Treibgut - Wo am breiten Strome die Ufer stehen, sind Schwarzerlensamen aufgegangen, und schäumen als saftige Büsche die Ränder der großen Lethe, die alles ins Dunkele Meer trägt; ihre weichen Äste, die noch nicht ahnen lassen, welcher später als kahler Stamm reife Blätter hoch in der Sonne wiegen wird, tauchen in die Wasser, wie Kinderhände. Dann und wann greifen sie, denen alles noch ernstes Spiel ist, nach Treibgut. Oder es bleibt hängen, lädt zum Tanze, haucht im Kusse Lebwohl
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Montag, 3. April 2023
Ausdruck unserer hohen Würde
Samstag, 3. Dezember 2022
Die Auswahl im Sehen
Paß auf, kleines Auge, was du siehst, paß auf kleines Auge was du siehst,den der Veter im Himmel schut herab auf dich, paß auf kleines Auge was du siehst.Paß auf kleines OHr, was du hörst, paß auf kleines Ohr was du hörst, ...
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| Corbett "eye bouncing" |
Mittwoch, 4. Mai 2022
Ab dannen/da die Welt/in Widerspruch zerfällt
Montag, 2. Mai 2022
Worin wir irren, wenn wir irren (2)
Sonntag, 1. Mai 2022
Worin wir irren, wenn wir irren (1)
Donnerstag, 28. April 2022
Ein Ganzes braucht das egoistische Teil-Sein (2)
Mittwoch, 27. April 2022
Ein Ganzes braucht das egoistische Teil-Sein (1)
Mittwoch, 16. Februar 2022
Die Archetypen des Wollens
Welt ohne Mensch ist undenkbar, ist "nicht", ist unvollständig, und wäre ohne Mensch zum Verfall bestimmt. Was einen Gutteil der als "Ökologie" vorgestellten Gedanken und Konzepte, vor allem aber deren Begründungen, in sichzusammenfallen läßt. Die von einer Welt ausgehen, die prinzipiell ohne Mensch vorhanden, ja besser gestellt wäre, und der Menschen sich allerhöchstens "einordnen" kann, um möglichst nicht zu stören. Kultur als die einzige mögliche Existenzform des Menschen ist aber kein draufgesetzter Zuckerguß, sondern eben - die Krone, das, worauf alles ausgerichtet war, und auf das alles hoffte und wartet.
Weshalb der Teufel die gesamte Schöpfung trifft, wenn er den Menschen trifft. Weil die Schöpfung erst dann zu sich selbst kommt, also zu ihrer Vollgestalt kommt, wenn der Mensch eingreift bzw. sich die Natur an den Menschen anschmiegen kann (gewissermaßen) Nicht umgekehrt.
Samstag, 27. November 2021
Woran das Rotkehlchen glaubt (2)
Je ausschließlicher ihr Gehabe dem Spiel gleicht (man denke an balzende Auerhähne, überhaupt an manche Vögel - die, liest man die Genesis, mit den Tieren des Wassers VOR den übrigen Tieren geschaffen wurden, warum das wieder? weil sie offenbar ALLGEMEINERE, noch weniger ausdifferenzierte Prinzipien Gottes realisieren? Man könnte in diese Richtung denken), also keinen "Nutzen" hat, desto begeisternder sind sie. Und daß schöne Frauen (aber auch Männer) so oft von der Schauspielerei (unnötig wie alle Künste - Spiel!) oder der Philosophie träumen, hat nicht nur Narzißmus zum Grund.
Freitag, 26. November 2021
Woran das Rotkehlchen glaubt (1)
(Überarbeiteter und erweiterter Beitrag vom 22. August 2021) - Für den Leser vermutlich eine Kleinigkeit, den VdZ (und vielleicht manchen anderen) hat es doch nachdenklich gemacht. Im Tagesevangelium vom Dienstag der 18. Kalenderwoche (Mt. 14,22-36) zu lesen, wie einerseits Jesus über das Wasser geht (zu den Jüngern, die bei stürmischem Wetter im Boot sitzen, spät am Abend, also bereits dunkel, und dunkel hieß damals wirklich TOTAL dunkel, wie man es bestenfalls auf einsamen Almen noch erleben kann, oder in einer afrikanischen Wüste), anderseits liest man von Petrus, der ihn nicht nur als erster erkennt, sondern sofort reagiert, und dasselbe Wunder vollbringen möchte.
Petrus war in allen solchen Fragen, in denen es um den Glauben ging, schreibt der Hl. Hilarius, stets der erste, und er war es mit seinem eigenen Verständnis und mit seinem eigenen Willen und mit seinem eigenen Charakter. Er stieß sich also sofort "ab", wollte sich auf das stützen, was er glaubte, und wollte sich sofort in die Freiheit begeben, vom Mutterschiff abstoßen, sich selbständig beweisen, sich selbst vollziehen. Wenn auch die Kraft dazu nicht immer gereicht hat, weshalb derselbe Petrus auch sprach: Sieh meinen Glauben, hilf meinem Unglauben. Ganz so, als wäre Glaube mehr als subjektives Wollen. Was der landläufigsten Auffassung von "Glauben" ziemlich widerspricht, nicht wahr, werter Leser?
Samstag, 7. August 2021
Gedankensplitter (1167d)
Montag, 5. Juli 2021
Die Welt als Regal von Wachsmodeln
"Am meisten offenbaren wir von uns dort, wo wir etwas am verbissensten verbergen."
Thomas Merton
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Das die Welt Prägende ist der negative Abdruck, den alles Lebendige, alles Welthafte (das als solches Gestalthaft ist) im anderen hinterläßt. Deshalb müssen wir uns im anderen suchen. Und das einzig Lohnende am Leben ist, den Blick hinaus zu richten, und sich in das Begegnende zu vergeben.
Die Welt ist ein Arsenal von Models, in das wir fließen, um "etwas" zu werden, um überhaupt zu sein: Als einem Wachsmodel eingeprägtes Antlitz.
Das in uns und in jedem Betrachter kraft des Heiligen Geistes Realität wird. Und so über uns aus uns Initial für diese Welt wird. Die also im Bilde Gottes wurzelt, aus diesem lebt, aus diesem geschaffen ist.
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Das Sein im Abdruck (negative Theologie), in der Spur, die es hinterläßt, ohne selbst sichtbar zu sein. Die Welt wird so zur Antwort, und darin erkennen wir die Frage.
Die Frau ist am meisten sie selbst, wenn in ihr das Bild der schönsten aller Frauen, der Frau an sich - der Gottesmutter - erkennbar wird. Sie wird so zum Negativ, zum indirekten Abbild des göttlichen Herren, sodaß jeder, der sich in ihren Mantel schmiegt, in Wahrheit von jenem Model Jesus Christus umflort wird, das einem im Ausmaß der Fügbarkeit (also des Gestorbenseins allen Eigenwillens, der also nicht Wille deshalb ist, weil er aus dem absoluten und absolut freien Willen Gottes stammt) selbst das Antlitz Christi aufprägt.
Samstag, 26. Juni 2021
Gedankensplitter 1167f
In dieser Frage aber liegt die Antwort eines gelungenen - oder gescheiterten Lebens verborgen. Und die Erklärung für die Tatsache, daß die heutigen Leben fast sämtlich scheitern, und noch dazu von Angst beschattet werden. Denn beides hängt zusammen. Die Angst, die noch dazu das Merkmal zeitigt, zu Entscheidungen auf "Veränderungen" zu drängen, obwohl diese gar nicht anstehen, ist eine Folge der Entsittlichung. Und werben nicht die Politischen Kräfte genau damit? Mit der Macht der Veränderung? Und locken damit nicht auch die Bewegungen des Revolutionären? Mit der Autorisierung des Einzelnen zu einer unerfüllbaren Macht Dinge zu verändern, die gar nicht in dessen Wesenskreis stehen?
Und mangelt es nicht an jener Antwort an die Gegenwart, die ihr Kriterium wäre, aber in seiner läuternden Qualität das Schöpferische nur unter jener sittlichen Kraft gebären könnte, die sich Geduld und ausharrende Treue nennt?
Freitag, 25. Juni 2021
Gedankensplitter 1167e
Ich erinnere mich an eine Begebenheit, die dreißig, nein vierzig Jahre zurück liegt, mir aber seitdem nie schwächer vor Augen geriet. Sie blieb präsent, als wäre sie gerade geschehen. So eindrucksvoll war wohl das Archetypische, das unsichtbare Wirkliche, das dahinter erkennbar worden war. Und so als Grammatik erkennbar, die zeitlebens immer wieder an die Oberfläche trat.
Damals hatte ich zwei Katzen, graue Getigerte, um genau zu sein, die als Wunibald und Adele meinen Haushalt vergrößerten. Einen (früh kastrierten) Kater, ein (lange nicht kastriertes) Weiblein. Geschwister, von Geburt an also zusammen. Eines Tages nun wurde Adele - wie hätte es anders sein sollen - rollig. Wer Katzen hat weiß, wie sich das äußert. Und tatsächlich wurde ihr Gewimmere - wie oft doch die Tierwelt zeigt, daß das Paarungsverhalten vom Weiblichen, vom "Eros des Materialen" wenn schon nicht immer initiiert so doch angeregt wird - erhört. Von irgendwo kam ein bildschöner, tiefschwarzer, großer Kater. Und er erlöste das mit zunehmend heftigen Beckenstößen vor ihm am Boden rollende Geschöpf von seiner Not. Sie paarten sich, und zwar mitten am Platz vor dem Hause, und ebenso ausgiebig wie dermaßen lautstark, daß es peinlich war. Auch wenn es nur eine Katze war - man fühlte sich doch so, als wäre sie Repräsentantin des Hauses, des Namens, und damit der dort betehenden Moral. Zu deren Repertoire sicher nicht gehörte, öffentlich derart schamlos und begierig ... naja, der Leser weiß, worum es geht.
Sonntag, 17. Januar 2021
Von Voodoo, Vernunft und Wünschen (2)
Teil 2) Alles ist in einem Prinzip zusammenzufassen:
Wer ist Herr über Leben und Tod
Der von einer anderen Seite ohnehin - und das alles also innerhalb eines halben Jahres! in diesen vergangenen Monaten sind, werte Damen und Herren, im Schatten des Wellengekräusels der "Corona-Pandemie" ganz bedeutende Grundsätzlichkeiten passiert, die aber kaum zur Aufmerksamkeit kamen, denn Grundsätze sind immer geistigerer Natur als Konkretionen, und damit den Sinnen kaum noch erkennbar weil nur noch ableitbar! - bereits entgegengekommen wird, nämlich der der Sterbehilfe.
Die bereits per Gesetz in Österreich von einem "freiwilligen" Akt zu einem von außen durchführbaren, und damit verhängbaren wurde. Mit der Tatsache, daß die Beihilfe aus der Strafbarkeit herausgenommen wurde, wird nunmehr eine Praxis installiert, die in ihren Randbereichen bereits jetzt und von Anfang an von einer von außen auferlegten Sterbe-Nach-Hilfe immer weniger unterscheidbar wird.
Das läuft zumindest über die Frage, die auch für die Politik von so großer Bedeutung ist: Die nicht über die Sinne, sondern nur über die Abstraktion entscheidbare Frage nach dem "Willen" des Sterbenden. Der nunmehr von einem Außenstehenden interpretiert und definiert wird.
Aber wovon ist das wiederum als gängige Praxis schon seit langem initiiert worden? Von der scheinbar so harmlosen, kaum in der Öffentlichkeit diskutierten sogenannten "Patientenverfügung", in der jeder einem ausgewählten Nächsten das Recht zugestanden wird, den eigenen Willen zu interpretieren.
Man sieht an diesem Fall also sehr gut, wie ein Prinzip nächste Fakten nach sich zieht, die zuerst noch wie völlig andersgeartete, also leicht unterscheidbare Fakten gewirkt haben. Aber sie werden von Prinzipien berührt, und somit zieht ein Faktum das nächste nach sich, das von diesem Prinzip berührt wird.
Dabei übersehen wir hier einmal das nächste Prinzip. Denn man muß davon absehen, daß der Staat erstmals den sogenannten "assistierten Selbstmord" und sogar den Selbstmord überhaupt aus der Strafordnung ausgliedert! In der er sich bis dato befand: Selbstmord ist (oder war) bislang eine Straftat! Der Leser möge sich daraus die Stellung des Einzelnen zu Umgebung, Ort und Volk ableiten.
Somit ist aber prinzipiell die Tötung eines anderen außer Strafe gestellt. Ob diese Tötung - und die ist es nach wie vor! - eine Straftat ist oder nicht wird nun nur noch von (fallweisen) "Interpretation" abhängig gemacht.
Auch diese erst jüngst gefällte höchstrichterliche Entscheidung ist also eine Grundsatzentscheidung, die sich nicht nur selbst gar nicht an "Fällen", sondern an im Recht bereits vorhandenen Grundsätzen orientiert hat.
Aber damit ist klar, daß sich nächste Fallentscheidungen anschließen werden. Die jeweils an die verschwimmenden Grenzen zu Grundfragen des Rechts anschließen in der eine gelebte Tatsache zum Recht werden wird (denn das tut das Leben: Es SETZT zumindest tendenziell Recht). Somit ist auch von dieser Seite das Recht auf Leben, das in jedem Volksempfinden auch eine Pflicht (also beidseitig) ist, außer Kraft gesetzt.
Damit fällt der Mord selbst. Weil seine Definition ins Neblichte absinkt.
Aber gehen wir weiter zurück. Und stellen die Frage: Warum und wie sind wir so weit gekommen? Ganz einfach: Weil dieses Lebensrecht bereits durch die Verhütung und der darin enthaltenen Frage nach "gewolltem und ungewolltem Leben" entschieden wurde: Der Mensch hat das Recht, einen Naturakt zu setzen und dessen Folgen aber dann nach "gewollt" oder "ungewollt" zu beurteilen.
In dieser Grundsatzentscheidung über die Entstehung von Leben, über dessen Ent-Bindung von ihrem natürlichen Entstehungsakt (Geschlechtsverkehr) folgte unausbleiblich die Abtreibung, und so mancher hat damals davor auch gewarnt weil das gesehen. Von diesem mit der Verhütung mitgeschleppten Virus - pardon: Prinzip - war der nächste Schritt klein. Und der war die Einführung der Euthanasie.
Das in der Verhütung enthaltene Prinzip war nämlich tendenziell (er "fiel" also in diese Richtung), über lebenswertes und lebensunwertes Leben zu befinden. Das lag in der Bewertung des Sexualaktes, den man aufteilte, sezierte gewissermaßen, und so seiner ganzheitlichen Natur beraubte, zur Funktion machte.
Verhütung - Zwangsimpfung - Eugenik. Die Linie ist klar. Sie macht explizit, was schon vor hundert Jahren in zahlreichen (!) Staaten dieser Welt gang und gäbe war. Nicht nur in Deutschland, wo es nach dem Krieg dämonisiert werden mußte, um die aus geostrategischen Gründen durchgeführte Vernichtung Deutschlands zu rechtfertigen. Sondern schon Jahre VOR Deutschland in Skandinavien, in den USA und in der Schweiz.
Nicht nur, aber eben dort gab es die Zwangssterilisierung von "Lebensunwerten", von Erbgeschädigten, von Geistesgestörten, von Schwachsinnigen, von Unintelligenten, von ... einfach "abstoßenden" Menschen. Mit der Hauptfrage: Wollten diese Kretins nicht selbst, daß sie ihr dumpfes Leben gar nie bekommen hätten, könnten sie diese Frage überhaupt entscheiden? Das brachte im Interesse der Volksgesundheit per Gesetz hunderttausenden, wenn nicht Millionen Menschen die Zwangssterilisierung. Und es war möglich, weil die Impfung per Zwang bereits Gesetz gewesen war.
Wo aber liegt die Wahrheit in dieser Frage? Sie liegt darin, daß es in der Schöpfung insgesamt nicht um bestimmte Aktualisierungen und Erkenntnis- oder Rationalitäts-Stufen als Kriterium des Menschseins geht, wie aber schon bei Descartes erstmals zum Kriterium des Menschseins überhaupt wurde ("Cogito ergo sum" - ich bin nur, weil und soweit ich "denke"), sondern um das, was Jesus selbst in mehreren überlieferten Geschehnissen mit "Selig die Armen im Geiste" und als gewisse "Stufe des Kindseins" bezeichnet hat. Das gerade auch den geistig nicht "Erwachsenen" nicht nur einschließt, sondern sogar zum bevorzugten Menschen per se macht.
Denn er hat etwas, das wir Rationalitätsmaschinen nicht mehr haben: Er hat die Kluft zwischen Gut und Böse nicht und damit sogar überwunden. Weil er auf der Stufe des Vor-Erbsündlichen Menschseins steht. Daß er insgesamt nicht "gut" oder "böse" werden kann weil nicht entscheidet, macht ihn erstens generell aber "gut", und zweitens gemahnt es an die Ausrichtung des Menschen auf eine Gesellschaft, auf den Nächsten.
Und erinnert an das Wesen der Schöpfung als unfaßbares, gigantisches System der Hierarchie, der HEILIGEN ORDNUNG. In der eines dem anderen zur Nahrung wird - und somit nicht sich selbst gehört, auch nicht der MENSCH, auch nicht diesem sein Leben.
Was durch jeweilige Verhältnisse im Rahmen einer nie vermeidbaren, von uns Erwachsenen aber in gewissem Rahmen (als sittliche Entscheidung) mitbestimmbaren weil WÄHLBAREN Autoritätsbeziehung geschieht. In der wir dann unsere Urteilskriterien VON AUSZEN erhalten. Als Norm, als Gesolltes, als Sein überhaupt.
Es ist immer eine Offenbarung, die uns zeigt, was über uns steht, und wonach wir uns also ausrichten müssen. Wobei die menschliche Kette in Jesus Christus endet (und beginnt).
Aber egal welcher Mensch, immer ist er Abbild Gottes, und aus diesem selbst hervorgegangen: Als Geschöpf, als bejahtes Sein und somit als gewolltes Glied in diesem Spiel eines unendlichen Gottes.
Der sich in einem unfaßbar schönen Theater der Schöpfung an sich selbst erfreut, und uns Menschen - in Jesus Christus - in diese Freude mit hineinholt. Ungeschuldet, aus freiem Willen, und aus reiner Liebe.
Freitag, 15. Januar 2021
Von Voodoo, Vernunft und Wünschen (1)
Wir haben ein Phantom aufgeblasen, das die Dimension eines gigantischen Wahnbildes bekommen hat, und stehen nun in der verzweifelten Situation, an die Wand gedrückt zu werden, weil eine Schreckensbotschaft nach der anderen den Eindruck wachsen läßt, daß wir in keinem Fall der Gefahren noch Herr werden:
Nächste gefährliche Mutationen (einer nie so wie kolportiert tödlich-gefährlichen Virengefahr, man muß sich das auf der Zunge zergehen lassen!), noch raschere Ansteckungsgefahren, neue Krankheitsbilder, neue Gefährdungen ...
Wir werden von Hürden in Abläufen gejagt, und nicht von der Wirklichkeit. Statt noch die Erdung in der Wirklichkeit zu suchen und daraus die Wirklichkeit einer Gefahr (den Sinn, den logos) einzuschätzen, sind die beziehungsweise irgendwelche autoritativ zum Maßstab erhobene Abläufe selbst das Ziel unseres Betrachtens geworden. Damit geht es nur noch um die Störung solcher Abläufe als Grundlage der Urteilsfindung zur Formierung unseres Handelns.
Haben wir es mit dieser Corona-Pandemie aber damit nicht längst mit Ausweglosigkeit zu tun, oder stehen wir nicht kurz vor einer Situation der Verzweiflung? Ist nicht dieses wilde, unkontrollierte, grotesk weil so erschreckend offen irrationale Um-sich-Schlagen der Politik verräterisch weil typisch? Wobei auch der Alltag schon davon durchwirkt ist, denn begegnen uns nicht auch im Alltag auf Schritt und Tritt irrational agierende Mitmenschen? Ist das alles nicht Wesensmerkmal einer Traumatisierung?
Greifen wir nun diesen Zwang heraus. Der ein im Namen eines höheren Gutes - "Volksgesundheit" - verordneter Zwang zur Erduldung einer staatlich verordneten und durchgeführten Körperverletzung ist.
Was ist das Prinzipielle, das daran jeden Menschen mit ein wenig Verstand stören muß? Was ist es außerdem, das diesen Schritt mit der Eugenik verbindet, woran er doch jedem Deppen sichtbar werden müßte?
Es ist die Tatsache, daß mit einem Impfzwang diese Körperverletzung in der erlebten und allgemein werdenden Werteordnung der Menschen zum Normalzustand wird. Zu einem dem Staat zugemessenen RECHT, die körperliche Integrität zu zerbrechen. Um eine Impfung zu installieren, die - wie jede Impfung, übrigens, dazu demnächst mehr - keine (jetzt wie zu irgendeinem späteren Zeitpunkt) wirklich (wissenschaftlich) nachweisbare (und nachgewiesene) positive Wirkung, aber ganz sicher nicht einschätzbare Nebenwirkungen hat. (Schon gar bei der nunmehr verhängten Corona-Impfung.)
Mit diesem dem Staat zuerkannten Recht ist aber eine Bresche geschlagen. Weil damit nächste beliebige Körperverletzungen, die durch dieses einmal akzeptierte, damit zum Rechtsempfinden der Menschen werdende Recht auch zur Rechtsnorm werden wird. In deren Rahmen weitere Zwangsmaßnahmen legitimiert werden.
Wir reden hier aber nicht von einer bloßen Möglichkeit, die verhindert werden könnte. Sie wird nicht verhindert werden können, und das ist eine absolut sicher vorhersagbare Zukunft. Denn mit der Zwangsimpfung wird das Tor zur Eugenik generell noch weiter aufgestoßen, als es ohnehin bereits ist. Der Unterschied zwischen der Durchtrennung des Samenstranges beim Mann, der Sterilisierung der Frau und dem Durchstoßen der Haut mit einer Injektionsnadel ist vom Prinzip her nicht mehr vorhanden. Und aus diesem Prinzip wird auch der konkrete Fall erwachsen, das ist schon aus dem Wesen eines Prinzips her aussagbar.
Somit, werte Damen und Herrschaften, somit kann man mit Sicherheit sagen, daß ein Impfzwang jedes Staatsvolk direkt ins Reich der "Zuchtwahl" (vulgo Eugenik) versetzt.
Fortsetzung am kommenden Sonntag mit Teil 2) Alles ist in einem Prinzip zusammenzufassen: Wer ist Herr über Leben und Tod
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Samstag, 5. Dezember 2020
Der Sinn der Krankheit
Zwar wird viel darüber gerätselt, und manch einer meint auch, die Lösung gefunden zu haben, aber ein Gedanke scheint dem VdZ kaum präsent, geht es um die Frage, ob Krankheit denn einen Sinn hätte. Und wenn ja, welchen. Oder, was weit eher zutreffend scheint, welche. Mehrzahl.
Die Rede ist von einem Sinn, also einer Aufgabe, die eine Bewegung "auf - zu" erzwingen will, sodaß sich eine Behinderung am Weg durchs Leben als Schmerz, als Leid zeigt. Der über das, was man mit "Kreuz" meint, hinausgeht, also somit den Sühnegedanken nicht für ausschlaggebend hält.
Wenngleich der so gut wie immer eine Rolle spielt, denn jeder Schmerz ist Anzeige auf einen Fehler im System, der letztlich immer auf die Sünde des Menschen zurückgeht. Und sei es die des ersten Menschenpaares, von Adam und Eva, in der Erbsünde als die wie natürlich erscheinende Geneigtheit, vom Gesetz des Seins abzuweichen, vom Willen, vom logos als allem Sein inhärenten "auf - zu" abzufallen.
Hier soll aber tatsächlich von einem Sinn gesprochen werden, der in der Beschränkung liegt, die jede Krankheit bedeutet. Und die sich als Schwächung äußert.
Denn wohl nicht selten ist genau diese Schwächung ein wesentliches Moment am Sinn der Krankheit. Weil sie uns hindert, einen Willen an der Welt umzusetzen, uns also so zu wirklichen, wie wir es uns vorstellen.
Dieser Wille, den wir aufgrund unserer Erkenntnis als weltgewordenen logos (auf-zu) fassen. Der, wenn er der Erfüllung der Welt und unserer Aufgabe in ihr dienen soll, dem göttlichen Willen, dem logos allen Seins analog, also spiegelgleich ist. Spiegelgleich, nicht er selbst (denn wir sind nicht Gott!). Damit die von uns bestimmte (soweit bestimmbare) Richtung des Seienden, das in unserer bzw. eines Menschen Verantwortung steht. Und das nur im Maß seiner Teilhabe an diesem Sein überhaupt Welt und Realität wird und wurde.
Deshalb ist unser Wille täuschbar und so gut wie immer unsauber. Weil wir für unser Urteil, auf das sich der Wille beruft, der Erkenntnis entspringt. Und diese Erkenntnis selbst wiederum eine Frage unseres Willens zur Wahrheit ist. Womit klar wird, daß unsere Erkenntnis der Wahrheit (des Seins bzw. des im Seienden enthaltenen analogen absoluten Willens Gottes im Sein) dem Maß unserer Heiligkeit (man muß es so direkt sagen) entspricht.
Damit ist klar, daß je mehr wir unseren täuschbaren und getäuschten Willen bzw. unsere getäuschte Erkenntnis von unserem Eigenwillen trennen können, den wir im Körper und der uns umgebenden Körperlichkeit der Dinge, die wir geordnet haben, verfestigt weil manifestiert haben, umso eindeutiger, umso klarer kann uns das Licht der Wahrheit selbst durchdringen.
Wir können also in dieser Lostrennung von unserem bloßen irdischen Wollen (was nicht weniger heißt als diesen Willen dem göttlichen analog richten zu wollen, also der Wahrheit gegenüber offen zu sein) die Wahrheit klarer sehen. Wie weit klar ist nicht unserem Wollen unterworfen, das liegt im Ermessen und Wollen des Seins selbst, ist also Entscheid Gottes.
Ein wesentlicher Teil dieses Wollens liegt nun (wir haben es oben bereits angedeutet) in unserer Leiblichkeit bzw. in der Leiblichkeit selbst manifestiert vor uns. Im Falle einer guten Kultur (man kann hier dieses Wort verwenden, nur hier IST es Kultur) hilft uns diese Leiblichkeit, in dem sie die immer auf Vielfältiges ausgerichtete Sinnlichkeit läutert weil auf ein hohes Ziel (der Wahrheit in Ganzheitlichkeit, also Gestalt selbst) ausrichtet.
Im (leider meist vorliegenden) Fall einer mangelhaften Kultur (also Unkultur oder gar Anti-Kultur, also dem Zustimmen zu einem Wollen, das nicht aufs Insgesamt der Gestalt der Wahrheit ausgerichtet ist) liegt aber auch eine mangelhafte Ausrichtung unseres zentralen Wollens (im innersten Kern des Ich, sozusagen) auf die Wahrheit vor. Der unsere eigene Leiblichkeit damit im Wege steht! Deren Wirken also aber auch eine Frage der körperlichen Kraft ist.
Und nun wird es dem Leser wohl klar, worauf wir hinauswollen. Denn diese Kraft ist dem oder beim Gesunden, der fehlorientiert ist, der also nicht in seiner Haltung "tugendhaft" (das bedeutet das Wort) ist, dessen Seiendes (siehe oben) also vom Sein abweicht und sogar abweichen will (weil, wie man es auch sehen könnte, auf etwas Falsches hin trainiert ist, somit das hat, was man als sündliche Neigung bezeichnet), oft tatsächliches Hindernis zur Geglücktheit des Lebens.
Weil die innerste Kraft des Seelischen, die Geistigkeit als die das Leibliche beherrschende Umfassendheit des Ich (der höchsten Vernunft, deren der Mensch fähig ist, die also einen Auftrag zur "Vergeistigung der Materia" bedeutet) zu schwach ist. Zu schwach für die Kraft, die die Leiblichkeit in der Welt entfaltet! Der dieses eigene (schwache) Ich übertrifft, der diese Kraft zur Vergeistigung nicht gewachsen ist.
Machen wir es konkret, damit vorstellbarer: Die Hübschheit eines Menschen ist einerseits ein Gut! Wer würde nicht nur hübsche Menschen sehen und um sich haben? Aber dieser Hübschheit kann im Fall, daß das Ich zu schwach ist, das Maß der Schönheit fehlen. Dennoch genießt Hübschheit eine Kraft in der Welt, die der eigenen Sittlichkeit weit überlegen ist. Die hübsche Frau, der hübsche Mann kann mit Versuchungen konfrontiert sein, die ihn überwältigen. An Zahl, an Stärke.
Dasselbe läßt sich über die Kraft sagen. Menschen mit hoher körperlicher Kraft müssen vom Seelischen her eine adäquate Kraft entwickeln, und dem sind sie oft nicht gewachsen. Somit ist ihr Gesamtschicksal (im Heil, in der Lebensgeglücktheit) in der Hand ihres Körpers, nicht in der ihrer Vernunft. Wer kennte nicht Menschen, die permanent fehlentschieden haben. Die sich in Leidenschaften einließen, die ihr Leben in mehr oder weniger große Unordnung brachten. Durch Untreue in der Ehe, durch Süchte aller Art, durch Leidenschaften, denen sie fast hilflos ausgeliefert sind.
Wir sind somit am Punkt unserer Aussage: Diese Kräfte, diese körperlichen Kräfte werden durch die Krankheit geschwächt. Somit kann die Krankheit die Chance bedeuten, den Leib "aus dem Spiel" zu nehmen. Und unser Leben der Vernunft neu zu öffnen, deren Stimme vielleicht mehr als zuvor zu hören, deren Licht mehr und mehr wirksam werden zu lassen, damit wir das Wahre erkennen. In welchem Licht wir die oft extrem komplexen Geflechte, die unsere Psyche (als irdisches Konstrukt des innersten geistigen Ich, im Selbst) im Laufe unseres Leben angelegt hat, zu durchdringen.
Denn diese psychischen Konstrukte wirken, sofern sie der Wahrheit (als reinsten Geist) widersprechen oder nicht entsprechen eben nur irdisch, und damit körperlich. Die Neigungen eines Menschen drücken sich deshalb, wie der Leser sicher bestätigen kann, in seiner Körperhaltung aus. Sie ähnelt dadurch dem Maß, in das wir unsere irdische Existenz in die Wahrheit getaucht haben - oder nicht.
Nimmt nun die Kraft des Körperlichen ab, haben wir somit "den (besseren) Durchblick" auf die Wahrheit selbst. Und sind somit in der Lage, unseren psychischen Konstrukten, die uns oft genug von der Wahrheit abhalten (sollen), zu entkommen.
Damit ähnelt sich der Fall einer Krankheit dem, was wir im Sterben erleben. Wo sich ebenfalls unser innerstes Ich, die geistige Substanz (die wir im letzten alle sind), vom Körperlichen ablöst. Womit wir im Sterben (das - gebe Gott! - ein langsames bzw. unserer Aufgabe, die wir darin zu lösen haben, entsprechendes Geschehen ist) eine unermeßliche Chance haben, uns im letzten Moment, sozusagen, doch noch für die Wahrheit zu entscheiden. Weil uns der Körper, diese in unserem irdischen, faktischen Leben entstandene Gestalt der Neigung, aus der Hand genommen wird. Wir die Verfügungsgewalt über diese Materia mehr und mehr verlieren.
Wie in der Krankheit. Die vom Tod unterscheidet, daß wir die effektive Chance haben (weil sie eben keine Destination zum Tode hin ist, wie im Sterbenden, wie in dem, wo das Gesamte diese Welt verlassen will und muß) noch einmal auf den Weg des Gelebten zurück zu kommen. Jeden Genesenden unterscheidet deshalb von jenen, die ein "Nahtoderlebnis" hatten (und das sind, meint der VdZ, erstaunlich viele!) nur das Maß, die graduelle Trennung des Geistes vom Leibe. Die beide zusammen (und NUR beide zusammen!) das ausmachen, was der Mensch an sich ist. Auch wir.
Die Krankheit ist somit eine Chance für uns, durch einen geschwächten Körper die Fenster zur Wahrheit, die Einlaßöffnungen für das Licht, weiter aufzureißen und wahrzunehmen, wie es im Getriebe und in den Bedrängtheiten des Lebens der Fall ist.*
Damit können wir auch in Zeiten der Krankheit Entschlüsse fassen, die unser Leben tatsächlich neu ausrichten. Können Weichen stellen, die uns auf (von uns als solche erkannte) bessere Wege leiten.
Nachbemerkung: Diese Feststellungen gelten nicht weniger für Zeiten, in denen wir an unsere Lebensführung durch nicht "gewollte" Kräfte eingeschränkt sind. Man denke an Gefangenschaft, an Eingesperrtheiten, an Armut durch Krieg und Katastrophen, an kulturelle, gesellschaftliche, politische Bedrückungen. Nicht wollen wir damit aber sagen, daß diese Zustände GEWOLLT SEIN SOLLEN oder sogar gewollt sein DÜRFEN. Sie wären damit ein Schlag ins Gesicht des Guten, als das sich das Sein in der Welt (immer! das Nicht-Gute, das Schlechte ist immer ein Mangel am Sein!) äußert. Am besten ist immer noch, in voller Kraft und Lebensstärke der Vernunft zu folgen. Ja, von "Chance durch Krankheit" zu sprechen OHNE alles zu tun, was die Vernunft gebietet, um ihrer zu wehren, ist sogar Sünde, ist Zynismus!
*Darin liegt wohl das Einzige, das sich der Corona-Krise abgewinnen läßt. Es ist nicht die physische "Krankheit" (über die wir uns nicht einmal äußern wollen - als Ausdruck unserer Verachtung für das hysterische Gerede darum), sondern es sind die Bedrückungen, in denen wir an der Verirrung des gegenwärtigen Geisteslandschaft in unserer Kultur leiden. Sogar so leiden, daß die menschliche Phantasie aus der erfahrenen Bedrückung und Beschränkung Weltverschwörungen und Geplantheiten abzulesen meint, die vielleicht nicht immer zutreffend sein dürften. Es reicht, wenn wir die menschliche Dummheit dadurch bemerken, die derzeit kulminiert, also in einem orgasmierenden Höhepunkt sich selbst überschlägt.
Was wir am deutlichsten in der Grenzüberschreitung bemerken, die sie bedeutet: Wo sie ins Irrationale umschlägt. Als irdische Variante (sozusagen) des Transzendenten. Dem das uns an Haltung und Ethos irdisch Mögliche so übersteigt, daß wir wissen, ahnen, intuitiv erfassen, daß kein irdisches Mittel ausreicht, um sie zu erfassen. Weshalb wir uns auf symbolische Taten beschränken.
Montag, 30. November 2020
Eine unbekannte Motivlage
Praktisch jeder Konsument stimmt den Theorien der hochwohlgeborenen Weisen der Wirtschaftstheorien und Käuferpsychologien, die in Werbeagenturen, Psychologie-Trusts und Ökonomistenstuben, von Showmoderatoren und Kaffeetischphilosophen gedroschen werden, was der Tag lang ist, hellauf zu, schreibt Mary Douglas in "The World of Goods." Die ihn sämtlich als giergesteuertes Arschloch darstellen, der seine Kaufentscheidungen so gut wie immer falsch und unmoralisch trifft.
Warum lassen sich aber diese Menschen, die mit meist sehr abfälligem Ton "Konsumenten" genannt werden, so gerne beschimpfen? Warum lassen sie sich so gerne in diese hanebüchenen Theorien hineinziehen, in denen die Kaufentscheidung selbst schon deshalb und eigentlich ausnahmslos sündebeladen ist, weil mit dem Kauf immer mehr Weltkatastrophen beschworen werden? Speziell heute ist es doch so, daß kaum noch ein Produkt kaufbar ist, ohne daß damit die Zukunft der gesamten Erde und menschlichen Welt mit entschieden wird. Und wenn nicht heute, so morgen oder in fünfzig Jahren. Immer mehr Produkte setzen auf diese bewußte Entscheidung in moralischen Kategorien, die die Menschheit in Böse und Gute teilen.
Mary Douglas' Antworten darauf knüpfen freilich an eine ganz andere Sichtweise des Menschen an. Die herkömmlichen Erklärungen speziell der Ökonomen, die die Kaufentscheidung auf angebliche sachliche Kategorien wie "Bedarf", "Eitelkeit", "Gier", Preisabwägung und die Vorhandenheit von Gütern (Stichwort "Knappheit") lassen zu viel unerklärt. Ja, sie erklären im Grunde gar nichts. Sodaß es auch kein Zufall ist, daß die Realitäten den Prognosen der Ökonomen regelmäßig davonlaufen.
Sämtliches Denken in der Ökonomie kreist um die Frage nach Angebot und Nachfrage, und was Nachfrage ist und bewirkt. Aber von nichts hat die Ökonomie weniger Ahnung.
Die Wahrheit ist doch, daß in Erfolg wie Mißerfolg niemand die Gründe weiß, jede Erklärung ist nur eine posthoc-Rationalisierung. Und trifft einmal eine Prognose zu, dann ist es Zufall, hat einmal eine Beratung Erfolg, dann ist es nicht, weil die Theorien es zwingend vorhergesagt oder gar durch Maßnahmen erreicht haben - Ökonomie ist eben alles, nur keine Wissenschaft - sondern weil irgendwelche Gründe vorlagen, die zufällig zu den Theorien gepaßt haben.
Die eigene Erfahrung ebenso wie Befragungen von Käufern erzählen tatsächlich von ganz anderen Faktoren, die Nachfrage und Bedarf nach bestimmten Produkten ausgemacht haben. Die die Gründe dafür waren, daß der "Konsument" dieses oder jenes Produkt gekauft hat.* Aber es sind sämtlich Gründe, die in ganz anderen Bereichen liegen, als der Bürger in seinem Gedankenreservoir vorfindet. Sie liegen auf ontologischer Ebene, sind also unsichtbar und auf keinen Fall direkt "erfahrbar", sondern abstrakt. Und doch im Konkreten vorhanden.
Es sind, so Douglas, Kräfte, sogar so starke Kräfte, daß jedes Fragen nach moralischen Gründen nicht weniger als impertinent ist. Es sind Kräfte, die aber im bewußten Gedanken- und Entscheidungsportefeuille des Menschen begrifflich nicht vorkommen. Das soll heißen: So gut wie alle Kaufentscheidungen trifft der "Konsument" ohne überhaupt eine Kaufentscheidung an sich zu treffen.
Sondern er entscheidet sich für eine ganz andere Komplettheit. In die dieses Ding, dieses Produkt da, dessen Wert und welche Schuldigkeit er über Geld ausgleicht (ohne daß Geld tatsächlich Schuld - das ist ein ganz wichtiger Punkt! - begleichen könnte; kein Mensch glaubt daran, sondern es handelt sich nur um ein Gesolltes, eine Konvention, die akzeptiert wird), nun eben hineingehört und damit hineinpaßt.
Denn alle Dinge, die der Mensch um sich hat und als "Eigen-tum" (in welchem Begriff schon dessen Wesen, die "Eigen-tümlichkeit" vorbereitet ist) hat, sind Teil einer gesamtheitlichen Kommunikation mit der Welt und jenen Gesamtheiten (und das heißt sozialen Gebilden, Formen, Gesellschaftsformen, Beziehungsgestalten).
Aber das paßt nicht in eine Zeit der Aufklärung, die unter Bezug auf Descartes damit auf den Putz klopfte, daß der Mensch ein bewußtes, vertraglich-sprachliches Wesen sei, und nicht mehr. Seit mehr als zweihundert und mehr Jahren ist es somit Teil eines Gutmenschen-Ideals, eines Gesollten Menschseins, daß alle Entscheidungen bewußt und nach vordergründig rationalen Konstellationen getroffen werden.
Da will doch keiner zurückstehen! Und wenn es denn doch so sein sollte, daß diese Entscheidung zu offensichtlich mit dem rationalen, eigenen "Denken" nicht übereinstimmt, so müssen es also Zwangsgründe, fremde und frech, böse einbrechende Mächte sein (man sehe sich doch Michel Foucault an, der sich zeitlebens nur mit dieser Erklärung herumgeschlagen hat) die eine Lebenssituation gebracht haben, die man nun nicht so gerne hat. Weil man gerne anders wäre. Warum auch immer.
Warum auch immer.
Sodaß der Mensch, der gute, sich sogar lieber noch als Opfer perfider Werbung oder verführender Triggersignale der Marketingspezialisten deklariert als zuzugeben, daß er von ihm bewußt gar nicht zugängigen - einfach nur zu übernehmenden, zur Kenntnis zu nehmenden! - Kräften und Bewegungen des Beziehungsknotens, der er ist, erkennen zu müssen. Denn das widerspricht seinem Stolz, zu dem er seit der Aufklärung ja regelrecht verpflichtet ist.
Denn geht es nicht überall und immer nur noch darum, durch stolz behauptete "Kritikfähigkeit", durch (angebliche) "eigene Meinungen" (die natürlich alle Dimensionen des Meinenden umfassen, das ist ja klar) seine "Mündigkeit" zu beweisen. Und das heißt seine Autonomie, seine (angebliche) Freiheit.
Das ist doch die Majestätsbeleidigung der Gegenwart, die Beleidigung des Einzelnen, dieses Individuums, weil er nicht totaler Herrscher seiner (oder gar "der") Welt und Gegenwart ist. Gesteuert von diesem kleinen Hirnareal, das, wie es heißt, Sitz der Psycho-Konstellation ist, die man "Ich" nennt.
Wehe allen, die das in Frage stellen. Wehe jenen, die das Einstimmen des Menschen in eine ontologische Vorgegebenheit (man kann sie zu einem guten Teil sogar "Tradition" nennen, aber wie gesagt, nur zum Teil) auch noch als Ideal und Moment der Freiheit definieren. Wehe jenen, die der eigenen Willkür eine Absage erteilen. Wehe!
Lieber haben wir erfrorene Hände, die dem Vater sagen, daß er den falschen Mantel gekauft hat, als daß wir sie am Feuer wärmen. Und lieber werten wir (angeleitet von den weisen Ökonomen und Plüschologen) unsere Bedürfnisse zu "luxuriös und unnötig", zu "eingeredet und falsch", und sogar als "unmoralisch" ab.
Und anerkennen jede, wirklich bald jede Form der zugewiesenen Buße als auferlegte Steuer für unser ... Selbstsein.
Denn was wir kaufen und begehren, es ist doch eine einzige Geschichte der Todsünde Neid, des Kampfes alle gegen alle um die bessere Position, um im Evolutionsstrome weiter nach vorne zu gelangen.
Wir müssen deshalb Herr unserer selbst bleiben, das darf niemals in Frage gestellt sein. Und sei es, daß wir uns in immer tieferen moralischen Versagensvorwürfen ein- und damit abfinden. Lieber lassen wir uns als unmoralische Konsumenten, die aus herzerfrischend doofen Gründen zu Weihnachten (angeblich) dem "Kaufrausch" verfallen, beschimpfen, als an die Wurzel des Zahnes zu fassen, der da zum Gotterbarmen zieht, welchen Schmerz wir aber tapfer wegdrücken.
Weil falsche Vorwürfe gar nicht wehtun, weil wir damit den Schmerz (und damit eine angebliche Zutreffendheit) wunderbar vorspielen können.
Man könnte es sogar so ausdrücken: Um moralisch zu sein - und das heißt mehr, als dem Leser klar sein mag, als moralisch zu gelten - verschenken wir lieber die Welt, überlassen sie anderen.
Das, werter Leser, das ist somit der wahre Grund, warum die Menschen diese Kräfte, von denen oben gesprochen wurde und die nur verstehbar, begreifbar sind, wenn man die Welt des Geistigen, des Wirklichen sohin, als objektive Welt von geistigen Kräften begreift, innerhalb deren Vektoren auch das Menschsein seinen Platz hat, so ungern zugeben oder zugeben würden.
Selbst dann, würden sie davon wissen. Sie spüren, daß es so ist, aber sie wollen nicht Teil eines Größeren sein, das sie so bestimmt, daß von direkter (sic! es geht ums Direkte! im Einzelfall also um bewußtes Handeln innerhalb eines begrenzten Weltfalls, Kauf und Kaufentscheidung hier und jetzt und für dieses Produkt) Entscheidung gar nicht die Rede sein kann.**
Was wir kaufen ist die Antwort aus einem Seins- und Darstellungswillen, um von uns mitteilen zu können.
Denn der Mensch ist von viel größeren Konstellationen geprägt und bestimmt. Denen er ebenso zustimmt, das ist zweifellos so, und die im Rang aber weit über solchen schnöden Einzelentscheidungen liegen wie den Kauf eines Brotlaibes, eines Autos oder eines Liegestuhles. Alle diese Dinge wurden auf ihre spezielle Weise eine Notwendigkeit. Sie sollen nämlich eine ontologische Leere, also eine Leere im Sein des Menschen füllen, die wie jedes Vakuum förmlich nach Besetzung schreien und einladen. Nichts bleibt ohne Beherrschung.
So wird - und wir wollen diese Sätze als erstes Nippen an einem übervollen Glase verstanden wissen - der "Kaufrausch der (westlichen) Konsumenten" in unserer Zeit in einem ganz anderen Zusammenhang begreifbar. Und zwar nicht als moralische Schuld der ohnehin schon so gepiesackten Bürger und Menschlein, sondern als völlig richtiges Reagieren und Agieren angesichts einer Daseinsleere, die aus der Verfaßtheit der Kulturgemeinschaft, also der Gesellschaften, des Staates, der Ordnungen unserer menschlichen Verbindungen und Standorte, zu einem ganz anderen Ding.
Das NICHT mit den Kategorien und Dimensionen der Aufklärung verstehbar ist. Die greifen da um so viel zu kurz, daß man sie getrost als irrelevant entsorgen kann. Sondern die nach ganz anderen Ursachen und ganz anderen Ursachenkämpfen verlangen, als unsere Dispute ihnen zugestehen wollen.
Ursachen und Wirkkomplexe, die freilich auch nach völlig anderen Reaktionen verlangen. Darum geht es. Und damit werden wir uns hier noch so manches Mal weiter befassen, um die Sache zu vertiefen.
Einstweilen aber soll der Leser schon mit einer kleinen Portion naschen dürfen. Die vielleicht ausreicht, um von der zu dieser Jahreszeit, im Advent, wo in Vorbereitung des Weihnachtsfestes - dieses großen Festes des Gebens, des Schenkens ebenso wie des Empfangens, des Nehmens, und damit ... des wechselseitigen Verschuldens als dem eigentlichen Tragegrund des Sozialen - so gerne von allen Seiten übergestülpten Schulddecke angeblichen moralischen Fehlverhaltens wenigstens anfanghaft befreit zu werden.
*Eine ökonomische Theorie muß von Prämissen und Rationalitäten ausgehen, die aber sämtlich hinterfragbar sind. Sie setzt aber etwa voraus, daß es eine Reaktion des Konsumenten auf Preis und Preisveränderungen gibt, daß sein Geschmack, seine Vorlieben fest angenommen werden dürfen, daß seine Wahl konsistent ist und das auch über Zeiträume bzw. -intervalle bleibt, daß er bei Nachlässen mit Bereitschaft zum Mehrkauf reagiert (und umgekehrt), und daß er auf Einkommensverluste mit Veränderungen seiner Kaufentscheidungen reagiert.
**Konsum wird in den Augen der Ökonomie überhaupt und generell als Mittel zu einem definierten Zweck (definierbare Bedürfnisbefriedigung, in der der Mensch seine Arbeitskraft aufrechthält, im Letzten also "lebt um zu arbeiten") gesehen. Aber die Frage ist viel spannender und vermutlich entscheidender, daß die Erhaltung, durch das gekaufte Produkt, also dieser angegebene Zweck, nur immanenter, also fast zufälliger Effekt ist. Auf die Spitze gebracht:
Man kauft nicht Brot, um satt zu sein. Man wird vielmehr beim Essen des Brotes AUCH satt.
Versteht der Leser nun, worauf es hinaus soll (und was der Kern des Bibelwortes "Der Mensch lebt nicht vom Brot allein" ist? Es ist vielmehr eine Verkürzung des Denkens seit der Aufklärung geschehen, die das Kaufen des Brotes als Akt der Erwerbung eines Mittels sieht, mit dem der Blutkreislauf etc. aufrechterhalten werden soll.
Wenn das aber nun so ist - was sind dann die Gründe, daß jemand (sagen wir) Brot oder einen Swimmingpool oder eine Ledertasche kauft? Diese Fragen sind keineswegs nebensächlich, sondern sie sind das Herz jeder Wirtschaftstheorie.
Samstag, 12. September 2020
Wannen denn die Welt vorhersagbar wird (2)
Und in dieser aufs Irdische zurückgefallenen Mechanizität auch der Entropie unterliegt.
Wir wollen es nur andeuten, doch soll der Hinweis nicht fehlen, wie vorhersagbar denn also ein individuelles Leben ist, das im Willen Gottes steht und verbleiben will. Denn so ist es dann auch erfahrbar, daß dieses Leben und Handeln in und mit und durch Gott nicht heißt, daß es sich nach unserem Willfahren und Wünschen und inhaltlich-konkretisierten Wollen verhält und geschichtlich entfaltet.
Es heißt aber mit Sicherheit, daß es in eine Vorsehung eingebettet liegt und bleibt, die im Letzten immer das vollumfänglich Beste weil NUR Gute (und zwar bis in jedes kleinste Einzelne und für alle und alles Gute) zeitigt. Das aber in gewissem Sinn IMMER überraschend ist. Weil das Denken und Wissen Gottes, das unseres nicht nur und einfach quantitativ, sondern kategorial übersteigt.
Wenn es aber nicht vorhersagbar ist, so ist es immer logisch und vernünftig, widerspricht also der dem Menschen zugänglichen Vernunft nicht und nie. Sodaß wir immer unsere Vernunft und Vernünftigkeit als erstes Schafelchen jener vollumfänglichen göttlichen Vernunft begreifen dürfen, die an der alles umfassenden Vernunft teilhat, sie aber niemals auszuschöpfen vermag.
Das ist zugleich das Wunderbare an einem Leben aus Gott, das nicht nach irdisch-kleinem Maßstab "glücklich" ist, sondern in einem viel höheren Ausmaß Geglücktheit bedeutet, die letztlich immer in einem alles Vorstellen übersteigenden Glücke mündigt. Und damit ist klar, was der Ausfluß aus der Ergebenheit in Gottes Wollen und Schaffen ist - es ist ein Vertrauen, das in dieser Bereitschaft zur Ungewißheit weil Unvorhersagbarkeit auf paradoxe Weise jene Ruhe schafft.
Die der ans Vorhersagbare geklammerte, gottferne Mensch zu besitzen sucht, die sich aber genau in jenem Maß des Ergreifenwollens entzieht und in Unruhe stürzt, die wenn überhaupt nur mit viel Mühe und in ständiger Anspannung zu einer Scheinruhe niedergedrückt werden kann.
Der Gottergebene weiß also nicht, was kommt, und will es gar nicht wissen, bleibt aber in jener Ruhe, die das Vertrauen bringt, daß letztlich alles dem Guten dient. Der Gottferne hingeben "weiß" was kommt, und will es auf jeden Fall wissen, stürzt dabei aber in eine Unruhe, die so existentiell ist, daß er sie nur übertönen kann, weil er die Verzweiflung fürchtet, die daraus stammt. Weil er spürt, daß das Vorhersagbare auch das Tote und dem Tode Geweihte ist.
Freitag, 11. September 2020
Wannen denn die Welt vorhersagbar wird (1)
Die Welt ist somit nie aus dem göttlichen (seinshaften) Willen (=Liebe) herauszunehmen, nie anders als Erfüllung durch Gott anzusehen. Das macht die Forderung nachvollziehbar und begreifbar, daß der Mensch "ohne Unterlaß beten" muß. Denn im Gebet antwortet die Schöpfung - über den Menschen, die Krone der Schöpfung, auf den hin die Welt ausgerichtet ist - nicht nur auf Gott, sondern legt gewissermaßen in der Bitte, in der Herstellung der Brücke zu Gott, den "Teppich" für die Schöpfung (als Welt) selbst.
Das geschieht in der Hingabe, in der Selberüberschreitung auf die ihr zugrundeliegende Idee hin, was die Öffnung auf Gott und Gottes Wissen und Wollen zu bedeutet. Die zwar der außermenschlichen Natur in deren Bestimmtheit durch Instinkt eingeschrieben ist, welche Einschreibung aber in den logos, den Sinn nur und erst durch den Menschen erfolgt.
Dieses Ganze ist also in seiner Verbindung von Himmel und Erde das Produkt eines Sakraments und des Sakramentalen. Sodaß alles Erhalten, alles Sein der Schöpfung und Welt somit seine Quelle im Sakrament hat.
Nur darin, im Sakramentalen, liegt somit auch die Innovation, das Geniale, das Schöpferische. Als Einbruch Gottes in die Welt, als Emanation jener Liebe, die die Welt zu einem ohnendlichen weil Gottes Wesen gemäßen Gestaltenspiel machen will. Um so Lobpreis Gottes zu sein, zu bleiben und immer mehr und immer anders zu werden.





