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Donnerstag, 17. November 2022

Revolution als Dauermodus der Neuzeit

Überaschend aktuell liest sich "Das Europa der Könige!, dessen Inhalte die spritzigen Schreibstil ders Autors, Leonhard Horowski entspricht, teilweise gar schafft. So aktuell, daß mir beim Lesen immer wieder der Zeithorizont "abhanden kommt", denn eine geschichtliche Epoche, für die das Berichtete ein Alleinstellungsmerkmal hätte, oder auch nur so typisch wäre, daß es NUR DORT hätte stattfindenklönnen, kann ich nciht erkennen. 

Das Buch fällt dabei in die Kategorie der aus dem 17. und 18. Jahdhunert überlieferten Tagebücher und Klatschgeschichten,d ie zuhauf vor allem aus Frankreich (aber nicht nur von dort) auf uns gekommen sind. Der Autor will zeigen, daß die Politik dieser Epoche zutiefst von persönlichen Zielen und Vorstellungen der Politik - also den Königen und Fürstenund Adeligen - bestimmt war, von deren Verwandtschaftsbeziehungen und den Netzwerken, die alle aufgebaut hatten. Also von Eigenshaften bestimmt war, die man heute nicht mehr kennt.
Wirklich? Wenn Sie das Werk lesen, werter Leser, werden Sie das nicht mehr so sehen.  Die Etiketten an den Dingen haben sich vielleicht geändert,, man nennt dasselbe anders. Auch die Farbe dfer Schuhe oder die Qualität der Stoffe der Kostüme ist nicht mehr dieselbe. Aber was hat sich sonst geändert?

Montag, 1. August 2022

Ist es heute, ist es gestern?

"Der algerische Nationalismus ist im Milieu der französischen Fabrikarbeiter entstanden, innerhalb der kommunistischen Zellen in den Betrieben." Man ist verblüfft, wenn man diese (gewiß recht anders gemeinte) Dokumenation (deren erster Teil unten angeschlossen ist, es gibt deren sechs) und noch alle die weiteren Aussagen vor Augen bekommt, die die Legitimität der französischen Freiheitsbewegungen belegen soll. 
Zumalen das Verblüffendste daran ist, daß sich alle diese Forderungen anhören, als würde man eines der vielen vielen "Erweckungsvideos" sehen, die sich aus den Corona-Befreiungsbewegungen (ich möchte sie nun so nennen) heraus erheben und zu Bewegungen formieren, die allesamt an "sachlichen Problemen" ausgerichtet sind, der Lügen um Corona. 
Die dermaßen dicht und widersprüchlich sind, daß sich auch in den Contra-Bewegungen ein ähnliches Bild der Zerspilitterung und Widersprüchlichkeit zeigt. Auch die Algerien-Befreiungsbeegung war keineswegs ein homogenes Ausatmen eines Volkes, sondern ein von vielenn, meist von außen kommenden Richtugen aus angestoßenes Chaos, das bis heute kaum zu einem ruhenen Gewässer geworden ist, in dem alles zusammenfließt. 

Dienstag, 21. Dezember 2021

Gang durch die Nachkriegslandschaft

Er war so einfach der Gedanke, und er schien sich erst in die lange lange Folge von Gedanken zu fügen, die seit Jahren und Jahrzehnten diese trainierten grauen Zellen durchwandert haben. Mal davon gekostet worden ist, mal nicht, mal ausgespuckt, mal verdaut, mal transformiert, mal weitergereicht, mal aufgeputscht, mal wieder beruhigt oder gar scheinbar eingeschläfert, mal in Reih und Glied, dann doch wieder in wildes Gestöber verscheucht, mal verspielt, mal herrisch vergattert. Bis ich merkte, daß sich etwas gesetzt hat. Ein kleiner, lehmbrauner Klumpen lag in diesem großen Weitling, wer weiß wie lange schon, entdeckt habe ich ihn erst unlängst.

Er schien erst so einfach herauszunehmen. Aber etwas sperrte sich denn doch, sobald ich ihn angriff.  Er stand vor mir, war schlicht und doch nicht in jener Weise erhellend, wie es solche Gedanken schon so oft zu sein gepflegt hatten. Warum mir nach langen Wochen und Monaten, in denen ich ihn mal hierhin, mal dorthin drehte, wieder weglegte, um doch wie um ein Heiliges Geheimnis zu kreisen, denn zu groß war der Moment des Eintreffens gewesen, warum mir also an jenem Morgen ausgerechnet Gottfried Benn in die Hände gefallen war, weiß ich nicht.* 

Freitag, 3. Dezember 2021

Und das passiert nun wirklich.

Es mag unübersichtlich aussehen, dieses Spiel zwischen Kritikern hier, und Politik und Establishment dort. Aber eine Linie war von Anfang an erkennbar, und sie verläuft für viele ganz sicher überraschend. Ja, ganz sicher überraschend.

Doch belasse ich es vorerst mit folgender Beobachtung: Wenn auch auf allen Seiten, so zeigt sich in der Kritik, in der Gegenströmung, die sich am Coronawahn formiert hat - formiert, denn bestanden hat sie schon sehr sehr lange, ja seit es den Menschen gibt - und der auch diese Seiten zu dienen scheinen (sic! es ist eine reine Koinzidenz, keine Communio, ich hoffe sehr, daß ich das hier bereits ausreichend zeigen konnte) ein allen gemeinsamer Zug. Die einen haben ihn ohne es zu wissen, und mäandern deshalb zwischen ihm und dessen Gegenteil (sic!). Die anderen folgen ihm gezielt und bewußt. 

Wir erleben aber nun den endgültigen Siegeszug der französischen Revolution.
So, wie Jacques Rousseau als "Prototyp des Gegenwartsmenschen" angesehen werden muß, und zwar bis auf Punkt und Komma, ist das amerikanische und später französische Revolutionsgeschehen auf oder kurz vor seinen maximal möglichen Punkt der Vollendung angelangt. 
Das ist nicht metaphorisch, sondern knochentrocken real zu sehen. Wie leben also in der späten Phase einer ganz realen Revolution, die etwa 1776 begonnen hat, und deren Ziel war, die Welt zu umfassen. Und die eine Idee, einen Alternativentwurf zur Schöpfung als einer Welt, aus der Gott entfernt werden kann und muß, die Idee des Rationalismus (Aufklärung), in dem das Denken des Menschen zum ultimativen Geist erhoben wurde, auf die Ebene der Realisierung gehoben hat.

Donnerstag, 25. November 2021

Asozial, ungebildet und primitiv (2)

Wie am letzten Samstag erlebt. - Am Rande eines gesundheitlichen Kollapses, mußte ich nach drei Stunden den Demonstrationszug am Ring wieder verlassen, um in Höhe Landstraße Hauptstraße zum Bahnhof zu gehen. Schwer hinkend, unter wirklich großen Schmerzen, passierte ich den Gastgarten eines Cafés direkt vor den Bahnhofshallen. Es war kalt, und einige Tische waren frei. Wie gesagt: Gastgarten. Frischluft ohne Ende. Also setzte ich mich dankbar, drehte eine Zigarette, und wartete auf Bedienung, denn ich sah, daß nicht Selbstbedienung, sondern Service geboten wurde.

Die kam endlich, nach langen Minuten, und ich versuchte zu bestellen. Was nicht gleich gelang. Denn wegen des großen Serviceintervalls, machte der junge Mann eine lange Runde, in der er kassierte und Bestellungen aufnahm. Sodaß es lange Minuten dauerte, bis er endlich bei mir anlangte. Einen Cappuccino, ich weiß, sagte er dann in einem höchst vertraulichen, amikalen Ton, und in einem Akzent, der mir irgendwie türkisch, auf jeden Fall südöstlich schien. Verblüfft und amüsiert bestätigte ich die Bestellung, die er sogleich notierte. Plötzlich stutze er.

Mittwoch, 24. November 2021

Asozial, ungebildet und primitiv (1)

Was für primitives Gesindel wir mittlerweile an der Regierung haben, zeigen die Auswirkungen der sogenannten staatlichen Maßnahmen, die direkte Verhaltensregeln für den Alltag festlegen. Die allesamt darauf abzielen, das zwischenmenschliche Miteinander, also das Soziale, direkt und mit voller Absicht zu zerstören.

Warum? Weil eine neue Wertordnung des Verhaltens etabliert wird. Es wird nicht darauf abgezielt, den Sinn von Seinszuständen und damit deren fast magnetisches Eigensein zu erhöhen, in dem sich Ding für Ding fügt, das an eben diesen Ort gehört, auf dem auch "Impfen" und "Impfpflicht" steht (vorausgesetzt, es gibt solch einen Ort, und das ist wohl auch das Problem damit), sodaß - agere sequitur esse - nein, nun gilt eine neue gesellschaftliche Hierarchie, und deren Reihung kennt nur zwei Stufen: Unbedingtes Befolgen der Anordnungen, egal wie sinnhaft sie sind, oder ein Verhalten, das sich an der Vernünftigkeit in einer Situation orientiert. 

Dienstag, 5. Oktober 2021

Der Tag, an dem wir stumm wurden

QR Die ganze Wahrheit
Aus einem Begleittext zu dem Buch "Covid 19 - Die ganze Wahrheit" von dem New-York-Times-Bestsellerautor Dr. Joseph Mercola und Ronnie Cummins, Gründer und Leiter der Organic Consumers Association. Diese haben sich zusammengetan, um die Wahrheit über Covid-19 zu enthüllen und den Wahnsinn zu beenden. So schreibt der Verlag in seiner Werbeaussendung.

Weiter unten heißt es dann: 

Seien Sie das Licht, das dem »dunklen Winter« ein Ende bereitet!

»Regierungstechnokraten, milliardenschwere Oligarchen, Big Pharma, Big Data, Big Media, die Raubritter der Hochfinanz sowie der militärisch-industrielle Geheimdienstapparat lieben Pandemien aus den gleichen Gründen, aus denen sie Kriege und Terrorangriffe lieben. Katastrophen bieten praktische Gelegenheiten, sowohl die Macht als auch den Wohlstand zu mehren. (...) autoritäre Demagogen, Großunternehmen und reiche Plutokraten nutzen massive Verwerfungen, um den Wohlstand nach oben umzuverteilen, die Mittelschicht auszuradieren, die Bürgerrechte abzuschaffen, das öffentliche Gut zu privatisieren und die autoritäre Kontrolle auszudehnen.

Natürlich hatte es für das medizinische Komplott von Anfang an oberste Priorität, Dr. Mercola zum Schweigen zu bringen.«

Wissen Sie was, werter Leser? Werfen Sie diesen Blog weg.

Montag, 30. August 2021

Extra ecclesiam (3)

Als alles zerfiel, schlug die Stunde der Autonomen, der Besserwisser und der Türsteher: Als alles zu verschwinden drohte, kam der Ruf nach Rettung auf. Und als Retter traten die Eigentlichen mit ihren Nebengebäuden hervor; und dort war der Schmerz verschwunden, war alles gar nicht so schlimm - Wir wissen somit auch, daß Narzißmus sich in einer Form von Türsteher-Mentalität äußert. Dieser auf einer anderen Ebene - ein Archetyp, eine Konstruktionsgrammatik, jeweils mit Kostümen, die auf anderen Welt- und Seins-Ebenen ganz andere Figuren zu erzeugen scheinen - völlig gleichkommt. In der der Türsteher den Einlaßbegehrenden auf eine Art begegnet, in der er tatsächlich zum Unternehmen WIRD, dessen Tore er bewacht. Wo er es "besser weiß", als die offiziellen Richtlinien sagen, und nicht nur das: Genau in diesem Abweichen von den offiziellen Richtlinien äußert sich seine Macht erst so richtig. Hier wird sie erlebbar, hier wird sie zum Gewinn, der sich aus der Dankbarkeit jener ergibt, die, obwohl sie den Richtlinien nicht entsprechen, eingelassen werden. Es liegt alles in seiner Hand.

Donnerstag, 4. März 2021

Die pervertierte Revolution (3)

Teil 3) Dieser Scheinkampf ist nicht unser Kampf.
Der ein Kampf um die Ordnung des Seins ist.
Und deshalb nur auf der Liebe und damit Wahrheit beruhen kann


Wir beobachten in all diesem weltweiten Oberflächengetöse, das uns Tag für Tag die Ohren volljammert, den Kampf der einen Gewalttäter gegen die anderen Gewalttäter. Wir haben das scheinbare Ringen zweier nur scheinbar entgegengesetzter Kräfte vor Augen, denen es jeweils nur um die Vormacht über den anderen geht. Deren Ziel aber vollkommen identisch ist: Die Vernichtung der Welt. 

Gruppen stehen sich da gegenüber, die beide auf nur je andere Art die Okkupation der ontischen Strukturen einer Gesellschaft anstreben. Um dann ... dieselben Ziele zu verfolgen.

QR Tucker Carlson

In diesem Scheinkampf, der uns manchmal den Atem raubt und den im erreichbaren Video auch Tucker Carlson auf Fox News so "brillant" vorexerziert, kommt der wirkliche, der eigentliche Kampf des Menschen völlig unter die Räder. Der ein Kampf des Seins, Gottes also, gegen jene Mächte ist, die das Sein, Gott also, verdunkeln und aus der Welt hinausdrängen wollen. Mit der unausweichlichen Folge, daß alles ins Nichts fällt, also der Zerstörung anheimfällt. Was immer sich gegen Gott wendet (wie immer man das nennen will: Laster, Sünde, Irrtum, Bösartigkeit, Schwäche ...), wendet sich in die eigene Nichtung. 

Es geht um alles oder nichts, buchstäblich. Hier gibt es deshalb auch keine Nützlichkeiten und strategischen Bündnisse, dies ist nur eine der (historisch leider so häufigen) fatalen Fehleinschätzungen der Katholiken. Und nur sie sind das Medikament, das den Zerfall der Welt verlangsamen mag. Einzig zu dem Zweck, den Kindern, den anderen den Zugang zum Heil wenigstens nicht noch weiter zu erschweren, wenn nicht gar zu erleichtern (wie es im hohen Mittelalter noch der Fall war.) 

Hier haben wir es mit dem Kampf Satans gegen Gott zu tun. Darum geht es Satan von Anfang an: Um die Nichtung der Schöpfung, die in Jesu Christus, noch mehr aber sogar in der sündelosen Frau, der Gottesmutter, die NUR Mensch ist, NICHT AUCH GOTT wie Jesus der Christus. Es ist diese Frau aber, in der die Welt ankert. Als Welt, deren Logos (als nur im Leben seiender Grund, als "auf das Wissen Gottes hin" bewegungshaftes Seiendsein) sich über den Heiligen Geist, den die Gottesmutter als in die innertrinitarische Wirklichkeit hineingenommen mitatmet, so sehr in die Gestalten jenes unendlich dichten Gewebes der Zueinandergefügtheit treibt, daß sogar Aristoteles mit dem Gedanken der Entelechie seine pure Freude hätte. Sie ist es sohin, die die Totalität des Weltseins (als die Schöpfung) mit Jesus dem Gottmenschen, den sie selbst geboren hat (und - wie jede Frau somit! womit wir bei der gewaltigen Stellung der Frau in der Schöpfung wären! nicht hierarchisch also, sondern ontisch! - gebären muß), erfüllt.

Worin liegt nun der Irrtum auch eines Tucker Carlson? Worin liegt der Irrtum so vieler "Rechter", die sich händeringend darum bemühen, als die "guteren Guten" gesehen zu werden? In der Empathie. Diese Linksheit dieser Rechten deckt die Gruppe der Menschen ab, die noch irgendwie irgendwo ein Herz haben. Aber zu wenig Verstand, zu wenig Mannsein, um denn doch den entscheidenden Schritt der Weltgebärung zu machen: Den zur Einsamkeit. Den zum Alleinsein, als dem eigentlichen Schritt ins innertrinitarische Leben, der wiederum ein Schritt des Sterbens ist. (Gewiß, komplex; aber nicht irrational, also prinzipiell der Vernunft nicht greifbar! Sondern nur noch im Staunen erfaßbar.)

Deshalb darf einem die Seite des Tucker Carlson meinetwegen sympathischer sein. Aber nie ohne sich dessen gewahr zu werden, daß uns auch von ihm eine riesige Kluft trennt. Die zu ignorieren nicht ein verbindendes Miteinandersein bedeuten würde, sondern die uns in den Abgrund fallen ließe, den zumindest einstweilen auch Carlson gewählt hat. Weil dort schon so viele liegen, daß man meinen könnte, man wäre nicht alleine, und könnte somit das Wesen des Menschseins - als soziales Wesen! - erfüllen. Wie verlockend es doch ist, diesen mit Zuckerwatte drapierten Irrtum einzunehmen. 

Aber unser Ich, werter Leser, er wird mir hier sicher zustimmen, nicht wahr?, dieses unser Ich wird in nur einem Du, und das ist das Du in Gott. Das Du des Mitmenschen, das Hineinsterben des Ich in dieses real und personal Begegnende, das in seinem Sein und Wesen Gottes Ebenbild ist, ist zwar der Pfad dorthin, aber auch nicht mehr. 

Das ist der Weg des Menschen. Es ist niemals der Weg der Revolte gegen die Ordnung, die im Sein liegt. Und ohne dieses Sein gibt es nur Schein, Lüge und Irrtum. Wenn man also als Katholik, als jemand, der "alles umfaßt", der sich also in keiner Ideologie jemals festlegt und instrumentalisiert, leben und ins ewige Leben hineinsterben will, kann es nur eine Revolte geben: Die gegen das Böse, den Irrtum, die Lüge. Als Begegnung mit Menschen kann es aber nur eingebettet in das erste und wichtigste Gebot - das der Liebe - sein. 

In der Liebe dann, in dieses Sein hineingeschweißt gewissermaßen, ist uns der letzthinnige Sieg sicher. Der aber erst in der nächsten Welt, der Neuschöpfung, Realität und Welt werden wird. So lange haben wir damit zu leben, daß der Nicht-Liebende uns innerweltlich betrachtet immer überlegen sein wird. Er hat die Gewalt, die wir uns verbieten, weil sie uns verboten ist, und er hat die List, die Tücke, die wir aus Liebe niemals über den Nächsten stülpen, auf daß er in die Irre gehe, und sich unseren Vorstellungsbildern füge. 

Weil jeder Mensch in seiner Freiheit dazu berufen ist, sich (in der Selbstüberschreitung, also im Paradox des Selbst-Todes, wie Jesus) den Bildern Gottes gemäß formen zulassen, die dieser in seinem unendlichen Wissen und Lieben aus seiner unendlichen Bibliothek hervorholt. Erst dann wird sie sichtbar, und erst dann zum Sinn der Welt - dem Lobpreis Gottes.


*270221*

Mittwoch, 3. März 2021

Die pervertierte Revolution (2)

Teil 2) Aber plötzlich halten wir inne. 
An dieser Kritik stimmt doch etwas nicht!


Und bei diesem Satz des streitbarsten amerikanischen Starmoderators im Stall von Fox-News wollen wir nun einem Herdentrieb zuneigenden Fluß der Worte innehalten. Denn mit dieser Aussage wird etwas definitiv: In welch hohem Ausmaß die "Rechte" selbst auf revolutionärem Anspruch aufruht. Wie sehr die altbekannten Forderungen der französischen Revolution Grundlage ihrer Kritik sind. Wie sehr die Rechte also zu weiten Teilen eine Camouflage ist, wie sehr die "Konservativen" bereits von Linken unterwandert sind. Wie sehr das kritische Potential ausgerechnet bei den "alternativen Medien" zwar "gegen die Mächtigen" steht, aber in Wirklichkeit die alte revolutionäre Kraft geblieben ist. Die eine Neuordnung der Gesellschaft fordert, die auf "Funktion", auf "Leistung" (=Nutzen nach bestimmten, einem Weltbild entsprechenden Kriterien) beruht. 

Nicht auf den zu heiligenden Ort, also auf Stand weil auf Sein, das nur Seiendes ist, soweit dieses sich auf das Sein selbst bezieht. Lebendig, aktiv, actu. 

Wie sehr sie stattdessen das Sein aus dem Aktuellen generieren will. Wie sehr deshalb die Forderungen der LGBT-Gruppen, sich die Identität selbst zu geben (was in sich eine Unmöglichkeit ist), in Wirklichkeit haargenau die Forderungen der wirklichen Linken aufgreifen, und doch nur eines: In Konsequenz die Forderung aus der Weltanschauung der Linken (die hier "rechts" auftreten) aufzunehmen und auf die Spitze zu treiben. Bis es halt dem besten Liberalen (=Linken) zu viel wird weil ihn stört. Dann ist Schluß mit Toleranz. Klar, die muß denn doch Grenzen haben, das leuchtet jedem ein. Obwohl sie doch (schreibt tatsächlich einer der Vorzeige-(weil Alibi)-Katholiken-Konservativen, Alexander Kissler) die Kultur des Abendlandes geradezu ausmacht, wenn nicht gegründet hat.

Wem die Evidenz nicht reicht, bitte. Dann nehmen wir es als strenges Indiz. Das müßte man also annehmen. Wenn man nicht - wie wir - wüßte, daß dieser Ansatz der Linken, und zwar der wirklichen Linken, und damit der der Liberalen sowieso eine glatte Lüge ist. Vor sich, vor der Welt. Die  nur den Zweck erfüllen soll, die bestehende, ontologisch begründete und begründbare Ordnung des Seins des Menschen (und hier erst kann man von "Gesellschaft" sprechen, weil sich darauf das Weltserin des Menschen als sozialem Wesen bezieht) auszuheben. Und deren Träger wehrlos zu machen. Durch ... Überraschung! ... wissenschaftlich autorisierten Anspruch. 

Und da hat ja der Sozialismus wirklich etwas vorzuweisen. Denn von allem Anfang an hat sich der Sozialismus, als den man diese Gedankengebäude pauschaliter bezeichnen kann, auf den lediglich durch die Aufklärung rationalistisch neu gedeuteten Begriff der "Wissenschaft" bezogen. Der sich seither auf die abstrakte Mathematik als ontologischem Vorrang des Denkens - siehe Descartes - bezieht.

Wir müssen aber, so gestrickt, die ganze Angelegenheit komplett neu denken. Denn wir erkennen plötzlich, daß die Sache viel komplizierter ist als behauptet. Wir erkennen mit einem Mal, daß sich mittlerweile auf der ganzen Welt NICHT hier die Guten und dort die Bösen, hier die Etablierten, die Eliten, dort die armen Unterdrückten gegenüberstehen. Das mag hier und dort zutreffen. Aber immer ist dieser einzige "echte" soziale Konflikt bereits okkupiert. Und zwar von ein- und derselben Destruktion. 

Die Wahl ist nicht Freiheit gegen Sozialismus. Die Wahl, die uns vorgemacht wird, ist ... immer nur Sozialismus. In diesem Echoraum kann der wirkliche Konflikt weggedrückt werden. Und, werter Leser, betrachte man doch die Sache nüchtern: Es gibt eine Grenze, die BEIDE vorgeblichen Kontrahenten absolut akzeptieren und sogar fordern. Die, das Transzendente als geschichtliche Größe draußen zu lassen. 

In Wahrheit streiten in den vorgeblichen Konflikten der Etablierten (Eliten) vs. Machtlosen also Kinder, die demselben Stall entstammen. Immer und in jedem Fall geht es somit darum, daß der, der den Köder schluckt (und das scheint die überwältigende Mehrheit der Menschen zu sein), und die Bedingungen dieser Auseinandersetzung glaubt, schon und sofort ein trojanisches Pferd verschluckt hat. An dem er krepiert. Weil aus dessen Bauch nachts die Krieger entschlüpfen, die seine Freiheit (=Offenheit für Wahrheit) erschlagen.  

Tucker Carlsons Forderungen sind deshalb nicht weniger radikal und wider das Wesen des Menschen als die von ihm kritisierte Seite, ja sie sind vielleicht sogar substantieller und damit gefährlicher, weil mehr in der Praxis verankert (und das Gesetz des Glaubens erwächst aus dem Gesetz des Betens, der Glaube wächst der Liturgie entsprechend, wie wir wissen): 

Carlson verlangt, daß augenblicks per Gesetz verordnet werden muß, daß die fünfzig anerkanntesten amerikanischen Universitäten keine Studenten mehr akzeptieren dürfen, die Eltern haben, welche selbst bereits akademische Titel tragen. Auf daß endlich und wirklich die "Besten" nach oben kommen. 

Herrschaften, geht es noch blöder, geht es noch (formt man das Urteil schonend) naiver?

Damit offenbart sich Carlsons Weltbild auf erschreckende Weise als anti-ständisch, als anti-identitär. Denn es ist das Elternhaus, das die Identität der Nachkommen bestimmt. Immer. Bei jedem. Tut es das nicht, haben die Deszendenten nicht eine Identität zur Auswahl, sondern einfach KEINE Identität. Die nur dem Haus, also dem Ort der Herkunft - Ursprung wie Ziel - entstammen kann. Was WÄRE denn sonst Identität? Wo ist dann auch der Unterschied zur LGBT-Gruppe, die Tucker Carlson zuvor so angewidert dekapitiert?

QR Tucker Carlson
Ist Carlsons Ruf nach Veränderung somit nicht der bloße Ruf nach den besseren Waffen im Kampf um die Vorherrschaft seiner Gruppe (wie immer die zusammengesetzt sein mag)? (Nebenbei: Wer soll ihm diesen Wunsch erfüllen? Eben. Die Gruppe, die seinen Worten nach stärker sein soll. Was sind wir nicht Demokraten!)
Als (der des Gegners idente!) Forderung, dem Gegner in diesem Ringen um Bestimmungskraft endlich die Waffen aus der Hand zu schlagen. 
Die in diesem Fall ganz eindeutig die selbstverständliche Stärke der wahren Seinsordnung ist.


Morgen Teil 3) Dieser Scheinkampf ist nicht unser Kampf. Der ein Kampf um die Ordnung des Seins ist. Und nur auf der Liebe und damit Wahrheit beruhen kann.


*270221*

Dienstag, 2. März 2021

Die pervertierte Revolution (1)

Die Revolution, die wir heute erleben, stellt eine absolute Innovation in der Reihe historischer Revolutionen dar. In allen diesen Erhebungen ging es stets um das Recht der Unterdrückten, der Arbeiter, der Sklaven, der Ausgebeuteten. Jede Revolution hat sich als Erhebung "von unten - gegen oben" verstanden.

HEUTE ist es genau umgekehrt. Heute haben wir es mit einer Revolution "von oben - gegen unten" zu tun. Heute haben wir es mit einer Revolution der Machthabenden gegen die Machtlosen zu tun! Es ist die Elite, die der Nicht-Elite die völlige Umwendung (per-vertere) ihres Lebens, ihrer Lebensvollzüge, ihrer Haltungen, ihrer Meinungen, ihrer Weltsichten und ihrer Lebensgestaltung vorschreiben will.

Die traditionelle, seit der französischen Revolution geltende Triade aus "Freiheit - Gleichheit - Brüderlichkeit" wurde dabei durch eine neue Losung ersetzt. Die da nun heißt "Diversity - Equity - Inclusion". Wobei das Wort "equity" NICHT die traditionelle Auffassung meint, die da in aller Unterschiedlichkeit von gleichen Rechten für alle spricht. Sondern die tatsächliche Gleichheit als Verzicht auf die individuelle Identität meint. Diese neue Trinitas meint den Verlust der Rechte auf Identität zugunsten einer willkürlich gesetzten, der Welt zu respektieren auferlegten (Nicht-)Identität als Verzicht auf Definition und festen Bezugsrahmen.

Was im übrigen das exakte Gegenteil von Identität - also Nicht-Identität - ist. Und sich auf das Selbstsein der Menschen genauso auswirkt: Als generelle Selbstschwäche bei gleichzeitiger Forderung nach Abschließung jeder Verbindlichkeit der konkreten Mitwelt gegenüber (die durch Abstrakta ersetzt wird: "Die" Umwelt, "die" Erde, "die" Gesellschaft, "die" Pandemie, usw. usf.), als Immunschwäche in allen Formen.

Daß dabei sogar die unmittelbarste Identität, die des Geschlechtlichen, unter die Räder kommt, belegt eine aktuelle Untersuchung des Gallup-Instituts in den USA. Die zum Ergebnis hat, daß die LGBT-Gruppe, also die Gruppe der sich selbst (sic!) als sexuell indifferent oder nicht dem normalen Mann-Frau-Spektrum zugehörigen Menschen in den letzten Jahren explodiert ist. Während diese Gruppe noch bei den Geburtenjahrgänge der Babyboomer bei 0,3 Prozent und darunter lag, erklären sich von den Geburtsjahrgängen der Generation Z, das sind die Jahre 1997  bis 2002, schon ganze 5,6 Prozent der Menschen zu diesen Gruppen (homosexuell, lesbisch, transgender etc.) zugehörig. Das ist, bitte schön, das ACHTUNDDREISZIGFACHE, denn satte 11,6 Prozent dieser Jahrgänge befinden sich schon als "bisexuell". 2,1 Prozent fühlen sich (männlich-)homosexuell, 1,4 Prozent meinen, lesbisch zu sein.*

Und sie bedient sich verschiedenster Mechanismen, die das neue Impostament durch "logische Unausweichlichkeiten", durch "Alternativlosigkeit" im Rahmen sämtlicher logischer und alltäglicher, traditioneller, vernünftiger Gedankengebäude ("wissenschaftlich bewiesen") verordnet, und jede Erhebung dagegen als "unvernünftig", "unmoralisch" und deshalb zu verbieten (sic!) darstellt und institutionalisiert. 

Wenn es diesen Revolutionären um die Beseitigung und Aufdeckung von Unterdrückungsmechanismen geht, dann sprechen sie nie von sich selbst. Sondern sie sprechen von "denen da unten". Von jenen, die ohnehin keine Macht haben, und die von diesen Eliten ohnehin beherrscht werden, die die maßgeblichen Institutionen von Volk und Staat in der Hand haben, und zwar in Politik, Medien, Bildungseinrichtungen, Geldwesen und in der eigentlich systemrelevanten (also NICHT mittelständischen) Wirtschaft und Landwirtschaft.

Der auch heute noch überwältigenden Mehrheit der "Normalen" wird somit jedes Mittel aus der Hand genommen, sich selbst zu erhalten und nötigenfalls sogar zu verteidigen. Ja sie dürfen mit diesem Anspruch nicht einmal mehr auftreten, wollen sie sich nicht sogar strafbar (das Normale zu behaupten, zu leben, zu verteidigen ist heute vielfach bereits strafbar!) machen. Selbst für das Leben selbst werden (in Euthanasie, Gehirntod als Todeszeitpunkt, vor allem natürlich in der Abtreibung, dem eklatantesten Fall der Verweigerung der Rechte der Person, indem der Zeitpunkt des Persons-seins willkürlich definiert wird) neue Begriffe und neue Deutungen auferlegt.

QR Tucker Carlson

Der heute verlangte gesellschaftliche Wandel hat, so Tucker Carlson, nur den Sinn, die bereits Mächtigen weiter zu ermächtigen. 

Das Verrückteste dabei ist vielleicht, daß in sämtlichen Gesellschaften (und im Gleichschritt mit deren "Fortschrittlichkeit") der Welt soziologisch gesehen eine immer deutlichere Abgrenzung sozialer Gruppen vor sich geht. 

So deutlich, daß man von einem Auseinanderbrechen der bestehenden Gesellschaften (als deren Institutionalisiertheiten, das heißt als Staaten, Völker, Familien, schlicht allen sozialen Verbänden, die durch zwischenmenschliche Verbindlichkeiten und in Geordnetheit, das heißt auf der Grundlage von "Gemeinsamkeit" bestehen, und zwar einfach bestehen, nicht beliebig oder willkürlich "konstruiert" werden, weshalb das Spektrum der ständig weiteren "entdeckten" Identitätsmerkmale gegen unendlich tendiert) sprechen muß. Von sozialen Klüften, die sich auftäten, und immer größer und schärfer würden. Wofür die "Schuldigen" natürlich stets rasch feststehen: Es sind jene Gruppen, die Identität haben, suchen, jedenfalls aber in ihren Merkmalen nicht aufgeben oder sogar auslöschen wollen.

Wie jede Revolution wird auch diese aber von einer Gruppe angetrieben, die die intellektuelle Rechtfertigung, also die Legitimität liefert. Und diese Rechtfertigungsquelle sind die Universitäten. Als Instrument, wohlgemerkt, nicht als die eigentliche Antriebskraft, die auch die Schichte der Intellektuellen als Bezug zur Autorität des "Transzendenten", des Geistes somit, stets nur instrumentalisiert. Von den Universitäten geht die Dekonstruktion des Normalen aus, auf der übrigens immer (und das heißt: auch heute! es wird nur nicht ausgesprochen, es bleibt klandestin weil verboten) die überwältigende Mehrheit sämtlicher Gesellschaften beruht. Alle sohin, die "Mensch" sind, und die zumindest irgendwann keine Kraft oder keine Lust mehr hat, auf ihr Selbstsein (das immer "normal" ist, weil das Wesen des Menschen immer unverändert und gleich ist) zu verzichten.  

Auch diese Gruppe der "universitär Gebildeten" hat ein klares Interesse, ihre Position der Privilegiertheit zu erhalten. Weshalb sich die Universitäten ganz klar unterscheiden. Ausgerechnet jene Studenten mit dem höchsten Autoritätsanspruch (wie Yale, oder Cambridge, Notre Dame, Penn, Stanford oder Harvard) haben auch das höchste Durchschnittseinkommen in ihren Herkunftsfamilien. Auf der Universität von Princeton stammen fünfundsiebzig Prozent der Studenten aus Familien, die zu den obersten zwanzig Prozent im Jahreseinkommen zählen.

Die Reichsten wollen also ihre privilegierte Stellung erhalten, auf diesen Satz muß man auch die intellektuelle Situation der Universitäten eindampfen. Die revolutionärsten, radikalsten, ja brutalsten Ansätze die neuen Wertgerüste als neue gesellschaftliche Normen durchzusetzen, kommen ausgerechnet von den elitärsten Universitäten mit den wohlhabendsten Studenten. "Universities," meint Carlson, "is for wage-earners, not for the people in charge." Eine höhere Ausbildung ist für jene, die bereits gut verdienen, nicht für die, die es bräuchten. 

Der einzige Sinn des Besuchs der Universitäten - je besser ihr (medial aufgekochter) Ruf, desto mehr - besteht darin, zu den herschenden Schichten gehören zu wollen. Und das nur über Devotheit zu erlangende Universitätsdekret ist die Eintrittskarfte dafür. Es sind Dekrete als Dekretionen der Subversion und Auflösung der innersten geistigen Fundamente.


Morgen Teil 2) Aber plötzlich halten wir inne. 
An dieser Kritik stimmt doch etwas nicht!?

 

*Die Absurdität dieser neuen angeblichen Identitätszustände behandelt William M. Briggs in einem lesenswerten Blogbeitrag. In dem er exakt auf diese Studie eingeht. Was ist denn das, "bisexuell", fragt er da? In Wahrheit - nichts. Allenfalls irgendein diffuses Wünschen, kein Wohlgefühl auszulassen. Die aber zu faul sind, sich konkret um einen Partner zu bemühen, und deshalb - mit einem Phantasielabel, wie Briggs es nennt - jede Festschreibung abzulehnen vorgeben. 


*270221*

Dienstag, 19. Januar 2021

Oh, dieses Übel der Natur (2)

Teil 2) Walle walle manche Strecke, guter Topf,
denn es kommt noch mehr Krötenbein dazu, ehe das Bild sichtbar wird


Und das ist nun tatsächlich ein weithin in der westlichen (also dem kapitalistischen, ehedem christlichen bzw. von christlichen Rudimenten noch geprägten Teil der Welt) der Fall. Wie in zahlreichen Studien gezeigt werden konnte, die im letzten Jahrzehnt (so lange zumindest fallen sie dem VdZ bereits auf) angefertigt worden sind, ist eines der größten Probleme bei Frauen mittleren Alters (ab Ende Dreißig, Mitte Vierzig) die Solitude. Das betrifft gut vierzig Prozent der Frauen dieser Gruppe. Fast die Hälfte der Frauen dieser Gruppe findet also keinen Partner. Sie schreibt deshalb auch die Mutterschaft als nicht zu erreichendes (eigentlich muß man sagen: verfehltes!), aber fundamentales Lebensziel ab. Das sie - und das ist immerhin erstaunlich - in höchstem Ausmaß immer noch als solches sehen.  

Oder verwenden wir den Konjunktiv: Sähen. (Erinnerlich sind hier Zahlen von neunzig Prozent erhoben worden.) Aber als junge Frauen nicht sahen, sondern erst in ihrem jetzigen Alter dessen Bedeutung für ihr Leben - als unerfüllte und unerfüllbare Sehnsucht - sehen. 

Was ist nun das Merkmal dieser solistischen Gruppe? Sie ist sozial HOCH angesiedelt. Wodurch? DURCH AUSBILDUNG, und das heißt in der Folge: DURCH DEN BERUF. Zumalen in einer Ex-Kultur, die keine sozialen Ordnungen mehr kennt, wo sich also jeder und ständig seinen Platz erringen und verteidigen muß, der Beruf und dessen Umfeld nahezu das einzige, in jedem Fall fundamentalste identitätsstiftende Merkmal ist. Die Bildungspolitik im Westen hat in den letzten Jahrzehnten hat dies ja ganz gezielt und oft genug mit "positiver Diskriminierung" (Männern gegenüber) zum Ziel gehabt. 

Auch wenn es dummdoofe Stimmen genug gibt, die diese Tatsache - sozial hochstehende Frauen finden keine Ehepartner - zu einem neuen soziologischen Faktum erheben wollen, so wissen wir nicht nur, daß das nicht stimmt. Es war vielmehr IMMER schon so. Wenn diese selben Stimmen außerdem noch erklären, daß Männer mit Frauen mit "großem Selbstbewußtsein" (durch Ausbildung und sozialem, "selbst erworbenem" Rang) nicht umzugehen wüßten, so stimmt das ebenfalls nicht. Auch dieses Verhalten war schon immer so, und es geht zuerst einmal von den Frauen aus! Die "nach oben" greifen. Also Männer "in der Ehe einfangen", so gut es nur geht. Und sei es durch "ungewollte Schwangerschaften".

Apropos "ungewollte Schwangerschaften." Nur einen Seitenblick soll uns wert sein, diesen so furchtbar umtriebigen Begriff mit obigen sozialen Tatsachen zu verknüpfen. Indem wir die Frage in den Raum werfen, ob nicht so manche dieser "ungewollten Schwangerschaften" (die es in den Augen des VdZ sowieso nicht gibt) einfach dem Umstand zuzuschreiben ist, daß die Frau, die (sagen wir so) verführt wurde oder gar die Verführung ohne weiter zu überlegen veranstaltet hat (zumindest sollte man dieses Vorhaben aus so manchem textilen Verhalten gewissermaßen ableiten), nun aufgewacht ist und mit einer Folge konfrontiert ist (einem Kind in ihrem Bauch), die sie an einen sozialen Stand bindet, den sie so gar nicht anstrebt, diese Bindung mit aller Macht wieder eliminieren will. Das heißt, sie lehnt das Kind deshalb ab, weil es sie an einen Stand "unter ihr" bindet.  Oder das so empfindet. 

Und jetzt werfen wir noch eine Zutat in den Topf, weil der doch schon so herrlich brodelt: Wir werfen die ebenfalls durch zahlreiche Studien belegte Tatsache in den Topf, daß gut die Hälfte der jungen Frauen der Gegenwart von einem Leben "als Berühmtheit" träumt. Was wiederum heißt, daß sie sich dazu berufen und somit vorherbestimmt sieht. (Berufung stammt, und das ist ziemlich interessant im Gemengelage aller dieser Faktoren zum Thema, VON AUSZEN, ist also BESTIMMUNG, und nicht frei gewählt!) Somit steigt die Wahrscheinlichkeit, daß die Frauen, die mit diesem Geistesvirus verseucht sind, in den Männern ihres Standes keinen EBENBÜRTIGEN oder (lieber noch) überlegenen Stand finden. Und damit die Wahrscheinlichkeit, daß sie Kinder aus solchen kurzzeitig real und sozial gewordenen Beziehungen als "unerwünscht" ansehen. #

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Noch Fragen? Ja, es sind viele Fragen, die in diesem Zusammenhang aufplatzen. Überlassen wir weitere Antworten aber doch dem Bild. Endlich! Dessen komplexe Wirklichkeit, die in so vielen Details sichtbar gemacht wird, jedes Denken und also jedes Gerede bei weitem übersteigt. Ohne je irrational zu werden, erzählt uns diese Wirklichkeit in einer Sprache, die als "Sprache der Engel" bezeichnet werden könnte, viel mehr über den Menschen als jeder durch Stuhlwärmerei in all den häßlichen Hühnerställen, die Universitäten und Hochschulen genannt werden, je zu vermitteln möglich sein wird. Und das ist es doch, was wir uns von einem Kunstwerk wünschten?


*Die Betonung von "einem Mann" hat seinen Grund, denn die Promiskuität bei der Frau hat eine (wenn man sie einmal erkannt hat) deutlich sichtbare Realität. Die promiskure Frau (mit zahlreichen oder wechselnden Geschlechtspartnern, und zwar wieder mit einer Betonung auf der körperlichen Seite als der die Frau prinzipiell bestimmenden Seite ihrer Existenz) wird verwirrt. Wir haben es deshalb in Zeiten, werter Leser, in denen die Frau ihre Geschlechtspartner "frei" wählt mit einer enormen Zahl von (tatsächlich!) geistesgestörten Frauen zu tun. 

Die nur deshalb nicht erkannt werden, weil die sozialen, gesellschaftlichen Bedingungen, in denen solch eine Promiskuität üblich oder häufig wird, bereits selbst eine Geistesstörung ausweisen, weshalb Geistesstörung als "normal" betrachtet wird. Und jedes Rezept doch noch zu leben, zu existieren, nur noch zu einem oft recht komplexen Geflecht wird, wie diese Tatsache verborgen gehalten werden soll. 

**Die Geschichte zeigt, was die Etymologie der Vornamen ohnehin nie verborgen hat: Daß es nämlich nie einen spezifischen "Frauennamen" gab, sondern daß die Frau seit je - Adam ruft entzückt aus: "Fleisch von meinem Fleisch" - ihre Identität vom Mann her erhält. Frauennamen sind fast ausschließlich feminisierte Männernamen. Die bei den Römern ihre Rolle im sozialen Gefüge durch die Gleichsetzung von Mann (=Vorname, der durch die übrigen Namen nur spezifizierbarer und damit für das Umfeld Eigenschaften - als Beziehungsmerkmale eines Ortes - zuordnenbarer, erkennbarer gemacht wird) mit Haus so vielsagend war: Frauennamen waren immer Zuweisungen an ein Haus, ein Geschlecht sozusagen. 

Denn Mann = Vater = Pater = Patriarch ("väterliche Ordnung") = Vorstand und damit ZUGLEICH Haus, dem eine Reihe weiterer Personen sowie Dinge (=Eigentum) als dessen Verantwortungs- wie Regierungsbereich zubehören. Womit wieder einmal deutlich wird, warum die Familie nicht nur die kleinste Zelle des Staates, nicht nur das Vorbild des Staates ist, sondern wie ein Fraktale die kleine Struktur (Form) auch der jedes großen sozialen Gefüges (nicht nur bis zum Staat, sondern bis zur Welt, die in Jesus Christus ihren König als Identitätsstifter und Oberster des Welthauses = Kirche hat) identisch ist.


*140121*

Montag, 18. Januar 2021

Oh, dieses Übel der Natur (1)

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Der Originaltitel der hier beigefügten Zeichnung von James Gilray lautet "Farmer Giles and his Wife showing off their daughter Betty to their Neighbours on her return from School", und er hat sie im Jahre 1809 angefertigt. Sie zeigt eine mit ungeheurem Scharfsinn getroffene Situation, in der das sichtlich entzückte Bauernelternpaar die (durch die Reaktionen der übrigen Personen erkennbare) dilettantischen Fähigkeiten am Klavier präsentiert. Das Ehepaar demonstriert damit seinen sozialen Aufstieg, den es durch Geld erreicht zu haben meint. Sichtbar wird das durch den Edelmann (siehe die Perücke, also die "whig"). So sind also die neuen Zeiten, in denen neue Mechanismen wirken, die den Menschen ihren Ort zuweisen, der ihnen fortan ihre Identität gibt. Ein Ort, den erworbenen Fähigkeiten, also Schulen, schulische Titel und Ausbildungen definieren.

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Großartig wird aber vom Maler vor allem eines getroffen: Die Veränderung des sozialen Gefüges, die durch den Umbruch des Selbst- und Identitätsverständnisses durch ein grundlegend verändertes Weltbild bewirkt hat. Durch die Aufklärung, die weithin als neuer autoritativer Maßstab eines veränderten Verständnisses von Welt Raum griff, brach auch die Identität ein. 

Von einer vorgegebenen Einheit eines Ortes, der Identität nicht nur gab und zuteilte, sondern durch diese Identität auch ein nahezu vollständiges Bündel an Verbindlichkeiten und Rechten der Umwelt gegenüber festlegte wie forderte, von einer Gabe der Welt an das Individuum selbst also veränderte sich das Bild eines gesellschaftlichen Gefüges zu einem (buchstäblich) irgendwie" sich findenden Mosaiks, das aus "Eigenschaften", Tätigkeiten, für sich zu sehende "Begabungen" erwuchs. Und zwar im Sinne von "sich (irgendwie) von selbst finden". 

Es ist auch jene Epoche, in der der Wirtschaftsliberalismus zur dominierenden Sichtweise von Wirtschaft und Volkswirtschaft wird. Und es ist auch jene Zeit, in der Napoleon dieses Konzept einer sich "irgendwie" aus faktischen Begabungen und Kräften zusammenfindenden Weltordnung in die Tat umsetzte. Und nicht nur ganz Europa neu ordnete, sondern - Gott sei's gedankt - die gesamte Welt neu zu ordnen versuchte. 

Wäre er nicht schon bei den ersten Versuchen dieser Art jämmerlich gescheitert - und zwar an den realen Kräften seiner Marine und seiner Armee. Abukir, Trafalgar, Spanien, Haiti und der gesamte karibische und den Süden Nordamerikas erfassende Raum (mit einem nächsten Opfer, nämlich Mexiko), wo das französische Konzept einer Revolution von unten gestiftet wurde, um dann entweder zu Chaos (Haiti) oder (und) zum Recht und zur Legitimation eines neuen Stärkeren, der Vereinigten Staaten, wurde. 

Wenn es also eine Charakteristik gibt, die das 19. Jahrhundert wirklich kennzeichnet, dann ist es die Suche nach einem neuen Ort. Die ausgehend von der Zerstörung jedweder alten auf sämtliche Bereiche des Menschseins übergriff. Im Windschatten dieser Entordnung aber konnten sich auch neue bestimmende Hierarchien etablieren, die sich im kapitalistischen Wettbewerb, legitimiert durch eine grundsätzlich neue Schöpfungsordnung, nämlich der einer Evolution "aus sich heraus", in der das Prinzip des Stärkeren zum Weltprinzip überhaupt wird. 

Das neue Paradigma war fortan Rücksichtslosigkeit, das neue Idealbild wurde die Bildungslosigkeit, die sich als das Fehlen jedweden zwischenmenschlichen Feingefühls als erstes zeigt, und damit die Auflösung jedweder Kultur zum neuen Maßstab macht. Sieger wird nun der, der mit den herumfliegenden Trümmern, in denen das Echte weil ontologisch im Wesen des Menschseins (als Kulturwesen) begründete Sein um Halt und Boden ringt.

Kehren wir nun zum Bild zurück. Das Mary Douglas so klarsichtig mit einem neuen Titel versieht. Den der erste Titel des Bildschöpfers zwar bereits enthält, der aber die Größe des Kunstwerkes schon damit erkennbar macht, als es über die Zeit hinaus seine Gültigkeit im Darstellen des Wirklichen und damit Zeitlosen - als Schema, als Archetyp menschlicher Kultur - beweist. Die Anthropologin nennt in "The World of Goods" das Bild

"Farmer Giles and his Wife Put Their Daughter Through Her Paces for a Prospective Husband".

Denn die Bauern haben (in ihrer Schläue) sehr gut begriffen, was diese neue Ordnung erst zu einer solchen macht: Und das ist die Verheiratung. Zwar müssen wir feststellen, daß deren Stellenwert auf kaum noch zu überbietende Weise gesunken ist. Doch zugleich können wir sehen, wie das Dämonische langfristig wird: Weil es in sich widersprüchlich ist, ruft es langfristig immer das Gegenteil dessen hervor, was zu erreichen es ursprünglich auszog. 

Denn es war zwar das Ziel der Revolution, die alten Ordnungen zu zertrümmern. Doch zeigt sich gerade in der Ehe, daß die Folge keine neue Ordnung war und ist, sondern die völlige Orientierungs- weil Ortslosigkeit aller Menschen. Die Ehe ist ja dem Menschsein - das eine Existenz als Mann und Frau ist, die im jeweils anderen zu sich selbst finden ("Das Ich liegt im Du") - so grundsätzlich, daß man sie "konstitutionell" nennen muß. In ihr wird zugleich sichtbar, wie sehr das Menschsein generell auf die Umgebung, auf die Gesellschaft also ausgerichtet ist. Denn die Ehe steht wie jede Identität auf zwei Beinen. Der des Subjekts, und der Gesellschaft, die dieses Subjekt als "jemand" erkennen will. 

Nur dann kann sie die Beziehung überhaupt erst gestalten, und nur so wird "das andere" ebenfalls zu sich selbst. Eine Individualisierung ohne Gesellschaft (ohne Ehe bzw. einer der Ehe gleichzustellenden Zugeschriebenheit wie bei Ordensleuten oder bei Menschen mit einer Aufgabe, einem Ort, der sie ganz umfaßt und einbegreift ohnehin) ist also gar nicht möglich.

In der Beziehung von Mann und Frau wird aber noch eine Eigentümlichkeit der Identität sichtbarer als sonst, und das ist die Gegebenheit von Identität DURCH den anderen bzw. die anderen. Denn die Frau ist in ihrer Identität völlig auf den Mann* (bzw. eine den Ehe-Mann real ersetzende Person) ausgerichtet. Sie muß ihr in der Welt-sein vom Mann erhalten. Was am klarsten in der Ehe geschieht, und in den Ritualen der Eheschließung bis zum heutigen Tag ausgedrückt, wenn auch kaum noch gewußt wird. In diesem Fall: Wenn der Vater (als der erste "Mann") die Hand der Braut dem (neuen) Mann in dessen Hand übergibt, und die Frau fortan die Identitätsform des Mannes - dessen Name FÜR die Welt, also dessen Namen - trägt.**

Douglas hat die Heiratsdaten in England im 20. Jahrhundert analysiert. Und sie ist zu dem Ergebnis gekommen, daß sich Frauen und Männer in der Wahl ihrer Partner bemerkenswert unterscheiden. Männer sind "standes-konservativ", aber auch ihrer Macht bewußt, eine Frau Identitär zu bestimmen und damit "zu heben". Das heißt, daß sie statistisch signifikant Frauen heiraten, die entweder ihrem Stand gleich oder diesem unterlegen sind. Das heißt, sie heiraten auch "Frauen von unten". Anders Frauen. Sie tendieren nicht nur deutlich dazu, entweder einen Mann ihres bereits bestehenden Standes zu ehelichen, sondern sie neigen dazu, einen Mann in einem Stand "über ihnen" zu heiraten. Gleichzeitig aber verweigern sie die Heirat mit einem Mann aus einem Stand "unter ihnen". 

Das führt aber noch weiter. Und was hier herausgefunden wurde ist interessant, denn wir haben es hier mit einem brandaktuellen Thema zu tun. Wenn Frauen keinen Ehemann (als Anker und Quelle ihrer Identität) aus ihrem oder einem übergeordneten Stand finden (vielleicht, weil sie bereits zum obersten sozialen Rang gehören, dazu noch unten) und heiraten 

- der Leser sei erinnert: In dieser Proportion herrscht zwangsläufig Ungleichgewicht, also Mangel; weil Männer bei der Frauenwahl auch "nach unten" greifen, entsteht für Frauen (deren substantielle Identität vom Vater stammt) ein Mangel an Männern des gleichen und in der Folge auch des überlegenen Standes - 

heiraten sie GAR NICHT. Was in jedem Fall heißt, daß sie kein stabiles soziales Gefüge finden, das ihnen einmal Identität und dann auch die Erfüllung genuin weiblicher Früchte bringt. Das sind namentlich Kinder. Die selbst ja wieder auf stabile Elternverhältnisse angewiesen sind, wollen sie seelisch-geistig gesund bleiben, und das heißt wirklich produktive, schöpferische Elemente in einer Gesellschaft sein.

Morgen Teil 2) Walle walle manche Strecke, guter Topf,
denn es kommt noch mehr Krötenbein dazu, ehe das Bild sichtbar wird


*140121*

Mittwoch, 9. Dezember 2020

Schlichtes Sein. Das ist wahre Macht.

Gedanken zum Tag "Maria Empfängnis": Mitten hinein in ein Jahrhundert, in dem sich die Weichen dieser Kultur bereits in den Abgrund der Nichtung, der Auflösung aller Grundlagen und Fundamente gestellt hatten, kam 1854 die Verkündigung des Dogmas der "Ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau", der "Unbefleckten Empfängnis." Das vier Jahre später durch die Erscheinung in Lourdes, wo sich die Gottesmutter dem einfachen Hirtenmädchen Bernadette Soubirous in achtzehn sehr gut bezeugten und von zahlreichen Wundern umkränzten Ereignissen zeigte. 

Mitten hinein in eine Auffassung der Welt, in der diese in Funktionen aufgelöst wurde, kam eine einfache Seinsbotschaft: Ich BIN. Nicht Ich kann. Nicht ich werde tun. Nicht ich mache. Nein. Ich BIN. 

Während rundum in der Französischen Revolution ein völlig neues Gesellschafts- und Menschheitskonzept konstruiert wurde. Mit der Soziologie, die von Auguste Comte ihr erstes Theoriegerüst erhielt, wurde die Menschheit gemäß der Auffassung eines Priesters, des Abbé Emmanuel Sieyès, Dompropst von Chartres, neu aufgefaßt und umgestaltet. Dessen Schrift "Abhandlung über die Privilegien - Was ist der dritte Stand?" die menschliche Gesellschaft gleich welcher Gestalt als Maschine, als Mechanismus verstanden wissen wollte. 

Nicht mehr das Sein, nicht mehr die Ordnung in Gott war fortan das Entscheidende, sondern die Erfüllung von Funktionen. WER diese erfüllte war nun gleichgültig. Genau das glauben wir heute, oder sagen wir besser: Wollen wir glauben, weil wir auch glauben das zu sollen. Damit wurde die Sichtweise des Abendlandes, die dieses überhaupt grundgelegt hatte, die Thomas von Aquin im Satz "Agere sequitur esse - Das Handeln folgt dem Sein," ja setzt dieses voraus, so präzise formuliert und in den Strom des wahren Denkens gestellt hat. 

Auch der dritte Stand war also in der Lage, das Insgesamt einer Gesellschaft abzubilden, zu repräsentieren. Man brauchte keinen König, man brauchte keinen Adel, keinen Klerus. Keine Kirche, keine Standeselite. Man brauchte nur Funktionsträger, und wer immer das sein wollte, sollte und konnte es sein.

Dabei versuchte Comtes "nur", ein neues Idealbild einer Gesellschaft zu rekonstruieren, das ohne die bisherigen Begriffe und Ordnungen auskam. Er versuchte es mit den Mitteln, die ihm nach der Aufklärung noch verblieben - einem zu Sand verdorrten, in zwei Dimensionen gefangenen, reduzierten Geist, der als "Ratio" die Welt gar nicht mehr fassen konnte. Und die eigene Erfahrung des Scheiterns zum Gemeinplatz machte. Denn auf Funktionen aufgelöst bleibt gar keine Gesellschaft mehr.

Aber das war Tor wie Startschuß zur Französischen Revolution. Der in der amerikanischen Revolution 1776 bereits das Vorbild geliefert wurde, und allen nun folgenden sogenannten bürgerlichen Revolutionen in Europa und der Welt Vorbild wurde. Und damit der Kultur den Todesstoß versetzte, weil ihre Fundamente zerstörte. 

Die im deutschen Raum mit der Romantik und deren verzweifeltem Schatten, dem Biedermeier, noch einmal um Leben gerungen hatte, bis ihr durch die Revolutionen von 1848 das Licht ausgeblasen wurde. 

Zehn Jahre später, 1858, kam Maria mit dieser einfachen Botschaft. "Ich bin die Unbefleckte Empfängnis!" 
Sie WAR etwas. Und sie war das Einfachste, das man sich vorstellen konnte. Ein in Funktionsbegriffen definiert machtloses, schlichtes Mädchen. Aber genau dieses hat Gottes Schöpfung repräsentiert. Indem es sich nicht in Funktionen erhob, sondern nur WAR. Nur ist. Und nicht nach oben greift. 

Nur schlichtes Sein, nicht protziges Machen. Nicht "Talent", sondern Stand und Ort als Erfüllungsmedium. Aufgeschlossen mit den beiden Schlüsseln - Berufung und Gehorsam. 
Das ist wahre Macht. Weil es das Tor ist, durch das Gott in der Welt wirkt und repräsentiert wird. Gott sucht nicht Funktion. Er sucht Seinsoffenheit und demütiges Annehmen wie Repräsentieren dessen, wohin man gestellt ist. Genau damit repräsentiert also ein Mensch die Menschheit selbst. Individuation, die sich im Ort und in der Schickung zur Welt wirklicht.
Diesem Sein in der Welt, diesem schlichten Mädchensein, hat Gott die höchste Aufgabe zugedacht, die dem Menschen möglich ist: Jene Materia zu sein, ähnlich der Erde, aus der Gott im Anfang Adam schuf, in die Gott selbst sich durch den Geist - und im Geist, denn Maria war voller Gnade, also voll Gottes Geist, und dazu muß sie ohne Erbsünde gewesen sein - hineinzeugt.*



*Wir können hier durchaus den Bezug zu den in fast allen Völkern bestehenden Mythen herstellen, in denen Gott - Iospater (Jupiter), wie bei den Griechen und den Römern - einer irdischen Frau sexuell begegnete, und einen Sohn zeugte. Ziehen wir hier noch eine Linie zu Mythen, wie sie das alte Ägypten aufweist, in denen nämlich der Pharao als Repräsentant (und Sohn) Gottes (diesem also gleich oder ähnlich, als Abbild vom Urbild) nur mit "seinesgleichen", also nicht mit einer unreinen (rein irdischen) Frau Nachkommen zeugen konnte. 

Was übrigens zur legendären Geschwister-Ehe führte, die sogar noch bei den römischen Kaisern eine (geistige) Rolle spielte. Denn ein Gott braucht die vollkommene Reinheit. So gut wie jedes Herrschergeschlecht beruft sich deshalb auf seine göttliche Abstammung. In der Gott sich mit einer Frau vereinte. Kein Mythos aber kann letztendlich das Problem der Reinheit lösen. Er ahnt aber seinen Sachverhalt.

In dieser Vollkommenheit - damit Schönheit: TOTA PULCHRA EST MARIA - ist auch der Bezug der Genesis zu verstehen, die Eva aus der Seite des vollkommenen Abbildes Gottes, aus der Rippe Adams, nimmt.



*081220*

Sonntag, 13. September 2020

Nichts ist objektiver als Geschmack

Es kennzeichnet unsere Epoche, daß diese eigentümliche Mischung aus Herablassung gegenüber den Manieren und verstohlener Neugier, wie sie die Jahre nach der Französischen Revolution hervorbrachte, die öffentliche Atmosphäre wieder bestimmt. 

Die politischen Rupturen waren in Deutschland so stark, daß man sich als Deutscher offenbar nicht vorstellen konnte, es gebe Regionen in Europa, die von diesen Brüchen und Erschütterungen verschont geblieben sein könnten. Seitdem die Deutschen sich in wachsendem Maße vertraut in Europa bewegen, haben sie, zum Teil mit nicht geringem Erstaunen, feststellen dürfen, daß die Welt der Manieren, die in Deutschland so gründlich untergegangen zu sein schien, in den Nachbarländern keineswegs obsolet geworden ist. 

Sind diese Länder rückständiger als Deutschland? Mancher ist sich da sicher, daß die verschiedenen Umstürze in Deutschland neben großem Schaden auch großen Fortschritt gegenüber den anderen europäischen Ländern gebracht haben. 
Wer nun für die Einführung der Gleichheit in Deutschland ursächlich verantwortlich zu machen ist (Napoleon, die Weimarer Verfassung, Hitler, die Kommunisten, die amerikanische re-education stehen zur Auswahl): man kann sagen, daß er oder sie Erfolg mit ihrem Programm gehabt haben.
So gilt es zunächst festzustellen: 
Eine Instanz, die in Deutschland den berechtigten Anspruch erheben dürfte, eine Aussage über die Manieren zu machen, gibt es nicht mehr. Manieren haben autoritären Charakter. Sie entziehen sich der Diskussion.
"Über Geschmack läßt sich nicht streiten" gehört zu den vielen Zitaten aus der Antike, denen aus Unkenntnis ihres Zusammenhanges ein falscher Sinn unterlegt worden ist. 
Man kann über Geschmack nicht etwa nicht streiten, weil er Privatsache ist und im Belieben des Individuums liegt, sondern weil es nur einen einzigen guten Geschmack gibt, der aber ist Axiom. Wer ihn in Frage stellt, zeigt nur, daß er diesen axiomatischen Charakter nicht verstanden hat und sich auf der Ebene der Rationalität mit dem Geschmack beschäftigt, anstatt auf der einzig angemessenen, der des halb vegetativen, selbstverständlichen Vollzugs.
Die großen Lehrer der Manieren haben sich deshalb zu allen Zeiten niemals als Gesetzgeber verstanden, sondern als Deuter und Interpreten eines bereits vorliegenden, nach ihrer Vorstellung immer schon vorhanden gewesenen Korpus von Regeln, das mit anderen Grundsätzen aus der Kunst, der Philosophie und der Religion in Harmonie stand und noch in der kleinsten Geste mit dem Gesetz des ganzen Kosmos verbunden war. 
Die dem eigenen Stande angemessenen Manieren wiesen dem einzelnen seinen Platz in diesem Kosmos zu und machten ihn dadurch überhaupt erst zum Menschen. Erzogen werden, Manieren annehmen, das waren Menschwerdungsakte. 
An erster Stelle vermittelte die Familie die Manieren. In der Familie fand das Kind die ganze Welt beispielhaft abgebildet: Gottes Barmherzigkeit in der Mutter, Gottes Gerechtigkeit im Vater verkörpert, Vater und Mutter als König und Königin, Mann und Frau in beispielhafter Weise. Die Eltern waren durch ihren Stand geformt, eine kollektive Formung, die schon deswegen nicht bezweifelt werden konnte, weil niemand daran dachte, seinen Stand zu verlassen. 

Asserate Asfa-Wossen in "Manieren"



*010920*

Dienstag, 10. September 2019

Auf den Kampf kommt es an, nicht auf den Sieg

Als sich im April 1793, als Reaktion auf die ersten Aufstände in der Vendée, eine 30.000 Mann starke Arme unter General Berruyer, von Paris geschickt, in die südlich der Loire gelegene Provinz am Meer aufmacht, um die Konterrevolution niederzuschlagen, sind sie nur ausgezogen, um ein rebellisches, katholisches Volk blutig zur Raison zu bringen. Sie rechnen nicht mit der Entschlossenheit und Opferbereitschaft der Vendéer, die treu zu Papst und Königshaus stehen und die Brutalität, mit der Berruyer die Dörfer niederbrennen läßt, mit umso größerem Kampfesmut beantworten.

Erstmals (also nicht erst in Spanien, einige Jahre später) war eine organisierte Armee (Paris hatte Berufssoldaten entsandt) mit einer levée en masse konfrontiert, mit dem "asymmetrischen Krieg", wie wir ihn heute nennen. In dem sich ein ganzes Volk mit allen ihm zu Gebote stehenden Mitteln zur Wehr setzte. Als Freischärler eingestuft, wurden - wir kennen es von heute - praktisch sämtliche Bewohner der Vendée als Terroristen klassifiziert, und man versagte ihnen jeden Status der Menschlichkeit. Bewaffnete Kämpfer wurden sofort exekutiert, wenn man sie aufgriff oder bei Kampfhandlungen gefangen nahm. Und jeder Zivilist - ausdrücklich auch alle Frauen, Kinder und Alte - wurde erschossen, der auch nur in der Möglichkeit stand, mit ihnen zusammenzuarbeiten oder ihnen der Geisteshaltung nach Sympathie entgegenzubringen. Dieser Rigorosität fielen somit auch viele Revolutionäre zum Opfer, ein Kollateralschaden, den man aber in Kauf nahm.

Berruyer, der sich rühmte, am 21. Jänner 1793 mit seinen Befehlen die Stimme des Königs am Schafott übertönt zu haben, war aber vor allem von der militärischen Effizienz des Widerstands überrascht. Obwohl das Kalkül der Pariser Revolutionstruppen, daß die Bauern um diese Jahreszeit nach Hause müssen, um die Felder zu bestellen, sonst gibt es keine Ernte, und außerdem Karwoche und bald Ostern ist, eine Zeit, in der kein Bauer kämpft, weil er in frommer Glaubenstreue die Heiligen Tage in der Kirche miterleben möchte, verfügt der Oberst der Konterrevolutionäre über genug Männer.

***

Das Dorf La Bar in den Mauges ist das erste, das die Revolutionsarmee niederbrennt und wo sie alle Bewohner erschießt, ein Dorf, ein Schloß nach dem anderen, das auf dem Weg der Pariser Armee liegt, folgt. Aber die Glocken der Kirchen rufen die Vendéer wieder zu den Waffen. Und in Chemillé gelingt auch ein erster Sieg gegen die Eindringlinge, die Invasoren, wie man sie nennt.

General Maurice d'Elbée, einer der vielen Adeligen, die auf Bitten der Bauern hin die Führung des Aufstands übernommen haben, zügelt mit knapper Not den Rachedurst der Vendéer, die die gefangengenommenen Soldaten erschießen wollen. 

Aber, sagen die Bauern in Waffen, wenn wir sie nicht töten, sondern frei lassen, werden sie sofort wieder gegen uns kämpfen!
Das mag sein, antwortet d'Elbée. Aber ich möchte nicht, daß meine Soldaten zu Mördern werden.  

Wir verlangen Gerechtigkeit, schreit einer der Soldaten. Diese Männer haben so viele Verbrechen gegen unsere Angehörigen begangen! Wir müssen sie ausschalten, sonst werden wir niemals siegen!

Gott bittet von uns nicht, zu siegen, antwortet der General. Er befiehlt uns nur, daß wir kämpfen. Danken wir ihm also heute, daß er uns den Sieg geschenkt hat. Er ordnet an, daß sich alle niederknien und spricht das Vaterunser. Wir sollen alle verzeihen, schließt d'Elbée an die Vaterunser-Bitte an.

***

Dieses Verhalten wird dann zum Vorbild, als die Konterrevolutionäre die Städte angreifen, die Ausgangspunkt der Invasionsarmee sind, und eine nach der anderen erobern. In Bressuire lassen sie am 2. Mai die Gefangengenommenen gegen deren Ehrenwort frei, keine Waffe gegen die Vendée mehr zu erheben. Das gleiche geschieht am 5. Mai in Thouars, das erst nach schwerem Kampf erobert wird, und wo 4.000 Gefangene gemacht werden. Die man gegen den Eid freiläßt, nicht mehr gegen Gott und König zu kämpfen.

Als dieses Vorgehen bei der Revolutionsarmee anerkennend die Runde macht, verbietet Berruyer seinen Soldaten bei Todesstrafe, davon zu sprechen. Die Vendéer seien zum Tode verurteilte Verbrecher, und von solchen könne man nicht Freiheit erhalten. Und mit solchen könne man keine Vereinbarungen treffen oder ihnen Eide leisten.

Am 16. Mai 1793 erleben die Vendéer in Fontenay le Comte zwar den ersten Rückschlag, als die Bauern vor den dicht gestaffelten Kanonen der Revolutionsarmee Reißaus nehmen. Aber als sie zurücklaufen, werden sie von den Frauen in ihren Lagern überredet, für ihrer aller Freiheit weiterzukämpfen und wieder nach vorn zu gehen. Sie kehren in den Kampf zurück, und nach neun Tagen gelingt die Einnahme der befestigten Stadt. Wieder werden 3.000 Soldaten gefangen. Diesmal werden ihnen vorsichtshalber die Haare geschoren, ehe sie freigelassen werden, um sie später leichter zu erkennen, denn dann können sie nicht mehr mit Pardon rechnen, dann ist ihr Wortbruch erkennbar.

Anfang Juni haben sich bereits 30.000 Männer der Vendée dem Widerstand angeschlossen, und eilen von Sieg zu Sieg. Am 9. Juni 1793 gelingt sogar die Einnahme von Naumur, wo ihnen eine riesige Kriegsbeute in die Hände fällt: 11.000 Gefangene werden gemacht, 15.000 Gewehre, und 80 Kanonen werden ihre Kampfkraft hinkünftig stärken. Die Aufständischen sehen ihre auch für sie völlig überraschenden Siege als Werk Gottes, den sie bei jeder Beratung um seinen Beistand anrufen. Alle Macht kommt von Gott, und der König ist sein Statthalter. Darauf ist ihr Glaube gegründet.

Aber dann machen sie einen schweren Fehler. Sie sind unschlüssig, wie sie strategisch weiter vorgehen sollten. Nach Paris marschieren, um den erst 8jährigen Königssohn Ludwig XVII. zu retten und von den Priestern krönen und auf den Thron ganz Frankreichs setzen zu lassen? Man muß etwas tun, denn aus Paris sind auf jeden Fall nächste, noch überlegenere Truppen zu erwarten. Robespierre wird nicht zusehen, wie man der Revolution widersteht. Da langt die Botschaft ein, daß viele Bretonen nördlich, über der Loire, ebenfalls gegen die Pariser Revolution aufstehen wollen. Das gibt den Ausschlag. Nantes soll also das nächste Ziel sein.

Also verlassen sie die eroberten Städte wieder, verlassen gar die Vendée, um nach Norden in die Bretagne zu marschieren, wo sie sich mit bretonischen Aufständischen vereinigen sollen. Die aber nicht wie vereinbart einlangen. Das wird am 29. Juni die tragische Wende bringen, und zwar ausgerechnet im Kampf um die Kathedrale St. Peter in Nantes, die am Tag des Apostels eingenommen werden soll. Ihr Anführer, der Heilige von Anjou, Jacques Cathelineau, wird durch einen Scharfschützen aus dem Hinterhalt heraus tödlich getroffen. Die geschockten Vendéer brechen den Angriff ab, und ziehen sich zurück. Ab nun läuft alles anders.




Dienstag, 13. August 2019

Frog boiling - Umprogrammierung zur Diktatur (2)

Teil 2) Freiheit außer für die Feinde der Freiheit


Wörtlich meinte er, daß es darum gehe, "die Menschen umzuprogrammieren". Damit könne verhindert werden, daß weiter reaktionäre oder faschistische Positionen verteidigt würden. Wer solche Meinungen vertrete habe kein Recht auf Rede-, Meinungs- oder Pressefreiheit, denn diese Menschen stellten sich dem gesetzmäßigen Gang der Geschichte (Hegel, Marx) entgegen. Erst am Ende der Geschichte stehe ein Zustand wahrer Freiheit. Dann könnten auch alle Restriktionen wieder aufgehoben werden. Wenn alle somit gleich = fortschrittlich, "gut" dächten.

Diese Haltung hat eine lange Tradition, und wenn sie sich auch erstmal so explizit bei Rousseau findet (wir haben an dieser Stelle bereits darüber geschrieben, daß Rousseau persönlich wie in seinen Schriften auf verblüffende Weise ALLES vorwegnimmt, was wir als "heutigen, modernen Menschen" sehen), so hat sie ihre realen Wurzeln in der Französischen Revolution, ihr Vorbild im Tugendterror der Jakobiner, die das Volk der Franzosen zu einer "guten Gesellschaft" umbauen wollten. Die Freiheit des Bürgers ist minderwertig, verglichen mit der hochwertigen Freiheit, die im Zustand der vollendeten Utopie vorhanden sein würde. Das war der Freibrief, um tausende und abertausende aufs Schafott zu schicken. Denn irgendjemand mußte natürlich bestimmen, wer der "Feind der Freiheit" auch ist. Und das bestimmte die neue Moral-Elite. Freies Rederecht galt dabei nur für die eigenen Leute.

Parallel zu dieser Bewegung, die sich im Zuge der 1968er manifestierte (die, wie wir mehrfach schon betont haben, in ihren Anfängen einen wahren Kern hatte, der aber dann von der Linken okkupiert wurde), setzte die systematische Verfolgung aller Nicht-Linken ein. Durch Verleumdungen und Druck, der ihre "Unmoral" beweisen sollte, die ihnen jedes Recht auf Mitsprache und -gestaltung absprach. Als Marcuse merkte, was er da initiiert, wozu er da die theoretische Grundlagenarbeit geleistet hatte, wollte er zurückrudern - und wurde selbst zum Opfer dieser längst etablierten Meinung.

Wir haben es seit zwanzig Jahren ganz deutlich mit einer Klassenherrschaft zu tun, sagt Weißmann. Einer Herrschaft derjenigen, die über die Medien verfügen und alle zum Verstummen bringen, die andere Positionen als sie vertreten. Dabei geht es um viel Geld, um Macht, um Geltung. Einer Schichte, die abgesehen von Meinungsmache nichts können und deshalb umso verbissener auf dieses Herrschaftsinstrument setzen "müssen", wollen sie ihre Positionen halten. Im Zusammenspiel mit der Politik, die ähnliche Voraussetzungen hat, hat sich mittlerweile ein medial-politischer Komplex gebildet, wo Staat und Zivilgesellschaft Hand in Hand arbeiten und ein Machtinstrumentarium geschaffen haben, das auf herkömmliche Diskursbedingungen - Demokratie! - insofern verzichtet, als sie sich immer dreister im Recht sieht, im Nahem der höheren Moral (unter Mißbrauch von Begriffen wie Menschenrechte, Vielfalt, Humanität etc.) jeden institutionellen politischen Weg auszuschalten und zu übergehen. 

Mit großem Erfolg hat sie so der Mehrheit der einfachen Bevölkerung jedes Mittel aus der Hand genommen, ihre Ansichten zur Geltung zu bringen, wollen sie nicht als die "öffentlich Geächteten" dastehen. Aber anders als Marcuse, der aus seinen Zielsetzungen nie ein Hehl machte, werden die Ziele dieser Machteliten verborgen und verheimlicht. Sie treten unter scheinbar rein "sachlichen" Geboten auf - die Klimarettung sei einmal mehr genannt, die sich zum wahrlich bedrohlichen Hebel entwickelt hat, die jede demokratische Institution mittlerweile überrennt und übergeht, nur noch als posthoc-Rechtfertigung heranzieht, sofern das nützlich ist.  

Einer der Proponenten dieser Entwicklung, Jürgen Habermas, hat schon 2015 öffentlich geäußert, daß man systematisch an der "Entthematisierung" aller jener Themen arbeiten müsse, die "die Rechten" (und mit diesen ein großer Teil der Bevölkerung) als Thema betrachte. Keine Diskussion über die Selbstzerstörung Europas, keine Diskussion über Zuwanderung, wachsende Kriminalität, Verfall der inneren Sicherheit, keine Diskussion über demographische Entwicklung, und keine Diskussion über Dekadenz. Thema um Thema aus dem Wertekreis der "bürgerlichen Mehrheit" wurden auf diese Weise aufgestellt und der Normalbürger regelrecht von Denkverboten umstellt. In denen eine zu habende Meinung herrscht, die sämtlichen seiner bisherigen, ja man muß sagen: sämtlicher seiner natürlichen Regungen widerspricht. 

Habermas hat rascher als Marcuse begriffen, daß das offene Reden über Revolution, Sozialismus in unserer offenen Gesellschaft kaum zum Ziel führen wird. Deshalb wurde unsere Gesellschaft auch umdefiniert, zu einer "entgegenkommenden Kultur" (die in Wahrheit eine gegen revolutionäre Bestrebungen wehrlose Gesellschaft ist)** umbenannt, die ausdrücklich der eigentliche Sinn des Grundgesetzes sein soll. Dahinter aber verbirgt sich etwas ganz anderes, das durch "richtige (aber umgedeutete) Begriffe" noch mehr verdunkelt wird. Denn wer wollte sogar dagegen etwas sagen, daß sich Gemeinwohl nur unter Herstellung eines "allgemeinen, deckungsgleichen Bewußtseins" erreichen lasse? Der Haken liegt freilich in der "Herstellung". 

Jede Zulassung tatsächlich kontroverser Meinungen im öffentlichen Raum sind auf diesem Weg eine Machtminderung und Verhinderung. Sie müssen deshalb unterbunden werden. Und tun es heute enorm effektiv durch vorgegebenen "Zeitdruck": Ein Problem (Klimakatastrophe) sei so drängend, daß keine Zeit mehr bestünde, es auch noch kontrovers zu diskutieren, andere zu überzeugen. Vielmehr sei es im Sinne effizienter Problembewältigung angebracht, jeden verzögernden Effekt, jeden Störenfried auszuschalten. 

Ein öffentlicher Diskurs aber, der Teile der Bevölkerung ausschließt, ist gar kein öffentlicher Diskurs mehr. Was Habermas selbst so ausgedrückt hat, trifft heute zu. Er selbst hat es freilich nur in den 1960ern formuliert, als sich die Linke noch in einer Minderheitenposition befand. Heute hat man die Position deshalb gewechselt. Die Rede der Linken von "mehr Toleranz", "mehr Freiheit", "mehr individueller Selbstbestimmung" muß deshalb als das benannt werden, was sie ist: UNREDLICH. Sie soll nur der Linken dienen, mißliebige Meinungen, sofern sie noch bestehen, zu überlagern und zu verdrängen und letztlich zu verändern. Hier werden lediglich Machtverhältnisse verschleiert. Und das ist keineswegs neu. Es ist Teil der Machtstrategie der Linken, seit es sie gibt. Und das heißt: Seit tausenden von Jahren. Als Subversionsstrategie gesellschaftlicher Minderheiten, mit der sie die Mehrheiten unterminieren und letztlich überwinden möchte.

Deshalb braucht die Gegenwehr gegen solche Subversion auch ein "hartes Gesicht". Es braucht Mut und Entschlossenheit, sich gegen etwas zur Wehr zu setzen, das mit geschickter schizoider Taktik dazu führen soll, Tatsachen zu schaffen.






**Hier offenbart sich einmal mehr die fatale Grundschwäche liberaler Gesellschaften. Die nur unter Rückgriff auf bestehende Wertegefüge "funktionieren", und nur so lange - und ansonsten hilflos sind, und Angriffen auf sie nur mit Willkür begegnen kann. "Keine Toleranz den Intoleranten" ist einer der dafür so typischen Leitsprüche, die mit der Schwammigkeit der Begriffe operieren, die eine wirkliche diskursive Verankerung gar nicht möglich machen. Sondern zum Gegenteil in der bloß subjektiven Vorstellung von geglücktem Leben gründen - also sich derselben Grundlage bedienen, wie es ja auch die Linken tun, ohne das aber wirklich abgrenzen zu können, weil das Menschenbild dahinter völlig identisch ist.


Montag, 12. August 2019

Frog boiling - Umprogrammierung zur Diktatur (1)

Das Interessanteste dieses Vortrages des Historikers Karlheinz Weißmann (dessen Buch über den Nationalsozialismus wieder einmal empfohlen werden soll) kommt gleich zu Beginn. Wenn er sechs historische Zitate vorträgt, deren Urheber wie so oft überraschen. Aber ein wunderbares Beispiel dafür geben, auf welchem moralischen, geistigen Konsens diese unsere Gegenwart aufgebaut worden war. Ein Konsens, eine Gemeinsamkeit der grundlegenden Haltungen, die eine demokratische Auseinandersetzung überhaupt erst sinnvoll machen.

Weil sie Demokratie niemals als Machtkampf von Denkweisen begreifen und begriffen haben, die der gerade per Volksentscheid herrschenden Mehrheit die Möglichkeit gibt, Entscheidungen zu treffen, die außerhalb eines von allen (!) mitgetragenen Konsens über Lebensweise und Haltungen liegen. Josef Pieper weist ja einmal darauf hin, daß unsere Demokratien sich auf einem gefährlichen Weg befinden. Wo die Diskursgemeinschaft sich zu einer Gewaltgesellschaft entwickelt hat, wo jeweils die einen über die anderen herrschen und sich auch gegen die Haltungen der Minderheiten hinwegsetzen zu können meinen. Dies hat heute zur aktuell massivsten Gefahr geführt, die bereits so gewöhnlich wurde - Stichwort: "frog boiling"* - daß wir sie gar nicht mehr als Außergewöhnlichkeit bemerken: Wo eine Gruppe die andere mundtot macht, und es niemandem mehr auffällt, daß es sich hier um eine strukturelle Verschiebung der Gewaltlegitimation handelt, in der eine neue Privilegiertenschichte entstanden ist, die mehr darf als andere. Und im besonderen die Legitimation an sich reißt, sämtliche Meinungslandschaften und -ebenen zu kontrollieren.

Die sachlichen Grundlagen, auf die die Zitate verweisen, haben heute unverändert Gültigkeit, sie sind im Absoluten verankert. Verändert hat sich nicht die Sache somit, sondern das Irrationale, die emotionale Haltung dazu. Die heute als skandalös sieht, was vor gar nicht so langer Zeit allgemeiner Konsens der Geister aller Richtungen war. Die vor allem aber eines einte: Die Verwurzelung in Geschichte und Substanz des Lebens des Volkes, dem sie entstammen. Darunter sind nicht wenige Personen, die in der Zeit des Nationalsozialismus selbst verfolgt worden waren - und dennoch heute als "rechtsradikal = nationalsozialistisch" verunglimpft werden. Von Menschen, die nicht die geringste Ahnung haben, was dieser überhaupt bedeutet und wie er sich konkret darstellte.

Aus dieser Unkenntnis heraus ist es nur ein kleiner Schritt, eben dieselben Wege der Nazis zu beschreiten und sich "dennoch" davon verbal zu distanzieren! Das ist das große Gefahrenmoment der Gegenwart, in der ausgerechnet jene Kreise mit dem Totschlagargument "Rechts/Nazi" flink bei der Hand sind, die exakt die gleichen Wege wie diese beschreiten, um - wie diese - die Welt zu retten und ihrer Utopie zugeformt "besser" zu machen. Wir stehen aber kurz davor, genau dort zu landen, wo wir angeblich "nie mehr wieder" sein sollten. Die Korpora sind dieselben, nur die Etiketten sind vertauscht. Und mehr als begriffsleere Etiketten bietet der gegenwärtige Diskurs ja auch nicht mehr.

Weißmann kann sich - wie wohl viele von uns - aber noch daran erinnern, wie vor wenigen Jahrzehnten das oft kontroversielle Spektrum der Weltanschauungen und Haltungen zu keinerlei Entzweiung dahingehend geführt hatten, daß man nicht mehr "miteinander redete". Vielmehr herrschte ein Klima des "Dauerdisputs", ob an den Küchentischen oder bei Klassenfahrten. Man wußte, wer wie dachte, und das war es dann auch schon. Der alltägliche Lebensvollzug war davon kaum betroffen. 

Das ist heute anders. Heute sieht sich sogar die eine Gruppe dazu berechtigt, ja verpflichtet, "erziehend" auf die andere einzuwirken. Denn wer nicht an ihren Auffassungen teilhat, der hat gar kein Recht mehr, in dieser Gesellschaft zu leben, geschweige denn seine Meinung zu vertreten oder sie so zu bilden, daß sie nicht der gesollten Ansicht entspricht. Es wird unter das Diktum der Soll-Moral, der political correctness gestellt, die keine abweichende Haltung mehr zuläßt - auch mit Gewalt, ja mit Hilfe entsprechender Gesetze. Etwas, was vor dreißig, vierzig Jahren undenkbar gewesen wäre. 

Das hat interessanterweise in breiten Teilen der Bevölkerung dazu geführt, daß viele Menschen das Gefühl haben, "daß etwas nicht mehr stimmt". 41 Prozent der Deutschen sehen das Umfragen gemäß auch tatsächlich als "neu" und meinen, daß es etwas mit political correctness zu tun hat. 

Betrachtet man diese genau, so stellt sie sich als andere Form des marxistischen Kampfes um die Gesellschaftsherrschaft dar. Dabei hat man sich der Minderheiten bedient, die das Vehikel sind, um die Mehrheitshaltungen zu verändern und zu zerstören. Denn im "Dienste" dieser Minderheiten und deren "Benachteiligungen" ist auch Gewalt legitim, und die von dieser Gewalt Betroffenen werden mundtot gemacht. Das revolutionäre Grundkonzept ist alt und gleichgeblieben: Über eine "vorübergehende" Phase der Unfreiheit (für die Mehrheiten) soll der Zustand der Freiheit "für alle" erreicht werden. 

Dabei stellten sich die Vorreiter dieser Strategie - die Frankfurter Schule (Marcuse, Adorno etc.) sind dabei zu nennen - nicht eine Diktatur einer Kaderpartei nach altem Muster vor, sondern eine "Erziehungsdiktatur". Diese Revolution würde die Macht an eine Elite übertragen, die natürlich "gut, selbstlos und fortschrittlich" war, die aus den Intellektuellen bestehen sollte, die die dumpfe, unaufgeklärte Masse in eine lichte Zukunft führen soll. So hat es Herbert Marcuse noch in den 1960er-Jahren ("Der eindimensionale Mensch") ganz offen und deutlich ausgedrückt.


Morgen Teil 2) Freiheit außer für die Feinde der Freiheit


*"Frog boiling" ist eine Metapher für den bei Fröschen zu beobachtenden Umstand, daß sie in einen Topf gesetzt, der langsam erhitzt wird, nicht merken, wenn die Temperatur des Wassers für sie lebensgefährlich wird, weil sie sich so lange an die Temperatursteigerung noch angepaßt haben. Bis es zu spät ist. So wird auch unser Denken über weite Strecken in Gleichschritt mit der Zeit und deren Diskursen geprägt und sogar fundamentiert. Wenn wir deshalb keine ausreichende Fundierung in außerhalb des "Topfes" liegenden Anschauungen und Haltungen haben, werden wir die absolute Änderung des Lebensklimas, das uns umgibt, gar nicht feststellen. Bis es zu spät ist.


Dienstag, 2. April 2019

Die Geburt der Neuzeit aus dem Geist der Magie

Eigentlich würde es schon reichen, wenn man zur Einführung in diesen Vortrag über die Rolle, die Venedig in der europäischen Kulturgeschichte der Neuzeit spielt - als Treibsatz der Moderne, die auf der Magie aufruht, nicht auf der Vernunft, wie fälschlich kolportiert wird - die Stichworte bringt, die vom VdZ diesem Beitrag beigegeben wurden.

England, Esoterik, Frankreich, Französische Revolution, Freimaurerei, Korruption, Leibniz (Gottfried Wilhelm), Magie, Metaphysik, Newton (Isaac), Physik, Revolution, Tarpley (Webster), Venedig, Video, Wissenschaft.

Denn was der Historiker Webster Tarpley hier zündet, ist ein wahres Feuerwerk an Namen und Querverbindungen, Wurzeln und Verästelungen. Wo man sich entscheiden kann, sie entweder alle zu bringen oder keinen. Um sich damit zu begnügen, die Hauptaussage herauszustreichen. Die da lautet, daß die Zersetzung des Abendlandes von venezianischen Kaufleuten und Juden direkt betrieben wurde. Die über ihre Mittelsmänner Einfluß auf die gesamte europäische Geistes- und Wissenschaftsgeschichte nahm. Allen voran auf Isaac Newton, diesem Alchemisten, der nichts anderes tat, als das Weltbild der Magie zu übernehmen, in ein Kleid ausgefuchster mathematischer Formeln zu kleiden, und dann als "Wissen" zu verkaufen.

Es war also Venedig, das in seinem (jüdisch-) revolutionären Antrieb dem Abendland die Ideen gab und sie vor allem dort durch Schaffung von Einfluß und institutionalisierter Autorität ebenso wie durch Schaffung geheimer Verbindungen verbreitete, nach denen es sich ab dem späten Mittelalter zunehmend orientierte. Sodaß sich seine geistige Grundlage mehr und mehr in Luft auflöste. Sämtliche Fäden der die Neuzeit dominierenden, dem klassischen, letztendlich thomistisch-aristotelischen Weltbild aber widersprechenden Gedanken und Weltbilder, von der Renaissance über die Aufklärung, die rationalistische Wissenschaft, die Revolutionen die Europa erschütterten, alle laufen am Markusplatz zusammen, geht man ihnen nur sorgfältig genug nach. Und wir sind geneigt, ihm die Sorgfalt seiner Nachforschungsarbeit zu glauben.

Auch wenn der Gedanke vorerst kühn scheint: Unsere gegenwärtige Landschaft geht auf einen spätmittelalterlichen, venezianischen Geheimbund zurück, deren Ziel war, das Abendland zu beherrschen, indem man es von außen - über Geld - und von innen - über Ideen - zur Selbstauflösung bringt. Also schwächt, die angestammten Ordnungen auflöst, um dann über die isolierten, verwirrten Individuen zu herrschen.

Eines ist mit Sicherheit richtig an dem, was Tarpley aufzeigt: Das angeblich so rationale, ach wie denkerisch hochgerüstete Weltbild, dessen wir uns heute erfreuen (und das wir fälschlich als "Denken" bezeichnen), ist in Wirklichkeit die Afterfrucht eines Weltbildes der Alchemie, der Magie, als der Wurzel unseres Technizismus. Der in einer um seine innerste Dimension beraubten Welt nur in Anwendung besteht, ohne daß wir in Wahrheit wissen, was wir tun. Wir befolgen lediglich Regeln, die wie Geheimlehren an Eingeweihte weitergegeben werden, und versuchen so, "Kräfte" einzusetzen und zu beherrschen. Was macht ein Magier anderes?

Damit wurde unser Weltbild völlig auf den Kopf gestellt. Das davon ausging, daß die Welt im logos, im göttlichen Wort gründet und die Wirklichkeit aller seienden Dinge in Gott liegt, der die Wirklichkeit selber ist.  Sodaß sich in allem Seienden Sein nur dann und insoweit zeigt, als es am göttlichen Sein (in entsprechender Haltung also) teilhat. Insofern gründet jeder Umgang des Menschen mit der Welt in einem Gehorsam Gott gegenüber, der in allem eine Ordnung festgelegt hat, wo alles zu einem Teil dieser Gesamtordnung wird, wenn es denn überhaupt ist. Die Welt ist Analogie zu Gottes Ideen, der Mensch Analogie (Ähnlichkeitsbild) zu Gott, aber nicht Gott selbst.

Die Magie ersetzt Gott und versucht, selbst Gott zu spielen, indem Gottes Vorsehung und Wille zu "mechanistischen Naturgesetzen" wird. Sodaß die Aufgabe des Menschen darin besteht, eine neue Weltordnung zu begründen, die Teile in Zusammenhänge zu stellen, die eines eigenen Willen und Vorstellung entspricht. Hier ist der Eingeweihte der Mächtige, und seine Aufgabe ist es, die Welt zur Glückseligkeit zu führen. Die Mittel dazu sind gleichgültig, sie haben in sich keine moralische Qualität, sondern sind Element des Geheimwissens. Denn mit diesem läßt sich Macht akkumulieren, die notwendig ist um das Übel aus der Welt zu bannen.

Je größer diese Macht ist, desto besser wird die Welt zu ordnen sein. Und Macht hat mit Geld zu tun. Über das Geld läßt sich Macht am klarsten konzentrieren. Und dieser Macht hat die Menschheit letztlich zu dienen. Wer ihr entgegensteht muß überwunden, ausgeschaltet, gebunden werden. Das ist in a nutshell (in einer Nußschale) der Hintergrund sämtlicher Geheimbünde und -verbindungen der Weltgeschichte. Die immer aus jenen bestehen, die die wahren Geheimnisse der Welt und der Geschichte "kennen". Und begreifen, daß sie die Welt erst besser machen können, wenn sie Macht über die restliche Menschheit gewinnen. Denn der größte Störenfried ist der Mensch. Sagt das nicht sogar die Klimaalarmistik?

Was Tarpley zu zeigen versucht, ist, wie sehr alle diese Ideen, die auch unsere Geschichte bestimmen, womöglich mehr bestimmen als wir uns vorstellen können, einmal in konkreten Interessen gründen, und zum zweiten real miteinander zusammenhängen. Weil sie auf eine reale Wurzel zurückgehen - auf Venedig, diesem ersten Hotspot des Kapitalismus in Europa. Dessen Geist schon aus diesem Grund den ganzen Kontinent durchsäuert hat.








*251018*