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Sonntag, 3. Mai 2020

Panik des drohenden Machtverlusts

Es gibt keine originalen Nazis aus der Zeit des Hitlerismus 1933 bis 1945 mehr. Wenn, dann nur noch ganz, ganz wenige - sie sind schon alle gestorben. An wen also soll sich ein Film richten, dessen Botschaft ist, daß man Nazis (aus dieser Zeit) jagen muß? Welche Botschaft soll der Amazon-Film "Hunters" also haben? Was ist das Bleibende, an dem er sich aufrichtet, das er in die Welt durch seine Darstellung hineinträgt? Daß sich die heutigen Rechtsextremen verstecken, und ihre Taten - den Mord an unzähligen Juden - vertuschen und verbergen?

Die Antwort gibt E. Michael Jones gleich zu Beginn dieses aktuellen Gesprächs mit Peter Helland (Sicherungslink, falls Youtube auch dieses Video sperrt, ist es hier anzusehen) vom Bürgersender in South Bend (Indiana): Bisher war es so, daß es hier die Publizisten gab - Fernsehen, Zeitungen, Radio usw. - und dort die Konsumenten. Wer die Medien in der Hand hatte, formte auch das Narrativ, bestimmte die Inhalte und Linien, anhand derer es sich entwickelte. Damit war Meinung steuerbar, zumindest war es schwer, Gegenmeinungen effizient eine breitere Öffentlichkeit zu schaffen. Die Entwicklungen der letzten fünf, zehn, fünfzehn Jahre, mit Facebook und allen möglichen Plattformen, hat diese Einseitigkeit aufgehoben.

Nun bricht Panik aus. Es zeigt sich immer mehr, daß ganz andere Geisteshaltungen im Volk aufkommen und Artikulation und damit Wirkmächtigkeit finden. Plötzlich kann sich auch ein anderes Milieu wieder bilden. Es gibt keine Regeln, mit denen plötzlich eine Milliarde Menschen konfrontiert werden kann. Und mit einem Mal gibt es dort Aussagen, Meinungen, die in den Mainstream-Medien niemals veröffentlicht worden wären. Plötzlich sind die früher so sattelfesten Meinungsmacher Getriebene beziehungsweise plötzlich müssen sie einem Narrativ hinterherjagen, das ihnen zu entgleiten droht, wenn sie einen Moment nicht wachsam sind. Zumindest empfinden sie es so.

Das machte vor allem die Juden nervös. Denn mit einem Mal wurde auch Kritik an den Juden (und Israel) laut, die es so vorher nicht gab. Kritik, die auch einem Disput standhält, also nicht mehr so einfach als "antisemitisch" oder "judenhasserisch" aus jedem Meinungsbildungsprozeß eliminiert werden kann. Mit einem Mal auch war das Weiße Haus nicht mehr der Spielteich von Juden wie Sheldon Adelson, Paul Singer und Bernard Marcus, die sich den Vorwurf gefallen lassen müssen, daß sie unter dem Einfluß jüdischen Kapitals auf die amerikanische Politik und damit Außenpolitik (im besonderen im Nahen Osten) zu einer ferngesteuerten Außenstelle der jüdisch-israelischen Interessen gemacht haben. Die US-Außenpolitik wurde ja nicht selten als israelische Interessensstelle bezeichnet, die das amerikanische Volk für Zwecke benützte, die nicht diesem amerikanischen Volk dienten, sondern es nur benutzten. 

Immerhin aber waren es auch diese drei, die maßgeblich beigetragen hatten, daß Donald Trump gewählt wurde - der am meisten "pro-jüdische" Präsident in der Geschichte der Vereinigten Staaten, wie Jones ihn nennt. Unter Obama kam es zuletzt zu kräftiger Kritik an Israel. Doch die wurde nicht ernstgenommen, sondern man arbeitete lieber daran, diese Quelle der Kritik auszuschalten. Und damit den Einfluß zu stärken, der die Feinde Israels durch Boykotte schwächen konnte - und das war Donald Trump. 

Der sogar so weit ging, Kritik an Israel zu einem illegalen weil "antisemitischen" Akt zu machen. Benjamin Netanjahu ließ sich - nach seinem Amerika-Besuch zurück in Jerusalem - feiern, weil er der erste Präsident war, der den 1. Artikel der amerikanischen Verfassung, den der Meinungsfreiheit, außer Kraft gesetzt hatte.

Der nächste Schritt, um angesichts eines kaum noch zu bändigenden Meinungsspektrums Kritik an Juden und Israel zum Verstummen zu bringen, war die weltweit gestartete Initiative gegen die "hate speech", vorangetrieben durch die weltweit organisierte Anti Defamation League (ADL). "Hate speech" ist nicht definierbar, das Wort hat keinen konkreten Inhalt, und ist als Kampfbegriff frei erfunden worden. Kampfbegriff um alle bekämpfen zu können, die von Juden nicht geliebt werden, speziell von Juden des ADL. (Was ist heute Antisemitismus? Es bezeichnet Menschen, die von Juden nicht geliebt werden.) 

Diese "Hate Speech"-Bewegung hatte ihren Höhepunkt im November 2019. Als Sasha Baron Cohen auftauchte und vor allem Silicon Valley regelrecht in Angst und Schrecken versetzte. Silicon Valley lebt maßgeblich von jüdischem Geld, und der Comedy-Macher verknüpfte das mit der Forderung, das Internet von hate speech und anti-semitism zu bereinigen. 


Cohen ging sogar so weit, der Facebook-Verantwortlichen zu sagen, daß sie ins Gefängnis wandere, wenn sie nicht tue, was sie (die Juden) ihr sagten. Am nächsten Tag trat der ADL mit einer Liste an die Öffentlichkeit, in der er verlangte, daß die darin erwähnten zehn Personen von Facebook und Youtube zu entfernen sind. Darunter war auch E. Michael Jones. 

Interessanterweise passierte aber ... nichts. Nach wie vor ist Jones auf allen diesen Plattformen vertreten, und kann sein Publikum ansprechen. Das ist für ihn ein Zeichen, daß die Juden die Kontrolle verlieren. Mit einem Mal funktioniert nicht einmal mehr das langjährige Todesurteil "Antisemit" - wer damit bedacht wurde, war bislang regelrecht "tot", verlor seine Arbeit, war geächtet.

Doch einen Pfeil haben die Juden noch im Köcher, und das ist Hollywood. Mit seiner Macht der Filme, die von Gründung an von Juden kontrolliert wurde. Mit Filmen wird die allgemeine Rezeption in einer Kultur geformt, das Narrativ, um es so zu sagen. Filme setzen Paradigmen, schaffen Ideale, formen Wert- und Verhaltensnormen. Damit setzen sie auch die Normen: Was ist erlaubt, was ist verboten, was ist gut, was ist schlecht. 

Was ist also das Problem? Hate Speech. Das Problem ist: Anstiftung zur Gewalt. Nun haben wir also einen Film wie "Hunters", herausgegeben von HBO. Und der Film macht genau das. Er setzt an im Jahre 1977, mit Maya Offermann, gespielt von Al Pacino. Das ist nicht unwichtig, denn er ist kraft seiner Reputation als Schauspieler (Al Pacino ist gewiß so etwas wie ein "Gott" des Films; Anm.) das moralische Zentrum des Films. Was er sagt, muß gut sein. 



Der Film beginnt mit einem Barbecue, bei dem ein Jude jemanden beschuldigt, Nazi zu sei. Daraufhin zieht der Mann eine Pistole, erschießt sämtliche Mitglieder der Familie, setzt sich dann hin und wartet auf einen weiteren Nazi. Denn die Nazis sind dabei, Amerika zu übernehmen. Eine paranoide Phantasie einer Gruppe, die auf der einen Seite den logos - Sinn und Ordnung der Welt - zurückgewiesen hat. Und nun auf der anderen Seite tut was sie will, um dieser Welt (ihre) Ordnung zu geben. Das heißt in diesem Fall: Auch durch Mord. Wenn jemand verdächtigt wird, Nazi zu sein, ist im Auftrag der Weltordnung auch seine Ermordung gerechtfertigt. Das ist die Aussage dieses Films. 

Um Ordnung herzustellen braucht es kein Gericht, kein Gesetz, keine Verhandlung. Das ist nur eine müde Ersatzveranstaltung für Gerechtigkeit, die Gojim, Ungläubigen angemessen ist. Gläubige brauchen das nicht. Sie wissen, was richtig ist. Das Richtige haftet regelrecht an ihnen. In der regulären Welt finden sie diese Gerechtigkeit (ihrer Meinung nach) nicht. Also bilden sie selbst ein Schwurgericht, und setzen ihre Gerechtigkeit um, denn das ist die Gerechtigkeit Gottes. Dann ist auch Selbstjustiz kein Mord. 

Schon seit tausenden von Jahren, durch Pharaonen, Päpste und Fürsten, sind Juden hingeschlachtet worden. 
Wir haben sogar den Krieg überlebt, diese größte Auslöschung der neuzeitlichen Geschichte. Als wir nach Hause kamen mußten wir feststellen, daß die Leute, die das taten, unsere Nachbarn waren. Was sollen wir also tun? Ihnen die Hände schütteln? Nein, die größte Gabe des jüdischen Volkes ist seine Fähigkeit, sich zu erinnern. Und wegen dieser Erinnerungskraft haben wir überlebt: Das ist nicht Überleben, das ist Mizvah, das ist die Gesegnetheit durch Gott. Und es ist unsere einzige Chance: Aus der Erinnerung heraus zu verhindern, daß es wieder geschieht. Deshalb haben wir sogar die Pflicht, präventiv zuzuschlagen. 
Will man ein guter Jude sein, so erklärt der Film "Hunters", muß man das Gesetz in die eigenen Hände nehmen. Alles, woran der Amerikaner glaubt - das Recht auf ein faires Gerichtsverfahren, das Recht auf freie Meinungsäußerung, ist nicht das Papier wert, auf dem es geschrieben steht. Die Juden haben das Recht, das Gesetz in ihre Hände zu nehmen. Wer das nicht glaubt - Pech gehabt. Denn Juden haben das Recht, jeden, der verdächtigt wird, "böse" zu sein, auch zu töten. Ob nun 9/11 und seine Folgen, ob der Irakkrieg 2003 - alles amerikanische Kriege, in denen hunderttausende Iraki getötet wurden, die mit Amerika nicht das Geringste am Hut hatten (es gab keine Massenvernichtungswaffen), "um einer Judenverfolgung (durch Massenvernichtungswaffen) vorzubeugen". Wirklich? Was das nicht simples Benutzen für israelische Großmachts(t)räume?
Wem das nicht paßt? Der ist sicher ein Anti-Semit.
Was aber ist eine Bedrohung? Das könnte jeder und alles sein. Und das war vor allem der Vater in jeder Familie. Die Juden sehen sich sogar dazu in der Lage, dieses willkürliche Recht, jeden, den sie als Bedrohung sehen, zu töten. Denn sie haben die Medien in der Hand, mit denen sie das Narrativ bestimmen. 

Bestimmt haben. Diese Macht ist seit 2019 bedroht. Man sehe dazu das Pittsburgh Shooting, den Anschlag auf eine Synagoge in Pittsburgh. Diese Synagoge hatte zuvor bekanntgegeben, daß sie sich für Migranten einsetze, und dort namens des göttlichen Menschenrechts auch das Recht habe, das Gesetz zu brechen. Nun, wenn jemand verkündet, er dürfe das Gesetz brechen, dann provoziert er Reaktionen von Menschen, die namens des Rechts ebenso gegen dieses Recht verstoßen - und Synagogen überfallen, die das für sich beanspruchen. 

Und das tun auch Politiker wie Pete Buttigieg, die verkünden, daß sie mit ihrer Homosexualität gegen das moralische Gesetz verstoßen, weil sie kraft höherer Beauftragung (durch Gott) das Recht dazu haben. Was können solche Menschen noch einwerfen, wenn irgendein Attentäter auftritt, der Massenmord begeht, und sich dabei ebenfalls auf ihr Recht berufen, Ordnung zu schaffen? Denn das glauben solche Menschen tun zu können und sogar zu müssen.   

Das zeigt sich in Israel im Konflikt mit den Palästinensern, wir voriges Jahr. Wo die Palästinenser demonstrierten, und die Israeli Scharfschützen postierten, die jeden, auch Frauen und Kinder, erschossen. Mit welchem Recht? Mit dem Recht auf Selbstverteidigung, wie es hieß. (Übrigens: Die katholische Morallehre sagt, daß kein Gut durch ein Übel erreicht werden kann und darf. Keine in sich schlechte Tat kann ein Gut hervorbringen!)

Filme wie "Hunters" sind deshalb als Auswuchs eines schlechten Gewissens zu sehen. Wo Juden, die genau wissen, daß ihre Rechtfertigung nicht zulässig ist, das Gegenteil zu etablieren versuchen: Als das Recht des Einzelnen, das Gesetz seinem Gutdünken nach zu schaffen. Das ist der sicherste Weg zu Chaos und Unordnung, wenn Einzelne meinen, daß sie selbst die Quelle der Gerechtigkeit seien, auch wenn das dem Allgemeinbegriff von Recht widerspricht. 

Diesem Film ging bereits "München" von Stephen Spielberg voraus. Schon dort haben Juden die überlegene Moral, um außerhalb von jedem Gesetz und jedem Gerechtigkeitsverständnis das Böse aus der Welt zu schaffen. So wie in "München" verhalten sich Barbaren. Kein zivilisierter Mensch würde sich so verhalten. Mit solchen Filmen soll ein Bewußtsein geschaffen werden, daß Juden auch das Recht haben, sich unzivilisiert zu benehmen, wann und von wem immer sie sich bedroht fühlen.

"Hunters" hat ein seltsames Moment der Irrealität. Hat sich 1977 irgendein Amerikaner (wirklich) bedroht gefühlt, daß Nazis die USA übernehmen und ein Viertes Reich gründen könnten? Jones kann sich an nichts und niemanden erinnern, demgemäß diese Angst damals präsent gewesen ist. Wieder also: Wovon redet der Film? Und was soll im Jahre 2020 Nazis hervorbringen? Wer soll heute die Bedrohung sein? Nun - es ist der Antisemit! Die dereinst reale Bedrohung durch Nazis soll heute auf diejenigen übertragen werden, die Meinungen vertreten, die den Juden nicht passen, das ist der Hintergrund. Weil somit Juden nicht tun und lassen können, was ihnen paßt, und sich nicht jeder für sie instrumentalisieren läßt. 
Wer, bitte schön, will heute ernsthaft Juden töten? Was soll also in diesem Film für eine reale Bedrohung "aufgezeigt" werden?
Gar die Kirche? Die sagt etwas anderes. Die sagt "Sicut Iudaeus - non!" - Auch wenn es Juden sind ... denn zwar hat jeder Katholik Recht wie Pflicht, die Subversion seiner Kultur zu wehren, aber niemand hat das Recht, Juden ein Leid zuzufügen!

So daß es sich auf die Frage zuspitzt: Haben Juden das Recht, jemanden zu eliminieren, den sie als Antisemiten sehen oder empfinden? Diese Frage muß für Juden so existentiell sein, daß sie heute, im Jahre 2020, Filme machen, die diese Frage - und nur um sie geht es in "Hunter" - entscheiden sollen. Haben Juden das Recht, jemanden zu hassen? Die Antwort darauf frappiert: Ja, sie sehen es so. Haß ist für Juden eine Tugend, so sagt es der Talmud. Und das sagt der Film. Wer ist es also, der Haß verbreitet? Und mit solchen Filmen wird Mord aus diesem Grund sogar noch gerechtfertigt, ja es wird dazu aufgerufen. Wenn etwas also "hate speech" ist, dann sind es Filme wie "Hunters".

Und nicht nur das. Der Film ist eine direkte Aufforderung zur Gewalt jenen gegenüber, die ADL und andere "Gerechtigkeitsorganisationen" als Antisemiten kennzeichnen. Weil sie Meinungen vertreten, die Organisationen, die sich als Vertreter aller Juden gerieren, nicht in den Kram passen. Denn Antisemit ist keine objektive, abgrenzbare Kategorie, sie ist auch keinesfalls mit "Nazi" gleichzusetzen. Denn wer Nazi war, ist eindeutig identifizierbar - ein Mitglied der NSDAP. Was aber ist ein Antisemit?
"Hunters" behauptet deshalb, jeden töten zu können, "den man nicht mag". Denn es gibt keine objektiven Rechtskriterien, ja gar kein Recht, das außerhalb des subjektiven Empfindens steht.







*070420*

Montag, 21. Oktober 2019

100 Jahre Haß (8)

Teil 8)




Erneut wendet sich Shamir Foxman zu. Der in Europa (Polen) als Jude aufgewachsen ist und von da her eine gewisse leidvolle Geprägtheit hat. Nun begreift Shamir, daß die Gleichsetzung Anti-Semitismus und Anti-Israelismus für den Vorsitzenden der ADL nur Teil des Problems ist. Foxman fühlt die Problematik der Juden über die Geschichte, ihre Affinität für Geld, ihr schlechter Ruf als Kredithaie. Er fühlt sogar, daß da nicht alles richtig war. Und er hat die tiefsitzende Angst, daß man mit den Problemen - wie 1939ff. - nicht rechtzeitig fertig wird, wenn man sie nicht vorzeitig sieht. Er hat Angst, daß wieder ein Holocaust kommt, weil er meint, daß es damals wie zuvor immer nur um eines ging: Man wollte ans Geld der Juden. 

Finkelstein versteht das nicht. Wo, woran soll man heute einen Holocaust heraufziehen sehen? Das ist doch verrückt! Es gibt so viele Probleme auf der Welt. Und da soll er sich aufregen, wenn irgendein Pubertärer ein Hakenkreuz irgendwo an eine Wand malt? Dabei ist Finkelstein auf Druck der Israeli Lobby - die es also sehr wohl gibt - beziehungsweise des ADL von der Universität wegen seiner Ansichten entlassen worden. Er durfte nicht einmal mehr nach Israel einreisen, weil er als "Sicherheitsrisiko" eingestuft wurde. Jetzt erst sieht, riecht man es: Finkelsteins Existenz ist ruiniert.

Doch er steht mehr denn je zu seiner Sichtweise. Israel ist die älteste, noch aufrechte Okkupation der Gegenwart. Das bei jeder seiner Aggressionen den Holocaust als Entschuldigung vorschiebt. Jedes Land, das ein Territorium okkupiert, wird sofort weltweit geächtet. Bei Israel dagegen hört man nur Rechtfertigungen. Es ist eine Ironie der Geschichte, daß ausgerechnet Israel so viel Leid über seine Nachbarn und vor allem die Palästinenser gebracht hat, und das mit selbst erlittenem Leid rechtfertigt. Anstatt die Völker zu lehren, daß man aus Leiderfahrung lernen kann, daß man daran wachsen kann, macht Israel genau dasselbe, und führt als Entschuldigung das eigene Leid an. Es ist verhängnisvoll, daß Israels Politik von Kriegstreibern aus den Hamptons, aus Beverly Hills, New York oder Miami bestimmt wird.

Es könnte Israel nichts Besseres passieren, als sich von diesen Leuten zu trennen. (Auch vom ADL, der ebenfalls bereits Europa in seinen Klauen hat; Anm.) In der derzeitigen Situation kann man nicht einmal Mitleid mit den israelischen Opfern haben. Das wäre so, als würde man die Opfer Hitlers mit den Millionen toter Deutscher ausgleichen wollen. Israels Tote sind eine Folge seiner falschen Politik. Das einzige, was in Israels Politik konstant ist, ist, daß jeder, der einem nicht paßt, als "Nazi" beschimpft wird, auch Juden untereinander beschimpfen sich so. Mal ist es der, mal der, und am Schluß ist sowieso jeder ein Nazi, der eine andere Meinung hat als man selber. 

Den Schluß des Filmes bildet wieder eine Sequenz aus Auschwitz. Eine Offiziers-Abteilung der israelischen Armee stattet dem ehemaligen KZ einen Besuch ab. Erstmals passiert das in Koordination mit der ADL. Da stehen sie denn also, die Offiziere, mit Abraham Foxman, und bestätigen sich das Furchtbare. Der größte Friedhof aller Zeiten, sagen sie. Eineinhalb Millionen Juden, sagen sie. Auch der Security-Mann kommt noch einmal zu Wort. Ja, sie leben immer im Schatten des Todes. Und in Auschwitz herrschte jene Industrie des Todes. Die Deutschen haben damit begonnen, wir halten die Erinnerung daran aufrecht. Aber damit werden wir Juden, sagt er, nie ein normales Volk werden. Wegen des präsenten Todes, wegen der Erinnerung. Vielleicht aber, sagt der Security-Mann, übertreiben wir ein wenig. Denn so können wir nie ein normales Volk werden. Bis ihn ein israelischer Begleiter vertreibt. Er sitze an einem Platz, an dem zwanzig Juden getötet worden waren, er solle aufstehen, dort sitze man nicht. 

Später dieselben Jugendlichen in einer jüdischen Zeremonie. Sie zitieren Namen von getöteten Juden, erzählen in wenigen Sätzen deren Geschichte, schwören, sich immer an sie zu erinnern. Manche weinen, können es jetzt, in dieser tragischen Atmosphäre der fackelerleuchteten Nachtzeremonie. Sahen die Koffer, die Kinderschuhe, die Babykleidung, die Toilettartikel der getöteten KZ-Insassen. Umarmen sich schluchzend vor riesigen Installationen, die Leichenberge zeigen. Manche sind einem Nervenzusammenbruch nahe. Endlich können sie wie gesollt reagieren. Manche weinen, weil man ihnen gesagt hat, daß ihnen dasselbe blühe. Daß man ihnen ihre Haare nehmen werde, nur weil sie einer bestimmten Ethnie angehören. "Ich habe doch nichts getan," schluchzt eine. "Warum soll ich sterben?" 

Noch einmal Foxman. Es habe ihn mit Stolz, mit Hoffnung erfüllt, mit 150 israelischen Offizieren Hand in Hand durch diese Stätte des Grauens zu gehen. 

Die Schüler verlassen das Gelände. Ein Mädchen sagt, sie habe nun den Wunsch, alle, die das getan hätten, zu töten. Wen töten? Einfach alle. Alle? Alle Nazis. Alle Feinde, die uns das angetan haben. Aber die sind ja alle schon tot? Ja, aber ihre Nachfahren leben noch. Sie mögen anders sein, aber sie sind hier.

Yoav Shamir ist ein großartiger Film gelungen. Der beste, freimütigste Film, den der VdZ zu dem Thema je gesehen hat. Der das Gesamtproblem Israel - Juden - Anti-Semitismus tief durchdringen, und damit ordnen und erhellen kann. Lohnende eineinhalb Stunden. Wenn er eines gelernt habe, sagt Shamir ganz zum Schluß, dann das, daß uns der ständige Blick in die Vergangenheit zurückhält und blockiert. Vielleicht ist es an der Zeit, daß wir Israeli endlich in der Gegenwart leben und in die Zukunft blicken.








*260819*

Sonntag, 20. Oktober 2019

100 Jahre Haß (7)

Teil 7)



Dazu kommt die Behauptung, daß Juden Amerika gegenüber weniger loyal sind als Israel gegenüber. Das belegen angeblich auch die Untersuchungen der Professoren John Mearsheimer (Harvard) und Steve Walt (Chicago). Die in "The Israeli Lobby" behaupten, daß eine israelische Lobby die US-Außenpolitik in eine Richtung beeinflusse, die die Interessen Israels vor die Interessen Amerikas stelle. Die Aufgabe des ADL sei, jeden, der Israel kritisiere, als Anti-Semiten ins Weltall zu schießen.

Das sieht auch der Führer der israelischen Sozialisten, Uri Avnery, so. Der die Lobby in den Diensten der Ultrarechten in Israel sehen. Und deren Liebling derzeit Benjamin Netanyahu ist. Ob deshalb der Kampf der ADL wirklich Israel dient, darüber sei er sich heute gar nicht mehr so sicher. Es könnte sein, daß nicht diese Leute Israel, sondern Israel ihnen dient. Bestimmen die Israeli ihre Politik, oder diese Leute die Politik der Israeli? 

Denn der ADL geht es ja gar nicht um Anti-Semitismus. Es geht ihnen nur um Anti-Israelismus. Jede Kritik an Israel machen sie aber zu Anti-Semitismus. Den es in Amerika gar nicht gibt, das ist ein Mythos. Wenn es ihn gäbe, könnte diese Lobby nicht so arbeiten, wie sie es tut. Anti-Semitismus ist ein reines Produkt der israelischen Medien und existiert nur in den Köpfen einiger global einflußreicher Juden. Aber es gibt den behaupteten Anti-Semitismus gar nicht. 

Nie ist es den Juden in Amerika besser gegangen. Man kann im großen Ganzen sogar sagen, daß der Anti-Semitismus eine jüdische, eine israelische Erfindung ist. Jeder auf der Welt fürchtet sich davor, wegen seiner Geschichte (Holocaust). Aber in Amerika, wo es so viele mächtige, einflußreiche Juden gibt, fürchtet man sich da vor einem Gespenst, und sieht deshalb hinter jedem Baum einen Anti-Semiten. Es gibt Anti-Islamismus, Anti-Arabismus, Anti-Schwarzentum, Anti-irgendwas. Aber einen Anti-Semitismus muß man mit der Lupe suchen.  Aber es gibt solche Leute, die mit ihren Lupen wie Sherlock Holmes herumlaufen und Anti-Semitismus suchen.

Ein nächster Sprecher der ADL, Ariel Sullivan, ist mit einer seltsamen Tatsache konfrontiert. Denn die Zweiggruppe der ADL in Israel ist ... für einen Versöhnungskurs in der Region. Und setzt sich dafür ein, daß die Politik der Lobbygruppen in der Sache etwas normaler wird. Und er bezieht sich auf Mearsheimer Buch. 

Das den ADL in New York ziemlich aufgemischt hat. Foxman ist beim Kongress der ADL außer sich. Er kann es nicht fassen, daß ein respektabler Akademiker und Jude so etwas veröffentlicht. Noch nie gab es eine so heftige Diskussion, ob Anti-Semitismus und Anti-Zionismus wirklich dasselbe sind. Charles Jacobs erklärt den Harvard-Professor gar zum Feind der Juden. Als ein weiterer Sprecher am Kongress, der Soziologieprofessor David Hirsch, es dann auch noch wagt, die Frage zu stellen, ob Israel in der ständig weiter vorangetriebenen Siedlungspolitik in der West Bank und wegen seiner Politik im Problem Ghaza nicht eine falsche Politik betreibe, sodaß solch eine Besatzungspolitik den Haß auf Israel (und die Juden) befördere, wird er lächerlich gemacht. Als er gar zu sagen wagt, daß Palästina (sic!), von Netanyahu als "Anti-Nation" bezeichnet, die einzige Nation im Vorderen Orient ist, der das Existenzrecht abgesprochen wird - von Israel - meint eine der Sprecherinnen, so etwas könne wohl bestenfalls ironisch gemeint sein. Aber Hirsch verteidigt sich: Anti-Semitismus und Anti-Zionismus sind zwei verschiedene Paar Schuh. 

Was Shamir am Kongress der ADL aber klar wird, ist, daß jeder, der nicht die pro-israelische Linie der ADL verfolgt, zum Schweigen gebracht wird. Er geht sogar so weit zu sagen, daß nur in einer Unterscheidung von Anti-Semitismus und Anti-Zionismus, in einer differenzierten Kritikmöglichkeit an der israelischen Politik, Hoffnung liege, daß es irgendwann im Nahen Osten doch noch Frieden geben könne. Wenn alle Kritik an Israel mit dem Mantel eines metaphysischen, ewigen Anti-Semitismus verhüllt wird, wie soll es dann jemals Frieden geben? Dann ist der Konflikt ja schon aus sich heraus ewig. 

Einmal noch geht Shamir zu Mearsheimer, dem Verfasser von "The Israeli Lobby". Ob er wirklich der Anti-Semit in Gestalt ist, der nicht kapiert, daß Anti-Semitismus sich im Anti-Israelismus (Anti-Zionismus) nur seine Maske sucht.  Der bestätigt: Er war nicht einen Moment antisemitisch. Nie. Und er ist auch nicht Anti-Israeli. Er sieht sogar die Politik der Israeli Lobby als schädlich für Israel, nicht nur für die USA. Daran ist nichts Anti-Semitisches. Wobei es ja eigentlich unmöglich ist zu "beweisen", daß man kein Anti-Semit ist.


Morgen Teil 8)





*260819*

Samstag, 19. Oktober 2019

100 Jahre Haß (6)

Teil 6)




Zurück nach Babyn Jar in der Ukraine. Wo am 21. September 1941 in einer Massenexekution 33.771 Juden in nur zwei Tagen ermordet worden waren. Auch Abraham Foxman vom ADL ist dabei. Die verstörendsten Momente aber sind, als Shamir das Gespräch der ADL-Verantwortlichen mit Mitreisenden aufgenommen hat. Das Erschreckende an Babyn Jar, sagt die Frau, sei, daß so etwas heute jederzeit wieder passieren könnte. Das sagt sie wirklich. Vielleicht mit Schwulen. Ihr Mann bestätigt. Deshalb sei es so wichtig, sagt er, Israel zu unterstützen. Die Juden, das meint er wohl, denn der Gedanke ist nicht so einfach nachzuvollziehen, seien der Prototyp jeder Minderheit, egal welcher Art, die gehaßt und verfolgt würde, weil sie der gesellschaftlichen Norm nicht entspräche, und nicht entsprechen könne. Kraft göttlichen Willens, möchte man (nicht ohne Sarkasmus) hinzufügen. Das verunsichert und erzürnt die Mehrheit, die auf Gott wütend sind, aber die Juden (und Schwulen etc.) und deren Glück aus Neid erschlagen wollen. 

Ohne Israel kann es keine Sicherheit für Juden auf der Welt geben. Die Liebe zu Israel ist wie die Liebe zu einem (eigenen) Kind. Nicht ganz so stark wie die zum Ehemann, aber sehr stark. (Wer Juden kennt weiß freilich, daß das eher eine Verlegenheitsaussage gewesen sein muß. Denn die Rolle der Mutter, die Bedeutung der Kinder steht im Judentum äußerst hoch. So hoch, daß als "Jude" nur gesehen wird, wer über die mütterliche - nicht über die väterliche! - Linie ethnische Abstammung nachweisen kann.) Israel ist für die Juden auf der Welt wie eine Versicherung, ein sicherer Ort, an den sie jederzeit zurückkehren können und sicher sind.

Weiter geht es im Film, als Begleitung mit der Gruppe israelischer Jugendlicher, die nach Auschwitz nun Majdanek und Lublin ansteuern. Während sie Chips fressen, wie Jugendliche es eben machen, werden sie mit ernsten Security-Worten und Schreckensfilmen über Majdanek beschüttet. In Majdanek angekommen, hören sie die Gruselgeschichten über Lagerkommandantinnen mit eisenbestückten Geiseln. Dann stehen sie in den halbdunklen Duschräumen, über deren Düsen das giftige Gas gekommen sei. Der Rest von KZ-Häftlingen starb an der unmenschlichen Behandlung. Die Jugendlichen könne mit alledem wenig anfangen. Es wird ihnen sichtlich einfach schon zu viel. Sie fühlen sich deshalb auch schuldig, weil sie die von den Begleitpersonen geforderten Emotionen nicht liefern können. Denn sie sollten das alles sehr sehr ernst und schwer nehmen. Aber sie sehen, sagt eine, täglich viel mehr Schrecken, im Fernsehen, wenn ein arabisches Haus bombardiert wurde oder so. Was soll's, die haben noch viele Häuser.

Szenenwechsel. DePaul University in Chicago. Die ein Buch mit dem Titel "Die Holocaust-Industrie" herausgegeben hat. Worin behauptet wird, daß Teile des jüdischen Establishments auf zynische Weise politischen Nutzen aus dem Holocaust ziehen. Geschrieben hat es Norman Finkelstein, selber ein Jude. Der doch glatt behauptet, daß, um die eigenen Verbrechen an den Palästinensern zu vertuschen, Israel sich so stark auf den Anti-Semitismus konzentriert habe. Damit wäre der Haß auf Israel auf irrationale, psychologische Motive verschoben, der sich nur daraus nähre, daß Juden eben Juden seien. Aber das stimmt gar nicht. 

Der Haß auf Juden kommt daher, daß der Staat, der vorgibt, alle Juden zu repräsentieren, sich in brutale Gewalt verwickelt hat. Es mag schon stimmen, sicher sogar, daß die meisten Menschen den Juden mit einem eigenartigen Gefühl begegnen. Das hat nicht zuletzt damit zu tun, daß die Juden die erfolgreichste, reichste gesellschaftliche Gruppe in den USA sind. Wenn man das erreicht hat, bekommt man die Welt auf einem Tablett serviert. Aber anstatt das zu sehen, sitzen die Juden herum und diskutieren über irrationalen Anti-Semitismus. Das hat etwas, für das man sich schämen sollte. 

Finkelstein hat für seine Theorien schwere Kritik einstecken müssen, von Juden selbst. Er wurde Holocaust-Leugner genannt, ein Jude mit Selbsthaß, und außerdem ein Idiot. Dabei waren seine eigenen Eltern im KZ. Wie sollte er also ein Holocaust-Leugner sein? Es gibt bereits 10.000 Webseiten, die das von ihm behaupten. 

Foxman wehrt sich vehement dagegen, daß behauptet wird, Israels Politik sei der Grund für den "neuen Anti-Semitismus", von dem geredet wird. Das käme von selbstunsicheren Juden. Es ist umgekehrt, sagt er. Man benützt Israel als Rationalisierung der antisemitischen Gefühle, so werde ein Schuh draus. Weil im Großteil der Welt Anti-Semitismus nicht akzeptiert wird, sucht man diese Ausrede dafür, die Gefühle zu rechtfertigen. Das belege die Tatsache, daß jedesmal, wenn ein Konflikt im Nahen Osten ausbreche, in den Israel involviert ist, der Anti-Semitismus meßbar in die Höhe schießt. Denn nun darf er sich - kostümiert - äußern. Der heutige, der "neue" Anti-Semitismus tarnt sich also als anti-israelische Haltung.

Morgen Teil 7)






*260819*

Freitag, 18. Oktober 2019

100 Jahre Haß (5)

Teil 5)



Das macht es auch völlig logisch, daß die nächste Station der Weltreise Foxmans Kiew und die Ukraine ist. Denn die Ukraine will sich aus Rußlands Armen befreien, und braucht dazu den Westen und die USA. Also läßt auch sie sich auf Anti-Semitismus einschwören, als vermeintliche Eintrittskarte in Washingtons Strategieüberlegungen. Der Preis sind einige ukrainische Aktionen gegen Anti-Semitismus in der Ukraine. Und die außenpolitische Unterstützung Israels. Das geht sogar so weit, daß sich Juschtschenko ermahnen läßt, hinkünftig zu unterlassen, den Holodomor (den Hungertod von rund fünf, vermutlich sogar acht Millionen Ukrainern unter Stalin) der 1920er Jahre mit dem Holocaust zu vergleichen. Der natürlich schlimmer, eben einzigartig in der Geschichte war. Und der ukrainische Ministerpräsident nickt tatsächlich dazu, läßt sich von ADL-Foxman wie einen Schulbuben belehren, und unter Druck setzen. Ja, sagt er, er wird den Holodomor nicht mehr als Genozid bezeichnen, und ihn nicht mehr mit dem Holocaust vergleichen.

Eine ADL-Vertreterin bestätigt nach dem sehenswerten Treffen wörtlich die Notwendigkeit, auf der "Schuldseite zu spielen". Deshalb darf nichts die Opferrolle der Juden schmälern. Die Schuld der Väter darf um nichts verringert werden. Und die Söhne müssen dafür die Verantwortung übernehmen.

Aber Shamir möchte sich mit dem gegenwärtigen, nicht mit ehemaligem Anti-Semitismus befassen. Also wendet er sich Moskau zu. Wo ein Attentäter in eine Synagoge eingedrungen war, und dort etliche Männer niedergestochen hatte. Der Vorfall war zur Gänze auf den Überwachungskameras aufgezeichnet worden. Also hat der Filmemacher sich mit den Mitgliedern der dortigen Synagoge unterhalten. Ob die sich nun unsicher fühlten? Und da wird es heftig.

Denn die Leute dort sagen, daß es in Moskau überhaupt keinen Antisemitismus gibt! Vielmehr, sagt einer, ist Anti-Semitismus eine bequeme Ausrede für Leute, die keine Karriere machen, weil sie faul und unfähig sind. Also rast Shamir sofort nach Kiew, um den ukrainischen Rabbi zu fragen. Der sagt im Grunde dasselbe. 

Und macht die interessante Feststellung, daß ihm auffällt, daß säkulare, unreligiöse Juden sich um Anti-Semitismus viel mehr sorgen als religiöse Juden. Für einen orthodoxen Juden steht Anti-Semitismus gar nicht am Speiseplan. Jude zu sein bedeutet ihnen ganz einfach, Judaismus zu praktizieren, der Rest kümmert sie nicht. Sie sind durch die Praxis Juden, basta. 

Aber jüdische Gemeinden in der ganzen Welt, die nicht religiös sind, haben im Anti-Semitismus "ihr Ding" gefunden. Endlich haben sie etwas, das ihnen Identität gibt.  Und prompt bestätigt das die ADL-Sprecherin, auf Punkt und Beistrich. Die Geschichte mit dem ADL und dem Anti-Semitismus gibt Identität, denn das tut die Religion für nicht orthodoxe Juden nicht.

Nun wird der Film immer verständlicher, sein Aufbau erklärt sich. Da war erst die Indoktrinierung der Jugend, die Zeitungen, die damit Geld verdienen, und schließlich das Büro der größten jüdischen Vereinigung gegen Anti-Semitismus, der ADL ... und dem steht die nackte Realität gegenüber, die ziemlich anders ist. 

Was ergibt sich daraus? Überall Anti-Semitismus zu sehen ist Teil der jüdischen Identität. Das sagt der Israeli Yoav Shamir in seinem ausgezeichneten Film "Defamation". Anti-Semitismus ist aber nicht real. Ja, es gibt ihn gar nicht. Zumindest nicht in der kolportierten Form. Höchstens als normale, verständliche Reaktion auf menschliche Verhaltens- und Mißverhaltensweisen gegenüber einzelnen Juden oder Gemeinschaften. 

Um das sagen zu können, werte Herrschaften, muß man wohl Jude sein. Dafür käme unsereins nämlich in den Karzer, ja vielleicht sogar würde er geköpft. Wegen Anti-Semitismus, dieses pöhse pöhse Haßverbrechen.


Morgen Teil 6)




*260819*

Donnerstag, 17. Oktober 2019

100 Jahre Haß (4)

Teil 4)



Dabei beläßt es Shamir vorerst. Und berichtet, daß ihn der Vorsitzende der ADL (Anti Defamation League) Abraham Foxman auf seine Reisen mitgenommen hat. Jedes Jahr besucht Foxman Staatsmänner und Politiker, veranstaltet Empfänge und pflegt Kontakte. Weltweit sucht er einflußreiche Leute, die ihm helfen können, gegen Anti-Semitismus zu kämpfen. Das geht bis zum Heiligen Vater in Rom. Sogar Gianfranco Fini (Lega Nord) ist einmal Gast. Überall wird natürlich mit fettem Polizeischutz hingefahren, um auch dem letzten Schusterbuben klar zu machen, wie heikel die Mission eines Mannes ist, der überall mit dem Tod bedroht wird, weil er Jude ist. Und natürlich, wie wichtig Foxman ist.

Apropos Auto. Dort läuft ein interessantes Gespräch mit Foxman ab. Als er auf die Frage, warum all die Staatsmänner und Politiker das täten, antwortet, daß sie es aus ihrer eigenen Wahrnehmung des Anti-Semitismus als Problem täten. Und weil sie die Geschichte glauben, daß Juden so mächtig sind. Das sind sie nicht, sagt er. Sie sind nicht so mächtig, wie die Feinde der Juden annehmen, wenn auch nicht so ohnmächtig, wie Juden selbst sich einschätzen. Irgendwo dazwischen, sagt er. Die Politiker der Welt glauben, daß die Juden großen Einfluß auf Washington haben.  

Wie also soll man die Verschwörungstheorien über Juden und ihre Macht bekämpfen, ohne sie nicht gleichzeitig als Jude zu benützen? Wenn es zu einer UNO-Generalversammlung kommt, trifft der ADL sich mit vierzig Staatsoberhäuptern, die Kontakt suchen. Warum wohl?

Es ist wie ein groteskes Spiel, sagt Yoav Shamir. Foxman arbeitet mit dem Bluff, daß alle an einen Einfluß in Washington glauben, den er gar nicht hat - und bekommt ihn dadurch tatsächlich!*

Genau dieser Glaube an die Macht der Juden aber ist es, der oft tatsächlich Neid und sogar Haß auf sie nährt. Salopp formuliert: Juden sind einfach oft ziemlich geschickt, gerade in solchen Dingen, die der Rhetorik eher zuzurechnen sind als realer "Macht". Die Juden haben sich seit je, weil sie seit der Zerstreuung (ab 70 n. Chr.) überall und immer eine Minderheit waren, als Strategie auf die Beeinflussung der öffentlichen Meinung konzentriert. Die Angst des Feindes, der glaubt, ein Millionenheer vor sich zu haben, ist in einem Krieg oft viel bedeutsamer als die wirkliche Heeresstärke Israels. Das vor allem hat sie zu den Medienmagnaten gemacht, die sie heute sind.**

Foxman hat eine enge Beziehung zur israelischen Regierung. Denn der ist Anti-Semitismus als taktisches Moment immer eine sehr wichtige Angelegenheit gewesen. Deshalb ist es der israelischen Regierung auch gar nicht so recht, wenn es da heißt, daß der Anti-Semitismus in Amerika gar nicht so schlimm sei. Und Foxmans ADL liefert laufend den äußerst nützlichen "Beweis", daß es viel schlimmer ist. 

Die Amerikaner (und das gilt für die Europäer nicht weniger) müssen felsenfest von der Bedeutung des Anti-Semitismus (in seinem Endergebnis, dem Holocaust) überzeugt sein! Und die Politiker nicht weniger. Nur so ist es möglich, daß Amerika seit Jahrzehnten eine Außenpolitik macht, die im Grunde nur israelischen Interessen dient. Und wenn die Amerikaner diese Überzeugung verlieren, dann muß man darauf hinarbeiten ihnen zu verbieten, sie zu gewichten, weil sie so einfach nicht mehr denken oder gar sprechen dürfen. Was ist daran unlogisch, was ist daran nicht fast "genial"? Deshalb ist das ADL für Israel von so immenser Bedeutung. Weltweit.


Morgen Teil 5)


*Das bestätigt die Sicht des VdZ, der seit je geglaubt hat, daß niemand an der Verbreitung und Glaubwürdigmachung von Verschwörungstheorien mehr interessiert ist, als die "Verschwörer" selbst. Die ihre Macht in allererster Linie nur aus diesen Verschwörungstheorien beziehen, die sie mit einer Macht sehen, die sie gar nie hatten. Aber ausgestattet mit dem Mythos, halten sie fortan alle für mächtig. Und plötzlich sind sie tatsächlich mächtig weil einflußreich. Das betrifft in den Augen des VdZ sogar sagenumwobene Häuser wie Rothschild. Wäre der VdZ ein Rothschild, würde er sofort ein Buch in die Welt schieben, das den Mythos der Macht sogar auf den Mars ausdehnt und zu einer Weltsage macht, mit der höchstens noch die Bibel mitkann.


**Bitte, was ist Hollywood anderes gewesen? Am Anfang doch alles andere als eine mächtige Filmproduktion, darum ging es gar nicht. Die Juden, die Hollywood geschaffen haben, haben sich von Anfang an auf den Nimbus konzentriert. Auf den Status, auf den Ruf in der Bevölkerung. Also war das erste, was sie geschaffen haben ... der Oscar. Die Ehrung. Das Merkmal von Ruhm, Ansehen und Qualität. SO haben sie die Filmwirtschaft in die Hand bekommen. Sie haben bestimmt, wer "berühmt" wird, und wer nicht. Hollywood wurde groß und mächtig, weil es eine eigene Welt der Hierarchie geschaffen hat, nicht, weil es so gute Filme produzierte. 

Die Kunst, gute Filme zu machen, konnten sie dann aber jederzeit zukaufen. Denn alle, und auch alle Christen, kamen gerne - um berühmt zu werden. Insofern ist es sehr jüdisch, immer gewesen, Macht über die Nützung der Schwächen der Menschen aufzubauen. Alkohol, Drogen, Pornographie, Ruhmsucht ... die Rolle der Juden in diesen Bereichen ist immens.




*260819*

Mittwoch, 16. Oktober 2019

100 Jahre Haß (3)

Teil 3)




Der israelische Filmemacher unterbricht seine Polenreise. Denn endlich scheint es in Brooklyn einen Fall gegeben zu haben, der für einen Film über den angeblich weltweit real existierenden Anti-Semitismus tauglich ist. Ein Schulbus, voll mit jüdischen Kindern, war mit Steinen beworfen worden. Ein Stein war gegen ein Fenster gekracht, hatte das Glas durchschlagen, und ein Kind so erschrocken, daß es von der Sitzbank gefallen war. Ein zweiter Stein hatte ein Fenster zerbrochen und Scherben waren gegen ein Kind gefallen. Eine Mutter hatte den Vorfall beobachtet, den auch der Buschauffeur bestätigt. Die Täter waren schwarze Kinder im Alter von acht bis zehn Jahren, von denen vier bereits verhaftet sind. Ein jüdischer Reporter bestätigt daraufhin, daß Juden in Brooklyn leichte Opfer seien. Angriffe auf Juden seien häufig, sie würden als leichte Opfer wahrgenommen.

Als Shamir daraufhin mit Schwarzen im Viertel redet, sagen die aber, daß das lächerlich sei. Wodurch sollte außerdem ein Angreifer wissen, wer ein Jude ist oder wer nicht? Ihnen selber sind die Juden egal. Aber was sie freilich feststellen ist, daß Juden von der Polizei und von den Gerichten viel besser behandelt werden und sich prinzipiell als Opfer sehen. Während man mit Schwarzen nicht gerade zimperlich umgeht, Richter sie viel schwerer bestrafen und beobachten, und die Behörde sie prinzipiell als Täter einstuft. Wenn es also zu einem Streit, einer Auseinandersetzung kommt, an der ein Schwarzer und ein Jude beteiligt sind, kann man sich ausrechnen, wer wie gesehen wird. Juden sind eben heiliger als Schwarze.

Eine Frau macht sich dann Luft, und sie sieht keineswegs haßerfüllt aus, eher nüchtern. Juden halten sich eben immer für die Auserwählten. Sie haben überall Vorteile, werden überall bevorzugt. Die kennen das System sehr gut, sagt sie, die wissen, wie sie es sich richten können. Endlich. Anti-Semitismus, als ein Schwarzer sagt, daß die Juden auch die Medien in der Tasche haben. Und - jetzt kommt's, endlich - man kann die Strategie, die Welt zu übernehmen, ja in den "Protokollen der Weisen von Zion" nachlesen. Genau so agieren Juden. Die Schwarzen glauben tatsächlich, daß die Juden eine große Verschwörung zur Dominierung der Welt inszeniert haben. Shamir schießt sie diesbezüglich an: Es ist doch Schwachsinn, so eine Verschwörung zu glauben, wo alte Männer beisammen sitzen und beraten, wie sie die Welt dominieren sollen. Wo soll es die geben? Ha, sagt ein Schwarzer, noch nie was von der UNO gehört? Sitzen da nicht alte Männer beisammen mit dem Ziel, die Welt zu regieren? Was ist daran Schwachsinn?

Das Gespräch (um Minute 28) wird immer interessanter. Shamir sagt was dran ist, daß Juden ausgeschlossen werden? Es ist genau umgekehrt, sagt der erstaunlich vernünftig argumentierende Schwarze. Es sind die Juden, die unter sich bleiben! Sie grenzen sich von uns ab, sagt er. Wir, sagt er, haben überhaupt kein Problem mit Juden, warum auch. 

Und ein Rabbi, den Shamir nun kontaktiert, ist fast derselben Meinung. Er sagt, daß er nicht einmal im Fall des Schulbus-Angriffs glaubt, daß das etwas mit Anti-Semitismus zu tun habe. Aber jedes Verbrechen, jeder Angriff, wie er eben überall stattfindet, wird, wenn er einen Juden betrifft, als Anti-Semitismus angesehen. Und wenn eine alte Frau ihrer Handtasche beraubt wird, weil sie einfach ein "leichtes Opfer" ist, hat das nichts mit Anti-Semitismus zu tun, nur weil sie Jüdin war. 

Die Juden sind zu weit gegangen, sagt dieser Rabbi um Minute 31, der nebenbei ein angesehener Aktivist in Menschenrechtsvereinigungen ist. Viele der angeblichen antisemitischen Vorfälle, über die der ADL berichtet, werden von orthodoxen Juden gemeldet. Die von dieser Opferrolle am meisten profitieren. Ja der Rabbi versteigt sich sogar zu der Äußerung, daß er den Verdacht habe, daß es überhaupt eine Reihe von Leuten gebe, die mit solchen "Vorfällen" ihr Geld machten. Auch der ADL lebt von Anti-Semitismus. Also sieht er ihn überall. Aber er interpretiert ihn nur hinein. Wenn ein Journalist über Anti-Semitismus berichten soll, nur darauf abgestellt ist, dann wird er ihn finden! Und wenn er ihn erfindet. Die ADL, sagt der Rabbi, hat seiner Ansicht nach in vielen Fällen dazu beigetragen, Dinge aufzublasen und schlimmer zu machen, als zu helfen.


Morgen Teil 4)






*260819*

Dienstag, 15. Oktober 2019

100 Jahre Haß (2)

Teil 2)



So erfolgreich war bislang die ADL-Strategie, daß Abraham Foxman, der heutige Vorsitzende des ADL, bereits öffentlich gefordert hat, daß nicht nur in den USA, sondern über die UNO weltweit Anti-Semitismus als "Verbrechen" eingestuft wird. Das bedeutet nicht weniger, als daß sich eine Religionsgemeinschaft sakrosankt, ja unsichtbar stellen würde, und jede Kritik an ihr bei Strafe untersagt wäre. Keine Religionsgemeinschaft der Welt hat ohnehin jetzt schon eine vergleichbare Sonderstellung. Dann wäre sie definitiv. Ohnehin gibt es Schritte zu so einer Unterbindung von Kritik bereits in vielen Staaten. Auch in unseren Ländern sind bestimmte Meinungen Juden und ihre Geschichte betreffend bereits bei Strafe verboten.

Ausgangspunkt des Films war, daß Shamir selbst, wie er gleich zu Beginn sagt, noch nie mit Anti-Semitismus konfrontiert worden war. Dennoch hatte er festgestellt, daß dieser Begriff allgegenwärtig ist, quasi die Luft ausfüllt, die wir atmen. Weil Foxman die Idee gefiel, daß ein Israeli einen Film über Anti-Semitismus macht, hatte Shamir noch nie dagewesenen Zugang zu den Räumen und Archiven der ADL.

Wer den Film ansieht wird vielleicht überrascht sein. Denn Juden sehen einander durchaus mit sehr kritischem Blick. Und erkennen sehr wohl Eigenarten des Judentums, die nicht gerade schmeichelhaft sind. Höre man allein der Mutter des Filmemachers zu! Wenn uns - dem VdZ oder Ihnen, werter Leser - solche Worte über die Lippen kämen, könnten wir sicher sein, schwerste Probleme mit Anti-Semitismus-Vorwürfen (wenn nicht mehr) zu bekommen. Dabei sieht sich diese Frau, deren Eltern bereits im 19. Jahrhundert aus Rußland eingewandert und echte Zionisten sind, als "echte Jüdin", während die, die sie kritisiert es nicht sind.

Aber das ist nur der Anfang der überraschenden, dabei sehr klaren Sichten, die der israelische Filmemacher mit "Defamation" bietet, in dem er dem Anti-Semitismus auf der Welt nachgeht.

Der erst einmal in Israel anfängt und über die dortigen Zustände berichtet. Denn die heutige israelische Jugend wird systematisch auf den Kernsatz "Nicht vergeben, nicht vergessen!" auf eine Welt eingeschworen, die Juden generell haßt. Wobei man es mit der Korrektheit der Information nicht immer so genau nimmt. Denn Zionismus ist keineswegs ein Ergebnis des Holocaust, er ist eine jahrhunderte Jahre alte Geisteshaltung. Auch könnte man diskutieren (wäre es nicht ungustiös), ob die Shoah (Holocaust) wirklich der größte Genozid der Geschichte war. Die Vernichtung (denn eine solche war es) von fünf Millionen Iren durch die Briten Mitte des 19. Jahrhunderts sei nur als ein relativierendes Beispiel angeführt. Anti-Katholizismus war historisch eine keineswegs nebensächliche Haltung, und sie ist es bis zum heutigen Tag nicht, im Gegenteil: Er treibt die gegenwärtige Welt in nie gesehenem Ausmaß, und in ihm entscheidet sich deren Schicksal.

Aber so senkt sich eine Saat des Hasses bereits früh in jedes jüdische Herz. Auch durch die vermittelte Haltung, ihr Verhalten sei im Grunde sakrosankt. Denn der Haß, dem sie weltweit begegne, habe allein mit Anti-Semitismus zu tun, indem die Welt ihren Neid, ihre Eifersucht gegen das auserwählte Volk auslebt. In dieser Haltung wird aber vor allem eines gestärkt: Der Zionismus, der zur existentiellen, jüdischen Einstellung werden soll, ja muß, um diesem Haß zu begegnen, dessen endgültiger Beweis der hitleristische Holocaust ist. Denn die ganze Welt ist anti-semitisch, die einen lauter, die anderen leiser. Deshalb muß jeder Israeli bereit sein, in der Armee zu dienen, um die Existenz Israels mit der Waffe in der Hand inmitten einer feindlichen Welt zu behaupten.

Wie kommen solche Meinungen zustande? Shamir geht in Zeitungsredaktionen. Es wundert nicht, wenn er dort feststellt, daß sich die alten Journalisten in demselben Haß präsentieren, während die im Film gezeigten jungen Zeitungsredakteure sich freuen, wenn sie Meldungen lancieren können, daß der Anti-Semitismus hier oder dort "gestiegen" ist. Das erhöht die Auflage, sagen sie. Auf die Frage, woher solche Daten und Aussagen denn kämen, wird es interessant: Sie kommen vom ADL. 

Also ist Shamir ins New Yorker ADL-Büro geflogen um zu recherchieren, wie die ADL Anti-Semitismus bekämpft. Dort stellt er erst einmal fest, daß dort mit sehr wenig Personal sehr viel verarbeitet werden soll. Die durchschnittliche Zahl antisemitischer Vorfälle in den USA beläuft sich auf 1.500. Denen allen nachzugehen ist mit diesem wenigen Personal unmöglich. Also verläßt man sich auf subjektive Einschätzungen. Welcher Natur sind nun diese Meldungen von Anti-Semitismus? Shamir möchte gerne einmal so einem Fall nachgehen. Was wird also so gemeldet? Nun - da hat jemand auf seiner Webseite etwas (angeblich) Anti-Semitisches geschrieben, jemand hat sich über Schwierigkeiten in der Schule beschwert, die er als antisemitisch motiviert sieht, aber etwas richtig Anti-Semitisches der letzten beiden Wochen läßt sich im ADL-Büro nicht auftreiben.

Endlich findet der Direktor einen etwas länger zurückliegenden Fall. Eine Frau hat bei einem jüdischen Begräbnis einen Polizisten gehört, der die Veranstaltung bewachte, als er in sein Handy bei einem Telephonat etwas Negatives gesprochen hat. Das hat sie so aufgeregt, daß sie es gemeldet hat. Was hat er gesagt? Ganz laut sei zu hören gewesen: "I am just finishing this jewish shit." Dazu muß man wissen: Die Amerikaner, speziell aber die New Yorker, gebrauchen Fäkalworte sehr häufig, wie man überall hört. Und wir wissen sogar aus eigener Erfahrung, daß wir rasch mal "Scheiße" sagen, sogar ohne es abwertend zu meinen, einfach der saloppen Konversation wegen. Jedenfalls, der Polizist hat sich, darauf von der ADL angesprochen, telephonisch bei der Frau entschuldigt. Die Sache war damit erledigt.

Weil sich kein so richtiger Fall finden läßt, flog Shamir nach Polen. Wohin ja jedes Jahr 30.000 israelische Jugendliche gekarrt werden, um in Auschwitz den Holocaust zu ventilieren. Dort sieht er, wie diese Kinder gleich mal in Rollenspiele eingeteilt werden, in denen jeder erleben darf, wie es so ist, wenn man von Nazis als Jude verfolgt wird. Nachdem ihnen der Security Guard erklärt hat, wie sie sich bei antisemitischen Terroranschlägen verhalten müssen. Um dann Anti-Semitismus hautnah zu erleben, als sie alte Polen (typisch jugendlich-respektlos) frech anreden, und die sie in die Schranken weisen. Da hatten sie ihren Beweis der Aussage der Security: Es könne jederzeit passieren, daß sie jemand angreife, denn sie seien ja Juden. Aber er werde sie beschützen. Und tatsächlich erzählen die nämlichen Mädchen in die Kamera, daß sie antisemitisch beschimpft worden wären. Was nachprüfbar nicht stimmte. 

Die Stimmung unter den Jugendlichen ist seltsam hysterisch, daß sogar der Nachtportier, als er kommt, um die tobenden Jugendlichen zur Ruhe aufzufordern, zu Reflexionen über den angeblich in Polen so virulenten Neo-Nazismus anzuregen. Allen Ernstes glauben die jungen Israeli, daß jederzeit Neo-Nazis das Hotel, in dem sie untergebracht sind, angreifen könnten. Wie ihnen eben erklärt wurde: Sie befänden sich in einem weiteren judenfeindlichen Land, in Polen. Der Security-Mann habe ihnen erzählt, daß erst vor einigen Wochen Neo-Nazis mit Steinen in ihren Fäusten durchs Hotel auf der Suche nach Juden durchs Hotel gestreift seien. Auch das ist schlicht erfunden, aber die Jugendlichen, das wird immer klarer, wachsen in eine Atmosphäre hinein, in der die ganze Welt gegen sie ist und ihnen nach dem Leben trachtet. Sogar der normale polnische Soldat, den sie am Flughafen sahen, ging nun plötzlich "wie ein Nazi". Und der Kontrolleur am Paßschalter "blickte wie ein SS-Offizier."

Hier zeigt sich die filmerische Qualität von "Defamation" am überzeugendsten. Denn Shamir schafft es, ohne es expressis verbis zu erwähnen, klarzumachen, daß sich rund um Anti-Semitismus und der Rolle des Holocaust darin (als zwangsläufiger Endpunkt des Anti-Semitismus) eine regelrechte Hysterie-Kammer aufgebaut hat. In die Generation um Generation hineingetrieben wird. Was eine fatale Fehlleitung in der Wirklichkeitsrezeption nach sich zieht. Der Anti-Semitismus in Israel wird so zur Obsession, zur Neurose, die zwangs-implementiert wird. Und die ADL spielt darin eine schreckliche und wichtige Rolle.
 

Morgen Teil 3)





Montag, 14. Oktober 2019

100 Jahre Haß (1)

Sie hat ein dichtes Netzwerk von Agenten und Büros in den USA, und man kann davon ausgehen, auch in der ganzen, vor allem in der westlichen Welt. Sie sammelt dort Informationen über Menschen, und nicht selten auf illegale Weise, nicht selten durch Bestechung von Polizeiverantwortlichen und Geheimdienstmitarbeitern. Sie arbeiten selbst eng mit israelischen Geheimdiensten zusammen. Ihr Ziel ist, durch diese Informationen an Material zu gelangen, um Menschen bei Bedarf zu diskreditieren und ihren Ruf zu ruinieren, zu verleumden, und ihre Existenz zu vernichten. Dazu haben sie ein Spionagenetz aufgebaut, das in seinen Methoden nicht gerade zimperlich ist, und jede Form von Informationsbeschaffung benutzt, die ausdenkbar ist.

Die Rede ist von der ADL, der amerikanischen Anti-Defamation League, einer jüdischen Einrichtung, die von Juden selbst als die bestfinanzierteste Einrichtung dieser Art auf der Welt bezeichnet wird. Offiziell ist ihr Budget über siebzig Millionen Dollar jährlich, die über "Spenden" und "Zuwendungen" aufgetrieben werden. Und über Ableger und zahllose Sub-Organisationen - meist unter anderem Namen - ihre Ziele längst global verfolgt. Alleine in den USA unterhält sie 27 offizielle Büros, die, wie es einer ihrer leitenden Mitarbeiter nennt, "die Ohren auf den Schienen" haben. Und der die ADL als vermutlich weltweit größte Einrichtung bezeichnet, sie sich mit Anti-Semitismus und dessen Bekämpfung beschäftigt.

Sie hat dafür vor allem neue Verbrechen definiert, die sich nicht mehr auf Verstöße gegen geltendes Strafrecht beschränken, sondern mit "Rassismus", "Haßrede" (hate speech), "Homophobie", "Rechtsradikalismus" oder "Nazi"-Vorwürfen, "Diskriminierungsverstößen (aller Art" und vor allem über "Anti-Semitismus" ein ganzes Reservoire an Waffen bereitgelegt hat. Scharf gemacht durch die bekannte Nähe zu Massenmedien einerseits, eine perfekte Public Relation anderseits, sodaß jeder, der ihnen nicht paßt, jeder der Juden oder Israel auch nur kritisiert, fertig gemacht werden kann. Unverkennbar dabei ist die Anti-Christliche, vor allem aber Anti-Katholische Haltung, die die Aktivitäten prägt. Und sich mit den Anti-Terror-Aktivitäten, die nach 9/11 die Welt mit Verbindungen mit nie gesehener "geheimer", aber offiziell initiierter Untergrundaktivität ausstattete, die von keinem Gesetz der Welt mehr limitiert werden kann. Effektiver kann man kaum noch arbeiten.

Man muß heute davon ausgehen, daß die ADL seit Jahrzehnten Akten über hunderttausende Menschen angelegt hat, und Informationen über Hunderttausende sammelt. Enge Verbindungen mit Geheimdiensten sind immer wieder aufgedeckt, ja sogar gerichtlich untersucht (aber nie bestraft) worden, und heute sowieso offen erkennbar. Die Methoden solcher Informationssammlung sind häufig, wenn nicht generell illegal, der Einfluß auf die Justiz höchst fragwürdig, und sogar Verbindungen mit dem organisierten Verbrechen sind erkennbar.

Mit die schärfsten Kritiker kommen aber auch aus den Reihen der Juden selbst. Von Robert Friedman, Norbert Finkelstein bis zu Noam Chomsky oder Dennis Prager spannt sich ein breites Forum von hoch angesehenen Juden, die die Macht des ADL als erschreckend, seine Methoden als furchtbar und eigentlich untragbar, also abzulehnen ansehen. So sie nicht überhaupt rechtswidrig und getrieben von einem irrationalen Gefühl sind, das zu schüren sogar im Zentrum jüdischen Selbstverständnisses steht, geht es nach dem ADL. Zu deren 100. Bestandsjubiläum 2013 deshalb ein Bericht im "American Mercury" (der zur Problematik der ADL einen guten Überblick gibt) mit "100 Jahre Haß" titelte. 

Und es war ebenfalls ein Jude aus Israel, Yoav Shamir, der unter Mitwirkung von Norman Finkelstein und anderen prominenten Juden und Rabbis den unten angefügten Film über die ADL - The Anti Defamation League anfertigte. Und in "Defamation - An Israeli's Examination of the ADL and Anti Semitism" der Geschichte des ältesten Hasses der Welt nachging.

Der Film ist sehr gut. Er ist zum einen eine wirklich gute Dokumentation, auf jeden Fall in einer Reihe mit einigen Arbeiten Marijn Poels, die es nicht nur versteht, rational einem Problem näher zu kommen, sondern auch über poetische, unsichtbare Mitteilungen ein Bild von Israel und der gesamten Anti-Semitismus-Diskussion gibt, das zumindest der VdZ in dieser Freiheit, Umfassendheit und Punktgenauigkeit noch nie gesehen hat. Wer bereit ist, sich darauf einzulassen, wird am Ende belohnt, das kann der VdZ fast garantieren. 

Es wäre daneben ohnehin höchste Zeit, auch in unseren Ländern den unter der Oberfläche laufenden Querverbindungen zwischen unseren Polizei- und Geheimdiensten und der ADL zu untersuchen. Sich anzusehen, ob es nicht schon lange auch bei uns zu geschickt gemachten, getarnten Bestechungen und Erpressungen und Einflußnahmen in die Politik gekommen ist und kommt. Es wäre höchste Zeit sich anzusehen, ob der israelisch-jüdische Einfluß auf unsere Politik* ähnlich hoch, ja ähnlich weit überproportional ist, wie in den USA. Und es wäre höchst an der Zeit, den Einfluß auf die öffentliche Meinung zu untersuchen, der immer mehr auf eine Gedankenkontrolle und Beschränkung der Meinungsfreiheit (als Disputskontrolle) hinausläuft. Eine Bedrohung, deren Dringlichkeit sich darin zeigt, daß die unbedingt notwendigen Foren des Sprach- und damit Denkraumes unseres Volkes - Universitäten, Parlamente, Räte, einzelne Publikationen - wie gelähmte Schneemänner wirken**.


Morgen Teil 2)




*Es könnte überzufällig sein, daß die ÖVP, deren Spitzenkandidat und Kanzler Sebastian Kurz bereits zweimal in Israel war, in der Affäre rund um das BVT (Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung), einem der zahlreichen Geheimdienste in Österreich, die Zusammenarbeit mit der FPÖ erst in dem Moment aufgekündigt hat, als sich nach stundenlangen Beratungen der Parteispitzen Kurz auf den FPÖ-Innenminister Kickl als Stein des Anstoßes konzentriert hat. Der direkt oder indirekt für die Untersuchung des BVT zuständig war und weiter sein würde. Und die Ibiza-Affäre kurz nach den Aufregungen um den BVT ausbrach. Während die ÖVP nunmehr darauf beharrte, das Innenministerium nach allfälligen Neuwahlen (wieder) in ihre Hände zu bekommen.

**Die Rede des österreichischen Bundespräsidenten van der Bellen zu Beginn des (leider schon längst völlig irrelevant gewordenen) Forum Alpbach ist ein schockierendes Zeichen dafür. Noch nie hat ein Bundespräsident seine geistige Primitivität derart offen zur Schau gestellt, noch nie - und das heißt etwas, bei der langen Reihe von halb-blödsinnigen (weil von den Parteien so gewollten) Präsidenten in dieser Republik, speziell bei solchen aus den Reihen der SPÖ -  hat ein Bundespräsident Österreichs sich und damit die Bürger dermaßen lächerlich gezeigt. 

Das ist das Problem der Demokratie, die niemand je verstanden hat. Deshalb hatte van der Bellen keine Verfassungsschritte, die er nur befolgen mußte, um zu glänzen. Diesmal hielt ihn kein objektives Formgerüst, und von selber fand er es nicht. Also kam es seiner Ansicht nach auf das Persönliche an. Also aktivierte der Mann seinen Charakter und meinte, er müsse das Land bekehren. Und da zeigte sich, was für intellektuelle Flachbeutel die höchsten Positionen dieses Landes okkupiert haben. Kaiser Franz Josef war bescheiden genug, nur mit Standardformeln - "Es war sehr schön, es hat mich sehr gefreut!" - auf solche Herausforderungen zu reagieren. Aber ein Grüner, per se ein Trottel, muß das Land natürlich lächerlich machen, indem er seine (und des akademischen Systembelieferungsapparates) intellektuelle Letztklassigkeit beweist.