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Montag, 27. April 2026

Über die, die es immer schon gewußt hatten

Es macht mich staunen festzustellen, wieviele Menschen zu Zeiten von Corona KRITISCH oder sogar OPPOSITIONELL der Sache gegenüberstanden. Zum wenigsten seien sie dann nach einem halben, ganzen, eineinhalbten Jahr draufgekommen, daß "die staatlich verhängten Maßnahmen überzogen" seien. Ich würde lügen wenn ich nicht zugeben würde, daß es der Seele guttut sich nicht alleine zu wissen, zu sehen, daß man endlich einmal nicht bloß- und alleinegestellt ist und einer Gemeinschaft spürbar zugehört. Noch dazu einer Gemeinschaft, die in ihrer Kritik mit einer gehörigen Portion Mut aufgestanden sind, sodaß es (wie ich es immer formuliere) "ums Arscherl zieht". 

Dort ist ja erst der Punkt, an dem sich der Mensch wirklich zur Persönlichkeit entwickelt, wo die Freiheit beginnt, und der Einzelne sich seiner letzthinnigen Alleinstellung vor Gott bewußt wird. Viele Fragen beginnen ja erst dort, überhaupt Gewicht und den nötigen Ernst zuzulegen, und sich aus dem inhaltslosen, wertelosen (Werte werden ja dann nur behauptet) Geschnattere der allgemeinen Wortgewitter zu erheben.

Doch regt sich gleich auch eine gewisse Skepsis, die ich nur noch nicht ganz artikuliert habe, um sie kennenzulernen, indem ich ihr Gestalt gebe. (Und Existenz erhält bekanntlich etwas erst, wenn es zum Begriff geschmiedet wurde.) Mit Stirnrunzeln frage ich mich nämlich: "Wo sind die gewesen?" 

Was hat sich geändert, daß es nun so aussieht, als wäre die Mehrheit der Menschen unserer Völker der Coronakrankheit selbst, auf jeden Fall aber den Maßnahmen und in jedem Fall der Zwangsimpfung ablehnend, scharf differenzierend gegenüber gestanden? Warum habe ich während der gesamten Laufzeit der "Corona-Pandemie" - und zwar, wie es hier nachzulesen steht, von den ersten Monaten 2020 an, bis zur endgültigen, definitven Verkündigung deren Endes - den Eindruck, das Daseinsgefühl gehabt (und ganz real die Erfahrung gemacht), daß ich einer gewaltigen Masse an zum Angriff bereiten Rindern gegenüberstand, die die in einer Phalanx die Köpfe gesenkt hatte, um jedes kritische Wort augenblicklich auszutreten. 

Das ist mir wirklich am laufenden Band so geschehen, und es genügt eine einzige Hand um abzuzählen, wie vielen Menschen gegenüber ich mich nur mit allergrößter Vorsicht äußern konnte, wollte ich nicht bösartige, aggressive Reaktionen kassieren. Die absolut vorherssagbar waren! Nicht ein einziges Gegenwort, das mir irgendetwas Neues, wenigstens Interessantes oder  Bedenkenswertes gelehrt hätte. 

Obwohl ich jetzt, im April 2026, den Eindruck habe, daß fast jeder dem ich begegne ohnehin IMMER schon skeptischer "Selbstdenker", "Gegner des betreuten Denkens", "autonom" und mutig gewesen ist, sich auch gegen noch so viel Gegenwind zu stemmen. Also waren alle und immer schon Opfer einer Ungerechtigkeit, in der "die da oben", die Eliten, die Politik ihre Macht über den zur Freiheit berufenen Menschen ausgespielt haben, in der irgendjemand und irgendeine Instanz Herrschaft manifestierten, verdichteten und zum tiefen Leiden gestaltet hat.

Könnte man aber nicht auch etwas ganz anderes annehmen? Könnte man dieses Phänomen, daß sich nun die Masse vom Jünger zum freischaffenden, opferbereiten Oppositionellen entwickelt hat und (garantiert) noch so weit entwickeln wird, daß man in ein etlich Jahren, gar Jahrzehnten (und die Zeit vergeht ja so rasend schnell!) retrospektiv die "Zeiten von Corona" ähnlich wie in den Jahrzehnten nach 1945 (etc. etc.) als eine Zeit "erinnert" wird, in der ein tyrannisches Regime ganze Völker und Kulturen unterdrückt, geschurriegelt und glattgebügelt hat. Sodaß die allermeisten Bürger mehr oder weniger schwer gelitten hatten. Die es "immer schon gewußt" hatten, deren Stille, bis zur inneren Emigration zurückgezogene Diskretion und Verschwiegenheit gehender (aber so falscher) Schein des "Mitschwimmens" mit der Vernunft entstammender Zurückhltung, also Klugheit begründet werden kann. Weil man für Kinder, Frauen, Verwandte, Bekannte, ein Volk, eine Kultur, Gott, Himmel und Vaterland Verantwortung zu tragen hatte. Man diese Herden an Schutzsuchenden ("Hikketiden" heißt ein Stück von Euripides, die "Schutzflehenden") weiterhin zu leiten, zu lenken und vor allem zu versorgen hatte und hat. Man stelle sich doch die einem entgegengereckten Kinderärmchen und offenen Schnäbelchen verzweifelt nach Atzung schreiender Scharen auf einen angewiesener Hilfloser. 

Müßte man diesen Bildern und Rechtfertigungen aber nicht Strukturen zuschreiben, die sich in ihren Reinformen als irgendeine Stufe des sogenannten "Liberalismus" identifizieren können? Sollte man sich deshalb nicht den Spaß machen, dem Kaiser die Kleider vom Leib zu reißen und ihn in seiner Nacktheit durch die Gassen zu treiben und in immer lauter werdendem Volksgerufe zu ächten, zu verspotten und letztendlich in allem bisherigen "als der und der, der man war und also auch jetzt zu sein und respektiert zu werden" zu vernichten?

Jener Liberalismus, dessen erste Grundeigenschaft (nicht Motiv, das ist etwas anderes) ist, die Grenzen und Außenhäute jeweils exakt dem anzupassen, was als Massenenergie, als Richtung des Kollektivwillens zur Gestalt der Gesellschaft wird, in der man sich bewegt. Der sich also wie ein Handschuh und überaus anpassungsbereit und -süchtig der Massenmeinung anschließt. Dessen Mut also allerhöchstens das bereits ganz offensichtliche ergreift und an den Fahnenmasten hochzieht. Flink, behende und laut. Letzteres vor allem. Um allen Opponenten gegenüber die eigene Führerschaft zu behaupten. Denn die hat immer noch der, der es "am frühesten gewußt" hat. 

Darin drückt sich ja die Wahrheit aus, daß der wirklich Freie, Starke, damit Väterliche, der Ritter und Todesbereite es ist, der in keiner Lage die Verbindung mit dem Himmlischen verliert, und dessen Verkündigung deshalb immer die absolute Wahrheit verkündet, zu dessen "persona", also Maske wird, die einen Trichtee in der Mundhöhle trägt, um den "Durch-tönenden" (sonare=tönen, klingen) DAHINTER, also den Geist (bzw. die Geister, also die höhere Jenseitswelt, die auch die Welt der auf Erden Toten ist) in die Welt zu rufen.

Den Einzelnen also als Schönen, Starken, der Berufung voll entsprechenden und zur Vollgestalt Gereiften zu offenbaren, der die Vollgestalt des Menschen darstellt - den Propheten, den Dichter und Poeten, der bzw. die mit ihrem Wort, ihrem "Dahinter", das ganze Völker und Massen tragen und bewegen.

Daß es so ist oder sein könnte, daß die Tatsache, daß 2026 offenbart, daß im Jahr 2020 (folgende) die immer größere Mehrheit der Menschen Opfer des Coronawahns der Eliten waren und sind (was ja in anderer Betrachtung gar nicht gelogen wäre), jener menschlichen Grundeigenschaft entspricht, in der jeder, der nicht die Rüstungen der Wahrheit anzieht, nicht "eine andere Gestalt" annimmt, sondern ... KEINE. Das ist er ja, der Liberalismus. Er ist die Behauptung, daß die durch Anschmiegen, durch feiges, ja niederträchtiges Anpassertum an allgemeine Stimmungen (worin sich ja durchaus Körner der Wahrheit befinden, zumindest theoretisch) ÜBRIG GEBLIEBENE KONTUR zur Maske hochstilisiert wird. Wo der vermaßte Mensch, der wie fließendes Wasser die Gestalt annimmt, die sich aus der Grenze zum Angrenzenden (egal was es ist) einfach ergibt. 

Was uns zu der These weiterführt zu sagen, daß man aus der gegenwärtigen Erscheinung von Mehrheiten und Massen, die "es immer schon gewußt" hatten, um Gottes Willen nicht ableiten soll, ein Volk, Menschen, Gruppen, der "andere" generell dazugelernt hätten. Daß sie sich wirklich VERÄNDERT hätten. Daß sie damit beweisen, daß sie wohl einmnal geirrt hätten. Was man aber verstehen und nachsehen müsse. Denn "am Anfang konnte man es ja nicht wissen"?! AM ANFANG mußte man ja abwarten, wie sich diese Pandemie entwickele (bis sich herausstellte, daß es DIESMAL keine Pandemie, zumindest keine tödliche, gefährliche Pandemie ist.) 

Aber all das ist nichts weiter, sagen wir hier, als eine nächste Maske des Liberalismus. Der bekanntlich deshalb und dort "wahr" spricht, wo den LiberalEN (konkret, in persona) ein Umstand (egal welcher) aus Welt und Gesellschaft AUF DIE ZEHEN FÄLLT UND deshalb WEHTUT. 

Der aber aus diesem Anpäßlerischen, Weichen (siehe woke-ness!) seiner innersten Natur heraus lediglich ein wenig nachrückt, die dünne Haut des Kostüms hier und dort den aktuellen Druckstellen anpaßt, weil die bisherige, die erste Form des Kostüms (der Haut analog) beginnt zu schmerzen, sich zum Gegendruck entwickelt hat, dem es nun wieder auszuweichen, durch Zurückweichen anzupassen gilt. 

Also muß man nun "coronakritisch" (und sein heißt: immer der wahren Natur gemäß und also immer gewesen) sein, weil der Massendruck in diese Richtung gewandert ist. 

Aber eines passiert nicht, und erst DAS wäre Merkmal von Stärke und Persönlichkeit und Reife. Es wird keine substantielle (also Gestalten in Existenz tragende) Gesellschaftsform der Liberalismus geben. Das laissez faire als Grundhaltung der Welt, dem ANDEREN gegenüber kann auch gar nicht anders sein. Es wird deshalb auch keinen Liberalismus geben der die innere Kraft weil in seinem Fundament treibende IDEE repräsentiert, wie die Menschheit im Anfange GEDACHT war, und was deshalb Leitbild sein muß, vor der als Hintergrund jede, wrklich jede Einzelfrage beantwortet werden muß. Die also heute bereits weiß oder wenigstens nicht leugnet, daß sie es wissen KÖNNTE (und nur an der eigenen Unfähigkeit scheitert), daß und wo sich "Coronaviren" befinden, aus der sich Gefahren für Völker und Gesellschaften ableiten lassen, die Maßnahmen wie diese katastrophalen Gesamtabschaltungen gesellschaftlichen Lebens, wie wir sie allerspätestens seit 2020 kennen, fordern und rechtfertigen könnten.

Und man sieht dem (Gegen-)Beweis ja am Schicksal liberaler Parteien. Betrachte der Leser doch das Schicksal der bundesdeutschen FDP, der österreichischen NEOS, also neoliberalen Partei. Die durch ihre kritischen Haltungen, die eiderdautz sehr oft sehr weithin akzeptierte "kritische Haltungen" zu vertreten vorgeben, zwar in die Parlamente kommen, also genug Menschen dazu übertölpeln können, ihnen in der Wahlzelle ihre Kreuzchen zu schenken), sich aber dort kaum halten können. Und nachhaltig verlieren, bis sie sich aufgelöst (bzw. NEUGEGRÜNDET) haben.

Man betrachte aber nicht nur die offiziell LIBERALEN Parteien, sondern ALLE übrigen Parteien (als fleischgewordene Haltungen und Ideologien als Denkweisen) Die IN DEM MASZ, als sie in ihren starken Stellungen in ihren Parlamenten von ihrer angestammten Denkrichtung (konservativ oder links usw.) zu liberalen Ansichten wandern, exponentiell voranschreitenden Wählerschwund erleiden. 

Aber hüte man sich vor jenen, die ES GLEICH GEWUSZT HABEN (auch wenn sie es nicht gleich zeigten). Hüte man sich vor jenem neuen Gewand des Liberalismus, der auch jetzt nur das tut, was Liberalismus immer getan hat: POSTHOC (nachträglich) zu beweisen, daß er alles APRIORI wußte. Der sich damit nur als das zeigt, was er ist: Ein Werkzeug der Machtallokation. Eine Methode des Sammelns von Zufallsprodukten, denen ein Mäntelchen des Seins umgehangen wird. 
Dessen wahre Gestalt sich aber dort zeigt, wo es WIRKLICH um Zustände, um Denk- und Verhaltensweisen geht, die die Axt WIRKLICH an die Wurzel der Seinsverfehlung legt. An diese WIRKLICHEN Mißstände kann und wird der Liberalismus nämlich NIE rühren. 
Er TUT NUR SO, als sei er gegen Wokeness (als Beispiel), während er in Wahrheit die Bereitschaft zur Wokeness stärkt, ja gründet. Er tut nur so, als sei er gegen Genderismus, während er nichts dagegen hat, daß die Inklusivsprache täglicher Sprech-Standard wird, es auch den Liberalen das Zerhacken der Allgemeinbegriffe in Geschlechterseiten ("Zuschauerinnen und Zuschauer", "Wählerinnen und Wähler", "Expertinnen und Experten", usw. usf.), ja das gesamte Auffassen der Welt den Allgemeinbegriff (also das Wort generell!) großzügig verschenkt (und wie so viele andere das verschenkt, das einem gar nicht gehört) und das VERMEIDEN DES SEINS mit der Maske der größeren Liebe und Toleranz begründet.
Er hat auch in der GESAMTEN Coronaproblematik nur so getan (und tut auch heute nur so), als hätte er die negativen Folgen der "Maßnahmen" zu verhindern gewußt. Während er alles das stärkt und implementiert, was genau diese Maßnahmen rechtfertigt, weil es hier wie überall nur darum geht, daß DER EINZELFALL zu vermeiden wäre, und als ginge es immer nur um Einzelfälle. Sodaß das erlittene Leid ebenfalls zum Einzelfall wird, der aber zu vermeiden gewesen wäre.
Weil das Prinzip des "jeder so, wie er es möchte", das so tut, als gäbe es eine Einzeltat, deren Wirkfeld auf den Einzelnen beschränkt werden könne, gar keine andere Einschränkung kennt als die Begrenzung im Einzelfall. Der Liberalismus kennt eben kein Sein, kennt kein allgemeines Weltsein eines ALLEM vorausgehenden Planes, Gesamtbildes, DEM das Einzelne entnommen werden kann. 
Nicht umgekehrt, und schon gar nicht zufällig. Denn wo immer etwas IST, wo immer Sein im Spiel ist, gibt es auch Plan, Vorsehung, Ort und konkrete, benennbare Beziehung. All diese Wege genen dem Einzelnen voraus, liegen ihm ZU GRUNDE, und steigen nicht posthoc aus dem Faktischen heraus.
Die Falschheit der Coronamaßnahmen ist deshalb kein Ergebnis der Wirklichkeit, das sich "so ergeben" hat, sodaß die Kritik wiederum nur den Einzelfall betrifft. Der Coronawahn war IN NUCE erkennbar, so wie allem Sein die Idee vorausgeht. Und wo keine Idee, da keine Welt. 
DESHALB lösen sich alle und alles in dem Maß auf, wo diese vorausgehenden Ideen, denen gegenüber GEHORSAM unbedingt und notwendig zu leisten ist, fehlen. Wo nur so getan wird, als sei dieser Mangel an Idee durch Verhaltensregeln zu ersetzen. Hier KANN gar keine Zustimmung durch Menschen - also hier: Wähler - geben. Denn der Wähler stimmt einer Idee zu! Immer. Und wenn es nicht immer gleich so aussieht dann mittel- und langfristig auf jeden Fall. 
Das ist der Grund, warum alles und damit auch Parteien in dem Maß, in dem sie LIBERAL sind, auch die Zustimmung durch den anderen verlieren.  

Und wohin wandern die Stimmen? Richtig, zu den nächsten Liberalen, die nichts tun als das aktuellere Instrumentarium der Schmerzdetektion anzubieten, und zu versprechen, die wirklichen Schmerzen zu nehmen. Die aber ganz sicher nicht das Kreuz schultern, das es heißt, die wahre Gestalt der Wahrheit, die rein geistig ist und die zu detektieren wahrhaftige Hingabe, Demut, Opferbereitschaft, GEHORSAM (Gott, dem Sein gegenüber), also die wahre Gestalt des fleischgewordenen Gottes - Jesus, des Sohnes, diesem Alpha und Omega der Welt an sich - zu errichten, um so zur Stadt auf dem Berge zu werden. Zu jenem himmlischen Jerusalem, das eines näheren oder ferneren Tages die endgültige leuchtende, ewig währende Stadt der unübertrefflichen, alles uns Bekannte weit weit übertreffende Stätte des Glücks sein wird. Als die eigentliche Stätte des Menschseins, die uns von Anbgeinn an für uns vorgesehen war. 


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Montag, 20. April 2026

Liberalismus als Werkzeug der Implementierung von Widersprüchen

Es ist nicht die Widerspruchsfreiheit, die heute ultimative Wahrheiten und Erkenntnisse formiert, auf denen aufgebaut ganze Weltbilder stehen (und fallen) Es sind ganz bestimmte Verhaltensweisen, ja dogmatisierte, nicht zu hinterfragende Moralsätze, die wie Rambo durch die Diskurslandschaften laufen, und alles kurz und klein schießen, sobald sie Fuß gefaßt haben. 

Es sind Beispiele wie das jüngst beobachtete. Wo ein Militärhistoriker, im Interview gefragt, einen Fall schildert, der ihn belehrt habe, daß er fundamental und zu 100 Prozent irren könne. Das sei ihm im Fall Israel passiert. Wo er früher stets zu dessen scharfen Kritikern gehört habe, weil er ihnen das vorwarf, was Israelkritiker grosso modo diesem 1948 ausgerufenen Staat vorwerfen. Daß er mit menschenunwürdigen Mitteln vorgehe, um sich Lebensraum zu schaffen wie zu verteidigen. 

Da habe ihn, so der Historiker (der zuvor lange erklärt, wie wissenschaftliches Arbeiten, das er zum Prinzip erhoben habe, vonstatten zu gehen habe, im Wesentlichen: als Referenzsystem, in dem alles sagbar sei, es müsse nur durch Quellen belegt und durch Quellenkritik abgesichert sein) ein Freund Folgendes gefragt: Er solle sich vorstellen er sei homosexuell. In welchem Land dieses geographischen (man könnte sagen: islamischen) Raumes woller er nun, vor die Wahl gestellt,  denn leben?

Da habe er scharf nachgedacht, und sei zu der für ihn überraschenden Folgerung gelangt, daß da nur Israel in Frage komme. Gerade also das Land, dem er moralisch gesehen die Existenz abspreche - zumindest unter den gegenwärtigen Prämissen - sei das Land seiner Wahl. Während er in jenen Ländern, die er (wieder: moralisch gesehen) Israel gegenüber im Recht sähe, um Gottes Willen nicht leben wolle.  Wo er als Homosexueller am nächsten Baukran aufgeknüpft würde. Das habe ihn von einer Stunde zur anderen umdenken lassen, und heute sei er strikter Verteidiger Israels weil dessen Lebensweise und gesellschaftlicher Moralordnung.

Die ich vereinfachend als LIBERAL bezeichnen möchte.

Das ist nicht nur ein Beispiel unter so manchen, das ich hier als Beleg und Quelle (sic!) zitiere. Sondern es vergeht praktisch kein Tag, an dem ich dieses selbe Prinzip nicht als wahres Totschlagwerkzeug wüten sehe. Wo die Liberalität als SICHERES DOGMA gilt, dem was immer nun auftaucht und die als moralisch testierte Lebensordnung gefährdet geopfert wird.

Was immer Liberaslität bzw. Liberalismus auch sein möge. Denn die Liberalität hat ja Grenzen, das müssen - müssen! - gerade Liberale fortwährend eingestehen. Weil zur Ordnung menschlicher Gesellschaft Liberalität einfach nicht ausreiche! Wie sich an einem vor zehn, fünfzehn Jahren populär gewordenen Spruch (und Buchtitel) zeigt, wo es heißt "Keine Toleranz den Intoleranten!"

Aber genau dort zeigt sich das ganze Elend des Liberalismus. Denn woher kommt die Legitimität einer Beschränkung des Liberalismus als Lebens- und Verhaltensprinzip? Die Antwort darauf ist ganz einfach: Aus Dogmen, deren Entstehung nicht weiter hinterfragbar ist. Und wer immer das bestreitet hat Unrecht, und das läßt sich ganz leicht (also durch als wissenschaftlich angesehene Quellenkritik) belegen.  

Dann zählt plötzlich nicht mehr, was im Geistigen geschieht, und sich in der Realität als plötzliches Verstummen zeigt. Wo zuvor noch so eloquent argumentierende Personen oft buchstäblich zu stotern beginnen, und man ganz deutlich sehen kann, wie ihr geistiges Gerüst knirschend zum Stillstand kommt, weil Denkverbote (aus Dogmen) das Denken nicht zur widerspruchslosen Wahrheit leiten, als nähmen sie sie sanft an der Hand. 

Denn das genau tun Dogmen, das genau sollen sie ja tun: Sie sollen das menschliche Denken und Urteilen, das sich in einer vorerst noch nicht ausreichend gedachten Urteilsnotwendigkeit findet, also in einer Zwangslage, aus der der Einzelne sich zumindest vorerst nicht selbst befreien kann, sanft an der Hand nehmen und leiten, um letzenendes doch am Ziel der Wahrheit anzukommen. Deren fundamentalste Eigenschaft die Widerspruchslosigkeit ist! 

Denn das übersehen wir allzu oft! In dem Punkt lassen wir uns zu oft auch von diesem (liberalen!) Spruch verführen, in dem es da heißt, daß es KEINE WAHRHEIT gebe. Weil (zum Beispiel als Argument verwendet) ja letzten Endes ALLS SUBJEKTIV sei. Auch das ein solches Totschlagargument, mit dem die Berserker unter den Gewissenslandschaften wüten, die allesamt und ganz seltsamerweise auf dem Grundsatz beruhen, der alles Fragen und Suchen auslöst und treibt: Sie suchen das, was es angeblich nicht gibt, womit wir bei einer weiteren grundlegenden Eigenschaft von Wahrheit wären: ABSOLUTHEIT.

Womit wir beim nächsten (im Ungarischen übrigens sehr schön das Synonym für zwei, zweites usw.) Grundsatz von Wahrheit wären. Von der wir bisher in ABSOLUTHEIT und WIDERSPRUCHSLOSIGKEIT uns langsam zu dem vortasten, was auch über Gott ausgesagt wird und werden muß, soll der Begriff nicht sinnlos werden.

An welcher Stelle wir uns ein kleines Augenzwinkern nicht verkneifen können. Denn wenn es da heißt, daß es keine Wahrheit gibt, dann wird im selben Atemzug das exakte Gegenteil ausgesagt. Denn diese "Wahrheit" ist dann genau das, was Wahrheit angeblich gar nicht ist: absolut. Universal, also alles Subjektive übergreifend. Widerspruchsfrei, zumindest in Hinblick auf Welt, Weltordnung und -gesetzlichkeit, mit denen eine Aussage übereinstimmen muß, will sie nicht auch in diesem Punkt sinnlos werden, womit alles Sprechen und Denken sinnlos würde.*

Aber wie oft, um auf den Punkt zu kommen, habe ich schon erlebt, daß mit einem Schlag und wie von Geisterhand bewegt die Denkbewegung eines Menschen zum Stillstand kommt, weil in einem Gespräch plötzlich ein Moralgrundsatz, eine unhinterfragbare Verhaltensweise auftaucht, die riesenhafte Gestald annimmt und mit energischer Geste verlangt: Halt, bis hierher, und nicht weiter. Von diesem Gebot weg, von diesem Dogma her, muß nun also alles bisher Gesagte und Gedachte neu aufgerollt werden. 

Würde das aber geschehen, würde von diesem nicht hinterfragbaren, nicht überschreitbaren Punkt aus, der sich dann unweigerlich zurückwendet und den ganzen bisherigen Weg - unter neuer Absolutheit, Bestimmung eines notwendig zu erreichenden Endpunktes alles Denkens und Urteilens - erneut gehen will, um zu suchen, auf welchem Weg man zu diesem Ziel gelangt.

Diese Prüfung aber ist nicht möglich. Sodaß man erlebt, wie das Denken des Betroffenen in einer Art Zeitlupe zum Stillstand kommt. Plötzlich tritt sogar Schweigen ein, und man beläßt in der Ungelöstheit, was dorthin fiel, weil man genau sieht, daß man sich aus diesem Loch nicht mehr befreien kann. Vielmehr würde man dann das verlieren, was für das Menschsein absolut und unverzichtbar bestimmend ist: die Vernunftbegründetheit, aus der dann die Freiheit folgt, in der man AUF SICH SELBST GESTELLT den Weg durch diese Welt findet. 

Womit wir übrigens bei einer nächsten göttlichen Eigenschaft angelangt sind, nämlich der absoluten Freiheit, die auf der und in der Wahrheit beruht. Freiheit und Wahrheit sind somit unteilbar! Ebenso wie die Widerspruchslosigkeit nicht abtrennbar ist.

Was alles zu dem Umstand führt, daß alles Werk die Eigenschaften seines Hervorbringers trägt! Sodaß aus dem Werk heraus beschränkte, aber sichere Aussagen über den Schöpfer möglich werden, wie schon Aristoteles sagt, wenn er über Gott  nachdenkt. Das ist also der Grund, warum die Wahrheit nicht nur möglich ist, sondern ohne das Begreifen der Welt und des Menschen ALS Geschaffenes, ja mehr noch: Des Menschen als Gottes Ab- und Ebenbild, damit als Krone der Schöpfung, auf die dieses gigantische, einfach nur noch staunenswerte Gesamtsystem der Bezogenheiten, damit der Hierarchien ausgerichtet ist, daß also ohne dieses Begreifen unserer Wirklichkeit als einer Wirklichkeit des Menschen VOR GOTT gar nicht denkbar und reaslisierbar ist. 

Ein Mensch, der die Welt nicht als Schöpfung sieht, wird also immer und ausnahmslos (und in dem Maß, als sich sein Denken ausgebreitet hat, was umgekehrt, wenn das nicht geschieht, eine weitere Pathologie ist, denn Menschsein heißt, sich in der Vernunft ganz zu umfassen, sich also in dieser Vernünftigkeit zu durchdringen) in unauflösbaren Widersprüchen landen. Er wird über kurz oder lang verrückt werden. Und zwar nicht als Ausnahme oder Sonderfall! 

Aber damit ist auch klar, daß das Bestreiten der Geschöpflichkeit des Menschen (und der Welt) - wie es in der Evolutionsthese geschieht - zu genau so einer Aporie (=Unauflöslichkeit eines Widerspruchs) führt. Weil heute aber (im Westen) diese Thesen so weit verbreitet sind, können wir beobachten, wie sich der Westen immer tiefer in eine Widersprüchlichkeit treibt, aus der es kein Entkommen gibt. Und in der sich die Fähigkeit der Menschen, überhaupt mit der Welt sachgerecht umzugehen, in progressivem Voranschreiten auflöst. 

Können wir nicht aber genau das beobachten? Müssen wir nicht aus der realen und alltäglichen Erfahrung auf genau diesen Punkt kommen? Auf den Schluß, daß wir diese Welt, in der wir leben, nicht mehr verstehen. 

Worauf dann immer tiefere Verstrickung in Probleme folgt, die wir nicht mehr lösen können, und wo jeder Lösungsversuch nur einen ganzen Blumenstrauß weiterer Unlösbarkeiten nch sicht zieht. Woraus mit der Zeit ein Gefühl erwächst, als würden wir von den Geschehnissen, ja von der Welt selbst ... erwürgt werden. Könnte es nicht sein, daß eine Unmenge von Evidenzen genau das belegt (=wissenschaftliche Quelle), was dann daraus weiter erfolgt: Depression, Lebensunlust (siehe dann: Demographie), Verzweiflung samt Zuflucht zu einer ganzen Palette von Trösterlein, die von kleinen wie großen Drogen reicht. 

Wenn es im Englischen DRUGS heißt, sind ja auch Medikamente gemeint, und das ist präziser wie im Deutschen, ergibt die in Fachkreisen häufige Aussage Sinn, in der man sagt, daß z. B so enorm verbreitete Psychopharmaske wie Ritalin - alleine in den USA spricht masn von 3 Millionen Süchtigen - in Wahrheit nur legalisierte Drogen sind. 

Wobei wir in diese Palette der reinen Existenzhilfen aber nicht nur chemische Drogen einordnen, sondern alle möglichen Verhaltensstörungen nicht vergessen, die stets in mehr oder weniger ausgebaute Weltanschauungen und Rechtfertigungsdbilder, meist in der Dimension ganzer Moralordnungen. Wie etwa bei EßstörungeN; zu denen auch Erscheinungen wie Veganismus gehören. Aber wir wollen viele der heutigen sogenannten "Religionsformen" nicht übergehen, von denen der weit überwiegende Teil als psychische Störung, ja Pathologie gesehen werden muß. Und wir wollen nicht das riesige Feld der Psychotherapien übergehen, von denen die meisten selbst psychische Störungen sind. Oft genug ganz genau jene Pschopathologien, die zu kurieren sie behaupten, erst implementieren und ausbauen.

Warum unsere Kulturentwicklung in den Wahnsinn führen mußteKurz und gut: Wenn man von Verrücktheit der Gegenwart spricht, wenn wir sehr gut (und oft genug von Liberalen beklagt, denn darin sind sie naturgemäß stark: Im Beklagen und sogar Aufzeigen von Störungen) darin sind, der Wahrheit entsprechend von Wahnsinn und Geistesstörung dieser Zeit sprechen, dann passiert etwas, das wir von einem Computervirus kennen. Daß sich die Störung erst ab dem Moment und in progressiver Entwicklung  reaslisiert, wie wir das Programm aufrufen und etablieren. 

Und das heißt heute ganz konkret sogar, daß wir in dem Moment, in dem wir mit den heutigen Wahrheiten agieren, also Denkbewegungen ausführen, einem System zum Opfer fallen, das uns in Widersprüche drückt, die wir nicht mehr auflösen können. Sodaß es zum Zufall** wird, ob wir in unserem Urteilen und Handeln noch jene Gesetze finden, die das Geflecht und Gerüst dessen sind, was wir als MENSCH und MENSCHLICH bezeichnen, und als einzig erstrebenswerte Lebensordnung herbeisehnen.  


*Mit einem weiteren Verweis auf den Umstand, daß oft und mangels ausreichender Durchdachtheit - von welcher zu sprechen ohne das Prinzip der Widerspruchslosigkeit und Absolutheit an sich schon sinnlos wäre - Begriffe wie Relativität oder Widersprüchlichkeit, die es angeblich zu ertragen gäbe, nicht ausreichend von Begriffen wie Paradoxon und Universalität geschieden wird. Denn sehr oft ist ein Widerspruch kein Widerspruch, sondern etwas anderews, etwa ein Paradoxon.

**Ich könnte hier noch den Begriff des "Wunders" einführen. Tue es aber aus dem einzigen Grunde nicht, daß die Schöpfung selbst ein einziges, unausgesetztes Wunder und Schauspiel des Wunderbaren IST. Das Problem ist also nicht das Wunder selbst, das als einziger wirklich passender Schlüssel zur Schöpfung untrennbar gehört. Sondern daß die hier gemeinten Denksysteme des Widerspruchs ihre pathologische, ja letale Wirkung genau darin entfalten, daß wir den Zugang zum Wunder und vor allem zur Quelle des Wunderbaren verlieren.

 

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Sonntag, 19. April 2026

Ungarische Tänzchen

Habe über einer Lektüre über Marketing gerade einen prickelnden Gedanken. Was wäre, wenn diese ganze Geschichte mit dieser TISZA-Partei, mit der aus dem Nichts entsprungenen Alternative zu ORBAB/FIDESZ namens Peter MAGYAR in Wahrheit ein Produkt aus der Marketingabteilung von … Fidesz&Orban (oder wie immer man diese Hintermänner sonst nennen will) wäre? Ist es nicht das Gelbe des MarketingEis, auch die Konkurrenz zu erschaffen? 

Geht es nicht seit langem im Marketing nicht um Konkurrenz und Wettbewerb, sondern um den Besitz und die Macht über einen gesamten Markt? Und böte nicht Ungarn ideale Voraussetzungen für so eine Kasperliade? Böte nicht dieses ganze Orban- und Rechts-/Konservativ-Theater um diese Figur Orban die perfekte Konstellation dafür? 

Noch sind es erst einige Indizien, die für diese Zhese sprechen, so hart sie auch schon sein mögen. Vor allem aber sollte man darüber nachdenken, ob man es den Akteuren im Theater des Politischen nicht zumindest zutraut, so zu denken und zu handeln. Und ob man selber es nicht so machen würde, stünde man an der Stelle der politischen Partei Akteure.

Oder glauben Sie, werter Leser, wirklich noch an die durchgängige Ernsthaftigkeit politischer Vorgänge in unseren Breiten? Oder sind nicht die Rezeptoren für wirklich Wirkliches bei uns schon dermaßen irritiert, daß wir gar nicht mehr an diese alles tatsächlich tragende Fundament des WIRKLICHEN gelangen? (Zumindest nicht mehr bewußt.) Hat sich nicht das öffentliche Geschehen, der Sprachraum, der Raum der Gestalten und Figuren unserer Psyche(n) bereits so weit von diesem wirklich Wirklichen entfernt, daß wir das Sein, daß wir die Sprache Gottes gar nicht mehr nachbilden können (was dann DENKEN wäre)? 


Mit anderen Worten: Gibt es noch etwas, das wir als Welt vor Augen haben bzw. das sich als Welt geriert, das nicht völlig verrückt, ja - weil es ihm an Humor fehlt, dieser Fähigkeit zur Distanzierung - geistesgestört ist?

Ich jedenfalls kann nichts mehr von dem, das mir täglich und bis ins kleinste Alltägliche hinein begegnet, ernstnehmen. Vielmehr hat sich über alles diese seltsame Decke eines "so tun als ob" gebreitet. 

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