Teil 4) Aber stimmt das alles überhaupt?
Spätestens
gegen Ende des Vortrags beschleicht einen denn doch ein seltsames
Gefühl. Denn erst jetzt offenbart Tong etwas Seltsames, das vorher
völlig verschwunden war und nun gar nicht nachvollziehbar scheint. Wo
doch Tong die Größe und Großartigkeit der Weltformel "Standardmodell"
ständig anpries! Sie ... stimmt aber womöglich gar nicht. Obwohl man
doch "alles richtig" machte! Die Wirklichkeit der Dinge und der Welt ist
seltsamerweise und offenbar anders. Hat Tong etwas verschwiegen? Ist
die wunderbar zu schlürfende, phantastisch rund klingende Quantentheorie
ein Bluff? Denn so schaut es nun tatsächlich aus.
So, wie
Tong erst jetzt und so nebenbei erklärt, daß diese tolle Weltformel
Postulate enthält (in Wirklichkeit sind das rund 74 oder mehr, sagt u.
a. der deutsche Quantenphysiker Unzicker; Anm.), wo immer wieder und
wieder einfach eine Fixgröße (Konstante) angesetzt wurde, die zwar nicht
aus der Theorie hervorging, aber wohl so sein muß, weil es eben "so
ist", und anders nicht der Beobachtung entspricht. (Kennen wir das nicht
von den Klimamodellen? Nachtijall, ick hör dir trappsen ...).
Und
das geht aus den Experimenten hervor. Ist nicht genau das der Punkt,
den Tong meint, wenn er immer wieder darauf hinweist - man vergißt es
fast - daß die Physik eine Formel hat "die alles erklären kann", von
der man aber leider "nicht alle Teile versteht"?
Herrschaften, genau das ist es.
Die
Formel "Standardmodell", die angeblich das Größte und Beste ist, was
Menschen jemals formuliert haben, wurde und wird ständig "korrigiert".
Wurde ständig mit Fixgrößen bereichert, die aus keinem Experiment, aus keiner Theorie, aus keiner präzisen Rechnung hervorgehen.*
Die
aber wohl so sein müssen, weil die beobachtbare Wirklichkeit "so ist".
Warum das "so ist"? Kein Physiker weiß das. Das wird einem nach diesem
Vortrag klar. Denn mit einfachen Worten, zum Mitschreiben: Die
Weltformel, auf die sich alle berufen, ist nicht aus mathematischer
Präzision geboren, oder aus überlegener Philosophie entstanden, oder aus
perfektem Denken hervorgegangen. Sie ist eine Ansammlung von Größen,
die aus der Beobachtung hervorgehen und notwendig dazugeschlumpert
wurden. Von denen aber niemand weiß, warum sie so sind, oder warum sie
überhaupt da sind. So schaut's aus! Und diese Formel behauptet allen
Ernstes, die (körperhafte, also physikalische) Welt zu erklären!? Das
ist ja noch schlimmer als der Klimawahn!
Tong
zeigt damit etwas Wunderbares. Ob bewußt oder unbewußt wissen wir
nicht. Er zeigt, daß man sich in ein Gebäude aus Teillogiken einspinnen
kann, wo auch alles zu stimmen scheint. Nur - die Wirklichkeit ist dann
verblüffender Weise anders. Man hat in der Kalkulation nämlich
vergessen, daß alle diese "Logik" von einer Prämisse ausging, die es zu
beweisen GALT. Und das ist in diesem Fall der Materialismus. Alle
"Beweisführung" war nur ein Versuch, diesen Ansatz stimmig ZU MACHEN.
Das funktioniert in Teilabläufen oft noch ziemlich gut. Aber im Ganzen
versagt es kläglich.
Denn leider haben auch alle diese
Ideen einen Haken, Tong gibt es zu, und es überrascht jeden, der man
seinem eloquenten Vortrag bis hierhin begeistert gefolgt ist, so, daß
man es gar nicht gleich kapiert. Denn was er zuvor sagte, wirkte doch so
"überzeugend stimmig": Alle diese wunderschönen Thesen sind experimentell nicht beweisbar.
Keiner dieser theoretischen Gesamtansätze wurde bislang (am LHC bzw. am
CERN) bestätigt, ja eigentlich widerlegt. Obwohl die Apparaturen perfekt
waren. So perfekt wie noch nie. Aber es muß etwas nicht stimmen.
Einzeldinge
gut, Einzelvorgänge, ja, die sind irgendwie beweisbar. Aber die
Gesamterklärung ist 2015 oder 2016 krachend gescheitert. Die Vorhersagen
über das, was man finden sollte, damit alles stimmig blieb, sind NICHT
eingetroffen. Das hat für die Gemeinde der Quantenphysiker einen
gehörigen Schock bedeutet. Und sie hat sich daraufhin in drei
Fraktionen geteilt:
Die eine Gruppe (die vor allem aus
den Älteren im Fach besteht) sagt, daß man nur Geduld mit diesen
Experimenten haben muß. Irgendwann wird man etwas sehen. Seltsamerweise
sind das aber genau die Leute, die vorhergesagt haben, DASZ man schon
jetzt etwas sehen würde.
Die
zweite Gruppe besteht aus jenen die sagen, daß die Theorien einfach
stimmen müssen, sodaß man nur eine größere Maschine bräuchte, um sie
experimentell beweisen zu können. Au ja, das kennen wir. Sie hat nur ein
Problem: Wer soll die für diese Vorstellungen von Beweismaschine
nötigen zehn Milliarden Dollar bezahlen?
Momentan scheint nur China konkretes Interesse zu haben (und
man sollte die Chinesen dazu geschickt ermuntern! so wie sie uns gemäß
Rezept von Sun Tsu und Mao Tse-dung als strategisch perfekte Waffe -
wer den Feind nicht besiegen kann, muß ihn zuerst schwächen - zum
Klimawahn ermuntert haben; Anm.) Wobei - selbst dann würde es zwanzig Jahre dauern, bis so eine Maschine fertig ist.
Und dann gibt es eine dritte Gruppe von Physikern. David Tong gehört zu diesen (und trifft sich darin mit
Alexander Unzicker,
s. o.) Er sagt, daß die Gleichung zwar stimmt, das weiß man. Aber es
gibt Punkte, die man bisher noch nicht verstanden hat. Der Physiker
meint also, daß man vielleicht noch einmal von vorn beginnen sollte. Um
alle die Voraussetzungen, Annahmen und Paradigmen, die man derzeit
eingebaut hat, zu hinterfragen. Denn immerhin hat sich die Formel am
CERN ja nicht bestätigt, und das sollte man vielleicht ernst nehmen.
Immerhin
lassen sich auch in der Formel ganz neue Muster vermuten. Es gibt
Hinweise, daß es Verbindungen zur Physik der kondensierten Materie geben
könnte. Also sollte man vielleicht Querverbindungen zu Wissenschaften
suchen, die erforschen, wie Materialien arbeiten. Oder Verbindungen zur
Quanteninformation. Alles mit der Zielsetzung, eines Tages eine Formel
zu finden, die das derzeitige Standardmodell in ihrer Erklärungskraft
übertrifft weil stimmt.
Morgen Teil 5) Hören wir doch endlich auf,
uns alle diese Geschichterl auftischen zu lassen -
Das Video
*Wir
haben es beim gegenwärtigen "Weltbild der Quantenphysik" und seiner
Kosmologie tatsächlich mit einer mythenverbrämten Erzählung zu tun. Dies
geht auch deutlich hervor, wenn man beliebte Werke wie "Kleine
Geschichte der Zeit" von Stephen Hawking liest. Das der VdZ nach
Lektüre empört in die Ecke warf. Denn Hawking erzählte hier einfach
seine Vorstellung, wie die Welt entstanden sein könnte und wie sie sei.
In diesem Mythos einer "Welt ohne Gott" finden sich dann bestenfalls
wissenschaftliche Versatzstücke, die offensichtlich den Eindruck
vermitteln sollen, es handele sich um mehr als phantasievolle
Spekulation, denn Hawking verkauft das Buch glatt als "Wissen". Das
verbittert umso mehr, als es weltweit enorme Verbreitung fand. Denn
natürlich wurde diese neue Kosmologie, die man aber nur glauben - nicht
denken - kann, von einer "Welt ohne Gott" begeistert aufgenommen.
*120119*