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Donnerstag, 25. August 2022

Mutter aller Häresien

Die Mutter aller Häresien, schreibt Thomas v. Aquin einmal, ist der Glaube, daß die irdische Wissenschaft das umfassende Wissen, das uns ind er göttlichen Offenbarung geschenkt ist, übersteigt und aussticht. 

Es ist also immer dieser gespaltene Zugang zur Welt, die an sich bereits - weil eine Schöpfung - eine Selbstoffenbarung Gottes des Schöpfers ist, in dem der Mensch sein "eigenes" Zusammenbräu für erhellender und erklärender hält, als die Heilige Überlieferung es sei. Denn Gott, dieser GANZ ANDERE, ist (wiue jedes ANDERE) direkt nur erkennbar, wenn er sich offenbart, ansonsten kann fur ihn nur rückgeschlossen werden.

Der Hochmut hinter dieser Haltung, ihn aber gar nicht zur Erkenntnis der Welt zu benötigen, wird nicht zuletzt darin offenbar, als es üblich ist, sich dem Wissen der Vorväter gegenüber (denen wir dann auch die Heilige Schrift verdanken) als so unendlich weit überlegen zu halten, als wären diese Weisen und Propheten und Denker in einer Art debilen Grenzzustands zwichen Kindern und frommen Dummerchen gewesen. 

Montag, 25. Februar 2019

Auf der Suche nach der Weltformel (5)

Teil 5) Hören wir also endlich auf, 
uns alle diese Geschichterl auftischen zu lassen - 
Das Video




Nun, das Naheliegendste hinterfragt David Tong freilich nicht. Ob nämlich nicht der philosophische Ansatz, der hinter der heutigen Physik steht, das Problem ist. Denn er ist irrtumsbehaftet. Sodaß immer die falschen Fragen gestellt werden MÜSSEN. Letztlich setzt die Physik nämlich nur den Materialismus fort, das heißt, geht davon aus, daß sich die Welt "von unten nach oben" aufbaut. Man weiß also, daß es keine Teilchen "gibt", baut dennoch die Welt von Teilchen an auf. Vor allem aber stellt Tong die Hauptfrage nicht: Wie aus Nichts bei einem Urknall etwas entstanden sein soll!? 

Aus Nichts kann nicht Etwas werden, das ist denknotwendig. Das wird auch nicht besser, wenn man die Zeit der Entstehung des Weltalls immer kleiner redet. Dasselbe gilt, wenn von "Begreifen" die Rede ist. Was begreift die heutige Physik wirklich? Gar nichts! Das Beschreiben mit Formeln ist noch lange kein Begreifen. Sondern es ist die bei der Zeit beim Urknall nur ein immer weitergehendes Zurückschieben auf letztlich unerklärbare, unbegriffene Worte, "Kräfte", die niemand begreift, die einfach da sind. Ein "Warum" wird sich daraus nie ergeben, nur ein "Wie" auf einfacher Stufe. Begreifen heißt aber, das "Warum" zu sehen. Heißt das Wesen der Dinge zu erfassen, und das geht nur, wenn man ihr "Warum" kennt. Denn daraus läßt sich dann auch das Wesen des Entstehungs- und Bleibevorgangs erkennen. 

Außerdem ist jedes Experiment im Grunde ... wertlos. Denn es gibt keine Eigenschaften von "Dingen", die an sich als physikalische Kräfte detektierbar wären - außerhalb von (im Experiment definierten) Beziehungen, das heißt: Außerhalb von hier "Wesen" und dort dem "Charakter von Beziehungen" gemäß. Die also einem "Ort" entsprechen. Woher sollen sonst die "Kräuselungen" (=Dinge) zur Welt (als Welt) kommen? Aus Interferenzen, die zufällig entstehen? Warum beginnt etwas zu "Wabern"?

Oder wäre nicht der Umstand neu zu bedenken, daß es nichts außerhalb von Beziehungen gibt? Die Physik weiß es doch am allerbesten! Sie weiß, daß die Beobachtung das Beobachtete verändert. Warum? Weil es eben nichts außerhalb von Beziehungen gibt. Läge darin nicht ein Erklärungsansatz für die geschilderte Tatsache, daß sich Quanten-/Feldeigenschaften nur dann "verstehen" und vorhersagen lassen, wenn sie "ruhig" sind? Daß also die Formeln nur dort zutreffen? Vielleicht, weil die Beziehungen eben eingeschränkt (Experiment) sind? Was sind also dann die Formeln noch wert, wenn sie auf die reale Welt, die erst Welt ist, WEIL und SOWEIT sie Beziehung von Dingen ist, gar nicht zutreffen?

Damit ist klar, daß dieser Physik der entscheidende Wirkfaktor in jeder ihrer Formeln fehlt - die Erst- und Grundursache, die dann allem weiteren zugrunde liegen muß und die generelle Matrix unter allem Dinglichen (Universum) bedeutet. Denn alle Wirkung ergibt sich aus der Ursache. Nur so läßt sich dann auch die "große Vereinheitlichung" erreichen, die alle seit je anstreben und die ohne Gott, das Sein, nur zu einer Phantasie, zu einem leeren Wahn wird. 

Das ist der Grund, warum Physik heute (bzw. spätestens seit Newton) nur eine Stufe der Esoterik und der Magie ist. Es ist ein Irrtum des Rationalismus zu glauben, daß es hier eine von allen gleich zu betreibende Physik gibt, und dort dann die Bereiche Religion und Philosophie. Beides interagiert! Und auch der Rationalismus ist letztlich ein pures Glaubenssystem.

Erst wenn man diesen völligen Paradigmenwechsel vollzieht, also das derzeitige Paradigma des Materialismus ablegt, ist der Weg zu dem frei, was Tong aufrichtig zu suchen scheint: Zur Urformel. Zur Theorie von Allem. Zu Gott, dem Sein selbst. Zu einem Universum das nur besteht, weil und insofern es an diesem Sein teilhat. Sodaß die innere Grammatik der Materie nicht die der Selbstentstehung und -erhaltung ist, sondern die der Teilhabe eines Seienden am Sein. Wenn dem so ist - was natürlich nur als hypothetische Frage gelten kann - dann muß man doch davon ausgehen, daß sich dieses Telos allem Seienden eingeschrieben sein muß.

Und immerhin ist die Feldtheorie ja sogar so etwas wie ein Hinweis auf ein formgebendes Prinzip hinter aller Materie!, der freilich noch der Grund für die "Kräuselungen" als Individuationen fehlt - und hier sind wir bei Geist und Idee, bei logos also. Während sich in der geahnten Verbindung zu Quanteninformationstheorien ein Hinweis findet, daß hinter allem Geist steht. Geist, der mehr ist als Epiphänomen, sondern der Ursprung und Quelle aller Form ist. Denn im Anfang war das Wort ...  

Ohne Gott und einen personalen Willen im Sein bzw. als Sein, ja noch mehr: ohne das Erfassen der Inkarnation Gottes in Jesus Christus läßt sich auch die physische Welt nicht erfassen. Sie bleibt nur ein mehr oder weniger abgespecktes Weltkonzept, und jedes Wirken des Menschen ein mehr oder weniger gelungenes Herumpfuschen. Oder hat man wirklich vergessen, daß das der Grund für den Beginn der Wissenschaft war? Der war nämlich religiöser Herkunft. Als Teilhabe am Wissen Gottes.








*110119*

Sonntag, 24. Februar 2019

Auf der Suche nach der Weltformel (4)

Teil 4) Aber stimmt das alles überhaupt?


Spätestens gegen Ende des Vortrags beschleicht einen denn doch ein seltsames Gefühl. Denn erst jetzt offenbart Tong etwas Seltsames, das vorher völlig verschwunden war und nun gar nicht nachvollziehbar scheint. Wo doch Tong die Größe und Großartigkeit der Weltformel "Standardmodell" ständig anpries! Sie ... stimmt aber womöglich gar nicht. Obwohl man doch "alles richtig" machte! Die Wirklichkeit der Dinge und der Welt ist seltsamerweise und offenbar anders. Hat Tong etwas verschwiegen? Ist die wunderbar zu schlürfende, phantastisch rund klingende Quantentheorie ein Bluff? Denn so schaut es nun tatsächlich aus.

So, wie Tong erst jetzt und so nebenbei erklärt, daß diese tolle Weltformel Postulate enthält (in Wirklichkeit sind das rund 74 oder mehr, sagt u. a. der deutsche Quantenphysiker Unzicker; Anm.), wo immer wieder und wieder einfach eine Fixgröße (Konstante) angesetzt wurde, die zwar nicht aus der Theorie hervorging, aber wohl so sein muß, weil es eben "so ist", und anders nicht der Beobachtung entspricht. (Kennen wir das nicht von den Klimamodellen? Nachtijall, ick hör dir trappsen ...).

Und das geht aus den Experimenten hervor. Ist nicht genau das der Punkt, den Tong meint, wenn er immer wieder darauf hinweist - man vergißt es fast - daß die Physik eine  Formel hat "die alles erklären kann", von der man aber leider "nicht alle Teile versteht"?  

Herrschaften, genau das ist es.  

Die Formel "Standardmodell", die angeblich das Größte und Beste ist, was Menschen jemals formuliert haben, wurde und wird ständig "korrigiert". Wurde ständig mit Fixgrößen bereichert, die aus keinem Experiment, aus keiner Theorie, aus keiner präzisen Rechnung hervorgehen.*

Die aber wohl so sein müssen, weil die beobachtbare Wirklichkeit "so ist". Warum das "so ist"? Kein Physiker weiß das. Das wird einem nach diesem Vortrag klar. Denn mit einfachen Worten, zum Mitschreiben: Die Weltformel, auf die sich alle berufen, ist nicht aus mathematischer Präzision geboren, oder aus überlegener Philosophie entstanden, oder aus perfektem Denken hervorgegangen. Sie ist eine Ansammlung von Größen, die aus der Beobachtung hervorgehen und notwendig dazugeschlumpert wurden. Von denen aber niemand weiß, warum sie so sind, oder warum sie überhaupt da sind. So schaut's aus! Und diese Formel behauptet allen Ernstes, die (körperhafte, also physikalische) Welt zu erklären!? Das ist ja noch schlimmer als der Klimawahn!

Tong zeigt damit etwas Wunderbares. Ob bewußt oder unbewußt wissen wir nicht. Er zeigt, daß man sich in ein Gebäude aus Teillogiken einspinnen kann, wo auch alles zu stimmen scheint. Nur - die Wirklichkeit ist dann verblüffender Weise anders. Man hat in der Kalkulation nämlich vergessen, daß alle diese "Logik" von einer Prämisse ausging, die es zu beweisen GALT. Und das ist in diesem Fall der Materialismus. Alle "Beweisführung" war nur ein Versuch, diesen Ansatz stimmig ZU MACHEN. Das funktioniert in Teilabläufen oft noch ziemlich gut. Aber im Ganzen versagt es kläglich.

Denn leider haben auch alle diese Ideen einen Haken, Tong gibt es zu, und es überrascht jeden, der man seinem eloquenten Vortrag bis hierhin begeistert gefolgt ist, so, daß man es gar nicht gleich kapiert. Denn was er zuvor sagte, wirkte doch so "überzeugend stimmig": Alle diese wunderschönen Thesen sind experimentell nicht beweisbar. Keiner dieser theoretischen Gesamtansätze wurde bislang (am LHC bzw. am CERN) bestätigt, ja eigentlich widerlegt. Obwohl die Apparaturen perfekt waren. So perfekt wie noch nie. Aber es muß etwas nicht stimmen.

Einzeldinge gut, Einzelvorgänge, ja, die sind irgendwie beweisbar. Aber die Gesamterklärung ist 2015 oder 2016 krachend gescheitert. Die Vorhersagen über das, was man finden sollte, damit alles stimmig blieb, sind NICHT eingetroffen. Das hat für die Gemeinde der Quantenphysiker einen gehörigen Schock bedeutet. Und sie hat sich daraufhin in drei Fraktionen geteilt:

Die eine Gruppe (die vor allem aus den Älteren im Fach besteht) sagt, daß man nur Geduld mit diesen Experimenten haben muß. Irgendwann wird man etwas sehen. Seltsamerweise sind das aber genau die Leute, die vorhergesagt haben, DASZ man schon jetzt etwas sehen würde. 

Die zweite Gruppe besteht aus jenen die sagen, daß die Theorien einfach stimmen müssen, sodaß man nur eine größere Maschine bräuchte, um sie experimentell beweisen zu können. Au ja, das kennen wir. Sie hat nur ein Problem: Wer soll die für diese Vorstellungen von Beweismaschine nötigen zehn Milliarden Dollar bezahlen?

Momentan scheint nur China konkretes Interesse zu haben (und man sollte die Chinesen dazu geschickt ermuntern! so wie sie uns gemäß Rezept von Sun Tsu und Mao Tse-dung als strategisch perfekte Waffe - wer den Feind nicht besiegen kann, muß ihn zuerst schwächen - zum Klimawahn ermuntert haben; Anm.) Wobei - selbst dann würde es zwanzig Jahre dauern, bis so eine Maschine fertig ist. 

Und dann gibt es eine dritte Gruppe von Physikern. David Tong gehört zu diesen (und trifft sich darin mit Alexander Unzicker, s. o.) Er sagt, daß die Gleichung zwar stimmt, das weiß man. Aber es gibt Punkte, die man bisher noch nicht verstanden hat. Der Physiker meint also, daß man vielleicht noch einmal von vorn beginnen sollte. Um alle die Voraussetzungen, Annahmen und Paradigmen, die man derzeit eingebaut hat, zu hinterfragen. Denn immerhin hat sich die Formel am CERN ja nicht bestätigt, und das sollte man vielleicht ernst nehmen.

Immerhin lassen sich auch in der Formel ganz neue Muster vermuten. Es gibt Hinweise, daß es Verbindungen zur Physik der kondensierten Materie geben könnte. Also sollte man vielleicht Querverbindungen zu Wissenschaften suchen, die erforschen, wie Materialien arbeiten. Oder Verbindungen zur Quanteninformation. Alles mit der Zielsetzung, eines Tages eine Formel zu finden, die das derzeitige Standardmodell in ihrer Erklärungskraft übertrifft weil stimmt.

Morgen Teil 5) Hören wir doch endlich auf, 
uns alle diese Geschichterl auftischen zu lassen - 
Das Video




*Wir haben es beim gegenwärtigen "Weltbild der Quantenphysik" und seiner Kosmologie tatsächlich mit einer mythenverbrämten Erzählung zu tun. Dies geht auch deutlich hervor, wenn man beliebte Werke wie "Kleine Geschichte der Zeit" von Stephen Hawking liest. Das der VdZ nach Lektüre empört in die Ecke warf. Denn Hawking erzählte hier einfach seine Vorstellung, wie die Welt entstanden sein könnte und wie sie sei. In diesem Mythos einer "Welt ohne Gott" finden sich dann bestenfalls wissenschaftliche Versatzstücke, die offensichtlich den Eindruck vermitteln sollen, es handele sich um mehr als phantasievolle Spekulation, denn Hawking verkauft das Buch glatt als "Wissen". Das verbittert umso mehr, als es weltweit enorme Verbreitung fand. Denn natürlich wurde diese neue Kosmologie, die man aber nur glauben - nicht denken - kann, von einer "Welt ohne Gott" begeistert aufgenommen.




*120119*