Im Nachhinein läßt sich so etwas nicht mehr korrigieren, ich weiß wovon ich spreche. Alles beginnt in einem stecknadelgroßen Kopf. Übergehe ich den, kann ich nicht mehr zurück, weil ich nun ein anderer geworden bin.
Treibgut - Wo am breiten Strome die Ufer stehen, sind Schwarzerlensamen aufgegangen, und schäumen als saftige Büsche die Ränder der großen Lethe, die alles ins Dunkele Meer trägt; ihre weichen Äste, die noch nicht ahnen lassen, welcher später als kahler Stamm reife Blätter hoch in der Sonne wiegen wird, tauchen in die Wasser, wie Kinderhände. Dann und wann greifen sie, denen alles noch ernstes Spiel ist, nach Treibgut. Oder es bleibt hängen, lädt zum Tanze, haucht im Kusse Lebwohl
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Mittwoch, 8. Dezember 2021
Aus dem ambrosianischen Vorhersagekorb
Sonntag, 20. Juni 2021
Achte die Hieroglyphen
Der Frühling ist, schreibt Novalis an einer Stelle, der stille weissagende Geist unendlicher Hoffnungen. (Nicht also die Farben oder die lustigen Töne oder die warme Luft sind es, die uns so begeistern.) Er liefert damit ein Vorgefühl kommender Feste, vieler froher Tage, und des gedeihlichen Zusammenseins so mannigfaltiger Naturen, die Ahndung höherer ewiger Blüten und Früchte, und die dunkle Sympathie mit der gesellig sich entfaltenden Welt.
Was also sollten wir uns denken, wenn wir einen dermaßen kalten Frühling erleben, wie er gerade mit dem ringt, was Sommer genannt wird, und hoffentlich das Bild seiner selbst in die Welt wirft? Wo wir aus einer Kälte kommen, die unseren Pflanzen interessanterweise eine Saftigkeit des Grün gab, die aus allen Poren Feuchte und Virilität zu tropfen schien, und nicht nur der kalten Luft trotzte, sondern sie sogar zu lieben schien.
(Sogar ein angeblich einmaliger Virus, wie hieß der noch gleich ... Egal. Also ein Virus schien das kalte Wetter so gar nicht zu lieben, was eine seltsame Außernatürlichkeit darstellt, und vertschüßte sich stiller und leiser, als er gekommen war, sodaß man sich fragen konnte: War da jemals einer da? Die Mär, daß das warme Wetter die Ursache für sein Verschwinden sei, ist jedenfalls widerlegt. Aber das Impfen war es sicher auch nicht. Ist er einfach von selber verschwunden? Mit dem Stimmungsumschwung in der Bevölkerung vielleicht gar? Naja, eine Beute haben ja manche mitgenommen, den Impfpaß, als Brückenkopf, von dem aus in Richtung fernöstlicher Vorbilder weitergearbeitet werden kann. Damit kann selbst SunTsu zufrieden sein. Egal.)
Dienstag, 9. September 2014
Was soll man dazu sagen?
Was passiert, wenn man solche Aspekte ins Zentrum stellt, was schon alleine durch zu intensive Befassung damit passieren kann, oder sei es daß man Allegorie zum Bild gefrieren läßt, also die Begriffsebenen mischt, zeigt der Film in seiner Fortdauer. Man verliert die "Bodenhaftung", auch abhängig von der Fundiertheit in den Grundlagen des Denkens, auch durch Überdehnen dessen was man überhaupt fragen kann, durch Überschreiten der Ebenen die einem zugemessen sind, und wird schließlich völlig verrückt.
Dienstag, 12. November 2013
Kontiniuität ohne Zukunft
Dennoch treibt sich das Seiende aus sich selbst in gewisser Weise hervor - aber nur, insofern es das Überhaupt-sein und das Sosein empfängt und abbildet. So, wie ein Kind aus seinem Wesensbild heraus auf dieses zu heranwächst. So, wie ein Luftstrom in einem Kanal an dieser oder jener Stelle geformt wird, aber nur unter der Voraussetzung, daß überhaupt Luft strömt.
Oder - der Mensch als zur Freiheit begabt ist er selbst nur im Maß seiner Freiheit: denn erst im Ursachesein nimmt er an der absoluten Freiheit teil; wer aber nicht frei ist, ist keine Ursache, bestenfalls Grund - beim Maler, der dieses Bild rot oder grün malt, im Rahmen seiner schöpferischen Freiheit, unter der Voraussetzung, daß es zuvor Farben und Pinsel, die Leinwand, das Atelier und ihn überhaupt gibt.**
Das Selbstwirken der Dinge setzt also ein Mitwirken und -wollen Gottes voraus. Das Überhauptsein verdankt alles Gott, aber das So-Sein der historischen Bedingung (mit der Ergänzung, daß es nur "So-Sein" gibt, wenn es zuvor "Überhauptsein" hat.)
*Das eigentliche und schwerwiegende weil prinzipielle Problem der Wahrsagerei ist, daß sie durch ihre Aussagen in den Moment hineinwirkt, und damit genau das - weil als Disposition der Gegenwart - verändert, was vorherzusagen oder abzuleiten sie sich anschickt. Keine Prophetie sagt deshalb unveränderliche Zukunft vorher - sie verlängert nur die momentane Disposition, und stellt sie so vor seine letzte, absolute Konsequenz, die es möglicherweise aber genau in dem Moment abändert, in dem die Prophezeiung getroffen wird. Die Geschichte Jonas etwa zeigt das sehr illustrativ. Hierin liegt übrigens auch die prinzipielle Unterscheidung von Gottes Wirken - und der Magie.
**Hier ist vielleicht der Ort um über das Vorhandensein von "Bösem" zu sprechen. Das nicht aus Gott hervorgeht - was aus Gott hervorgeht ist das, worauf sich das Böse bezieht - das Messer des Mörders, der Leib des Opfers, das Dasein des Willens als bewegende Kraft. Gott spendet also nur das "gleichzeitige Sein" des bösen Menschen und ihrer Handlungen. Er bewirkt damit also zwar, daß das Böse überhaupt ist und sein kann, aber nicht, daß es böse ist. Die Bösheit des bösen Menschen liegt nicht in seinem Überhauptsein, sondern in seiner falschen Willensrichtung, die er selbst bewirkt hat. Der Umstand der bösen Tat ist ja nur möglich, weil er sich auf positives Sein bezieht, den der Mensch aber nicht in angemessener Weise aufnimmt. Die böse Tat ist also keine "positive Tat" die sich eben schlecht auswirkt, sondern der Charakter des Bösen ist die mangelhafte Verwendung des Seins, das zerstört wird. Böse zu sein ist also ein schwerer Seinsmangel am Menschen, ein Mangel an Seinsbejahung. - Im obigen Beispiel: Wenn man in einem Luftkanal die Luft absperrt, ist der Luftmangel keine Folge der Luftquelle, sondern meiner Handlung. Das Böse liegt nicht einmal in der Existenz der die Luft absperrenden Platte, sondern in ihrer Verwendung durch den freien Menschen. Darin, in diesem Seinsgehalt, liegt ja die verführerische, auch täuschende Kraft des Bösen: die Lüge lügt immer durch Wahrheiten.
Dienstag, 21. Mai 2013
Vom Prognosewert der Seidel Bier
| Quelle: Die Welt |
| Quelle: Die Welt |
| Graphik: NZZ |
In jedem Fall soll dies nämlich eine Ermunterung an den geneigten Leser dieser Zeilen sein, sich auf sich selbst mehr zu verlassen, als auf Schlagzeilen der Medien. Und mehr auf das Verhalten der Nachbarin, seines Stammtrafikanten, oder seiner Katze, vor allem aber auf seine eigene Einschätzung, sein eigenes "Gefühl" zu achten, als auf Internet, reißerische Bücher "über die man spricht" und die erklären wie die Welt wirklich funktioniert, oder Zeitungen.
Und vor allem: bei seinem Stammwirt die Ohren zu spitzen. Denn kein Wissenschaftler ist klüger als er, es sei denn, er hat seinem eigenen Stammwirt gut zugehört: Wissenschaft baut immer auf dem persönlichen Akt des Schätzens auf. Verkaufte Mittagsteller sagen mehr aus als alle Wirtschaftsspalten der Zeitungen zusammen.
Dienstag, 7. Mai 2013
Kann die Zukunft gewußt werden?
Conrad-Martius verwendet sogar das Wort "Maya" dafür, verwendet es aber ausdrücklich anders als fernöstliche Philosophien. Denn deren Maya hat als subjektive Illusion KEINE Realität, z. B. als bloße Illusion aus Leidenschaften. "Diese" Maya aber ist eine reale, keine illusionäre Stufe der Welt. Und nur als solche macht sie Hellsicht denkbar. Denn wirklich reine Illusionen hätten auch keine Realität, in der sie gründen, aus der sie stammen könnten. Als reiner Geist gedacht fehlt ihnen nämlich der Stoff, in dem sie sinnliche "Bilder" werden könnten. Welt ist per definitionem sinnlich. Geist und vitale Empfindung nicht klar auseinanderzuhalten ist ja eines der Grundprobleme der Gegenwart. Geist selbst kann kein Objekt des Sinneseindrucks sein.
Mittwoch, 17. April 2013
Neulich im Zug
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Samstag, 23. Oktober 2010
Wohin der Wahrsager blickt
Auch hier also eine scharfsichtige Entsprechung - als Verewigung dessen, was der Mensch in Wirklichkeit zu Lebzeiten tat. Sie dürfen nie mehr nach vorne schauen, und ihre Tränen laufen somit zwischen die Arschbacken.
Freitag, 17. Juli 2009
Wahrsagen darf nur der Adel
Dienstag, 2. Dezember 2008
Über das Vorherwissen
(Montaigne)