Dieses Blog durchsuchen

Posts mit dem Label Kredit werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Kredit werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 11. Oktober 2022

Der vorenthaltene Sinn (2)

Der Tod tritt ein, sobald so gedacht wird. Nur die Lüge wächst weiter. - Es gibt Teiluntersuchungen dazu, die sich mit den Folgen der Liberalisierung der Energiemärkte in Europa (Anfang der 2000er Jahre) und mit der folgenden Einführung einer europäischen Strombörse (Leipzig) befassen, und deren fatale Wirkung auf die Energiepreise (in dem Zusammenwirken mit der Förderpolitik für Erneuerbare) herausgefunden haben. Der Leser möge sich solche Details dort erlesen, sie sind im Netz problemlos abrufbar. Wir gehen hier einfach von deren Ergebnissen aus, zumalen sie höchst plausible Erklärungen liefern.

Denn ich weiß auch aus meiner eigenen Erfahrung als Führungskraft in Unternehmen, daß das Ende eines Unternehmens sich immer dadurch abzeichnet, wenn der Betrieb nicht mehr danach handelt, was wirtschaftlich sinnvoll ist, um die zum Bestand notwenigen laufenden Gewinne zu erzielen, sondern erst immer mehr, bald ausschließlich noch danach entscheidet, WAS (kurzfristig) AM WENIGSTEN VERLUSTE EINBRINGT. Wenn das notwendige Gleichgewicht zu den Kosten irgendwann in der Zukunft durch Konstellationen erhofft wird (sost müßte man bereits jetzt zusperren), die man jetzt aber noch nicht herstellen kann oder gar kennt. 

Montag, 10. Oktober 2022

Der vorenthaltene Sinn (1)

Vielleicht solte man diesen Punkt noch eimal herausgreifen, um ihn klarer vor sich zu stellen, und all das Beiwerk, all die Mythen, die darum gerankt werden, wegzuräumen. Die Inflation, die wir derzeit erleben, ist dennoch keine einfaches Ergebnis eines abgrenzbaren Ursache-Wirkungs-Spiels, aber sie steht auf einem Fundament, das sich seit 2008 aufgebaut, udn in den letzten drei Jahren massiv ausgebaut wurde. Bis das Gebäue zu ruschen begonnen hat.

Bleiben wir bei den letzten drei Jahren, die unter dem Stichwort "Corona" firmieren. Denn seit Anfang 2020 diese "Pandemie" aufgetauht ist, hat die Politik des gesamten Westens einen einzigen Grundzug. Der da lautet, daß einerseits durch die Lockdowns und beschränkende Maßnahmen aller Art (die meisten in jeder Hinsicht sinnlos, ja kontraproduktiv) die Produktion gedrosselt, ja abgewürgt worden ist.
Es wird seit Anfang 2020 immer weniger produziert. 
Nachdem auch die zuvor weltweit bereits übervollen Lager (auch darüber wurde kaum laut gesprochen) geleert sind, die um mit Übergewinnen abgebaut werden zu knnen schon die Drohung mit einer Inflation reichte leiden die Märkte zunehmend unter Unterversorgung mit Produkten. 

Sonntag, 13. März 2022

Was aber werden die sich nun denken (3)

Von "Was wird nun in Rußland passieren?" bis zu "Warummen sich die EU-Außenminister so klug verhalten". Samt Antwort auf die Frage, warummen meine +Mutter (r.i.p.) auch hierin richtig lag  - Sicher wird das Land die einen oder anderen Schwierigkeiten - die aber im wesentlichen nur Umständlickeiten sind - wegen diesees Ausschlusse vom SWIFT-Verfahgen haben. Aber möglicherweise viel weniger, als gedacht. Denn wie wir vor fünf Jahren etwa erfahren haben, haben Rußland und China - um nur dieses Beispiel zu nennen - ein eigenes Clearingverfahren (sicher eine Art des SWIFT) eingeführt. Das heißt, daß Rußland und China einander NICHT IN DOLLAR beliefern! Sie werden ihre Preise vielleicht in Beziehung zu Dollarpreisen setzen, aber dazu reicht eine Financial Times-Ausgabe. Hier wird es also zu keinen Verwerfungen kommen, was immer sich der Westen och einfallen läßt.

Wird Rußland sein Erdöl und Erdgas nicht mehr verkaufen können? Also das können wir ausschließen. Es wird vielmehr dazu kommen, daß die Abnehmer russischer Rohstoffe - die ja gar nicht anders können, als es von Rußland zu kaufen, denn Rußland hat rund ein Achtel des gesamten Welthandels, der Förderung ebenso wie des Bedarfs in der Hand. Eine Weltwirtschaft ohne russische Rohstoffe ist also gar nicht möglich, die Weltwirtschaft würde dramatisch ins Stocken geraten. Denn wenn dieses Angebot ausfällt, steigt nicht nur der Preis bei den anderen Lieferanten möglicherwiese dramatisch. Denn so ist ja der Kapitalismus, der nützt immer die Schwäche des anderen. Sondern es geht um die Fähigkeit, zu produzieren, und dazu braucht es Öl, Gas, und so weiter. Man kann es sich kaum ausmalen, denn Öl und Gas stecken in so vielen Produkten, daß die Warenwelt mehr oder weniger völlig verschwinden würde, könnte man nicht mehr über ausreichend Öl verfügen. 

Samstag, 12. März 2022

Was aber werden die sich nun denken (2)

Wir leben in einem Raum der letztendlich das Ganze ist. Wer den Teil schädigt, schädigt sich selbst. Oder wie Herman O. Witaschwyler einst schrieb: Wer Sühne verlangt, muß selbst zu sühnen bereit sein. Und: Rußlands Unternehmen - Auch Rußlands Unternehmen (im globalen Handel natürlich sehr stark durch Rohstoffe tätig, allen voran Öl und Gas) waren darin eingebunden. Gazprom lieferte Gas in das in Osteuropa "offene" Pipeline- und Speichernetz (aus dem sich dann auch Deutschland bediente), als Beispiel, und erhielt dafür Dollar. Gleichzeitig bezog Rußland Waren aus Japan oder den USA, und rechnete mit diesen SWIFT-Guthaben global gegen.

Es gab mehrmals Versuche von Ländern, aus diesem Dollar-System auszuscheren. Sie haben es immer teuer bezahlt. Libyens Gadhaffi etwa wurde dafür gepfählt, weil - so die Fama - er immer konkreter an einem zweiten SWIFT-System arbeitete, indem er das Öl seines Landes in ein 'System einspeiste, das letztendlich seinen Wert aus einem dauerhaften Euro- oder sogar "Amerikanische Goldwährung"-Bezug bezog. Daselbe hat der Iran versucht, und auch Saddam Hussein sagte man das für den Irak nach. 

Freitag, 11. März 2022

Was aber werden die sich nun denken (1)

Wie auch immer man Volkswirtschaften für sich sehen mag, wie auch immer man aus ihnen Eckdaten herausrechnen kann, wieviel ein Land leistet und wie sich diese Leistung entwickelt, und wieviel "wirklicher Reichtum" der jeweilige Landesbürger hat (oder nicht),  darf nicht übersehen werde, daß Volkswirtschaften nie für sich alleine gesehen werden dürfen. Denn wie alles, was es in dieser Schöpfung gibt, gibt es kein Ding "für sich". Das sind nur theoretische Abstraktionen, die gewissen Wert haben. Aber sie sind keine Realitäts- und Praxisbegriffe.

Nicht einmal Wertgrößen können "für sich" bestimmt werden, sondern stehen in einem immensen Beziehungsfeld ("Raum"), das die Grenzen des Einzelnen weit überschreiten. So weit, daß man sagen kann, daß es kein einzelnes Ding gibt, und sei es noch so klein, daß nicht mit dem gesamten Universum zusammenhängt, und ohne dieses sogar nicht einmal existieren könnte, nie über eine angelegte Idee eines Schöpfers hinauskäme. Der dann im übrigen ziemlich dumm sein müßte, und das kann man von Gott ganz sicher nicht sagen. Im Gegenteil, ohne Allwissendheit und Allklugheit und Allmächtigkeit (usw.) wäre sogar jedes Denken von Gott sinnlos.

Auch kein Preis wird nur in einem Land bestimmt. Diese Gefüge sind sogar so unglaublich (und dabei faszinierend) vernetzt und eingewoben ins Weltgeschehen, wie es nun mal am Menschen aufgehängt ist, daß die Preise bei uns direkt mit den Preisen in (sagen wir) Papua-Neuguinea zusammenhängen. Und zwar nicht WEIL wir dorthin wirtschaftliche Beziehungen haben, sondern weil diese Beziehung indirekt in jedem Fall besteht, und zwar shcon alleine durch die Nachbarn des Landes, die wieder Nachbarn haben, die wieder Nachbarn haben ... bis sie am Stephansplatz in Wien stehen und fragen, wo die Oper ist. 

Sonntag, 21. November 2021

Was unsere Gehirne kaum noch fassen können (3)

Die Auswirkungen. Warum wir uns auf dem (abschüssigen) Weg zum Sklavenstaat befinden. Den wir schon viel zu weit gegangen sind. - Dieses "Investitionsvolumen" von jährlich 13 BILLIONEN DOLLAR wird also für diese Länder, die schon derzeit über verschiedenste Plattformen der globalen Finanz beherrscht werden (siehe dazu Perkins und sein Buch "Economic Hitman"), wird zur Vorschrift werden.

Wie bei Corona wird jedes Land, das ausschert, so sanktioniert und isoliert, daß es zusammenbrechen MUSZ. Denn im Einzelnen sind sie bedeutungslos, sie haben keine Druckmittel. Und wenn doch (etwa durch Rohstoffe), dann gibt es immer noch das Militär. Die USA betreiben weltweit rund 5.400 Militärstützpunkte (Siehe Anmerkung**), und haben im Wesentlichen zwei Allianzen, die sie den Erdball endgültig beherrschen lassen: die NATO im Atlantik, und die (erst jüngst noch fester geschmiedete) Pazifik-Allianz. 

Aber das alles reicht noch nicht.  Wir sprechen zum einen also von verpflichtenden, vorgeschriebenen "Klimaschutzmaßnahmen", dem Umbau von Volkswirtschaften auf "Klimarettung", eben klimaneutral, eben NET ZERO. Darüber sind wir uns doch alle einig, nicht wahr? 

Samstag, 20. November 2021

Was unsere Gehirne kaum noch fassen können (2)

Faustrechnung zu den Voraussetzungen. Womit wir es also zu tun haben, und wo es hinführen wird. - 130 (bis 150) Billionen Dollar - wir schreiben diese Zahl einmal aus, damit sich der Leser leichter etwas darunter vorstellen kann: 150.000.000.000.000; zum Vergleich: Deutschlands gesamte Barvermögen belaufen sich derzeit auf nominell 5.000.000.000.000 (5 Billionen) Euro; Das BIP der USA beträgt rund 20.000.000.000.000 jährlich; das Österreichs 375.000.000.000, also 375 Milliarden Euro, das sind 5 Prozent der notwendigen Investitionssumme, von der wir hier sprechen. Das gesamte Abgabenaufkommen betrug 2020 rund 161 Milliarden Euro, also rund 1,5 Prozent des o. a. Betrages. Wohlgemerkt - eines ganzen (Corona-geschwächten) Jahres.

Also: Österreich (die Zahlen für Deutschland kann man in der Regel ZEHNMAL so hoch ansetzen, die beiden Volkswirtschaften ähneln sich sehr und stehen grosso modo im Einwohneräquivalent) mit einer der höchst entwickelten Volkswirtschaften der Welt, nimmt jährlich 160 Milliarden ein, die gesamte Bevölkerung (das ist das BIP) rund 375 Milliarden. Davon werden alle Ausgaben bestritten. Ein gesundes Unternehmen rechnet nun mit jährlichen Finanzierungskosten von 1 bis 2 Prozent (das wird im Geschäftsverkehr mit dem sogenannten "Skonto", vielleicht sagt Ihnen das etwas, praktisch ausgeglichen) und hat eine Investitionsquote von 3 bis 5 Prozent, je nachdem. Das sollte mit den sogenannten "Abschreibungen" hereingebracht werden. 

Freitag, 19. November 2021

Was unsere Gehirne kaum noch fassen können (1)

Die Finger weigern sich fast, die Tasten zu bewegen, um Ihnen, werter Leser, vorzustellen, was seit geraumer Zeit im Laufen ist, und was Stück für Stück zu einem Gefängnis für die Menschen der Welt festgefügt wird, in dem wir alle in Sklaverei fallen, wenn nicht schon gefallen sind. Um das Ausmaß der Vorgänge zu begreifen, wäre Poesie angebracht, denn rein rational ist es so mindbuggeling, wie es im Englischen so treffend heißt, daß man es kaum denken kann.

Und doch wird es gedacht, und doch ist es Teil eines realen Planes, der ein neues Stadium der Weltöffentlichkeit deutlich macht: In dem Verschwörungen zur neuen Öffentlichkeit geworden sind, weil niemand mehr zu scheuen hat, was vor sich geht. Dazu ist schlicht die Dimension zu groß, die alles umfaßt. 

QR James Corbett
Sogar James Corbett kapituliert, der über Jahre nun schon - ähnlich mir, wenn er auch leider den üblichen Denkfehlern aufsitzt - Faktum um Faktum zusammenzutragen versucht hat, und zu einem Bild zusammengefügt hat, wie es sich nun in Glasgow, im Rahmen der Klima-Weltversammlung COOP 26, ganz offen etabliert und vorgestellt hat. Es sei "Mindbuggeling", es haut einem (gesagt, wie es der Aschenbrenner Erwin an der Theke nach dem dritten Bier sagen würde) den Krapfen aus dem Hirn.

Mittwoch, 19. Mai 2021

Und es begab sich, daß sich ein Markt gebildet hatte (1)

Eigentlich könnte man meinen, es sei nur ein kleines, eher unbedeutendes Ereignis, das zum Anlaß zu einer Gedankenlawine wurde. Konkret geht es um die bevorstehende Schließung der LKW- und Motorenproduktion von MAN im Werk Steyr (Oberösterreich). Der ehedem deutsche Vorzeigekonzern "München - Augsburg - Nürnberg" (MAN), der heute ein Teil des VW-Konzerns ist, ist durch die weltweite und bereits weit fortgeschrittene Struktur- und Marktbereinigung des LKW-Sektors - weg von Verbrennungs-, hin zu Elektro-Mobilität - eigenen Aussagen nach so unter Ertragsdruck gekommen, daß er die Produktionsstätte in dieser Stadt verläßt. 

Einer einst sehr reichen Stadt, die vom Gewerbefleiß der Bürger lebte, wovon ein viel zu wenig bekanntes weil großartig erhaltenes großes gotisch-barockes Zentrum Kunde gibt, weil Steyr über Jahrhunderte der oder einer der wichtigsten Eisen- und somit Industrieorte Mitteleuropas gewesen ist. In dem schon bei den ersten Kreuzzügen des 12. Jahrhunderts viele deutsche Ritter und Fürsten Halt gemacht haben, um ihre Waffen und Ausrüstungen schmieden zu lassen. 

Montag, 3. Mai 2021

Vielleicht hat der Leser eine Antwort (1)

Wie war das mit den Hilfen für Familien und erhöhter Fertilität in Ungarn? Da sind Milliarden im Spiel, gewiß, und man merkt es vor allem an den großen, schwarz-metallisé blitzenden SUVs, die das Straßenbild beherrschen. Milliarden, die fast ausschließlich zu den Frauen fließen. Mit welchem Argument? 

Festhalten! Weil die Kinder (bei Scheidungen) ohnehin meist bei den Frauen bleiben. Und weil Frauen die eigentliche Belastung mit den Kindern zu tragen haben. Das sagen die Politiker ganz frei, und niemand denkt sich etwas dabei. Es ist ja auch bald vergessen.

Daß aber nicht einmal das mit der Belastung stimmt, darüber werden wir zu gegebener Zeit hier noch handeln. Denn es ist ein dramatischer Irrtum, der mit der subjektivistischen Wende der letzten 200 Jahre der Weltbegegnung zu tun hat, die die abendländische Kultur auf Verdunstungstemperatur gekocht hat. Davon ist natürlich auch Ungarn nicht ausgenommen, denn Orban hin und Jobbik* her - das genuin Individuelle ist immer in ein übergeordnet Größeres eingebettet. Das heißt, daß ERST das Abendland in seiner Gesamtentwicklung steht, und DANN die Variierung durch "die Magyaren" erfolgt. 

Aber wir greifen heute das Thema auf, weil sich außer den großen Schlitten (achja, SUVs sind "familiengerechte Wagen", das hat der VdZ ganz vergessen, die da als Trostpreis und Spielzeug für die Männer bei der "Familienförderung" rausspringen, und so mancher wird damit sogar zufrieden sein, zumindest bis die Kiste auseinanderfällt) in weiteren Bereichen ein Zuwachs abgezeichnet hat. Der nicht schwer zu prognostizieren war. 

Das ist zum einen der rasante Anstieg der Immobilienpreise im Land. Ausgerechnet in einer Zeit, in der die Einwohnerzahl von Jahr zu Jahr sinkt, weil die Abwanderungsrate einfach zu hoch ist, wirkt das etwas befremdlich. Und in den Gesprächen mit Ungarn hat sich in den letzten zehn Jahren offenbar wenig geändert. Sie sehen nach wie vor das Leben im Westen (mit besonderer Liebe zu Österreich und Deutschland) als Lebensziel. 

Und das ist zum zweiten der dramatische Anstieg der Kosten für Neubauten. Alleine 2020 sind die Kosten für neuerrichtete Wohnhäuser um zehn Prozent

QR Budapester Zeitung

gestiegen, berichtete unlängst die Budapester Zeitung. Wäre interessant auszurechnen, wie hoch nur die Preissteigerung in absoluten Zahlen ist. Darf der VdZ wetten? Sie ist genauso hoch oder höher als der absolute Betrag, den Orban medienwirksam "für Familien" ausgibt.

Genau das, Wohnraum, sollte mit der in manchen rechten und katholischen Kreisen im Kampf gegen die demographische Katastrophe des Abendlandes hoch gepriesene Familienförderung aber gefördert werden. Daß Familien gerne mehr Kinder wollen, weil damit dann auch ein leichter weil großzügig vom Staat geförderter oder gar bezahlter Zugang zu ausreichend und qualitativ schönem (weil neuem) Wohnraum verbunden ist. (Und, natürlich, zu einem Auto, das genug Platz für alle hat.)

Und die Förderungen sind wirklich hoch, wir haben schon berichtet. Da springen schon mal 100.000 Euro und mehr raus, nicht rückzahlbar, wenn sich ein Pärchen vertraglich verpflichtet, zu heiraten und binnen etlicher Jahre drei Kinder in die Welt zu setzen; wobei wie gesagt es explizit die Frau ist, die diese Gelder lukriert. 

Wer in dieser eigentümlichen Vernutzung von Kindern und Menschen (ein Mensch ist immer Selbstzweck; Kinder zu "züchten", weil man sie zum Gesellschaftserhalt braucht und deshalb für sie "bezahlt", ist für einen katholischen Staat nicht zulässig) ein ethisches Problem wittert, sollte das lieber für sich behalten, wenn er in konservative(re)n Kreisen akzeptiert werden sollte.

Die Familienförderung mit der Ungarn (und Polen, übrigens, da ist es angeblich ähnlich, zumindest hat Orban es gerne als Vorbild zitiert**) ist aber gar keine. Und das wollen wir hier sagen und zeigen. Die Statistiken, die voriges Jahr von einem riesigen "Erfolg" zeugten, sind Einmal- und Nachzieheffekten geschuldet. Langfristig hat man NOCH NIE MIT GELD Familien "gefördert." Nirgendwo in Europa. 

Die ungarische Familienförderung ist also ein Schuß ins Ofenrohr. Und zwar aus mehrfachen Gründen, die nicht nur komplex sind, wie sich bereits jetzt zeigt, sondern auch noch ganz andere Fragen aufwerfen. Auf die vielleicht der Leser eine Antwort findet. Denn der VdZ sieht vor allem aufgeworfene Fragen.

Zuerst einmal, weil das Fördergeld vom Markt sofort aufgesogen wird. Der auf höhere Solvenz der Kunden und steigende Nachfrage ganz einfach mit höheren Preisen reagiert.

Wobei wir gar nicht darüber spekulieren wollen - und das plausiblem Hintergrund - daß die Paare mit diesem geschenkten Geld auch etwas "lockerer" umgehen, um es so rasch als möglich loszuwerden. 
Denn immer ist mit willkürlich zugeführtem Geld, das das Niveau übersteigt, das dem sozio-ökonomischen Geflecht entspricht in dem ein Mensch eingewoben ist (und mit dem sein Rechts-, Wert- und Selbstgefühl untrennbar verbunden ist), unmittelbar das Gefühl von Schuld verbunden. Wo im Nebeneffekt der "Geförderte" versucht, dieses ihm nicht "gehörende" Geld rasch wieder loszuwerden.*²*

Damit ist nur eines erfolgt: Eine Umverlagerung. Keine "Förderung". Eine Umverlagerung der Familienordnung. Und das ist die in Wahrheit mittel- und langfristig familienzerstörerische Zeitbombe, von der hier bereits die Rede war. Nicht in Zeiten, wo alles eitel Wonne ist, sondern wenn das Wetter umschlägt, die Sorgen größer werden, der Mann mit dem Rotz kämpft, und das tut jeder immer wieder, der schöpferisch tätig ist. 

Dann stellt sich plötzlich heraus, daß die Frau das existentiell stabile Element ist, die ist, an der das Bestehen der Familie hängt und durch sie gesichert ist. 

Also schauen wir uns an, erste Reihe fußfrei, was mit einem Großteil der Ehen passieren wird. Weil die Ehe nur Ehe ist, wenn sie das hierarchische Zueinander von Mann und Frau berücksichtigt. Das wird mit der Verlagerung der realen weil finanziellen, existentiellen Macht zu den Frauen, die "die Männer gar nicht mehr brauchen", gewaltig erschüttert. 

Weil es eine ontologische Spannung grundlegt, die sich auch immer zum Ausdruck bringt. In der der Mann den Druck fühlt, um die Vorherrschaft zu ringen, während die Frau die Vorherrschaft über den Mann tatsächlich ausübt weil in der Hand hat. Auch wenn sie bei "viel gutem Willen" (vielleicht stammt sie aus einem sehr traditionellen christlichen Umfeld, dort soll es ja Zauberer geben) so tut, als könne sich trotzdem der Gehorsam dem Manne gegenüber ausreichend verwirklichen. Lachhaft. Der Mann kann auf den Ämtern ja nicht einmal alle Verträge "namens seiner Familie" (die unter seinem Namen firmiert) unterschreiben.

Naja, und weil die Kredite auf die Frau gehen, hat der Staat Ungarn unter Viktor Orban (der, werter Leser, seinerzeit mit dem Stipendium einer George-Soros-Stiftung an einer Londoner Wirtschaftsuni studiert hat) seine liberale Modernität unter Beweis gestellt - 

"Leute, der IST doch gar nicht "konservativ-rückständig-rechts!" (denn so gut wie jeder "Rechte", der in Wahrheit liberal ist, hat diesen enormen Druck, sich als "ich bin doch gar nicht so" zu beweisen, was die paradoxe Situation gebracht hat, daß so gut wie überall und immer "rechte" Parteien in unsren Ländern sozialpolitisch am progressivsten und radikalsten waren)

- indem nun die Frau (die die Kinder hat) auch locker eine "neue Ehe" eingehen kann. In der sie es mit einem anderen Mann und Vater probiert. Klingelt es noch immer nicht? Na dann vielleicht morgen.

Morgen Teil 2) Woher aber kommt das Geld?

*²*Damit erklärt sich die Beobachtung von Ludwig von Mises, der genau diesen Effekt beschrieben hat: Geldzufuhr hat eine (Volks-)Wirtschaft noch nie befördert, sondern immer geschädigt. Es hat außer Inflation und beschädigten Preisgefügen (und: Korruption, wie sie sich im Sozialstaat als Sozialbetrug im Nebeneffekt der bald allgemein werdenden "Jagd nach Sozialleistungen als Einkommensquelle" äußert) nie etwas Positives bewirkt. Das gilt für Familien nicht weniger.

QR Demographie Polen
**Die demographische Realität in Polen ist wie in ganz Mittel-Ost-Europa dramatisch, und wird jährlich weiter schlimmer. Die Geburtenraten gehen überall NACH WIE VOR ZURÜCK, obwohl auch Polen viel Geld verschenkt und das "Familienförderung" nennt. Die dafür sorgen soll, daß mehr Kinder geboren werden. Wo immer also Viktor Orban bzw. sogenannte "katholische Medien", die blöd genug sind, um PR-Jubelmeldungen jeder Art zu veröffentlichen, wenn sie nur ihren Phantasien entsprechen, jene "Statistiken" herhaben, die einen angeblichen Erfolg der Familienförderung belegen sollen - es ist Unsinn. Man muß vielmehr zugeben, daß im gesamten ehemaligen Ostblock eine seelische Depressionsdynamik zugange ist, die ganz andere Ursachen haben muß. Und vermutlich, geht man ihr nach, viel Aufschluß über die Lebenskraft von Völkern und Kulturen aufzeigen und belegen könnte. 


Donnerstag, 18. März 2021

Schulden mal Schulden mal Schulden = Wohlstand

Aber noch eine Denkwürdigkeit ergibt sich im Zusammenhang mit der Corona-Krise. Denn wenn sich jemand schon einmal darüber gewundert hat, warum die Staaten weltweit so spontan und fast schon im Aufdrängungsmodus mit Geld nur so um sich warfen, um den Bürgern aus der Corona-Krise zu HELFEN, so gibt es dafür eine gewisse Begründung. 

Fassen wir einmal ins Auge, daß es derzeit (bei entsprechender Bonität, und nur dann!) nicht nur niedrige Zinsen gibt. Sondern dieser Geldmenge steht eine enorme Geldmengenvermehrung = Schulden seit 2008 gegenüber. Das hatte einerseits den Grund, daß mit dem Geld die Wirtschaft belebt werden sollte. Also wurde Geld zu Niedrigstzinsen verliehen, an Bürger und Unternehmen = Mittelstand.  (Nicht freilich an Staaten, und warum bzw. wie man das machte, das kommt gleich.) Sie alle sollten ermuntert werden, Geld auszugeben, egal ob es zu verjubeln oder zu investieren.

Gleichzeitig sollten die Staaten insofern konsolidiert werden, als sich IHRE Bonität besserte. Somit wurde vorerst einmal der Umstand befeuert, daß (die Schweiz hat es schon vor Jahren eingeführt) die Bürger (und der Mittelstand) wachsende Ängste haben, daß durch die Geldmengenvermehrung (und ach so viele Durchblicker warnen ja seit Jahren davor, für 2020 und 2021 wurde von vielen sogar schon per Quartal der Totalcrash vorhergesagt) sämtliche Sparbeträge (und alleine in Deutschland sind das rund fünf Billionen Euro) entwertet würde. 

Genau dem haben wir bekanntlich die Immobilienblase zu verdanken. Das heißt, daß die Immobilienpreise in den letzten fünf Jahren bis zu fünfzig Prozent gestiegen sind. Im Wert? Aber geh. Im Preis. Das ist bei weitem nicht dasselbe. Man nennt Preissteigerungen ohne Veränderung der Wertsubstanz der Güter vielmehr "Inflation", schon vergessen? Aber was sagen die Bürger? Sie reagieren wunschgemäß, der Leser möge einfach zuhören. Sie sagen: Besser in eine Wohnung und ein Haus investiert, auch wenn sie zu teuer gekauft sind, als ins Nichts durch Inflation verloren. Mit Immobilien HAT man wenigstens etwas, nicht wahr?

Aber genau so nimmt der Staat dem Bürger sein Erspartes ab. Stück für Stück, wie Wasser, das zum Hochwasser steigt. Weil er die Bedingungen schafft, unter denen der Bürger sein Erspartes dem Staat nicht nur leiht, sondern sogar noch dafür Zinsen ("Negativzinsen") BEZAHLT. Gleichzeitig soll der Bürger (mit der Sicherheit durch die Schuldverschreibungen und Anleihen, die ihm der Staat dafür als Rückzahlungsgarantie gibt) mit selbst aufgenommenen Schulden Immobilien anschaffen. Die paradoxerweise von Jahr zu Jahr mehr wert werden, also: Im Preis steigen. Ein überzeugendes Argument, weil seine liquiden Mittel durch Negativzins s. o. ohnehin immer weniger werden.

Um das Modell zu stützen, heizt man zudem die Inflationsangst an. Woraufhin die Leute Angst um ihr Geld haben ... und froh sind, Ertrag gegen Sicherheit tauschen zu können. Und wer kann alleine noch Sicherheit geben? Richtig. Der Staat. Dem leiht der Bürger also sein Geld. Und Geld hat der Bürger, weil der Staat es ihm GIBT. Immer. Auch ... bei Corona-Krisen darf er also wissen, daß er nicht verarmen wird. Und sein Wohlstandsniveau wenigstens so irgendwie wird halten können. (Und nebenbei Gutes tut, wie das Klima retten, oder die Senioren vor dem Covid19-Teufel.)

(Wir nennen hier nur Immobilien. In Wahrheit ist das Bündel an Dingen mit steigenden Preisen aber weit dicker. Silber, Gold, ja was steigt derzeit nicht alles?! Oder schon mal über Bitcoin, diese Kursrakete, nachgedacht? Also bitte ... das ist ja überhaupt die wundersame Geldvermehrung in Person. Und alle werden immer reicher!)  

Denn wo, werter Leser, HAT man noch etwas? Na? Richtig. Wenn es der Staat garantiert. Und wo tut er das? Bei Anleihen. Die zu einem Aufruf an die Bürger werden, sein Erspartes in die Tresore der Regierungen zu karren.

Er muß dafür nur ein wenig Gebühr zahlen. Und zwar ... NEGATIVZINSEN. Die bei "Krediten" anfallen. Bei denen der Staat Geld aufnimmt, und dem Kreditgeber dafür Zinsen ABNIMMT. 

Das heißt, daß der Schuldner Staat für neue Schulden nicht nur KEINE Zinsen bezahlt, sondern vom KreditGEBER auch noch Zinsen KASSIERT. Und der bezahlt noch gerne, weil beim Staat sein Geld wenigstens ETWAS WERT behält. Alles klar, werter Leser?

So, nun müssen wir nur noch eins und eins zusammenzählen. Der Staat nimmt derzeit VOR ALLEM IM INLAND sehr viel Geld auf. Die Sparer leihen es ihm gerne. Dafür zahlt er entweder gar keine Zinsen oder er kassiert vom Sparer sogar noch welche. Während die Sparer in Immobilien investieren, die ihr Geld nicht wert sind, aber "im Preis" steigen, also nominell seine Sparbeträge erhöhen. 

Geht das auf Dauer? Dann hätten nämlich alle "gewonnen". Die Sparer, die mit dem Geld, welches der Staat in die Wirtschaft schiebt, und das die Immobilienpreise erhöht, sodaß das Geldvermögen der Sparer steigt. Während sie Zinsen dafür bezahlen, daß der Staat ihr Geld nimmt, und es in die Wirtschaft fließen läßt.

Das heißt aber fürderhin, daß der Staat mit der Zeit immer weniger Schulden hat. Denn die Bürger, die für diese Kredite, die sie dem Staat gewähren (und sie MÜSSEN diese Kredite geben, das nur nebenbei: Staatsanleihen-Papiere zu kaufen, also dem Staat einen Kredit zu gewähren, ist für viele Fonds, vor allem aber für Versicherungen, Pensionskassen, Banken oder Betriebe (Abfertigungsrücklagen) VORGESCHRIEBEN. 

(Wir haben es hier also mit einer übrigens schon lange lange Jahre vorgeschriebenen ZWANGSANLEIHE zu tun, das nur nebenbei jenen gesagt, die vor schröcklichen Zwangshypotheken Angst haben: Zwangsanleihen gibt es schon sehr lange!)

Weil es aber sonst ein bißchen ungut auffallen würde, wenn die Staaten so viele Schulden machen, unmotiviert, und weil das für die Ratingagenturen schon gar keinen schlanken Fuß macht, wartet man einen Anlaß ab, wo NICHTS ANDERES MEHR ÜBRIGBLEIBT, ja die BÜRGER SOGAR GERNE ZUSTIMMEN.

TRARAAAAA! Da wachen die Bürger eines Morgens auf, und die Corona-Krise ist da. Weltweit. Und SCHRÖCKLICH. So schröcklich, daß binnen Tagen alle Regierungen der Welt dafür sind (sogar die, wie in den USA, die sich erst ein wenig geziert haben, und plötzlich, sieh da, auch voll dabei waren), ihre Staatsschulden explodieren zu lassen. UM DEN ARMEN BÜRGERN ZU HELFEN, die an der Corona-Krise leiden.  

Verstanden, werter Leser?

Schon deshalb sei er versichert: Wir werden noch lange die Corona-Krise zum Knabbern beim Fernsehen serviert bekommen. Und noch länger daran kauen. Denn eines ist klar: Es ist unsinnig zu glauben, man könne eine Welt konstruieren, die EWIG hält. Aber es ist nicht unsinnig, ein System so lange aufzublasen und aufzublasen, wie es nur möglich ist, auch wenn noch keiner sagen kann, was am Ende herauskommt. Vielleicht, ja vielleicht ... wird ja doch alles gut, eines Tages? Vielleicht ergeben Schulden mal Schulden mal Schulden ... Wohlstand!?

Wie. Da kann etwas nicht stimmen? Werter Leser, er wird doch nicht auch dem Lager der Leugner angehören? Reiße er sich am Riemen, und unterdrücke er sämtliche Verschwörungstheorien, die ihm einsuggerieren, daß bei der Gleichung etwas fehlt. Und irgend jemand bei der Abwägung, ob beide Seiten gleich sind, seinen Daumen dazuhält.

Man nennt das NEUE GELDTHEORIE, oder NEW MONETARY THEORY. Die besagt, daß aufgrund der Komplexität der Vorgänge der Staat Schulden ohne Ende machen kann. Und nicht nur der Staat. Was heißt "kann". Soll! Muß!

Eine Theorie, die nur ein Problem hatte: Wie bringt man das Geld unter die Leute, ohne daß sie den Braten riechen. Denn der Normalsterbliche versteht dieser Hervorbringnisse genialer menschlicher Sophistik (Pardon: Wissenschaft) nicht.


*140321*

Freitag, 22. Januar 2021

Es kommt auf den Standpunkt an

Als Marschall Tito im Buckingham Palast zu einem Essen eingeladen war, bewunderte dieser die vergoldeten Teller, aus denen die illustre Tischgemeinschaft ihre Dödel an Krummgurke auf Wachtelsoufflé speiste. Prinz Philipp neigte sich zu ihm und raunte ihm in vertraulichem Tone zu: "And my wife finds that is saves on breakages."

Natürlich, schreibt Mary Douglas, oxidieren vergoldete Handtuchhalter in den Toilettanlagen weniger als verchromte, und natürlich benötigt das Personal weniger Zeit, sie zu reinigen. Auch kann man sagen, daß geräucherter Naturlachs sehr leicht verdaulich ist, und daß seine Öle nachweislich gut für das Gehirn sind. Und es ist eine Tatsache, daß guter Portwein den Stimmbändern sehr wohl tut, sodaß die Stimme anstrengungslos fest und melodiös macht. 

Geht man alle Markierungen für sozialen Status durch, so kann man darauf wetten, daß jedes dieser Luxusprodukte ein unwiderlegliches Argument hat, das seine Verwendung höchst vernünftig macht. Das wahre Argument jedes sozialen Markers aber ist die Schwere oder Leichtigkeit der Verfügbarkeit. Ein wirkliches soziales Standesmerkmal ist für Nicht-Zugehörige vor allem deshalb schwer verfügbar. 

Auch das spricht, so Douglas, für die Annahme, daß man Güter, also Waren, in erster Linie als Kommunikatoren im Rahmen der Ganzheit des Existenz-Auftritts der Menschen sehen muß. Und nicht bei Kriterien ansetzen kann, wie sie Wirtschaftsforscher gerne hätten, weil sie ihnen selbst vernünftig erscheinen, wie Preis, oder eine generell über bestimmte Wirtschaftsmechanismen konstruierbare "Nachfrage". Kein Angebots-Nachfrage-Modell kann ohne die persönlichen, sozialen und psycho-sozialen Merkmale der möglichen Käufer. 

Die Geneigtheit (oder eben nicht) eines Konsumenten, ein Produkt zu kaufen, ist nicht von "rationalen Produktqualitäten" abhängig. Diese sollen eher legitimieren, wie jeder Verkäufer weiß. Vielmehr sind Käufe als Entscheidungen für Güter zu sehen, mit denen jemand seine Mit- und Umwelt "vollstellt", um mit dieser gewissermaßen erweiterten "Haut" als Grenze seiner Persönlichkeit sein In-der-Welt-sein zu kommunizieren.

Wenn man nun bedenkt (flechten wir weiter an der Anregung von Douglas), daß in gewisser Weise so gut wie alle sozialen Interaktionen auch als "Verkaufsgeschehen" betrachtet werden könnten, so relativiert sich überhaupt (und in so gut wie allen Lebensbereichen) der reale weil rationale Wert von sprachlich gefaßten "Argumenten". 

Sie reduzieren sich zu einem Aufstellen von "Vorgartenzwergen", mit denen man das Haus des "Das bin ich!" in die Welt hineinstreckt. Das aus ganz anderen Gründen - nämlich aus denen von Identität, aus dem Sein also! - besteht, und das sich im Namen zusammenfaßt. Dem etwas als EigenTUM oder EigenSCHAFT zugeschrieben wird, und das ohne das Zentrum der (bzw. einer) Person (als Träger von Zubehör, Aristoteles nennt sie auch "Akzidentien") nicht besteht.

Man kann also schlechthin gar nicht von "Waren" sprechen, wenn man sie nicht in ihrem Bezug auf jenes Personszentrum sieht, dem sie entsprechen oder von dem sie begehrt werden, weil sich der Name nur jeweils mit Gütern geschichtlich in der Welt halten läßt. 

Es ist also nicht Armut oder Reichtum, der eine Person, ihren Rang, ihren Stand definiert. Sondern es ist das Sein des Menschen, von dem ausgehend ein MEHR (das man dann Reichtum nennt) oder ein WENIGER (das man dann Armut nennt) an Gütern als notwendig betrachtet werden kann und muß. Ohne natürlich in Utopien zu verfallen, die diese Tatsache zu einer unerläßlichen Forderung der Politik macht, die die Versorgung mit Gütern zu gewährleisten hat. 

Denn somit ist auch Gütererwerb, Besitz und die Frage von Eigentum immer nur in Zusammenhang mit den Menschen und ihren Haltungen (als wirklichkeitsorientierte und -bezogene, praktisch archetypische Gestaltelemente) zu begreifen. Von dieser Person, von ihrem Stand, von ihrem Ort im sozialen Gefüge leitet sich dann ab, ob eine Unter- oder Überversorgung besteht. 

Von dieser Seite betrachtet wird somit auch verstehbar, warum Attribute (die Güter sohin immer sind, selbst bei scheinbar notwendigsten Gütern wie Brot oder Wasser) nicht nur ein Gewinn aus der Welt sind, ein Recht, sondern auch eine Pflicht einbegreifen. Der gemäß jemand eine gewisse, ihm und seiner Identität entsprechende Gütermenge haben "muß". Und sei es - und jetzt wird es für manchen der Leser vielleicht endgültig seltsam, doch er glaube dem VdZ: Dieser Gedanke findet sich sogar in den Schriften* von Thomas v. Aquin! - daß er sich dafür mit Krediten verschuldet. 


*Der Aquinate führt dies nämlich als Unterkategorie unter die einzige Rechtfertigung an, mit der das Aufnehmen einer Geldschuld moralisch legitim werden kann: Unter die Kategorie eines Mangels, der nur mit einer Leihe beseitigt werden kann.


*150121*

Dienstag, 15. Dezember 2020

Noch ein Wort

Vieles aber, was heute über Geld und Geldangelegenheiten - besonders der öffentlichen Hand, der Unternehmen, der Banken - im Sprachgebrauch verankert ist, kann nur unter der Prämisse der Politik gesehen werden, Glaubwürdigkeit bei Volk und Markt herzustellen. Niemand ist wirklich in der Lage zu sagen, was in der Volkswirtschaft und bei Geld WIRKLICH funktioniert. Entscheidend ist aber, daß es GEGLAUBT wird. 

Worin sich die soziale Natur von Geld tatsächlich offenbart. Weshalb bei vielen Aussagen zu Funktionsweisen und Vorgängen bei Geld und "Markt" gesagt werden muß: Unter den gegenwärtigen Bedingungen einer als Kapitalismus verstandenen Form des Wirtschaftens und des Geldes.

Denn der Kapitalismus funktioniert NUR, wenn die Wirtschaftsteilnehmer, die Konsumenten, einfach alle fest glauben, daß DER STAAT in der Lage ist, Verwerfungen und Änderungen sowie Fragen der Geldstabilität durch politische Maßnahmen* zu beherrschen!

Dennoch sei ein Wort zu Geld gesagt: Daß nämlich der Glaube an ein "stabiles Geld" weniger ein Glaube ist, als vor allem das Wollen, die Treue zu einer Vereinbarung. Daß somit "Verlust an Kaufkraft" stets mit einem Verlust des schöpferischen Willens der Bevölkerung eines Währungsraumes einhergeht bzw. dieser vorausgeht. 
Während gleichzeitig und immer mehr die Menschen auf diese Kraft "warten", die angeblich dann Stabilität bringt, und an das wir uns als unser Leben bestimmend binden. Als von außen dazukommend. Von einem Sein aus, das "isset" und uns bestimmen soll. Das in Wahrheit aber weit mehr von uns bestimmt sein muß.
Geld ist nämlich tatsächlich ... eine Fiktion. Eine Fiktion, die wir aber gewählt haben. Als Symbol einer wechselseitigen, menschlichen Verschuldung, die Gesellschaft erst zum "Währungsraum" macht.

Geld hat also denselben Charakter wie alles "Seiende": Im Wesen unhinterfragbar "es selbst", ist es in einem fortwährenden, der Zeit enthobenen, dennoch einer ontologischen Hierarchie unterworfenen Pendeln beides in einem: Passiv wie aktiv, bestimmend wie bestimmt, schaffend wie geschaffen, zeugend wie gezeugt.

Ihm ein "festes, starres Sein" zuzusprechen ist deshalb das, was als "Mammon" bezeichnet wird. Es ist ein Totem, ein Götze, als nicht nur reduktive Verdiesseitigung und Verdinglichung, sondern auch als personhafte Belebung einer Idee.



*Das ist nur einer der prinzipiellen Widersprüche, die der Kapitalismus aufweist, und worin er sein Hauptversprechen - das probateste Mittel für Freiheit und Wohlstand zu sein, mehr als der Staat, ja ohne diesen - als Lüge (oder Dummheit, oder als beides) beweist. 

Ja, der Kapitalismus braucht nicht nur den Staat, sondern er braucht einen Staat, der sich durch Steuern am Leben hält. Der Kapitalismus ist also im Gegenzug der "Garant" für Steuern als Korrekturmittel SEINER Tätigkeit. Und hat insofern an einer Besteuerung (nicht des Kapitals, sondern) der lohnabhängigen Bürger VITALES INTERESSE. Denn der Staat kann für ihn nur insoweit arbeiten und einstehen (wie er es nämlich braucht), als der sich und seine Kreditraten (samt Zinsen) durch Steuern (anderer) finanzieren kann.

Und er ist an allem interessiert, das die Macht des Staates, das Gemeinwohl zu garantieren, zu seinen Gunsten verschiebt. Dafür braucht er etwa die Globalisierung, braucht er die De-Potentialisierung durch De-Regionalisierung von (immer lokalen weil spezifischen) Interessen von Kulturgemeinschaften.


*101220*

Samstag, 12. Dezember 2020

Wie sich Politik und Geld vermählten (2)

 Teil 2) Die ungeschminkten Anmerkungen


*Als einem bereits wahrhaftigen Renaissancekönig war der Anspruch Heinrichs VIII. auf Allmacht in seinem Staate, mit dem er sich ursprünglich aus der Schuldenfalle ziehen wollte, zum Bumerang geworden. Denn nun waren Geldgeber, Banken mit der Situation konfrontiert, daß der König als Schuldner jederzeit per Federstrich Gesetze erlassen konnte, die ihn von seinen Schulden befreiten und die Kreditgeber enteigneten. Oder vielleicht gar einen Kopf kürzer machten. Also bekam Heinrich nirgendwo in Europa noch Kredit. 

Das löste William III. einige Jahrzehnte später, und er konnte es nur lösen, indem er die Hand des Geldadels ergriff. Die fortan mit einer von der Monarchie abgesicherten Zentralbank umgekehrt den König finanzierten (und den gesamten Geldschöpfungsprozeß des britischen Bankenwesens kontrollierten) - wenn der König die Macht über die Finanzierung der Monarchie ans Parlament formell abgab.

Der VdZ schreibt dies freilich mit einer gewissen hintergründigen Absicht. Denn er möchte dem Leser vielleicht klarer als bislang machen, daß Geld kein "Ding an sich" ist, sondern Symbol für ein reales Verhältnis. Das seinem Wesen nach ... Schuld (also: Schulden, als zu tilgende Verpflichtung) ist. Wenn es somit verschiedenenorts wie ein böses Schattengespenst an die Wand gemalt wird, daß Banken Geld "aus nichts" schaffen, so muß man dazu sagen, daß das überhaupt zum Wesen des Geldes im eigentlichen Sinne gehört! 

Davor muß sich also niemand fürchten, solange diese Verpflichtung auch erfüllt werden kann und das auch beabsichtigt ist. Denn dieses "nichts" ist kein "nichts", sondern ein Versprechen, durch zukünftige Arbeit (sic!) das heute ausgegebene Geld zu bedecken. 

Unser Geldwesen selbst aber hat durch diese flexible Geldschöpfung "vor Ort" (also durch Banken) jene Dynamik, die einer menschlichen Gesellschaft angemessen ist. Das hat bei aller substantieller Kritik die Entwicklung des Wohlstands in den letzten drei Jahrhunderten denn nun doch gezeigt. Das sollten wir zumindest vor Augen haben, wenn wir darüber reden.

Eine Geldschöpfung, die durch eine Zentralgewalt (hier und bis heute überall dual, durch König UND - privater! - ZentralBANK) gesteuert wird. Wiederum mit einem Parlament verschränkt, das dieses Gleichgewicht steuern kann und will. Und in der einen Beschluß aufbereitenden Debatte der Öffentlichkeit zugängig, durch die Wahl der Abgeordneten sogar mitbestimmbar macht. Mit dem uralten Leitbild, daß Besteuerung nur möglich ist, wenn die Bevölkerung (also der Besteuerte) dieser Besteuerung (die eine Form der Enteignung ist) auch zustimmt.

Was eine etwas anders gelagerte Frage aufwirft. Ob nämlich die gegenwärtige Praxis der Demokratie diese Kontrolle überhaupt auszuüben vermag. Ob also nicht eine Diskussion über die Institutionalisierung unseres Staatswillens angebrachter wäre als die letztlich substanzlose und utopistische Forderung nach "Transparenz" einiger Personen oder Gruppen. 

Tabuwort Demokratie

Die in einem seltsam verschwommenen, irrationalen Wunsch- und Traumbild einem Demokratismus anhängt, der wie ein messianischer Wundermechanismus alles "irgendwie" lösen soll. Und übersieht, daß die Rechtfertigungsmythen der Demokratie (als Telos, als Ziel, auf die sie angelegt ist) nie erfüllt und gar nicht erfüllbar weil irrational sind. Was sich nicht zuletzt an der Sakrosankt-Stellung des Wortes "Demokratie", aus der seine wirre, wahllose Verwendung als "Argument" (dabei aber nur Totschlaginstrument dem anderen gegenüber) ablesen läßt.

Wer bitte schön (und der Leser möge das anhand seines Umfeldes einmal überprüfen) wäre bereit auch nur spielhaft anzunehmen, daß das, woran wir immer mehr zu leiden meinen, wirklich leiden und noch mehr leiden könnten, all die Korruption, Instransparenz, die sich bildende Oligarchie (die jede "Mitsprache des Volkes" zur Farce macht), und überhaupt so viele der Zukunftsängste, auch unser Geld betreffend, mit dem Instrument "Demokratie" überhaupt nicht lösbar, sondern sogar deren unausbleibliche Folge sind? 

Wäre James Corbett etwa, dessen Kritik und Analyse sehr oft sehr zutreffend, klug, ja luzid ist, wäre der etwa bereit anzunehmen, daß sein Glaube, die Mißstände, auf die er hinweist, wären keineswegs "durch mehr Demokratie" behebbar weil nur Abweichungen von deren innerstem Gefüge und Sinn? Daß es also schlicht naiv und sachlich falsch ist, auf eine Bewegung "von der Straße" zu bauen, ja die "Aufgeklärtheit jedes Einzelnen" als eigentliches Wesen der Demokratie zu sehen?

Warum das falsch ist? Weil Denken, also "Aufklärung" nur in Zusammenhang mit eines Ort, also Stand, Berufung usw und damit Traditionstreue gesehen werden kann. Diese Bestimmung nie überschreitet, und eben nicht, wie die Aufklärung postuliert (ohne je daran zu glauben, bitte sehr! die Aufklärer waren sogar immer die schlimmsten Diktatoren, weil und wenn sie erkannten, daß ihre Vorstellung sich "nicht realisiert") eine Frage simpler mechanistischer "Logik" ist. 

Warum das? Kurz noch einmal gesagt: Weil Logik selbst Postulate HAT und braucht. Und das ist eine der mathematischen Logik vorausgehende Annahme über die Wirklichkeit, die selbst NICHT mit dieser "Logik" zu erfassen, sondern eine Frage des Transzendenten, des Glaubens ist.

Übrigens: Die Griechen, auf die wir uns in dieser Frage gerne berufen, wußten das noch. Ihr Verständnis von Demokratie als Herrschaft des Volkes war keineswegs irrational, sondern ziemlich anders, realistischer, als wir es pflegen.

²Dieser Eigentumsvorrang ging so weit, daß 1850ff. das Eigentum der (meist englischen) Landlords vor dem Notrecht der Iren selbst gereiht blieb. Während sechs Millionen Iren verhungerten, exportierten die englischen Herren des Landes unter Schutz eines Drittels des englischen Militärs die im Land produzierten Lebensmittel. Während sich, übrigens, die irischen Bischöfe in England eine Auszeit nahmen und von den Kelchen der Honneurs schlürften, die die englische Krone ihnen angesichts ihrer Dienstbarkeit servierte.

**Was hier heißt: Polygamie. Denn das bedeutet jede "Scheidung und Wiederverheiratung". Das hätte aber für einen christlichen, katholischen König bedeutet, daß er aufgrund seines moralischen Zustands der Repräsentation Gottes verlustig gegangen wäre. Ab diesem Moment war ihm kein Untertan, kein Bürger, kein Adeliger mehr zu Gehorsam und Eidtreue verpflichtet.

³Es gab in jeder Kultur auf ihrem Weg nach oben Einrichtungen der "Jubeljahre", also des Streichens von Schulden. Und damit der Möglichkeit zu einem Neubeginn nach einer Zeit von Mißgeschick, von Mißernten oder schlicht von Versagen. Damit hat der Kapitalismus aufgeräumt. Der den Schuldner gnadenlos nicht nur unter Zinsdruck stellt, sondern ihm bei Zahlungsunfähigkeit bis zur Versklavung nachstellen kann. Die englische Marine (Matrosen) mit den bekannt brutalen "Disziplinierungsmaßnahmen" oder Australiens Geschichte der Besiedelung, die eine Geschichte unfaßbarer Gewalt und grausamen Unrechts ist, sind auch und vor allem eine Geschichte der Verschuldeten.

***Wir berühren hier sogar eine der Hauptwurzeln der Sklaverei. Sogar der Sklaverei in Afrika (und damit der "Neuen Welt"), die nur durch die Verschuldung vieler Afrikaner möglich wurde. Sodaß diese zuerst Verwandte, Kinder und schließlich, wenn auch Überfälle von Dörfern und Stämmen, die von der eigenen Heimat entfernt waren, nicht fruchteten, sich selbst "verkauften." Um unter vereinbartem "sozialen Tod", unter Verzicht auf Leben und Würde ihre Schulden abzuzahlen!

****Es war genau diese Entwurzelung, die die Geburt der universalistischen "Nation" bewirkte. Die "als Idee" zu einer ideologischen, voluntaristischen, positivistischen "Nation" das wurde, was wir als "Nationalismus" bezeichnen. Eine völlig andere Qualität als die Vaterlands- oder gar Heimatliebe. 


*091220*

Freitag, 11. Dezember 2020

Wie sich Politik und Geld vermählten (1)

"Das Ergebnis war, daß die in Privathand befindliche Bank (Bank of England, Anm.) die persönlichen Schulden des königlichen Souvereigns (William I. von Oranien) in eine Schuld des Staates umwandelte. Die somit sogar zu einer staatlichen Währung wurde. Die Besiegelung dieser Transformation privater in gesellschaftliche Produktion von Geld (als Forderung demjenigen gegenüber, der eine Münze oder eine Banknote herausgibt) wurde durch einen Wandel im Machtgefüge erkauft. Die jenes historisch einmalige hybride Konzept eines "Königs im Parlament" hervorbrachte, die wir in England bis heute haben. 

Mit diesem Vorgang in England nahmen 1697 erstmals in der Geschichte Europas Institutionen für die öffentliche Produktion von Geld Gestalt an, die von einem immer wieder zu suchenden Gleichgewicht von wirtschaftlichen und politischen Interessen getragen wurden. Der Staat wurde nunmehr durch Anleihen bei einer mächtigen Geldgeberklasse finanziert. Und der Ort dieses Interessensausgleiches war eine öffentliche Bank. Somit hatten beide Seiten Interesse daran, daß die jeweils andere Seite langfristigen Bestand hatte."

Das schreibt Geoffrey Ingham in "The Nature of Money" über jene historische Phase, in der sich Politik und politische Macht erstmals mit dem Großkapital insoweit verbündete, als sie - in einem fortan geeinten Willen, in welchem sie dem "gemeinen Volk" gegenüberstanden - das Schicksal einer Nation bestimmten.

Dieser Punkt war das fast unvermeidbare Ergebnis einer seit dem 14. Jahrhundert immer drängender werdenden Verschuldung der englischen Könige. Die unter Heinrich VIII., der seine Vorfahren an Prunk- und Luxusliebe (bei gleichzeitigem Ehrgeiz in außenpolitischen Angelegenheiten, was im Klartext heißt: Kriegen) noch weit übertraf, so drängend wurde, daß dem König* "keine andere Wahl" blieb, als die Kirche zu enteignen. Die damals (rechnet man es in Geld um, wenngleich das niemandem eingefallen wäre außer ...) geschätzt die Hälfte der Vermögenswerte Englands besaß. 

Er nützte dazu geschickt kircheninterne Parteiungen, entledigte sich elegant moralischer Probleme**, samt den damit verbundenen schwerwiegenden Problemen der Legitimation seiner Herrschaft, und nannte diese Zerschlagung der Sozialgefüge samt der darauf folgenden Entwurzelung seines Volkes - wie wir Heutigen - nach lutherischem Vorbild "Reform" bzw. "Reformation". 

Für die Bevölkerung freilich änderte sich damit Gravierendes. Denn der Kirchenbesitz war im Wesentlichen Allgemeingut, und bis zur Reformation unter Henry VIII. war es jedem Briten jederzeit möglich, wenigstens seinem existentiellen Grundbedarf zu decken. Denn jeder konnte auf dem Kirchenbesitz ("Allmenden") ein paar Tiere halten, oder etwas anbauen, von dem er wenigstens grundsätzlich überleben konnte. Damit war nun Schluß. Denn fortan war alles Privatbesitz, und aus einst freien Bürgern wurden lohnabhängige Arbeiter. Sofern sie überhaupt Arbeit bei den neuen Herren fanden.

Die noch einen Preis vom König ausgehandelt hatten - den des absoluten Vorrangs des Schutzes des Eigentums. Der unter den gegebenen Voraussetzungen wie die Sanktionierung des Raubzugs an Land, Volk und Kirche wirkt.² Dieses Zusammenwirken von Staat und Kapital war die Voraussetzung für die Entwicklung des Kapitalismus selbst. Der die Macht des Staates braucht, um die Verbindlichkeit des Schuldners in ihrer Absolutheit auch durchzusetzen.³ Während dem Kapital - dem Geld - die soziale Verantwortung (also seine Aufgabe im Gemeinwohl) abgenommen wurde.

Als Wert zu Geld wurde

Noch wichtiger und meist nicht hinlänglich reflektiert - zu sehr wurden wir bereits umerzogen - ist dabei aber ein anderer Umstand: Es geht um die Etablierung von Geld als mathematische, rechnerische Abstraktion von "Wert". Diese Bedingung der "Sanierung" der Finanzen des Königs (die aber nur wenige Jahre hielt, und stattdessen die Notlage der Könige noch weiter verschärfte) veränderte völlig den Alltag der Menschen. 

Die bis dahin (und auslaufend bis ins 18. Jahrhundert) in einer Gesellschaft der "ständigen wechselseitigen Verschuldung" lebten, die aber in moralischer, persönlich zu bedienender Schuld bestand - also nicht in "Geld". In dieser wechselseitigen Verschuldung und Verschuldungsbereitschaft lag der Mörtel dessen, was wir mit "Sozialem Zusammenhalt" bezeichnen können. Worin er wiederum gemäß der christlich eingeforderten Nächstenliebe und Solidarität mit diesem Nächsten gestaltet war.

Geld, das nun aber aus zwei Quellen stammte, die sich zu einer vereinten bzw. wechselseitig konvertierbar wurden. Öffentlich (staatlich-königlich, seit dem frühen 18. Jahrhundert defacto als Metallstandard) und privat, durch die Banken und deren Kredit (vor allem im Wechsel) geschaffenem. Wo eine Seite gewissermaßen für die andere - und über die Steuern der Bürger für alle beide - bürgte. Denn Geld ist immer, wie gesagt, Schuld weil Leistungsversprechen. Das zwischenmenschlich auch ohne jede Münze fungiert, dort nur Ritus, Ritual, Symbol braucht. 

Die Münze ist lediglich das Symbol für ein Leistungsversprechen, entsprechend der Erfüllungswahrscheinlichkeit geschätzt und wertvoll. Und die Krone festigte den Wechsel, das Privatgeld, durch strenge Gesetze und - die Münze. Noch heute ist (auch bei uns) ein Wechsel sehr rasch und einfach einklagbar, und im Insolvenzfall bevorrechtet, hat also höhere Bonität als reines Buchgeld. Er ist, als privates Geld, somit sehr leicht in staatliches, königliches Geld - die Münze, den Geldschein - konvertierbar.

Der Metallgehalt der Münzen, den niemand geringerer als Isaac Newton als Schatzminister Englands reformierte und solide machte, war freilich nur im Austausch mit ausländischen, fernen Leistungen von Bedeutung als Zahlungsmittel. Dort aber oft auch nur der Metallwert. Münzen aus Edelmetall waren somit ein probates Mittel, um Wert aufzubewahren, nicht, um zu bezahlen. 

Dem einheimischen Bürger war auch das Edelmetall nur wirkmächtiges Symbol der Kaufkraft generell. Das zeigen die Münzen, die im Alltag in Gebrauch waren: Vom Metallwert her wertlose (Kupfer-)Münzen, die Kaufkraft per Konvention und deshalb nur in sozial homogenen (sic!) Räumen hatten, soweit eben persönliches Vertrauen herrschte. Aber in solchen begrenzten Räumen akzeptiert wurden, und somit als Zahlungsmittel taugten. Silber und Gold blieben dem Alltag fremd. Nicht selten hatte das Lokalgeld einen einzigen Bezugspunkt als "Wert" - und zwar dessen, was ein Arbeiter täglich (oder in einem bestimmten Zeitraum) zum Lebensunterhalt benötigte.

Alle diese Lokalwährungen (Anführungszeichen) wurden aber im königlichen Pfund vereint, das überall akzeptiert wurde: Es war zwar von einer (privilegierten) Privatbank herausgegeben, aber von der Krone (in Gold) garantiert worden, und war so der Hauptanker aller übrigen Banken und Zahlungsmittel. 

So nebenbei: Diese Balance der Macht, die in England zwischen diesen beiden Schichten stattfand, Finanz mit Finanzadel und Krone, war aber die Basis für Englands Aufstieg zum Weltimperium. Während zu viel Macht - wie im absolutistischen Frankreich, oder den kleinen italienischen Stadtstaaten - den Staat unfinanzierbar machte (s. o.). In England war eben nun das Parlament verantwortlich, ob Kredite aufgenommen und Zins und Tilgung durch Steuern eingehoben werden sollten oder nicht. Was alles im Frankreich auch des 18. Jahrhunderts der König höchst selbst entschied. 
Während somit der Staat in Frankreich immer noch Mittel der Bereicherung von Einzelpersonen war, war er in England bereits zum Mittel geworden. Das den allgemeinen wirtschaftlichen Wohlstand durch hohe Flexibilität in der Schaffung von Geld (sic!) durch Kredit ermöglichte. 
Es ist auffällig, daß bis ins 20. Jahrhundert die Staaten mit der höchsten - zählbaren - Wirtschaftsleistung auch die Staaten mit dem nachhaltigsten, größten und dynamischesten Kreditwesen waren, nämlich England und die USA. In diesen beiden Staaten verschmolzen Staat und Privat (mehr oder weniger) in einer Aufgabenstellung.

Ohnehin war Münzgeld stets (und in allen Völkern) lediglich und immer schon bekannter Ausgleich "an den Rändern". Und dort vor allem an den Berührungspunkten mit "den Fremden", also den Nicht-Engländern, den Ausgestoßenen, den "Anderen". Einmal etabliert, und zwar schon dadurch, daß die eingeführten Steuern fortan nur noch in Geld (!) zu bezahlen waren, setzten einen Kreislauf in Gang, in dem jeder Bürger imperativisch fortan nach Geld (und NUR nach Geld) zu streben hatte. Bis alles Streben nur noch dem Gelde diente, der Mensch sogar sich selbst (und seine Liebsten) in Geld bemaß und (sogar buchstäblich) verkaufte.***

Innerhalb von hundert Jahren war aber aus einem Land, das noch im 15. Jahrhundert bekannt dafür war, daß es jedem seiner Bewohner mehr oder weniger gut ging und das seiner Gastfreundschaft und Mildtätigkeit wegen gerühmt wurde, ein Land mit einer riesigen Schichte Elender. In dem eine kleine (und durch Konzentrationsprozesser immer kleinere) Schichte immer reicher wurde.

Aus ihren Heimaten**** expedierte Menschen suchten ihr Überleben in den Großstädten (vor allem in London). Dort vegetierten sie mehr denn sie lebten, zu sagenhaften Bedingungen. Erstmals gab es Massen an Lohnabhängigen, an Menschen, die ihre Arbeit als Ware (und darin zunehmend als abstrakte Funktion) betrachten mußten, die sie zu verkaufen hatten. Erstmals entstand also das, was man als Proletariat bezeichnen konnte. Zumal durch die neuartige Konkurrenzsituation der Arbeitenden auch die Löhne so stark fielen, daß man selbst mit Arbeit kaum mehr als notdürftig existieren konnte.

Morgen Teil 2) Die ungeschminkten Anmerkungen



*091220*

Sonntag, 6. Dezember 2020

Vom Zustand der Kultur abhängig

Das Verblüffendste an antiken Münzen ist etwas, das scheinbar niemandem aufgefallen ist, der sich mit Geld, Ökonomie und Werttheorien befaßt hat. Denn es wird nirgendwo erwähnt. Erstmals hat es der britische Diplomat und Ökonom Alfred Mitchell-Innes in einem aufsehenerregenden Artikel in der New York Times im Jahre 1913. Wo er unter dem Titel "What is money - Was ist Geld" auf die diffuse und nirgendwo geklärte Natur dessen hinwies, was seit je die Ökonomie und die Menschen der Gegenwart im Besonderen bewegt: Geld. 

Anscheinend, schreibt Mitchell-Innes vor über hundert Jahren schon (den zweiten Artikel aus 1914, "The credit theory of money - Die Kredittheorie des Geldes" finden Sie hier), ist niemandem klar, daß es noch nie eine "wissenschaftliche Theorie" gegeben hat, die einerseits so vorgeschoben worden ist, der es anderseits aber so an jeder Fundierung gefehlt hat. Das muß man ohne Übertreibung sagen, so Innes.

Es kann kein Zweifel bestehen, daß Geld nie mehr als Symbol gewesen ist. Auch die Münzen in der Antike. Die nur eines hatten, und das immer: Das Signum oder das Portrait des Herausgebers des Geldes. Als Garanten des Wertes! Selbst die Beschaffenheit der Münzen, der Anteil an Edelmetall, die Größe etc., waren dagegen gleichgültig.

Was Geld "ist", ist deshalb grundsätzlich jenem (fast möchte man sagen: Transzendenten) Bereich zuzuschreiben, den die Mythologie weit besser erfaßt als jede offizielle Wirtschaftstheorie der Neuzeit. Denn Geld ist, so die Theorie von Geoffrey Ingham, die er in "The Nature of Money" ausfaltet, nichts "an sich", sondern eine auf sozialer Übereinkunft beruhender Wertmaßstab. Dessen Wert also nicht - wie bei den antiken Münzen - auf angebliche "ewige Werte" wie Gold oder Silber oder egal was zurückgeht, sondern auf die soziale Übereinkunft.

Geld ist ein Kreditmittel! Es ist jener Kredit, den sein Herausgeber vom Empfangenden nimmt, der es dann weitergibt, indem er das Versprechen weitergibt, daß dieses Symbol tatsächlich Wert "hat", also eines Tages durch "irgendetwas" (mehr oder weniger Definiertes, im Grunde immer aber etwas, das mit "Arbeit" zu tun hat) eingetauscht werden kann.

Das zu sagen steht gegen fast alle landläufigen Behauptungen und Überzeugungen von Experten, das ist klar. Es steht noch mehr gegen das, was die meisten Menschen glauben und so gut wie alle Ökonomen ihnen erzählen. 

Aber genau das macht es noch deutlicher: Denn auch diese Behauptungen gehören zum Spiel, sozusagen, in dem das Geld angeblich einen Wert "an sich" habe. Weil dieser durch dieses oder jenes Realium gedeckt sei, das zugleich ein seltsam absolutes Gegenwärtiges ist.

Wie gut oder schlecht eine Währung ist, ist deshalb von geistigen Zuständen, man muß und will es noch konkreter sagen: Vom Zustand der Kultur abhängig.

Zu glauben, wie es zu Beginn der Neuzeit auftauchte, daß eine Münze oder ein Geldschein - das ist immer gleichgültig weil nichts als Schein, Symbol vielfacher Art und solch ein "Schein" existierte historisch schon lange vor jeder Münze - in Gold oder Silber (einem Schatz) "gedeckt" sei, ist somit reiner Mythos. Nein, mehr noch, es ist ein Irr- und Aberglaube, daß es solchen Wert als Realium in dieser Welt gibt.

Dies soll nur ein weiterer Hinweis auf die gleichzeitige Verankerung der Kultur als System eines historischen sozialen Gefüges in einer weltlichen Dinghaftigkeit und Variabilität 

(als amplitudenhaftes, rhythmisches Bewegen zwischen Sein und Nichts, das sich jeweils im verschmelzenden, und sich doch gleichzeitig und sofort ablösenden Kusse mit dem Absoluten, dem Sein selbst, vorstellbar wie ein Abholen des Idealbildes in Gott, im Hinaustragen als und zur Welt, und dessen Verwehen, das zur Rückbewegung führt)

und anderseits diesem existentiellen Abhängen vom Absoluten sein. Denn der Mensch ist seinem Wesen nach verdankt und damit ... Schuldner. Und er ahnt deshalb, daß es nur ein Medium geben kann, das Wert verabsolutiert: Ein Symbol dieser Verschuldetheit, die nur in Gott gedeckt ist.


*011220*

Donnerstag, 6. August 2020

Von Wirtschaft, Drohungen und Wahrwerdungen (2)

Teil 2) Von Nichten, Töchtern und weiteren Wahrwerdungen


Was schreibt dazu der liberale Thinktank Agenda Austria? Wir bringen es, wegen eines Umstands, den wir am Schluß ausführen.
Seit 2007 kamen für jeden Euro an Wirtschaftsleistung 1,56 Euro an Staatschulden hinzu. „Wir haben den Krisenmodus in Europa eigentlich nie verlassen. Die einfache Antwort, die Probleme mit der Notenpresse wegzudrucken, geht offenbar nicht auf. Trotzdem versuchen wir es immer intensiver. Europa braucht aber nicht noch mehr Schuldenprogramme, Europa braucht eine Strategie, wie wir aus diesem Teufelskreis entkommen“, sagt Agenda Austria-Ökonomin Heike Lehner. 
Diese Heike Lehner ist ... eine Nichte des VdZ. Tja, wird man älter und schließlich alt. So wächst bei einer großen Familie die Wahrscheinlichkeit, daß sich die öffentlichen Kriege samt der Brisanzen der Öffentlichkeit (weil der Abstand wächst: bei großen Familien sind wie hier Onkel-Nichten-Verhältnisse kaum noch "familienintim", sondern man kennt einander kaum mehr) nicht nur familienintern wiederspiegeln, sondern daß sich bei einer so großen Herkunftsfamilie - wie der des VdZ - Öffentlichkeit und Familie decken.

Hier im speziellen wird - wie so oft heute! - die Problematik der Stellung der Frau in ihrem Kampf um den Vaterstuhl ausgetragen, und in den Kindern der Kinder definitiv "gewonnen". Vermeintlich! Nur vermeintlich. Es ist ein Pyrrhussieg, wir werden noch darüber berichten. Denn diese Kinder der Kinder werden eines Tages ... nicht so ungeduldig, werter Leser, es wird schon noch gesagt werden!

Historisch ist das ohnehin alles andere als einmalig, es gäbe also genug Beispiele, wenn man sie sehen will. Und schon gar nicht verwunderlich, weil in gewisser Hinsicht ein Kreislauf, den die Sünde (der Rebellion, des Hochmuts) ausgelöst hat.

Denn Familie ist nur als Haus verständlich. Und Haus ist die Gemeinschaft (als Einigkeit) unter dem Vater, also Wort, Geist. Die biologische Tatsache einer Abstammung ist zwar da, spielt auch eine Rolle, aber eher als "zu überwindendes Faktum". So sehr die biologischen Abstämmlinge auch dann (aus Gründen der Legitimität!) versuchen, die Familie - das Haus - zu stehlen. Das Haus geht mit dem Vater, und dessen Vater, und dessen Vater, und dessen Vater ... bis zum Neuen Adam. Was aber passiert, wenn man diesen Neuen Adam verweigert? Eben. Man steht gegen die eigene Natur.
Was soll daran also verwunderlich sein, wenn unter den Jungen heute die Meinung weitest verbreitet ist, daß die Menschheit "gegen die Natur" stünde? Und daß die überkommene Kultur (ja, ihre nämlich!) nichts taugt, außer - wie bei "konservativen" Liberalen - wo sie gerade noch nützlich ist? Bildung wird unter diesen Generationen deshalb nur noch zum Werkzeug, um den selbst zu definierenden Anspruch (man nennt das dann "ehrgeizig", und "strebsam") auf sozialen Ort/Stellung (die das Haus des Vaters des Vaters des Vaters ... vorgäbe!) zu erfüllen.


*270720*

Mittwoch, 5. August 2020

Von Wirtschaft, Drohungen und Wahrwerdungen (1)

Auch unsere Länder haben sich durch reines "Gelddrucken" finanziert. In Österreich hat der Staat ein Viertel, in Deutschland ein Drittel der Staatsschulden buchstäblich "von sich selbst" geliehen. Als Kredite bei der EZB, die wiederum von den Staaten selbst - durch Haftungen - "finanziert" werden. 

Ein wunderbarer Zirkel, der nur von der Illusion eines reinen Wortspiels lebt, daß eine Bank (EZB) dazwischengeschaltet ist. Genau deshalb ist das eigentlich verboten, ausdrücklich! Aber Papier ist offenbar auch in Brüssel geduldig. Wenn man also fragt, warum die EU so wenig Glaubwürdigkeit besitzt muß man sich nur umschauen, was ihr Wort (siehe ihre Verträge) wert ist. Wer so mit Sprache umgeht muß sich nicht wundern, wenn man ihn nicht mehr ernst nimmt. 

Weil aber dieses Geld defacto beim Fenster hinausgeschmissen wird (weil in Projekte vergeudet, die völlig sinnlos und wirtschaftlich kontraproduktiv weil Produktivität sogar zerstören, und zwar massiv), wird es sehr rasch (und rascher als sonst zu erwarten wäre; durch Schulden "gut" investiertes Geld muß nicht zwangsläufig zu einer Inflation führen) das Geld entwerten. Was die Politik derzeit ankündigt ist also eine gefährliche Drohung, die sie auch wahr machen wird. 

Denn durch dieses (völlig unethische) "Kreditaufnehmen bei sich selbst" ist die Finanzierungsmöglichkeit noch einmal erweitert worden. Deshalb, werter Leser, braucht die Politik die Weltrettungsphantasien (Klima, Corona, Tierwohl ...), denn sie liefern die "moralische Begründung" für unmoralische Verschuldung, ohne die mittlerweile die Volkswirtschaften zusammenbrechen würden.

Was wird kurzfristig durch diesen nächsten Verschuldungsschritt passieren (der zugleich von einer Globalisierung der Kreditmechanismen gekennzeichnet sein wird, was alles die Wirklichkeiten verschleiern soll, weil vor allem für den Normalbürger - wozu im übrigen auch die meisten der Hochpolitiker unserer Länder gehören, machen wir uns nichts vor: Völlig durchschnittliche, ja unterdurchschnittliche Kleinbürger allerschlimmster Sorte! - Ursachen und Wirkungen noch schwieriger nachzuvollziehen sind)? 

Die Preise werden "steigen", und Fluchtwährungen Konjunktur haben. Wie Gold, Kryptowährungen, Fluchtinseln und -währungen. Nicht aber Immobilien. Die sind ausgereizt und stehen so kurz vor einem Niedergang, daß man es schon förmlich riechen kann. Bezieht man nun noch die sinkende Nachfrage durch Unsicherheit (Corona!) in die Überlegungen mit ein, steuern wir auf das Schreckgespinst der Ökonomen zu, die Stagflation. Also steigende Preise - allerdings nur sektoriell, nicht generell! - bei sinkender Nachfrage. 

Das wird in den offiziellen Zahlen aber nur wenig Niederschlag finden. Nicht nur, weil es politisch nützlich ist (man wird mit "niedriger Inflation" beschwichtigen), sondern weil der Warenkorb, nach dem die Inflationsrate berechnet wird, nicht mehr relevant ist. Reisen etwa, oder bestimmte Unterhaltungselektronik, die einen hohen Anteil an dieser Preissteigerungsrechnung haben, werden im Preis sinken. Während Produkte, die mit ihrem absoluten Betrag wenig Auswirkungen auf den Warenkorb haben - Lebensmittel, Dinge des alltäglichen Bedarfs - weit überproportional im Preis steigen werden. 

Auch die stagnierenden oder gar fallenden Benzinpreise haben dieselbe Eigenschaft: Sie treffen tendenziell eher die Gruppe der gutverdienenden Haushalte. Die sich das Leben im Status quo immer noch leisten können. Und die auch politisch und ideologisch hinter dieser Geldverbrennung stehen.

Da geht es einer anderen Gruppe ganz anderes. Die Ärmeren nämlich, Menschen mit niedrigerem Einkommen, werden die derzeitigen Entwicklungen am meisten spüren. Selbst wenn man berücksichtigt, daß tendenziell die Mieten stagnieren werden, so wird schon die absurde, direkt ("Infrastrukturprojekte") oder indirekt (durch "Anreize" und "Förderungen") staatliche Investitionspolitik ("erneuerbare Energien", "Öko-Politik") vor allem die Energiepreise weiter nach oben schießen lassen. 

Schon heute zahlt der Verbraucher den doppelten Strompreis wie noch vor zehn Jahren, und das wird noch erheblich mehr werden. Schon jetzt kann eine halbe Million Haushalte in unseren Ländern die Energie, die sie für ihr Wohnen und Leben benötigen, nicht mehr bezahlen. Das trifft sie deshalb so wuchtig, weil die Lebensweise, der man gar nicht ausweichen kann und sich längst in der grundsätzlichsten Infrastruktur ausdrückt. Wie beim öffentlichen Verkehr oder bei der Nahversorgung durch mittelständische und regionale Unternehmen.


Bild Agenda Austria

Teil 2) Von Nichten, Töchtern und weiteren Wahrwerdungen


*270720*

Mittwoch, 4. Dezember 2019

Weil man Geld nicht mehr begreift (3)

Teil 3) Wirkungen und Ursachen



Eine der größten Ausblühungen dieser Wirklichkeit sehen wir an der derzeitigen Politik, speziell bei den Politikern der Grünen. Die nicht zufällig zu großen Teilen aus der Generation wohlstandsverwöhnter junger Menschen stammt. Wo Geld auf geheimnisvolle, dem Erleben völlig entzogene Weise (die Eltern verdienten gut, die Konten waren gefüllt) "einfach da" war.  Es ist überhaupt kein Zufall, daß in unseren Ländern (und weltweit, übrigens) die Staaten begannen Schulden zu machen, als in der Politik ein Generationswechsel stattfand. Und überall "neue", frische Politiker ans Werk kamen. 

Die Weltrettungsphantasie heute realitätsferner Generationen hat ihre Wurzeln im Subjektivismus der "Sexuellen Befreiung". Implementiert durch social engineering, das die Menschen entselbstet und steuerbar macht..
FFF Washington - Alles aus einer Bewegung! - Bild aus EIKE
Es führt bis zur Gegenwart, wo in der "NMT - New Money Theory" Schulden wie "nichts Realitätsrelevantes" behandelt und beliebig erhöht werden sollen. Und es ist kein Zufall, daß die Phase der folgenschwersten Verschuldung Deutschlands unter einer Kanzlerin erfolgte, die erstens Pastorentochter ist (also mit Geld nie etwas zu tun hatte), und zweitens in der DDR sozialisiert wurde, wo Geld ebenfalls nur als Produkt der Gelddruckmaschinen im Fünfjahresplan betrachtet wurde, wo aber die Realität, die hinter Geld steckt, niemandem mehr begreiflich wurde.****

Und es führt uns zur Hysterie ums Klima, bis zu deren letztem Höhepunkt, wo Kinder in einer klar von (nicht nur) wirtschafts-sozialistischen Interessen organisierten und gesteuerten Bewegung "Fridays For Future" (siehe auch hier) hüpfend herumschreien, daß noch mehr Schulden (und Steuern) besser seien als Klimawandel.

Dieser Erfahrungsgrundlage der Politik***** steht die weitgehende Umbildung von Unternehmen zu Gewinnmaschinen zugrunde. Mit dem einzigen Ziel, den shareholder-value (also den Ertrag für Aktienbesitzer) zu steigern. Von Managern geführt, die nur noch mit abstrakten Zahlen zu tun haben, deren Verankerung in der Realität ihrem Erleben und Begreifen völlig fremd ist. Auch sie sind meist in jeder Hinsicht "realitätsbefreit". Sie treffen, zieht man Carrolls Experiment mit seinen Kindern als Hinweis wieder heran, ihre Entscheidungen ganz anders. Leichtfertiger. Wie in einem Monopoly-Spiel. Den harten Realitätskern von Geld haben sie aber nie begriffen.

Zusammen mit dem Verhalten großer Teile der Bevölkerung, die den realen, harten Wert von Geld in Kindheit und Jugend nie begriffen haben (und durch den Sozialstaat auch später nie begreifen lernen), ist das der sicherste Weg in eine allgemeine Versklavung. Denn jeder Schuldner ist in der Hand des Gläubigers.







***Auch die Propagierung der Homosexualität als "normal" (etc. etc.) steht ganz exakt in diesem Zusammenhangsfeld. Denn der IDEALE KONSUMENT ist der alleinstehende Homosexuelle, der in sterilen, vorübergehenden, also konsequenzenlosen Beziehungen steht und sein gesamtes Arbeitseinkommen für sich und seine spontanen Wünsche ausgeben kann. Immerhin ist ja Homosexualität an sich nur verstehbar als Befolgung subjektiver Befindlichkeit, also in sich ein bloßer "gefühlter" Impuls, der objektiv-rational nur bei entsprechender Subjektivitätsphilosophie zu rechtfertigen ist.

****Der VdZ sagt aus Erfahrung in Ungarn, wo er seit zwölf Jahren lebt, daß dieses fehlende Begreifen der Relevanz von Geld ganz sicher eine der schlimmsten Folgen des kommunistischen Systems ist, das wenn dann nur über generationenlanges Lernen wieder reparabel sein wird.

*****Übrigens ist das einer der Hauptgründe, warum der VdZ über einen so jungen Kanzler wie Sebastian Kurz in Österreich, der noch nie in der realen Welt gelebt hat, die er nun aber "regieren" soll, entsetzt ist.




Dienstag, 3. Dezember 2019

Weil man Geld nicht mehr begreift (2)

Teil 2) Ursachen und Wirkungen



Vielleicht ist uns gar nicht klar, wie die Einführung der Kreditkarte zeigt, worauf dieses Virtuelle Geld eigentlich abzielt. Und warum es ab den späten 1960ern so leicht wurde, zu Konsumkrediten zu kommen. Man muß diese Entwicklung in einem direkten Zusammenhang mit der sexuellen Befreiung sehen, die selbst wiederum von der angeblich "wissenschaftlich bewiesenen" Philosophie getragen wurde, daß alles Glück des Menschen von seinen inneren, subjektiven Impulsen herstamme. Also nicht mehr von langfristigen Überlegungen zu tragen sei. Diese würden sogar an der Lebenserfüllung hindern. 

In Zusammenhang mit dem (bewußt von der Politik implementierten) Fallen der sozialen Schranken, die enge soziale Netze durch ihre Konventionen und Maßregeln noch bedeuten, und einer völligen Veränderung der Lebensführung (soziale Entwurzelung) tat sich für den Handel ein neues Wachstumsfeld auf: Das, im Heute die Zukunft zu vernaschen. Damit wurde eine neue Art von Konsumenten geschaffen, die nur noch ihren Impulsen folgen sollten und bald wollten, und denen mit der Kreditkarte oder den Konsumkrediten leicht gemacht wurde, sich diese Wünsche über Schulden zu erfüllen. Für viele Menschen verschwand völlig aus dem Bewußtsein, daß das ernste Konsequenzen haben würde, und zwar in der Zukunft.***

Dabei spielt ein Punkt eine Rolle, den man vielfach übersieht, die Dinge hängen alle sehr eng zusammen (und man erkennt, wie stark der wirtschaftliche Hintergrund dabei ist, der auf Interessen schließen läßt, die über jede ideologische Verortung hinausgehen und vieles recht real und greifbar macht.) Schon Anfang der 1970er Jahre wurde in unseren Ländern die Stellung des Vaters und (bis dahin weitgehend noch alleinigen) Ernährers der Familien in einem Punkt niedergerissen: Er sollte in der Familie weniger (und bald nichts) mehr zu sagen haben. Während er in einem anderen Punkt aber, dem der realen, finanziellen Verantwortung, voll in der Pflicht blieb. Während ein zum selben Zeitpunkt immer uferloser ausgebauter Sozialstaat für Frauen und Kinder alle Zusammenhänge zwischen Geld und Realität ins Dunkel verschwinden ließ. Speziell das hat den Verlust des Begreifens der Realität von Geld bis in die Familie hineingetragen, für die Geld lediglich zu einer "vorhandenen Selbstverständlichkeit" wurde.

Sexuelle Befreiung, die nicht nur bestehende Bindungen auflöst, sondern die Bindungsfähigkeit von Menschen zerstört, bringt noch ein weiteres Benefit für die sozialistisch geprägte Wirtschaft: Sie treibt die Menschen zu Beziehungen, die aus sich nicht auf Dauer, sondern auf "so lange das Gefühl da ist" etc. antreibt. Und verhindert über die propagierte Promiskuität dauerhafte Beziehungen, also die Ehe. Das alles sind beste Voraussetzungen für ein Leben im Konsumismus, der am besten funktioniert, wenn die Menschen nur ans Heute denken und das Morgen vergessen. Dazu muß man sie nur aus dem Gestern lösen. Auch das ist erfolgreich geschehen.

Deshalb ist es alles andere als ein Zufall, daß ZEITGLEICH mit der sexuellen Befreiung die Kreditkarte für alle in Umlauf kam. Sie hat in Amerika eine Schuldspirale in Gang gesetzt, die man als eigentlichen Grund speziell für den Crash 2008 sehen muß, der - man kann es nur so sagen - auf leichtfertigem Schuldenmachen durch virtuelle Werte ("steigende Immobilienpreise") beruhte, die die Illusion vom Spielgeld so ausbaute, daß es von breiten Bevölkerungsschichten, die schon alle kaum noch eine Beziehung zu realem Geld hatten, wie ein perpetuum mobile empfunden wurde.


Morgen Teil 3) Wirkungen und Ursachen