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Sonntag, 9. Oktober 2022

Der Traum vom geeinten Volksraum

Wenn auch ich mich zur in Österreich unmittelbar bevorstehenden Wahl des Bundespräsidenten zu Wort melde, so tue ich es in der Form eines frommen Wunsches. Denn was ich als Urbild eines Präsidenten sehe und das sich mit dem Bild vom "idealen König" weitgehend deckt, werde ich nie sehen, dessen bin ich mir gewiß. Das wird auch nie durch eine Volkswahl geschehen können, die in der Art stattfindet, wie sie sich wieder einmal entrollt. Und schon gar nicht in einem Land, das sich durch Parteien strukturiert, die miteinander um die Macht ringen und unter Organgesetzen stehen, die eine Aufsplitterung eines Volkes unvermeidlich machen WEIL SO SIND. 

Wenn man sagt, daß ein Volk "auf einem, alle einenden Fundament" stehen muß, so möchte ich diese Wahrheit aber erweitern oder spezifizieren. Hugo von Hofmannsthal sagte einmal in einer Rede in München, daß der Sprachraum eines Volkes sein geistiger Raum sei. Daß sich also in der Literatur abbilde, was das Volk von innen her trage und bewege. Noch mehr aber, muß sich im Sprachraum auch der Diskurs abspielen, wo ein Volk immer wieder zu seiner Einheit gelangen können muß - in einem Geist der Eiheit, in Worten die diese in sich bergen, 

Denn alles, was als Tagesgeschehen herantritt, stellt eine gewisse Beunruhigung dar. Die muß wieder und wieder in diesem Sprachraum durchgekämmt und auf Wesentiches zurückgeführt werden, das es erst ist, was ein Volk wirklich berühren soll. Denn auch das unterliegt dem Individuum - das was berührt zu beurteilen und gegebenenfalls zuzulassen oder in einem Hygienakt abzulehnen und auszuscheiden. 

Mittwoch, 19. Januar 2022

Wie ein König entsteht

Es ist eine wunderschöne Erzählung, und ich habe sie schon als Kind geliebt, wo ich die "Bibel unserer Kinder" von Anne de Vries wieder und wieder und wieder gelesen habe. Warum auch immer, bildet die Davids-Erzählung einen Schwerpunkt darin. Und darunter natürlich auch die Geschichte seiner Salbung, mehr noch: Seiner Erwählung von Gott.

So und nicht anders kann ein König "entstehen". Und NUR so hat er jene Legitimität, die ein Volk sein Haupt annehmen läßt. In dem es Tag für Tag und Stunde um Stunde vor Gott steht, der für es opfert und leidet und liebt, und der ihm so Gottes Gnade auf Erden gewährleistet - solange (!) er nach dessen Geboten lebt. (Man beachte deshalb den Erzählungskreis rund um Bathseba und die Folgen für David wie für Israel als Ganzes.)

Hier also nun die Erzählung, wie David vom Propheten Samuel ausgewählt wurde.