Vorgedachtes (und zu denkendes) Maß der Lebenslänge ist sohin die Frage, ob aus eines Idee noch zu erfüllende Dinge bestehen. Daran muß man sich selbst bemessen. Doch tut es nicht unbedingt die Welt, die aus der Erbsünde (Ursünde) defekt ist und defekt an einem handelt.
Das ZU ERFÜLLENDE, das was noch zu tun bleibt, ist somit das, was den Tag von Sonnenaufgang an füllt. Bis ein Leben in der Vollendung (Heiligkeit) steht. Außerhalb der Zeit. Lediglich noch in der Welt, beibt die Zahl der Tage, die man auf Erden hat daran zu erkennen, ob ein Wille Gottes, eine von Gott gewollte Tat (bzw. Ding, das von der Person getrennt in der Welt auf alles wirkt, mit dem Beziehung besteht) erfüllt ist, oder (noch) nicht.
Daraus ergibt sich eine gewisse Ruhe und Ergebenheit, wenngleich nicht absolut und für immer. Denn letztendlich ist Gott "egal", wie die Welt aussieht. Sie ist immer Abdruck des Seins, und in gewisser Hinsicht gibt es für Gott keine "vollkommene Welt".
Wenn wir heute aber davon sprechen, daß die Menschen "länger leben", dann hat das ganz sicher damit zu tun, daß es an Hingabe (Bereitschaft zu sterben) fehlt. Damit ist die Welt heute in steigendem Maß unerfüllter (und das kann man dann Kulturverlust nennen), weil die Menschen glauben, sich gewissermaßen aufsparen, schonen zu können.
Während die hohe Kultur sich daran zeigt, daß es den Menschen keineswegs an Bereitschaft fehlt, jederzeit zu sterben. Ja, das Sterben gibt sogar eine gewisse Befriedigung, weil sich darin zeigt, daß Gottes Idee erfüllt ist, das Leben verdienstlich war.