hier fehlt etwas. Etwas, das die Geschichte von Horex-Motorrädern eben zur Geschichte eines Produkts und die von Mitarbeitern macht, nur sekundär zu der von Unternehmern. Es muß an bestimmtem ernsthaftem Willen gefehlt haben, wenn ein Einmachgläser-Hersteller zu Motorrädern greift.

Vielleicht hängt dieser Defekt, als das wir das gleich vorweg definieren, mit dem Umstand zu tun, daß der eigentliche Firmengründer sich bald einen Partner in die Firma nahm. Der erst die Geschichte der Rex-Gläser, aber im Sohn die Geschichte von Horex auf den Weg brachte: Friedrich Kleemann.

Aus der Not nach dem Ersten Weltkrieg (das Diktat von Versailles verbot sogar die Herstellung von Flugzeugmotoren) bündelten sich vorerst freilich scheinbar mehrere Unternehmerwillen zu einem einzigen. Rex und Columbus-Motoren (großgeworden mit dem legendären "Gnom", dem Antriebsmotor für die Landwirtschaft, aus denen später Flugzeugmotoren entwickelt wurden) stellten erst Fahrräder mit Hilfsmotoren her. Aus der Renn-Leidenschaft des verwöhnten Rex-Sohnes, der für viele ein Taugenichts schien, wurden daraus die ersten Motorräder.

Deren Technik von den leibhaftigen Erfahrungen des jungen Fritz Kleemann selbst gespeist, informiert und angetrieben wurde. Denn Motorrad-Rennen waren in den 1920er und 1930er Jahren sehr beliebt. Sogar in der Heimatstadt des VdZ, Amstetten, wurde damals vor den Toren der Stadt eine Sandbahn betrieben. Um die herum sich Gastronomie und Technik ansiedelte, und einen späteren neuen Stadtteil formte.

Die Rennerfolge des jungen Mannes ("von Beruf Sohn") beleuchteten das Produkt und hob es aus der riesigen Schar von kleinen Motorradfabrikanten in Deutschland heraus. Mit dem Kauf eines (nicht ganz so auf Rennen ausgelegten) Motorrades trat jeder Kunde in jenes Licht, in dem der Ort glänzte, den die Horex-Räder ausfüllten, und der jeden aufnahm, der diesem Beziehungskreis beitreten wollte. In Rennen zeigte sich außerdem, wie weit ein Produkt wirklich in seiner Entwicklung war. Technik und Qualität wurden für jeden nachvollziehbar. Horex-Motorräder wurden "von Rennfahrern für Rennfahrer" gebaut. Es leuchtete das Produkt, das muß man im Auge behalten.

Die Geschichte von Unternehmen ist zwar immer auch die Geschichte von Mitarbeitern, abhängig von der Charakteristik des Unternehmers selbst, in diesem Fall aber mehr als meist. Denn ein guter Rennfahrer mit Esprit (aber vielleicht etwas wenig Charaktersubstanz), Unternehmerssohn und -erbe, mußte Talente integrieren, die er selbst nicht besaß.

Wie bei jedem Unternehmen, wurden auch an den Horex Werken Talente aus der Umgebung geborgen. Unternehmen prägen, ja schaffen eben auch Landschaften. Denn so wie immer, ist ein Talent eben im Kinde der Menschen, die "an einem Ort" leben, noch amorph. Es wird erst zur "Begabung", wenn das Kind einen Ort hat, an dessen Beziehungen es sich hingibt, sich darin also übersteigt weil ganz einer Aufgabe stellt, und so erst zum vollen Individuum wird. Im Falle eines Unternehmens (aber nicht nur in so einem Fall) wird eben ein Ort geschaffen, der dann Menschen integriert, und so zu sich selbst kommen und werden läßt.

In dieser Unternehmerkonstellation ("schwacher Chef") haben sie aber mehr als sonst die Möglichkeit, zumindest regional zu bedeutenden Männern auf ihrem Gebiet zu werden. Das gilt hier vor allem vom eigentlichen Herz des Unternehmens Horex, dem Entwicklungsingenieur Hermann Reeb. Der für seinen späteren Weg und für Horex überhaupt die notwendigste Eigenschaft hatte: Hinter dem Produkt zurückzutreten, ja dahinter zu verschwinden.

Aus Reeb hätte anderswo auch ein hervorragender Maschinenbauer oder Hufschmied (oder meinetwegen IT-Techniker) werden können. Aber weil es in seiner Heimat die Horex Werke gab, wurde er zum Motorradkonstrukteur von Weltruf. Diese Maschinen wurden sein Leben, und er führte sie - indem er sich aus der Anlehnung an englische Motorräder löste - zu jener Gestalt und technischen Charakteristik, die ihren späteren Erfolg ausmachte. 1927 ins Unternehmen eingetreten, entwickelte Reeb 1932 "ohne Auftrag vom Chef" (siehe die Vermutungen zum prinzipiellen Charakter von Fritz Kleemann aus der objektiven Konstellation) eine Zweizylinder-Maschine mit oben liegender Nockenwelle, und Fahreigenschaften, die man bei Motorrädern noch nicht kannte.

Morgen Teil 2) Rasch rasch. Alles.





Donnerstag, 19. Dezember 2019

Hoffentlich hat sie doch bereut

Heute vor 104 Jahren wurde Edith Piaf in Paris geboren. Wir bringen wieder einmal ihr "No, je ne regrette rien", ihr verzweifelst auf der Bühne bis zuletzt durchgehaltenes "Nein, ich bereue nichts", das uns in seiner so glaubwürdigen Verzweiflung immer wieder neu berühren darf. Gebe Gott, daß sie diesen furchtbaren Irrtum noch rechtzeitig erkannte. Der für so viele "vorbildlich" wurde, maßgeblich durch eine verdrehte Vorstellung von Wahrheit und Öffentlichkeit und Ansehen. Lange schon schwer krank, starb sie am 10. Oktober 1963, unter Umständen, die vermuten lassen, daß ihre engste Umgebung in dieser Komödie des Schreckens mitspielte, und ihr alles Wesentliche für einen letzten, guten Sterbemoment vorenthielt.

Man ließ sie nicht zurück. Ließ dem verzweifelten Trotz, den sie an den Tag legte und der durchaus Respekt abverlangt, der sogar eine gewisse Größe darstellt, keine Auflösung. Auch nicht, als ihr der Schöpfer das Szepter der Musikwelt in ihrem Krankheitsleiden langsam aus der Hand nahm.

Gott, der ihr verzeihen möge, daß sie von Bühne, Öffentlichkeit und Medien in eine Haltung der Unversöhnlichkeit getrieben und eingefestigt wurde. Die sie zur Ikone der menschlichen, gottlosen Autonomie machte, die sie - Frau; Frau nimmt immer den zugewiesenen Platz an, ja wartet darauf - annahm und tapfer durchhielt. Und reich mit Scheingaben, mit Geld und Ruhm überhäufte, um in ihr die eigene Verworfenheit und verfehlte Sicht der Welt von sich weg zu zelebrieren und scheinbar wahr zu machen. Die sie somit so schwer mißbraucht hat.

Schauen Sie, werter Leser, ihre Augen an.





"Die Piaf", die rasch nach oben stieg und enormen Einfluß auf Frankreichs Musikszene hatte, riß fast die halbe Nation mit sich. Indem sie die richtige, notwendige, berechtige Melancholie als Grundstimmung der Poesie mit sich in die Stimmung der existentiellen Verzweiflung angesichts der faktischen (kapitalistischen) Zustände riß. Das Chanson wurde nicht einfach "gesellschaftskritisch", wie es seiner Art zukam, sondern links. Weil die Piaf ihre Sittlichkeit am Altar der Gefälligkeit opferte, der sie sich anschmiedete, fand sie nie zum Geist, nur zur Intellektualität, die aber aus sich kein Ziel kennt und leer weil ein sophistisches Vernebelungsgefecht der Schuld bleibt.

Sänger wie Charles Trenet (wieder einmal, unten, diesmal mit "Douce France", an dem man sich nicht satthören kann) oder Fernandel (Sie lesen richtig, werter Leser, Fernandel war vor seinem zufälligen Welterfolg mit "Don Camillo" weniger ein Schauspieler, als ein Sänger entzückender Chansons) wurden fast zur Nebenerscheinung. (Manchen sonstigen, oft in unseren Ländern äußerst populären Chansonniers spricht der VdZ glatt jene Existentialität ab, die der Kunst innewohnen muß. Die eine Haltung, nicht einfach inhaltlich ausdefinierbar ist.)

Frankreich war von diesem Existentialismus als Reigen von Sartre, Camus (mit Vorbehalten, er überwand den Existentialismus letztlich, das zeigt sein "Mythos von Sisyphos", der existentiell, aber nicht mehr existentialistisch ist), mit eben Piaf und deren Schützlingen wie Montand oder Aznavour tief geprägt. Und noch heute ist jene nihilistische Seite gerne als die entscheidende Seite von Paris gesucht und besucht. In der Paris in das ultimative Licht eines Sündenpfuhls gehüllt wird (siehe die Paris-Deutung von Henry Miller), und diese Verlorenheit zum scheinbaren Halt in einer Scheinwelt hochzieht. Aber es ist ein Kampf, den das Licht nicht aufgeben darf! Den freilich bourgeoise Konventionalität niemals führen kann, ja gar nicht erkennt.

Der Linken ist es leider weithin gelungen, das Leiden der Künstler an der Welt in ihre ideologischen Bahnen zu drücken. Auch wenn es, wie bei der Piaf, das Leben kostet. Deren Schmerz - sie war katholisch aufgewachsen und als Kind tief gläubig - das Leiden war, von der Kirche getrennt zu sein. Der Gegenentwurf, den sie als Erwachsene trotzig und durch ein chaotisches Leben zu belegen versuchte, ist nicht geglückt.







Dienstag, 6. Juni 2017

Völlig egal, warum. Man liebte es.

Ach mein Gott, der VdZ mag dazu nichts mehr explizieren. Ihn bewegt dieses Lied der Hildegard Knef (und nicht nur dieses von ihr) zutiefst, warum auch immer, er weiß es nicht. Was ließe sich daraus alles extrahieren.  Nein. Er verweigert. Er liebt es. Er liebt irgendetwas an diesem Existentialismus der Hildegard Knef. Basta. Er ist darein aufgewachsen. Basta. U(nd er ist doch auch, ja wie denn anders?, Kind seiner Zeit. 

Zu diesen Liedern fuhr er als kleiner Bub Schlittschuh, sie wurden über die krächzende Anlge über den Platz verbreitet, den dieser alte Mann als Dienst an der Menschheit Winter für Winter in seiner Freizeit mit Wasser zur Eisfläche verwandelte. Zu ihr begleitete er einen seiner großen Brüder, der am Sonntag, nach der Messe, regemäßig in die Trafik in der Rathauspassage ging, die so modern wirkte mit ihrem riesigen Schaufenster, diesem nüchternen Ambiente, und mit der Verkäuferin flirtete, während er seine Zigaretten und die Bunte - mit der Knef am Titelblatt - kaufte. Anschließend ging es ins Cafe Garn, und er erhielt immer ein Achterl Himbeersaft und manchmal sogar ein Würstel mit Senf. Bis es heim ging, zum Mittagessen. Alle diese jungen Menschen schienen so vertraut, so eine Familie. Klassen existierten nicht. Eine von diesen war später Erbin eines der größten Industrieunternehmen Österreichs.






Und dann fiel der eine. Sie waren unterwegs gewesen, übermütig, wie junge Menschen es so gerne, so berechtigt sind. Und sie kamen zurück, und der eine lag am Rücksitz. Tot. Sohn eines der angesehensten Fleischer in der Heimatstadt. Nie erschien dem VdZ diese Jugend, die er da sah, so geschlossen, so als eine Schicksalsgemeinschaft, vereint in derselben Tragödie. Und da kam dieses Lied. Am Eislaufplatz. Der VdZ hat nie verstanden, warum später dieses Lied als angebliches "Öko-"Lied verstanden werden konnte. 

Nein. Es ist das Lied des Todes eines Menschen. Eines Freundes des großen Bruders, einem Mitglied dieser Clique, die sich Soinntag für Sonntag im Garn traf, lachte, laut diskutierte, und dem VdZ als kleinem Bruder des einen ein Achterl Himbeersaft bestellte. Und manchmal ein Würstel mit Senf. Am frühen Morgen nach so froher Jugendnacht in einem Autounfall erloschen. Der wie seine Freunde alle, samt der Trafikantin, diesem jungen hübschen Mädel, nie mehr so wie früher über die Feuer zur Sonnenwende springen würde. Wenn der VdZ nunmehr über die Eisfläche zog, und dieses Lied erklang, sah er ihn liegen, in seinem Blut, sah er die Tragödie des Menschen. Den immer drohenden, letztlich die einzige Gewißheit: Tod. 

Das war auch ein wesentlicher Teil der 68er. Ja, vielleicht ihr wesentlichster. Bei einer Umfrage 1975 gaben mehr als 50 % der deutschen Bevölkerung an, daß sie einem Mitglied der Baader-Meinhof-Gruppe heimlichen Unterschlupf gewähren würden, wären sie vor die Situation gestellt.
 








*140517*

Samstag, 17. Dezember 2016

Für die Wahrheit bluten

Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz über Simone Weil, 
die der heutigen Zeit so viel zu sagen hat.










*231016*

Dienstag, 15. März 2016

Überwindung der Moderne

Zwar hält der VdZ seine Kritik an seinem Buch "Die vierte politische Theorie" aufrecht, aber im Vortrag scheint die Tangente von Alexander Dugin doch auf das Richtige angelegt zu sein: Als Überwindung der Moderne, wie sie seit der Renaissance Europa mehr und mehr vom Sein abgedrängt und zur Pseudologie (logos) konstruiert hat.

In dieser Moderne wird das Denken über die Welt vom Weltsein getrennt. Dabei wird vergessen ("Seinsvergessenheit"), daß dieses Denken aus seiner historischen Aktualität nicht ausbrechen kann. Niemals. Sondern in dieser geschichtlichen Situation ein Sein in sich offenbart, das im bloß nominellen Denkinhalt gar nicht gefaßt wird. Denken wurde damit zum Symptom, nicht zum Einbruch der Wahrheit als Seinerhellung.

Denn dieses ist der öffnende Moment des Ereignisses: Das Sein des Menschen - sein Da-sein - muß als Dasein wie Sein des Seins selbst (analog, also: als Gleichnis, als Abbild des Seins selbst, als Gottes) gesehen werden.

Natürlich kann das nicht in einem Rückgriff auf die Vormoderne geschehen. Denn (Heidegger) jeder Mensch ist in seine Epoche hineingeworfen, und somit ist geschichtliche Gegenwart immer neu, nie dagewesen, und immer neu zu lösen, und auf die Zukunft hin zu entwerfen.

Dieses Entwerfen aber kann nicht auf demselben seinslosen Rationalismus basieren, der Europa in die völlige (und fast verzweifelte) Unfruchtbarkeit geworfen hat. Es ist ein wirkliches und mutiges Neuwerfen einer künftigen Gestalt. Ob aber Europa das überhaupt noch denken kann? Der VdZ hat so seine Zweifel. Dann aber würde er Europa tatsächlich schon aufgegeben haben. Denn dieser Ansatz müßte heißen: Eine neue Offenheit für Poesie. Denn dieses Denken ist selbst Poesie. Denn in der Poesie ist eben das Sein das Seiende des Seienden. Die Frage ist ja auch, ob es überhaupt ein Seiendes geben kann, das nicht Poesie ist. Wo es das nicht ist, fällt es ins Nichts. Und kein modernes Denken vermag es davor zu retten. Und schon gar keine Weltrettung. Die aber darin auf seltsame Weise ihren Grundimpuls - als Wissen, ja als offenbarte Struktur (!) der eigenen Verworfenheit - offenbart.*

Das zweifellos Achtenswerte an Dugins Denken ist, daß er keinen Hehl daraus macht, daß er einen Weg gegangen ist und geht, der noch nicht fertig ist. Auch darin knüpft er an Heidegger an, der einmal sagt, daß er auf den wartet, der seinen ersten Ansatz in ein neues Denkgewand bringt.**

Der VdZ ist sich allerdings nicht sicher, ob das, was Dugin als "Multipolarität" bezeichnet, auch dem entspricht, was auf diesen Seiten mit neuen Notwendigkeiten der Staatsdefinition - der Volksstaat, der Kulturstaat hat sich bereits selbst ausgelöscht, er schlägt nur noch im Todeskampf um sich - anzudenken versucht. Immerhin, es könnte sein.

Übrigens: Auch eine interessante Erfahrung mit der Sprache. Dugin versucht, in Deutsch zu sprechen, und das gelingt erstaunlich gut, obwohl er eine ganz simple deutsche Sprache verwendet, weil er es halt nicht besser kann. Aber das ist gar nicht entscheidend - denn man hört immer das Dahinter!






*Denn es hat schon so seine Wahrheit daran, daß die Weltretter der Gegenwart - ob im Klimawahn, ob in der Zuwanderungskrankheit, im Weltberbesserungsirrsinn auch der Kirchen - mit der Menge der Moderne zusammenfallen, und sich zugleich in einem proklamierten Regress von dieser befreien wollen. Aber sie können es nur auf der Ebene, auf der sie selbst in die Hölle fahren.

**Das könnte nur im Christentum geschehen, das sieht Dugin völlig richtig, dessen Zentralgeheimnis und -botschaft genau diese Ereignishaftigkeit, diese Gegenwärtigkeit zum Inhatl hat. Und der VdZ sieht wie Dugin Heidegger - der dieses Denken angebrochen hat, ohne es zu vollenden - im Grunde offen für das Ereignis der Wahrheit in Jesus Christus. Aber in Europa ist das Chistentum im Grunde bereits tot. Auch die Konservativsten singen nur noch einen karikaturhaften Abgesang. Die momentanen Ereignisse in der Kirche sind ohnehin nicht einmal mehr die Atemluft wert, die sie absingt. Es ist vorbei, sie hat keine Wirklichkeitsrelevanz mehr. In Westeuropa. Mit diesen Eliten hat es keine Chance. Die verstehen gar nicht mehr, worum es geht. Und weil es ihnen verborgen ist - okkult ist - ist es für sie überhaupt "okkult". Aber es ist sehr rational. Auch die USA wird aus gleichen Gründen auf das Niveau eines Entwicklungslandes im Chaos zurückfallen. Alleine die wirtschaftlichen Daten zeigen es. Ex oriente lux - realpolitische Hoffnung liegt eher noch im Osten. Dort scheint noch das Potential für diese Existentialität zu bestehen. Selbst von den Ungarn hat der VdZ diesen Eindruck.





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Samstag, 5. März 2016

Krankheit der Zeit - Realititätsverweigerung

Die Identität eines Menschen ist konstituiert durch die Spannung in Richtung auf den Grund seiner Existenz. Der Mensch kann seine Identität jedoch ablehnen; er kann ein Selbst imaginieren, es mit doxischer Vernunft ausstatten udn ihm erlauben, sich mit dem Entwerfen Zweiter Realitäten zu befassen. 

Außerdem kann er sich seines Tuns weitgehend unbewußt bleiben, so daß er in gutem Glauben vorgeben kann, er sei das Selbst, das er selbst imaginiert hat, und die Aktivitäten des Selbst seien seine eigenen Handlungen und Gedanken. 

Da er die Realität, die er auszublenden versucht, nicht abschaffen kann, wird sich schließlich in seinem Bewußtsein eine Spannung zwischen dem wahren und dem falschen Selbsrt, zwischen der beanspruchten falschen und der abgelehnten wahren Identität entwickeln. Seine Existenz ist strukturiert durch zwei Selbste.


Eric Voegelin in "Realitätsfinsternis"




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Montag, 19. Oktober 2015

Die Ehen des Diego Maradona (3)

Teil 3) Die Bemerkung - Ein möglichst knapper, anschaulicher Anriß, 
warum der Priester und schon gar der Papst 
kein "Mensch wie ich und du" sein kann und darf




*Nur kurz und gestammelt, gewiß, aber einige Worte dazu: Die Kirche in ihren priesterlich-sakramentalen Institutionen kann sich in ihrer Gestalt nicht "von unten her" definieren, vom Volk her, sondern muß sich auf Jesus Christus hin transzendieren, als Haupt also die reale, inkarnierte Gestalt Jesu Christi darstellen, als Haupt des Leibes. Hier wurde auch oft das Allgemeine Priestertum mißverstanden, der Begriff hat manche verwirrt. Das von diesem sakramentalen Priestertum funktional völlig verschieden, mehr eine Metapher ist (wenn auch nicht nur). Das sakramentale Priestertum ist also zwar ein Teil der Kirche, aber es ist ein anderer und für sich bestehender Modus, als der "normale Getaufte". Ein Organ somit. So wie es die einfachen Gläubigen als Ganzes, und in sich wiederum als gesellschaftliche Gliederung sind.

Weil sie in dieser Integrität des Gestalthaften (v. a. in der Liturgie) der Himmel selbst ist, dessen die Gläubigen, das Volk, dessen Aufgabe ALS Kultur, als Gesellschaft den Willen Gottes erfüllt (der die sakramentale Priesterschaft der Kirche auf eine Weise gegenübersteht), ansichtig werden. Von dort her werden sie durchlichtet. 

Das begrenzt auch etwa eine caritative Aufgabe, ein "soziales Engagement" der Priesterschaft beträchtlich! Denn der Priester ist keineswegs gegenständlich ein "Vorbild" für die Menschen (diese Funktion hat er lediglich "auch", soweit er alltäglicher Mensch bleibt), sondern er ist es gewissermaßen nur strukturell, zumindest in seiner ihn vor allem anderen definierenden Funktion Und alles definiert sicih in seinem Sinn aus seiner höchsten Möglichkeit. Hier - als liturgisches Fenster zum Heil, als Spender der Sakramente, als Spender der Wahrheit, auch im Wort. (Weshalb in der Alten Liturgie der Priester zur Predigt sein liturgisches Gewand ablegte, nur noch im Mozetta predigte. Denn hier war er nicht mehr im Sakramentalen, sondern im durchaus auch Brüchigen des Menschen.)

Kraft des Sakraments treffen in ihm eben beide Dimensionen aufeinander. Das tun sie im "normalen Gläubigen" in anderer Gestalt und Form, nämlich in die Weltidentität - die Schöpfung - hinein, als ihr Teil. 

Des Priesters konkrete Gestalt aber ist Christus selbst, in persona, der sich zu den Menschen, zum Volk tatsächlich und real niederneigt, seine Gestalthaftigkeit aber nicht einfach "teilt", sondern was er zu geben hat IN DIESER GESTALT (und NUR in ihr) MITTEILT. (Je heiligmäßiger freilich der Priester als Mensch lebt, je mehr er also zurücktritt als Mensch, desto vollkommener wird in ihm der Himmel sichtbar, so, wie in jedem Gläubigen ja auch - etwas, das beide aber nur in ihrer Art erreichen können, dann aber gewissermaßen wieder "dasselbe" ist.)

Der Priester kann also niemals "einer von uns" sein, das wäre im Widerspruch zu seinem Wesen, er ist nur VON UNS genommen, aber nicht primär eine Gestalt des täglichen Lebens einer Kultur bzw. Gesellschaft. Das ist er nur "irgendwie auch", weil auch er sein Bier süffelt, Fußball schaut, oder zum Tarockabend geht. 

Und er ist, geweiht weil nur so Priester, notwendig für uns, im Hl. Geist nicht unabhängig von uns (dem Volk, mit bzw. in konkretem Weltauftrag) zu denken (wie: Vater-Sohn), damit wir des Himmels ansichtig uns selbst vervollkommnen, in die Gestalt Jesu - und damit in den Ordo Gottes, seines Willens - selbst hinein. Das zeigt sich ja auch am Beispiel der Apostel, die sehr wohl ihre Berufe aufgaben, so wie auch Jesus erst zu predigen begann, seine Sendung dezidiert aufnahm, als er seinen Beruf als Zimmermann niedergelegt hatte. 

Das verbindet den Priester durchaus eng mit dem Künstler oder dem Philosophen. Letztere beide können ihre Aufgabe auch nur in Distanz zum Alltäglichen erbringen, müssen aus dem Netz der Zwecke frei sein, um überhaupt sie selbst sein zu können. Nur sind sie nicht "kraft Sakrament", sondern müssen vom Volk - mit dem er "zur Kirche" verbunden ist - bestellt (akzeptiert, anerkannt) sein. Der Künstler ist gewissermaßen die säkularisierte Analogie des Priesters.

Unglücklich kann man höchstens bezeichnen, daß "die Kirche" historisch nach und nach ausschließlich in der Priesterschaft vergegenständlicht gesehen, auf ihre klerikale Dimension reduziert wurde. Das stimmt freilich nicht. Doch ihr Urbild, wenn man so will, ihre Form, an der sie in ihrer Gesamtheit wird (als Gesamtheit der Getauften), ist in den Priestern (und natürlich im letzten wie ersten: im immer konkreten Papst) - im Gegenüber zur Gottesmutter - real und als reinstes Urbild bei uns, weil als alter Christus eben inkarniert. Aber nicht identitär mit dem faktischen Menschen verschmolzen, sondern nur bedingungsweise, aber ohne den Menschen Priester auch wieder nicht möglich.

Dies läßt sich auf die gesamte Sakramentalität umlegen, ist in sich aber wiederum trinitarisch aufgebaute Matrix, wenn man so will (und diese Begriffe nicht technisiert).

Wenn diese funktionale Dimension aber nicht für sich gesehen, getrennt wird, fehlt dem Priester sein identitäres Gegenüber. Weil das aber einen grundsätzlichen (theoretischen) Auffassungsfehler zeigt, und zwar meist, weil das Menschliche falsch gereiht und betont wurde, wirkt es sich auf die gesamte Präsenz der Kirche aus. Der Priester sieht sich plötzlich in einer Aufgabe "wie alle anderen", und er beginnt, in den Alltag hineinzuwirken, den Alltag als genuin SEINE Aufgabe zu sehen. Das ist der aber nicht. So ist grosso modo die "Befreiungstheologie" oder das "politisch-funktionale Priestertum" grundgelegt. (Beides ist von der Kirche gekannt, aber als Fehlentwicklung wieder ausgeschieden, abgelehnt worden.) Als eigentliche KompetenzUNTERschreitungen, nicht ÜBERschreitungen. 

Der Priester kann und muß sogar vor Fehlentwicklungen des Alltäglichen warnen, sie in christlicher Liebe aufzeigen etc., aber sie sind in der Realisation nicht "sein Bier". Sie sind gewissermaßen "neutrale Aussagen" im Angesicht der Wahrheit, sie sind Aussagen über die Nähe oder Ferne des Betroffenen zu Gott. So wie Aussagen desjenigen zu Gott und der Kirche, weshalb Exkommunikation bzw. Kirchenstrafen, die ja nur "etwas feststellen", richtige und legitime Wegweiser sind.

Wenn diese Grenze nicht gesehen und eingehalten wird, mißversteht der Priester den Bezugspunkt, auf den hin er sich zu überschreiten hat, wo also sein "Moment des Existentiellen" liegt. Und hält sich in seinem alltäglichen Menschsein für den Modus seines Daseins. Damit hat er den Zielort seiner Selbstüberschreitung verfehlt, und verfehlt damit auch seine Aufgabe an den Menschen, ja löst die Gestalthaftigkeit der Kirche, der Einzelnen überhaupt als irrelevant auf - seine Liebe wird unkonkret, weil für sich vergegenständlicht (was aber prinzipiell unmöglich ist; die Liebe gerät so nämlich zur Farce, zur wesenlosen Simulation.) Nur eine Liebe kann und muß ihn mit dem Volk verbinden: Die Liebe, daß das Volk am Heil, das er ihm bietet, teilhaftig wird.

Er muß aber, wie gesagt, von dem des alltäglichen Menschen prinzipiell unterschieden sein. (Wenn auch in einzelnen Dingen auch wieder gleich: auch der Priester muß sich beim Brötchenkauf zum Verkäufer höflich benehmen oder der alten Frau über die Straße helfen; aber er kann sich nicht darin erschöpfen, es ist nicht seine erste Aufgabe der Selbstüberschreitung.)

Aus diesem Grund ist auch eine rein körperliche Distanz etwa von Papst zu Volk mehr als sinnvoll, ja angebracht und notwendig. Denn der menschliche Eindruck macht sehr rasch vergessen, ja unsichtbar weil unerfahrbar, was die eigentliche Aufgabe weil Stellung des Papstes ist - die wiederum die Voraussetzung ist, daß sie wirken kann, daß sie angenommen wird. 

Er muß über allen anderen sein menschliches Menschsein vergessen können, und ganz hinter dem Amt verschwinden. Das die Größe und Schönheit Christi und des Himmels darzustellen hat. Insofern besteht sogar eine Pflicht zu liturgischer Pracht, soweit sie zu entfalten möglich ist. Sie ist ein Dienst an den Menschen! Ob er persönlich liebenswürdig oder nett ist, ist völlig uninteressant, ja lenkt von Christus selbst, den er stellvertretend darstellt (ihm also seinen Platz freihält, ohne ihn zu ersetzen, sondern "für ihn" handelt), ab.



*191015* 

Sonntag, 18. Oktober 2015

Die Ehen des Diego Maradona (2)

Teil 2) Es wäre kein Zufall. - Ein erster Versuch, 
die theologische Linie des Papstes zu zeichnen - 
Verwirrung als pastorales Konzept


Oder ist genau das beabsichtigt? Durch eine Theologie, die in Rahner und Konsorten auf seltsame Weise "auf der Fensterbank" lag? Weil nämlich der von ihnen entwickelte, über weite Strecken großartige und gewiß wahre Begriff der Kirche - als Stellvertreterin der Menschheit überhaupt - mit einer scheinbar klitzekleinen Wendung* zu einer Auflösung der Heilsnotwendigkeit und Heilsinstrumentalität der Kirche und der Sakramente - also der Inkarnation Gottes in Jesus Christus - generell führt. Die gesamte Gnadenlehre wird damit ausgehebelt und in der Realität zur Makulatur (bleibt nur noch "theoretisch", ist aber real ausgeleert). 

In diese Sichtweise spielt eine gleichfalls großartige und nur zu begrüßende Erstarkung der Strömung in der Kirche hinein, die seit der Reformation, der Renaissance gar gewiß zu beklagende dogmatische Erstarrung der Theologie aufbricht. Und die wie eine theoretische Rückbesinnung auf den lebendigen eigentlichen Glauben als "Existentialistische Dimension des Glaubens" zu sehen sein könnte. 

In der Christen wie Marcel, Peguy, Weil, Ebner, Guardini, oder hundert Jahre zuvor der damals noch von den Jesuiten als Ketzer verfolgte Rosmini, etc. etc. schon nur im mittel-westeuropäischen Raum Großartiges geleistet haben. Hier vollzieht sich eine "existentielle Wende", in der der Entschluß zur Wirklichkeit in einer Radikalität vollzogen wird, die auch für den VdZ als entscheidend gesehen wird. In dieser völligen Disponibilität, in der man sich in der Selbstüberschreitung Gott, dem Sein öffnet und erschließt - Herr, mach mit mir, was Du willst! - gründet auch das eigentlichste Verständnis der "Armut", wie sie etwa Bloy oder Michel Foucault kennzeichnen. Man könnte sie als "Theologie des letzten Platzes", ja in gewisser Hin- und Vorsicht sogar als die "Theologie des Nichts-Seins in der Welt" bezeichnen. Ein radikaler Höhenweg also, dem nichts, wirklich nichts genommen sein soll, im Gegenteil. Und der sogar schon über die Kirchenväter von Bernhard von Clairvaux, Johannes vom Kreuz oder Theresia von Avila - ja, die diesbezüglich zu nennenden Namen sind eigentlich die Namen der Kirche überhaupt, man käme zu keinem Ende - immer gezeigt wurde.

Dazu kommt eine Entwicklung des Verstehens der "Stellvertretung" als vielleicht tiefster, historisch aber höchst aktueller Aspekt des Erlösungsgeschehens. Gleichfalls nicht neu, immer schon da, aber neu in unsere Zeit hinein ausgelichtet. Wie das etwa bei Hans Urs von Balthasar so großartig geleistet wurde, und wie etwa Karl-Heinz Menke sie vor wenigen Jahren in einer wunderbaren Zusammenschau neu belebte. 

Aber nun kommt's: Einer der Theologen, der diese Theologie, eigentlich diese (stark trinitarisch geprägte) Sichtweise auf die Kirche (zu der es eine aus der Phänomenologie befeuerte, ebenfalls wunderbare und in jeder Tradition der Kirche stehende Entwicklung der Philosophie des Trinitarischen gibt, mit Proponenten wie Erwin Schadel oder Heinrich Beck) schon vor Jahrzehnten zu entwickeln beitrug, war der heutige Kardinal KASPAR. Und der gilt nun als eine der maßgeblichen Figuren, um die Position der Kirche in der Frage der "Wiederverheiratung" - analog zum Papst, und auch das hat nachweisbare Zusammenhänge mit dessen Entwicklung und "Spiritualität", schon in Argentinien - in eine Richtung zu verändern, die Schockwellen auslösen könnte, nach deren Auswirkung kein Stein mehr auf dem anderen bleiben würde.

"Vergißt" man aber bei dieser - noch einmal: wirklich großartigen, auch die geistige Welt des VdZ zunehmend bestimmenden - Theologie einige ihr "außen" liegenden Aspekte (die in Wahrheit - Balthasar hat dies an sich recht gut auch schön ausgearbeitet - sehr wohl "innen" liegen) so wird sie zur völligen Entgrenzung. Und wendet sich gegen ihre ursprüngliche Intention! Das heißt: Sie wirkt auflösend, ja zertrümmert die Substanz des Glaubens, weil sie sie völlig in die Subjektivität zurückwirft. Genau das, was Martin Luther passiert ist bzw. was er vollzogen hat.

Wollen wir es vorerst dabei belassen. Aber unter diesem Aspekt wird das Handeln dieses Papstes in den Augen des VdZ tatsächlich allmählich verstehbar, und zwar GERADE in ihrer Verwirrtheit. Und diese Verwirrung ist Absicht. Denn sie soll von der Lehre der Kirche ABLÖSEN, sie soll falsche (ob sie falsch sind und wieweit, ist ein anderes Problem) Gewißheiten erschüttern, und zu diesem eigentlichsten und tiefsten Christentum führen. Und dies zu bewirken, gibt sich der Papst ja redlichst Mühe. Und auch er scheint aber diese erwähnten Faktoren verloren, noch mehr: nie besessen zu haben ... lassen wir das aber.

Technisierung, Vergegenständlichung dieser Leitbegriffe - Aktualität und Stellvertretung - sind Kennzeichen dieser Fehlinterpretation. In der auch das päpstliche (befreiungstheologisch durchwebte) Wort von der "Option für die Armen" wurzelt.

Holt man nämlich aus diesen theologischen Ansätzen, wie sie grob hier dargelegt wurden (in der Hoffnung, dem Leser würden damit wie dem VdZ Zusammenhänge erkennbar; Sprache kann eben nur verweisen), einige ihrer Merkmale heraus, dann wird plötzlich so etwas wie "theologische Wurzeln" des Bergoglio-Papstes erkennbar. Dann wird seine groteske Taktik der Verwirrung tatsächlich zum Konzept, oder eher: zur Strategie, zur Absicht. Die Frage ist nur: Zu welchem wirklichen Zweck!? Aus welchem wirklichen Motiv? Mit welcher wirklich werdenden Absicht? Mit welcher realen Wirkung?

Die Meldung von der zweiten Ehe des Diego Maradona könnte also sehr wohl auf Tatsachen beruhen. So, wie sie dasteht. Als zweite Ehe, vom Papst offiziell sanktioniert. Und sei es nur: "gesegnet". Welch Letzterer zudem ja wohl nicht davon ausgegangen sein wird, daß der argentinische Diamantflinserlträger (Maradona, nicht der Papst), dem nur die Medien bleiben, um sich zu vergewissern, daß er überhaupt noch existiert, in einer kleinen, intimen Kapelle, nur unter engsten Vertrauten, mitten im dunkelen Dschungel heiraten wollte, um nachher zurückgezogen in trauter Zweisamkeit mit seiner nun aber wirklich wirklichen Ehefrau (die garantiert KEIN Luder ist) in einem kleinen Vorort von Pinto Jeffe zu leben, wäre da nicht die pöhse Weltpresse gewesen ...

Punkt.

Ihre Signalwirkung - man lese nur die Leserreaktionen unter dem Artikel, sie geben erste Einblicke auf die Wirkung dieser Meldung, und auf die Kreise, in denen sie wirken wird oder würde - wäre aber eine Katastrophe. In der jedes Kind mit dem Bade ausgeschüttet wäre, und nicht mehr hineinpassen wird. In der der Katholizismus nämlich schwerstens geschädigt würde. So wie es passiert, wenn man aus dieser oben skizzierten Theologie einige Rosinen herauspickt, die man ins Ganze nicht zu integrieren vermag, um sich daraus eine zwar nicht rundum konsistente, aber ungemein wohlklingende, aktuell wirkende Theologie - mit fundamentalen Löchern aber - herauszufischen. In der alles Konkrete der Wahrheit aufgelöst, diese zur bloßen Aktualität reduziert würde.

Sogar Hegel in seinen Überzogenheiten der Dialektik hört man hier heraus. Und schon die Theologie Johannes Paul II. - was rede ich; die ganze Kirche, wie in ihren liturgischen Entwicklungen erkennbar, etc. etc., in der das Faktische zum Wirklichen wurde, das Gestalthafte seine Wahrheit verlor, durch Aktualistisches, Erlebtes ersetzt wurde, die Sprache die Sprache verlor, aus der nur sie leben kann - legte die Rutsche dazu. Ja, man könnte durchaus die Linie zum "Neo-Arianismus" legen; die Affinität zum Islam (der wirkmächtigsten Frucht des Arianismus) kommt sowieso nicht von ungefähr. Denn diese "Rosinen" münden zwangsweise in einem Widerspruch, und damit in einer Entgöttlichung Jesu Christi, in einer Ent-Stellvertretung der Stellvertretung, in einer Ent-Wirklichung der Wirklichkeitsaktualität.

Doch vielleicht braucht es das, und vielleicht braucht es solche plakativen Ereignisse wie der "zweiten Ehe des Diego Maradona", der wieder kirchlich heiraten durfte, weil seine erste Frau ein Luder war, wie nun die Welt weiß - weil sah. Und verständnisvoll mit dem Kopf nickt.

Vermutlich braucht es solche Dinge, um wenigstens manchen Katholen die rosa Brille vom Gesicht zu schlagen, vom Papismus zu heilen. Die sich bislang hartnäckig weigerten, die Wahrheit zu sehen, und mit propagandistischem Fanatismus in vertrockneten Erbsen Goldkörner sehen wollten.

Aber vielleicht kommt sie ja noch, die Erklärung, wie das denn nun eigentlich vom Papst gemeint sei. Denn vielleicht weiß er ja längst etwas über die Ergebnisoffenheit der Familien-Synode, das wir Dummstis nie wissen können. Und vielleicht kommt sie noch, die Erklärung von Diego Fußballgott. Und wie sollen wir Gemeine überhaupt wissen und beurteilen, was Götter unter sich, gewissermaßen, ausgeschnapst haben. Wer sind wir denn, um zu sehen, was wir sehen, und nicht, was wir sehen sollen. Die wir auch nicht wissen, daß man über solche subtilen Dinge des Gewissens doch immer diskret schweigt. Womit ganz gewiß auch das Schweigen kirchlicher Einrichtungen erklärt ist.


Morgen Teil 3) Die Bemerkung - Ein möglichst knapper, anschaulicher Anriß, 
warum der Priester und schon gar der Papst 
kein "Mensch wie ich und du" sein kann und darf



*080915*