Ja, nicht nur das. Sie SOLLEN es auch gar nicht können.
Treibgut - Wo am breiten Strome die Ufer stehen, sind Schwarzerlensamen aufgegangen, und schäumen als saftige Büsche die Ränder der großen Lethe, die alles ins Dunkele Meer trägt; ihre weichen Äste, die noch nicht ahnen lassen, welcher später als kahler Stamm reife Blätter hoch in der Sonne wiegen wird, tauchen in die Wasser, wie Kinderhände. Dann und wann greifen sie, denen alles noch ernstes Spiel ist, nach Treibgut. Oder es bleibt hängen, lädt zum Tanze, haucht im Kusse Lebwohl
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Freitag, 10. Januar 2025
Das verlängerte Sterben
Freitag, 20. Oktober 2023
Filmempfehlung
Sonntag, 30. Oktober 2022
Die wahre Natur des Kampfes (2)
Samstag, 29. Oktober 2022
Die wahre Natur des Kampfes (1)
Montag, 24. Oktober 2022
Das chthonische Geschehen (2)
Sonntag, 23. Oktober 2022
Das chthonische Geschehen (1)
Samstag, 5. Februar 2022
Der Kampf mit unserer Natur (2)
Aber mehr noch. Dieses Vertrauen kann auch noch wachsen. Es kann sich zu einem Staunen und Bewundern heranbilden, in dem wir das Leben unserer Vorfahren - ganz so, wie jeden Text in der Heiligen Liturgie, wie alle diese Gesten und Riten, in alles was uns hier zu treuen Händen übergeben wird, damit wir es bewahren, weil wior nie (!) fähig sind, es definitiv und in allen Aspekten zu beurteilen - betrachten und indem wir der Vergangenheit und allen uns vorausgegangenen Riten und Liturgien mit Ehrfurcht begegnen. Und einem nie ermüden sollenden Bemühen, es mehr und mehr zu erfassen.
Freitag, 4. Februar 2022
Der Kampf mit unserer Natur (1)
Wir werden von der Liturgie des Alltäglichen geprägt, darum geht es auch jetzt in diesem Coronawahnsinn. Nur höchst unweise, ja tölpelhaft-dumme Führer konnten auf die Idee kommen, eine Krankheit durch völlige Isolation der Menschen bekämpfen zu wollen. Es ist,als würde man mit einer zweijährigen Folter (und ich gehe daovn aus, daß dieser Kampf letztlich von dreijähriger Dauer gewesen sein wird) das Wohlergehen des Gefolterten bewirken wollen. Und Isolation gehört zu den schärfsten Formen der Folter, und ist deshalb aus dem Strafvollzug wieder verschwunden, WEIL es Folter war.
Montag, 2. Dezember 2019
Beziehung vor Einzelung
Ein wenig kann man sich das so vorstellen wie den Körper eines Menschen. Der einem als die und die Persönlichkeit gegenübertritt, die zwar "die" Leber braucht, und jede Zelle an ihrem Ort, aber nicht exakt DIE Zelle (die sich erneuert und ständig neu wird, also auch eine andere sein kann), oder DIE Leber (die binnen weniger Monate ebenfalls aus völlig anderen, neuen Zellen besteht.) Und doch tritt uns immer diese eine Person und Persönlichkeit gegenüber - als Ganzes. Diese ist somit der Zeit enthoben, wenn auch in der Zeit.
Der Unterschied darf natürlich nie übersehen werden, daß Gott nicht wie der menschliche Körper die Organe "braucht", also ohne sie nicht existieren könnte (was dann Pantheismus wäre), sondern aus freiem Willen und unnotwendig dieses Band, dieses Ganze Gott - Schöpfung schuf. Die Zelle ist nicht von den einzelnen Atomen abhängig, diese sind ersetzbar, und sie ist, weil als bereits hervorgegangene Idee geschaffen, also wesentlich von ihrem Schöpfer verschieden.
Gegenwärtigkeit heißt also, daß das Ganze vom konkreten Einzelnen nicht abhängig ist. Aber es heißt auch, das Einzelne sich einzuverleiben, zum Teil zu machen. Damit ist endliche Gegenwärtigkeit die Überlegenheit einer Ganzheit über die Zeit auf Grundlage ihrer Überlegenheit über die Teile, wie Hans-Eduard Hengstenberg es in "Der Leib und die letzten Dinge" ausdrückt. Diese Existenz ist als Hypostase zu verstehen: Zeit und Zeitlosigkeit verschmelzen.
Daß wir diese Idee "von uns" nicht selbst haben, sondern in einer Aktivität (bzw. actu) empfangen müssen (wenn wir sie "haben" wollen, entzieht sie sich sofort), belegt, daß wir geschaffen sind, und uns der uns Schaffende uns an diesem Sein (das uns nie "gehört") teilhaben läßt.
Sonntag, 9. Juni 2019
Ein Stück Ewigkeit
Aber da riß es ihn hoch. Gulda! schoß es ihm sofort durch den Kopf, das konnte nur er sein. Und so war es.
Beethoven ist in dieser Aufnahme (trotz Digitalisierung) derartig frisch, melodiös, tanzend, springend, neu, elektrisierend zu hören, so ohne jeden Anflug von Sentimentalität, und doch mit so viel Gefühl! Gerade in dieser provokanten Ton-für-Ton-Akkuratesse Friedrich Guldas ist es aber, als hörte man Beethoven jedesmal zum ersten Mal. Und das ist doch "Interpretation" als schöpferischer Akt, dieses Entstehen im Augenblick, weil es nur dann ein Fenster zur Ewigkeit und nicht kleinbürgerliche Konserve ist?!
Das kann halt bei Beethoven wirklich nur Gulda (Buchbinder möge verzeihen, bei Mozart ist er besser, versprochen) mit seiner verfluchten 68er-Beethoven-Auffassung. Und seiner ekeligen Rolex am Handgelenk ;-). Dabei haßt der VdZ sogar die Schlampigkeiten, die der Oberösterreicher zu Lebzeiten so provokant an den Tag legte. Diese T-Shirt-Verachtung, diese Jeans-Mentalität, dieser stinkende Fetzen um das Haupt. Aber bei Gulda und seinem Beethoven drückt er lange schon fünf Augen zu. Kaum einem Interpreten verdankt er so viel an Erkenntnistiefe und damit Genußweite aus Musik.
Vielleicht ist genau das es, was Beethoven braucht: Wurschtigkeit. Mit Rühmann: Gulda sagt (auch hier) einfach nur seinen Text. Weil er zu faul ist, sich viel um Interpretation zu scheißen (und woanders mag der VdZ das so gar nicht an Gulda), Note für Note haut er alles einfach runter.
Aber welch Wunder: Als wäre Beethoven nur so zu spielen und auch nüchtern zu ertragen! Vielleicht, nein sicher sogar, ist unser ganzes Beethoven-Bild falsch, von Kitsch und Sentimentalität überladen und verzerrt. Zu viele unschöpferische Menschen haben sich an ihm versucht, ja ihn ideologisiert. Vielleicht versperrt uns das so oft sogar den Weg zu diesem Komponisten, der meist doch nur noch als Konventionalitätsmobiliar in unseren staubfreien Museumskulturstuben auftaucht.
Vielleicht war Beethoven, wie er sich in seinen Briefen etwa sonst noch darstellt, aber nur in der Welt unbeholfen genug, so daß er sich so schwülstig und (vermeintlich) sentimental darstellen läßt. Weil er einfach nicht wußte, wie er sonst aufrecht durch den Alltag gehen sollte, was man später so krank in romantischer Verblödung verfälschte. Während er doch in Wahrheit einfach Note um Note hinschmiß. Gulda scheint es so zu sehen, und Beethoven scheint ihm in den Fingern zu wohnen, die Werke erzählen genau das.
Gulda, der in seinem Narzißmus vermutlich auch nichts mehr von außen Kommendes gehört hat. Nur noch im Inneren. Denn da ist dann die ganze und vollkommene Welt. Dieses schale, banale, so brutal ungeistige Faktische, das die Sinne von der historischen Welt liefern, ist doch nur Schmerz und Hölle, seien wir ehrlich.
Auch, ja gerade vermutlich als Taube, als unbewußt-willentlich Ertaubte, der eine von ererbter Syphilis (angeblich, vermutlich), der andere durch immer vollkommenere Invertiertheit, spielten beide dann so weltenstürzend auf ihrem Klavier. Gulda in München, Ludwig van in Wien Heiligenstadt, von wo es hier auf Magnetband, dort von Zeugen überliefert wurde.
Dienstag, 10. Oktober 2017
Von der zeitlosen Zeit
Es erklärt auch, warum man im Alter die Zeit als immer rascher vergehend erlebt. Heidegger hat Recht wenn er sagt, daß es ein Fehler ist, Zeit an das rein "psychische Erfahren von Dauer" zu verweisen. Der wahre Grund der Relativität der Zeit liegt tiefer, und es waren vor allem die Uhren (die ja auch nur ein Vergleichsmodus sind), die diese falscher Vorstellung einer linearen, gleichförmig voranschreitenden Zeit brachten, was sich zur Illusion verdichtete, daß "Zeit" etwas gleichförmig Voranschreitendes sei, ja DAS gleichförmig Voranschreitende sei.
Daß heute alle älter werden, wie es die Statistik sagt, ist dann der Barmherzigkeit Gottes geschuldet, der jedem Zeit läßt, mehr Zeit, doch noch zum Leben zu kommen. Nein, präziser: Es ist die Tatsache, daß es uns tatsächlich an Zeit mangelt, weil wir bestenfalls der "hereinbrechenden" (anwesenden) Zeit nicht-menschlicher oder gar unter-menschlicher (vegetativer) Vorgänge ausgeliefert sind.
Umgekehrt muß die Verfallenheit in (und an - auch wenn diese Begriffe hier versagen) die Welt (nennen wir ruhig einmal: Lasterhaftigkeit, Getriebenheit von Begierden, usw.) zu einer immer rascher verstreichenden (weil buchstäblich flüchtigen) Zeit führen. Denn dem Dargestellten, dem Anwesenden mangelt es an jener Zeit, die weltliche Zeit überhaupt erst konstatiert, läßt den Ort der Beziehung - den logos, den Sachverhalt (Heidegger) - immer weniger betreten, damit wirklich (anwesend; "gelichtet") sein. Sexuelle Begierde ist ja letztlich gar keine "Beziehung", sie ist ein Zurückfallen auf sich selbst, eine Reduktion auf Beziehungslosigkeit, und damit eine Nichtung. Der Mensch (als Vernunftwesen) fällt auf immer kleinere Lebensvorgänge zurück, die sich aneinander immer mehr beschleunigen*.
Samstag, 6. Mai 2017
Des Ewigen Gegenwart
Wo der reale Lebensvollzug davon abzuweichen scheint, verfehlt er überhaupt das Sein, und verfängt sich in Gestalten, die wie Nebel purer Schein sind, der nur in der Vorstellung, nur in voluntaristischen Wahngebilden "Welt" zu sein vorgibt. Und das ist wohl der Kern der Tragödie der Gegenwart, die in ihrer radikalen, jede Transzendierung, jedes Selbstvergehen vermeidenden Kehrtwendung auf sich selbst hin nur noch Wahngebilde hervorbringt. Die nicht wahrer und realer werden, so sehr sie sich die Menschen über die social media, ständige Illusionsvorhänge aus Dauermusik etc. etc. ständig vorsagen. Damit wird auch die vielfach zu beobachtende hektische Tätigkeit der Menschen zum bloßen Illusionstheater, denn viele tun sehr viel um nur nicht das tun zu müssen, was sie zu tun hätten. Das vielleicht (quantitativ, im Vergleich) "ganz wenig" wäre. Das aber erst getan wird, wenn man über sich hinaussteigt, eben genau nicht "in sich" sucht, was nur dann aus sich heraustritt.
Aber mehr noch. Es ist das Wesen aller Dinge, nicht nur des Menschen, das Wesen der Welt zu "sein", immer mehr weil vollkommen zu sein, in allem Ändern, das allem kraft des Ortes, an dem es notwendig und immer steht, in dem es unausgesetzt anderem begegnet, das es umgibt wie den Fisch das Wasser, abverlangt wird. Und so ist alles Handeln, alles Bewegen, alles Ändern der Dinge letztlich ein immer nur je neuer Versuch, in ihm seine eine, als Dynamik verstanden nie veränderliche Idee, sein Ewiges also zum Ausdruck zu bringen.
Montag, 20. Mai 2013
Goldnihilismus
Deshalb eignet es sich so hervorragend für Spekulanten, für gewiefte Abzocker: wo immer ein Ding auf solch (wie auch immer:) Transzendentalem aufruht, läßt sich im Profanen ausgezeichnet damit verdienen.
*Der Vizedirektor der indischen Zentralbank hat erst jüngst eine kluge Stellungnahme abgegeben: Gold ist weder eine Sicherung gegen Inflation, noch eine Vermögensanlage. Es ist reines Spekulationsobjekt gegen Inflation, nur beschränkt und nur zur kurzfristigen Vermögensabsicherung als Gegenposition geeignet.
Montag, 14. November 2011
Fortgesetzte Schuld
Freitag, 4. November 2011
Ewiges Gedächtnis
Mittwoch, 23. März 2011
Der Schlüssel
Samstag, 25. Dezember 2010
Gast aus der Ewigkeit
"Eine alte Seele? Ich bin in der Ewigkeit zu Hause, und hier nur auf Urlaub. Mal sehen, wie lange der Ewige mich noch hiersein läßt."

