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Sonntag, 17. März 2024

Die Erfinder des ersten Slphabets zo0gen aus Ägypten aus

Kurzkritik an zwei (empfehlenswerten) Filmen 
PATTERNS OF EVIDENCE - 2teliger, amerikanisch-freikirchlich-protestantischer Film. Im ersten Teil geht es um die Historizität des Exodus, der anhasn neueer, aber auch bereits älterer, nmur anders zu interpretierender archäologischer Belege äußerst plausibel nachgewiesen wird. Er fand aber anders als bisher behauptet nicht zur zeit Ramses II., sondern 250 Jahre etwa VORHER statt. Wenn man das nun annimmt, und dafür gibt es eine Menge Belege, das zu tun, wird plötzlich die Geschichtsschreibung und die Bibel komplett synchron

nun habe ich mir den 2. Teil bestelt, heute bekommen, und gleich angesehen. In "Die Moses Kontroverse" geht es um die Frage, ob die Hl. Schrift ("Thora") von Moses geschrieben wurde, wie in der Bibel slbst ja mehrmals behauptet wird. Biusher sagt man: Nicht mglich. Das Hebräische ist erst um 900 entstanden, und die ältestte Schrift, das Phönizisch (Alphabet), stammt etwa aus 1.000. Nun gibt es bemerkenswerte Steinschriften aus dem 15. vorchristlichen Jhd., die man bisher kaum zuordnen konnte. In dem Film zeigt sich, daß man diese Schrift als ganz frühes, aus dem Ägyptischen (Josef!) entstandenes Hebräisch lesen kann. Und plötzlich wird sogar das plausibel: Daß Moses eine Schriftsprache hatte, in der er die fünf Bücher niederschrieb.

Donnerstag, 25. August 2022

Mutter aller Häresien

Die Mutter aller Häresien, schreibt Thomas v. Aquin einmal, ist der Glaube, daß die irdische Wissenschaft das umfassende Wissen, das uns ind er göttlichen Offenbarung geschenkt ist, übersteigt und aussticht. 

Es ist also immer dieser gespaltene Zugang zur Welt, die an sich bereits - weil eine Schöpfung - eine Selbstoffenbarung Gottes des Schöpfers ist, in dem der Mensch sein "eigenes" Zusammenbräu für erhellender und erklärender hält, als die Heilige Überlieferung es sei. Denn Gott, dieser GANZ ANDERE, ist (wiue jedes ANDERE) direkt nur erkennbar, wenn er sich offenbart, ansonsten kann fur ihn nur rückgeschlossen werden.

Der Hochmut hinter dieser Haltung, ihn aber gar nicht zur Erkenntnis der Welt zu benötigen, wird nicht zuletzt darin offenbar, als es üblich ist, sich dem Wissen der Vorväter gegenüber (denen wir dann auch die Heilige Schrift verdanken) als so unendlich weit überlegen zu halten, als wären diese Weisen und Propheten und Denker in einer Art debilen Grenzzustands zwichen Kindern und frommen Dummerchen gewesen. 

Sonntag, 21. August 2022

Gedankensplitter (1433)

Es gehört zu den beglückendsten Erfahrungen eines Mannes (wir mich) am Beginn seiner 60er, zu erkennen, daß uns die Schrifte und Heiligen Texte so immens weit voraus sind, daß wir täglich mit neuer Erwartung in dieses Spannungsfeld treten dürfen. Um uns dann mit neuen Einsichten beschenken zu lassen. 

Ich vermute, daß diese Haltungsveränderung, die darin ihren Ausdruck findet, mit der bloßen Tatsche zusammenhängt, daß ich wieder und wieder nicht nur die Unzulänglichkeit des eigenen Planens und Denkens erfahren habe, sondern auch, daß ich Texte, die ich vor zwanzig, dreißgi oder fünf Jahren las, immer wieder und wieder wie neu auftreten. Und ich Wahrheiten darin erkenne, die mir vor fünf oder zwanzig Jahren vollkommen verschlossen geblieben waren. 

Sonntag, 14. August 2022

Sein wie Gott

Das Problem des Subjektivismus als der Heranziehung des persönlichen "Fühlens" als Grundlage der persönlichen Entscheidungen ist kaum nochzu übersehen und sowieso nichtzu unterschätzen. Fast alles, was wir heute vor Augen haben, ist darauf zurückzuführen. 

Es erkennt nicht, daß die persönliche Entscheidungsgrundlage aus dem Zusammefließen aller möglichen Elemente und Strebungen im Menschen entsteht, die ihren jeweiligen Vorrang aus quasi zufälligem Vorrang der einen oder anderen Strebung bezieht.

Freitag, 10. Juni 2022

Der objektive Beweis

Tulsa Massaker
Rache an der Medizin
- Der junge Mann, der kürzlich in einem Hospital in Tulsa/Oklahoma (USA) willkürlich 4 Personen erschoß, ehe er sich selbst richtete, hat sich für durch Fehlbehandlung (eine Operation am Rücken) zugefügtes Leid gerächt. Seine Tötungen fanden gezielt statt. Er hat sich die "Schuldigen" an seinen Qualen genau überlegt, zwei Waffen gekauft, und sie dann gezielt exekutiert. Unter den Opfern ist auch der Chirurg.

Erst eine Woche davor gab es einen ähnlichen Vorfall, bie dem als verbindendes und damit Allgemeines der leichte Zugang zu Waffenbesitz in den USA angeführt wird. Zu leicht, zu verlockend ist diese Erklärungn. ABer ist es eine Erklärung? Gibt es nicht eine ganz andere Allgemeine, die nur weniger offensichtlich, aber noch symptomatischer und noch dramatischer ist? Denn könnte man diese
Mike Adams
 
Taten nicht als Reaktionen auf die Tatsache sehen, schreibt Mike Adams auf "Natural News", daß die Medizin zunehmend zu einer Veranstaltung von Gewalt an den Menschen geworden ist?

Viel zu viele Behandlungen werden bereits als medizinischer Standard angesehen, die in Wahrheit schwere Verletzungen der Menschwürde, in vielen Fällen pure Gewalt sind, die an den Menschen ausgeübt wird. Darunter auch blanker Mord, wie bei Abtreibungen, oder Verstümmelungen im Namen einer geisteskrank gewordenen Anthropologie, wie sie bei der Praxis der Organtransploantationen zur Regel wurde, wo man über eine bequeme, aber falsche Definition des menschlichen Todes lebenden Menschen lebenswichtige Organe entnimmt, um sie anderwärtig zu verwenden. Man denke aber auch an den Irrsinn, der sich bei Geschlechtsumwandlungen bereits abspielt. 

Sonntag, 5. Juni 2022

Wehe dem, der die wahren Götter liebt

Was aber nun anbrach, waren Zeiten eines durch straffes Militir aufrechterhaltenen Frieden und das Rexhtsystem, waren Theter, Bäder, Hygiene, bessere Häuser und prosperierender Handel, und da waren vor allem die Tempel, die JEDEN SEINEN Gott nebeneinander verehren ließen, ohne daß es jemanden störte. 

Junge Männer, deren Väter noch in Hütten gelebt, ihren Göttern geopfert, und mit dem eigenen Blut gegen alle möglichen Feinde gekämpft hatte, erhielten Erziehungen in den Freien Künsten, und wer bereit war lateinisch zu lernen, wurde zum Rhetor geformt und durfte eine Toga, Zeichen eines angesehenen Bürgers Roms, tragen, der in öffentlichen Versammlungen seine Stimme erheben durfte.
Auf subtile Weise und in kleinen Schritten, so Tacitus, wurden so die Briten dazu verführt, sich an Komfort und Zeitvertreib zu gewöhnen, der die Ureinwohner der Insel nicht nur vergessen ließ, daß sie Sklaven ware, sondern diesen Zustand sogar noch Kultur nannten.

Woran die Familie zerbricht

Eine der fatalen Folgen des Denkens in autonomen, individualistischen "Talenten" und für sich stehenden "fähigkeiten" (als hätte das Tun sein Objekt bereits in sich, und als wäre eine Bewegung, also eine Fertigkeit, nicht primär abstrakt und ohne Ausrichtung auf das Zielobjekt - der Junge, der geschickt in der Handführung ist, kann sowohl hervorragend Schrauben drehen, als auch Tapeten kleben, Madonnen schnitzen und Geschichten formulieren, jeweils dieselben Abstrakta), ist das Zerreißen des familialen Zusammenhalts.

Denn wenn das Kind eine Fähigkeit hat, die von der der Eltern völlig abweichen könnte, ja wahrscheinlich sogar tut - die Kleinkindpädagogik setzt heute bereits bei einer identitätsbefreiten, universalen GLEICHHEIT aller Kinder an, die sich dann "ihren inneren Fähigkeiten gemäß" entwiekeln sollen weil angeblich wollen und können - dann besteht nicht nur kein Anlaß, die Traditionen der Eltern zu übernehmen, also in der Familie, im sozialen Alltag zu LERNEN, also eine Verpflichtung zu einem Tun anzunehmen und vom Rollenvorbild (Vater, Mutter, enges oder weniger enges Familienmitglied), sondern das wird ihn sogar höchstwahrscheinlich BEHINDERN weil, mit psychologischen Zwängen befrachtet, einengen.

Sonntag, 24. April 2022

Der Lohn des Priesters auf unserem Tisch (2)

Diese Wahrheit ist in allen Völkern und zu allen Zeiten wenigstens in einem bestimmten anfanghaften Beginnen auch noch mehr oder weniger erinnert worden. Vor zehntausend Jahren ganz gewiß noch mehr als nach dem Wiederbeginn nach der Sintflut, seither aber wieder deutlich abgeschwächt und immer schwcher werdend. In gewisser Hinsicht können wir also sagen, daß wir es heute deutlich schwerer haben, als unsere Vorfahren vor 4.000 Jahren. Die sich noch besser erinnern konnten, so könnte man es ausdrücken. 

Während wir uns immer schwerer tun. Umso schwerer, als wir einen Stoß gegen die Erinnerung erlebt haben, indem vor zwei-, dreihundert Jahren in einem massiven und sehr praktischen, realen Vorgang die Tradition abzureißen versucht wurde.

Ein Vorhaben, das in den letzen zwei Generationen eine Dynamik angenommen hat, die schon Menschen wie mich, den Geburtenjahrgängen der ersten 1960er-Jahrgänge zugehörig, eine Zeit, deren Menschen noch in "zwei Welten" standen - in der alten wie in der revolutionären, also das Vorhandene niederreißenden neuen - die also noch uns heute 60jährigen und Älteren immer deutlicher bewußt wird, je mehr wir uns der eigenen Schwelle zum Tode nähern.

Samstag, 23. April 2022

Der Lohn des Priesters auf unserem Tisch (1)

Das Opfer, das die Priester Gott darbringen, nahm sienen ausgangspunkt am Paschah-Fest, das in Jesus Christus alle vormals noch "rein menschlichen" Handlungen zum innertrinitarischen Geschehen erfüllten, im Selbstopfer der zweiten göttlichen Person, dem Gottessohn Jesus Christus, wahrer Mensch und wahrer Gott. In ihm findet sich nicht nur Menschheit und Gottheit unlösbar verbunden, sondern der Akt des Opfers vor Gott - zur Sühne und damit Süändentildung, zur Besänftigung hinsichtlich der Gerechtigkeit, die auch Strafe bedeutet, zum Lob, zum Dank, zur Bitte - nimmt die Schöpfung selbst (über den Menschen, der zusammenfassender, krönender Teil dieser Schöpfung ist, in dem sich nämlich alles irdisch Geschöpfliche wiederfindet - ist in das innertrinitarische Geschehen hineingeholt worden.

Im Osterfest wird dieser die Menschheit erst erlösende Akt, der in einem Durchbrechen des Zeitlichen, in einem definitiven Einbruch des Ewigen geschehen ist (also geschichtlich wurde), neu in die Gegenwart geholt. Solcherart, wird das Opfer vor Gott zu Ostern je neu geschichtlich GESTIFTET. Und kann sich nunmehr zum Geschichtlichen selbst ausrollen, wie es im Jahreskreis, in den die gesamte Natur, von den äußersten Sternen bis zum kleinsten Korn sich gliedert, dann geschieht. In dem die Welt zu Ostern beginnt (die Zeit des ersten Frühjahrshalbmondes ist für die Menschen seit je der Beginn des Jahres gewesen), aus dem (irdischen) (Tode heraus ins (irdische) Leben eintritt, sich zur Fruchtbarkeit steigert, die in der Ernste den gesamten Jahreskreis nährt, um dann in der Vorbereitung auf die lange Nacht des Winters den Zyklus zum Christkönigsfest, das ist der letzte Sonntag vor dem 1. Adrentssonntag, zu vollenden.

Montag, 11. April 2022

Die Nazis wollten nie ein Heimchen am Herd

Diese Zahlen sind natürlich interessant, und enorm aussagekräftig. Sie bestätigen, was ich seit je gesagt habe: Das Bild vom Nationalsozialismus ist extrem propagandagefärbt, aber - von der eigenen Propaganda. Die Wahrheit ist, daß Deutschland unter den Nazis der Prototyp des modernen (heutigen) Gesellschaft war. Wir sprechen hier von einem, wenn nicht DEM Schlüsselwert, geht es überhaupt zum Thema Familie. Also, hören Sie zu:

1939 waren in Deutschland noch OHNE Kriegswirtschaft 51 Prozent der deutschen Frauen von 16-60 Jahren in einem Erwerbsberuf tätig. Das war ein Drittel sämtlicher Arbeitskräfte, verglichen mit nur einem Viertel in England. Dort betrug diese Zahl berufstätiger Frauen lediglich 31 Prozent. Und hat sich auch bis 1944, also dem Höhepunkt des Kriegsringens, auf nur 41 Prozent gesteigert.

Anders als auf der britischen Insel war es in Deutschland nicht einfach der Rüstung zuzuschreiben, daß so viele Frauen "arbeiteten". Sondern (und das ist noch interessanter) den wirtschaftlichen Strukturen. Denn fast die Hälfte der berufstätigen Frauen arbeitete in der Landwirtschaft. Während es in England gerade einmal 100.000 Frauen waren. In landwirtschaftlich so stark gerägtne Ländern wie Bayern udn Baden Württemberg betrug der Anteil der Frauen, die "arbeiteten", sogar 60 %, und zwar schon 1939, also vor dem Krieg.

Freitag, 18. März 2022

Gedankensplitter (2005a)

Eigentlich genau umgekehrt - Das Seltsame ist, daß das, was man "Traditionalismus" nennt, und das sich ganz besonders darauf beruft, daß es "die Tradition" aufgreife und weiterführe, die Tradition gewissermaßen "überspringt", und auf eine Art Vorgestern zurückgreift. Aber genau das verweigert, was Tradition ist, und was sie angeblich früher auch gewesen war. 
Der sogenannte Traditionalismus verweigert der eiugenen Elterngeneration die Übernahme DERER Tradition, um dabei nicht einmal auf die vorletzte Generation zurückzugreifen, sondern auf einen Fixpunkt irgendwann in der Vergangenheit. Man nennt das eigentlich nicht Traditionalismus, sonder Archäologismus.
Das Allerseltsamste aber ist, daß das gar nicht das Wesen der Tradition ist. Sondern es ist ganz exakt DAS PRINZIP DER REVOLUTION. Jede Revolution, und zwar wirklich jede, beruft sich auf einen Punkt in der Vergangenheit, den es nun angeblich wieder aufzugreifen gebe. WEIL die vorhandene Stufe nicht mehr im Strom der Tradition stehe, sondern diese FALSCH INTERPRETIERT habe.

Sonntag, 20. Februar 2022

Die Kultur im Fleische

Die Klageweiber [mit ihren violett angemalten Gesichtern] waren [trotz des in von niemandem erwarteten ausgreifenden Schritten erfolgten, langen Aufstiegs zum Berge Mose, dem Musa Dagh] hinreichend bei Kräften - nicht einer ging auch nur der Atem schneller - um sofort an die Arbeit zu gehen. Nunik [die Nasenlose, deren Schneidezähne aus dem lippenlosen Gesicht starrten, und deren Alter der Legende nach hundertfünzig und mehr Jahre betrug], Wartuk, Manuschak und die anderen hockten sich zu den Toten. Ihre schmutzigen Klauen enthüllten die schon erstarrten Gesichter. Und dann hub an ihr Gesang, älter vielleicht als die ältesten Lieder der Menschheit. Er wurde ohne Unterbrechnung wiederholt, bis der letzte Stern sich im ergrünenden Himmel löste. 

So arm der Text war, so reich veränderte sich die Melodie. Manchmal wars nur ein langes gleichlautendes Stöhnen, manchmal eine Kette heulender Koluraturen, manchmal ein ödes, schmerzverschlafenes Nicken derselben zwei Töne, endlos, manchmal ein schrilles Aufbegehren, und dies alles nicht etwa frei und der willkürlichen Eingebung foldend, sondern gesetzmäßig und überliefert von jeher. Nicht jeder der Sängerinnen, [denen nicht viel zu den Chorgestalten der antiken Tragödie fehlte], besaß die altbewährte Kunst und Stimme Nuniks. Es gab unter ihnen auch mäßige und daher eigennützige Künstlerinnen, deren Gedanken während der Arbeit ausschließlich mit dem Geldbeutel der Hinterbliebenen befaßten. Was nützten dem reichsten Manne hier obern seine Pfunde und Piaster?

Donnerstag, 11. November 2021

(Nicht nur) Ungarische Phantasien

Sämtliche dieser Bilder sind von "mitteleuropa" übernommen, dort liegt auch die Urheberschaft. Den Text dazu möge der Leser eben dort nachlesen. Uns sollen die photographischen Eindrücke genügen, die das Thema der "wahren ungarischen Frau" illustrieren. Die die Verbindung mit dem ursprünglichen Ungartum sucht. Und angeblich findet. Davon aber, so der Artikel, hängt die Zukunft Ungarns ab.

Wie auch immer, wir schließen hier an die vor langen Jahren einmal gepflegte Reihe von Bildern über "die Frau" an. Ansonsten kennt der VdZ freilich eher Männer, die in Ungarn zu Pferde die Kunst des Schießens mit dem sehr originären ungarischen Schichleim-Bogen pflegen. 

So nebenbei: Wer an der Effektivität von Pfeilen als Tötungsinstrument zweifelt, den kann der VdZ eines besseren belehren: Auch er hätte nie geglaubt, welche Wucht auf welche Entfernung (dabei mit welcher Präzision abzuschießen) so ein urtümliches Kampf- und Jagdwerkzeug entwickeln, welche Folgen es verursachen kann, hätte er es nicht selbst einmal gesehen. Und zwar bei einem betont nordgermanischen Allgäuer. (Traditionsbewußte gibt es also nicht nur in der Puszta.) 

Sonntag, 7. November 2021

Da wußte ich: Es wird bald kommen

Es mag sein, daß ich Sie überfordere, werter Leser. Hoffentlich nicht. Ich wäre enttäuscht, das sage ich ganz ehrlich, würde aber ganz gegen jeden Habitus nicht erklären, warum.
Inständig hoffe ich aber, daß wir beide wissen, warum uns Meldungen wie die beiden, die ich dieser Tage in Zeitungen las, den Kübel aus dem Eimer dreschen, um es mit den Worten des Edelen Hoiber vom Deinpohl zu sagen. 

Da war zuerst ein Artikel in einem bürgerlich-konservativ-liberalen (ist das noch zu trennen?) Blatt. Wo ein Redakteur um die Notwendigkeitseinsicht warb, in all dem Denken an Klima und Katastrophe nicht die Notwendigkeiten der Freien Marktwirtschaft zu vergessen. Auch wenn, schrieb dann der Frohblitzer, Fleisch am Tisch zweimal in der Woche ja wirklich genug sei, das sehe er ein. Außerdem "schmeckt veganes Essen heute auch schon ziemlich gut." Womit er offenbar für alle übrigen einen Weg andeuten wollte, wie man dem Schlamassel entkommt das daraus erwächst, daß man früher - wie? irgendwie? sommerwie? brommerwie? - anders gedacht habe.

Sonntag, 17. Oktober 2021

Gedankensplitter (1342)

Der Amerikanismus hat aber einen Todfeind: Den Vater. Und Afghanistan. - Aber gerade wenn man Inter Mirifica hernimmt, dieses Dokument des Zweiten Vatikanums, so ist es fast prophetisch gewesen, weil die Medien - in den Händen der Plutokraten - aus dem Konzil etwas ganz anderes gemacht haben, als es war, und wie es gelesen werden muß. Und die Kirche - und das heißt in dem Fall: Das Episkopat - hat sich nicht ausreichend gewehrt, das ist überhaupt keine Frage. Fortan beherrschte der "Markt" die Botschaften. Auch das ein vorläufiger Endpunkt der Renaissance, der mit der Kunst begann, die als erste dem Markt unterworfen war. 

So gesehen haben Leute wie Bill Gates das Sagen in unseren Gesellschaften, haben die Macht, das steht außer jedem Zweifel. Und viele in der Kirche arbeiten ihnen zu. Aber zur Gegenwehr bräuchte es "Leadership" in der Kirche, bei den Priestern, den Bischöfen. Das entmutigt natürlich. Verstehbar ist also vieles, aber deshalb nicht automatisch richtig.

Die Führungsebenen der Kirche sind - weltweit - Amerikanisten geworden. Die die westizistisch-liberalistische Lebensweise und Ideologie über die Glaubensinhalte stellen. Zwar ist derzeit Afrika etwa noch nicht so amerikanistisch, aber es ist nur eine Frage der Zeit! Gerade in seinem "wirtschaftlichen Aufholprozeß" ist im Grunde nur das gemeint, wird das automatisch folgen. Und das heißt Liberalismus, heißt Fernhalten der Kirche von den alltäglichen Entscheidungsprozessen und der Politik.

Samstag, 16. Oktober 2021

Gedankensplitter (1341)

"In liberalen Gesellschaften ist der Anteil von Soziopathen sehr hoch, und er steigt mit ihrer Fortdauer."

Martha Stout in "The Sociopath Next Door"

Deshalb sind die westlichen Gesellschaften, die sämtlich die Trennung von Kirche und Staat - als Forthalten von Gott gesehen, was es auch ist - der sicherste Weg zur geistigen Erkrankung ihrer Gesellschaften. Und zwar bis in ihre kleinsten Verästelungen hinein, wo überall das Fernhalten von Gott als richtig und notwendig angesehen wird. Die daraus vermeintlich erzielte "Objektivität" ist die Invertierung des Geistes und seine Degradation auf einen in sich geschlossenen Kreis des Rationalismus, und führt zwangsläufig zur geistigen Verwirrung. Denn nur Gott kann aus dem "Gefängnis Ich" herausführen, nur die Gnade Gottes kann dessen Mauern (von außen her) durchbrechen, und an die wirkliche Wirklichkeit, an das Leben und seine Quelle selbst, anschließen. Ja, das ist die Definition von Gnade.

Es gibt eine Objektivität, es gibt sogar nur eine Objektivität, und die ist das Sehen der Welt aus dem Geiste Gottes heraus, aus der lebendigen Wahrheit heraus. Lebendig heißt, daß sie die Frucht einer Beziehung ist, kein auf Technik umzubrechendes Geschehen. ABER bedingt, das heißt: Von Bedingungen abhängig. Diese (weltlichen, persönlichen) Bedingungen und Geneigtheiten können den Eintritt Gottes in die menschliche Geschichte nicht machen, aber sie sind Voraussetzung.

***

Ein sehr anregendes Gespräch, das da kürzlich zwischen Peter Helland und David Wemhoff stattgefunden hat.  In dem es eigentlich einmal um Inter Mirifica geht. Es war das erste herausgegebene, aber es ist eines der vergessensten Dokumente des Zweiten Vatikanums, das sich im Reigen dieser Dokumente als einziges sogar im Rang einer verbindlichen Verkündigung befindet. Es behandelt den Umgang mit den social media. Dabei war das Konzil erstmals von einer Medienpräsenz geprägt, die schon damals ihre Problematik aufzeigte: Die Mediendiskussion mischte sich in die aktuellen Diskussionen ein, und schoben sich für die Menschen sogar oft genug vor diese.

Sonntag, 1. August 2021

Magenbitter nach dem Sonntagsbraten

Es geht überall um den Gehorsam, denn er bzw. der Mangel an ihm ist es, an dem unsere Kultur zerbrochen ist, so einfach ist es; da braucht man gar nimmer weitersuchen, und hochgelahrte Theorien heranschleppen. Er ist der Kitt jeder Ordnung. - Was, auch ein Skojec, dieser Gründer von OnePeterFive? Ja, auch ein Skojec. Weil das, was er seit Jahr und Tag selber macht, was er als Bewegung zu etablieren versucht (und kläglich daran scheitert, weshalb er von Mal zu Mal größere Lebenskrisen bekommt), ist die Revolution von unten, ist die technizistische Selbstautorisierung und Autonomisierung des Menschen, ist dessen Aufwiegelung, seinen Ort zu verlassen, um über das Richtige (zuungunsten des Wahren, das ein unendlich übergreifendes Insgesamt ist) die Kirche zu retten. Besser lügt auch kein Kommunist.

Gerade dieses aktuelle Aufbegehren zeigt es erneut, ja zeigt es klarer denn je. Wo es um den Widerstand gegen die päpstliche Anbindung des Meßritus an die Diözesanbischöfe geht. Was VÖLLIG RICHTIG ist. Denn was Ratzinger (aka Benedict XVI.) machte war falsch. Der eine Entwurzelung akzeptierte zugunsten einer vielleicht (und dabei ohnehin nicht realisierten) Einigung mit der Gemeinschaft Pius X. 

Dienstag, 20. April 2021

Warum der Subjektivist immer lügt (2)

2) Nur in Gemeinschaft Ausbruch aus der Kerkerhaft -
Gemeinschaft aber nur in der Wahrheit

QR DDr. M. Spitzer

Es gibt so mache Theorien, warum beobachtbar das intersubjektive Vertrauen heute so sinkt. Warum die Menschen einander nicht mehr vertrauen, zumindest nicht, wenn sie einander nicht gut kennen. Warum das Verlangen der Menschen nach von außen garantierter Sicherheit (!) so groß ist, weil die Menschen der Ordnung rundherum nicht vertrauen. Warum das Verlangen nach einer starken (als jederzeit interventionsbereit) Ordnungsmacht in Zeiten einer Auflösung des Gemeinschaftlichen so wächst. (Wie virulent das Problem der Vereinzelung, des Verlusts des Sozialen heute ist, zeigen u. a. durchaus interessanten Auslassungen des Neurologen und Psychiaters DDr. Manfred Spitzer. Zahlreiche Studien belegen den für jeden mit Hausverstand beobachtbaren Verlust der Empathiefähigkeit des westlichen Menschen.)

Der Mensch hat in sich ein Bild eingegossen, in dem er sich als Ebenbild Gottes weiß. In dem deshalb auch ein Weltbild besteht, das aus seiner inneren Grammatik auf jene Wahrheit ausgerichtet ist, die in Selbstüberschreitung der einzige Weg ist, um Gemeinschaft herzustellen, also den Solipsismus, dieses furchtbare Gefängnis der Abgeschlossenheit, der Gefangenheit in sich, zu überwinden. 

Über eine Teilhabe an einem Ort, den auch andere betreten haben. Sodaß Leben überhaupt nur heißt, einen Ort betreten zu haben, an dem sich Wahrheit konstituiert. Dieses elementare Wissen trägt jeder untrüglich in sich. So untrüglich, daß es immense Anstrengungen braucht, um dieses innere Gefühl so zum Verstummen zu bringen, daß es nicht mehr "gehört" wird. Weil die übergelagerten, habituellen Strukturen dieser inneren Struktur widersprechen. 

Im Fall der Sommer-/Winterzeit ist es das Wesen des Kulturellen, das mit der verordneten Ordnung der Willkür in Konflikt gerät. Es ist nun nicht so, daß es ein so prinzipielles Problem wäre, daß es nicht nach einigen Wochen (jeweils!) zu den Übergangszeiten behebbar wäre. Weil sich der Habitus (mit einigem Aufwand) wieder verändert hat. Und Menschen, die nach dem Sonnenlauf leben können, um dann ihren inneren Ablauf mit dem äußeren kaum koordinieren zu können, gibt es (leider) nur noch wenige. Das gilt auch für Landwirte. 

Im Fall anderer Themen aber gilt es nicht. Das gilt für den gesamten Bereich der Sexualität, es gilt für Haltungen gegenüber Alten, es gilt für Erziehungsfragen, für Bildungsfragen, für Fragen des Wirtschaftens, es gilt einfach für sämtliche Bereiche unserer Lebenswelt. In diesen wäre das Subjektive, wenn es richtig verstanden ist, sehr wohl Maßstab wie Lieferant von Rückmeldungen auf Übereinstimmung mit dem Wahren, Guten, Schönen. Sodaß man davon ausgehen muß (und in Vorzeiten sehr wohl davon ausgegangen ist!) daß der Mensch in seinem Innersten die Wahrheit kennt, fühlt, und deshalb auch fühlt, wenn ein Außen, ein Lebensvollzug, eine Aussage damit übereinstimmt, oder nicht. So, wie jedes Tier, jede Pflanze nie etwas tut, das außerhalb ihrer natürlichen Ordnung steht. 

Wohl ist der Mensch ein Geist-Leib-Wesen. Aber das Prinzip ist dasselbe, auch wenn die Wahrheit erst erarbeitet werden muß Aber die Grundwahrheiten über die Welt sind bei allen Menschen gleich, also das, was man "Synderesis" nennt: Widerspruchslosigkeit, daß ein Ding nicht ein anderes sein kann, und so weiter. Also die ersten und wichtigsten Fundamente sämtlicher weiterer Strukturen im Menschen. 

Wenn aber jemand daherkommt - und das tun heute fast alle, sozusagen! was die Sache noch dramatischer macht - und behauptet, er würde Revolution fordern, WEIL er innerlich deren Richtigkeit spürt, er würde den Verstoß gegen diese allgemeinen Ordnungsprinzipien verlangen, WEIL er eine andere Ordnungsstruktur subjektiv sehe oder fühle, dann wisse, werter Leser, daß er mit Sicherheit lügt.

Denn nur der, der sich auf die Wahrheit hin ausrichtet, nur der fühlt auch "richtig", nur der weiß überhaupt noch, was seine Natur ist. Und dieser Sicherheit, werter Leser, darf auch er gewiß sein. Umso mehr freilich muß er damit rechnen, daß die Reaktion des anderen, des Lügners, umso heftiger ausfallen kann, als er immer und jederzeit um seine Lüge weiß. In der er sich, werter Leser, Ihnen gegenüber ins Unrecht der Ortlosigkeit stellt, die ihn ins Nichts wirft, dem die Unsicherheit und Gewillkürtheit des Verhaltens folgt.


*Erkenntnishindernisse? Der Leser stelle sich ein Weltbild vor, das bestimmte Dinge und Erscheinungen als schlecht definiert, andere als gesollt und wünschenswert und damit als gestattet. Damit hat diese Anschauung ein Wertegerüst inhärent, das entweder der Natur entspricht (wie das Katholische), oder ihr widerspricht. Wie mehr oder weniger alle (!) anderen, nicht-katholischen (=allumfassenden) Weltanschauungen und Religionen, und vor allem wie ausnahmslos alle Ideologien. 

Die in sich Ordnungsveränderungsaufträge sind. Diese Veränderungsaufträge, dieses Gesollte und Nicht-Gesollte, das in den Bereichen des Lasters (als Haltung aus dem Ordnungsverstoß heraus) blockieren auch das Aufsteigen von Gedanken, die mit dem sinnlich Eindringenden übereinstimmen. Die diese Sinnesbewegungen "beruhigen", zur Ruhe mit dem innersten Wesenskern bringen, der aus sich heraus (!) auf Wahrheit ausgerichtet ist. Amorph in seinem Beginn, aber in seinen Inhalten nach Wahrheit ausgerichtet. Jedes sündliche Verhalten ist also ein Verstoß gegen diese innere Ordnung, die in einem selbst vorhanden ist, aber unbeantwortet, also ungeformt bleibt.

**Untersucht wurde das freilich nie. Wie die meisten der vorgeblichen Einsparmaßnahmen nie auf ihre ursprüngliche Zielsetzung untersucht werden, man denke an die Zentralisierungsbestrebungen von Behörden. Wo sie im Ganzen gesehen untersucht werden (wie bei den Gemeindezusammenlegungen in der Steiermark) hat sich ein gegenteiliger, hier: ein kosten- und energieverbrauchs-steigernder Effekt bewiesen.


*310321*

Montag, 19. April 2021

Warum der Subjektivist immer lügt (1)

Von Jahr zu Jahr mehr, hat der VdZ Schwierigkeiten mit der aufoktroyierten Zeitumstellung von Winter- auf Sommerzeit (und umgekehrt.) Diesmal ist es die seit dem 28. März tägliche frühere Stunde. Als eine Stunde früher, als man durch seinen Lebensrhythmus gewöhnt war. Der VdZ fühlt sich pausenlos gehetzt, ist mit allem "später" dran, muß deshalb die gesamten Tages- und Wochenabläufe nach Prioritäten neu ordnen. Denn sämtliche eingewöhnte Abläufe, die so schön immanentisiert waren, daß man kaum nachdenken (also neue Energie darauf verwenden) mußte, die institutionalisiert waren (und das ist das, was wir mit Kultur bezeichnen), scheitern krachend. 

Der offizielle Tagesrhythmus, nach dem sich nun das meiste richtet, von den Öffnungszeiten der Geschäfte bis zu den Meßzeiten, oder seien es manche Ereignisse im Internet, stimmt also nicht mehr mit dem habituellen Rhythmus überein. Sodaß jeder umlernen muß. Warum? Weil irgendjemand vor fünfzig Jahren die Idee hatte, aus seinen Statistiken herausgefunden zu haben, daß sich zwei Prozent der in unseren Volkswirtschaften verwendeten Energie damit einsparen ließen.

Was für eine Zumutung. Die natürlich der Klasse der Voluntaristen eingefallen ist, den Lebensunfähigen und -hassern, die irgendwo in einem Kopfland wohnen, wo ihnen die "Ratio" irgendwelche neuen Gut- und Schlechtwerte vorgibt. 

Zur Einführung der Sommer-/Winterzeit war es das Energiesparen, damals durch den Ölschock ausgelöst. Der aus politischen Gründen verursacht wurde - Stichwort Israel - und sich als künstliche Verknappung durch die Saudischen Produktionsländer erwies. Als sich diese Situation entspannte, hat man diese Maßnahmen nicht mehr geändert. Neben den "Energiesparwochen" (wie in Österreich) war es eben diese Zeitumstellung. Es würde abends länger zur Aktivitätszeit hell sein, also bräuchte man weniger Strom für künstliche Beleuchtung. 

Was sich, wie man heute weiß, als Unsinn herausgestellt hat. Es wird gar nix am Verbrauch gespart, zumal allgemein die Verwendung künstlicher Beleuchtung gewaltig gestiegen ist. Und wo an Verbrauch gespart wird (wie bei Energiesparlampen), steigt der Energieverbrauch für die Produktion. Und der VdZ meint aus der Erfahrung, was Rationalismus anstellt, auch hier mit sicherer Stimme sagen zu können: Die bloßen Kosten sind gestiegen, und werden durch die Zeitumstellung alles andere als positiv beeinflußt.**

Dabei steht uns ein nächster Zwang erst bevor. Mit den Corona-Maßnahmen hat es sich ja bereits angekündigt, mit welcher Frechheit und Respektlosigkeit die Klasse der "Elite" sich anmaßt, in das intimste Leben der Bevölkerung einzugreifen. Ja darin liegt sogar (ein Verdacht, aber der Leser soll selbst prüfen, ob er zutreffend ist) das eigentliche Moment ihres Selbstgefühls, als Macht das Leben zu bewegen. 

Für diese Klasse der Emporkömmlinge gilt es allemal. Die ihre Position nicht dem eigentlichen Leben, sondern der Cleverness verdanken, innerhalb der "normalen", humanen Hierarchien nach oben zu kommen, also die Auf- und Abstiegsmechanismen zu beherrschen (als das einzige, was sie noch studieren).

Mit derselben Chuzpe werden deshalb in sehr absehbarer Zeit die Welt- und Klimaretter über die Elektrizität das Leben der Menschen regulieren. Es fehlt überall an dem Grundrespekt vor den Menschen, dem Leben, der Ordnung, die MAN VORFINDET. Stattdessen sieht sich jeder ermächtigt, der Welt eine neue Ordnung aufzudrücken. Auch der Natur.

Weshalb der Subjektivismus als Erklärung nicht ganz stimmt, oder einer Korrektur bedarf. Denn der VdZ hat immer mehr festgestellt, daß die Menschen, die ihren Leidenschaften folgen - darum geht es ja heute, und vor allem bei den Generationen seit der sexuellen Revolution der 68er - genau dieses Hören auf ihre innere Stimme der Natur NICHT funktioniert. Sie hören NICHT mehr, was sie nicht hören wollen, was ihrem Gesollten widerspricht. So wie bei der Empfängnisverhütung etwa. Dazu muß man vielmehr schon sehr denaturiert sein. 

Revolution im Namen des Natürlicheren, wie es Rousseau verkündet hat, und wie es sich zweihundert Jahre später exemplarisch umgesetzt hat, ist ein Widerspruch in sich. Es ist NICHT natürlich, zu rebellieren, es ist nicht natürlich, eine Revolution zu wollen. Und es ist auch historisch nachweisbar, daß keine einzige namhafte Revolution (sofern sie nicht ein kurzfristiges Rebellieren gegen einen ganz bestimmten und bestimmbaren Mißstand war; ein Gewerkschaftsstreik kann also ein sehr berechtigtes Vorgehen sein).

Deshalb glaubt der VdZ niemandem mehr das, was zu glauben überall verlangt wird: Daß der, der seine Rebellion gegen die überkommene Ordnung in einem "Gefühl", in einem "Fühlen" als Verweis auf seine "Natur", auf ein "so bin ich eben!" beruft, nicht schwer lügt. Oder so seiner selbst entfremdet ist, daß er das sogar "glaubt", was hier heißt: Sich so verwirrt weil so viele Erkenntnishindernisse* übernommen und internalisiert hat, daß er gar kein wirkliches Gefühl für natürliches Gut-/Schlechtempfinden mehr hat. 

Das natürlichste Ordnungsstreben ist deshalb der Traditionalismus. Und nur Menschen mit Respekt vor Ordnungen kann man auch vertrauen, daß sie überhaupt die Wahrheit sprechen. Allen aber die behaupten, sie würden etwas so und so "spüren", das aber leider leider der natürlichen Ordnung widerspricht, also eine eigene, neue Natürlichkeit zu sein vorgibt, darf man nur eine Haltung entgegenbringen: Die des Mißtrauens.

Morgen Teil 2) Nur in Gemeinschaft Ausbruch aus der Kerkerhaft -
Gemeinschaft aber nur in der Wahrheit


*310321*

Freitag, 19. März 2021

Kriterium der Gemeinschaft

16. März 2021, 2 Uhr 18) Gestern ist in der Messe um halb zwölf etwas Seltsames passiert. Nachher saß ich wie immer noch einige Minuten im Gebet, da trat ein Mann, etwa Mitte vierzig, an mich heran und begann zu sprechen. Ich wandte mich zu ihm, tat erst so, als hörte ich ihm zu, unterbrach ihn dann aber und sagte auf Ungarisch, daß ich nur wenig verstünde, ob er nicht in Deutsch oder Englisch reden könne. Er stutzte, und sieh da, wie sich vor allem später herausstellte, sprach er recht gut deutsch. Immerhin ist er Dozent für Wasserwirtschaft an der hiesigen Hochschule.

Aber der Priester, bei dem ich zuletzt mehrmals beichten gewesen war - er spricht ausgezeichnet deutsch - und der gestern zelebriert hatte (ich hatte sogar etwas von der Predigt verstanden); er erklärte, warum man normalerweise die Kommunion nur in einer, nicht wie die Protestanten in beiderlei Gestalten empfange, warum aber heute - und das war dann der Fall - die Möglichkeit war, dies ebenfalls zu tun: Als Zeichen nationaler Einheit (sic!), als Zeichen der Gemeinschaft mit den Protestanten. (Erst jetzt, wo ich das schreibe, es ist kurz nach zwei Uhr morgens, wird mir dieser Aspekt in aller Schärfe klar.) 

Dieser Pater also hatte ihn angesprochen, er solle sich mit dem Mann in brauner Jacke und Bart unterhalten, mit mir also. Warum wußten weder er noch ich. Und wir sprachen freundlich und nett, aber es war uns etwas peinlich, denn wir hatten uns ja nichts zu sagen!

Vielleicht hatte er eine Intuition, meinte er, als wir gemeinsam rätselten, was er gemeint haben könnte. Und mir, für mich gedacht, kam etwas Mißtrauen, ob der Priester nicht etwas zu viel in den Aspekt des Subjektiven versunken war. Der leicht ins Irrationale abdriften läßt, und man dann "Intuitionen" hat, die aber schon ihrer Natur nach diffus sind, sodaß sie im Konkreten, Welthaften zu völlig falschen, unsinnigen und sinnlosen Kombinationen anregen. Man "fühlt" dann etwas, bringt es aber ohne nachzudenken mit irgendetwas Konkretem in Zusammenhang, das aber nicht zusammenhängt. 

Dann kann es sein, daß man Zusammenhänge "fühlt", die man durch die Art, wie man sie zusammenbringt, regelrecht zerstört werden! Weil sie auf einer anderen Ebene liegen, deren Zeit und Umstände aber gar nicht gekommen sind oder anstehen. Sondern erst nach einer bestimmten "durchlebten" Geschichte ans Tageslicht kämen, aber erst in der Zukunft. Ein bloßes "Gefühl" aber, das der Fühlende als Anzeige von Verbindendem identifiziert, ergibt erst dann Sinn und Konkretion, wenn der Fühlende und der ganze Moment in der rechten Ordnung steht. Diese Ordnung aber muß sich entwickeln, als Welt und in der Welt entfalten.

Also stellte ich einige Fragen, ganz konkret, um Anhaltepunkte zu erkennen, aus denen sich Gemeinschaft und Gemeinsamkeit ergeben könnte. Vielleicht war die Intuition des Priesters ja richtig, vielleicht war da etwas. Aber wir beide waren doch etwas erstaunt und wunderten uns, denn was immer wir ansprachen, wir hatten offenbar nichts gemeinsam. Vielleicht hier in der Messe, deutete er dann am Schluß unserer (sehr freundlichen) Unterhaltung, ehe wir uns verabschiedeten. Wir hatten nichts gefunden.

Vorhin, in diesem Wachliegen, ehe ich aufstehe, und das sich immer mehr in die Nacht zurückverschiebt, also "früher" ist, dachte ich über alles das noch einmal nach. Und ich überlegte, mit wem ich eigentlich Gemeinschaft hatte. Da kam der Gedanke glasklar vor Augen: Ich wollte Gemeinschaft nur mit Menschen haben, die in der Ordnung Melchisedeks lebten. Das heißt, in diesem Opfer zusammengeführt, in dem die Welt gipfelt. Habe ich lange gesucht, was für mich wirklich Kriterium ist, nach dem ich entscheiden und mein Handeln in der Welt ordnen kann, so habe ich es nun gefunden.

Und mit einem Mal hatte ich vorhin auch Sehnsucht, wieder an einer orthodoxen Liturgie teilzunehmen. Denn in jenen Monaten, also ich mich mit einem Übertritt befaßt hatte, war mir die historische Konkretheit des Glaubens aus dem Ozean des Diffusen aufgetaucht. 

Auch wenn ich schon länger jeden Gedanken an Übertritt endgültig wieder ad acta gelegt habe (weil ich mit der historischen Konkretheit als Kontinuität, die mir durch die Kirche heute, aber mit der Zeit ÜBERHAUPT DURCH DIE KIRCHE - welch Paradox! - umgehen gelernt habe), begreife ich die Orthodoxen, bei denen ich vor zwei Jahren ein gutes halbes Jahr den Jahreskreis mitgelebt hatte, als Teil des Katholischen. 

Aber als kleineren, ungenügenderen Teil. Es wäre mir Einschränkung, mich mit dem Orthodoxen zu begnügen. Denn was sie tun ist im Katholischen bedeutend erweitert, ausgefaltet worden, und alles das fehlte mir. Das Katholische umschließt also das Orthodoxe, ist dem Katholiken, der sich in Gemeinschaft mit Rom befindet weil darin verblieben ist, weiter geworden. 

Also auch mir. Der ich an diesem Punkt, in dieser Zeit lebe, und von diesem Entwicklungsstand geprägt bin. Der aus der Auseinandersetzung mit Gott in der Zeit stammt, ich habe keine Zweifel. Aber genau das habe ich vor zwei Jahren erlebt, und genau das fehlt mir manchmal: Die orthodoxe Liturgie frischt Aspekte, Teile auf, die im Katholischen manchmal vergessen wirken, die die Liturgiepraxis untergehen läßt und fast zum Verschwinden bringt. Und diese habe ich vor zwei Jahren regelrecht neu entdeckt.

Das wichtigste war der Opferaspekt. Der mir erst vor Augen gebracht hat, warum in den maßgeblichen Kirchen meines Lebens - die Pfarrkirche in der Pfarre, in der und auf die hin ich getauft worden bin, ebenso wie die Heilig-Geist-Kirche gleich vor meinen Fenstern, in die ich sehr oft zur Messe gehe - der gesamte Chor, das Presbyterium von Symbolen überquillt, die das jetzige liturgische Geschehen in den historischen Zusammenhang, vor allem aber in die historische Kontinuität des Opfers nach der Ordnung Melchisedeks stellt. Das dann über Jakob und Christus Jesus in diese Gegenwart führt: EIN Opfer, ein Geschehen, eine Quelle, von der ich trinken kann.

Und EINE Gemeinschaft, die sich unter den Menschen aufbaut. Die mit den Orthodoxen mal graduell schwächer, öffentlich nicht mit zu vielen aber prinzipiell gar nicht vorhanden ist.

Auch dann besteht diese wesentlichste Unterscheidung darin. Selbst mit so manchen, in deren Leben und Handeln (sic!) in der Heiligen Messe (als Teilhabe an der Liturgie) dieser Aspekt keine Rolle mehr spielt. 

Selbst hier, selbst unter uns, die wir da alle in der Messe sind, kann sich mitten in einer nie unterbrochenen Gemeinsamkeit des "Hierseins", also des "In der Messe-Seins" eine Spaltung herausgebildet haben, die noch kaum, aber eines Tages in voller Größe sichtbar würde. Und die über allen möglichen Streit weit hinaushebt, davon völlig unterschieden ist. Mehr noch aber: Eine Spaltung herausbilden, weil wir andere Zielsetzungen verfolgen, sie nach und nach eine andere Konkretion zur Folge haben. Und damit eine andere Liturgie, die zu einem anderen Ziel führt.

Wenn nämlich, dann würde ich darauf achten, gegebenenfalls sogar danach fragen, ob der andere (und damit auch der Mann von gestern) sich so wie ich in dieser Ordnung und Kontinuität begreift. Dann haben wir Gemeinschaft. Sonst nicht. Ja sonst stehen wir vielleicht sogar in verschiedenen Religionen, ohne es noch zu wissen. Sonst stehe ich vielleicht tatsächlich vor einem Protestanten, und nicht vor einem Katholiken, wie die Umstände vortäuschen könnten.

Und je länger ich nun darüber nachdenke, desto mehr halte ich es für wahrscheinlich, daß der Priester mit dem Hinweis für diesen Mann, der ihn und mich in diese peinliche Lage gebracht hat, eine freche, nein: Schamlose! Indiskretion begangen hatte.


*160321*