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Dienstag, 1. November 2022

Wenn der Zustand der Blindheit immer schlimmer wird (2)

Sie werden uns quälen, und wir können nichts dagegen tun. Was aber haben wir erwartet? Und was sollten wir befürchten? - Ihre Adlaten - wie Harari - können und werden viel Leid über die Menschheit bringen, das steht leider fest. Dazu ist genug Motivation des wirklich Bösen vorhanden, auch wenn diese seltener ist, als wir oft glauben. Sie ist beim Einzelnen meist schlicht gar nicht notwendig, das ist das Geheimins. Die Menschen sind durch ihre eigenen Schuldigkeiten genug kompromittiert und geneigt, im Sinn des Bösen zu handeln, um dem Urteil des Seins zu entfliehen. Da brucht es keinen Anstachler dazu.

Zu einem organischen Ganzen werden sie ihren Dreck aber nie umsetzen können, und das wird sie sehr sehr wütend und brutal machen. Weil er ganz einfach nicht der Natur des Menschen entspricht. Aber sie werden - wie Kain - ihn mit aller ihrer Macht zu implementieren suchen, und jedes Gegenopfer ernichten wollen. Das scheint auch kaum noch verhinderbar. Wir sind viel zu weit bereits fortgeschritten. Denn wie immer stand die Schwäche der Menschen Guten Willens, am Anfang des Bösen, und hat ihm des Nachts, als es schlief, sogar direkt den Weg bereitet. 

Denn das Böse IST Schwäche, also immer da, wo die Stärke auch nur eine Handbreit Terrain aufmacht. (Kaum etwas ist deshalb so wichtig wie der Schutz des Schlafes der Guten, das durch die Erbsünde nur in Augenblicken Welt in der Zeit sein kann, die je nur in Intervallen der Absenz zu einem - scheinbaren - Kontinuum verbunden sind. Das Weltgebiß des Seins in der erbsünlichen Welt ist voller Zahnlücken.

Montag, 31. Oktober 2022

Wenn der Zustand der Blindheit immer schlimmer wird (1)

Harari in Davos
Wer da meint, ich sei zuzletzt doch etwas zu sehr in Verschwörungsmilieu eingetaucht, dem sei dieser Beitrag gewidmet. Er soll belegen, er soll zusammenfassen, was tatsächlich geschieht und in welche Richtung Eliten arbeiten. Denn was Yuram Harari hier auf dem World Economic Forum - WEF in Davor vorträgt, entspricht dem, was als "Wissenschaft" ausgegeben wird und als Sitez menschlicher Erkenntnis gehandelt wird. 

Die sich einbildet, so weit zus ehen, alles o genau zu wissen, daß sie in der Lage ist, die Zukunft völlig in die Hand zu nehmen. Weil die Folgen davon zu hart klinge, und sich für viele danna uch zu hart anfühlen werden, wird natürlich eingeschränkt. Da seien "Gefahren", die müsse man begegnen, die Extreme dürfe man nicht zulassen, und so weiter.

Bullshit, alles Bullshit. In jeder Hinsicht.

Samstag, 17. September 2022

Gedankensplitter (1436)

Nichts auf dieser Welt, das nicht in jedem einzelnen Menchen auch da wäre. Ob das Schillern der Kobra, das Zupacken des Greif, die Quirligkeit der Kellerassel, die Majestät des Leu, alles in jedem einzelnen der Menschen auch.

***

Das Teil ist aber nichts, und die Individuation, die aus allem etwas macht, als der unendlichen Poetnz eine beschränkte Eigenschaft eines einzelnen Menschen, ist keine Frage eines "vorhandenseins" eines Teils oder einer Zelle. Sondern die des Hingestelltseins auf einen bestimmten Ort.


***

Der Geiger, der aus Wien nach Tokyo fährt, ist wie eine Pflanze, die man in einem Blumentopf durch die Welt fährt., auf daß sie woanders ihre Blühe zeige.

Mittwoch, 7. September 2022

Das Leben zurückholen (2)

Die neue Suche nach unserem gestohlenen Leben. Und wo wir es finden.Wenn man die heutigen Geburtenzahlen in Ungarn ansieht, zeigen sie dasselbe an wie in ganz Westeuropa: Der eklatante Rückgang (bis Mai 2022 waren es angeblich fast 20 Prozent) signalisiert den Verlust von "Leben", in mehrfacher Hinsicht. Auch an den Hochzeiten, die ich früher so häufig beobahten konnte, denn sie werden traditionell nach dem Akt am Standesamt und in der Kirche mit einem hupenden Autokonvoi der Stadtgemeinde angezeigt* wurden. Sie finden deutlich seltener statt, auch wenn ich keine offiziellen Zahlen kenne. Oder nur stiller? Aber sind das dann noch Hochzeiten?

Eben diesen Eindruck, daß alles schwächer, verloren oder zumindest verschwundener ist, habe ich allerorten, ja selbst bei mir: Diese letzten drei Jahren haben alles nahezu ausgelöscht, was vorher "mein Leben" gewesen ist. Kaum eine Gewohnheit hat überlebt, fast alle Alltäglichkeiten und Lebensweisen haben sich zu neuen Gewohnheiten formiert, Früheres müßte völlig neu aufgebaut werden. Und nichts entmutigt mehr als Sisikphos-Arbeiten. Man sieht auch kaum einen genug anregenden Ansatz dazu, also eine Notwendigkeit, Altes wieder aufzunehmen, das Leben also neuerlich umzubrechen, "zurück" zu drücken. 

Dienstag, 6. September 2022

Das Leben zurückholen (1)

Das Konzept, das dem totalen Umbau der Innenstadt von Sopron vor fünf Jahrenzugrunde lag, war auf ein Anhalten und Verstärken des Trends der Jahrte zuvor ausgelegt. Die den allmählichen Umbau der früheren Industrie- und, seit der Öffnung 1990 (aber in rasendem Tempo wieder als solche jede Bedeutung verlierenden) Einkaufsstadt Sopron (Ödenburg) zu einer Stadt des Gesundheitstourismus und der Sightseeing-Besuche vorgesehen hat. 

Mit guten Cafés, Restaurants, Parks, der Umwandlubg des gesamte Altstadtkerns in ein Museum und überhaupt netten Verweilmöglichkeiten wollte sich Sopron als Ausgangs und Stützpunkt für weitere Erkundungsreisen ins Landesinnere neu erfinden. Sogar eine Autobahn nach Györ und weiter dann nach Budapest wurde gebaut, die Hauptstadt ist mit dem Auto nun in unter zwei Stunden erreichbar. 

Unter Neubewertung aller seiner realen, bereits vorhandenen und noch verbliebenen Möglichkeiten sah sich Sopron vor allem auch als ungarischen Zugang zum südlichen Neusiedlersee-Gebiet. Eine entsprechende Neugestaltung des gesamten Uferbereichs des kaum 5 Kilometer entfernten Fertörakos war geplant, und mit dem Bau wurde (unter heftigen Protesten von Naturschützern) auch schon vor drei Jahren begonnen. Denn die Trennung von Österreich und Ungarn ließ den Magyaren nur den (angeblich aus wirtschaftlichen Gründen notwendig nachträglich reklamierten) Schilfgürtels im Süden, der nun zu einem Bade- und Freizeitressort mit offenen Wasserflächen ausgebaut werden sollte, um die längst bewiesene Fremdenverkehrstauglichkeit des österreichischen Teils des Sees nachzuahmen.

Aber das Konzept einer Soproner Zukunft hat eine schwere Delle bekommen.

Freitag, 19. August 2022

Verlust der Einheit durch die Schrift

Eine der in seinen Auswirkungen auf eine sich immer mehr beschleunigende Diffusion des Sozialen gravierendsten Elemente war nicht nur die Etablierung des Buchdrucks, sondern dessen (kapitalistische) Kommerzialisierung. Lag sie erst in der Größe des für so eine Druckmaschinerie nötigen Kapitals begründet, so hat sie mit der technischen Entwicklung einhergehende Minimalisierung der Teilhabemöglichkeit als Konsument wie als Schaffender eine zwar scheinbare Wendung genommen, ihre Wirkweise aber in ein- und derselben Richtung multipliziert.

Sie hat den Einzelnen nunmehr aus sienem sozialen Gefüge herausgleöst, und ihn DIREKT mit einer Aussage mit Wahrheitsanspruch (denn JEDES Sprechen ist ein Sprechen mit diesem Anspruch) konfrontiert. Damit hat sich sein Forum nach und nach erst internalisiert und damit individualisiert, einerseits, wenn auch anderseits zentralisert. Weil das Angebot des zu Lesenden mit einem mal vom Inhalt getrennt wird, und keiner von Gott bestimmten und bestimmbaren Hierarchie unterliegt. 

Donnerstag, 18. August 2022

Die Ordnung der Welt

Was wir jetzt erleben, ist das dritte, vielleicht schon das finale vierte Stadium des Zusammenbruchs alles Sozialen. Und damit der Bedingungen, unter denen der Mensch existieren kann. Und, weil es seinem Wesen entspricht, will. Seit sieben, achtJahren hat ieser Prozeß ein Tempo angenommen, das atemberaubend ist.

So erleben wir von allen Seiten eine immer aggressivere Haltung, die der Verzweiflung entstammt, doch noch ein Ganzes aufrechtzuhalten, und sei es durch Ideologie, durch "disziplinrischen Glauben". Durch den Staat, der plöltzlich bemerkt, daß er im Sinne dieser Ordnung zu Maßnahmen greifen muß, die bereits offen zeigen, daß der innere, der selbstverständliche Konsens geschwunden ist, und das Volk zerfällt, und durch die Menchen, ie sich in immer schärfer konturierenden Gruppierungen einfindet, die demselben Zweck dienen sollen: Zugehörigkeit zueinem Ganzen, eil sich das Einzelne nur in diesem Rahmen entfalten weil existieren kann.

Freitag, 29. April 2022

Ein Ganzes braucht das egoistische Teil-Sein (3)

Was sich aber vor allem aus diesem Befund erlesen läßtAber das, was wir der zuletzt erwähnten Lektüre wirklich entnehmen können, was das wirkliche Faszinosum darstellt, ist etwas anderes. Mich hat seither der Gedanke nicht mehr losgelasse, daß wir es mit zwei Ebenen zu tun haben, in denen ALLES steht.

Die eine ist die des konkreten Alltäglichen, in dem jedem Ding nur begegnet (umd mehr wird auch nicht wahrgenommen, mehr ist gar nicht am Bildschirm, und mehr wird auch gar nicht beherrscht oder direkt befehligt) die als eine Einheit für sich steht. Dieses Selbstsein ist es, das das Selbstbewußtsein prägt, und den Rahmen steckt, in dem sich das praktische Leben vollzieht.

An dessen Rändern erst greift es in die nächste Ebene über, die für die Einheit selbst aber praktisch irrelevant ist und auch abstrakt und unerkannt bleibt. Man gibt dem Muskel X nicht den Auftrag "Los, geh!" Sodern vom Gesamtgeschehen her, von der Befehlszenhtrale also, erfoglt nur der Auftrag "Sei Du selbst!"

Freitag, 15. April 2022

Was die Einheit begründet

Zwar stimmt es, daß die Wahrheit das alle Menschen, ja den gesamten Kosmos zu einem einzigen "archetypischen Urknoten!" zusammenfaßt (der dann Jesus Christus IST, also Person, personal in seiner Stellung des Einzelnen zur Wahrheit aufzufassen, was für den Umgang damit - Bitte, Dank, Opfer usw. - entscheidend ist) welcher selbst wiederum GESTALT ist. 

Sodaß die gesamte Schöpfung, vereinfachend gesagt, eine gewisse Abbildlichkeit - nicht aber wesenhafte GLEICHheit zum Schöpfer und Herrn hat. Was also da heißt, daß die Wahrheit letztlich in einem Bild zusammengefaßt wird.

Das heißt somit aber weiter, daß es Bildhaftes ist, das den gesamten Kosmos zusammenhält und eint. 

Doch wäre es ein (im übrigen der typisch protestantische) Irrtum damit auch Gleichheit in eins zu setzen. Wie es meist nämlich geschieht. Als wäre es dann DIE WAHRHEIT, an der alle gleichermaßen anhängen, und die dann über sie selbst alle eint. Alles Geschöpfliche somit, alle Menschen somit in einem "Gleichen" stehen, das als Stehen des Einzelnen (Dings. Menschen usw.) vor Gott besteht, ohne einer Mittlerschaft zu bedürfen.

Montag, 20. Dezember 2021

Gedankensplitter (1404)

Alles was heute geglaubt wird, ist falsch - Seit Jahren stehen wir in Verbindung, und ich kann auf ihn anwenden, was nur auf wenige anzuwenden gilt. Daß, was er sagt, der Wahrheit entspricht, sich ihr anfügt und von ihr in jenen Rhythmus versetzen läßt, der an der Individualität der Weltdinge zur Gestalt der Wahrheit in der Welt zerstiebt. Was William M. Briggs sagt, hat deshalb einen höchsten Rang an Vertrauenswürdigkeit, das kann ich dem Leser versichern.

Und schon im Titel nimmt er vorweg, was ich seit langem mit Erschrecken und Hilflosigkeit - nach menschlichem Ermessen ist der Gegner zu groß - erkennen muß: So gut wie alles, was der heutige Mensch glaubt und sagt ist FALSCH. So gut wie alle Gewißheiten, von denen der moderne Mensch ausgeht, sind IRRTÜMER. So gut wie alle Aussagen, die den öffentlichen Sprachraum als geistigen Raum bestimmen, sind UNRICHTIG. Wenn nicht direkt und expressis verbis, das sind die wenigsten, dann indirekt und durch das, was sie implizieren. 

Montag, 13. Dezember 2021

Kopfschüttelnd gesagt

Als Unternehmer war eine der schwersten Lasten die Pflicht, als Führungsperson immer eine Antwort haben zu müssen. Keiner der 30 Mitarbeiter, die ich zuletzt hatte, durfte mit der Frage, wie es weitergehen solle, die MICH bewegte, belastet werden, keiner durfte auch in sachlichen Fragen egal welcher Art vor einem Rätsel stehen und - weil die Frage seinen eigenen Bereich überstieg, und das passiert laufend - wissen wollen, was er nun tun solle, und weggehen müssen mit der Antwort, da ich es selbst nicht wüßte.

Der Führende MUSZ IMMER EINE ANTWORT HABEN, was zu tun ist, und wie es weitergehen wird. Er muß immer diese Ungewißheit, die Leben IMMER bedeutet, auf sich nehmen und in sie hinein, in einen Treibsand der Welt hinein, ein festes Fundament bauen. Denn die Welt ist auf eine Weise tatsächlich ein Konstrukt: Ein Konstrukt der Phantasie. Und der Mensch muß den Mut haben, in sie Gestalten zu errichten, und aus dem nie Sicheren der Form IN DER ZEIT eine FORM in der Zeit machen. 

Führen heißt, eine Form von Substanz ins Nichts zu werfen, und da herum die Materia zu führen. Um somit eine Welt zu schaffen. "Damit sie ihnen Namen gäben." Führen heißt, Namen zu geben. Und die Menschen an den Ort mitzunehmen.

Donnerstag, 18. November 2021

Suche im leeren Raum (1)

In den Videos, die sich auf dem von "KenFM" Jebsen gegründeten Portal APOLUT finden, läuft ein Vor- wie Abspann, der so lautet: "apolut - So denke ich auch". Als ein Motiv, diese Plattform zu gründen, die zugleich sein "Abschiedsgeschenk" werden sollte (dessen er sich jedoch, wie er auch sagt, zu gegebener Zeit wieder bedienen werde; NACH Beendigung seiner Auszeit, die sich auch darin ausdrückt, daß er seine Sprechgeschwindigkeit wenigstens etwas verringert hat, von Gebirgsfluß auf Mühlenkanal sozusagen) nannte Jebsen, daß er über die Wirksamkeit seiner Videos enttäuscht sei. Denn er sei draufgekommen, daß es eine kleine Gruppe sei, die quasi "alles" in diesem Bereich der "Systemkritik" konsumiere, die in sich aber geschlossen bleibe, und kaum an Zahl und Verbreitung zunehme.
QR apolut.net

Immer dieselben also konsumieren immer die gleichen Kanäle, die somit immer ein und dasselbe Publikum ansprechen. Damit hat er zweifellos recht! Aber warum dann so denke ich auch als Wahl- und Leitspruch?

Vielleicht aus einem anderen Grund als den der "Kritik". Vielleicht aus demselben Motiv, aus dem das gesamte Internet (diesem Begriff ordne ich immer auch die social media bei), dessen immer noch am meisten Staunen machendes Merkmal die unglaubliche Geschwindigkeit der Verbreitung ist. Binnen weniger Jahre - und ich kann mich noch gut erinnern, wie es in den Jahren 2000/2001 bei uns in Österreich begann, mit diesen (verglichen mit heute) unglaublich umständlichen Post-ISGN-Modems und -Anschlüssen, und einem Gefühl, als sei das Reich des Gratislebens angebrochen, in dem jedem alles zur Verfügung steht, und jeder alles kostenlos zur Verfügung stellt. (Siehe Anmerkung*)

Samstag, 10. Juli 2021

Zu uns nur durchs Allgemeine (2)

In dem Wunsche, dazuzugehören, der wenn er ungesättigt oder verwirrt bleibt (wie bei einer Frau, die viele Männer hatte, die somit den einen nicht mehr erinnert, dessen Spuren sich verwischt haben weil von anderen, jeweils aktuell intensiver als in der Erinnerung präsent erfahrenen, überlagert wurden) dies aus Mangel an der Identifikationsfigur tut, drückt sich der Wunsch nach der Einheit des Menschengeschlechts überhaupt aus. 

Das somit als die richtige Ordnung erkennbar werden kann, wo sich das Einzelne aus dem Allgemeinen, das Individuum (das zugleich der Akt der Seinsergreifung überhaupt aber ist, der Weg des Allgemeinen ist also der des Individuums, der des Individuums aber der über das Allgemeine) aus der Zugehörigkeit zum Menschsein ergibt, jeweils als Bedingung. Diese Einheit aber kann nur über das personale Gegenüber hergestellt werden, weil sie eine Identifikation, die Wahrheit somit das Ausatmen, das Verströmen, das Auswehen des Trägers der Wahrheit ist. 

Freitag, 9. Juli 2021

Zu uns nur durchs Allgemeine (1)

Kultur ist im Wesentlichen die Institutionalisierung der Natur des Menschen (und natürlich im weiteren Sinn alles dessen, was ihm zu-, bei- und untergeordnet ist, als Eingliederung in seine Welt). Damit werden mit dem Wachstum einer Kultur die Menschen, die ihr zugehören, immer einfacher zu ihrer eigenen Natur geführt. Einfach, indem sie diese Institutionalisierungen annehmen und deren Prägekraft durchlaufen, werden sie (auf andere Weise betrachtet) früher reif. Denn der Einzelne, gezwungen sich "alles selbst" zu erforschen, wird damit (das kann man gleich sagen, die Geschichte lehrt es) "nicht fertig." Denn das Leben hat seine Phasen, und das Aufrichten gehört deren kürzerer zu, dem Juvenilen, der Jugend (bis 30 Jahre.) Ab da wird ausgebaut, geschmückt, weitergebaut. Aber die Grundweichen stehen. Und dann ist Schluß mit dem Aufrichten von Institutionen. 

Fehlen diese Institutionen, so wird also der Mensch gezwungen, um seiner eigenen Entfaltung willen Institutionen zu schaffen, die zuerst privatim sind, nur für ihn und sein engstes Umfeld gelten (allerhöchstens; denn auch dieses begegnet ihm mit demselben Anspruch, gehört und beachtet zu werden, was enorme Reibungsverluste mit sich bringt), damit er schließlich seine eigentliche Lebensaufgabe, die inhaltlicher, nicht struktureller Natur ist, vollziehe. Also etwas im Vollsinn "isset", "ist", und "als" dieser oder jener die Welt um ihn gestaltet. Wozu natürlich auch gehört, die angemessenen Wirkkreise und Reichweiten zu finden. 

Sonntag, 13. Juni 2021

Gedankensplitter 1165b (Einer von den ganz Wichtigen!)

Der Andere, der Fremde, der Bruder, der Kollege - Haben wir wirklich vergessen, was doch jeder selbst erlebt, der vom Dialekt oft so mühsam zur sogenannten Hochsprache erzogen werden muß? Ist uns nicht nachvollziehbar, daß "wir Deutschen" (als Glieder deutscher Völker) schon automatisch in zwei Sprachen hineingeboren werden? Die, gewiß, viel miteinander zu tun haben, ja. Die aber doch auch so unterschiedlich sind, daß sie jeweils extra erlernt werden müssen.
***
 Kommt nicht auch die heute so oft monierte Rechtschreibschwäche genau aus dieser Ecke? Daß in dem an sich nicht falschen Ansatz "nach der Rede zu schreiben", diese kleine Tatsache übersehen wird: Daß wir alle, zumindest wir alle, die noch bis zu den 1960er Jahren geboren sind, in den Schulen eben "Deutsch" gelernt haben, im fast täglichen Unterricht, und das war etwas völlig anderes als das, was wir nach der Schulglocke, die das Ende der Stunde anzeigte, sofort gesprochen haben? So anders, daß jeder aufgefallen ist.

Samstag, 12. Juni 2021

Gedankensplitter 1165a (Einer von den ganz Wichtigen!)

Es ist ERST das Allgemeine, dann das Individuelle, das die Gestalten der Welt konstituiert. Zwar ist eines ohne das andere undenkbar, und zwar wird ein Ding (=Seiendes) erst und nur durch das Einplatzen des Einzelnen in die Umgebung, an den Ort sohin, weil darin die Beziehungen bereits vordefiniert sind, denen der Einzelne beigestellt ist (was ja sein soziales Wesen ausmacht).

ber es ist das Allgemeine, auf das hin sich das Einzelne transzendieren muß, um DADURCH - DADURCH! - zu leben. Was heißt: Die Selbsttranszendenz zu vollziehen! So wie die Freiheit, gibt es nämlich auch das Leben nur im Vollzug. Was aufhört, sich zu transzendieren, stirbt. Meist, nachdem es zuvor eine Zeit lang krank geworden ist.

Das heißt, daß ZUERST das MANNSEIN oder das FRAUSEIN besteht, das aber dann nur im Individuellen existiert. Als Hans oder Friederike, als Bertram oder als s'Nießerl.

Mittwoch, 2. Juni 2021

Leistungsprinzip - umflort von Leichengeruch (2)

Leistung heißt nicht "Ziel", sondern sogar "kein Ziel". Menschliches Entfalten aber ist eine Frage des Zieles, dem dieses Entfalten dientWie sehr diese Feststellung stimmt, also Tatsache der Natur des Menschen ist, zeigt sich gerade in dieser Zeit. Wo wir vor der Situation stehen, daß das Funktionieren der Organismen zunehmend von Einzelpersonen und deren Kompetenz abhängt. So einem Prinzip könnte (dürfte) man nur vertrauen, wenn diese Person Gott selbst ist, also Person und Struktur in ihm zusammenfällt (Jesus: "Ich BIN der Weg, die Wahrheit und das Leben.")

Das ist nicht nur so, weil Leistung in eine solche (als Sachgerechtheit definiert;  wie auch immer diese selbst gesehen wird, weil schon sie nicht "abstrakt" und für sich stehend ist und somit unabhängig von allen realen, historischen Bedingungen existiert, sondern nie aus dem Naturganzen herausnehmbar ist), aber auch in ein Leistungserkennen (und damit -anerkennen) auseinanderfällt. Jedes Kriterium trägt aber seine Er- und Anerkenntnis wiederum in sich selbst, und zwar demnach, wie sie ihm gemäß ist.*** 

Dienstag, 1. Juni 2021

Leistungsprinzip - umflort von Leichengeruch (1)

Man kann der Frage kaum genug Gewicht beimessen, wieweit das "Leistungsprinzip" als "Prinzip der Hierarchie" eine Gesellschaft vollkommen aus den Angeln zu heben und deren notwendige Gemeinschaft unwiederbringlich aufzulösen vermag.

Diese Bedeutung ist aber eine Gefahr. Die deshalb so groß ist, weil es nicht nur eine der mächtigsten Kräfte einer Gesellschaft ist, sondern in seinen wahren Wirkungen völlig verkannt und deshalb in seinem Wesen unerkannt bleibt. Sodaß wir sogar vor der erschütternden Tatsache stehen, daß das Prinzip Leistung den Rang eines obersten Prinzips nicht nur eingenommen hat, sondern von unseren Völkern vollauf akzeptiert wird. 

Samstag, 29. Mai 2021

Neues von der Gestaltsicht (3)

Teil 3) Und wir? Wir sehen einen Vatermörder, der als Lebenssituation mit Aufreißerschmäh um halb zwei an der Bar hängt


Denn hat sich die via Vererbung ähnliche bis gleiche Disposition zuerst noch in der Hinwendung zur Musik geäußert, greift ein Sohn (meist etwa zur Mitte seines Lebens) nach dem Vater. Eine folgerichtige Ablöse in der ontischen Ausrichtung des menschlichen Lebens auf Lebensphasen, die wiederum im Insgesamt des menschlichen Geschickes stehen, das generationenübergreifend IST.

QR Stefan Verra
Jetzt wissen wir somit, warum Stefan Verras jüngst erschienenes Buch den Titel trägt "Auch Leithammel sind nur Menschen" - als Zertrümmern der Vatergestalt! Und warum er dann mit Schopenhauer, diesem klugen Beobachter und Protokollisten der Eristik, der Kunst "im Gespräch zu siegen" daherkommt. 

Denn Evolutionisten müssen ja (sonst fehlt das unbedingt notwendige Prinzip des Fortschritts, des "warum" sich etwas entwickeln soll) das Leben als Kampf klassifizieren. Den sie selbst ja tatsächlich führen. Evolutionisten künden also (wie alle) nur von sich.

Dennoch rezipiert Verra manches gut. Das tun Liberale bekanntlich, die heute gerne diesen Zug zum "Konservativen" haben, wir haben oft schon darüber gehandelt. Was er übers Verkaufen sagt ist völlig richtig! Verkauf ist ein Seinsübergang, hat der VdZ (der ja nicht wenig Erfahrung mit dieser menschlichen Handlung hat) hier schon öfter formuliert. 
Der Kunde stimmt im "Verkaufsgespräch" einem Produkt zu, weil er es letztlich als in seine Seinssphäre zugehörig einstuft. Und somit ist sein "Kaufwille" als Wille, der als Verteidigungsgestus eines bereits Besitzenden (bzw. bereits Besessenen) am allerbesten beschreibbar ist.

Freitag, 28. Mai 2021

Neues von der Gestaltsicht (2)

Teil 2) Der eine liest, der andere sieht die Gestalt 


In eine ähnliche Kerbe, sogar noch direkter die des Gestaltsehens, schlägt dieses Gespräch desselben Senders mit dem Osttiroler, dessen Vater (nanonana, wie der Wiener da sagen würde) Bildhauer ist. Und was ist ein bildender Künstler mehr und anders als ein Gestaltseher! 

Was ist überhaupt ein Künstler mehr als ein Gestaltseher, der von dieser nur dem geistigen Menschen sichtbaren "Unsichtbaren" so gefangen ist, daß sie seine Lebensgrundlage ausmacht. Wenn sich also der im ersten Teil dieses Beitrages vorgestellte Eric Standop als Gestaltleser vorstellt, so stimmt umso mehr, wenn sich Stefan Verra als Gestaltseher bezeichnet. Er sieht, der andere liest, je nach Medium, in dem er tätig ist, aber immer ist es dieselbe Archetypik der Stellung zur Welt.