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Mittwoch, 23. Februar 2022

Allen geht es um die Demokratie (1)

Es ist nicht so schwer, die große Verwirrtheit der Gegenwart (Siehe Anmerkung*, auch ein aktueller Beitrag zur Ukraine-Krise) zu durchschauen. Es ist aber schwer einen Weg zu sehen, der zu Klarheit führen könnte. Denn der einzige Weg klingt wie eine Utopie, wiewohl er die einzige realistische Vision wäre - und das ist die Umkehr zu Gott, der nur die Form einer Umkehr zur Katholischen Kirche sein könnte. Denn deren Blutkreislauf, der der Blutkreislauf ist den der Gehorsam aufrechthält und existentiell zirkulieren läßt, ist auch das einzige Heilmittel, und zwar aller Zeiten.

Aber dieses Wort, Gehorsam, als gewissermaßen Gegenteil des Autonomismus, ist nicht nur völlig unverstanden, sondern zugleich und zu einem Drohmittel aufgebaut. Dabei ist er auch das einzige Mittel, um die Schöpfung "zusammenzuhalten". Und das heißt existent zu halten. 

Wer die Nachrichten aus Kanada hört, wer die Medienberichte zur Ukraine rezipiert, wer sich von Corona noch immer nicht zu Tode gefürchtet hat, der könnte es nun freilich mit Angst zu tun bekommen. 

Oder er bestellt die nächste Portion Pop-Corn, und rückt sich im Polsterstuhl zurecht, um der nächsten sich abzeichnenden 3D-Vorstellung in den Lichtspielen zu folgen. Denn es könnte alles ein nächster Akt in einem symbolischen Theater der Archetypen sein.

Dienstag, 31. Dezember 2019

Si tacuisses

Die Sache hat mehr Bedeutung, als mancher glauben würde. Erstmals hat einer der maßgeblichen Väter der Klimapanik, Michael Mann, in einem seit 2011 laufenden Verfahren vor einem kanadischen Höchstgericht - das er selbst angestrebt hatte - einen Prozeß verloren. In dem es darum ging, daß ihm der renommierte Klimaforscher Tim Ball in einem Interview vorgeworfen hatte, daß Mann die Daten, die zu seiner berühmten "Hockey-Stick-Kurve" geführt haben, und die die sprunghafte Temperatursteigerung in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts beweisen sollte, willkürlich manipuliert hatte. 

Ball bezog sich unter anderem auf nicht mehr und nicht weniger als die im sogenannten "Klimagate" zutage getretenen Tatsache, daß britische Klimaforscher in Zusammenarbeit mit offiziellen meteorologischen Instituten Daten "angepaßt" hatten, die nicht genehm waren, sodaß die These vom menschengemachten Klimawandel statt widerlegt nun bestätigt wurde. 

Mann hatte daraufhin Ball verklagt. Und wie man hört, verklagt Mann generell gerne und schnell.

Immer wieder wurde der Prozeß verschleppt, jetzt aber kam er zu einem Ende. Und er endete mit einer totalen Niederlage von Mann. Denn der Kläger hatte sich geweigert, der vom Gericht geforderten Offenlegung der Daten wie der Methoden, durch die Mann zu seinem so folgenschweren Schluß gekommen war, Folge zu leisten. Was schon unter Wissenschaftlern mehr als unüblich ist, denn dort sind diese Schritte eine Selbstverständlichkeit, will man eine These beweisen, die man aufgestellt hat.

Der Podcast von KenFM vermutet nun, daß es für Mann billiger war, die Millionen Dollar Gerichtskosten zu tragen, als einen Strafprozeß vor amerikanischen Bundesgerichten zu riskieren. Denn was Mann gemacht hat, könnte nicht mehr oder weniger gewesen sein als ... Betrug.







Montag, 9. September 2019

Frankreich und der US-Katholizismus

Nur ein Gedanke sei aus diesem Interview herausgegriffen, das E. Michael Jones diesmal einem französischen Internetsender gab. In dem er auf die Rolle Frankreichs in der religiösen, geistigen Geschichte der Vereinigten Staaten eingeht. Denn Jones weist darauf hin, daß Amerika ZWEIMAL von französischem Katholizismus tief geprägt wurde. Und jedes Mal hat sich ein Kampf gegen den logos entzündet, der diesen Geist mit Gewalt austrieb. Von wem? Von einer Allianz aus jüdischen und protestantischen Kräften.

Die erste historische Stufe war den französischen Jesuiten zuzuschreiben. Die ab der Mitte des 17. Jahrhunderts eine äußerst erfolgreiche Missionierung der Indianer starteten, die binnen Jahrzehnten - mit dutzenden Märtyrern als Opfer am Weg - große Teile der Urbevölkerung zum Katholizismus bekehrten. Vor allem im Gebiet der Großen Seen fanden sich die englisch-protestantischen Einwanderer einer rasant wachsenden katholischen Bevölkerung gegenüber. Das wurde durch massiven Einfluß der Freimaurerlogen Englands durch die militärische Intervention Englands, die Kanada britisch machte, zerstört. Bis es zur in rein protestantischem, säkularem, aufklärerischem Geist gegründeten USA kam. Eine Geschichte, die kaum weniger massiven "wirtschaftlichen" Kräften zuzuschreiben war, die sich unter Zurückdrängung der Religion aus dem öffentlichen Leben (was vor allem ein Kampf gegen die Katholische Kirche war) freie Hand in der Entwicklung des Kapitalismus entfaltete. Und nun, durch die Privatisierung der Religion (die als Fortschritt in der Freiheit verkauft wurde), die Kirche als Korrektiv für jeden Staat entmachtete.

Der zweite Fall war das Ende der Phase des Neo-Thomismus, wie er - wieder - unter dem starken Einfluß französischer Intellektueller wie Jacques Maritain in den 1920er, 1930er Jahren große Resonanz fand. Zu dieser Zeit war die Kirche in Amerika enorm stark, und hatte sogar die reale Macht, das jüdische Hollywood über den Einfluß auf die Gläubigen als Kinobesucher im Griff zu halten. 

Das endete 1942 mit dem japanischen Angriff auf Pearl Harbour, der allen historischen Belegen nach zwar nicht von den USA durchgeführt, aber zumindest provoziert und dann (unter vollem Wissen, was kommt) zugelassen wurde. Bis zu diesem Moment hatte die konservative, stark katholisch geprägte "America First"-Bewegung die Staaten bei einem strikten Nicht-Einmischungs-Kurs gehalten.

Mit Pearl Harbour endete diese "katholische Phase" abrupt. Das FBI suchte kurz nach dem Angriff am 7. Dezember 1942 die Büros der Bewegung auf, und beschlagnahmte alle Mitgliederlisten. Ab diesem Zeitpunkt wandelte sich Amerika zu einem Imperium, das seither und in zunehmendem Maß die Welt terrorisiert hat. Ab diesem Zeitpunkt war es unamerikanisch, der katholischen Soziallehre und Anthropologie zu folgen, die den Menschen unbedingt in einer Lebensumwelt verwurzelt sieht. Der nach 1945 folgende Kalte Krieg öffnete dem social engineering Tür und Tor. 

Das sich zum Ziel gemacht hatte, eine "amerikanische Identität", eine amerikanische Bevölkerung aufzubauen. Es begann mit dem Massentransport von schwarzen Arbeitern aus dem Süden in die Industriezentren des Nordens, wo man sie mitten in die ethnischen Gruppierungen verpflanzte, die sich binnen weniger Jahre auflösten. Und deren Bewohner zu identitätslosen Konsumenten machte, in der die so spezifischen, festgefügten sozialen Räume verdunsteten, und die nunmehr isolierten, vereinzelten Menschen zu wehrlosen Opfern staatlicher Interessen machte.

Damit war zum zweiten Mal der von Frankreich ausgehende katholische, abendländische Geist besiegt. 

Es gibt freilich noch einen dritten Sündenfall dieser Art, nur hat er nicht diese erkennbaren Zusammenhänge mit Frankreich. Aber die Ereignisse von 9/11 können durchaus als nächster Schritt des social engineering gesehen werden. Auch hier - nicht gemacht, davon dürfen wir wohl ausgehen, aber auf erschreckende Weise zugelassen. Er hat die Amerikaner der staatlichen Beeinflussung und Steuerung, im besonderen aber dem "amerikanischen Imperium", auf eine kaum noch zu begrenzende Art unterworfen. Und sie den verzweifelten Bestrebungen, das weltweite Imperium zu erhalten, ausgeliefert. Diesmal auf der Grundlage der social media, das Internet als Vehikel, das über eine zunehmend restriktive Art die Bevölkerung (weltweit) zu steuern versucht. Vielleicht haben wir es schon vergessen, aber das Motto, unter dem diese Beschränkungen liefen und laufen, ist "Terrorismus".
Aktueller Hinweis: Nachdem immer wieder sämtliche Videos von E. Michael Jones auf Yotube gesperrt wurden, bringen wir den Link zu seiner Webseite CultureWars.com, wo sämtliche Videos abrufbar sind.






Sonntag, 21. Juli 2019

Der selbstverschuldete Verlust der Identität (2)

Teil 2)




In gewissem Sinn kann man deshalb tatsächlich sagen, daß Gott ein Nationalist ist.  Denn die von ihm dem Menschen zugedachte Form ist die, in einem Volk als Nation zu leben. Als Kulturraum, der in sich stabil und geschlossen eine Lebensform kultiviert hat und kultiviert, die jedem, der in diesen Raum hineingeboren ist, prägt, Halt und eine Identität gibt, die ihn zu einem möglichst gelungenen (und damit: katholischen, dem Heil zugewandten) Leben führt. Das ist katholische Religion als Same, als Quelle aller Werturteile, die dann alle Formen, in denen sich der Mensch organisiert, prägt und durchdringt. Daran bemißt sich Erziehung, Schule, Verhalten. Eine "multikulturelle" Lebensform ist deshalb ein Widerspruch in sich, die auf den Einzelnen demoralisierende, auf seine Identität fatale Auswirkungen hat. 

Die ein offenes Tor für jene Form von "Universalismus" bietet, die als Zweitwirklichkeit, als Pseudologie alle Menschen zu Ideologiegetriebenen enteigentlicht. Offen damit für Propaganda und für "Meinungs- und Situationsethik". Denn es fehlt das, was jede "Nation" kennzeichnet: die Sprache der Wahrheit, die Sprache Gottes, die aller Schöpfung zugrunde liegende Ordnung aus Sinn - den logos.*

Wie sehr das zur Natur des Menschen gehört, zeigt sich in dem, was als "nationalistische Bewegungen" etc. aufsteht. Es ist, sagt E. Michael Jones in diesem Gespräch bei einem kanadischen Alternativsender, die Gegenwehr der Unterdrückten, "the return of the suppressed".

Der Grundfehler aber war und ist, daß die Kirche allen Ernstes die Trennung von Kirche und Staat zu verkünden begonnen hat. Das hat dazu geführt, daß sich die Kirche in mittlerweile allen Bereichen dem Staat untergeordnet hat, der damit das verändert hat, was die Kirche auch als Moral vertritt. Besonders tragisch hat sich das auf die katholischen Hochschulen** ausgewirkt, von wo aus die Verwirrung ihre systematische Verbreitung fand. Die Kirche ist regelrecht "enthauptet"! Und am einfachsten kann man das daraus erkennen, daß sie von außen, vom Staat, von der Gesellschaft die Autorität bezieht, was wahr zu sein hat und was nicht. Sie ist sich nicht einmal mehr selbst Autorität! Sämtliche Katholiken, sämtliche Kleriker lechzen wie Wüstendurchquerer nach Wasser nach öffentlicher Anerkennung. Anstatt sich auf die Ehre vor Gott zu beziehen, die die Wahrheit allein ist und über allem Staat, über aller Gesellschaft steht.






*Wenn sich Jones immer wieder auf die "gemeinsame Sprache" bezieht, so widerspricht der VdZ insofern, als es für ein einiges Volk, eine Nation, NICHT notwendig ist, daß dort nur eine Sprache gesprochen wird. Der Bezug auf logos ist vor allem ein Bezug auf einen Ort, auf den sich ein Mensch bezieht, und das heißt, daß auch verschiedene Völker oder Teilvölker oder Teile aus Völkern (meinetwegen: Minderheiten) in einer Nation Platz und Heimat haben können. ES hat auch mit "rassischen Merkmalen" nichts zu tun. Daß das nur in einer Sprache möglich sein soll, ist eine Idee, die erst mit den Legitimationsansprüchen Frankreichs unter Richelieu angesichts seiner Gebietsansprüche auf Lothringen, wo in weiten Teilen deutsch gesprochen wurde, als die eigentliche Geburtsstunde des späteren europäischen "Nationalismus" angesehen werden muß. 

Jones schränkt den logos-Begriff in gewisser Hinsicht manchmal zu viel ein, aber warten wir, was er in dem Buch, an dem er derzeit arbeitet und das "logos" zum Inhalt hat, darüber schreiben wird. Es genügt, wenn es eine "objektive Sprache" für Wissenschaft, Verwaltung oder Religion gibt, wie es früher das Latein bei uns war und die aus ihrem Wesen heraus überregionale Bedeutung - bei immer feststehendem, einen Inhalt - haben. Das sich somit als ein Grundelement der Einheit einer Nation erkennen läßt!

**Der VdZ erinnert sich an dieser Stelle an den exemplarischen Fall der Katholischen Theologischen Fakultät in Prag, wo etwa 1995 der katholischen Fakultät das Öffentlichkeitsreicht abzusprechen gedroht wurde, wenn sie nicht die Prinzipien der "Gleichberechtigung von Mann und Frau" einführen würde.




Samstag, 20. Juli 2019

Der selbstverschuldete Verlust der Identität (1)

Was ist der Unterschied zwischen Kanada und den USA? Wir können das gleich ausweiten: Was ist der Unterschied zwischen Deutschland, Österreich und den USA? Ein Katholik kann sich in den USA in allen Fragen der Sexualmoral zu Wort melden und die Lehre der Kirche vertreten, und er wird die Bischöfe auf seiner Seite haben (von einzelnen Ausnahmen abgesehen). In unseren Ländern ebenso wie in Kanada (durch die "Winnipeg Statement", gleichbedeutend mit der "Königsteiner Erklärung" und der "Mariatroster Erklärung") aber ist jede katholische Identität zerstört. Denn hier gaben die Bischöfe unisono die Losung aus, daß es in Ordnung ist, Aussagen zu machen (und Lebensformen zu wählen), die gegen den Katholizismus stehen. Ja, wer in diesen Ländern Aussagen speziell zur Sexualmoral macht - Verhütung, Abtreibung, Homosexualität, Genderismus ... - wird es sofort mit den Bischöfen zu tun bekommen, die ihn korrigieren und abschatten.

Wie in Kanada wurde in der Folge dieser Erklärungen die genuine Identität zerstört. Was und wer heute Katholik ist, ist so beliebig wie zu sagen, man sei ein "guter Mensch". Durch kein objektives Kriterium mehr definierbar, sondern bloß subjektives Gehabe, sonst nichts.

Aber das hat weit mächtigere Folgen. Damit hat sich die Kirche so entscheidend geschwächt, daß sie bei uns (wie in Kanada) keine Stimme im Kulturkampf hat. Sie hat sämtliche öffentlichen Schlachten seither auch verloren, sei es in der Pornographie und deren Verbreitung, sei es in der Frage um die "Ehe für alle", sei es in der Frage um die "Sexualerziehung", die heute vom Staat verordnet über unsere Jugend oktroyiert wird und deren Moral zerstört. Wo immer noch katholische Moral vertreten werden will, wird sie zu einer privaten Veranstaltung von ein paar "Spinnern". Und wo immer die katholische Moral noch vertreten wird, hat sie gerade aus katholischen Kreisen eine Opposition zu ertragen, die sie sofort neutralisiert.

Und noch eine Folge hat diese Selbstauslöschung der katholischen Kirche, die von den Bischöfen selbst implementiert wurde. Sie löst das erste Fundament jeder Identität auf. Und das ist die Religion. Die nächste Folge ist, daß die Menschen - deren erste Grundlage Identität ist, die also immer nach Identitätsmerkmalen suchen, wenn sie keine haben, das heißt im sozialen Wechselspiel in der Luft hängen, verunsichert sind, sich irgendwie in Gefahr sehen - nach Merkmalen greifen, die sie definieren, und das heißt: von anderen unterscheiden. Die Folge ist, was man als "Rassismus" bezeichnet. Wo die ethnisch-religiöse Identität aufgelöst wird, bleibt den Menschen bei uns nur noch die Zuflucht zu absurden (weil gar nicht definierbaren, gar nicht relevanten) Kategorien wie "Weiße" zu sein, um einen Lebensraum zu reklamieren, in dem sie leben können wie es ihrer Natur entspricht. Alle anderen Kategorien werden und wurden ihnen bereits genommen. 

Dazu kommt in Deutschland wie in Österreich (und in Kanada) der Umstand, daß ein Merkmal auferlegt wurde, das es in dieser Form nicht gibt, das keine wirkliche Identitätsbasis bildet: Nun sind wir Österreicher, Kanadier oder Deutsche. Aber das sind wir nicht, keiner von uns. Wir sind Sachsen, Hannoveraner, Bayern, Badener oder Allgäuer, Steirer, Kärntner, Wiener oder Vorarlberger, Österreicher nur dort, wo es die beiden heutigen Bundesländer Nieder- und Oberösterreich betrifft, das einzige, was man als Österreich bezeichnen kann. 

Wo man uns die Katholizität als Merkmal der Identität nimmt, passiert aber noch etwas Entscheidendes. Man läßt uns im Stich, und fortan sind wir dem social engineering hilflos ausgeliefert, und alles, wo wir (wie in der Identitären Bewegung beobachtbar, die man als Notgriff verstehen muß) noch Halt finden, bewegt sich in schwammigen, gar nicht definierbaren Kunstbegriffen. Solcherart entwurzelt, werden wir hilflos gegenüber jenen Versuchen der Politik, uns eines fest umschriebenen Lebensraumes mit einer lokalen Alltagskultur und Lebensform zu berauben. Durch Zusiedlung von fremden Kulturen, fremden Religionen, durch Auflösung von kulturell geschlossenen Räumen, die aber jede gesunde Lebensentfaltung braucht, weil der Mensch seinem Wesen nach Kulturmensch ist. 

Der Grund der Wehrlosigkeit ist einerseits die Implementierung neuer "Werte", die anderseits beliebig und ideologisch motiviert sind, ohne daß sich unsere genuine Wertebasis - die Katholizität - noch zu helfen wüßte, weil sie uneins und als verbindliche Grundlage unserer Alltagskultur zerstört ist. Und das nahm seinen Anfang, der so weitreichende Folgen hatte, weil er ein Prinzip auflöste, das der Einheit der Kirche in ihrer Lehre, in diesen Erklärungen, die die Lehre der Kirche bezüglich Verhütung ("Humanae Vitae") auflöste. 

Nun, wo alles erlaubt war, wo Sexualität von der Empfängnis getrennt war, war es logische Folge, daß als nächstes die Homosexualität (und in deren Folge die "Diversität") aufkam. Denn nun läßt sich Geschlechtlichkeit nur noch über subjektives Empfinden bestimmen, ist nicht mehr in objektiven Umständen verankerbar. Und das Empfinden von Lust, von "Liebe", das kann jeder "haben". Aber Liebe - auch das uralter katholischer Fels - ist eben von der Natur, von der sachlichen Grundlage der Schöpfung, von Wahrheit und Erkenntnis der Wahrheit nicht zu trennen. Liebe löst objektive Wahrheit nicht auf, sondern sie vertieft sie sogar in die Sachen hinein, ist also ohne Wahrheit der Dinge überhaupt nicht denkbar.

Somit sind wir von der Politik, der Ideologie beliebig manipulierbar. Sie schreibt uns nun vor, was moralisch ist und was nicht. Und sieh da: Plötzlich sind genuine katholische Positionen nicht mehr moralisch! Ja wir befinden uns tatsächlich in der Lage, daß katholische Positionen zu vertreten gegen bestehende Strafgesetze verstößt! Wer in Kanada jemanden als "Herr" oder "Frau" anspricht, sagen wir in Briefen, ohne zuvor zumindest das Einverständnis des Angesprochenen eingeholt zu haben, was öffentliche Äußerung somit ausschließt, macht sich explizit strafbar. Und vom Prinzip her sind wir bei uns bereits genau so weit, nur die Praxis ist zumindest (aber sehr oft gar nicht mehr) noch zurückhaltender. Universitätsarbeiten ohne Genderismus werden fast überall schon abgelehnt, und selbst hierin war die Kirche Vorreiter - sie war die erste Institution in Österreich, die die Inklusivsprache schon zu Anfang der 1990er Jahre eingeführt hat! Das hat die Politik erst später (und nicht zuletzt unter Hinweis auf die "Kirchenpraxis"! es waren vor allem "christich-soziale/demokratische" Politiker, die sich hier besondere "Vorreiter-Lorbeeren" errungen haben!) gewagt.

Das alles hängt direkt zusammen, und viele haben es schon früh gesehen. Die Entscheidungsträger aber leider nicht. Sie haben damit die Menschen in unauflösbare Widersprüche gestoßen. Und tun es munter weiter. Das hat auch dazu geführt, daß jede "Gegenwehr" unter den Zuckermantel einer netten Privatmeinung steht, aber jede Schlagkraft im öffentlichen Disput, jedes Gewicht in der Politik verloren hat. Das Katholische wurde zu einer zweit- oder drittrangigen Angelegenheit.


Morgen Teil 2)





Dienstag, 1. Mai 2018

Vom verbrechenssteigernden Ferguson-Effekt

Ein Blick auf die detaillierten statistischen Daten über die Verbrechensraten in den USA kann mit manchem Mythos aufräumen. Und einiges Überraschende offenbart sich, liest man den umfangreichen Bericht von Edwin S. Rubenstein. So, daß die Verbrechensrate in den Vereinigten Staaten in den Jahren 1990 bis 2015 ganz deutlich (um fast die Hälfte) zurückging. Man kann vermuten, daß Zusammenhänge auch damit bestehen, daß sich im selben Zeitraum die Zahl der Inhaftierten nahezu verdoppelte. Heute sitzen in den USA nahezu zweieinhalb Millionen Menschen hinter Gittern. Das sind sieben- bis achthundert pro Hunderttausend Einwohner, also rund 0,7 Prozent, eine der höchsten Raten weltweit, China und alle Diktaturen eingerechnet. Etwa die Hälfte wegen Drogendelikten.

Aber die Zahlen beginnen sich in den letzten Jahren wieder zu drehen. Das hat vermutlich einen simplen Grund, den Rubenstein "Ferguson Effekt" nennt. Zu welchem Verständnis man vorausschicken muß, daß die Verbrechensrate unter Schwarzen exorbitant über der von Weißen liegt. Vor allem Gewaltverbrechen wie Mord oder Raubüberfall (an dritter Stelle: Autodiebstahl) "tragen die Farbe Schwarz". Aber zunehmend, ja stark zunehmend auch: Hispanic, also die Farbe der Zuwanderer aus dem spanischsprechenden Raum (das ist vor allem Mexiko), wobei die Hispanics überproportional gern zur Schußwaffe greifen. Dabei sind die meisten Opfer der Schwarzen (zu 93 Prozent) wiederum Schwarze, das zeigen die Opferstatistiken. Wie sich überhaupt die meisten Gewaltverbrechen innerhalb ethnischer Gruppen abspielen, als Täter wie Opfer.

Wie auch immer, gegen alle öffentlich betriebenen Kampagnen kann man durch Zahlen belegbar nicht behaupten, daß Schwarze ÜBERPROPORTIONAL inhaftiert oder gar Opfer von hartem Vorgehen der (weißen, "rassistischen") Polizei wären! Sie sind sogar leicht unterproportional. 

Übrigens decken sich die Zahlen aus den USA fast komplett mit ähnlichen Erhebungen und Auffälligkeiten aus London. Und auch aus Kanada (Toronto!) sind sehr ähnliche Zusammenhänge zwischen dem Anteil der schwarzen Bevölkerung und Gewaltverbrechen bekannt. Die Wahrscheinlichkeit, daß ein Schwarzer ins Gefängnis wandert, weil er ein Verbrechen beging, liegt um das Neunfache höher als bei einem Weißen. Dabei werden in den USA nur knapp 3 Prozent aller Morde überhaupt aufgeklärt beziehungsweise die Täter gefaßt.

Womit wir beim Ferguson-Effekt sind. In Ferguson war es ja 2015 zu einer Erschießung eines Schwarzen gekommen. Weltweit hatten die Medien dies zum Anlaß genommen, auf die besonders gewaltaffine Vorgangsweise der (mehrheitlich immer noch deutlich weißen) Polizei gegen Schwarze hinzuweisen - "Black life matters" etc. wurde geboren. Obwohl die offizielle Untersuchung feststellte, daß der Polizist vorschriftsmäßig und "richtig" gehandelt hatte, wurde er unter dem ungeheuren Mediendruck vom Dienst suspendiert und beruflich vernichtet. 

Das hat sich herumgesprochen. Und zwar sowohl unter weißen Polizisten ALS AUCH unter schwarzen Gewaltverbrechern, die sich besser "geschützt" fühlen dürfen. Wenn man also nun feststellt, daß seit 2015 die Gewaltverbrechen wieder steil ansteigend zunehmen, so könnte das damit zu tun haben, daß es sich heute ein (weißer) Polizist dreimal überlegt, ob und wie er gegen (eben mehrheitlich beziehungsweise im Verhältnis zu ihrem Bevölkerungsanteil ganz deutlich überproportional verbrechensaffinen und weit überproportional gewaltbereite) schwarze Verdächtige vorgeht. Ein falscher Schritt, ein falscher Schuß, aber vor allem die garantiert schlechte Publicity - und er ist beruflich ruiniert. Interessant, daß seither auch das zuständige Ministerium in Washington die entsprechenden Verbrechensstatistiken (nach Hautfarbe aufgegliedert) nicht mehr herausgibt. (Die Daten sind aber indirekt noch ermittelbar.)

In jedem Fall sind die Morde in den amerikanischen Großstädten seit 2015 wieder deutlich am Steigen: In New York um 5 Prozent, in Los Angeles um 10 Prozent, in Chicago um 13 Prozent, in Houston um 23 Prozent. DEN Schock lieferte freilich Baltimore, wo Morde seither um 63 Prozent, Gewaltverbrechen mit Schußwaffen sogar um 75 Prozent anstiegen. Den Vogel schießt aber Milwaukee ab, wo es seit eben diesem Jahr 2015 zu einer Steigerung der Morde um 65 Prozent kam. Da fällt Washington D.C. mit seinen 56 Prozent fast schon positiv auf. Und überall dasselbe: Die Opfer wie Täter sind zu achtzig und mehr Prozent Schwarze und zu acht und mehr Prozent Hispanics. Etwa sieben Prozent aller Gefängnisinsassen der USA sind Schwarze.

Weit überlegen führend bleiben Schwarze zudem wie überall in der Zahl der Drogendelikte, aber das lohnt ja kaum noch der Erwähnung, seit es diverse Konzerne geschafft haben, daß sie unter dem Titel "Pharmazeutika" Drogen verklickern. Man spricht heute schon von gut 12 Millionen Psychopharmaka- bzw. Medikamentenabhängigen. Ritalin, vor allem aber das zur Modemedikation gewordene PROZAC lassen grüßen.

Welch letzteres heute den seit Gründung in jüdischem Familienbesitz stehenden Pharmakonzern Eli Lilly, einen der heute größten Pharmakonzerne der Welt - neben dessen Methadon - reich macht. Auch nachdem er seine Tochter Monsanto 2017 an Beyer verkauft hat. Aufgestiegen war der Konzern wenigstens noch durch Penicillin. Aber diese Zeiten sind vorbei. Heute beruhigt die Familie ihr Gewissen mit "zahlreichen sozialen Projekten", in denen sie "den Charakter der amerikanischen Gesellschaft verbessern wollen". Vielleicht weiß es der Leser nicht, aber die meisten Pharmakonzerne arbeiten mit Gewinnen (sic!) von um die 40 Prozent. Und diese Retter menschlichen Wohlbefindens geben ums zweifache mehr Geld für public relations/Werbung aus als für Forschung. Und stehen seit je im Verdacht, Korruption als übliches Mittel des Geschäfts zu sehen. Welch' Vorwurf - natürlich frei erfunden ist.

No more comment also auch zu einem Konzern (unter zahlreichen anderen), der es geschafft hat, eine früher als reine Droge eingestufte Substanz zum Medikament erklären zu lassen. Angeblich übertrifft mittlerweile die Zahl der durch Psychopharmaka (als Droge) Versterbenden die Zahl der "echten" Drogenopfer um das Zweieinhalbfache. Die Droge ist so "gesellschaftsfähig" geworden, daß sogar schon jeder achte US-Soldat im Irak regelmäßig Prozac "auf Rezept" nimmt. 5 Prozent aller Kinder in den USA erhalten Prozac (auch unter anderen Namen) regelmäßig verschrieben. Eine ganze Nation wird mit offizieller Duldung süchtig gemacht. Eine medizinisch relevante Wirkung ist bis heute nicht nachweisbar. Es ist eine reine Droge.

Bleibe der Fokus an dieser Stelle vorerst aber wieder mehr auf das Kernthema dieser Ausführungen gerichtet, und damit nun auf Hispanics. Die sich anschicken, in allen Verbrechensstatistiken den zweiten Platz einzunehmen. Auch weil ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung der USA mittlerweile so stark gestiegen ist, daß Demographen davon sprechen, daß in zehn Jahren diese (weit überwiegend katholischen) Hispanics die (von einem wahren Genozid, bestehend aus sexueller Befreiung, Verhütung und Abtreibung schwerstens betroffenen) Schwarzen überholen und die zahlenmäßig stärkste nicht-weiße Bevölkerungsgruppe in den Staaten stellen werden. Parallel werden die Weißen sehr bald und erstmals auf unter 50 Prozent der USA fallen.

Die offiziellen weißen Katholiken werden sogar auf unter 20 Prozent fallen. Von über 30 Prozent - damals steigend - in den 1950er Jahren. Als man von offizieller Seite her begann, dem einen Riegel vorzuschieben und katholische "Neighbourhoods" aufzubrechen. Das war ziemlich erfolgreich. Nach Kirchenbesuch gerechnet (heute 10 Prozent gegenüber 90 Prozent in den 1950ern) sind weiße "Kultgeprägte" dann überhaupt eine winzige Minderheit von gerade noch 2 Prozent der Bevölkerung der USA. Ihre Fahne wird so irgendwie wohl von den Hispanics übernommen.

Ihnen statistisch (sic!) vergleichbar wächst derzeit nur die Gruppe der Muslime. NICHT in den Statistiken sind dabei die illegalen Einwanderer berücksichtigt, sie firmieren bestenfalls unter "Sonstige". Warum diese Kategorie in der Zahl der Morde um 107 Prozent anstieg soll sich der Leser selber denken.

Ob man zu manchen Schlüssen kommen muß bleibt zwar freibleibend, aber sie sind zumindest interessant. Denn rechnet man statistisch die Verbrechensraten hoch, so würde etwa in einem rein weißen New York (mit vielen Asiaten, deren Verbrechensraten da und dort sogar aber unter denen der Weißen liegen) die Zahl der Morde und Überfälle auf EIN ZWANZIGSTEL (in anderen Städten wie Chicago noch mehr) zurückgehen. Bei nicht einmal 10 Prozent Schwarzen in New York.







*220418*

Sonntag, 29. April 2018

Das Blut der Märtyrer ist der Samen der Christenheit (3)

Teil 3)


Als die Mohawks als nächstes dem Jesuitenpater Speere ins Fleisch stoßen, betet der laut: Jesus, habe Erbarmen mit uns! Und die Huronen, die mit ihm gemartert werden, wiederholen seine Worte. Um diesen Priestergiganten endlich zum Schweigen zu bringen, schneiden ihm deshalb die Peiniger die Unterlippe weg. Dann nehmen sie einen Speerschaft und stoßen ihm diesen in den Rachen. Aber immer noch gibt Brébeuf keinen Schmerzenslaut von sich. 

Also holen sie nun seinen jungen Mitbruder, Pater Gabriel Lalement. Auch er ist nackt. Sie schnallen rund um seine Hüfte einen Gürtel aus Birkenrinde. Wir werden zu einem Spektakel für die Welt gemacht, für die Engel und die Menschen, ruft Lalement aus. Er wird an einen Marterpfahl direkt neben Brébeuf gebunden, ehe die Mohawks seinen Gürtel anzünden. 

Mittlerweile haben die Indianer rund um Brébeufs Nacken ein Halsband aus rotglühenden Tomahawk-Klingen gelegt, vorne drei, hinten drei. Das hat den Sinn, daß er jedesmal, wenn er seinen Oberkörper um den Schmerz zu lindern nach vorn oder nach hinten beugt, von der anderen Seite umso mehr verbrannt wird. Wieder stößt er aus: Jesus, hab Erbarmen mit uns! 

Die Indianer toben vor Haß und Wut, weil sie den Pater nicht brechen können. Zunächst schnallen sie auch ihm einen Hüftgürtel aus Rinde um und stecken diesen in Flammen. Und nun treten Huronen, die vom Glauben aus Angst vor den Martern abgefallen sind, an ihn heran, und gießen ihm in einer Nachäffung der Taufe kochendes Wasser über den Kopf und verspotten ihn: Wir taufen Dich, damit Du im Himmel glücklich bist! Du weißt ja, ohne gute Taufe kann niemand gerettet werden! Du hast doch immer vom Wert des Leidens erzählt, Du solltest also glücklich sein, daß wir Dich leiden lassen. 

Immer noch gibt Brébeuf keinen Klagelaut von sich. Nun werden ihm aus seinen Beinen Streifen von Fleisch geschnitten. Das die Indianer dann vor seinen Augen essen in der Hoffnung, endlich den außergewöhnlichen Mut des Priesters zu brechen. Der aber betet laut für seine Peiniger. Die Indianer toben immer mehr vor Wut. Sie schneiden ihm die Nase ab, dann seine Oberlippe, und schließlich seine Zunge. Sie stecken ihm eine brennende Fackel in den Mund und reißen ihm die Augen aus den Höhlen. Dann schleifen sie ihn zu einem Podest und schneiden ihm die Füße ab. Daraufhin skalpieren sie ihn. Schließlich öffnen sie seinen Brustkorb, reißen ihm das Herz heraus und essen es. In der Hoffnung, den außergewöhnlichen Mut des Priesters in Besitz zu nehmen, trinken sie sein Blut, bis sie dem Leichnam mit einem Tomahawk das Gesicht spalten. 

Pater Lalement wird noch die ganze Nacht weitergefoltert, langsam und sorgfältig, um ihn nicht vorzeitig zu töten. Also bringen sie ihn stets nur an den Rand des Todes, um ihn dann wieder ins Leben zurückzuholen. Im Morgengrauen schneiden sie ihm die Zunge heraus, reißen ihm die Augen heraus, stecken ihm glühende Kohlen in die leeren Augenhöhlen, und schneiden ihm dann die Hände und die Füße ab. Aber das Herz des jungen Priesters schlägt immer noch. Also schneiden sie auch ihm Fleisch vom Körper und essen es, skalpieren ihn, öffnen seinen Brustkorb und schneiden ihm das Herz heraus, essen es, trinken sein Blut. Auch er hat während der ganzen Tortur nicht einen Moment geklagt.

Dabei wäre Lalement gar nicht zur Mission vorgesehen gewesen. Seine Oberen zweifelten an seiner Konstitution. Er sei zu schwach für die Härte der Mission in Kanada, meinten sie. Vielleicht stimmt es, vielleicht war er physisch wirklich nicht der Stärkste. Trotzdem hielt er sechzehn Stunden der härtesten Martern durch.


***

Am Ende der "Biberkriege" 1640 bis 1701, in denen die Irokesen ihr Stammesgebiet ausweiten und sich das Monopol als einzige Fellhändler (und als Mittler zwischen den Weststämmen und den Handelsniederlassungen an der Ostsee) aneignen wollten, werden die christianisierten Huronen (neben anderen mit den Franzosen verbündeten Stämmen) durch die vereinten Südstämme der Irokesen unter der Führung der Mohawk in einem Genozid vollständig ausgelöscht oder vertrieben sein. Sie konnten den Angriffen von Feinden, die in Gier und Haß keine Grenzen kennen und keine Grenzen kennen wollen, die in Dämonie versunken sind, nicht standhalten. Es war einer der grausamsten, blutigsten Kriege in der Geschichte Nordamerikas, der die gesamte Geographie der Indianer Nordamerikas dauerhaft veränderte. Die Huronen sind letztlich als Märtyrer gestorben. Wenige Jahre später verloren die Irokesen die niederländischen Händler, und die immer zahlreicher einsiedelnden Franzosen und Engländer übernahmen den Handel selbst. Letztlich war also alles umsonst gewesen.

***

Den vollen Sinn und Wert des stellvertretenden, sühnenden Leidens, den Wert des Martyriums, können wir nur begreifen, wenn wir begreifen, daß die Getauften in der Kirche in einem geistigen "mystischen" Leib zusammengeschlossen sind. In diesem Zusammengehören kraft der Taufe als "Kirche" ist das, was dem Teil geschieht, dem Ganzen geschieht, und umgekehrt.

Es ist ein Organismus und insofern eine Antwort auf den Universalienstreit des späten Mittelalters, der die Möglichkeit, die Erlösung Christi zu begreifen, immer mehr ausgetrocknet hat, weil er die Stellvertretung nicht mehr begreifen ließ. In dem es nämlich darum ging, ob universale Begriffe, Abstrakta sozusagen, Gattungsbegriffe, übergreifende, zusammenfassende Begriffe eine objektive Wirklichkeit sind oder nur Gedankendinge. Denn wenn sie geistige, abstrakte, aber reale Wirklichkeiten sind, kann diese Stellvertretung gedacht werden. Letztendlich läßt sich also auch die Erlösung durch Jesus Christus nur dann begreifen, wenn wir begreifen, daß Christus "als Mensch" dieses "volle Menschsein an sich", an dem wir teilhaben, je mehr wir Christus ein- und angehören, ihm ähnlich sind, in das göttliche innertrinitarische Leben hineingeholt hat. Durch seine Fleischwerdung.

Die Märtyrer Kanadas, von deren einigen oben gehandelt wird und von denen es insgesamt hunderte, wenn nicht tausende gibt, haben also mit Gewißheit der Kirche insgesamt, aber auch dort, jenen Boden bereitet, aus dem sie sich in Kraft entfalten hatten können. Immerhin war Kanada zumindest in seinem französischen Westen - also dem Raum der katholischen Kirche - immer ein tief katholisches Land gewesen. Daß es heute mit umso größerer Vehemenz von den Dämonien der Gegenwart gebeutelt wird - Genderismus, political correctness, Verrücktheiten sonder Zahl sind dort auf eine Weise implementiert, die man nur noch als kollektiven Wahnsinn bezeichnen kann - kann man deshalb nur als ebenso wütenden Haß verstehen, wie ihn die Mohawk angesichts des unglaublich mutig ertragenen Martyriums der beiden Jesuitenpater Jean le Brébeuf und Gabriele Lalement erfaßt hat. Denn es ist tatsächlich das Blut der Märtyrer, das den Samen der Christenheit bedeutet.



*190418*

Samstag, 28. April 2018

Das Blut der Märtyrer ist der Samen der Christenheit (2)

Teil 2) Einfügen in die Lebenswelt


Dabei stellte Jean de Brébeuf fest, daß die Sprache der Huronen viele Begriffe nicht kannte, die aber für ein Verständnis des Glaubens unumgänglich waren. Die Franziskaner zuvor hatten dies dadurch "gelöst", also sie die fehlenden Begriffe durch englische oder lateinische Wörter einführen wollten, was natürlich ohne jeden Erfolg blieb. Brébeuf verfaßte hingegen nicht nur in jahrelanger Arbeit eine Grammatik des Huronischen, sondern versuchte, das in diesen notwendigen Begriffen erfaßte in Huronisch zu umschreiben.

So kannten die Huronen die Begriffe Vater oder Mutter oder Bruder etc. nicht. Obwohl ihre Sprache in vielerlei Hinsicht durchaus komplex und vollständig war (Fälle, Geschlecht etc.) kannten sie diese Beziehungen nur, wenn sie in Verbindung mit einem Possessivpronomen vorkamen, also: Mein, Dein, etc. So konnten sie aber schon mit dem Kreuzzeichen "Im Namen des Vaters, des Sohnes, des Heiligen Geistes" nichts anfangen! Brébeuf dachte lange nach, und suchte schließlich bei den Ordensoberen in Frankreich um die Genehmigung der Formel "Im Namen unseres Vaters und seines Sohnes und ihres Heiligen Geistes" an. Was theologisch subtil und wahr ist, und ihm auch gewährt wurde.

Die Jesuiten in der Mission waren intellektuelle Giganten, hoch gebildet und kultiviert. Doch sie nahmen auf sich, sich in primitivste Gesellschaften zu integrieren, und die Wahrheit des Glaubens vollgültig und wahr in die einfachen Verhältnisse zu transformieren. Brébeuf erhält bald unter den Huronen den Spitznamen "Der Mann, der alles trägt". Sie akzeptieren und mögen ihn, aber dennoch muß er ständig damit rechnen, daß sie ihn umbringen. 

Das Martyrium

Mitte der 1640er Jahre bricht der "Biberkrieg" aus. Die südlichen Irokesenstämme dringen in die Bibergründe der großen Seen im Norden ein, und machen den Huronen eine ihrer Lebensgrundlagen streitig. Am 16. März 1649 haben Pater Brébeuf und sein junger Mitbruder Lalement gerade die Messe fertig gelesen, als die Irokesen auch das Huronendorf überfallen, in dem die Jesuiten leben. Und deren Bewohner großteils bereits christianisiert sind. Alle werden gefangen genommen. Die meisten Huronenchristen werden auf der Stelle abgeschlachtet, ihre Schädel mit Tomahawks gespalten, ihre Kehlen durchgeschnitten. Alte, Kranke, Kinder, Frauen werden in Langhäuser getrieben und diese angezündet, sie verbrennen bei lebendigem Leib. 

Brébeuf und Lalement werden wie die noch verbliebenen Huronenchristen gefesselt und in das Nachbardorf St. Ignatius (alles in Ontario, an der Ostseite des Lake Huron/Huronsees) getrieben, das die Irokesen bereits zuvor geplündert und niedergemacht hatten.

Es gibt Berichte von den nun folgenden Ereignissen durch später entflohene Huronen, die es bis zur Jesuitenmission schafften. Der Jesuit Christophe Regnault ging daraufhin an den Ort des Todes der beiden Mitbrüder zurück, und fand deren Überreste und die Spuren der Ereignisse so, wie es berichtet worden war. Sein Bericht geht wie so viele andere Berichte sofort nach Frankreich.

Die Jesuitenpater werden zwar als das besondere Objekt der Folter angesehen, gemartert werden aber alle gefangenen Huronenchristen. Die mit dem rituellen "Gassenlauf" beginnt. Einem Spießrutenlauf, wo die Opfer von den eine Gasse bildenden Indianern (in der Mehrheit Mohawks, aber auch andere Stämme aus der "Allianz der sechs") mit allem geschlagen werden, was denen in die Hände kommt. Bleiben sie stehen, werden sie totgeschlagen. Zusammen mit den Huronenchristen, reißt man den Patres die Kleider vom Leibe und schickt sie in die Gasse. Mit Müh und Not überstehen die Jesuiten diesen ersten Durchgang. 

Währenddessen haben andere Mohawks und Algonkins und Seneca bereits Wälle aus Feuerholz und Ästen rund um die Marterpfähle aufgerichtet und entzündet. Zunächst aber werden die Jesuiten mit den Huronenchristen gemeinsam in eine kleine Hütte gesperrt, die einmal als Kapelle hergerichtet hätte werden sollen. Die Christen trösten einander, die Priester erteilen allen nacheinander die Absolution. Schließlich holt man Brébeuf und die Huronen zur Marter.

Im nun beginnenden nächsten Durchgang (die Irokesen sind berühmt dafür, daß sie Marteropfer nur soweit quälen, als sich diese wieder erholen, so daß die Qualen über Tage gestreckt werden können) werden den Gefangenen die Finger gebrochen. Dann werden alle Fingernägel herausgezogen, und alte Frauen und Kinder kommen und nagen an den Enden der Finger. Dann wird Brébeuf allen voran an den Marterpfahl gestellt und daran gefesselt. Als der Pater an seinem Pfahl herantritt, küßt er ihn.

Zunächst legen die Indianer Glutnester um seine Füße, und fahren ihm mit brennenden Fackeln am Körper langsam hinauf und hinunter.  Besonders langsam sind sie zwischen seinen Beinen, in den Achselhöhlen, und um den Hals. Das Fleisch des Heiligen beginnt bereits Blasen zu bilden. Aber er gibt keinen Laut von sich. Das beeindruckt sichtlich die Peiniger. Deshalb beginnen sie, ihm mit ihren Messern tiefe Fleischwunden zuzufügen. 

Während aller dieser Torturen wendet sich Brébeuf immer wieder an seine Mitbrüder, die mit ihm gemartert werden, und tröstet sie: Meine Söhne, sagt er, meine lieben Brüder, laßt uns in unserer Bedrängnis die Augen zum Himmel heben! Laßt uns nicht vergessen, daß Gott Zeuge unserer Leiden ist, und schon bald wird er unsere alles übertreffende Belohnung sein. Laßt uns im Glauben sterben, laßt uns auf ihn und auf die Erfüllung seiner Verheißungen hoffen. Ich habe um euch mehr Sorge als um mich. Bleibt fest, am Ende unserer Leiden erwartet uns die Fülle der Gnade, und die Glückseligkeit wird ewig währen. 


Morgen Teil 3)



*190418*

Freitag, 27. April 2018

Das Blut der Märtyrer ist der Samen der Christenheit (1)

1539 wurden die Jesuiten gegründet. 1615 hatten sie bereits dreizehntausend Mitglieder, obwohl der Gründer des Ordens, der Hl. Ignatius von Loyola, die Höchstzahl der Mitglieder auf sechzig begrenzt hatte. Der Zulauf war enorm, dabei waren sie durch ihre ungeheure Strenge bekannt. 1645 betrieben sie am europäischen Kontinent bereits fünfhundertzwanzig Hochschulen und Seminare.

In einem Zeitalter, in dem die Wissenschaft erstmals in Europa zu einer nie gesehen Blüte kam, gehörten die Jesuiten zur absoluten geistigen Elite des Kontinents. Fünf, sechs, sieben Sprachen waren üblich, und unter heutigen Bedingungen würde wohl jeder der damaligen Jesuiten zu den Hochbegabten zu zählen sein, die ein Leben in Forschung und Wissenschaft vor sich hätten.  

Aber sie sahen eine ihrer Hauptaufgaben - neben Bildung und Erziehung - in der Mission. Und trotz ihrer intellektuellen Führerschaft in Europa, war der Drang der Jesuitenbrüder in die Mission, wo sie auf alles das verzichteten, das ihnen in Europa Ansehen und Anerkennung hätte bringen können, so groß, daß die Ordensoberen im 17. Jahrhundert extrem sieben mußten und konnten. Denn gerade die Besten drängte es am stärksten in die Welt, um das Evangelium zu verbreiten und den Menschen die Erlösung zu bringen. Sie sahen mit der allergrößten Klarheit die Erlösungsbedürftigkeit des Menschen, begriffen am hellsten, was diese Erlösung brachte. 

Und in der Mission kam es ganz besonders auf ein Leben im Streben nach Heiligkeit an. Den Jesuiten war damals völlig klar, daß nur ein Heiliger auch missionieren konnte. Missionare mußten also nicht nur psychisch absolut stabil und intellektuell auf voller Höhe sein, sie mußten vor allem im geistigen und geistlichen Leben auf voller Höhe sein. Und die Glanztaten die die damaligen Jesuiten erbrachten, stehen bis heute an Ehrenplätzen in den Geschichtsbüchern.

Umso mehr ist dieser Drang der damaligen geistigen Elite in die Welt bemerkenswert, als sich bald herausstellte, daß ein Missionar nicht nur oft mit extremen Strapazen und Anforderungen fertig werden, sondern überaus häufig mit dem Martyrium rechnen mußte. Allein zwischen 1645 bis 1660 wurden zweihundert Jesuiten von Indogenen umgebracht. Kaum ein Jesuitenmissionar erlebte sein vierzigstes oder gar ein fünfzigstes Lebensjahr, ein höheres Alter war überhaupt extrem selten. Und dennoch drängten die Jesuiten in Europa darauf, ließen ein Leben an Universitäten und in Lehrstuben zurück, um unter den härtesten Bedingungen den Glauben zu verbreiten. Getrieben von einer Liebe zu den Seelen, wie sie eben Heiligen ansteht.

Dafür hatten sie Erfolge, die zuvor nie gesehen wurden, und die die manchmal doch recht dürftigen Erfolge der Franziskaner weit in den Schatten stellten. Franz Xaver etwa, der später in China starb, hatte alleine in Indien, wo die portugiesischen Franziskaner kaum etwas weitergebracht hatten, schätzungsweise eine Million Menschen getauft und bekehrt. Er war es auch, der hundert Jahre vor den Ereignissen in Kanada, von denen unten die Rede sein wird, die jesuitische Missionsmethode begründete. Die immer erst eine lange Phase des genauen Studiums der Gastkultur vorsah. Ja, erst einmal mußte sich der Missionar quasi assimilieren, erst dann konnte er missionieren. 

Also sollten, auf der Basis einer bestmöglichen Sprachkenntnis, Ähnlichkeiten mit dem katholischen Glauben erkannt und als Anknüpfungspunkt verwendet werden. Das persönliche Vertrauen wurde dadurch gewonnen, als jeder Missionar sich bemühte, die Lebensweise der indigenen Völker so weit wie möglich anzunehmen und als "einer der ihren" unter ihnen zu leben.

Die Mission in Neufrankreich-Kanada

Als einer der härtesten Böden für eine Mission galten die Indianer Nordamerikas. Teilweise lebten die Indianerstämme in Zuständen, die unbeschreiblich waren. Das galt vor allem für die meisten der Stämme in Neufrankreich im Osten des heutigen Kanada, wo im Gebiet der großen Seen im Süden die sogenannten "Sechs Stämme" lebten, die unter dem Sammelnamen "Irokesen" ein so passables "Föderalsystem von Staaten" eingerichtet hatten, daß es sogar für die Gründerväter der Vereinigten Staaten gewisse Vorbildfunktion hatte. Ihnen standen nördlich der großen Seen die Huronen gegenüber, deren kultureller Zustand ganz besonders erbärmlich war.

Wir haben heute ganz umfassende Berichte und Schilderungen aus jener Zeit und von jenen Kulturen. Denn jeder Jesuitenmissionar sandte fortlaufend Bericht an die Zentrale in Paris. Dort sammelte man diese Berichte und legte so im Laufe der Zeit eine schließlich siebzig gewaltige Folianten umfassende Chronik an, das heute ein unschätzbares Archiv genauester Kultur- und Tätigkeitsbeschreibungen darstellt. Und aus dieser Chronik stammt auch der Bericht von einem der unglaublichsten Fälle von Martyrium, dem von Jean de Brébeuf, der am 16. März 1649 als Märtyrer starb. Ihm zur Seite sein weit jüngerer Mitbruder, Gabriel Lalement.

Jean de Brébeuf

Jean de Brébeuf wurde am 25. März 1593 in Frankreich geboren und trat erst im Alter von vierundzwanzig Jahren dem Jesuitenorden bei. Nach Studium, Noviziat und Priesterweihe, sowie drei Jahren als Universitätslehrer in Rouen ging er endlich, seinem brennenden Wunsche nach, 1625 nach Neufrankreich (Kanada). Er blieb bei den Huronen für den Rest seines Lebens, also 24 Jahre, bis zu seinem schrecklichen Tod. 1925 wurde er selig-, zusammen mit sieben weiteren Jesuiten-Missionaren 1930 heiliggesprochen. 1940 erhob ihn Papst Pius X. zum Patron Kanadas.

Als Brébeuf in Quebec in Kanada ankam, das damals ein kleines Fort von der Größe eines halben Fußballfeldes war, war die Mission durch die Franziskaner dort so gut wie gescheitert. Mit unendlicher Geduld näherte sich der Jesuit den ersten Huronen, ging ihnen immer tiefer nach und lebte schließlich drei Jahre mitten unter ihnen, teilte vor allem ihre harte Lebensweise. Dabei sprach er drei Jahre praktisch kein Wort, sondern hörte nur zu, studierte nur ihre Sprache und ihre Lebensweise. Aber noch immer blieb er äußerst vorsichtig, lebte dazu in ständiger Todesgefahr, denn ein ausbleibender Regen, einmal Unglück bei der Jagd, und er hätte jederzeit erschlagen werden können. Aber das unterschied sie auch fundamental von den Missionsbestrebungen der Protestanten, die diese Wege nie gingen und entsprechend erfolglos blieben.

Ganz langsam gewann Brébeuf die Zuneigung und das Vertrauen der Indianer, schließlich adoptierte ihn sogar eine alte Frau, und er war fortan halbwegs geschützt. Aber erst 1635 ließen sich die ersten Indianer taufen. Als 1640 eine Windpockenepidemie fast die Hälfte der Huronen hinwegraffte, begannen ihn die Huronen ob seiner Furchtlosigkeit, mit der er bei ihnen aushielt, endgültig zu bewundern, und erste Massentaufen fanden statt. Bald nahm die Bekehrung der Huronen großen Umfang an, und der ganze Stamm änderte nach und nach seine Lebensweise. Es sollte sich für sie tragisch auswirken, umso mehr verdienen sie unsere Achtung. Denn den Indianern waren die Folgen wohl bewußt: Das Christentum macht auf eine gewisse Weise gegen das Böse wehrlos, denn es ist durchdrungen vom Prinzip, daß kein Gut durch ein schlechtes Mittel angestrebt werden kann. Diese Wahrheit über das Sein ist das vielleicht am meisten am Christentum Unterschätzte.

Die Lebensumstände der Huronen

Bis zum Eintreffen Brébeufs lebten die Huronen in unsäglichen Zuständen. Sie wohnten (wie fast alle der Indianerstämme in Neufrankreich) zu zwanzig bis vierzig Menschen unterschiedlichster Familien in aus Rinde und Ästen erbauten Langhäusern, in deren Mitte offene Feuer als Kochstelle und Wärmequelle in den extrem kalten, langen Wintern und überaus feuchten Übergangszeiten brannten. Nur ein kleines Abzugsloch im Dach ließ den Rauch entweichen. Somit fiel einem im Inneren ob des bissigen Rauchs das Atmen schwer, und die Augen Brébeufs waren ständig rot, tränten und bissen.

Die hygienischen Umstände waren extrem. Jeder urinierte oder defäkierte wo immer es ihm gerade einfiel. Dazu kamen die Hunde, die ein gleiches taten. Dennoch spielten die Kinder am Boden. In den Hütten stank es bestialisch. Man wusch sich kaum. Was für ein gewaltiger Unterschied etwa zu den in Mexiko lebenden Azteken, die hygienischer lebten als die eintreffenden Spanier.

Überall herrschte aggressive Promiskuität. Orgien standen an der Tagesordnung. Was mit sich brachte, daß die Stämme viele Fragen wie das Erbrecht matrilinear (aber patriarchal) geregelt hatten, weil kaum jemand seinen Vater, sondern nur seine Mutter kannte. 

Regelmäßig fand ritualisierte Folter statt, und zwar an Gefangenen und Sklaven ebenso wie willkürlich aneinander. Die mit Methoden ungeheurer Brutalität und Raffinesse ausgeführt wurde. Die Nahrung war übelschmeckend, nährstoffarm, zufällig und primitiv, und nach hygienischen Gesichtspunkten widerlich. Die Grundnahrung bestand aus in bloßem Wasser gekochtem, geschmacklosem Wildgetreide, ab und zu mit Aal oder was eben leicht gefunden wurde. 

Schamanen und Medizinmänner hatten Einfluß auf jede Lebensregung, und hielten die indianische Bevölkerung in einer Atmosphäre pausenloser Furcht und Unberechenbarkeit, also in einer alle beherrschenden Dämonie. Sie vor allem davon zu befreien war Brébeufs innerstes Anliegen, und sein Herz brannte in einer Liebe zu diesen Menschen, wie sie eben Heiligen möglich ist. Er wollte ihre Seelen retten, wollte ihnen die Erlösung von dieser Dämonie bringen.


Morgen Teil 2) Einfügen in die Lebenswelt



*190418*

Dienstag, 24. Januar 2017

Warum der Genderwahnsinn nicht aufzuhalten sein wird

Die Freiheit der Rede ist nicht einfach irgendein "Wert", den es zu verteidigen gilt oder nicht, und den man wenn es jemandem gefällt mal hier mal dort auch beschränken kann, sagt der kanadische Psychologe und Universitätsdozent Jordan Peterson. Es ist die Basis der gesamten abendländischen (westlichen) Kultur! Die darauf aufbaut, daß jemand egal wie verrückt sein mag, was er denkt, und egal wie unzusammenhängend und widersprüchlich es auch ist, so muß es artikuliert werden können. Wenn das nicht der Fall ist tritt ein schwerer Grundschaden ein, in dem eine Kultur sich dem Irrationalen ausliefert, weil der Mensch sich nur über Vernunft ordnen und organisieren kann. Deshalb müssen sich auch Chaos und Ordnung gegenüberstehen, beide müssen eine Möglichkeit haben, an die Öffentlichkeit zu treten, sonst kann sich niemals eine Vernunftordnung herstellen. 

Deshalb kann keine Universität bestehen, wo Gesinnungsdruck die Äußerung bestimmter Meinungen unterdrückt und nicht zuläßt. Wer das tut tritt in einen Kampfmodus gegen einen bereits vordefinierten Feind. Die Universität verstößt damit gegen ihre Grundsätze, der sie ihre Existenz verdankt. Denn Freiheit der Rede heißt auch, daß jeder den Begriff verwenden können muß, mit dem er meint, die Inhalte die er auszudrücken wünscht auch zu erfassen und darzustellen. Geschicht das nicht, wird eine Sprache diktiert, die diktatorisch und verbindlich über alle gesetzt wird, wird Wahrheit dogmatisch diktiert. So aber kann keine Wissenschaft mehr funktionieren, die weiß, daß sie nie fertig ist, die also alle Offenheit für andere Ergebnisse braucht.

Die im Video dargestellte Debatte fand jüngst auf der Universität von Toronto statt. Anlaß war ein nunmehr erlassenes Gesetz ("C16"), das die Nicht-Verwendung von Gendersprache unter Strafe stellt. Aber es geht nicht nur darum, was man sagt. Es geht nun um das, was man nicht sagt. Zukünftig ist in Kanada sogar klagbar, wenn man jemanden NICHT in der Genderwahl anspricht, in der er angesprochen werden möchte. Das Argument ist absurd weil verlogen und dumm: Damit wolle man sicherstellen, daß jeder gezwungen sei, sich persönlich mit dem Adressaten auseinanderzusetzen. Ein anonomysierendes "Er, Sie (EZ/MZ)" soll damit vermieden werden. Das Gesetz soll dazu beitragen, den Umgang miteinander einfühlsamer zu gestalten. "Social justice tribunals" wurden eingerichtet, die zukünftig über Verstöße gegen die Gender-Rechte wachen und ohne offizielle rechtliche Verantwortung Sanktionen auslösen können. Darunter solche wie Kürzungen der Einkommen!

Peterson wendet sich vehement und immer engagierter gegen die Umtriebe des Genderwahns, der seiner Ansicht nach alle in einen Opferstatus versetzt. Kraft dessen sie jedes Recht haben, freie Rede und damit freies Denken zu unterdrücken. Das ist der Tod jeder Kultur. Denn es ruft eine psychologische Haltung hervor, in der der Mensch nicht mehr mutig nach der Welt greift, um sie so wie sie ist zu bewältigen, sondern Welt ausschließt, sobald er subjektiv meint, sie würde ihm nicht folgen. 

Daß die Argumentation, daß es um die Ahndung zugefügter Diskriminierung gehe, nicht stimme, daß also die Intention dieser Gesetze anders lägen als vorgeschützt zeige, so Peterson, daß er schon auf sein Ankündigung hin, daß er sich um diese Gesetze nicht kümmern werde, die Universität ihm mit disziplinären Konsequenzen (Entlassung) gedroht und sich von ihm distanziert habe. Auch stimme das Argument nicht, daß das C16 kein staatliches "Strafgesetz" sei, sondern nur lokalen Charakter habe, das der Förderung des "Mitgefühls" diene. Denn die "Humanitary Rights Commmission", die hinter allem diesem steht, werde von den Staatlichen Gerichten laut eigener Aussage als Interpret dafür herangezogen, wann und was eine "Menschenrechtsverletzung" und damit von den Gerichten zu verfolgen sei. 

Es geht nicht darum was ein Mensch irgendwie faktisch "ist". Es geht darum, was er sein soll, und darum, ob es ein solches Sollen zurecht gibt, und warum, und warum es sich in jedem Einzelnen äußert.

Es geht bei diesen Gesetzen nicht mehr um Gesetze und Recht, es geht um ethische Kriterien der LBGT(Q), die per Gesetz durchgesetzt werden sollen. Und hier zeigt sich die schwierige Lage, in die sich die Gegener des Gendering tatsächlich bereits gebracht haben. Denn ihr objektivistischer, rationalistischer Wissenschaftsbegriff ist nicht haltbar. Auch die biologistischen Argumente ("Empirie") sind unzulänglich, der VdZ hat immer wieder darauf hingewiesen. Was empirisch ist ist nur auf der Grundlage einer philosophisch-metaphysischen Grundentscheidung festzustellen, der Rationalismus, der vielfach als Wissenschaft gesehen wird, ist in sich ein Irrtum. 

Vielmehr hat diese rationalistische Wissenschaft selbst jenes Vakuum hinterlassen, indem sie Wahrheit von Gott löste, und damit von der sittlichen Haltung löste, das Wahrheit und Wahrheitssuche aber unabdingbar braucht. Und DAS liefert nun die Genderfraktion nach, in diese Lücke stößt die sogenannte "post-normale Wissenschaft", die Genderismus ist. Und sie hat darin groteskerweise Recht!

Auch wenn es absolut stimmt, was Peterson sagt, daß solche Gesetze "social constructivism" in die Gesetze bringt. Damit werden philosophisch-moralische Hintergründe als lebendige Wirkfaktoren in soziale Gefüge eingeschleust, die ihre Wirkung zweifelsfrei entfalten,. selbst wenn der Wortsinn der Gesetze scheinbar limitierter ist. Mit solchen moralischen Gesetzen werden ganze Gesellschaften über kurz oder lang gelenkt und gelähmt.

Natürlich stimmt auch, was Peterson sagt, daß es doch absurd ist zu behaupten, daß Gechlechtsidentität individuell definiert und definierbar sei. Wenn doch jede Empirie zeigt, daß je nach Studie 98 % bis 99,6 % aller Menschen ihre Geschlechtsidentität eindeutig ind der Bi-Polarität ("binary") definiert sehen. Die Erfahrung zeigt außerdem, daß Gesellschaften (Skandinavien ist ein Beispiel dafür), die die Geschlechteridentitäten subjekivieren bzw. die Polarität eliminieren die Polaritäten in der Reaktion der Menschen sogar deutlich verstärken. Detail am Rande: Peterson berichtet von Zuschriften von Transsexuellen, die sich ausschließlich seinen Argumenten anschlossen. Denn auch diese wollen keine Auflösung der Geschlechtsidentitäten an sich, sie wollen ja "das andere" Geschlecht als ihre Identität festgelegt haben.

Die Diskussion kann aber eben nicht sein, ob Rationalismus wahrer sei als sittlich (moralisch) fundierte Wahrheit, sondern es muß eine Diskussion um die Wahrheit selbst sein - es ist damit eine religiöse Diskussion. Nur die Wahrheit selbst als Prämisse - als Person begriffen, zu der der Mensch in Dialog steht - kann eine Lähmung verhindern,. nur so bleibt die Wahrheit einerseits "fest", und anderseits dynamisch. Es ist damit eine anthropologisch-metaphysische Diskussion darüber, was der Mensch überhaupt ist. Nur wenn begriffen wird, daß psycho-soziale Konstruktion (und damit Gesellschaftsform, und damit Recht) nicht willkürlich-pragmatische Festsetzungen sind, sondern eine Idealordnung widerspiegeln, als Abbild vom Urbild.  

Beide Seiten, die hier die Schlacht führen, sind also in einem dramatischen Irrtum geeint: Sie lehnen den absoluten, nicht weltimmanenten Geist ab. Hier geht es also um das Wesen der Welt! Die einen hoffen auf eine irgendwie geartete Dialektik hegelianisch-materialistischer Art ("Naturwissenschaft") und können im letzten (auch Peterson macht es in dieser Diskussion) nur noch auf ihre subjektiven Absichten verweisen (so richtig und gerechtfertigt sie auch sein mögen), die anderen wollen ihn subjektiv-individuell festlegbar (oder gar volatil) wissen, weil der Mensch ohnehin willkürlich definierbar ist, nichts ihn absolut verankert. Letztere beanspruchen damit jene geistige Objektivität, die die anderen regelrecht anbieten weil preisgegeben haben (weil die ontologische Priorität des Geistes über der Materie leugnen). Denn eine Wissenschaft ohne Sittlichkeit und Moral gibt es tatsächlich nicht. Und damit haben die Genderisten leichtes Spiel.  

Solange das nicht begriffen wird, und es wäre höchste Zeit, wird nichts den Genderismus aufhalten können. Der Anti-Genderismus ist selbstverständlich im Recht, aber er weiß nicht warum, ist damit nach wie vor subjektive und unverstandene Reaktion. Und das ist das wahre Desaster.










*030117*

Samstag, 20. August 2016

Im Krieg gegen die Unvernunft

Das Volk, jeder mit etwas Verstand, ist nicht einfach nur im Krieg mit Islamisten und Extremisten, nein. Das Volk ist genau so in Kriegszustand mit den Politikern und den Medien! Es ist im Krieg gegen die verordnete Unvernunft! 

Gavin McInnes in seiner gewohnt pointierten, aber verdammt wahren Kritik an manchen gegenwärtigen Zuständen, die man nur noch als absurd, ja verrückt ansehen kann und muß. "The Western World ist under siege by the Wester World!" Die Feinde sind die sogenannten Eliten im eigenen Land. Wie soll man sich da noch verhalten?

Oder würde der Leser es als "vernünftig" bezeichnen, wenn in Kanada Soldaten aus "politischen Rücksichten" (gegen "pauschale Diskriminerung=Rassismus") ohne Munition auf Ehrenwachen geschickt werden, wo Djihadisten (die offenbar leicht anders denken) sie dann erschießen? Wo 5 US-Marines bei Zeremonien - weil sie sich in eine policitally correct behaupteten "arms free zone" aufhalten müssen - von islamistischen Extremisten erschossen werden, ohne sich wehren zu können?









*170616*

Dienstag, 14. Juni 2016

Doch kein "Seht Ihr, da habt Ihr's"?

Natürlich haben sich die Klimophanten sofort draufgesetzt um es als Beleg für ihre apokalyptischen Szenarien zu verwenden. Aber sie mißbrauchen in den mittlerweile riesigen, Anfang Mai ausgebrochenen und zum Zeitpunkt dieser Niederschrift schon eine Woche immer stärker wütenden Waldbränden in McMurray in der kanadischen Provinz Alberta eine Naturerscheinung, die für die Natur selbst von allergrößter Bedeutung ist. Denn in nicht dicht genug bewirtschafteten Wäldern ist das Feuer eine entscheidende Quelle für die Erneuerung des Waldes.

EIKE bringt dazu interessante Meldungen aus Kanada und Australien, das ähnliche Probleme mit seinen Wäldern hat, und deren oft riesige Waldbrände mit derselben Neigung zusammenhängen, möglichst sofort jeden noch so kleinen Waldbrand zu bekämpfen. Ja manche Samenarten der Nadelwälder der borealen Wälder (wie sie sich in Nordkanada und über den gesamte tundrisch-sibirischen Waldstreifen darstellen) brauchen für ihre samentragenden Zapfen sogar das Feuer, um durch diese Katharsis erst fruchtbereit zu werden. Mit zu vielen großen Bäumen ändert sich ja die gesamte Ökologik eines Waldes.

„Die borealen Wälder sind ein Ökosystem, das vom Feuer abhängig ist! Die Fichten und Tannen – sie brauchen das Feuer“, sagte Bernie Schmitte, Forstmanager in Fort McMurray. „Sie müssen brennen, um sich selbst regenerieren zu können, und diese Spezies haben sich an solche Brände angepasst. Ihre Zapfen können sich sich erst nach einem solchen Feuer öffnen [und haben dann keine Wachstums-Konkurrenten. Anm. d. Übers.], und die Bäume haben sich angepasst dergestalt, dass wenn sie alt sind und ersetzt werden müssen, sie sich sozusagen dem Feuer zur Verfügung stellen“.

Wie hier schon vor einiger Zeit auseinandergesetzt, ist die einseitige Betrachtung von Waldfeuern in naturbelassenen Zonen als sofort zu bekämpfendes Übel - weil halt jedes Feuer ein Übel sei - so bewirkt die Unterdrückung schon kleinster Waldbrände ein immer weiteres Altern der Bäume, die schließlich zu einer Gefahr nicht nur für das Aufkommen des Nachwuches bilden, sondern auch die Gefahr von Waldbränden mit schließlich riesigen Ausmaßen (weil diese Wälder nun zu kritischen Systemen geworden sind) steigt. 

Viel zu diesen eigentlich der Kinetik zuzurechnenden Erkenntnissen hat die Entwicklung der Erdbebenvorhersage beigetragen. Wo man festgestellt hat, daß die tektonischen Spannungsaufbaue und -lösungen alles andere als linear verlaufen, und deshalb nur eine pinzipielle Vorhersagen, aber keine über Zeit und Größe eines Ausbruchs möglich machen. Denn im Gegenteil, kann in solchen komplexen Systemen ein an sich sehr kleiner Einzelanlaß den Totalkollaps des Systems auslösen. Anlaß und Gesamtwirkung stehen hier in keiner größenmäßigen Zuordnung. Bei Wäldern ist es ganz ähnlich, weshalb man etwa im Yellowstone-Nationalpark die Taktik der Waldbrandbekämpfung bereits verändert, indem man kleinere Waldbrände zuläßt. Oder, wie in Australien bereits häufig, große Wälder durch künstlich angelegte Schneisen in kleinere Abschnitte teilt.

Mit Klimawandel hat solche Katastrophik also nichts zu tun. Eher mit der menschlichen Neigung zu neurotischer, klinischer Sauberkeit, die man Waschzwang nennt und nicht die geringste Störung eines vorgestellten Perfekten zulassen will, dem man aber jede Dynamik des Selbstseins (das ja im Widerstand, in der Begegnung erst zu jener Aktivität angeregt wird, die es dann eben sein läßt - und zu sein ist eine Aktivität) nimmt.





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Samstag, 4. Juni 2016

Nun doch an der Zeit

Vor dem Hintergrund der Realitäten, die wir erleben, ist es nun doch an der Zeit, dieses Video aus dem kanadischen Fernsehen zu zeigen. Auch in persönlichen Begegnungen hat der VdZ die Erfahrung gemacht, daß nicht europäische Bürger überhaupt nicht verstehen könne, was da in Deutschland (und Österreich) seit geraumer Zeit passiert. Ihnen bleiben nur Erklärungen der Psychologie, und so ganz werden sie damit nicht falsch liegen. "Ist das, was die Politiker Deutschlands ihrem Volk verordnen, eine Form der Selbstbestrafung und pathologischen Selbsthasses? Die letzten beiden deutschen Kanzler haben immerhin keine Kinder, also keine persönliche Zukunft."









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Donnerstag, 3. März 2016

Nüchterne Betrachtungen

"Drei Gruppen von Zuwanderern gibt es - jene, die Chancen suchen, um sich in einem Wirtschaftsraum bessere Lebensbedingungen zu schaffen, jene, die Hilfe vor Verfolgung suchen, und eine dritte Gruppe, die historisch neu ist: Es ist die Gruppe der Versorgungssucher. Menschen, die versorgt werden wollen. Man kann das als Aufnahme Land wollen, aber man muß dann wissen, daß das auf jeden Fall wirtschaftliche Probleme nach sich zieht." Gunnar Heinsohn in einem weiteren nüchtern klaren Interview mit vielen interessanten Zahlen und Fakten. Einfach die Grenzen zu öffnen würde Europa auf eine Weise verändern, wie das seit der Römerzeit nicht mehr der Fall gewesen ist. Aber das alles ist eine Frage des politischen Willens, und eine Frage, wie Deutschland im speziellen in Zukunft leben will - auf dem Niveau von heute? oder auf niedrigem Niveau (etwa wie in Schwellenländern wie Brasilien). 

Auch das kann man natürlich wollen. Berücksichtigt man noch die hohen Staatsschulden, die ja nach wie vor da sind, könnte die Situation, daß der heutige Staat gar nicht mehr finanzierbar ist, sehr rasch eintreten, denn die gefährlichste weil unabsehbarste Abwanderung ist die "stille" Abwanderung - Menschen, die durch ihre Steuern diesen Staat tragen, aber sich weil mit den Lebensbedingungen hier nicht mehr einverstanden nach und nach darauf vorbereiten, das Land zu verlassen, und das eines Tages auch tun.

In den nächsten Jahrzehnten muß man immerhin davon ausgehen, daß alleine aus Afrika 400 Millionen bis eine Milliarde Afrikaner nach Europa auswandern werden. Afrika hat bis heute nicht geschafft, ein dem europäischen Niveau vergleichbares Wirtschaftsleben aufzubauen, es ist heute wie vor fünfzig Jahren bloßer Rohstofflieferant.

Mit einer wichtigen Unterscheidung, die Heinsohn a.a.O. bereits ausgeführt hat: Nicht die Tatsache des Männerüberschusses sei ein Problem, sondern der Überschuß von Männern, die in ihren Ländern keine Aufgabe mehr finden, aber NICHT HUNGERN, denen es also im Grunde gut geht. Hunger ist nie eine strategische Gefahr, niemand fürchtet ihn. "Wer hungert, der bettelt nur um Brot. Nur wer gut genährt ist, will mehr." 

Im Grunde ist das genau das, was wir bei der derzeitigen Massenzuwanderung beobachten. Das vielfach ertönende Reden von der "Not der Zuwanderer" ist also prinzipiell Unsinn und Ausfluß von Ahnungslosigkeit und Desinteresse an der Wirklichkeit, das seine Bilder aus kindischen Märchenvorstellungen und Selbstinszenierungen bezieht.

Um sich selbst zu schützen, könnten sich in Europa zukünftig ganz neue Allianzen bieten, was wahrscheinlicher ist als eine je nationale Abschottung: Abwesenheit von Terror, sozialem Unfrieden etc. könnte dabei ein ganz neuer Standortvorteil werden. Kanada und Australien machen das schon lange vor. Diese Länder locken damit, von den Umbrüchen in Europa frei zu sein und deshalb in ihren Ländern eine Zukunft hat, die Europa bei unveränderter Politik verspielen wird. Es werden vor allem die Tüchtigeren in diese Länder abwandern. Gut ausgebildete Menschen suchen heute die Weltkarte ab wie eine Speisekarte. Diese Wanderbereitschaft eigentlicher Steuerzahler könnte die Politik in vielen Staaten noch maßgeblich beeinflussen.

Völlig anders zu bewerten ist das Verhalten der ostasiatischen Staaten. Dort ist das Zusammengehörigkeits- und Identitätsgefühl in allen Ländern und Völkern sehr ausgeprägt. Und obwohl gerade diese Länder (China, Japan, Korea) eine katastrophal niedrige Geburtenquote haben, lehnen sie Zuwanderung Fremder ab indem sie sich sagen: Wir wollen unsere überalterten Generationen versorgen, aber nicht Menschen holen, die von diesen auch noch versorgt werden müssen. Aufgrund der hohen Qualifikation ihrer Bürger könnte es wirklich möglich sein, daß sie die demographischen Probleme bewältigen.








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Freitag, 20. November 2015

Als die Staaten ihren Geist ausgehaucht hatten

Kanada hat mit den USA in Freihandelsabkommen geschlossen, das Vorbild für das TTIP mit der EU ist. Mittlerweile wird Kanada überschwemmt von Klagen amerikanischer Unternehmen, "Investoren", die staatlich-kanadische Regelungen und Gesetze betreffen.








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Donnerstag, 23. Juni 2011

Neulich, in Vancouver

Nach einem Eishockeyspiel kam es in Vancouver zu Zusammenstößen enttäuschter Fangruppen, die randaliert hatten, mit der Polizei. In dem Trubel wurde eine am Radau unbeteiligte Studentin niedergestoßen. Sie geriet in Panik. Da kniete ihr Freund neben sie hin, und küßte sie.




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Freitag, 31. Dezember 2010

Was für Laune!

Aus dem kanadischen Fernsehen von 1968. Wer da noch trübe Tasse bleibt, dem ist nicht zu helfen.


Gefunden bei Glaserei


*311210*

Freitag, 5. November 2010

Wissen, was man braucht

Bild: Kleine Zeitung
Noch eine bemerkenswerte Meldung aus der Kleinen Zeitung von heute: Ein kanadisches Ehepaar, er ein 75jähriger Schweißer, sie 78, seit 36 Jahren verheiratet, hat einen Lottogewinn von 8 Millionen Euro gemacht - und verschenkt.

 "Es gibt nichts, was wir brauchen," meinte der Mann zur den Medien. "Was hätte ich kaufen sollen?" Also haben sie nur eine kleine Notreserve behalten, und ansonsten ihre Verwandten mit einem kleinen, Hilfsorganisationen mit dem überwiegenden Teil des Geldes bedacht. "Man kann Glück mit Geld nicht kaufen," war ihre Äußerung dazu. Sie hätten sich beim Verschenken allerdings großartig gefühlt. Beantwortet das auch die Frage, warum sie überhaupt mitgespielt haben?

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