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Mittwoch, 20. Juli 2022

Was aber ist es wirklich - das Geld? (2)

Angst, nicht zum Ganzen zu gehören, Angst dem Markt nicht beitreten zu können - das ist also die wahre Ursche der Geldangst die zur Vergötzung des Geldes führt - Leider ist das wahre Wesen des Wuchers und der Zinsnahme nicht wirklich oder zumindst sehr mangelhaft verstanden. Nicht dieser Selbstzweck ist seine Sündhaftigkeit, sondern ein reales moralisches Faktum, wir hben bereits darüber berichtet. Und das ist mit "Schmarotzerdasein" ebenfalls ur ungenügend beschrieben. 

Der Zinsnehmer ist unmenschlich und wider die Natur, weil er eine Logik anwendet (den mathematischen ZIns), wie er in der Lebensrealität des Schuldners nicht vorkommt. Im christentum kam dann dazu, daß es nur zwei Schuldenformen gibt, die gerechtferitigt (und nicht schon Kind der Sünde ist) sind, und deren erste, die Not, würde eigentlich das Geschenk erfordern, die Gabe des Geldbesitzers, um zu helfen 

Die andere, die sinnvolle Investition, in eine Erweiterung des individuellen Handelns aus bestimmten sinnvollen Gründen heraus, verlangte vom Geldleiher wiederum eine Risikobeteiligung, weil das Leben immer riskant ist. 
Das aber berücksichtigt der Zins nicht. Und deshalb ist er unmoralisch und schwer sündhaft, weil er somit IMMER und UNWEIGERLICH in eine Versklavung des Kreditnehmers führt, der mit der Zeit ruiniert wird. Denn die Natur ist NICHT (wesenhaft) mathematisch. Galileo et al. haben sich geirrt.

Dienstag, 19. Juli 2022

Was aber ist es wirklich - das Geld? (1)

Bei Karl-Heinz Brodbeck ist der VdZ endlich fündig(er) geworden. Denn er befaßot sich damit, WAS DENN GELD SEI. An diesem Punkt können wir deshalb schon einen Versuch starten, einige Gedanken zusammenführen. 

Brodbeck sagt dabei, daß Geld eine Denkform ist. Der VdZ glaubt, daß man aber noch einen Schritt tiefer gehen muß - denn Geld IST nicht einfach eine Denkgestalt! Sondern ALS Genkdgestalt gewordne, aber aus einer realen Kategorie.

Die sich (so wie das "Ich") allmählich - und zwar notwendig, über die menschliche Gefallenheit, die nachudn nach das "unschuldige Ganze" der Menschheit aufzulösen begonnen hat - gebildet hat. Das dann als "werten, gelten, gültig sein" den ursprünglich und in sich rein geistigen, zwischenmenschlichen Wert der "Leistung in der Welt" (Bedeutung, Wichtigkeit usw.) als Moment der Persönlichkeit meint. 

Donnerstag, 3. Februar 2022

Subsidiarität als Lebensgesetz (1)

Es geht in der Entwicklung des abstrakten Denkens, dem "Produkte" wie das Denken des "Ich" entstammen, also von Begriffen, die es nicht konkret "gibt", weil es "etwas" nur konkret gibt, als dies und das an jenem und diesem Ort, also in jenen und diesen Beziehungen, die sich auf eine Art ausbiilden, die wir dann "Raum" (als Beziehungsfeld) nennen, somit also Begriffe (="Dinge"), die konkrete (und so erst reale) Dinge über eigenschaftliche Gemeinsamkeiten zusammenfassen, damit ein "Wesen" erkennbar machen, das im konkreten je nach Beziehungsbedingungen zur Realität kommt,

es geht also in der Entwicklung des abstrakten Denkens nicht um eine "Erfindung". Etwas wie "Erfindung", also das Schaffen von Etwas EX NIHILO, gibt es ohnehin nicht. Wie das Wort selber sagt, ist es ein Finden, ein Bergen von Vorhandenem, das bestenfalls in einen neuen Zusammenhang gestellt wird, der sich aber wieder in der Realität findet.

Vielmehr geht es um ein immer weiteres Annähern an das Wirkliche.

Montag, 14. September 2020

Erinnern, was Recht ist

Für die naturrechtliche Auffassung [...] wurzelt das Recht in einer allgemeinverbindlichen Idee, in der Rechtsidee. Echtes Recht ist nur jene Ordnung, die auf dieser Idee fußt, sich von ihr herleitet. Recht ist, was im Sinnbereich der Rechtsidee liegt. Da nun aber ihr Geltungsbereich die ganze Menschheit umfaßt, reicht das Recht über den Staat hinaus. Daher kann der Staat, aber auch die Weltmacht nur für Recht erklären, was letztlich den allgemeinen Zielen der Menschheit dient." (Johannes Messner)

Nie geht es dabei um "subjektive Zwecke des Wollens", sondern um die "objektiven Zwecke der Natur". Angesichts der zentralen Bedeutung der existentiellen Zwecke des Menschen seien sie kurz umschrieben: 
  • Die Selbsterhaltung, einschließlich der Ausbildung der Fähigkeiten zur Verbesserung seiner Lebensbedingungen sowie der Vorsorge für seine wirtschaftliche Wohlfahrt durch Sicherung des notwendigen Eigentums oder Einkommens; 
  • die Ausweitung der Erfahrung, des Wissens und der Aufnahmefähigkeit für die Werte des Schönen; 
  • die Fortpflanzung durch Paarung und die Erziehung der daraus entspringenden Kinder; 
  • die wohlwollende Anteilnahme an der geistigen und materiellen Wohlfahrt der Mitmenschen als gleichwertiger menschlicher Wesen; 
  • gesellschaftliche Verbindung zwecks Förderung des allgemeinen Nutzens, der vor allem in der Sicherung von Frieden und Ordnung, in der Ermöglichung der materiellen und kulturellen Wohlfahrt der Gemeinschaft sowie in der Förderung der Kenntnis und Beherrschung der Kräfte der Natur und der Gesellschaft für diesen eben erwähnten Zweck besteht; 
  • die Kenntnis und Verehrung des Schöpfers und die endgültige Erfüllung des menschlichen Seins in der Vereinigung mit ihm" (Johannes Messner)

Ein Verhalten des Menschen nach diesen objektiven Zwecken, auf die seine eigene Existenz ausgerichtet erscheint, ist sittlich und natürlich zugleich:
"Damit gelangen wir zum Ergebnis, daß die Forderungen der Sittlichkeit nichts anderes sind als die Forderungen der Wirklichkeit selbst, mit anderen Worten, daß das Sein und das Gute vertauschbar sind (ens et bonum convertuntur)" (ebd.)
Ivo Höllhuber faßt in seinen "Prolegomena zu einer pneumatischen Anthropologie" die Grundsätze dessen zusammen, was wir mit "Recht" bezeichnen können. Und das aus dem Blickwinkel des Christentums einzig zulässigen weil relevanten, damit sittlichen Basis, dem Naturrecht, in unvereinbarem Gegensatz zur Philosophie des Rechtspositivismus steht. 

Der davon ausgeht, daß das Recht kein Fundament in einem objektiven Wesen der Welt und des Menschen, sondern lediglich in seiner momentanen Verfaßtheit hat. Also historisch in vollem Umfang (sic!) relativ und beliebig veränderbar und damit von der Obrigkeit nach augenblicklichem Gutdünken als Gesetz auflegbar und festlegbar ist. 
Ein Staat aber, der gegen diese Grundsätze, wie sie oben angerissen sind, verstößt, ja der die Freiheit zu solchen Verstößen gar zum Grundsatz erhebt, ist ein Unrechtsstaat, dem somit auch kein Gehorsam geschuldet ist.
Ebenso geht aus diesen oben angerissenen Grundsätzen hervor, daß es eine Hierarchie der Ebenen der menschlichen Wirklichkeit und der Sittlichkeit als oberster Maxime der Menschwerdung selbst gibt. In der - sieh da! - eine öffentliche Gesundheitsverantwortung (zumindest in direkter und vorberangter Form) eine untergeordnete Rolle spielt: 

Weder gibt es ein Recht auf noch eine Pflicht zur Gesundheit. Die Freiheit ist weit höher zu bewerten, weit grundsätzlicher, und darf deshalb nicht zugunsten der Gesundheit (was immer das noch dazu ist!) eingeschränkt werden. 
Die Sittlichkeit des Lebens (und damit einer Gesellschaft in all ihren Formen) erfüllt sich in anderen Bereichen! Denen die Gesundheit bestenfalls dienen kann. Denen zuliebe aber auch die Gesundheit das geringere Gut ist, das zugunsten höherer Ziele durchaus riskiert oder sogar bewußt (wenn natürlich auch nicht leichtfertig bzw. unnötig) vergeben werden kann. 
Noch einmal: Es sind andere "Werte" des menschlichen Daseins deutlich höher zu bewerten, und dürfen niemals wegen eines geringeren Grundsatzes beschädigt werden.



*050920*

Donnerstag, 7. Mai 2020

Warum etwas warm ist

(Ein erstes Ans-Licht-holen als erster Versuch.) Es gibt nur eine Quelle von Wärme, und das ist das Feuer. Wie in der Sonne, und wie man annimmt: in der Erde, wie in jedem Himmelskörper. Darauf schließt man aus der Tatsache, daß man je tiefer man bohrt, es umso wärmer wird. Wobei nicht übersehen werden sollte, daß die Menschheit noch nie tiefer gebohrt hat als rund 13.000 Meter. Im Verhältnis zum Durchmesser der Erde lächerlich wenig. Der zweite Grund, warum man darauf schließt, ist die heiße Magma, die bei Vulkanen austritt. Das sei nur vorausgeschickt.

Was ist aber beobachtbar? Daß sich alles erwärmt, was der Sonne ausgesetzt ist. Die Sonnenstrahlung, also das Licht, wird in zwei gleichzeitig auftretenden Phänomenen klassifiziert. Licht ist einerseits eine Welle, anderseits ein Massentransport. Was es ist, weiß man nicht, Lichtstrahlen weisen beide Eigenschaften auf, je nachdem, wie man sie ansieht beziehungsweise mißt.

Nächste Voraussetzung ist, daß man seit Newton als Naturkonstante eine "Gravitation" annimmt. Das heißt, daß man eine Anziehungskraft der Masse annimmt. Die sich freilich nicht bestätigt. Zwar ist ein Zueinander von Körpern beobachtbar, aber das kann mit Masse (als Ursprungs-Qualität, also erstursächlich) nichts zu tun haben.

Die Quantenphysik zeigt, daß es so etwas wie eine "Masse", also eine "Materie", gar nicht gibt. Alles löst sich in Bewegung, in energetische Felder auf, und das nur, wenn und so weit und so lange es in Beziehung steht. Dann ist es als "etwas" erkennbar und definierbar.

Es gibt kein "Atom" als Urmasse, als etwas, das "ein Ding" ist. Es ist ein Ort, nicht mehr. Es ist ein Energieschwingen, als wesenhaftes Zueinander von Orten, die in diesem Zueinander in Bewegung stehen, sich verhalten, und insofern Energiezustände haben. 

Der VdZ glaubt (und es ist ein Glaube weil eine Prämisse) deshalb nicht an eine "Gravitation", von der kein Wissenschaftler noch je sagen konnte, was sie sein soll, denn jene "Materie", die anziehen solle, gibt es gar nicht, Materie ist im letzten keine Materie. Es ist ein Zueinander von Gestalten, ja, und insofern "allgemeines Gesetz", als meist zu beobachtendes Verhalten von Dingen, das zu bestimmten Eigenschaften in Beziehung steht, aber keine Naturkonstante, die mechanistisch über allem liegt. Und geht man nach dem Astrophysiker Unzicker, so lassen sich im Weltall genügend Phänomene beobachten, die der Gravitationstheorie widersprechen. Vorausgesetzt, man nimmt sie nicht als Erkenntnis-Prae-Formierende (Postulat) des Beobachters an. Denn man sieht ja nur, was man "sehen will", und kann, da muß man nicht erst Kant bemühen. Der Dumme sieht auch in den gescheitesten Büchern oder Aussagen buchstäblich "nichts".

Licht hat die Eigenschaft, den Gegenstand, den es bescheint, in Schwingungen zu versetzen. Damit wird das Eigensein eines Dings, eines Stoffes aktiviert. Licht. Erkenntnis. Wahrheit. Wo kein Licht hinkommt, dort ist es kalt. Die Pole zeigen es genau so, wie die Tiefen der Meere. Wäre die Erdoberfläche wirklich warm, dann wäre es in den tiefen Ozeanen auch warm. Aber - es wird kälter, je ferner die Wasser dem Licht sind, je tiefer man mißt. Bis zum für Wasser überhaupt möglichen Punkt, es würde sonst in Eis erstarren. Wir wissen, das Wasser sich nicht so verhält. Es geht nicht unter vier Grad Celsius, schließt man es vom Licht aus.

Deshalb ist es im Weltall sehr sehr kalt. Warum? Dort würden doch auch die Strahlen der Sonne herumfleuchen und -kreuchen? Eben. Das Licht ist nicht aus sich heraus "warm". Warm ist nur ein Gegenstand, der beschienen wird. Lichtstrahlen an sich sind nie "warm". Warm ist nur ein Gegenstand, der je nachdem in welchen Bereichen von Licht beschienen wird, und damit zu schwingen beginnt. In Eigenfrequenz. Im Maß seines Eigenkönnens. Im Maß seines Eigen-Sein-Wollens. 

Im Fall des "Laser" etwa, weil er von besonders viel Licht (weil gebündelt) beschienen wird. Gegen seine naturgemäße Sendung. Darum zerstört der Laserstrahl auch. Wie beim Krebs, werden die Einzelteile in wesensfremde Schwingung versetzt. Denn Wesen hat mit Ort, also mit dem Insgesamt zu tun, in dem ein Ding (ein Molekül, was auch immer) steht.

Das bedeutet, daß durch die Sonne der Erde keine irgendwie material zu nennende "Energie" zugeführt wird. Sondern das Licht regt die Eigenenergie der Erde an, um sich dann - bestenfalls - der mitgeführten Masse zu bedienen. Damit ist auch klar, daß die Energiesumme der Erde immer GLEICH bleiben muß. (Das entspricht auch dem zweiten thermodynamischen Grundgesetz.) Nur, wenn die innere (geistige) Potenz der Erde steigt (Mensch), vermag er - via vertikale Aufsplitterung, weg von der Materie, hin zum nicht materialen Geist - die Gesamtmanövriermasse der Erde erhöhen. Ohne daß sich deren "Materiegewicht" erhöht. Das einzige, was sich ändert, ist ihr Energieverhalten. Verhalten, nicht "Verbrauch". (Denn Energie ist immer nur Umwandlung der einen Form in eine andere Form von Energie.)



Montag, 23. März 2020

Nichts kann ohne Beziehung begriffen werden

Der kürzlich verstorbene, weltweit bekannte Physiker Freeman Dyson - Gott hab ihn selig - formuliert in diesem Gespräch einen bedeutenden Satz: Man kann die Atmosphäre nicht verstehen ohne daß man sie in Zusammenhang mit der Vegetation begreift. Denn die Interaktion ist für den Zustand beider ausschlaggebend.

Dieses Prinzip läßt sich auf sämtliche Gegenstände der Naturwissenschaft erweitern. Es außer acht gelassen zu haben ist der wohl schwerste Fehler, den die Entwicklung der Wissenschaft begangen hat. Die es sich heute mehr denn je zum Grundsatz gemacht hat, die Dinge FÜR SICH zu stellen, und unabhängig von ihrem Ort, ihren Beziehungen zu allem, das sie umgibt und in ein Ganzes einbettet, zu sehen.

Alles "das etwas ist", alles, das Sein hat, also am Sein teilhat, fällt unter dieses Prinzip. Daß es in ein Beziehungsfeld gestellt ist, und erst zu sich selbst wird, weil und inwieweit es auf alles reagiert und mit diesem interagiert, das es betrifft. Naturwissenschaft muß deshalb von diesen Gesamtfeldern ausgehen, die durch alle Schichten der Schöpfung hindurch bis hinein in die Welt des Geistes reicht. Ja, von dort ausgeht, weil von einer Idee ausgeht. Und nur insoweit überhaupt ist, als es sich auf diese Idee als sein Fundament transzendiert, das heißt, nicht introspektiv "auf sich" glotzt, sondern auf das, was es wahrnimmt, reagiert und entfaltet. 

Das stimmt umso mehr, als jedes Seiende, alles was etwas ist, nur auf das reagiert, das heißt bei sinnlichen Lebewesen nur das sinnlich aufnimmt, das seinem Wesen entspricht. Insofern hat also jedes Wesen, ob lebendig oder nicht lebendig, "seine Welt". Die sich beim Menschen als dem Ebenbild Gottes eben auf die gesamte Schöpfung bezieht. Das ist es, was diese Schöpfung tatsächlich zu "seiner Welt" macht, weil sie seinem Maß angepaßt ist. Nichts also in der Natur, nichts in der Schöpfung, das sich nicht im Menschen befindet.* Deshalb kann der Mensch die Welt erkennen, weil er an der Grammatik Gottes teilhaben kann.







*Goethe bringt das in dem bekannten Satz zum Ausdruck: "Wäre das Auge nicht sonnenhaft, so würde es die Sonne nicht sehen."




*090320*

Dienstag, 12. November 2019

Sonne, Luft, Boden und Biosphäre (3)

Teil 3) Nicht irgendein abstrakter, über allem schwebender Klimawandel 
ruiniert unsere Lebenswelt.
Es sind die konkreten Maßnahmen, die wir "dagegen" unternehmen.


Ein ähnlicher Wahnsinn spielt sich mit der angeblich klimaschützenden Bauweise ab, im besonderen mit dem Wahnsinn der nachträglichen Außendämmungen der Hauswände. Auch hier wird Sonnenenergie beziehungsweise Wärme von Speichermedien auf kürzestfristige Lufterhitzungs- und -austrocknungsmechanismen umgeleitet. Speziell Hochhäuser wirken dadurch wie Heizkörperradiatoren, die gewaltige Luftwalzen auslösen, die sogar die Staubbelastung erhöhen. Trockene, also wasserarme Luft wiederum läßt außerdem den Sonnenschein leichter durch.

Zu dem allen stelle man sich dann noch Windräder vor, die der Luft kinetische Energie entziehen (um sie an anderem Ort über Arbeit in Wärme umzuwandeln), Winde (damit deren Kühlwirkungen auch für Ortschaften und Städte) verlangsamen, und damit die Böden im Sommer weiter austrocknen und erhitzen, weil der Biosphäre weniger Verdunstungswärme entzogen wird. Alle diese Wirkungen sind über Weigl hinaus längst belegt und nachgewiesen! Natürlichste Vorgänge bei Pflanzen und Tieren werden damit irritiert.

Schon damit ist die meßbare Erwärmung der Städte erklärbar, die vom bautechnischen Unfug, der sogar per Gesetz vorgeschrieben und durch gigantische Geldumleitung (wieder: Umverteilung von Wohlstand zu Verbrauch, der einer Wohlstandsvernichtung gleichkommt) gefördert und finanziert. Von den sozialen Wirkungen (Umverteilung von unten nach oben) wollen wir gar nicht erst anfangen, denn die Kosten für diesen Wahnsinn trägt natürlich die einfache Bevölkerung. Im derzeit geplanten Ausbau ist hier die Rede von sechshundert (600!) Milliarden Euro, nur in den nächsten Jahren. Und der Witz dabei: Diese Geldumverteilung muß laufend aufrechterhalten bleiben. Denn alle diese Prozesse sind noch dazu extrem ineffizient, ja man muß es beim Namen nennen: Unfaßliche Verschwendung.

Diese Umverteilung ist deshalb nur eine weitere Emanation desselben Wahnsinns, der Methode und Prinzip unserer Politik und der öffentlichen Meinungen geworden ist. Sie lenkt die Fähigkeit zu produktiver Arbeit auf Prozesse um, die niemand je von sich aus gewählt hätte, die verordnet und erzwungen werden, und die die Wirtschaft auf Bereiche umsteuern, die von jeder Wirklichkeit, von jeder Interaktion mit Markt und Nachfrage autistisch abschließt und nur noch politischen Anordnungen folgt. Das ist der sicherste Weg, um wirkliche, entscheidende Innovationen zu erwürgen.

Während gleichzeitig politisch opportune Produkte hergestellt werden, die ohne Politik niemand nachfragen würde. Und die enormen Nebenwirkungen auch auf biosphärische Vorgänge und Tatsachen haben, an die offenbar noch nie jemand gedacht hat. Stattdessen haben wir uns von zahlreichen Schlagworten benebelt in einen Wahn begeben, der allen Ernstes Sätze wie "Die Sonne schickt keine Rechnung" oder "Wind weht immer irgendwo" oder "Erneuerbare Energie" für bare Münze nimmt. In Wahrheit treten wir in Konkurrenz mit aktuellen, immer gegenwärtigen Biosphärenvorgängen. Während die Verwendung fossiler Brennstoffe nur untätige, "alte", vergangene Energiespeicher verzehrt. Die noch dazu über Verbrennung wieder Wasser freisetzen, also die Luft befeuchten, und CO2 lösen, das wiederum den Pflanzen zugute kommt.

Erneuerbare Energie? Man muß es eher "Energiediebstahl" nennen, denn wir entziehen diese Energie den Lebensvorgängen auf der Erde, indem wir sie umlenken und riesige Mengen noch dazu vergeuden. Rechnet man alle diese Energiemengen zusammen, kommt man auf derartig gigantische Mengen, daß es gar nicht anders sein kann, als daß wir damit auch tiefgreifende Veränderungen auslösen - und diesmal ist es tatsächlich ein "Klimawandel" in dem Sinn, wie er als Schlagwort verwendet wird.

Dipl.-Ingenieur Jürgen A. Weigl zeigt mit seiner Studie über "Nebenwirkungen der Energiewende" ungemein detailreich und durch Berechnungen, Beispiele und Bilder belegt, daß es einen völlig anderen Zugang zum Thema braucht, das ist das wichtigste Resultat aus seiner Arbeit. Es braucht nicht die großen Gesetze und Verordnungen und Regelungen, sondern das genaue Hinsehen. Die Einzeleffekte mögen uns klein erscheinen, aber in Summe und im Zusammenwirken aller Effekte sind sie verheerend.

Und zwar bei uns, in unseren Klein- und Kleinsträumen, in unseren Ländern! Denn eine Klimakatastrophe in globalem Ausmaß, wie sie behauptet wurde und wird, hat es nie gegeben und wird es in dieser behaupteten Form nie geben. Allen Vorhersagen und Analysen liegt der Fehler zugrunde, daß sie über statistische (dabei noch dazu irrelevante) Analysen AUF DER GRUNDLAGE REGIONALER DATEN (die es in weiten Teilen der Erde nicht einmal gibt, die also west-lastig ist, wo es also diese Energiewenden bereits gibt) ohne die wahren Energieverhältnisse zu berücksichtigen, oder auch nur zu kennen. 

Ja, der Mensch hat Einfluß auf seine umgebende Luft, auf sein umgebendes Kleinklima, das weiter wirkt, irgendwann auch ins Große hinein, weil Kleinklimaräume mit den nächst größeren reagieren, und so weiter, gewiß. Aber dennoch muß dieser Einfluß eher wie ein Dialog mit dem Wetter gesehen werden muß.

Die von DI Jürgen Weigl aufgezeigte Katastrophe, auf die wir zusteuern, wird deshalb vorwiegend UNSERE Lebensumwelt (und unseren Wohlstand) zerstören. Auswirkungen auf die Welt hat es bestenfalls über Kettenwirkungen, über Reaktionen auf das bei uns (sic!) veränderte Kleinklima. Und hat es über weitere Globalisierung, die jeweils (sic!) lokale Veränderungen bewirken. Aber wie weit hier Wechselwirkungen bestehen, daß man von "Globalklima" sprechen könnte, ist auch der besten Wissenschaft weitgehend unbekannt. Die wirkliche Macht und Stärke und Größe von Vorgängen, die weit gewaltiger sind, als wir es uns vorstellen können, kennen wir nicht.

Alles, was unter dem Stichwort "Energiewende" summiert wird, ist aber im Wesentlichen nicht nur sinnlos, sondern absolut kontraproduktiv. Es wird das, wogegen es wirken soll, erst selbst auslösen und bewirken, und hat es bereits bewirkt. Und zwar bei uns, in unserem unmittelbaren Lebensumfeld. Wir müssen nur die Augen aufmachen. Auch der Zeitverlauf belegt, daß viele der beobachtbaren Veränderungen mit dem Beginn der Ökogesetze, mit dem Beginn der Energiewende korrelieren. Die Energiewende hat also seit je schwerste Schädigungen ausgelöst, nicht bekämpft. Und sie wird das in dem Maß weiter tun, in dem sie weiter durchgesetzt wird.

Wer den heutigen Wahnsinn kennt, wird zu der entmutigenden Einsicht kommen, daß das die Folge haben wird, daß der hysterische, irrationale, unüberlegte und unvernünftige Schrei nach Kampf gegen den Klimawandel weiter verstärkt werden wird, sodaß diese Maßnahmen weiter intensiviert werden, und DAMIT die Klimaschädigungen verstärken, die angeblich bekämpft werden. In Wirklichkeit müssen, wollen wir eine wirkliche Katastrophe vermeiden, auch viele Anlagen zurückgebaut werden. Bleibt der Plan der Energiewende aufrecht, verwüsten wir buchstäblich unsere, ja sämtliche, Lebensgrundlagen in unseren Ländern. Und zwar auf allen Ebenen.

Wir werden am Weltklima DIREKT nichts ändern, das können wir gar nicht. Auch, weil es ein solches "Weltklima" gar nicht gibt, das adressierbar wäre. Adressierbar ist aber das, was im Ganzen betrachtet Weltklima überhaupt ist - Klein- und Kleinsträume, die ganz reale Lebenspraxis unserer unmittelbaren Umgebung. Dort wird gesündigt, und zwar im buchstäblichen Sinn des Wortes. Dort wird an der Welt verbrochen. Nicht "auch", sondern ausschließlich. Deshalb sind "Klimaschutzmaßnahmen" sinnlos, wenn sie nicht sittlich-moralische, religiöse Umkehr der Menschen bedeutet, die sich den anliegendsten, engsten Dingen aufmerksam widmen. Sodaß wir der Welt um uns (sic!) mit Ehrfurcht und Dankbarkeit begegnen, sodaß wir sie zum Lobpreis Gottes führen und gestalten, und somit unser Handeln von der Gier des "möglichst viel mit möglichst wenig Mühe" auf das Prinzip der ehrfürchtigen Sparsamkeit und Liebe zur uns unmittelbar umgebenden Welt umstellen.

All die nationalen und internationalen Gesetze, all die globalen Aufrufe sind vollkommen verfehlt. Sie sind sogar gefährlich, weil sie einer Selbsttäuschung gleichkommen, die wir schon deshalb nicht erkennen wollen und können, weil sie Ursachen und Wirkungen weiter auseinanderreißen. Nur in der Rückbesinnung auf das einzelne Gewissen, in einer neuen Zuwendung zu unserer Mitwelt als dem eigentlichen Ort, an dem unser Handeln und vor allem unsere Vernunft gebraucht wird, kann das "Klima", in dem wir leben, dem Sinn der Schöpfung entsprechen. Und dann wird es auch stabil sein, denn die Erde ist in unglaublich fein abgestimmten Prozessen geschaffen, gegen deren Prinzipien wir auf Dauer nicht verstoßen können, ohne daß wir die verheerenden Folgen davon spüren. Wir brauchen deshalb keinen "Klimakampf". Wir brauchen einen Kampf um Liebe, Schönheit und Wahrheit. Dann, auf der Grundlage dieser Sittlichkeit, werden wir auch sachgerecht leben.





Montag, 11. November 2019

Sonne, Luft, Boden und Biosphäre (2)

Teil 2) Wir können keine Energie "erzeugen".
Wir können nur bestehende Energieflüsse speichern - und neu verteilen.


 
Weil Energie lediglich das Potential für Arbeit ist, und Arbeit immer in Wärme übergeht, wirkt sich unser Tun über Temperaturen aus. Weil zugleich und damit das Hauptkühlmittel der Erde, Wasser in flüssiger oder gasiger Form, in großem Stil so umgelenkt wird, daß die Temperaturvorgänge von ihren natürlichen Wechselwirkungen mit Wasser getrennt werden, haben wir es gleichzeitig mit einem Austrocknungsprozeß zu tun, der die gesamte Lebenssphäre schädigt, ja das Potential hat, sie auszulöschen. Was sich durch zahlreiche Phänomene von jedermann erkennen läßt.

Wir gehen einer von uns selbst über die "Energiewende" bewirkten Verwüstung unserer Landschaften entgegen, trocknen unsere Luft aus beziehungsweise entziehen ihr das Wasser, das die Biosphäre braucht, verlagern dieses Wasser stattdessen in ferne Gebiete oder tiefere Erdräume, und erhöhen direkt unsere Umgebungstemperaturen. Gleichzeitig wird durch dieselben Vorgänge die Temperatur der Luft verändert, und zwar gar nicht in ihrem statistischen Mittel, sondern in ihrer konkreten Verteilung. Sommer werden kürzer und heißer, Winter länger und kälter, Tage trockener und heißer, Nächte kühler und trockener.

Weigl hat sich seinem Tätigkeits- und Erfahrungsbereich gemäß mit den meisten Formen der "nachhaltigen Energiegewinnung" auseinandergesetzt, im besonderen mit der Wirkung von Solaranlagen, Wärmepumpen (Austauschverfahren), Bauweisen und Wirkungen der Bebauung. Bei ihnen allen weist er nach, daß sie direkt und für jeden nachvollzieh- und beobachtbar klimatische Kleinräume umkippen lassen, und im Zusammenspiel über das Ausgleichsverhalten angrenzender Klimaräume insgesamt und aufsteigend das Potential für große Klimakatastrophen haben. Sie erhitzen die Luft, wie Solaranlagen, die wie riesige Konvektionsheizkörper wirken und mit der Biosphäre um die Sonneneinstrahlung konkurrieren, die der einzige Energielieferant für die Erde überhaupt ist (sieht man vom Erdinneren ab). 

Der schwerste Fehler ist die Verlagerung dessen, was überhaupt Wohlstand bedeutet: Wohlstand, so definiert ihn Weigl äußerst geschickt, ist nämlich die Fähigkeit, Energie zu speichern. Das heißt, daß Wohlstand zu allen Zeiten und in allen Bereichen von dem Vermögen (man achte auf das Wort selbst) gekennzeichnet ist, zeitversetzt Arbeit (und damit Wärme) abzurufen. Wir machen aber das genaue Gegenteil, weshalb die Energiewende ganz klar als Wohlstandsvernichtung erkennbar wird: Wir verlagern Energie von mittel- und langzeitigen Speichern auf kurz- und kürzestfristige (aktuelle) Umverteilungsmechanismen. Das wirkt sich direkt auf unser Verhalten aus, das von einem überlegten, distanzierten Überlegen auf ein mechanisiertes, angepaßtes Nachlaufen wechselt, das außerdem für die gesamte Biosphäre (Pflanzen, Tiere, Mensch) vor allem Streßerhöhung bedeutet.

Alles, was in der Lage ist und war, Energie zu speichern oder gespeicherte Energie der Vergangenheit abzurufen, wird heute eliminiert und sogar zum Feind erklärt. Unter anderem, weil angeblich die Verbrennungsprozesse (die wiederum lediglich Umwandlungsprozesse sind) über das CO2 unser Klima schädigen. Verglichen mit den direkten Folgen, die dieses Handeln hat, ist die Wirkung von CO2 aber regelrecht lächerlich unbedeutend. 

Das alles läßt sich belegen, es läßt sich berechnen. Wirken im Einzelnen und für den Einzelnen die Effekte noch klein und unbedeutend, so sind sie es zum einen selbst in kleinstem Umfang nicht, das ist eine Täuschung, sondern kumulieren sich im großen Ganzen zu gigantischen Energiemengen. Die zu großen Teilen direkt zur Beheizung der Luft (Atmosphäre) umgelenkt werden.

Allein die Energieumverteilung, die durch unsere Straßennetze erfolgt - und eine Umstellung auf E-Mobilität würde daran nicht das geringste ändern, von den Folgewirkungen der E-Mobilität soll hier noch gar nicht geredet werden - ist (nachrechenbar!) bei weitem größer als alles, was wir an allfälliger Erwärmung der CO2-Moleküle durch Verbrennung bewirken. Einfallende Sonnenstrahlung (die, so nebenbei, durch Luftentfeuchtung noch deutlich gesteigert wird) wird in hohem Maß reflektiert, nicht im Boden gespeichert (sodaß das Ausgleichsverhalten zur Nacht fehlt), sondern während des Tages temperaturerhöhend wirkt. 

Alleine die Abkühlung der Luft, die durch Wärmetauschsysteme (Wärmepumpen, Klimaanlagen) eine Dimension erreicht hat, die (statisch betrachtet, also ohne Luftströmungen) eine Luftschichte mit einer Höhe von acht Metern über unsere Länder legt, die um fünf Grad kühler ist als die Umgebungsluft. Und wasserärmer! Das auf diese Weise der Luft entzogene Wasser entspricht derselben Menge, die wir als Trinkwasser verwenden. Denkt man nun noch andere Faktoren dazu - Wasserentzug durch Umlenkung des Tauwassers - so kommt man heute schon auf jene Wassermenge, die dem Wasserbedarf der gesamten Biosphäre (also mit Klein- und Kleinstlebewesen in und auf dem Boden, Insekten und Vögel) entspricht. Dieses Wasser fehlt der Luft, wird stattdessen über Kanäle, Bäche und Flüsse in die Meere geleitet, und verdunstet damit an ganz anderer Stelle.

Morgen Teil 3) Nicht irgendein abstrakter, über allem schwebender Klimawandel 
ruiniert unsere Lebenswelt.
Es sind die konkreten Maßnahmen, die wir "dagegen" unternehmen.




Sonntag, 10. November 2019

Sonne, Luft, Boden und Biosphäre (1)

Über die Wirkungslosigkeit der sogenannten "Klimaschutzmaßnahmen" wurde schon viel gesagt und geschrieben. Wir haben auch an dieser Stelle hinlänglich davon berichtet. In seiner Studie "Energiewende - Nebenwirkungen auf Klima und Umwelt" geht der Grazer "Energiedetektiv" DI Jürgen A. Weigl aber weit darüber hinaus. Die Energiewende als der eigentliche Träger der Klimaschutzmaßnahmen ist nicht nur lächerlich wirkungslos und absurd, sondern sie ist weit mehr: Sie schädigt unsere Umwelt so schwer, daß man davon sprechen muß, daß der angebliche Kampf gegen den globalen Klimawandel durch menschengemachtes CO2 jene Klimakatastrophe heraufbeschwört und direkt bewirkt, die zu bekämpfen sie angeblich antritt. 

Die Studie ist so umfangreich und voller Details, daß es kaum möglich ist, alle Belege und Beweise für die aufgestellten Thesen hier zu bringen. Wir wollen also lediglich versuchen, einige der Grundzüge festzuhalten. Denn sie geht von einer sehr eigenen Sichtweise aus, die aber so überzeugend scheint, daß wir uns den eindringlichen Warnungen Weigls anschließen. Wir sind dabei, unsere Landschaften, unsere Umwelt so schwer zu schädigen, daß wir einer wirklichen Katastrophe entgegenehen, die diesmal wirklich hausgemacht ist.

Entscheidend ist der Grundansatz, der den Grazer Energiefachmann überhaupt erst auf die Spur brachte. Der selber noch vor wenigen Jahren, und über Jahrzehnte hinweg, dem Fehler aufgesessen ist, von großen Theorien über Energie und Weltklima auszugehen. Aber diese Metabetrachtungsweise hat davon abgelenkt das Entscheidende zu sehen, und hat auch sein Handeln zu einem reinen Symbolhandeln, zu einem Ersatzhandeln gemacht. Die Wirklichkeit läßt sich erst erfassen, wenn man beginnt, auf die augenfälligen Details zu achten. Dann sieht man plötzlich, daß das Thema keineswegs abstrakt und fern jeder Wahrnehmung steht, sodaß nur berufene Hierophanten und Eingeweihte davon sprechen können. Das Gegenteil ist der Fall. Jeder ist in der Lage zu erkennen, wie sich unser Handeln auf das Klima auswirkt.

Denn dieses beginnt in den Klein- und Kleinsträumen! Was sich dann als Wetter zeigt, ist nichts als das physikalischen Gesetzen folgende beziehungsweise in diesen nachvollziehbare Ausgleichsverhalten zwischen den Energiezuständen der großen Einflußfaktoren: Sonne - Luft - Boden - Biosphäre. Es gibt erdrückende Indizien die belegen, daß die heute als Klimaschäden wahrnehmbaren Zustände direkte Folgen einerseits unseres unsittlichen, von Gier und Lust gesteuerten, brutalen Verhaltens der Welt gegenüber sind, und anderseits durch die Maßnahmen, die gesetzt und uns aufgezwungen werden ganz schwerwiegende Folgen für das haben, was wir als Klima bezeichnen.

Die Verschiebung der Diskussion in große globale Verhältnisse ist lediglich Symptom der Zeit, die alle Probleme weit von sich schiebt, und den Kontakt mit der unmittelbaren Lebenswelt immer mehr verloren hat. Sodaß der heutige Bürger sich einem seelischen Zustand annähert, der dem des Autisten frappierend ähnlich ist. Wir stehen in unserer Wahrnehmung nicht mehr in Dialog mit der Wirklichkeit, sondern mit einem ominösen Bild von der Welt, das uns ermöglicht, "gut" zu handeln, ohne uns dabei wirklich mit der Welt und ihrer Wirklichkeit zu befassen. Solchermaßen entwurzelt, wird was wir tun aber nicht nur sinnlos, sondern zur Wurzel einer Katastrophe, die nun Konturen annimmt. Und die diesmal wirklich menschengemacht ist.

Der Hauptfehler in allen Überlegungen, schreibt Weigl, ist, daß man Umverteilung von Energie mit Energieproduktion verwechselt. Denn wir können gar nichts "schaffen", schon gar keine Energie, sondern wenn wir "nachhaltige Stromproduktion" betreiben, lenken wir lediglich Energie von der Biosphäre, die das gesamte Leben bestimmt, in andere Bereiche um. Durch diese Umleitung für bestimmte Zwecke treten wir in direkte Konkurrenz mit der Biosphäre. Die Natur, die zu schützen wir angeblich antreten, wird genau durch diese Schutzmaßnahmen so schwer geschädigt, daß wir drauf und dran sind, bei Aufrechterhalten unseres Treibens unabsehbare Katastrophen auszulösen. Denn wir zerstören über die zerrissenen Nahrungs- und Lebensketten der Natur unsere eigenen Lebensgrundlagen. 

 Morgen Teil 2) Wir können keine Energie "erzeugen".
Wir können nur bestehende Energieflüsse speichern - und neu verteilen.



Mittwoch, 15. August 2018

Vom Brett im Meer (4)

Teil 4)




Nun fand der VdZ eine Nachricht auf Russia Today, die fast beiläufig auf ihn wirkte. Nicht durch die Überschrift, die war "groß": China hat nun einen Plan beschlossen, eine Fläche von 1,5 Millionen km² in Tibet (diese Fläche ist dreimal die Fläche Spaniens) mit solchen geo-engineering-Eingriffen zu Regenzonen auf Knopfdruck zu machen. Denn in dieser tibetischen Ebene entspringen fast alle großen Flüsse und Ströme Südostasiens, vom Mekong also bis zum Huang Ho, dem Gelben Fluß. Das heißt, daß dort abgeregnetes Wasser über diese Flußsysteme in die Ebenen gelangt. Damit will man die Fruchtbarkeit und damit die Lebensmittelversorgung, aber auch die Energieerzeugung an Flußkraftwerken steuern.

Dazu werden angeblich bis zu 50.000 kleinere Verbrennungseinheiten errichtet, die über diese Verbrennungsvorgänge (was verbrannt wird, wird nicht erwähnt) und die aufsteigende Luft auch Silberjodid in jene Luftschichten tragen, wo Regen entstehen kann. Angeblich hat man solche Vorgehensweisen bereits seit langem erprobt, und es würde "wie auf Knopfdruck" funktionieren. Ferner wird in dem Bericht erwähnt, daß China solche Eingriffe schon seit längerem über Großstädten anwendet, um dort, wenn der Smog zu groß wird, über den Regen die Luft wieder zu reinigen. 

Was an diesem Eingriff, der beschlossene Sache zu sein scheint, denn der Artikel spricht davon, daß das Projekt bis 2020 abgeschlossen und verwirklicht sein soll, so erschreckt nicht, daß man nun nicht mehr länger fackelt und es verwirklicht. Daß ein atheistisches Land wie China die Welt generell als Maschine, als bloß technisch-lineares Gefüge begreift, verwundet ja nicht weiter. Das ist ja das Wesen des Materialismus. Wo auch der Mensch keine absolute Würde hat, zu der Freiheit gehört, weil sich solche Würde nur in einer Gott-Ebenbildlichkeit des Menschen verankern läßt. Kein Gott - kein Mensch, auf diese einfache Formel könnte man es bringen. Der Mensch wird ebenfalls zur Dispositionsmasse, zum "naja, nun ist er halt mal da". 

Daß das in China in solchem Umfang verwirklicht ist, verwundert ebenfalls nicht. Denn der Konfuzianismus, der Land und Leute über Jahrtausende geprägt hat, ist ebenfalls ein per se atheistisches, auf jeden Fall rein pragmatisches System, wie Gesellschaft "funktioniert". Mit ein paar hübschen Einsprengseln, die als Relikte früherer Religiosität gesehen werden können (auch gewisse Religiosität gehört zum pragmatischen Ansatz des Konfuzianismus), und die ihn fast als "sehr humanes System" erscheinen lassen könnten. Wer würde nicht die Vorfahren und Eltern zu ehren als ziemlich weise bezeichnen?

Was an diesem Projekt aber erschreckt - neuerlich erschreckt, denn chinesische Projekte haben oft eine unfaßliche Dimension, man denke nur an den Dreischluchten-Staudamm am Yangtse, der eine Landschaft von der Fläche halb Europas ratzeputz eingespannt hat  - ist das auch aus der früheren Sowjetunion bekannte Gigantomanismus. Es ist die Größe des Projekts. 

Klar, selbst kleinere Projekte sind Unsinn. Sie sind Unsinn, weil die Folgen solcher Linearisierung von Teilen eines Großen - eines Brettes im Atlantik - nie absehbar sind. Das können sie gar nicht. Und genau so ist die wirkliche Größe selbst absehbar. Ausgebrachte Chemiewolken sind nicht einfach beschränkbar, sie können sich weit weit ausbreiten, Wetter in diesen Höhen rasch umschlagen, und alles Planen zunichte machen. Neben noch ganz anderen Einwänden, über die wir uns hier aber nicht auslassen wollen - sie sind nämlich auch Merkmal von Atheismus, aber das ist ein nächstes Thema.

Aber was China mit einem solchen Projekt auslösen wird, ist nicht absehbar. Es hat immerhin eine Größe, daß man nicht einmal abschätzen kann, wie weit die Wirkung reichen wird. Daß sie halb Asien umfaßt steht einmal schon fest. Wie weit das noch darüber hinaus reichen wird ist aber nicht wißbar. Auf jeden Fall scheint es groß genug zu sein, daß es über die angrenzenden Ganzheiten und Zonen bis weit nach Innerasien, und im Osten bis weit in den Pazifik hinein wirken wird. Und das kann einem denn doch Angst machen: Wie wird das Klima darauf reagieren, wenn ihm ein so großer Teil seiner Energie (die immer in Trägern, in Bewegung liegt) quasi entrissen und "zum Brett gemacht" wird? Darf man solche riesigen Projekte wirklich wagen angesichts eines Systems, das man nach wie vor nicht kennt, nicht versteht, und auch nie in rationalistischem Sinn verstehen wird? Ist das nicht ein neuer Turmbau zu Babel, der auf einem riesigen Block des Irrationalen sitzt?

Das alles ist also groß, und auch groß berichtet. Was mehr erschreckt, ist die beiläufige Information, daß wir nicht mehr länger darüber diskutieren müssen, OB geo-engineering stattfinden wird. Daß auch von allen möglichen Wichtigen nicht mehr so getan werden muß, als würde darüber "diskutiert". Sondern daß uns nun klar sein muß, DASZ es bereits längst stattfindet. Und zwar schon seit längerem. Eigenmächtig. Nur hat niemand darüber geredet.
Was aber endgültig Angst macht ist, daß diese Linearität, dieser Atheismus, der solchen Projekten zugrundeliegt, der ihnen wesentlich ist, in seiner Gesamtausrichtung zwangsläufig (!) fehlschlagen muß. Es mag sein, daß man fallweise Wasserprobleme behebt. Es ist aber sicher, daß man damit Wirkungen auslöst, die uns noch staunen lassen werden. Da können dann die fördergeldgeblähten Gurkenbäuche kräftig in der Schlagsahne ihrer Lügen fummeln, um neue Theorien über Klimawandel hervorzuzaubern. Wer in solche Dimensionen greift, wer solche Bretter ins Meer wirft, wer sich mit solchen komplexen Ganzheiten anlegt, der kann davon ausgehen, daß ein Tsunami losbricht, um dieses Brett zu brechen.





*250618*

Dienstag, 14. August 2018

Vom Brett im Meer (3)

Teil 3)




Menschliche Eingriffe in die Welt sind an und für sich in zwei Kategorien zu teilen. Die eine Kategorie ist die, Ganzem nur Ganzes gegenüberzustellen. Das heißt nicht linear einzugreifen, sondern mit allen Sinnen auf Ganzheiten zu hören, zu sehen, zu achten, und kein Ding gegen sein Wesen zu behandeln. Weder das Teil, das wir herstellen oder in Händen halten, noch das Ding, dem wir dieses Teil als Ganzheit dann zu- oder einfügen. 

Aber wir kommen auch nicht aus, ohne daß wir lineare Dinge verwenden. Maschinen. Technik. Dann aber sollten wir wenigstens darauf hören, ja müssen wir darauf hören, daß wir den Eingriff in die Ganzheit nur beschränkt vornehmen. Etwa wie die Müller früherer Zeiten, die nur dann das Wasser auf das Rad ihrer Mühle gelenkt haben, wenn Getreide angeliefert wurde. Die übrige Zeit stand die Mühle still. Das wurde bei uns so gehandhabt, das wurde bei den Griechen und ihren Windmühlen so gehandhabt.  Die Griechen sind deshalb erwähnt, weil ihnen noch voll bewußt war, daß menschliche Technik nur sehr begrenzte Zeit benutzt werden darf. Zu groß sind sonst ihre Veränderungen vor allem auf den Menschen, der sie bedient. Sie rauben ihm die ... Ganzheit, siehe oben. Denn der Bediener einer Maschine wird von dieser Linearität geformt. Wieder ein Beispiel: Ein Programmierer wird über kurz oder lang auch privat nur noch in "ja/nein"-Logik denken. Der Lehrer wird über kurz oder lang jedem gegenüber "belehrend" sein. 

Das muß alles auch so sein, denn so erfüllt sich ja letztlich der Sinn der Welt. Die ein unendlich komplexes Gefüge ist, das sich in sich erhält, weil alles aufeinander transzendiert (also sich in sein Tun am anderen hingibt), und so vom Tun, damit vom und am anderen geformt wird. Das funktioniert nur deshalb nicht, wie es sollte, wie es also angelegt war und nach wie vor ist, weil der Mensch dazu neigt, "linear" zu sein. Das heißt, sich nicht aus der Ideenwelt zu nähren, sondern aus seinen eigenen Ideen. (Das ist auf eine andere Weise das, was wir mit Ursünde, mit Erbschuld bezeichnen.)

***

Das Klima der Erde - ein reines Abstraktum aus zahllosen Wetterzuständen - ist als Gedankending ein extrem komplexes System. Es ist nicht-linear, und es ist ein System aus unendlichen Wechselwirkungen. Deshalb gibt jeder seriöse Klimaforscher zu, daß es unvorhersagbar ist. Es ist zwar nichts unlogisch, was an Teilvorgängen, an Wetter passiert, aber es ist im Ganzen nicht vorhersagbar. Das kann schon prinzipiell überhaupt nicht sein. Es ist außerdem gigantisch groß und steht noch dazu mit kosmischen Prozessen in Korrespondenz. Zum Beispiel durch kosmische Einstrahlung, durch die Sonne, wir kennen bei weitem nicht alle Faktoren. 


***

Das Geo-Engineering genannte Vorgehen geht davon aus, Teilbereiche zu linearisieren. Es sagt, daß wir in der Lage sind, zum Beispiel die Bildung von Regenwolken so weit zu verstehen, daß wir in der Lage sind, durch Ausbringung bestimmter Chemikalien oder Partikel in die Atmosphäre jene Tröpfchenbildung bewirken zu können, die dann als Regen zur Erde fällt. Hierum geht es, wenn von "Chemtrails" die Rede ist. So verwegen manche Annahmen auch sein mögen, so ist es nicht nur nicht auszuschließen, sondern man hat damit längst experimentiert. Ist aber aufgrund der ausgelösten Folgen (England in den 1950er Jahren, wo es durch "Regenmacherei" von Flugzeugen aus in dieser Mündungslandschaft eines Flusses zu dreitägigem Starkregen nur dort mit der Folge einer gewaltigen Überschwemmung mit Toten kam).

Morgen Teil 4)






*260618*

Montag, 13. August 2018

Vom Brett im Meer (2)

Teil 2)




Aus dieser Analogie wird nun vielleicht verständlicher, was "Rationalismus" bedeutet. Er ist die Linearisierung von Geist, der wiederum ein komplexes System ist, das horizontal wie vertikal durch alle Ebenen durch in der Welt steht. Rationalismus ist also eine "Linearisierung" des Denkens. 

Nun hat jede Linearisierung - wir erinnern uns: diese steht der umschließenden Ganzheit immer "feindlich" gegenüber, sie fügt sich nicht in das Wesen eines Ganzen, sondern steht damit in Konflikt - eine Ähnlichkeit zu einer "Teillähmung". Man zwingt einen Teil aus einem Ganzen zur Erfüllung bestimmter Aufgaben, zu bestimmtem Nutzen. 

Das hat speziell beim Denken auch seine Auswirkungen. Der VdZ ist seit je recht sicher, daß zum Beispiel Erkrankungen des Neuronalsystems, im speziellen des Gehirns - allen voran Alzheimer, aber vermutlich auch Parkinson - daraus folgen. Den Nerven(enden) wird ihre Komplexität streitig gemacht, und ihre Eiweiße verklumpen zum Beispiel, wie bei Alzheimer. Den Veränderungsvorgang bei Parkinson kennt der VdZ zu wenig, er dürfte aber eher mit gestörten Hormonausschüttungen zu tun haben, namentlich Dopaminen, deren Ursache aber sinngemäß ähnlich liegen wie in der "Linearität" zu beschreiben versucht wurde. 

***

Das Wesen aller Dinge ist nunmehr, zwischen zwei Ebenen vor allem hin- und herzupendeln. Das Wesen aller Dinge (wirklich aller) ist, die "Ideen" hereinzuholen, von denen sie getragen werden und aus denen sie ihre eigentliche Daseinskraft beziehen (das Seiende braucht Anteil am Sein), und dann "inkarniert", also als Welt und Weltding (erst dann ist etwas) mit der Umwelt zu kommunizieren, wechselzuwirken. Dazu muß es in seinem anderen Pendelausschlag (hier das "Hineinverschwinden" in die Idee, dort das Selbstsein als Welt in der Welt als konkretes Ding) völlig selbst sein, das heißt, sich ganz transzendieren. Also ganz auf die Aufgabe hingelenkt sein, sodaß sich sein Wesen dann immanent, gewissermaßen "automatisch" im Dingsein verwirklicht, "zeigt".

Dieser Pendelprozeß (den im übrigen mehrere Symbole sehr richtig darstellen, darunter sogar das Yin-Yang, auch das ein Symbol der Weltmatrix, des grundlegendsten Archetyps aus dem Sein selbst, das quer durch alle Ebenen reicht und in allen Dingen Grund legt, als aktive Kraft der Liebe des Seins selbst) darf nun nicht einfach "zeitlich" vorgestellt werden, sondern er geschieht "außerhalb der Zeit", also gewissermaßen als Permanentzustand. (Zeitlosigkeit ist unserem Denken an sich nicht vorstellbar, weil Vorstellung sich nur der Dinge in der Zeit bedienen kann.)

***

Vertikal durch alle Ebenen des Seienden, der Welt hindurch, von der untersten materiellen Manifestation, hinauf in das Wissen Gottes, auf jeder Ebene aber auch durch Hineinsterben in alle Dinge dieser Ebene, die das Selbstsein dadurch erwirken, indem alles - hinauf und hinunter, von links nach rechts, alles! - stirbt: Und aus dem Tod neu aus der Kraft des Geistes zu Welt und Dinghaftigkeit ersteht.


***

Die Reaktion der Umwelt der Ganzen (Planke - Meeresbucht - Mittelmeer - Meer an sich) bemißt seine Energie, also seine "Bewegung gegen" (weil alles als Ding bleiben will, ja bleiben soll, so ist sein Wesen, wobei man sich hier Wille nur als "Gerichtetheit aus dem Wesenssinn - als auf-zu also - heraus" vorstellen darf) nach dem Maß des Begegnenden. Das heißt, daß eine Planke in den Atlantik bei Bordeaux geworfen so gut wie keine Auswirkungen hat, die über seinen Umkreis von sagen wir zwei Metern hinausreichen. Anders wäre es, würden wir den gesamten Atlantik von Bordeaux bis New York mit Holzplanken bedecken. Dann würden wir mit einer Wucht des Meeres konfrontiert, die wir uns vielleicht vorstellen können.

Morgen Teil 3)






*260618*

Sonntag, 12. August 2018

Vom Brett im Meer (1)

Nehmen wir einmal an, jemand wirft eine Holzplanke - ein Brett, Fichte, 0,30 mal 8 Meter, 3 cm dick - in einen See. Oder ins Meer. Diese Planke ist dem Meer ein Fremdkörper. Sie wird immer als Ganzes dem Meer gegenüberstehen, und sich nie in das Wesen des Meeres, das ein hochkomplexes Fließen und Aufeinanderwirken ist, das im Grunde gar keine Grenze kennt, auch nicht die von Molekülen (die ja selbst wiederum aus anderen Zuständlichkeiten gesteuert sind), integrieren wird. Wenn es auch das Meer versuchen wird, es wird auf Dauer die Holzplanke zersetzen, eine gewisse Interaktion findet also statt. Immer, und das sind die "Randbereiche" von Dingen. 

Jedes Ding ist ein Ganzes. Dazu muß man sich von der Vorstellung von Dingen in gewisser Hinsicht lösen, denn es gibt unendlich viele Dinge, horizontal und vertikal, also innerhalb seiner Art wie auch über alle Arten durchgreifend. Jedes Ding ist aber an seinen Rändern "weich", also fließend. Dort, wo es mit seiner Umgebung, also mit anderen Dingen, allesamt hochkomplex, interagiert. Das heißt, daß also jedes Ding einen gewissen Toleranzspielraum hat, bis zu dem es noch es selbst bleibt. Wird der überschritten, stehen sich die Dinge als Ganzes gegenüber, und die stärkere Dingheit wird die schwächere überwältigen. Zerfallsprozesse zum Beispiel schreiten nicht einfach linear voran, sie verlaufen progressiv, sogar sprungprogressiv. Ist die Holzplanke einmal völlig mit Wasser durchtränkt, verläuft der Verfallsprozeß mit einem Mal schneller. Sind die Fasern selbst aufgeweicht, werden auch sie sich rasch zersetzen (Entropie.)

***

Deshalb verhalten sich die Dinge der Welt zueinander nur als Ganzheiten. Jeweils eine Dingheit steht einer anderen gegenüber. Wie auch immer - es ist immer eine Dingheit, auch wenn die Ebene, auf der sie steht (Holzfaser - Planke - Baum - Wald; daran sieht man auch, was gemeint ist mit "horizontal und vertikal": beide sind nie trennbar, und beide Durchformungsrichtungen berühren jeweils andere Dingheiten) sich verändert - bleibt egal welches Ding ein Ganzes, und bleibt systemtheoretisch komplex. 

Was bedeutet "komplex"? Es besteht aus zahllosen kleineren Dingheiten, die alle in Wechselwirkungen stehen. Jedes Ding wirkt auf das andere, zumindest auf das angrenzende, aber auch auf das Ganze. Komplexe Systeme sind nun zwar nicht unlogisch, sie stehen also immer in Ursache-Wirkungsbeziehungen, aber es ist nicht vorhersagbar, wann und wie die Dingheit als Ganzes reagiert.
***

Nun sind die Dinge der Welt nicht einfach materielle Aktions-Reaktionsklötze. Die Welt und die Dinge sind nicht "materialistisch-reduziert", sie sind nicht mechanistisch, eine Summe von physikalischen Formeln. Sie sind als Ganzes jeder physikalischen, einfachen Formel unendlich überlegen. Diese Formeln ("Mechanik") funktionieren nur, wenn man einen Teil eines Ganzen nimmt, aus seinem Gefüge herausnimmt, und gewissermaßen in einen kontrollierten, abgeschlossenen Raum stellt. Dort kann dann diese "Maschine" - zu der dieser Teil dann geworden ist - ganz bestimmte Zwecke, Nutzen erfüllen. Nur unter solchen kontrollierten Bedingungen kann eine Maschine funktionieren. Einfaches Beispiel: Eine Dreschmaschine muß unters Dach einer abgeschotteten Scheune, denn im Freien wird sie bald kaputt sein. Eine extrem feinmechanische Labormaschine muß sogar unter staubfreien Bedingungen abgeschottet werden, sonst würde sie gar nicht funktionieren, jedes Haar der Labormitarbeiter würde sie unbrauchbar machen, weshalb diese Hauben und Handschuhe und Ganzkörperanzüge aus Plastik tragen.

Mit dieser Maschine haben wir nun der Ganzheit einen Teil entnommen, so könnte man es formulieren. Wir haben das komplexe System verlassen - Sonderbedingungen siehe oben - und damit einen Teil der Welt "linearisiert". Das geht. Unsere Technik ist zu allergrößten Teilen eine solche Linearisierung von Weltteilen, wenn das auch nie ganz stattfinden kann.


Morgen Teil 2)





*260618*

Montag, 6. August 2018

Von der Wahrnehmbarkeit des Moralischen und der Sittlichkeit einer Kultur (2)

Teil 2)




Speziell ist es so bei Bereichen, die wir eher in moralische Fächer abschieben. Nehmen wir die Sexualität, nehmen wir die Aussage der Wahrheit, daß der sexuelle Akt nur innerhalb einer Ehe seinen Ort hat. Diese Aussage ist dem heutigen Menschen schon weitgehend verborgen. Aber nicht nur das, er meint, sie entspreche nicht seiner (sinnlichen, empirischen) Erfahrung. Dieses Moralgebot ist also kein Gegenstand der Erfahrung, es ist nur ein aufoktroyiertes Gesetz, warum auch immer.  

Nun, wenn etwas wahr ist, dann kann es nicht außerhalb aller unserer Erfahrung liegen. Nicht völlig. Direkt oder indirekt. Das heißt: auch im Rückfolgern. (Daß hier ein Bär vorübergegangen ist, erkennen wir an den Tatzenabdrücken im Waldboden vor uns.) Dann muß es auf eine Weise auch in unsere Welt hereinragen. Dann muß es also eine Struktur in den Dingen haben bzw. auf diese verweisen, in denen wir diese Wahrheit auch erfahren, gewissermaßen "testen" können. Dann muß das Dinghafte, das Faktische unserer Lebenswolke, auch von dieser Wahrheit so weit abgehen können, daß es sogar im schlimmsten Fall zugrunde geht. (Wer ein Katzenjunges im Marianengraben im Pazifik aufziehen möchte, wird an der Wahrheit der Dinge scheitern.)

Deshalb liegt z. B. diese Wahrheit über den Sex - zumindest muß man es als Möglichkeit sehen - nicht einfach außerhalb unserer Erfahrungswelt, ist einfach nur ein positivistisch erfundenes Gesetz, sondern es liegt an uns, daß wir diese innere Struktur dieses Dinges nicht (mehr) wahrnehmen. Wir haben uns blind machen lassen, oder/und wie in den meisten Fällen auch selbst blind gemacht. Wir "wollen es nicht sehen", das heißt, wir wollen es nicht zur Kenntnis nehmen. Wenn wir (wie es bei der Sexualität heute der Fall ist) uns zu sehr an dieses Verhalten (im sexuellen Genußakt, der vielleicht zur Gewohnheit wurde, zur Haltung, zum "Habitus") gebunden haben, davon nicht lassen wollen. 

Hätten wir die Freiheit, diesen Akt und alles was dabei passiert und sich an Gefühlen abspielt abstrahiert zu betrachten, würden wir plötzlich Dinge feststellen, die eindeutig auf die Wahrheit dieser Aussage - Sex und Ehe sind untrennbar - hinweisen. Sie bestätigen. Ja sie unter Umständen erweitern. 

So daß wir über die Sinnesdaten auch mehr und mehr zum "Sinn" kommen - eine keineswegs zufällige Wortgleichheit, weil alle Dinge der Welt quer durch alle Ebenen reichen, also vom rein "Materiellen" bis zum "geistigen Sinn" (als "auf etwas zu", logos sohin) sich immer dieselbe Struktur zeigt, nur jeweils auf einer anderen Ebene, in einer anderen Gestalt, aber immer in derselben Art der Beziehung zur Welt.

Ähnlich ist es bei der damit zusammenhängenden Frage der Verhütung. Auch die Verhütung ist so sehr wahr, daß sie einen sinnlichen Abdruck hinterläßt, Sinnesdaten, die darauf zurückgehen und auf diese Wahrheit verweisen. Nur sind wir so blind, daß wir diese tiefe Wahrheit des Dinges (Sex und Verhütung) nicht mehr wahrnehmen. Auch wenn wir sie nicht nur im Innersten fühlen (Wahrheit ist deshalb immer ein Erhellen von etwas Vorhandenem), sondern daß ein Verstoß gegen diese Wahrheit auch konkrete Schäden an unserem Leib (in dem Fall) hinterläßt.

Es ist deshalb auch eine Aussage über den Stand einer Zeit, die Höhe einer Kultur, wieweit sie die tiefere Wahrheit über die Welt und den Menschen in ihren Institutionen (zu denen auch die Moral gehört) zum Ausdruck bringt. Wieweit sie also durch die durch Institutionalisierungen, Gebräuche, Tänze, Musik, öffentliche Atmosphäre etc. etc. gelegten Schienen die Menschen zur wahren Wahrnehmung (und damit zur Erfüllung der Dinge, nicht zu deren Zerstörung) führen. 

Es ist deshalb eine Aussage über unsere Zeit, daß diese Wahrheiten, die den Menschen äußerst direkt, also schwer betreffen, weil sie seinen Leib betreffen, also sein konkretes Dasein in der Welt, von den Menschen heute kaum noch wahrgenommen werden. So wenig, daß sie sie für unwahr (oder bestenfalls "moralistische Höchstleistung") halten. Bei der Sexualität umso einfacher erkennbar, als wir in der Folge der "sexuellen Befreiung" in einer Zügellosigkeit leben, in der unser Denken und Handeln von einer mittlerweile weit verbreiteten Haltung ganz schwer getrübt wird. So sehr, daß die Aussagen der meisten Menschen über "Sex" (etc.) völlig irrelevant und falsch sind. Obwohl sie doch "dasselbe" erleben wie der, der Sexualität und Ehe* nicht auseinanderreißt.

Damit begeben wir uns der Fähigkeit, Erscheinungen im Sozialen, im Zwischenmenschlichen, aber auch in ganzen sozialen Gefügen, auf ihre wahren Ursachen zurückzuführen. Damit berauben wir uns der Fähigkeit, richtig zu urteilen und richtig zu handeln.

Und kommen zu einer annähernden Beleuchtung des Satzes (und damit dem Anlaß dieses Eintrags, der von Leser R erbeten wurde), daß nur Sittlichkeit auch Kultur hervorbringen kann.



*Von Ehe zu sprechen hat schon begrifflich nur dann Sinn, wenn diese Ehe auch als unauflöslich gedacht wird.




*240618*

Sonntag, 5. August 2018

Von der Wahrnehmbarkeit des Moralischen und der Sittlichkeit einer Kultur (1)

Wir machen gerne den Fehler einfachhin davon auszugehen, daß alle Menschen dasselbe fühlen und wahrnehmen wie wir. Daran ist zwar etwas Richtiges, aber auch etwas sehr Falsches. 

Wahr ist, daß wir alle in derselben Wahrheit leben. Die zwar in allen möglichen historischen und lokalen Erscheinungen auftritt, sich aber in ihrem tieferen Grund, der wirklichen Wirklichkeit, auf eine einzige Wahrheit zurückführt. Diese ist es, von der man sagt, daß sie widerspruchsfrei sein muß. Und das trifft auch zu, wenn man sich ihr nähert. Das heißt, aus der Fülle von Faktischem, das uns umgibt, die innersten Grundzüge destillieren, also abstrahieren. Dieser Wahrheit unterliegen tatsächlich alle Menschen gleichermaßen, sie unterliegen ihr und - sie begegnen ihr. Niemand ist davon ausgenommen.

Wahr ist aber auch, daß nicht jeder dieser Wahrheit auf dieselbe Weise begegnet. Wenn wir sagen, daß zu abstrahieren ist, so muß der jeweilige Mensch dazu aber in der Lage sein. Muß jeder also ein studierter Philosoph sein? Nein, ganz sicher nicht. Er braucht etwas anderes, etwas das jeder Philosoph, der im Medium der Sprache diese Wahrheit "ortet", wiegt, zählt, um es einfach zu machen, was also der Philosoph ganz genau so zuerst braucht: Er muß von sich und allem Faktischen, das ihn gerade umtreibt, von allen Süchten und kleinen Wünschen und großen Gefühlen zurücktreten können. Darf also nicht getrieben sein. 

Und dazu muß er seine Gegenwart durchleuchtet haben, sodaß sie ihn nicht ängstigt, damit er sich frei zur Wahrheit verhalten kann. Und nicht von ihr wie von allem "etwas will". Will, daß sie ihm zu Nutze ist, daß sie ihm Werkzeug ist, mit der er in der Welt herumwerkeln kann. Nichts anderes ist von jedem Tischler, Stahldreher, Landwirt oder Betriebsleiter verlangt. Er muß über sich hinwegsteigen und zum sachlichen Kern der Welt vordringen können, er muß also von der faktischen Welt absehen, das Zufällige damit aussondern können, um sachlich denken, urteilen und handeln zu können. Er darf nicht daran denken, daß er jetzt lieber eine Cremeschnitte oder am liebsten über die hübsche Nachbarin herfallen möchte, um es noch einmal simpler zu machen.

Erst so kommt sein Denken mit dem sinnlich Erfaßten von der Welt - mit den Sinnesdaten - zur Übereinstimmung. Er muß sein Denken von allen Getrieben- und Gezogenheiten freimachen können. Er muß, um es nun beim Wort zu nennen, "sittlich" sein. Damit haben "Ethik" und "Moral" zwar irgendwie zu tun, aber diese Begriffe sind nicht immer deckungsgleich und haben andere Bezogenheiten.

Das bedeutet, daß nur dem sittlichen Menschen eine wahrheitsgemäße Interpretation von Sinnesdaten zur Verfügung steht. Überall sonst ist das Wollen und Urteilen (als Entscheiden) in eine Ebene eingeflochten, die nicht dem tieferen Grund, also der eigentlichen Wahrheitsgestalt entspricht. Mal mehr, mal weniger, aber immer mit Trübung, und in vielen Fällen sogar ganz. Dort, wo sich sein Wollen ganz im Faktischen bewegt und in einer Art inneren Spaltung keinen Zugang mehr zur tieferen Matrix der Welt findet. Wie es beim wirklich Bösen, beim vom Bösen Besessenen, oder beim Geisteskranken der Fall ist.

Damit ist klar, daß nur dem sittlich Klaren, dem sittlich Reifen auch die Sinnesdaten als Auskunft über die Wahrheit der Welt gelten. Nur sein Fühlen also kann zu einer Wahrnehmung werden (die bereits ein Urteil über die Sinnesdaten einschließt), in der auch die wirklichen Qualitäten der Objekte seiner Wahrnehmung (der Welt also) ins Denken und Urteilen und damit Sprechen kommen.

Was so abstrakt klingt zeigt sich uns in vielen Beispielen. Man nehme nur einen richtigen Weinkenner. (Der VdZ hat es beim Wein noch nicht, aber in früheren Jahren beim Tee zu mancher Meisterschaft diesbezüglich gebracht.) Er muß nach vielen Lernprozessen von seinen Sinnen soweit zurücktreten können, als er die geistige Struktur gewissermaßen des Weines, den er vor sich hat, auf Eigenschaften abstrahieren kann, die dem "normalen" Bürger verborgen bleiben. Das kann zu einer Situation führen, daß der Weinkenner dem Bürger gegenüber wie in einer anderen Welt lebt, die dem Normaltrinker völlig verborgen blieb und bleibt. Der Weinkenner hat seine betreffenden Sinne "im Zaum", er "besitzt sie" gewissermaßen, und ist damit frei im Verhalten den Sinnesdaten gegenüber.

Damit ist noch ein weiterer Gedanke angedeutet, nämlich der, daß richtiges Wahrnehmen nicht einfach schon "da" ist, sondern in der Auseinandersetzung mit der Welt (vor allem vom jungen Menschen) gelernt und ständig neu errungen und bewahrt werden muß. Gleichzeitig wird die Bedeutung von "Moralgeboten" klar, die natürlich auf lange Frist nicht reichen, die aber dem, der diese Wahrnehmung noch nicht gelernt hat, oder zeitweise in Gefahr ist sie zu verwischen (jeder Mensch ist "amplitudenhaft", er schwankt immer im Selbstsein), unerläßliche Mahnung und Erinnerung an die richtige Richtung darstellt. Eine soziale Gruppe MUSZ also auch "nur-gesetzliche Verpflichtungen", trockene "Ge- und Verbote" haben, die nicht immer und nicht immer jedem ihrer Mitglieder einsichtig und wahrnehmbar sind.


Morgen Teil 2)




*240618*

Sonntag, 19. November 2017

Alles verläuft nach Plan

Jahrzehntelange entomologische Beobachtungen hatten immer wieder dasselbe gebracht, sodaß Jean Henry Fabre zu einem Schluß kam: Insekten egal welcher Art handeln nicht einem subjektiven Sinn gemß, sondern ihr Instinkt füllt Stellen in einem Plan. Jede Handlung steht nämlich für sich, hat offenbar seine Belohnung ("Lust") in sich. Das Insekt "fragt" sich aber nie, ob sie noch sinnvoll ist.

Was ist damit gemeint?  Fabre hat es in zahllosen Versuchen demonstriert. Immer wieder nahm er etwa Hautflüglern, Sandwesen oder Schlammbrütern oder oder ihre Brut weg. Er brach ihre oft so kunstvoll errichteten Bauten auf, auch noch während das Insekt sie errichtete und etwa nach neuem Material unterwegs war, er nahm die eingelegte Nahrung weg, mit der sie das eingelegte Ei versorgen wollten, sobald es geschlüpft war, oder er nahm überhaupt das Ei weg. Alle Varianten probierte er, immer wieder korrigierte er seine Versuchsreihen. 

Auch die Raupen von Schwalbenschwanzschmetterlingen kamen dran. Hier zerschnitt er etwa deren Kokon, während sie ihn noch spannen, stellte ihn auf den Kopf, machte Löcher, das Ergebnis war dasselbe. Die Raupe setzt das Stadium ihrer Arbeiten - etwa die Innenarbeiten - fort, in dem sie war und wo sie von einem zum anderen fortschritt, obwohl der Kokon etwa auf einer Seite offen, sie also leichte Beute für Räuber ist. Aber sie schloß das Loch nicht, obwohl sie eindeutig noch genug Spinnstoff hatte! Ihn zuzumachen war bereits dran, nun stand etwas anderes an, auch wenn es sie das Leben kosten würde.

Sämtliche Insekten fahren in ihrem Handeln je nach Stufe - Eilegen, Bau oder Kokon errichten, mit Nahrung füllen ... - fort. Sie müssen sehen, daß es sinnlos ist, weil etwa das Ei fehlt, die bereits hergebrachte Nahrung herausgenommen wurde, sodaß die Raupe nach dem Schlüpfen verhungern mußte. Ja er nahm die Mauern des Baus weg. Ergebnis? Die Wespe (und alle Insekten haben ein stupendes Ortsgedächtnis, sie finden die Stelle immer, wo sie ihren Nachwuchs aufziehen möchten, selbst wenn der Bau selber weg ist) setzte ihre Arbeit auf der glatten Mauer fort, weil nun das Verputzen und dann das Verschließen dran war, sogar wenn der Bau selber fehlte.

Sie arbeiten nach einem Plan, der im Ganzen steht, aber dessen Teile jeweils für sich bestehen, der nicht im Insekt selber "intelligent" vorhanden ist. So perfekt, so unglaublich vollkommen ihre Tätigkeit an sich wirkt. Aber das Tier selber kennt keinen Sinn, den sie reflektieren, korrigieren, anpassen würde. Kommt etwas Außerplanmäßiges, das den Zweck ihres Tuns im Ganzen zunichte macht, ist sie völlig überfordert, dabei: nicht einmal gestört! Ist dies dran, macht sie dies, ist das dran, macht sie das. Das war's.

Zu ganz analogen Schlüssen kommt Jakob Uexküll bei seinen Untersuchungen niedrigster Lebensformen, beginnend bei reinen Plasmatieren, bis hin zu Seeigeln. Plasmatiere sehen zwar aus wie Flüssigkeiten, verhalten sich aber anders als diese nach einem Gesamtplan. Sie haben ja eine erstaunliche Besonderheit: Sie können jeweils Organe formen, die der zu verrichtenden Tätigkeitsstufen (sagen: beim Eß- und Verdauungsakt) entsprechen, lösen diese Strukturen aber dann wieder auf, um aus dieser Regeneraton heraus die Strukturen für den nächsten Schritt zu bilden. Bis hin zur Ausscheidung.

Je höher die Lebewesen werden, desto mehr nehmen die Einzelorgane insofern Form an, als sie ihre Struktur behalten, desto weniger also können neue Strukturen gebildet werden.

Zu einem ersten Höhepunkt der Aussagen kommt er in "Umwelt und Innenwelt der Tiere" bei den Schilderungen seiener Beobachtungen an Seeigelarten.  Wo er zu denselben Aussagen wie Fabre kommt: Seeigel verhalten sich nach einem Plan, der einen nur staunen läßt, weil alles derartig  ineinandergefügt ist. Aber die Seeigel selbst sind nur ein Plan, der wiederum in einen großen Plan "mit der Umwelt" eingefügt ist. 

Niedere Tiere wie die Seeigel haben kein "Gesamtzentrum". Sondern alle ihre Organe, jeder Stachel, die Nerven, die Beißzangen, die Giftverwendung, die verschiedenen Muskelgruppen, die die Stacheln bewegen, alles hat im Grunde ein Teil- und Eigenleben. Man kann sie alle regelrecht "für sich" untersuchen, sie funktionieren genau gleich und sind reine Reflexmaschinen. Aber darin (!) sind sie alle derartig auf "einen ganzen Seeigel und die Umgebung, die er braucht" abgestimmt (und nicht um ein Jota mehr! Alle anderen werden bestenfalls zu Reizen, aber nicht zu Dingen, auf die er reagieren könnte, die er gar "erkennte"), daß er als Seeigel - wie eine Republik, schreibt Uexküll einmal - lebt und überlebt. Was beim reinen Beobachten des Tieres so gezielt aussieht, ist in sich jeweils kein Ziel, sondern nur die Abfolge für sich stehender Reaktionen von Organen auf Einzelreize. 

Auch hier also: Alles ist ein Plan, in den alle Einzelfaktoren - Lebewesen wie Umgebung - eingefügt sind, aber nichts ist die Intention eines ganzen, einzigen Lebewesens. Das beginnt erst im Geist. Das gibt es erst im Menschen.





*241017*

Sonntag, 29. Oktober 2017

Spekulation über ein Rätsel

Es könnte durchaus sein - der VdZ ist sich dessen sogar sicher - daß die Art, wie wir die Materie denken heillos primitiv und unzureichend ist. Dieser Verdacht wird durch astronomische Tatsachen bestärkt. So entdeckten britische Forscher nunmehr, daß sich die Zusammensetzung der Materie in der Korona der Sonne verändert, und vermutlich periodisch - im Takt des 11jährigen Sonnenzyklus. 

Wobei die Korona der Sonne (sichtbar bei totalen Sonnenfinsternissen) ohnehin ein Rätsel bleibt. Denn sie hat Millionen von Grad - während die Sonnenoberfläche bzw. die Sonne selbst auf rd. 6.000 Grad Celsius geschätzt wird. Es sei, so die Briten, als würde aus einem Eiswürfel eine heiße Flamme aufsteigen - wie aber kann das sein?

Die Rätsel werden also nicht geringer. Und mit herkömmlicher, materialistischer Physik scheinen sie nicht aufzuklären. Es scheint, daß diese Anomalie der Sonne nämlich irgendetwas mit ihrem Magnetfeld zu tun zu haben. Aber wie, aber warum ist ein Rätsel, denn Magnetfelder werden ja der Materie zugeschrieben. Aber da zeigt sich rund um die Sonne ein Feld, das viele hundertmal so heiß ist wie die Sonne selber - wie kann das sein? Woher kommen diese Materialien? Werden sie gar vom Magnetfeld "gebildet"?

Es besteht aber auf jeden Fall schon lange der Verdacht, daß das Magnetfeld der Sonne auf die Atmosphäre der Planeten, die sie umkreisen, und auf deren Temperatur Auswirkungen hat. So auch auf die Atmosphäre und damit das Klima auf der Erde. Daß es auf die Ionisierung des Wasserstoffs in der Atmosphäre - und damit nicht  nur auf den Regen sondern auf die Wolkenbildung und deshalb auf die Erdtemperaturen - größte Auswirkungen hat ist experimentell ja schon lange aufgezeigt. Es scheint aber damit auch so zu sein, daß dieses Magnetfeld materiale, darin wechselnde, ja vielleicht sogar Materie "schaffende", also hervorrufende (woher?) Eigenschaften hat.






*101017*

Samstag, 14. Oktober 2017

Vom Gleichen und Verschiedenen in der Entartung

Entgegengesetzte Entartungszustände führen oft zu gleichen oder doch zu sehr ähnlichen Symptomen. Eine Parallele bietet sich z. B. bei der Beziehung von Masse und Energie: es sind zwei in ihren Eigenschaften entgegengesetzte Erscheinungsformen ein und derselben Sache. Masse, definiert durch Trägheit, setzt der Bewegung Widerstand entgegen; Energie ist definierbar als das Bewegende; also völlig entgegengesetzte Eigenschaften. 

Tatsächlich vermehrt man dort, wo man die Energie vermehrt, aber auch die Masse. Beschleunigt man einen Körper immer mehr, so wird er schließlich durch die zugeführte Bewegungsenergie immer schwerer, bis keine Beschleunigung mehr möglich ist. Die Energie wird im Extremfall wieder als Masse spürbar.

So ähnlich könnte es auch bei den Symptomen entarteter menschlicher Kulturen sein. Man darf nur zunächst nicht vergessen, daß gleiche Symptome auf entgegengesetztem Wege zustande kommen. Im zyklisch entarteten System kommt es zur Fixierung und Erstarrung, weil man das nicht fixierbare Geistige zum greifbaren Objekt macht; im linear entarteten System geschieht dasselbe, weil an nur für wahr hält, was als fixiertes Objekt faßbar ist.

Interessant, und gerade zur Zeit gut beobachtbar ist, wie einerseits die übertriebene Hinwendung zum nicht objektivierbaren Geistigen zum Aberglauben führt, anderseits aber auch die übertriebene Verehrung des rational Begreifbaren und Objektivierbaren. Ich hörte einen bekannten Physiker sagen, der Bau von Kernkraftwerken schaffe Arbeitsplätze (Ob er das Gesetz von der Erhaltung der Energie vergessen hatte?) 

Und einen andern berühmten Physiker und Systemforscher hörte ich sagen, man könne hochradioaktive Abfälle notfalls unbedenklich in Bohrlöcher tief im Meer versenken und schnelle Brüter könne man in Grönland bauen. (Ob in seiner Systemtheorie nicht vorkam, daß in einem System wie der Erde kleine Ursachen große Wirkung haben können?) Diesen Physikern muß ihre Wissenschaft zu einer Art Glauben geworden sein, den sie nicht mehr verstanden.

Zu beachten ist auch noch, daß ein entartetes System, wenn es sich verändert, vielmehr die Tendenz hat, in den entgegengesetzten Entartungszustand zu verfallen, als sich auf das Gleichgewicht einzupendeln. Es sieht so aus, als ob sich so etwas in Europa abgespielt hat.


Waltraud Wagner in "Zeit - das Fortschreitende oder die Ordnung?"





*041017*

Donnerstag, 21. September 2017

Vom Unsinn, auf Wissenschaft zu bauen

Mit dem Wort Wissenschaft wird heutzutage ein lächerlicher Fetischismus getrieben. Deshalb ist es wohl angezeigt, darauf hinzuweisen, daß die Wissenschaft nichts anderes ist als die Summe der Meinungen der heute lebenden Forscher. Soweit die Meinungen der älteren Forscher von uns aufgenommen sind, leben auch sie in der Wissenschaft weiter. Sobald eine Meinung verworfen oder vergessen wird, ist sie für die Wissenschaft tot.

Nach und nach werden alle Meinungen vergessen, verworfen oder verändert. Daher kann man auf die Frage: "Was ist eine wissenschaftliche Wahrheit?" ohne Übertreibung antworten: "Ein Irrtum von heute".

Die Frage, ob es einen Fortschritt in der Wissenschaft gibt, ist darum nicht ganz so leicht zu beantworten wie gemeinhin angenommen wird. Wir hoffen wohl von gröberen zu feineren Irrtümern fortzuschreiten, ob wir uns aber wirklich auf dem guten Wege befinden, ist für die Biologie in hohem Grade zweifelhaft.

Die Betrachtung des Lebendigen bietet bei jedem Schritt dem unbefangenen Beobachter eine so unermeßliche Fülle von Tatsachen, daß die bloße Registrierung ihrer dieser Tatsachen jede Wissenschaft unmöglich machen würde. Erst die Meinung des Forschers, die das Beobachtete gewaltsam in Wesentliches und Unwesentliches scheidet, läßt die Wissenschaft erstehen. Die herrschende Meinung entscheidet rücksichtslos über das, was als "wesentlich" gelten soll. Wird sie gestürzt, so fallen mit ihr Tausende von fleißigen, mühsamen und ausgezeichneten Beobachtungen als "unwesentlich" der Vergessenheit anheim.

In der Biologie stehen wir noch unter dem frischen Eindruck, den der Sturz des Darwinismus in uns allen hervorgerufen hat. Die Erfolge rastloser Arbeit eines halben Jahrhunderts erscheinen uns heute als unwesentlich.


Jakob von Uexküll in "Umwelt und Innenwelt der Tiere" (1909)





*140917*

Montag, 10. April 2017

Im Zirkus

Der VdZ im Schnappschuß an einem Ort, wo das erfüllte Stöhnen der Schöpfung noch zu hören und zu sehen ist, die nach der Erlösung giert und in den Geist geführt werden möchte, den der Mensch als Konstruktor wie Gehilfen der Welt für sie vorgesehen hat. Mit mächtigen Elephanten, feurigen Andalusiern mit prächtiger Mähne, aus deren Hufen Funken stieben und die wie gute Freunde des peitschenknallenden Dompteurs wirkten, die gemeinsam Freude hatten, mit Hunden die stolz über die Leistung wirkten, durch Feuerreifen zu springen und nach der Musik auf zwei Beinen zu tanzen. Mit Clowns die noch Clowns und keine "commedian" waren, sondern mit wenigsten Mitteln, durch einfache Bewegungen und beherrschtes Minenspiel frohes Lachen bewirkten, Artisten in deren Gesicht trotz größter Anstrengung am Trapez nicht an ihrer Herrschaft über ihren Leib, der ganz der Ästhetik unterworfen blieb und durch großartige Leiber (auch und gerade von Frauen) repräsentiert wurde, zweifeln ließ. 

Ein wunderbarer Abend im "Magyar Nagycirkus", dem "Ungarischen Großzirkus", der auf eine 200jährige Tradition verweisen kann. Die jüngste Tochter des Zirkusdirektors tanzt längst am Hochseil, und sie führt die Tradition in der 8. Generation fort. Ihr Auftritt ist wie die Herabkunft von etwas Heiligem. Wir haben uns eine Loge geleistet. Wir haben es nicht bereut.



Bildrechte: Mag. Michaela Mahrhauser


*310317*