Treibgut - Wo am breiten Strome die Ufer stehen, sind Schwarzerlensamen aufgegangen, und schäumen als saftige Büsche die Ränder der großen Lethe, die alles ins Dunkele Meer trägt; ihre weichen Äste, die noch nicht ahnen lassen, welcher später als kahler Stamm reife Blätter hoch in der Sonne wiegen wird, tauchen in die Wasser, wie Kinderhände. Dann und wann greifen sie, denen alles noch ernstes Spiel ist, nach Treibgut. Oder es bleibt hängen, lädt zum Tanze, haucht im Kusse Lebwohl
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Freitag, 9. September 2022
Wie das Kapitall alles entleert hat
Donnerstag, 4. August 2022
Gedankensplitter (1429b)
Mittwoch, 3. August 2022
Gedankensplitter (1429a)
Dienstag, 31. Mai 2022
... und steigen im 21. Jahrhundert heraus (2)
Montag, 30. Mai 2022
Wir tauchen im 5. Jahrhundert in den See ... (1)
Mittwoch, 19. Januar 2022
Schwätzchen am Mittwoch (3)
Welche Erkenntnis, die von Kant über Hegel bis zu Dilthey ihre fundierenden Theoriespuren zieht, im seinem einen Extrem zur Ablehnung jeder absoluten Wahrheitsmöglichkeit führte - weil alles "subjektiv" und damit gleichermaßen "unwahr" sei, also ein Ding niemals durch den Menschen objektiv beschreib- und erfaßbar sei. Warum? Weil es kein Ding "an sich" real gibt, wie Kant es als mathematisches Ideal der Wissenschaft proklamierte.
Weil es Dinge nur gibt, wenn und insoweit sie in einer Beziehung stehen, also von einem unendlichen Netz von Bezüglichkeiten umwoben sind. Und die Quantenphysik bestätigt das: Definierbar, meßbar, bestimmbar sind atomare Vorgänge erst, wenn man sie in eine Beziehung gestellt hat bzw. so behandelt. Beziehung, die außerhalb ihrer selbst liegt, die das gesamte atomare Geschehen also in umgreifende Bedingungen stellt.
Der Physiker und Mathematiker Wolfgang Smith hat es so formuliert: Die mathematisierte Welt der Physik gibt es gar nicht.
Freitag, 29. Oktober 2021
Auch ein begrüntes Straflager ist keine Sommerwiese (2)
Damit ist ein Ding auf immer und ewig das, was ihm als Idee vorausgegangen ist. Und das dann - normalerweise müßte man sagen: Aus Liebe, was zu begreifen bei Australien wirklich schwerfällt, obwohl man es irgendwie und irgendwo auch dort so sagen muß: Irgendeiner, der mit seiner Ausformung zum Land mit Begriff und Namen (in das dann die Aborigines eingegliedert wurden, denn die HATTEN kein Land) maßgeblich zu tun hatte, muß diesen Subkontinent geliebt haben - seine Existenzsäulen bedeutet. Seine Grundgrammatik, die alles formt, was auf den Fundamenten aufgerichtet wird.
Da kann man nicht einfach so wechseln, sodaß ab morgen und per Deklaration die Strafkolonie ein freier Staat wäre. (Solch ein Übergang wäre nie ein Übergang, sondern die mehr oder weniger kleine Kluft ZWISCHEN ZWEI DINGEN, zwischen Tod und Beginn, sozusagen, und zwar TOTALER Beginn, nicht "Neu-Beginn", oder "Reform", wie man es sich nach einer Beichte vornimmt.
Donnerstag, 28. Oktober 2021
Auch ein begrüntes Straflager ist keine Sommerwiese (1)
Mich hat das nachdenklich, und dann fast ein wenig besorgt gemacht. Nicht nur, weil es in diesem scheinbar modernen, kapitalistischen, reichen, freiheitlich lebenden Australien einige weitere Merkmale gibt, die auf einen Staat deuten, der in seinem Gestus dazu neigt, zu diktieren. Und seine Bürger so zu behandeln, wie man eben nur Häftlinge behandelt. Man denke an die "Energiewende", wo Australien seine aus Rohstoffen geschöpften Gelder mit einer kaum zu glaubenden "Großzügigkeit" in Speicherlösungen verpulvert hat, die nur Kopfschütteln hinterlassen.
In einem Land, das in diesem Bereich noch zahlreiche weitere Absurditäten geliefert hat, sodaß regelmäßige und großflächige Stromausfälle keine Seltenheit mehr sind. "Aber der Mann von Welt genießt - und schweigt." Wozu es nicht unbequem ist, auch die Medien zu besitzen.
Freitag, 24. September 2021
Der Verlust der Welt (2)
Aus dem unbedingten Wahrsein eines "Du bist mir nahe!" wurde ein Abstand von 82 Zentimetern, als wäre das eine Aussage von Wert. Und aus dem "Du bist mir nahe, auch wenn Du weg bist" wurden 700 Kilometer, von denen der eine dann sagt, sie seien viel, der andere also gar nicht nahe sondern fern, weil er 8 Stunden Fahrzeit rechnet (und die Welt der Orte als Beziehungsknoten in Fahrzeiten gegliedert hat), und der andere, der New York zum Wohnsitz hat, findet den Weg von Wien nach Stuttgart einen Katzensprung, zumal er mit dem Flugzeug fliegt, in dem überhaupt die Qualität von Raum und damit die Beziehung zum Zielobjekt zu einem ganz großen Teil buchstäblich verschwindet.
Ich saß in der Kirche und plötzlich wurde mein Blick in die Runde gezogen, zu den Bildnissen, Statuen, zur Muttergottes über dem Altar, der - im Bilde deutlich - aus ihrem Schoß stammt.
Donnerstag, 23. September 2021
Der Verlust der Welt (1)
Aber umso überzeugender ist das Lamento, das Adolf Portmann, dieser große Naturwissenschaftler, 1957 in seinem großartigen Buch "Biologie und Geist" wahrscheinlich ohne es zu wollen komponiert. Und in dem er den Schrecken formuliert, der ihn befällt, wenn er die Entwicklung der Naturwissenschaften als Ganzes betrachtet. Das gesamte Bild, der Rang, die Stellung des Naturwissenschaftlers hat sich nämlich seit dem 19. Jahrhundert völlig auf den Kopf gestellt.
Bis dahin waren Leute wie Humboldt, Linné und wie sie alle hießen auch bloß "NaturFORSCHER".
Samstag, 3. Juli 2021
Veganismus als Schuld an der Erde (4)
Jetzt hat aber Schuld etwas Heimtückisches. Weil sie ein Widerspruch zum ontischen Gefüge dessen ist, was einerseits der Welt zugrunde liegt (also über die Idee durch die wollende Liebe Gottes "zum Weltwerden schiebt"), und anderseits den, der gegen diese Ordnung verstößt (weil allem Weltsein eine ideenhafte Ordnung zugrunde liegt, die jener Ort ist, an dem alleine sie bestehen kann), eine reale Spannung in sich verspürt. Die Abführung verlangt. Sei es, daß man sie in Alkohol und Drogen versenkt, sei es, daß man sie in Ersatzhandlungen abführt, WENN die Handlung, die diese Spannung auf natürliche Weise abführen würde, so tabuisiert und abgelehnt wird, daß sie nicht in Frage kommt.
Freitag, 2. Juli 2021
Veganismus als Schuld an der Erde (3)
Damit haben wir genug Material gesammelt, um die Aussage begreiflich zu machen, ja sie sogar zu unterstützen. Daß im Veganismus/Vegetarianismus** das Matriarchale als jener Lebensuntergrund wieder aufersteht, der ohne schöpferischen Eingriff auszukommen meint. Und dem Erlebnis des gottähnlichen Menschseins im Willen, der aus dem Vorhandenen "Neues" macht, der die Vorgänge der Natur düpiert und "ausnützt", eine Absage erteilt. Sodaß auch uns immer deutlicher wird, warum die bewußte Wahl von Pflanzen als Lebensmittel einen ganzen Kosmos an Weltanschauungen und Lebenshaltungen enthält.
Donnerstag, 1. Juli 2021
Veganismus als Schuld an der Erde (2)
Mutter, wo hast Du das Tabu hingelegt? - Unter diesem Gesichtspunkt wäre auch die biblische Erzählung der Schuld Kains durch die Tötung seines Bruders Abel neu zu durchdenken. Denn natürlich hatte dann Abel, der eine reiche Ernte eingefahren hat, durch seine Schuld nicht nur eine stringentere Notwendigkeit zum Sühn- und Dankesopfer als Kain erworben, der in einem neutralen Verhältnis zu Gott geblieben war. Sodaß sich auch der "Neid" Kains in die Kategorie jenes Neides eingliedert, den Jesus selbst in der Geschichte vom verlorenen und wiedergefundenen Sohn darstellt.
Als nämlich der Sohn, der all sein Erbe durchgebracht hat, der durch Ungehorsam der Welt Gewalt angetan hat, und in Dreck und jener Verlorenheit geendet ist, in der jede menschliche Eigenmächtigkeit endet, weil sie sich außerhalb der Ordnung der Natur (!) stellt - was ja die eigentliche Beschreibung des Wortes "Sünde" ist, als also dieser Nichtsnutz und Verräter angesichts seines Elends bereut (und wer würde da nicht seine Tat bereuen?) zurückkehrt, wozu es allein schon eine Menge "Chuzpe", also Frechheit braucht, sondern wo der Vater ihn sogar mit einem Fest bewillkommnet, das die besten Früchte der harten Arbeit des verbliebenen treuen, rechtgläubigen weil gehorsam gebliebenen Sohnes im Opfer verbrennt.
Mittwoch, 30. Juni 2021
Veganismus als Schuld an der Erde (1)
Oh, singe den Zorn, oh Göttin des Peleïden Achilleus (oder auch des Hans Zurngreiter, den Buben vom Bert), darüber, wie man sich täuschen kann. Oh, wie oft leben wir in Verhältnissen, deren wahrer Hintergrund oft im selben Verhältnis anders und sogar kontradiktisch ist, als seine Deckmäntel in Wortgebilden errichtet eine stille Gegebenheit und Selbstverständlichkeit nützen, also ins Leere stoßen. Wo dann ein wortreiches Gebilde darüber gesponnen wird, das nichts weniger als eine Lüge, als der berühmte Mündungsrauch, der verhindern soll zu sehen, woher das Geschoß wirklich kommt. Genau das läßt sich über den Vegetarismus, noch deutlicher aber über das Veganertum aussagen.
Dessen Ideologie (und kein Veganer bestreitet, daß seine Einstellung eine solche ist) nicht nur dadurch ihre matriarchalisch, matrizentrische Gründung verrät, daß sie wie ein Heißluftballon über der Erde schwebt und kein Loch in seiner Außendecke erlaubt, weil er sonst aus dem Gleichgewicht gerät, den existenznotwendigen Auftrieb verliert und abstürzt, nein - er verrät diese Herkunft durch seine Wiederspiegelung in der Mythologie.
Montag, 7. Juni 2021
Erzählungen aus dem Mhahghvhrebh
Da flossen nach den vierzig (anderen Berichten nach hundertfünfzig) Tagen der Sintflut allmählich wieder die Wasser ab. Und rissen riesige Schluchten und Flußtäler und solche, die keine Flüsse mehr enthalten würden, und hinterließen gewaltige Berge und Geschiebe an Schutt und Geröllablagerungen.
Als die Menschen der drei Stämme, die aus den Söhnen Noes - Sem, Cham und Japhet - entstanden waren, dem Auftrag Gottes gemäß - und es wäre ihnen am Anfang nicht im Traum eingefallen, Gottes Wort NICHT zu befolgen, hatten sie doch alle noch eine Erfahrung mit diesem Gott in den Knochen stecken, in der dieser die ganze Welt ersäufen konnte, wenn er wollte, als also die Menschen auszogen, sich niederließen mit den Mitteln, die sie noch hatten und ihr Wirtschaften wieder begannen, sich daneben (diesen Auftrag erfüllten sie natürlich alle recht gerne) auch noch kräftig vermehrten, da begann es wieder menschlich zu werden überall. Zwischen herumstehenden Pyramiden und alten Steinen, die niemandem mehr etwas sagten, weil sie auch in nun so ganz fremden Gebieten standen, von denen sich kein einziger Mensch mehr erhalten hatte, der noch erzählen hätte können, was sich da genau zugetragen hatte.
Samstag, 29. Mai 2021
Neues von der Gestaltsicht (3)
Teil 3) Und wir? Wir sehen einen Vatermörder, der als Lebenssituation mit Aufreißerschmäh um halb zwei an der Bar hängt
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| QR Stefan Verra |
Denn Evolutionisten müssen ja (sonst fehlt das unbedingt notwendige Prinzip des Fortschritts, des "warum" sich etwas entwickeln soll) das Leben als Kampf klassifizieren. Den sie selbst ja tatsächlich führen. Evolutionisten künden also (wie alle) nur von sich.
Dennoch rezipiert Verra manches gut. Das tun Liberale bekanntlich, die heute gerne diesen Zug zum "Konservativen" haben, wir haben oft schon darüber gehandelt. Was er übers Verkaufen sagt ist völlig richtig! Verkauf ist ein Seinsübergang, hat der VdZ (der ja nicht wenig Erfahrung mit dieser menschlichen Handlung hat) hier schon öfter formuliert.
Der Kunde stimmt im "Verkaufsgespräch" einem Produkt zu, weil er es letztlich als in seine Seinssphäre zugehörig einstuft. Und somit ist sein "Kaufwille" als Wille, der als Verteidigungsgestus eines bereits Besitzenden (bzw. bereits Besessenen) am allerbesten beschreibbar ist.
Freitag, 28. Mai 2021
Neues von der Gestaltsicht (2)
Teil 2) Der eine liest, der andere sieht die Gestalt
In eine ähnliche Kerbe, sogar noch direkter die des Gestaltsehens, schlägt dieses Gespräch desselben Senders mit dem Osttiroler, dessen Vater (nanonana, wie der Wiener da sagen würde) Bildhauer ist. Und was ist ein bildender Künstler mehr und anders als ein Gestaltseher!
Was ist überhaupt ein Künstler mehr als ein Gestaltseher, der von dieser nur dem geistigen Menschen sichtbaren "Unsichtbaren" so gefangen ist, daß sie seine Lebensgrundlage ausmacht. Wenn sich also der im ersten Teil dieses Beitrages vorgestellte Eric Standop als Gestaltleser vorstellt, so stimmt umso mehr, wenn sich Stefan Verra als Gestaltseher bezeichnet. Er sieht, der andere liest, je nach Medium, in dem er tätig ist, aber immer ist es dieselbe Archetypik der Stellung zur Welt.
Freitag, 23. April 2021
Gedankensplitter (813)
Es hat in meiner Beobachtung nie an spöttischen Stimmen gemangelt, die eine angeblich in der Vergangenheit so allgemeine Betrachtungsweise, Vorkommnisse in der Natur als von Göttern oder geheimnisvollen Wesen durchgeführt oder getrieben zu bezeichnen.
Ich kann mich aber des Eindrucks nicht erwehren, daß genau das heute in ungeheuer verbreitetem Ausmaß gerade bei den "Gescheiten" der Fall ist. Denn wie oft wird aus einem beobachteten Verändern einer Konstellation die Erzählung eines aktiven Geschehens.
Wo (sagen wir) ein Virus "tut", ein Virus "übergeht", also aktiv wird! Dabei ist er kein Lebewesen, und "tut" deshalb gar nix. Nicht einmal eine Lawine "tut" etwas, wenn "sie" verschüttet. Die Grenze vom bloßen Schildern von Ortsveränderungen durch Bewegung (als: Bewegt weil angestoßen worden sein) ist hauchdünn. Aber ganz entscheidend.
Und so kommt es zu wahrhaftigen Personalisierungen von Naturgeschehnissen. "Hier hat die Evolution in hunderten von Millionen von Jahren ..." Plötzlich haben wir es mit einer Religion und mit Götzendienst zu tun.
Mittwoch, 24. Februar 2021
Menschenunwürdigkeit als Alltagshaltung
Fast muß man sagen: Im Gegensatz zu Deutschland. Fast muß man das sagen, wenn man die Lage der öffentlichen Diskussion zur Corona-Frage betrachtet. Denn immerhin gibt es in Österreich (und auch in der Schweiz), einige Außenseiter mit Gewicht, die in einer Offenheit das Leben der Vernunft befeuern, die bemerkenswert ist. Einmal mehr muß also Servus.tv vor den Vorhang geholt werden.
Das in diesen Tagen mit der Reportage "Geächtet und ausgegrenzt - Die Corona-Kritiker!" den bisherigen Höhepunkt im Fernsehgeschehen 2021 gesetzt hat. Konzentriert und ausgewogen werden die Positionen vorgestellt. Daß sich dennoch ein klares Bild ergibt, ist dieser Objektivität geschuldet. Und die legt ein Urteil nahe, das verheerend für die gegenwärtige Politik in unseren Ländern ausfällt.
Wir bringen auch diesen Film hier. Er soll zumindest als Archivordner die hier von Anfang an vertretene Linie ergänzen. Nicht zuletzt soll auf einige wunderbar herausgearbeitete Argumente hingewiesen werden, die im Alltag auftauchende Fragen in eine lichte Antwort heben. So die Frage, warum so viele Menschen in dieser kollektiven Hatz auf Corona-Kritiker mitmachen.
Der Psychologe und Verhaltensforscher Roman Braun gibt dazu eine einleuchtende Antwort, die weitere Facetten zu hier bereits angestellten Analysen liefern: Die Menschen erleben eine Bedrückung, der sie sich aus Angst vor der Obrigkeit (und vor der von dieser veranstalteten irrationalen, gigantisch aufgeblasenen und in keinem Verhältnis zur tatsächlichen Krankheitsgefahr weit überdimensionierten Angst vor diesem Virus) unterwirft. Und damit Leid erfährt. Nun erlebt sie aber in den Corona-Kritikern eine Menschengruppe, die sich diesem Leid widersetzt. Und das macht aggressiv. Denn nun wird - mit dem Rückenwind der offiziell verhängten Bedrückungen - die Teilnahme an diesem ihrem Leiden verlangt. Gegen das aufzustehen sie selbst den Mut nicht haben.
Sieht man die Gesamtheit der Angelegenheit fällt die Antwort beängstigend eindeutig aus: Wir sind auf dem Weg zu einer autoritären Staatsführung schon sehr weit fortgeschritten. Die Umerziehung der Bevölkerung ist schon weit vorangeschritten.
Die Menschen sind an die Irrationalität, Unberechenbarkeit und Widersprüchlichkeit der Regierenden wie in einem pädagogischen Programm bereits gewöhnt worden. Sie sind somit von den willkürlichen Äußerungen abhängig gemacht worden und erwarten Erleichterungen nur von weiteren Einschränkungsmaßnahmen, die mit einer Süßkirsche verziert sind, die es zu genießen gibt, wenn man sich noch weiter für blinden Gehorsam entscheidet und der Vernunft den Laufpaß gibt. Nur - das ist eben genau nicht Gehorsam. Es ist bösartige Dressur.
Der VdZ hat das jüngst erschienene Buch "Inside Türkis" gelesen. Das heißt ... nach der Hälfte erbost ins Eck geschmissen. Buchstäblich. Denn hier liegt ein Machwerk vor, das einen Gipfelpunkt der Frechheit darstellt. Und ein beredtes Bild von der Perfidie der derzeitigen Regierung in Österreich entstehen läßt. Die den Leser verarschen. Die in diesem Buch dieselbe Taktik anwendet, die ihr Regieren auszeichnet: Die Verachtung der Menschen, die zu bloßen Objekten der Manipulation werden. In "Inside Türkis" wird der Leser, der sich diese reine PR-Geschichte durchliest, die rund um die Kurz-Clique einen Mythos aufbauen soll, für seinen Gehorsam mit (lächerlichen) Enthüllungen belohnt, die ihn an der Stange halten sollen, den ganzen übrigen Quatsch als ernsthafte Aussage zu lesen.
Was in diesem Buch auffällt ist, daß es sich hier (also in der gesamten Regierungsmannschaft und den Menschen in deren engerem und weiterem Kreis) um eine Riege junger Menschen handelt, die in ihrem Leben nichts anderes gemacht haben als im Dunstkreis der Politik - in dem sie bereits aufgewachsen sind, sodaß sie schon als junge Menschen in ein ganzes Netzwerk der Macht eingebettet waren - ihre Karriere aufzubauen. Sich also Geltung zu verschaffen. Man ist es längst leid, als Berufsbezeichnung "Unternehmensberater" oder "Coaching" zu lesen, man ist es leid, als Legitimation für Führungsanspruch irgendwelche internationalen Hochschulen akzeptieren zu sollen, man ist es leid, sich von niederträchtigen Rotzbuben auf der Nase herumtanzen lassen zu sollen, die vom Ernst des Lebens nicht den Funken einer Ahnung haben.
Und ... man ist es leid, ständig bei den Biographien dieser ÖVP-Leute zu lesen, sie seien "katholisch", oder gar "sehr katholisch". Das Schweigen der Kirche zu der Angelegenheit Corona, die eine Angelegenheit eines schweren Verbrechens gegen Mensch und Gott ist, ist dabei umso schmerzhafter, und ihre völlige Absenz aus dem öffentlichen Diskurs macht umso wütender.
Wie diese Leute nach oben gekommen sind? Das ist einfach, und steht freilich nicht in "Inside Türkis". In den 1990er Jahren war allen etablierten Parteien und Institutionen (auch der Kirche) klar, daß sie die Jugend verloren haben. Also kam man mit schweren Erklärungen daher, daß es ein Zug der Zeit sei, "politikmüde" oder "institutionenmüde" zu sein, daß der heutige Mensch keine Bindung mehr wolle, sich seine Lebenspartner je frisch und spontan aussuche, die ihn dann ein Stück weit begleiten, aber alsdann wieder entlassen würden. So wurden alle diese Institutionen zunehmend von alten Männern beherrscht.
Die sich aber wie Schneekönige freuten, wenn es doch junge Menschen gab, die Interesse an ihrem Lebenswerk bekundeten! So war es in den letzten drei Jahrzehnten extrem leicht geworden, mit Berechnung und Cleverness in bestehenden Instanzenzügen und Einrichtungen nach oben zu kommen, Karriere zu machen, und bedeutende Positionen zu erlangen. Und so kamen wir in die Situation, daß wir nahezu überall von Menschen beherrscht und bestimmt werden, die nicht nur fragwürdigen Charakters sind, sondern denen auch jede Empathie und Eignung für die Position fehlt, die sie innehaben.
Weil wir aber in einer "Demokratie" leben, weil wir in einer Gesellschaft leben, die so tut, als wäre es nicht nur möglich sondern erforderlich, nicht DURCH STRUKTUREN, durch ORTE, sondern DURCH MENSCHEN Leben und Welt zu bewältigen, sodaß es ohne Menschen auch keine Strukturen mehr gibt. Weil also angeblich ein Staat, eine Gesellschaft ein rein funktionales Gebilde ist, das wie eine Maschine betrieben werden muß. Somit werden Junge zu Wettläufern um Zertifikate. Das nennt man dann Bildung.
Aber in einem Staat, der nicht aus sich heraus besteht, sondern mit den Menschen steht und fällt, fehlen auch sämtliche objektiven Kriterien der Existenz. Diese werden nun durch Zertifikate ersetzt, die Qualifikationen ausweisen sollen. Diese wären es dann, die zu sämtlichen Positionen reichten und notwendig wären. Es ist also nicht mehr die Selbsttranszendierung HIN auf einen objektiven Ort, die Welt ist nicht mehr ein Spiel der Orte (damit: der Rollen), sondern eines der zufälligen Personen. Eines, dessen Gestalt beliebig veränderbar ist. (Deshalb mußte auch Sebastian Kurz eine "Bewegung" gründen, das nur als Hinweis.) Und das ist falsch! Nicht die Person macht das Amt, sondern umgekehrt.
Die faktische Realität ist aber mittlerweile anders. Und zwar nicht, weil sie (wieder) an sich anders wäre, sondern weil sie mit viel Kraft anders gehalten wird. Dieser Mythos der Fähigkeit, die die Institution ersetzt (weil die, wie gesagt, an sich keine Kraft habe), wird permanent aufrecht erhalten. In den Medien, an den Universitäten, einfach überall. Er hält somit alle, und zwar wirklich alle blind.
Aber damit haben wir, was wir haben: Eine Gesellschaft, die von Menschen bestimmt wird. Und damit von der Willkür und Fehleranfälligkeit dieser Menschen. Die nun alles tun, um diese Fehlerhaftigkeit zu verbergen, denn das ist die Frage des Überlebens: Die Untergebenen müssen glauben, daß man fehlerfrei ist.
Sie brauchen damit das, was in gesunden Gesellschaften, die sogar ohne Personen, die die Rollen einnehmen, bestehen und (zumindest eine Zeit lang, manchmal aber "ewig") funktionieren würden, ein unsichtbares, "heiliges" Gerüst, das aber alles trägt, erfüllt: Sie brauchen diese Saga der Heiligkeit. Sie brauchen den Mythos. Sie brauchen das Geheimnis (diesen Schlüssel zur Unsichtbarkeit, und das Wirkliche ist eben unsichtbar - nur nicht umgekehrt, aber das ist nicht immer gleich erkennbar) rund um sich. Sie brauchen den Glauben der Menschen, daß es rund um sie eine ganze Korona (sic!) von Verbindungen, Macht, Freundschaften und Know-How gibt.
Somit brauchen sie auch eine Politik, die zunehmend alles bestimmen will. Egal ob sie das bewußt anstreben (was sie meist negieren würden), oder nur unbewußt (und somit davon getrieben sind): Jeder Mensch ist von seiner inneren Grammatik bestimmt. Aus dieser stammt sein Wille. Damit wird die Herkunft, die Geprägtheit des Geburtsmilieus doppelt bestimmend. Und damit die Willkür zum wesentlichsten Element der Politik.
In gesunden Gesellschaften hat der normale Mensch kaum je etwas von Politik überhaupt mitbekommen. Er hat sein Leben gelebt, seinen Alltag durchgestanden, war geborgen, hat gearbeitet, geschaffen, gewerkt, hat gezeugt und sich fortgepflanzt, und ist im Wissen gestorben, daß seiner weiterhin gedacht wird.
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Man mache doch die Augen auf. Mehr Zeichen können kaum noch an der Wand stehen, und noch deutlicher kann der Spruch doch kaum noch ausfallen: Mene - mene - tekel - upharsin!
Mittwoch, 16. Dezember 2020
Bub, was scheint Dir da bewundernswert?
Dann fiele sogar das Denkmal in Altdorf in eine ganz andere Kategorie - der der Schandmäler. Denn aus Wilhelm Tell, diesem angeblichen Kämpfer für Freiheit und Recht, würde dann ein Meuchelmörder, Anarchist und linker Chaot. Mit einem Charakter, der eine gewisse Nähe zu ADHS, noch mehr aber zu schwerem Narzißmus nicht abstreiten kann.
Denn SO hat kein Ehrenmann, also kein "Mann" gekämpft, der der Bewunderung der Söhne und Töchter wert gewesen wäre. Und auf eine Revolution als Gründungsmythos kann ein Volk sich schon gar nicht berufen. Selbst wenn das die Amerikaner im 18. Jahrhundert ebenfalls versucht haben.
Allein die Armbrust, die Tell im Denkmal so stolz schultert, während ihn (vermutlich) sein Söhnchen, stellvertretend für die Zukunft, die Maß an der Vergangenheit nimmt, bewundernd anhimmelt. Sie war unter Ehrenmännern schwer verpönt, weil ein Instrument des Feigen, des Meuchlers, des heimtückischen Mörders.
Der Ehrenmann kämpfte nur mit offener Ansage und klaren Regeln, und vermied jede tückische List wie ein Geschoß, das man nicht sah und hörte, sondern das auf weite Distanz hin sogar tödlich war. Er überfiel den Gegner nicht nachts und aus den Büschen heraus, nachdem er ihn in einen Hinterhalt gelockt hatte.
Die Kirche hat die Armbrust deshalb zu Tells Zeit geächtet. Nicht einmal den Bogen konnte der Ehrenmann und Christ achten. Diesen Waffen war gemein, daß sie lautlos, unsichtbar und unheimlich schnell daher kamen, sodaß man sich nicht direkt dagegen wehren konnte.
Solche Waffen waren höchstens gegen Heiden gestattet, die solche Bedenken nicht kannten. Sodaß ihnen gegenüber die christliche Moral naiv gewesen und einer Selbstaufgabe gleichgekommen wäre. So war es ein Gebot der Klugheit, die Gleichwertigkeit der Mittel herzustellen.
Der Krieg wurde aber von nun an in dem Maß technischer, technizistischer, unkultivierter, brutaler und - ja, auch das! - unkultivierter und damit inhumaner, als sich solche Waffen und Kampftechniken durchsetzten. Und dazu haben die Schweizer viel beigetragen.
Die Heere ab dem 14. Jahrhundert brauchten nur noch Geld, um jede Menge Männer zu bezahlen. Und Manufakturen, die billige Waffen in hohen Stückzahlen herstellen konnten. Die von den Großkapitalisten natürlich gerne eingesetzt wurden, weil anstelle von Rittern und Ehrenmännern nun jede Menge Spießgesellen und Menschen von niederstem Stand, ohne Bildung und Form genügten.
Sie mußten vor allem niedrig genug sein, um für Geld ihre Haut zu Markte zu tragen. Weil sie ohnehin kein soziales Umfeld hatten, in dem Heimat, Ruhm und Ehre eine Rolle spielten. Die so aber die Chance hatten, "etwas zu werden".
Die sogenannte Befreiung der Schweiz durch ihre eigenen Bürger war ein militärtaktischer Kulturbruch. Plötzlich zählte nur noch das Ziel, der Sieg, egal mit welchen Mitteln erfochten. Der Effekt zählte, nicht die Ehre, die Moral.
Fortan wurden die Schlachtfelder Europas von Heeren und Feldherren beherrscht, die alle Mittel einsetzten, ohne daß es noch auf den Mann ankam. Der war ersetzbar, weil die Technik, die Maschine dominierte, der war nur noch ein mathematisches Kalkül. Der Logistiker, der Mathematiker begann als Feld- und Kriegsherr zu dominieren, und verdrängte den Mann hoher Kultur und Religion.
Der sich noch von der Kirche etwas sagen lassen mußte, weil er sonst keine Chance hatte, sich zu behaupten und den Gehorsam seiner Kämpfer verlor. Wallenstein-Typen kamen nach oben, die wußten, wo man welche Mittel auftrieb, egal auf welchen Wegen, und der hatte einen Vorteil, der am skrupellosesten vorging, und die mit Gewalt die Kämpfenden nach vorne peitschten.
Bis zu jenen Schlachtformationen, in denen nur noch die Statistik und die Zermürbungstaktik gewinnen konnte. Die schließlich in Napoleon ihren letzten Dammbruch erlebte, den zum totalen Krieg ganzer Völker gegen ganze Völker.
Wo es nun darauf ankam, ein Volk auszulöschen, denn eher war so ein Krieg nicht als beendet anzusehen. Weil er sich nicht mehr am Schlachtfeld entschied, sondern in jedem Bürger fortlebte. Also war der Kampfgeist in jedem einzelnen Bürger auszutreten. Wir haben speziell in und nach den letzten Jahren des Krieges 1939 bis 1945 so furchtbar erfahren, was das heißt.
Und mittendrin - die Schweizer. Die, weil das Land seine Bürger jahrhundertelang kaum ernähren konnte, europaweit gesuchte Söldner stellten*. Weil die besonders skrupellos und damit "kampfstark" waren. Denen erst in der Neuzeit die Puste ausging, weil es immer mehr wirklich um Massen von Soldaten ging, und da konnte diese kleine Schweiz einfach nicht mehr mithalten.
Kann man auf solche Idole von Freiheit, Schönheit und Größe wirklich stolz sein, ohne selbst in Niedrigkeit zu fallen? Ist damit das Schweizerische in seiner schlimmsten Seite, der biederen Gier und Geldgierigkeit, gar nicht zufällig der Boden des Calvinismus (und dessen noch gespenstischerer Tochter, dem Puritanismus) gewesen?
Ach, wenn man alle diese Dinge so fortdenkt ... es könnt einem gar schummerig werden im Kopfe. Und erst recht im Herzen. Da denken wir uns deshalb die Wurzel der Schweiz rasch anders, und machen einen schönen, edel klingenden Mythos daraus. Dem wir vielleicht aber, bitte schön, ein anderes Denkmal meißeln sollten. Eines ohne die Tücke und feige List als Ideal. Mit einem langen Schwert, das ein Mann führt, der das Kind lehrt, daß nur ein ewiges Ziel das Leben zum Leben macht. Weil es sonst ein Vegetieren ist, das nicht verlohnt.
Aber auch das gehörte eben zum "langen 13. Jahrhundert." In dem die abendländische Kultur um- und in der Folge niederbrach.


