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Montag, 15. November 2021

Gedankensplitter (1535b)

Insofern war der Investiturstreit die frühe Entscheidung zur geistigen Katastrophe der Kirche. Als die Kirche den entscheidenden Ruck hin zur Selbst-Institutionalisierung ALS Behörde und weltliche Organisation bekam. Ich kann in diesem Punkt Martin Luther absolut verstehen. Denn das Reich Gottes IST NICHT von dieser Welt, und kann es nie sein.

Hier ist die Welt - dort ist die Kirche, die zu ihr "quer" steht. Also die Natur durchdringt und überhöht. Aber dazu muß es erst einmal die Natur "geben", und die findet sich nur in der menschlichen Gesellschaft ALS reale Hierarchie.

Die Entscheidung im 11. Jahrhundert aber hat wie ein langsames Ausrinnen die Dringlichkeit der Welt ALS ORT DES KREUZES verschwinden lassen. Und eine "Kirchlichkeit" bewirkt, die wie ein Rückzug von Golgotha zu sehen ist und wie in einem separaten Raum abläuft. Genauso hat sich heute auch die sogenannte Spiritualität ausgebildet. 

Sonntag, 14. November 2021

Gedankensplitter (1535a)

Ich stelle fest, daß ich die offiziellen Medien, den sogenannten Mainstream, seit langer Zeit nur noch deshalb beobachte (und ich beginne meine Arbeit am Schreibtisch täglich mit einer Übersicht über die Medien, um mich gewissermaßen "in die Welt einzufädeln, jeweils freilich auf unterschiedlicher Ebene) weil ich darüber informiert sein möchte, was DIESE Medien berichten. Über das, was "in der Welt geschieht" informiere ich mich längst auf ganz anderen Kanälen. 

Es könnte sein, daß es früher einmal anders war. Als das ganze Land an den Nachrichten um halb acht hing, die auch die Themen vorgaben, über die man beim Kaffee, im Smalltalk, bei Herrenrunden oder in Geschäftspausen sprach. Wenn es sich verändert hat, dann auf eine schleichende Weise. Als Reaktion auf permanente Unglaubwürdigkeit, die sich als Urteil ergibt, sobald ich diese Kanäle nur kontaktiere. Ihre Kriterien sind nicht verhandelbar, nicht argumentierbar, denn sie stammen aus dem inneren, aber unbedingten Wissen, das durch die Grammatik geformt ist, zu der das Leben selbst mich geformt hat.  

Sonntag, 29. August 2021

Was Afghanen und Deutsche verbindet (2)

So viel Unsinn in so kurzer Zeit gelernt, das erinnert an Deutschland nach 1945 (wenn nicht schon nach 1933) Ist in Afghanistan dasselbe passiert, die Afghanen lassen es sich nur nicht mehr gefallen? - Es hat lange, sehr lange gedauert, bis wenigstens manche Massenmedien ÜBERHAUPT von Straftaten der Afghanen (dabei: Wie von denen aller Migranten) berichtet haben, und sie haben das gemacht, weil der Druck aus der Bevölkerung einfach zu groß wurde. Zu schlimm waren die Zustände, zu viele Afghanen sind durch besondere Neigung zu Straftaten aufgefallen, und NIEMAND hat darüber berichtet, um diese Volksgruppe "nicht zu diskriminieren," also mit einem "Vorurteil" zu belasten. Wer aber den Verkehrsknotenpunkt Prater und dessen Umgebung näher kennt, weiß und wußte lange ehe es die Medien aufgreifen wollten, daß das kein "unberechtigtes Vorurteil" war, sondern brutale Realität.

Wodurch es nicht wenige Fälle gab, wo vor allem junge Menschen (und hier wieder: Mädchen) in einer Vertrauensseligkeit Nähe zuließen, die schrecklich endete. Auch im "Fall Leonie" kann man über die Frage nachdenken, ob solche Taten (die häufig vorgekommen sind, daß es aufgefallen ist, ALS "spezifisch afghanisch") nicht auch durch die Schuld der Medien geschehen haben können, weil das 13jährige Mädchen ein Vertrauen aufbrachte, das bei anderer Berichterstattung vielleicht nicht mit so verheerenden Folgen ausgefallen wäre.

Donnerstag, 16. Februar 2017

Anlegertip: Abstoßen oder shorten!

Wie zur Bestätigung des zuletzt hier über Mercedes Gesagten fand der VdZ dann noch dieses US-Werbevideo aus Stuttgart über den Smart. Der Leser möge den Umgang mit eigentlich demseben Thema - Urteil, Vorurteil - bei VW und Ford vergleichen. Mit viel Geld und starrem Schein-Know-How viel Langeweile produziert. Das kommt davon, wenn man sich an den Mainstream ankuschelt und wie die Politik, der man seine Gewinne verdankt, auströtet: "Mir nach, ich folge Euch!"

Anlagertip: Mittelfristig Mercedes gewaltig shorten, und/oder sofort abstoßen. Wer noch immer an das Märchen glaubt, man müsse (und schon gar auf diese Weise) "originell" sein, hinkt in dieser Branche (mit so langen Entwicklungszyklen) fünfzehn Jahre und mehr hinterher.








*030217*

Dienstag, 14. Februar 2017

Ein interessantes Spiel

Das Interessante wie Amüsante an diesem Werbefilmchen von VW ist das Spiel mit Urteilen aus Erfarhung (manche nennen sie in verleumderischer Absicht "Vorurteile".) Erst im Filmchen selbst, dann durch den VW-Repräsentanten, der ... in Lederhosen auftritt. Gut gespielt, das Ganze, und saugut besetzt.

Anlegerempfehlung? Der VdZ erlaubt sich den Hinweis, daß vor einem satten Jahr - auf die "Abgasskandale" mögen die Notwuscherl Rücksicht nehmn, Relevanz haben sie keine - die Werbefilme von VW auf einen kräftigen Aufschwung der Marke hinweisen. Man solle also die Skandal-Hystrie der Immer-schon-gekannten-Doofen nutzen. Anfang 2017 ist VW erstmals der größte Autoproduzent der Welt, und hat Toyota geschlagen. Jawohl, das war aus den Werbefilmchen zu ersehen. Jetzt  VW zu kaufen ist wohl schon wieder zu teuer. Obwohl - abzulehnen wäre es auch nicht. Es wäre zumindes sicher. Wer so mit Krisen umgehen kann, der verdient einen Ehrenplatz im Sparstrumpf.









*030217*

Montag, 4. April 2016

Treue zu Vorurteilen

Jede Verstandesbohrung versagt, und sei sie noch so tief angelegt, betrachtet man etwa die Natur eines Handelns. Das in der Art, wie es begonnen ist, auch seine Folgekreise zieht. Am ehesten ist es noch mit dem ebenfalls nur bildhaftg verfügbaren "Fraktale" vergleichbar, wo ein großes Schema sich in allen Details genau gleich wiederfindet.  

So, wie etwas strukturell begonnen ist, so zieht es sich wieder und wieder fort. Sich dagegen zur Wehr zusetzen, gar zu verlangen, jeden Augenblick als Neugeburt eines neuen Handlungsfadens zu betrachten, ist nur Täuschung und meist sogar überhaupt nur Selbsttäuschung. Jeder steht in einer unüberschaubaren Kette von strukturellen Bedingungen, denen er nicht nur ausgeliefert ist, sondern in denen er seine Sittlichkeit je neu zu bewähren hat.

Jede Psychologie oder Soziologie, alles greift da zu kurz. Die Welt neigt aus sich heraus zur Selbstfortschreibung, in allen ontologischen Blöcken, in allen faktischen Verbiegungen und Verfehlensneigungen.

Man kann schon verstehen, daß die Alten überhaupt den Menschen als letztlich sogar eingebettet in gewaltige, kosmische Kreisläufte sahen, in denen sich zyklisch alles vom Äußersten bis ins Kleinste wiederholt. Noch Aristoteles zeichnete von dieser Kosmologie ausgehend sein mechanistisches Weltbild. Das Fehlerhafte am menschlichen Handeln, auf das gewisse Mechanik tatsächlich anzuwenden ist, überwiegt meist, und es überwiegt zu gewissen Zeiten so derartig, daß man an eine mechanistische Welt und einen niemals freien Menschen durchaus glauben könnte.

Daß die meisten Menschen heute implizit von einem mechanistischen Weltbild ausgehen hat schon seinen tieferen Grund. Ebenso wie der Umstand, daß der Ruf nach Freiheit alle übrigen Geräusche übertönt und wie rasend lieber die Willkür der Weltverhämmerung (im autonomistischen "frei sein von") wählt als das einzige, was Freiheit ist: aktuale Sittlichkeit INNERHALB der Verhängungen, als Distanz und deshalb umso spielhafteres, distanzierteres, aber jede Regel beachtendes Umgehen mit der Maskenwelt des Welttheaters.

Auch das bestärkt jeden, der sich auf Vorurteile beruft, bei diesen zu bleiben. Die Wahrscheinlichkeit, daß sie zutreffen, ist um Dimensionen höher als die, daß sie es nicht tun, geht man von einem Grundschema aus, das man aus jedem Detail bereits erkennen kann oder konnte. Wenn man es denn zu lesen bereit und in der Lage ist. Aber die Welt wird nicht jeden Moment neu erfunden. Jeder Moment steht in einer unüberschaubaren, prinzipiell Geheimnis bleibenden Verkettung mit dem gestern, vorgestern und übermorgen.

Alle diese Muster überlagern sich, schaffen Interferenzen und Hemmungszyklone, und ergeben ein letztlich undurchschaubares, nur zu bestaunendes Gesamtbild, das dennoch in der Hand des einen liegt, das allem zugrundeliegt: Des Seins, Gottes. Aber diese Tatsache macht denknowendig, sich mit einer in unseren Augen immer unvollkommenen, ja nahezu zufälligen Welt abzufinden, in der wir mit unserem menschlichen Willen bestenfalls ein wenig Oberflächengliederung herstellen können. Das sollte milde machen.




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Mittwoch, 29. April 2009

Vom unermeßlichen Wert des Vorurteils

"Wir haben nicht die Wahl zwischen Vorurteilen oder Vorurteilslosigkeit - wir haben nur die Wahl zwischen erprobten und noblen Vorurteilen, in denen sich die unbewußte Lebensweisheit zahlloser Generationen akkumuliert, und den willkürlichen Abstraktionen ehrgeiziger Sophisten.

Eine der Hauptursachen unserer Fortschritte finden wir darin, daß wir die Kenntnisse nicht verachten, die uns unsere Voreltern hinterließen. Das Leben eines einzigen Individuums reicht nicht aus, die zum Leben notwendigen Einsichten und Haltungen selbst zu erwerben.

Es empfiehlt sich, ein Vorurteil eher beizubehalten mit der Weisheit, der es zur Hülle dient, als das Gewand wegzuwerfen und die nackte Weisheit stehen zu lassen, weil ein Vorurteil, das ein Prinzip der Weisheit enthält, zugleich eine Kraft, um dies Prinzip zu beleben, und ein Gefühl der Zuneigung, um ihm Dauer zu verschaffen, bei sich führt."

(Edmund Burke)




*290409*