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Mittwoch, 14. September 2022

Noch ein Wort zur Synode

In einer nächsten Abstimmung hat die deutsche Kirchensynode eine Resoluktion (?) angenommen, der der Öffnung des Priesteramts für Frauen die Tür öffnen soll. Das ist eine Neiddebatte, und sie ist nicht weniger langweilig als die (abgelehnte) Resolution, die einer Änderung der Doktrine zur Sexualmoral der Kirche das Wort reden wollte. Sie ist aber auch eine der fraglichen Früchte des so flott heiliggesprochenen Papstes +Johannes Paul II. und hängt mit der im Ungehorsam erschlichenen, dann vom Papst so schwächlich bestätigten Zulassung der Frau zum Ministranten- bzw. Altardienst zusammen.

Dadurch ist eine Verwirrung gestiftet worden (wie gesagt: Erst von den Priestern selbst, bis dann vom Papst mit einer spitzen Pinzette herausgezogen wurde, was "nicht direkt schlecht dabei" ist, um der eigentlichen, längst zu führenden Auseinandersetzung ums Thema wieder einmal auszuweichen. 

Aber natürlich war das von den Revolutionären nur als erster Schritt gedacht. Sie hörten nicht auf zu rumoren, bis der Papst doch noch ein eigenes, ausdrücklich verbindlich genanntes Dokument nachschießen mußte, in dem er "endgültig" (wie er dachte) die Priesterweihe für Frauen ausschloß. Ähnliches hat er gegen Ende seiner Amtszeit immer öfter tun müssen. Indem er schwammig, unklar formulierten oder gar falschen Aussagen ganz gezielte und spezifische Dokumente nachschießen mußte, um die vielen ins Krauf schießenden Interpretationen wieder auf die Schienen der Wahrheit zurückzudrücken.. Aber die Milch war da meist schon vergossen, und der Dschinn-Geist nicht mehr in die Flasche zurückzubringen. Siehe - die deutsche Kirchen-Synode.

Montag, 9. August 2021

In wessen Schoß die Macht ruht (1)

In der Frage, wer das wahre Oberhaupt der österreichischen (als Teilmenge der deutschen) Völker ist, zeigt sich eine heiße Spur. (Denn die "demokratisch gewählten" sogenannten Volksvertreter sind es sicher nicht. Sie sind ein fragiles und sich dieser Fragilität bewußtes Scheintheater einer Machtusurpation, der jede absolute Legitimität einer Machtausübung fehlt. 

Allerbestenfalls kann in unvermeidbaren Fällen, die ein subsidiäres und föderalistisches, pseudo-staatliches Handeln (die Bundesländer Österreichs sind 1919 per Zwang zu einem Staat zusammengeschlossen worden) erfordern (etwa im Kriegsfall) von stellvertretender Handlung gesprochen werden, die aber keine dauernde Politikerkaste erforderte. Die österreichische und die deutsche Politik haben also keine Führung im eigentlichen Sinn, die aus sich heraus handeln, gestalten, schon gar verändern könnte.

Aber ein Volk kann sich keine Regierung selbst "geben". Das ist metaphysisch unmöglich. Es kann bestenfalls "so tun als ob", und dann eine groteske Komödie abziehen.

Freitag, 3. Juli 2020

Wir werden doch nur verarscht!

Als es darum ging, gegen die Diktatur der Lockdowns zu demonstrieren, sich  die Freiheit der politischen Meinungsäußerung durch das Demonstrationsrecht zurück zu holen, hetzten die Linken, daß der Geifer tropfte: Wer Mindestabstände und Mundschutz nicht beherzigt, gehört schwerstens bestraft, denn er gefährdet Leben und Gesundheit anderer! Und überhaupt, wer gegen die Corona-Maßnahmen demonstriert ist ein rechtsradikaler Verschwörungstheoretiker, wenn nicht überhaupt geistesgestört. 

Immerhin aber haben diese rechtsradikalen, geistesgestörten Verschwörungstheoretiker das Demonstrationsrecht wieder in die Schwünge gebracht. Und groteskerweise den Boden für jene Linken geebnet, die nun unter "Black Live Matters" zu Zehntausenden und unter Ignoranz jedweder Sicherheitsvorschriften und Corona-Vorsichtsmaßnahmen demonstriert.
Also war jetzt - IST Corona der tödliche Virus, der alle von den Straßen fegt und jede Unterdrückung des Alltäglichsten rechtfertigt? Oder ist Corona das nicht? Warum aber dann diese "Toleranz" gegenüber BLM-Demonstranten? Ist das Virus weniger gefährlich, wenn die moralische Haltung mehr genehm ist?
Welche Heuchelei, meint da Gunnar Kaiser, den wir hier deshalb einmal zu Wort kommen lassen wollen. Welch Doppelstandard! Einmal ist alles Gefährdung von Leben und Gesundheit anderer (sic!), und dann spielt es wegen eines höheren moralischen Zweckes plötzlich keine Rolle mehr!
Es ist aber mehr als Heuchelei. Es ist eine riesige Verarsche der Menschen in unseren Ländern! Es ist die Offenbarung des wahren Zwecks der Niederknüppelung der Menschen in unseren Ländern: Es geht nur um die Unterdrückung der Unliebsamen, und das sind die Menschen mit Vernunft. Dafür waren die Lockdowns gerne ergriffene Ventile niedrigster Motive!
Wo ist auch nur eine besorgte Politikerstimme, die angesichts derartig unverfrorener, gleichgültiger Behandlung des großen Anliegens der Politik - die Gesundheit der Menschen zu schützen, "koste es was es wolle!" - Angst vor einer "zweiten Welle" hat?

Aber wenn Kaiser Politiker und Medien anpißt, die sich so erbärmlich offen einer Doppelmoral bedienen, dann wollen wir die Bischöfe nicht vergessen, die Kaiser weniger zu interessieren scheinen. Die zwar hier die Gottesdienste bis zur Unmöglichkeit beschränkt und Priester wie Gläubige - und wie erst Gott selbst! - regelrecht schikaniert haben. Während sie dort den "hohen Sinn" der Demonstranten gegen den Rassismus in den USA (der angeblich auch bei uns virulent ist) in Stellungnahmen nicht schnell genug preisen und loben können. Doppelmoral?

Ach, wäre es nur so. Überhaupt keine Moral, das trifft es viel besser. Und noch etwas, das ist sogar noch viel schlimmer: Eine Haltung, die man nur als Gotteslästerung bezeichnen kann.

Wenn die Corona-Krise eines war, dann war es ein riesiger Bluff, um andere Süppchen kochen zu können. Und die Massendemonstrationen "gegen Rassismus" sind der glatte Beweis dafür.






*120620*

Sonntag, 21. Juni 2020

Greuel an Heiliger Stätte

Kirchen mit Absperrbändern im rot-weiß-Design aus dem Baumarkt. Abstandsregeln mit Klebeband vom Teppichverleger gekennzeichnet. Abstandsregeln in jeder Hinsicht. Verstümmelte Liturgie, um dem anderen nicht zu nahe zu kommen, und jedwede materiale "Infektionsübertragung" zu verhindern. Desinfektionsflaschen aus dem Drogeriemarkt, mit am Compurer ausgedrucktem Hinweis auf die Verbindlichkeit des Desinfizierens am Kircheneingang, dafür gibt es kein Weihwasser. Mund-Nasen-Schutz-Masken bei den Gläubigen, die sie in andere (andere! nicht, wie von Küchenpsychologen verkündet "reduzierte" oder "die Kommunikation verändernde") Personen verwandeln (persona = Durch sich tönend = Maske im griechischen Theater, die einen Sprechtrichter beinhaltete).

Aufpasser, großmundig "Ostiarier" genannt, um eine Tradition und damit Verbindung zur Heiligen Liturgie aller Zeiten vorzugaukeln, die sofort anspringen, wenn irgendjemand gegen die Heiligen Anordnungen der Staatlichen Corona-Stellen verstößt. Kirchen, die wegen dieser staatlichen Regelungen leer und leerer sind und zukünftig noch mehr sein werden, die zur Teilnahme am Gottesdienst ihr noch durch "Höchstteilnahmezahlen pro Quadratmeter" sogar noch hindert.
Oh Ihr Heuchler und Lügner, oh ihr Täuscher und Wechsler! Seid Euch eines gewiß: Wir, wir einfachen Gläubigen, wir werden am Jüngsten Tag aufstehen und Zeugnis gegen Euch ablegen. Weh dann Euch!
Kardinäle, die bewegt freudestrahlend Elogen vortragen, was es doch für eine Freude sei, endlich und nach neun Wochen staatlich verhängten, dankbar entgegengenommenen Kultverbotes wieder GOTTESDIENST halten zu können gestattet hat. Diese Kardinäle sprechen sogar von "Chance für einen Wiederaufbau". 

Wiederaufbau wovon? Wodurch? Der Kanzler, der dieses völlig unnotwendige, irrationale Desaster zu verantworten hat, wird es ihnen aber sicher danken. Danken, daß sie sich so bereitwillig zum Sprachrohr der politischen Absichten (also nicht der Wirklichkeit in der Wahrheit!) machen haben lassen. Danken, daß sie sogar auf ihre eigentliche Aufgabe - Kult, Kult, und wieder Kult - so bereitwillig verzichtet haben. Und auf alle Gläubigen schissen, denen das Heil DURCH DEN KULT darzureichen ihre Aufgabe gewesen wäre und ist. Immer. Überall. Unter allen Umständen. Märtyrer um Märtyrer zeugt davon. Genau davon. Auch in dieser Gegenwart (China!).

Nicht einmal: Zu Instrumenten des Staates haben sie sich machen lassen kann man hier noch sagen. Die Bischöfe haben es nicht einmal bereitwillig, freiwillig, sie haben es sogar vorauseilend gemacht! Und alle zu Gehorsam verpflichteten Priester und Pfarrer dazu verpflichtet.

Ob das auch Gott so sehen wird? Oder will Gott nicht nur eines, dessentwegen er die Schöpfung ins Existieren, ins Sein rief: Gottesdienst?

Daß sich der Klerus dieses Wort überhaupt noch in den Mund zu nehmen wagt. Und den Menschen, um Feigheit und Niedertracht zu vertuschen, sogar noch verklickern will, daß der öffentliche Kult ohnehin nur dann "real" sei, wenn der teilnehmende "Gläubige" auch "glaube", oder persönlich irgendwie disponiert sei. Vielleicht durch Hochgefühle, wie sie jedes effektvolle Musikstück hervorzurufen vermag. Oder durch Selbststimulierung aller möglichen Arten, also psychogenetisch bedingt.

Wofür ja dann tatsächlich eine Videoübertragung der Liturgie - die Pfarrer und Bischöfe haben ja tatsächlich so getan, als sei das ein Gnadenerweis, ein Dienst wie er ihrem Auftrage entspricht: Die Messe zu "streamen" - ausreicht. Oder das, was so mancher hochwichtige Domherr verkündete, daß es beim Gottesdienst auf den Kuschelfaktor ankomme, den zu entbehren freilich eine schwere Last sei.

Wer entbehrt, wenn kein Gottesdienst stattfindet? Der Mensch? Oder nicht doch ... Gott? Weil das Heilige Opfer Teil des innertrinitarischen Austausches im Heiligen Hauchen ist? Könnte es nicht also sein, daß Gott der Entbehrende ist, wenn der Mensch den Gottesdienst "ausfallen" läßt, weil Gott es ist, der sich nach dieser Liebeseinigung sehnt? Weil der Gottesdienst, das Heilige Opfer, ein Austausch in Gott innerhalb Gottes ist? Weil genau das der Sinn der Schöpfung ist - Vermehrung des Liebesaustausches in Gott?
Oh Ihr Heuchler und Lügner, oh ihr Täuscher und Wechsler! Seid Euch eines gewiß: Wir, wir einfachen Gläubigen, wir werden am Jüngsten Tag aufstehen und Zeugnis gegen Euch ablegen. Weh dann Euch!
Es gibt die Gnade - und nur um die kann es gehen - für die Kirche, die aus dem Opfern des Heiligen Jesus Christus durch den Hohepriester (der Priester in der kraft Weihe verwandelten Person Jesus Christus) nicht technisch und scheibchenweise, weil sie als Funktion dieses und jenes erflösse. Es gibt sie nur durch den ganzen Gottesdienst. Im Rahmen des Möglichen, und das heißt auch: Historisch Gesollten. "Hauptsache Alte Messe" vielleicht gar noch, unter Verzicht auf das Eigentliche, die Ganzheit, die Hingabe, deretwillen so viele ihr Leben hingaben. Was für ein Desaster. Was für ein Greuel an Heiliger Stätte.

Sogar darin wurde auf barbarischeste Weise gelogen, um den Speichel des Staates zu lecken. Daß es einen Dispens von der Sonntagspflicht gebe, die in der Vollmacht der Bischöfe stünde. Niemand, niemand! kann davon dispensieren als Gott selbst! Selbst wenn eine Teilnahme an einem Heiligen Meßopfer nicht möglich ist, ist der Sonntag nach allen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten zu heiligen. Er ist und bleibt in jedem Fall Beginn und Quelle des Lebensauftrages in der Welt, der in der Erschöpfung des Samstages nach neuer Belebung lechzt - die am Sonntag erfolgt. Oder genügt nun doch "Wochenend' und Sonnenschein"? Und der Baumarkt, der früher "geöffnet" wurde, WEIL er mehr belebt ... als der Gottesdienst? Wo blieb wenigstens da der Aufschrei! Oh ihr ...
Es gibt die Gnade und das Geschehen des Heiligsten Opfers nur als Ganzes. Als gesamte Gestalt. Das ist genau ihr Wesen. Das ist das Wesen des Kults, das was er bezeichnet, auch zu sein, darzustellen.   
Wenn das nicht möglich ist, ist es also tausendmal besser, man verzichtet auf solche Gottesdienste, um nicht völlige Verwirrung und Täuschung in die Teilnehmenden hineinzutragen. Tausendmal besser, als diese Knechtung unter die ungerechte (weil in sich unwahre) Corona-Diktatur auf die Weise hinzunehmen, wie sie überall stattfindet. 
Eiderdautz, welch Wunder, plötzlich scheint sogar protestantische Liturgie mit katholischer Liturgie vereinbar, plötzlich sind Häresie und Ursprung so unterschiedslos geworden, daß so mancher Geistbeküßte auf die Idee kommt, daß man sie doch dann gleich "gemeinsam" abhalten könnte.

Schande und Schmach über alle Bischöfe, die den Kakao, durch den alle Gläubigen und Priester gezogen werden, auch noch auszutrinken befehlen. Im Wissen und zynischen Vertrauen darauf, daß der Blutkreislauf der Gnade vom Gehorsam abhängt. Jedes Gebet für sie wird zum Fluch für sie.

Wovon sollte es zum Segen werden? Durch den erwiesenen, speichelleckerischen Gehorsam dem Staat gegenüber, diesem neuen Standard der Heiligkeit? Das wäre ja mal was Neues, und Neuigkeiten zählen heute ohnehin so viel. Dann sollte vielleicht aber auch gleich die Theologie dahingehend erweitern. Und die Religion auf eine Religion der Menschenvergottung, die auch ohne präsenten Gott auskommt, ändern. 

Auf daß das Greuel an Heiliger Stätte kein Greuel - statt Wohlgeruch - mehr vor Gott ist. Und auch im Atheismus - mit wohlwollend lächelndem Zugeständnis durch die weltlichen Obrigkeiten gesegnet - durchgeht.
Oh Ihr Heuchler und Lügner, oh ihr Täuscher und Wechsler! Seid Euch eines gewiß: Wir, wir einfachen Gläubigen, wir werden am Jüngsten Tag aufstehen und Zeugnis gegen Euch ablegen. Weh dann Euch!

*240520*

Dienstag, 16. Juni 2020

Die sich geschnitten haben (4)

Teil 4) And the winner is ... really?


Und darin, meint Ianto Watt, gibt es Sieger. Ja, er sieht sich selbst so, wenn er schreibt, es "rieche nach Sieg". Und das natürlich ausführlicher als hier vorgestellt argumentiert, der Leser soll es nachlesen, es lohnt die Lektüre (selbst wenn man sich der Google-Übersetzungsfunktion bedient.)
Allerdings soll der Leser auch wissen, daß der VdZ diesen Sieg nicht wirklich riechen kann. Denn erst einmal ist die Sache mit den Familien ein zweischneidiges Schwert, und von einer Stärkung ist eine Spur nur höchst bedingt zu sehen. Stattdessen sieht der VdZ einen Rückzug ins Privatime, der dem Wesen der Familie - als Energieherd einer prinzipiellen mensch-wirklichenden Bewegung "nach außen" - entgegensteht. Weshalb so eine Quarantäne bestenfalls als "Auszeit" und "Zeit der Rückbesinnung durch Ausstieg" stärkend wirken kann.  
Kann. Im Einzelfall. Generell gesehen ist vielmehr aber generell die Gefahr zu sehen, daß sich die Menschen an einen Zustand des Rückzugs aus der Welt, hinein in die Höhle des Mutterleibs sozusagen, sehr sehr schnell gewöhnen. Da ist es auch schön und wohlig warm, sodaß man leicht meint, es so aushalten zu können. Ohne daß man bemerkt, daß sich dadurch die Grenze zur Welt hin mehr und mehr nach innen verschiebt, bis sich der Mensch förmlich in diese Invertiertheit - und das heißt: Ins Nichts, ins Amorphe, ins Nicht-Welthafte weil nicht Gestalthafte, Durchformte, Männliche also - auflöst. 
Ein Familienleben "für sich" gibt es nicht nur nicht, es wäre auch sinnlos. Denn die Familie ist ihrem Wesen nach auf die Welt, die Kultur, die Umwelt ausgerichtet, ist also immer eine Familie (ein Haus) FÜR (die Welt).
Wer sie isoliert, schneidet sie vom Sinn ab. Und wer egal was - Tier, Ding, Mensch ... - von seinem Sinn, seiner Gerichtetheit abschneidet, wirft es in die Nichtung. Denn alles ist nur im Sein, soweit und solange es auf dieses Ziel, den logos, den Sinn, ausgerichtet ist. Eine Abgeschnittenheit von der Welt überlebt der Mensch zwar in seiner Familie besser und länger und manchmal lang, aber auch nicht auf Dauer. Als erstes wird das in den Seelen (Psyche) erfahren. 
Und Isolation (die auf Realem aufgebaut sein muß, also nicht DURCH social media etwa bestehen kann, sondern nur reduktiv wenn MIT) ist in jedem Fall schädlich, weil sie deren Wesen verstümmelt.
Und dann ist eines nicht passiert, das aber wäre wesentlich: Die Religion ist nicht gestärkt, weil die Kirche (und ein Christentum ohne Kirche ist nicht existent, das heißt damit: Ein Christentum ohne Katholizismus ist immer eine reduktionistische Perversion: ERST IST DIE KATHOLISCHE KIRCHE, und DANN beziehungsweise daraus folgt eine Art CHRISTENTUM) ist weiter geschwächt worden!
Genau und gerade durch die innere, in der subjektiven "Haltung der Selbstbehauptung" (anhand von "Richtigkeiten") erfolgte Auflösung der Hierarchie durch den kaum noch unterbietbaren Glaubwürdigkeitsverlust der Bischöfe. Diesen Aposteln der Kirche, auf deren Schultern die Kirche ruht. Immer. Auch heute. Es anders zu sehen, einen anderen Weg der Heilsvermittlung sehen zu wollen, ist ein schwerer Denkfehler einer aufklärerisch-puritanistisch, technizistisch-mechanistisch, damit schlicht materialistisch-atheistisch (also den typischen amerikanischen Haltungen entsprechend) miß- oder gar nicht verstandenen Heilsökonomie! 
Wahrheit ist kein technizistischer Apparatus des Logisch-Richtigen, der auch durchaus von jedem Einzelgänger erfaßbar, noch mehr aber zur historisch durchformten Welt tragbar wäre. Wahrheit ist ohne die personale Wahrheit, also über Personen, und damit über reale, in Personen bestehende Hierarchie, NICHT als welthaft, als "da", MÖGLICH. Jesus Christus, die Person, der Mensch, ist deshalb erst und nur in der Kirche als seinem Leib (und für sie als Haupt) real weil historisch inkarniert.
Aber das ist eine andere Geschichte. Der VdZ muß Schluß machen. Die Kinder schreien.

Montag, 15. Juni 2020

Die sich geschnitten haben (3)

Teil 3) Gibt es auch Gewinner in diesem Bürgerkrieg?




Man kann es drehen und wenden, eine Aussage bleibt stehen, und sie offenbart das Ausmaß des Wahnsinns, den wir schon erleben mußten und weiter erleben werden müssen, denn diese Geschichte ist noch lange nicht zu Ende, das steht fest: 
In Wahrheit war beziehungsweise ist diese Corona-Krise ein globaler Bürgerkrieg der Elitisten und Oligarchen gegen die Menschen (als Bevölkerungen), in den sie sämtliche Regierungen der Welt hineinlaviert, hineinversucht oder über Druck hineingezogen haben.
Ja, auch die Bevölkerungen sind hineingezogen, -versucht worden, sie sind vor allem hineingestolpert. So weit, so lange, bis jene Psychodynamiken einsetzten, in denen ein Rückzug aus den früheren Zustimmungspositionen, in denen sie die Regierung (analog zum Mißbrauchsgeschehen, übrigens!) unter voller Zustimmung ermächtigt haben, kaum noch möglich war, weil man sonst das Gesicht verloren hätte. Denn im Gericht, im Angesicht der Wahrheit ist doch wieder jeder alleine. 
Hingegen gab es immer schon Mehrheiten und Minderheiten, die um des Gesichtsverlusts wegen lieber die Welt in den Abgrund reißen, als sich - jeder für sich - dieser Wahrheit auszusetzen. Man braucht nur den Schutz der "vielen", auch wenn es wenige sind. Zuugehörigkeit geht vor Einsamkeit, schon vergessen? Ein Wesensmerkmal des Menschen wird leider zuweilen zu seiner psychologisch angelegten Falle.
Und so haben auch die Bevölkerungen dem Bürgerkrieg der Eliten gegen sie zugestimmt. Dessen Opfer weil Ziel sie selbst waren! Das Leben ist oft schon ziemlich seltsam, nicht wahr, werter Leser?
Ein Bürgerkrieg, der sogar denselben Schemata wie der amerikanische Bürgerkrieg vor 155 Jahren folgt, mit sehr ähnlichen Bruchlinien, wir werden das weiter unten zeigen.
Manche Regierungen sind auch einfach in diesen Krieg gegen die eigene Bevölkerung hinein gestolpert. Im Endeffekt blieb es aber für die Bevölkerungen der Welt gleich. Wir können das durch eine Gegenprobe prüfen. Und das ist die alte Frage CUI BONO. 

Gibt es auch Gewinner der Corona-Krise? 

Ianto Watt meint in einem Aufsatz erstaunlicherweise (wiewohl er die Täter, die Elitisten, als Verlierer einstuft), daß es solche gäbe. Und er führt dabei zwei Gruppen an, die beide in den letzten Jahrzehnten schon fast abgeschrieben waren. Nun aber eine Renaissance erleben, und sei es im wieder erstarkten Selbstvertrauen. Deren eine Gruppe ist die der Familien. Sie ist der Hauptgewinner, meint Watt (was der VdZ aber keineswegs so eindeutig sieht!). Denn im Lockdown, im Abschneiden sämtlicher sozialer Verbindungen, blieb eine Verbindung nicht nur unangetastet, sondern deren Bedeutung wurde sogar durch millionenfaches Erleben gestärkt: Die Familie. Die Eltern, die Kinder, die im selben Haus, in derselben Wohnung für Wochen eingeschlossen wurden. 

Klar, für manche war das eine schwere Strafe, und eine längst zur leicht entzündlichen Mischung gewordene Familiensituation ging nun hoch. Für die meisten (Klein-!) Familien freilich war es allerdings auf den ersten Blick ein Segen. Sie haben sich gezwungen, dann immer mehr aus Vorliebe so viel wie vielleicht noch nie miteinander auseinanderzusetzen begonnen. Und entdeckt, daß das Leben außen völlig zusammenkrachen kann - aber das der Familie immer noch trägt. Sie haben erfahren, daß man sich aufeinander verlassen kann, daß man füreinander da ist, daß man einander lieben kann und tatsächlich liebt, daß sich Eltern mit ihren Kindern neu zusammenfinden, und so weiter, und so fort. Was immer also Elitisten vorhatten, als sie die Corona-Krise erfanden - sie haben dieses ihr sonst so wichtiges Ziel aus kurzfristigen Überlegungen massiv beschädigt. Meint Ianto Watt.

Die andere Gruppe, die für Watt zu den Gewinnern zählt, um das zu vervollständigen, ist im strengen Sinn gar keine Gruppe, aber sie ist das als soziologische Dimension. Und das sind die "Barbaren". Das sind die frei denkenden Menschen. Das sind die Männer. Das sind die Pioniere. Das sind die Ritter und Kämpfer von der edlen Gestalt. Es sind Einzelpersonen. 

Es sind dabei vor allem die vereinzelt tapferen Pfarrer, aber als mächtigere Erscheinung (noch viel mehr) massenhaft Baptistenprediger und Pastoren sonstiger christlicher Kirchen. Die sich von ihren Bischöfen nichts sagen ließen, weil sie auf gar keinen Fall ihre Herden, ihre Gemeinden nicht im Stich lassen wollten. Die alle möglichen Formen von Widerstand organisiert haben, die Wege fanden, offen oder geheim, um die Menschen mit den Segnungen und Gnadenmitteln der Religion zu versorgen. Sie zu trösten, zu stärken, und zu verteidigen. Sie gehören zu den großen Gewinnern dieser Corona-Krise, und bilden einen wiedererstarkten Sockel der Freiheit, mit dem die Elitisten schon gar nicht mehr gerechnet haben.
Und hierin, hierin gleicht die Corona-Krise, meint der VdZ, einem auf globalisiertem Niveau erneuerten amerikanischen Bürgerkrieg von 1861/65. Die Bruchlinie ist deshalb ähnlich, weil auch damals (im Süden) die Individualisten, Baptistenpfarrer, Prediger und Religiösen den universalistischen, protestantischen, elitistischen, großkapitalistischen Oligarchen gegenüberstanden.  
Die damals wie heute ein "edles Motiv" vorgetäuscht und zu einem wirklichen "Kriegsgrund" hochgespielt haben. Hier ein "tödliches Corona-Virus"; damals eine "bösartige Sklavenhalterwirtschaft." Hier Entwurzelung, dort Verwurzelung; hier Kultur, dort Technizismus und Geldwirtschaft (pardon: "Gesundheit, koste es was es wolle"), hier verwurzelte Vernunft, dort hysterisierter Rationalismus, und man könnte die Liste fortsetzen. Denn auf solche einfachen Nenner könnte man es bringen.
Morgen Teil 4) And the winner is ... really?



*230520*

Sonntag, 14. Juni 2020

Die sich geschnitten haben (2)

Teil 2) Die Bedeutung der Zweiten Welle steigt


Gewiß, auch in der Bekämpfung der Corona-Waffe wird man Trump Fehler nachweisen können. Schon gar, weil sich der eine oder andere Gouverneur eines Bundesstaates (wie in New York nun tatsächlich passiert) widersetzt, oder die bundesstaatlichen Anweisungen gar nicht oder auf eine Weise ausführen, als wären sie blöd (wie De Blasio im Fall der Altenpflegeheime). Ein allgemeiner Mißmut wäre die Folge, welcher Trump schließlich erwürgen und den Wunsch nach "Change" in der Bevölkerung so richtig anheizen sollte.
Und wir erleben ja sogar bei uns diesen Mißmut, der nach neun Wochen Corona-Shutdown selbst die hintersten Winkel unserer Länder zu erfassen begonnen hat, und dem als Grund die Regierungspolitik zugeschrieben wird. Die  
nur kurz, es geht gleich weiter, aber dieser Gedanke ist zu spannend, um ihn loszulassen, meint der VdZ 
selbst wiederum von eigentlich linken Kräften (Medien, "Experten", "Wissenschaftlern", "globalen Strömungen", "WHO-Forderungen", usw. usf.) geschoben und getrieben, bis durch herbei phantasierten "öffentlichen Druck" fast genötigt wurde, einen Lockdown zu veranstalten. Also das eigene Land an die Wand zu fahren, wie es so schön und treffend heißt. 
Der VdZ glaubt tatsächlich, daß NICHT EINE Regierung der Welt so einen Lockdown, ja überhaupt so gut wie keine Anti-Corona-Maßnahme frei und von Vernunft getragen angeordnet hat. Allerdings dürfte sich keine Regierung der Welt so nötigen lassen, ohne sich für diesen Ort zu disqualifizieren. Weshalb alle Regierungen der Welt (nicht nur die unserer Länder) rücktrittsreif und sämtliche Elitisten der Welt ihrer Positionen zu entheben wären.
Das erklärt die Bedeutung der "Zweiten Welle", die von Politikerseite so hartnäckig "gefordert" wird, und die argumentativ zu stützen sich immer weniger Mediziner und Epidemiologen finden, weil die auch längst gesehen haben, daß der Schuß nach hinten losgeht, und sie mit massivem und geschäftsschädigendem Vertrauensverlust zu kämpfen haben. Sie wird mittlerweile geschlossen auf den Herbst verschoben, und der Leser kann Gift darauf nehmen: Sie wird rechtzeitig etliche Wochen oder Monate vor der Wahl "tatsächlich" passieren.

Wetten wir auf September als Beginn der "Zweiten Welle" einer Covid19-Katastrophe? Dann hätten wir zur Wahl im November gerade einen nächsten Höhepunkt, und dann werden die Leute schon bedeutend mehr aufbegehren als diesmal, da kann der Leser Gift darauf nehmen. Denn bis dorthin könnte es die US-Wirtschaft schaffen, sich zu regenerieren. Sogar die Polizisten zeigen erste Unmutszeichen, weil sie nicht mehr den Schwarzen Mann für eine Corona-Regierung spielen wollen.

Sie alle suchen die Nation, nicht das Imperium der Wallstreet-Kapitalisten! Und das ist Rückenwind für Trump. Das darf man auf keinen Fall zulassen. Also muß eine Zweite Welle her. Diesmal aber zum richtigen Zeitpunkt. Während China, die Hauptkarte der Clinton-Fraktion (nennen wir sie der Einfachheit halber so) in diesem Spiel, so rasch als möglich ihre Werkbänke wieder aktivieren muß, damit sie die Schwäche der USA nutzen und verlängern kann.

Selbst Kanzler Kurz von Österreich hat in einem Interview vom 23. Mai 2020 etwas formuliert, das einen Paradigmenwechsel belegt, den man übersehen könnte. Denn Kurz hat als Ziel angegeben, "einen zweiten Shutdown zu verhindern." Nun geht es also um die Verhinderung eines Shutdown! Denn der würde das Faß möglicherweise zum Überlaufen bringen, weil nicht noch einmal so lammfromm ertragen werden. Dann wohl schon lieber jene Tote, die es diesmal noch "um jeden Preis" zu verhindern galt (und die man nun verzweifelt sucht, weil die offiziellen Zahlen sie nicht und nicht ausspucken).
Die Bevölkerung denkt offenbar nun anders. Sie ist nicht mehr bereit, "jeden Preis" zu zahlen. Das ist in den USA nicht anders.
So war (und ist noch) der Plan auch an der Wallstreet. Der im ersten Teil schon mal nicht aufgegangen ist. Denn die Corona-Pandemie hat sich viel viel schneller und viel zu schwach entwickelt - und wieder totgelaufen, so sehr manche sie zu strecken suchen. Schon das Wetter war viel zu schön, um der jährlichen Grippe-Pandemie nicht ihren gewohnten Verlauf zu lassen, und mit dem Steigen der Temperaturen so regelmäßig, wie sie auftritt, so regelmäßig wieder zu fallen. Außerdem hat die Linke nicht damit gerechnet, daß (das sogar weltweit) dermaßen rasch und entschlossen "Gegenmaßnahmen" ergriffen wurden. Sogar Trump hat Milliarden um Milliarden lockergemacht, um plakativ Corona-Folgen zu mildern. Und mit einem großen Feind läßt sich gut wahlkämpfen, der jetzt identifiziert ist: China.
Die Positionen sind abgesteckt, die Truppen formiert. Es geht um Imperium gegen Nation. Trump gegen die Clinton-Fraktion. Nationale Einung gegen pseudokulturellen Internationalismus.  
Es geht aber in der Realität um Konzepte der Wählerakkumulierung. Wer sich wie Ianto Watt mehr erwartet, wer sich im Kampf um die Wende zum bislang stets verfehlten Ziel eines in sich christlichen, gar katholischen Amerika sieht, der ist vielleicht fromm und insofern ehrenwert, aber ein Träumer.
Wie überhaupt bemerkenswert ist, wie viele (auch bei uns in Europa) Hoffnungen in die Corona-Krise hineinlegen, über die man sich nur noch wundern kann. Als wäre sie die ultimative Katharsis zu allen lang ersehnten Visionen eines irdischen Paradieses, für das zu kämpfen und zu sterben lohnte! Pars pro toto für den wirklichkeitsfremden Phantasiereichtum dieser Szene, denn das ist sie mittlerweile, siehe Dietmar Heuritsch. Man kann alles das nur als Ausdruck einer angesichts der aberwitzigen Realität immer verzweifelter werdenden Flucht in die Phantasie deuten. 
Und warum kann man mit so großer Sicherheit sagen, daß sich das alles nicht erfüllen wird? Weil alle, wirklich ausnahmslos alle diese jene letztlich von einem Bild der Gesellschaft(en) ausgehen, das nicht der ontologischen Wahrheit, also der wirklichen Wirklichkeit entspricht. Merkwürdigerweise setzen oft genug sogar sich als Gegner der Aufklärung gerierenden Stimmen auf ein Geschichtsbild, das auf dem Individualismus der Aufklärung beruht! 
Setzen auf einen "Aufbau von unten", ausgehend von einem aufgeklärten, "aufgewachten", aktivierten Einzelnen. Ohne zu sehen, daß ein gesellschaftliches Ganzes (dem der Einzelne unter- und eingegliedert ist, immer) vom Kopf her ansetzt. Daß also niemals eine Gesellschaftsreform durch Gleichheit (darauf läuft das alles letztlich hinaus) möglich ist, sondern von oben kommen muß. 
Von wo aber sollte es da kommen? Vom Papst? Von den Bischöfen? Von den Königen? Von den Präsidenten? Von den Kanzlern? Von den Ministern und Sektionschefs? Von den Parteiführern? Von den Initiatoren von Bürgerbewegungen? Von den NGOs? Von den Vätern? Von den Familien? Et cetera et cetera, und in dieser Reihenfolge. Oder soll nun doch stimmen, was Marx so nannte: "Das Sein (=die faktische Existenzweise) schafft das Bewußtsein (als die Geistesinstanz)", das Faktische 1:1 die Wahrheit? 
Oder stimmt nun doch die Vertragstheorie der Aufklärer, sodaß der Staat und sogar die gesamte gesellschaftliche Struktur vom Einzelnen, (und da beliebig) geschaffen wird? Gewiß, freilich, denn ein bisserl konservativ sind wir schon - mit manchem Dekorhäppchen aus der Vergangenheit, was man dann treuherzig "Tradition" nennt.
Freilich, die Bevölkerung hat bisher auf nicht geahnte Weise mitgespielt, das muß man schon sagen. Niemand hat damit gerechnet, daß sich weltweit die Menschen den massiven Entzug fast sämtlicher Freiheitsrechte so einfach gefallen lassen. Viele haben damit gerechnet, daß es zu massiven Protesten und Gegenbewegungen kommen würde. Das war ein Irrtum. Die Versenkung der Massen, der Abbau der Kultur, wie er seit vielen Jahrzehnten, ja seit der Gründung der USA sogar betrieben wird, ist den Linken Globalistischen Elitisten besser gelungen, als sie je geahnt hätten. Und in diesem Belang gehört auch Trump dazu, der nur der eine Kopf desselben Leibes ist, dessen Pendent, das den US-Wählern "Alternative" vortäuschen soll, nun Biden heißt.

Dieselbe Bevölkerung wird sich freilich auch diesmal noch einmal an der Nase herumführen lassen. Jene Bevölkerung, die für die elitistische Oligarchie einfach ein Wählersequent ist, von dem wie von allen anderen Schichten vor allem eines verlangt wird, sonst könnte es für die jeweils Herrschenden ungemütlich werden. 
Weshalb eines in den USA nicht mehr passieren "darf": Daß die Kirche wieder aufkommt. Also muß immer und präventiv verhindert werden, daß noch einmal eine Situation wie in den Jahrzehnten 1920 bis 1950 entsteht, in der sich Identitäten bildeten, die den elitistischen Vorstellungen von Macht und Herrschaft ernsthaft den Brei verdarben, und die vor allem Identitäten und starke Wurzeln sein konnten, weil sie katholisch waren.
Aber auch das ist mit Corona gelungen. Denn der Hauptverlierer sind die Elitisten noch nicht. Die Hauptverlierer sind ... die Bischöfe. Die von der Bevölkerung als diensteifrige, ja übereifrige Laufburschen der Herrschenden erlebt wurden. Die mit vorauseilendem Gehorsam die Beschränkungen der Freiheiten und sogar ihrer selbst nicht nur zugelassen, sondern sogar noch weitergetrieben haben, als die Politik es je gewagt hätte. (Was freilich alles nicht nur USA-spezifisch ist.)


Morgen Teil 3) Gibt es auch Gewinner in diesem Bürgerkrieg?


Samstag, 13. Juni 2020

Die sich geschnitten haben (1)

Natürlich könnte man sagen: Wow, toll was der Trump da sagt. Endlich sagt es jemand, denn die Bischöfe haben es ja nie gesagt. Glaube, Gebet, öffentlicher Gottesdienst sind WESENTLICH für eine Gesellschaft. Weshalb sofort Schluß sein muß mit dem Lockdown von Kirchen und dem Verbieten oder Einschränken bis auf den Sinnlosigkeitsrest von Kulten.
Die Karte, mit der die Katholiken in den USA seit hundert und mehr Jahren beschummelt werden, wird auch 2020 ausgespielt. Und dieses Wählersegment wird deshalb auch im 101. Jahr vom Kartenspieler abzuernten sein. Denn die Katholiken, die die US-Demokratie aus prinzipiellen Gründen nicht durchschauen, werden auch noch im 506. Jahr darauf hereinfallen. Weil es zu problematisch wäre zu sehen, daß sie NIE eine Chance haben werden.
Würde man nicht das alte alte Schema wiedererkennen, das die Konservativen seit Jahrzehnten und Jahrhunderten erleben: Daß ihnen jedesmal vor den Wahlen, wirklich jedesmal, alle möglichen Versprechungen gemacht werden, ihren Vorstellungen und Forderungen an eine von Gott durchwirkte Gesellschaft mehr Raum zu geben. 

Und da reagieren leider so viele (vor allem Katholiken, aber nicht nur) Katholiken wie Jumpmaschinen. Die sofort anspringen, wenn man eines ihrer Kernthemen anspricht. Das war bei Trump bei der letzten Wahl die Abtreibung.
Wem das neu ist, wer sich mit dieser Materie noch nicht auseinandergesetzt hat, wer das nicht glaubt (weil JETZT - auch dieses Glauben an das JETZT als historischen Höhepunkt ist ein Symptom der Pathologie der Gegenwart! - IST mit Donald Trump ALLES ANDERS) der sollte etwa Bücher wie das von Murray N. Rothbard "The Betrayal of the American Right" lesen. 
Das hat doch alles System! Das ist doch alles schon x-mal dagewesen, und jeder Wahlkampf in den USA wird NACH WIE VOR auf diesen Scheinkonflikt zugespitzt. Nichts davon ist neu, was sich heute zeigt. Nicht die Pädophilie-Affären, nicht die Sittlichkeitsskandale, nichts. Es war immer dasselbe Schema. 
Und was hat sich geändert, Gegenprobe? Ebenso - nichts. Wie auf einer schiefen Ebene ist es in den USA wie auf der ganzen Welt kulturell-sittlich abwärts gegangen.
Und wer das immer noch nicht glaubt, wer immer noch glaubt, es gäbe einen gesellschaftlich relevanten Katholizismus (oder auch nur Konservativismus) in den USA, der kurz vor dem Erwecken stünde, der sollte Tuvia Tenenboms Buch über seine Amerikareise lesen. Wo er seine Eindrücke über die amerikanischen "konservativen Katholiken" beschreibt (sofern sie sich vielleicht noch nicht um OnePeterFive und ähnliche - subtil verborgene - Christäo-Judaizismen geschart hat. Dann relativieren sich sogar so "tapfere Geschichten" wie sie jetzt kursieren, wo sogar vereinzelt Bischöfe gegen die Corona-Kultbeschränkungen rebellieren.
Angesichts der mit etwas mehr Informiertheit über die USA vielleicht besser erkennbaren, durch so viele Fakten belegbaren, langen Geschichte der Utilitarisierung des Katholizismus beziehungsweise Konservativismus, die heißt ihn zu benützen, ohne ihm Einfluß auf die wesentlichen Ziele und Vorhaben der Linken zu geben, ist er vielleicht geheilt von jedem Trumpismus, und sieht die Dinge um einen Doppeldreh realistischer.
Wobei man Trump zugute halten muß, daß er wenigstens so ein bißchen dieses Versprechen umgesetzt hat, ein bißchen, indem er Planned Parenthood die Mittel kürzte. Kürzte. Nicht ganz strich! Weit ist er mit diesem Vorhaben nämlich nicht gekommen. Aber er hat wenigstens so getan, und nicht so frech wie sämtliche vormaligen Präsidenten - jawohl, auch J. F. Kennedy ist darunter, auch, ja vor allem Ronald Reagan, sie alle haben gelogen gelogen gelogen, um diese Wählerschichte zu ködern, die wieder und wieder und wieder darauf reinfällt - viel versprochen, aber schon am Tag nach der Wahl alles vergessen.

Diesmal ist es Corona und der Gottesdienst beziehungsweise die direkte Praxis des Religions- und Glaubenslebens, das es immer nur gibt, wenn es Kult gibt. Aber mehr sollte man dahinter auch nicht sehen.

Sehen sollte man freilich, daß es innerhalb dieses einen (in zwei Formen auftretende) Drachen unterschiedliche Strömungen gibt, und Machtkämpfe. Darin liegt auch die Linie Trumps begründet, so massiv gegen China aufzurüsten, als stünden die USA mitten in einem realen Krieg (soferne nicht das Leben immer ein Krieg ist, auch das ist heute völlig verdrängt).

Machen wir es simpel: Die liberale judäo-protestantische (Ostküsten-)Clinton-Partie setzt in China (China ist somit ein Instrument, eine erst aufgerüstete und nun eingesetzte Schlagwaffe) direkt ihren Kampf um die Totalmacht an, denn sie hat die chinesische Kapitalismus-Attitüde angefacht und im Griff. Sie wird von der mehr zionistischen Gang bekämpft, die in Trump endlich wieder einen zugkräftigen Leitstier hat. Die aggressiv nach vorne verteidigte, aus dem Übel eines ziemlich cleveren Clinton-Schachzugs eine Tugend machte, und China nun sogar zum Weltbösewicht einer Corona-Todesseuche hochstilisieren will.

Was Trump, der zuerst nämlich von der ernsten Überlegung ausging, was es mit einer angeblichen Corona-Seuche auf sich haben könnte - nämlich nichts, was jede vernünftige Überlegung auch gesagt hat - um dann über Nacht umzudenken. Weil ihm eingefallen ist, daß er das ganz anders, offensiver anpacken muß. Wie seltsam, gell, daß das genau in den angeblichen Handelskrieg von Trump gegen China paßt?

"Trump gegen China - das ist Brutalität," sagte dazu Helmut Qualtinger. Da brauchen wir keine Stierkämpfe mehr.

Apropos Bischöfe. Es gab, schreibt Ianto Watt in einem lesenswerten Artikel auf Briggs Blog, in der Corona-Krise Verlierer, mit denen man vielleicht nicht gerechnet hätte. Und deren erster ist (Überraschung!) die Oligarchie-Linken-Globalismus-Schichte. Die Watt für die direkten Verursacher (nicht nur: Auslöser, sondern Initialtäter) der "Corona-Pandemie" hält. Diese Elitististenclique hat sich kräftig geschnitten.

Um die US-Wahl wirklich im Sinne ihres Kandidaten (mittlerweile steht ja Joe Biden als Strohmann und Schaufensterpuppe dieser Gruppe fest) zu beeinflussen, wäre der Plan und notwendig gewesen, daß die Corona-Krise sich weit langsamer und weit intensiver entwickelt. Um dann auch so viele Schäden zu verursachen, daß Trump in einem Trümmerhaufen zu stehen kommt, der unter seiner Regierung und damit unter (zumindest gefühlt) seiner Verantwortung steht. Damit wäre Trump mit enormen realen Problemen und einer gewaltigen Unzufriedenheit konfrontiert worden, die man mit ihm identifiziert. Aber die Waffe war zu schwach, die Wirkung wurde rascher begrenzt, als gedacht.


Morgen Teil 2) Die Bedeutung der Zweiten Welle steigt



*230520*

Donnerstag, 11. Juni 2020

Kinder an die Macht (2)

Hinter der Gesundheitspanik steht etwas anderes, steht die Furcht vor dem Tod. Aber der Christ fürchtet nicht den Tod. Er fürchtet nur den Verlust des Heiles in der Ewigkeit. Die Corona-Panik offenbart einen erschreckend weitverbreiteten, tiefen Atheismus. Als Gefängnis der Diesseitigkeit. Aber sie ahnen, daß es etwas gibt, das über den Tod hinausgeht. Daß sie für dieses Leben eines Tages zur Rechenschaft gezogen werden. Und davor, DAVOR fürchten sie sich.

Das ist der Grund für den Fanatismus, mit dem sie ihre Position verteidigen. Und es ist der Grund, warum die "Corona-Maßnahmen" in der Politik so viel Unterstützung finden. In der falschen, der Politik aber so nützlichen Prämisse "Gesundheit = diesseitiges Leben ist das Höchste Gut". Und der Tod ist auf jeden Fall so weit wie möglich hinauszuschieben. DAS ist es doch eigentlich, das man heute "Medizin" nennt.

Der Leser möge dazu diese erleuchtete Predigt eines amerikanischen Priesters (ab ca. 19:30 min.) - Father James Altman - ansehen. Was Jesus seinen eigenen Worten nach uns gibt, ist nicht das Leben und der Friede, den die Welt gibt. Sondern es ist weit mehr, was ich Euch gebe. Laßt deshalb Euer Herz nicht erstarren vor den Sorgen und Ängsten der Welt.

Das einzige, vor dem der Mensch sich zu fürchten hat ist das Gericht, das kommt, wenn Jesus wiederkommt. Dem muß das irdische Leben entsprechen, das nichts sonst ist als der Weg zum Ewigen Leben. Oder der Weg in die Verdammnis. Was es ist, hängt von uns ab. Und dazu ist das irdische Leben etwas, das wir gering achten müssen. Nur dann werden wir jene Liebe erbringen können, nach deren Maß wir dereinst einmal gerichtet werden.

Fr. Altman nimmt sich kein Blatt vor den Mund. Wehe den Bischöfen, die aus Angst vor der Krankheit die Kirchen geschlossen und die Menschen damit vom höchsten Gut ausgeschlossen haben. Die ihnen die Sakramente vorenthalten haben. Die ihnen wie jener Bischof, den Altman zitiert, für den Fall, daß sie Mundkommunion empfangen wollten, mit dem Hinauswurf aus der Kirche gedroht haben. "Geh zurück in Deine Quarantäne, Bischof, Du bist Deines Amtes nicht wert."

Es waren die Bischöfe selbst, die dieser Ungeheuerlichkeit der Politik zugestimmt haben. Mehr noch, sie selbst waren es, die über jedem Kirchentor das grellblinkende Neonzeichen angebracht haben: "Nicht wesentlich, nicht wesentlich, nicht wesentlich!"***

Und die Bischöfe haben auch nichts gesagt, als die portugiesische Regierung über 3.500 Soldaten zum Festtag der Gottesmutter, dem 13. Mai 2020, nach Fatima geschickt hat, die verhindern sollten, daß Pilger die Heiligen Stätten betreten. Die portugiesischen Bischöfe haben dazu geschwiegen, ja haben sich hinter die Regierung gestellt. Sie haben damit dasselbe gemacht wie die Bischöfe unter König Heinrich VIII. (bis auf einen, den hl. Bischof John Fisher, der seinen Mut mit seinem Leben bezahlte): Sie haben sich mit der weltlichen Macht gegen ihre Herden verbündet. Alle. Aus Angst.

Aus Angst haben sie sogar einen "better job" als die Regierungen gemacht, überall, nicht nur in den USA. Wo 1.000 Leute in einem Walmart (Supermarkt) für sicher eingestuft wurden, während die Bischöfe ein paar Dutzend Gottesdienstbesucher in einer Kirche als gefährlich für die Volksgesundheit ansahen. Sie haben in elendiglichem, vorauseilendem Gehorsam sogar Priester suspendiert oder gar der weltlichen Justiz ausgeliefert, die gegen die aberwitzigen Sakramentenverbote verstoßen oder alternative Wege gesucht haben, um eine Sakramentenspendung doch noch zu ermöglichen, weil sie ihre Gemeinden nicht im Stich lassen wollten.²
Solche Leute sind nicht fähig, das Volk Gottes zu führen, und schon gar nicht in einer Zeit der Krise.
Sie haben Satan, dem Fürsten dieser Welt, gedient. Sie haben in dieser Corona-Krise sogar versucht, auf Kosten der Gläubigen, auf Kosten der Opfer, denen durch ihr Verhalten der Seelenfriede vorenthalten wird, jenen Kredit in der übrigen Öffentlichkeit wieder zu erschleichen, den sie mit ihrem Schweigen zu Mißbrauchsfällen, Homosexualität unter Priestern, Unsittlichkeit und sonstigen Mißständen in der kirchlichen Hierarchie (man denke nur an den wahren Skandal um Kardinal McCarrick) verspielt haben.
Sie werden sich vor dem Jüngsten Gericht zu verantworten haben, warum sie den Gläubigen die Mysterien der Kartage und des Osterfestes vorenthalten haben.*

Father Altman fügt noch etwas hinzu. Daß er nämlich glaubt, daß der Grund dafür, daß es so wenig Glaube in den USA gibt, und zwar auch unter den Bischöfen, die Tatsache ist, daß der Glaube noch keiner wirklichen Prüfung unterzogen worden ist. Damit hat es auch an Glaubenszeugen gemangelt, an deren Leuchten sich das Feuer des Glaubens hätte entzünden können.**

Schließen wir mit einem Wort von sel. EB Fulton Sheen. Es gilt für das Volk, es gilt gleichermaßen für die Bischöfe.
"Es ist nicht leicht eine Nation, die die Sünde verleugnet davon zu überzeugen, daß der Lohn der Sünde Tod ist. Es ist nicht leicht ein Volk, das die Unterscheidung zwischen Richtig und Falsch verleugnet davon zu überzeugen, daß es falsch liegen könnte."
Und der Hl. P. Johannes Paul II. (und nicht irgendein Verschwörungstheoretiker) meinte einmal:
"Wir stehen heute vor der größten Auseinandersetzung der Geschichte, wie sie die Menschheit noch nie erfahren hat. Ich glaube nicht, daß der große Kreis der amerikanischen Gesellschaft, der große Kreis der christlichen Gemeinde vollauf begreift, daß wir der letzten Auseinandersetzung zwischen der Kirche und der Anti-Kirche, zwischen dem Evangelium und dem Anti-Evangelium, zwischen Christus und dem Anti-Christen ins Angesicht blicken." 
Wir wissen aber auch, daß diese Konfrontation in der göttlichen Vorsehung geborgen ist. Und deshalb müssen wir uns, sagte Johannes Paul II., auf große Glaubensproben gefaßt machen. Darauf werden wir uns vorzubereiten haben, nötigenfalls auch unser Leben herzugeben. 
Nicht kleine, nicht mittlere Prüfungen warten da auf uns, nein: Auf uns warten GROSZE Prüfungen. Und da sollten wir uns fragen was passiert ist, wenn wir die Kirchen aus Angst vor einer Erkältung oder vor einer Grippe schließen. Mit völliger Gutheißung der kirchlichen Hierarchie! 
Unser Problem ist aber nicht, ob wir wegen einer Krankheit sterben, sondern ob wir, wenn es so weit sein sollte im Zustand der Gnade sind. 
Und dafür haben wir die Sakramente! Dafür haben wir NUR die Sakramente! Das ist die Wirklichkeit der Kirche, daß sich in den Sakramenten Himmel und Erde berühren. Real. Nur durch die Sakramente und deren Gnade kann deshalb die Welt gerettet werden.³ 
Und das heißt und hieß von Anfang an: Nur durch das Blut. Und nur durch den Rosenkranz als Verbindung mit der Gottesmutter, diesem Sitz und Schoß der Gnaden.
Nur aber, wenn wir bereit sind, für den Glauben zu sterben, sind wir auch Zeugen des Glaubens. Und nur dann sind wir Kinder Gottes.


 
*Mit der erbärmlichen und im übrigen gefährlichen Heuchelei der "Videoübertragungen" als Ersatz, als lächerliches Feigenblatt vor ihren schamlosen Lenden. (Anm. d. VdZ)

²Der VdZ hat sogar von Diözesen gehört, in denen kirchliche Laien regelmäßig von Kirche zu Kirche gefahren sind um zu kontrollieren, ob sich die Pfarrer auch an die diözesanen Corona-Bestimmungen halten.

**Das glaubt der VdZ nicht, im Gegenteil. Er glaubt vielmehr, daß die Bischöfe in allen bisherigen schweren Prüfungen (des Kulturkampfes, den sie in den 1950er und 1960er Jahren so entscheidend aufgegeben und DESHALB verloren haben) bereits versagt haben. Das hat sie so korrumpiert, daß heute, um sich posthoc zu rechtfertigen, die Bischöfe ihre Herden sogar als Generalhaltung im Stich lassen.

³Wir retten die Welt also nicht durch Klimarettung, Pachamama-Religiosität, Medikamenten oder Impfungen, die uns vor allen Krankheiten schützen und unsere Gesundheit garantieren sollen. NICHT DADURCH RETTEN WIR LEBEN. Nicht in erster Linie! 

***Die von der österreichischen Regierung als "Öffnung" per 18. Mai 2020 verhängten Maßnahmen und Beschränkungen nimmt nicht nur religiöse Veranstaltungen aus den sonstigen Restriktionen heraus. Sondern sie NEHMEN auch sonst religiöse Veranstaltungen aus vielen Restriktionen aus. Man faßt es nicht, wenn man aber die von der österreichischen Bischofskonferenz für alle österreichischen Diözesen verhängten Vorschriften damit vergleicht: DIE KIRCHE IST STRENGER GESUNDHEITSORIENTIERT ALS DAS GESETZ. Zum Beispiel nimmt das Gesetz Mundschutz bei religiösen Veranstaltungen aus, die Kirche schreibt es aber vor. Ja, die österreichische Bischofskonferenz hat im Geltungsbereich sämtlicher Diözesen sogar das Gesetz übertreffender Anordnungen verfügt.



*180520*

Sonntag, 22. Dezember 2019

Gute und schlechte Bischöfe (4)

In freier Übertragung aus dem Amerikanischen, und mit freundlicher Genehmigung des Autors, findet der Leser hier den Beitrag von Ianto Watt aus dem Blog von William M. Briggs, wie er im Oktober d. J. erstmals erschienen ist. Er wird hier jeweils zu den Adventsonntagen (nicht vergessen, Advent ist eine Zeit der Buße und Einkehr) des neuen Kirchenjahres 2019/20 veröffentlicht.


Teil 4)


Messerjohnny wandte sich auch gegen die Praxis, daß an öffentlichen Schulen protestantische Schriften gelehrt wurden. Er ging sogar weiter, und organisierte das erste katholische Schul-System. Ja, er gründete sogar die Fordham Universität. Nicht schlecht für irischen Abschaum, wie ihn die New Yorker Presse nannte. Aber hier zeigte sich das hervorstechendste Problem. Als er von Philadelphia nach New York kam, erkannte er den üblichen Trusteeismus, der die Kirche entwertete. Seine Lösung? Man müßte, meinte er, diese Gewährsmänner direkt durch die Mitglieder der Gemeinden wählen lassen. Mit anderen Worten, er verwendete Demokratie um Demokratie zu killen!

Aber man kann diese List nur unter zwei Bedingungen anwenden. Zuerst einmal brauchte es einen tadellosen Ruf, wie Hughes ihn hatte. Seine Arbeit für Kranke und Waisen war in ganz New York bekannt. Und schon früher in Philadelphia hatte er mit der (später) ersten seliggesprochenen US-Amerikanerin, Elisabeth Ann Seton, zusammengearbeitet. Und er war ein unermüdlicher Erzieher. Das war die zweite Zutat, die es brauchte. Er unterwies deshalb auch seine Herde über die Gefahren des Systems des Trusteeismus. Mit dem Hintergrund seiner eigenen Flucht aus dem anglisch beherrschten Irland (wo ein Priester sogar dann verbannt wurde, wenn er das Begräbnis seiner eigenen Schwester besuchte) war er in der Lage, die Gefahren einer Rebellion innerhalb der Kirche aufzuzeigen, wie ich sie oben beschrieben habe. Er zeigte seinen Schafen, daß von ihrer Rebellion gegen die wahrhaftige und legitime Autorität der Kirche nur dem König nützte.

Er bewies ihnen, daß ihre Armut (geistlich wie zeitlich) das Ergebnis ihrer Unterwerfung unter anti-katholische Führer war, und zwar sowohl in Irland wie hier in Amerika. (Sie wissen schon, werter Leser, daß der Klu-Klux-Klan, der KKK, ursprünglich gegründet worden war, um den Katholizismus zu bekämpfen?) Hughes machte den Leuten klar, daß Selbstdisziplin der Schlüssel für ihre Zukunft war. Und zwar hier ebenso wie später in der Ewigkeit. Und niemand war ein besseres Beispiel für seine Aussagen als er selbst.

Hughes schützte erst seine Herde, und dann unterwies er sie. Sie belohnten ihn mit ihrer Treue. Aus allen lokalen Kirchengemeinden wurden die bisherigen Kuratoren hinausgewählt. Die Menschen unterstellten sich freiwillig ihrem guten Hirten. Warum sollten sie das getan haben? Sie wußten, daß ihr Wohlergehen sein größtes Anliegen war, und zwar sowohl hier auf Erden wie später in der Ewigkeit. Er würde für sie auf die Barrikaden gehen. Die Karten lagen offen auf dem Tisch. Dieser Mann war extrem gefährlich. Und irdisches Wohlleben war das letzte, an das er dachte. Letztendlich wußten sie alle, was ihm dafür an irdischen Konsequenzen blühte. Wir sollten beten, daß seine Nachfolger in der Gegenwart seinem Beispiel folgen und es begreifen.

Was braucht es um zu erkennen, wenn wir einen wirklichen Bischof an der Spitze einer diözesen Herde haben? Das ist ziemlich simpel, geschätzter Pilger auf dem Weg zu Gott. Zuerst einmal erkennt man ihn daran, daß er nichts werden will. Er will nur ein Mann des einfachen Lebens sein. Schluß mit großen Galadinnners, Schluß mit glanzvollen Spendenveranstaltungen. Schluß mit all diesen fetten Bischöfen. Aber vor allem Schluß mit dieser Unterwürfigkeit gegenüber großzügigen Spendern, die sie im Austausch für ihr Geld kastrieren. Schluß auch mit der Devotheit, mit der staatliche Programme übernommen werden, die keinem anderen Zweck dienen als dem, die Bürokratie durchzufüttern. Schluß aber auch mit dem Kadavergehorsam gegenüber der USCCB (=amerikanische Bischofskonferenz).

Und damit auch Schluß mit allen diesen unausgesprochenen Regimen der "Vielfalt", in deren Namen Dienststellen von Frauen geführt werden. Kurz und gut: Schluß mit jeder Form der Zusammenarbeit im "Dialog" mit den Wölfen! Verkündigung ist kein Dialog, es ist ein Monolog. Der Hirte muß in klaren Worten sprechen. Und die Schafe müssen genau zuhören. Eine andere Lösung gibt es nicht. 

Ein guter Hirte wird deshalb wieder mit der Unterweisung seiner Schafe beginnen, ohne daß ihm die schwere Hand des Staates über die Schulter guckt. Wie die Geschichte von "Messerjohnny" Dagger John es vormacht, wird er "erst die Schule aufbauen, und danach die Kirche." Er wird sein ganzes Geld dafür verwenden, um unseren Kindern eine klassische Erziehung zu gewährleisten, die auf der Wahrheit aufgebaut ist. Denn nur dann werden sie auch gebildet genug sein um zu verstehen, daß wir unbedingt jemanden brauchen, der uns führt, der mit uns eins ist, ohne Dissens. Denn ohne Gehorsam haben wir nichts in diesem Leben verdient. Gehorsam kostet aber etwas. Aber man bekommt stets, wofür man bezahlt hat.

Nicht zuletzt aber wird man einen guten Hirten daran erkennen, wenn man ihn in seiner ureigensten Aufgabe erlebt. Darin ist er kein Anhänger des "Dialogs". Stattdessen wird er eine zornige Herde anführen. Buchstäblich. Eine Herde die bereit ist, Häuser der Macht von allen jenen niederzubrennen, die ihre eigenen Häuser niedergebrannt hat. Der sie gegen alle jene anführt, die sie wieder versklaven möchten. Er wird uns gegen den König oder dessen Handlanger führen. So lange, bis sich sein weltliches Reich der Kirche unterwirft. Und der Friede Englands wiederkehrt.

Wenn Sie, geneigter Leser, also einen zornigen Mann sehen, der seine Schafe gegen die Wölfe des Staates anführt, gegen diese buchstäbliche Vergewaltigung und Gewalt durch den König und seine modernen Handlanger, dann werden Sie sehen, daß wir es hier nicht mit einem Feigling zu tun haben. Vor allem, daß er kein Verräter an seiner Herde ist. Genau so wenig, wie er seinen eigenen Meister verrät. Erst dann werden wir wissen, daß wir endlich wieder einen richtigen, einen guten Hirten haben. Jemanden, dem wir ohne Zweifel folgen können. Jemanden, der sein Leben hingibt - für Sie und mich. 

Ist es nicht das, wonach wir alle uns so sehnen?





Sonntag, 15. Dezember 2019

Gute und schlechte Bischöfe (3)

In freier Übertragung aus dem Amerikanischen, und mit freundlicher Genehmigung des Autors, findet der Leser hier den Beitrag von Ianto Watt aus dem Blog von William M. Briggs, wie er im Oktober d. J. erstmals erschienen ist. Er wird hier jeweils zu den Adventsonntagen (nicht vergessen, Advent ist eine Zeit der Buße und Einkehr) des neuen Kirchenjahres 2019/20 veröffentlicht.



Teil 3)



Ist das nicht genau das, was in England und überall sonst geschehen ist? Wo unter dem Klerus hat der Skandal begonnen, unter den Priestern oder unter den Bischöfen? Wer führt wen? Wenn die Bischöfe aber nicht zum Guten führen, durch Zucht und Strenge, führen sie uns denn dann irgendwo anders hin als in die Zerstörung durch die Bequemlichkeit?

Wenn aber ihren direkten Untergebenen, dem Klerus, klar wird, daß tatsächlich diese Scheinfrage ernstgenommen werden soll, und die Bischöfe sich die angenehmere Antwort geben, wird eines von zwei Dingen passieren. Einige wenige werden sich gedrängt fühlen, eine spirituelle Erneuerung in die Wege zu leiten, und eine Korrektur der Sünden von ihren Hirten verlangen. Sie sammeln ziemlich schnell sogar eine neue Gefolgschaft um sich. Freilich enden sie dann als Märtyrer. Und zwar blitzschnell, möchte ich hinzufügen.

Die andere Reaktion ist natürlich die des Hochmuts. Darum geht es ja immer. Der geringere Teil des Klerus wird nämlich nach außen empört (nach innen aber voll Neid) auf ihre Hirten wegen deren skandalösem Leben reagieren. Dann beginnen sie die Rebellion gegen die reguläre Autorität, indem sie den Bischöfen die Herden entführen. Sie werden dabei ihre nach außen getragene Empörung gegen die Exzesse der Bischöfe dazu benützen, die Herden davon zu überzeugen, sich von dieser Fleischlichkeit abzuwenden.

Was wird dann passieren? Die Priester werden die neuen "Bischöfe" (oder wie immer sie sich dann nennen) einer neuen Splittergruppe. Und ehe man sich's versieht, stehen sie in Diensten des lokalen Königs. Schauen wir dazu einmal näher hin, ob diese Reaktion auch auf die Katharer zugetroffen hat. Skandalöse Bischöfe haben eine Reaktion hervorgerufen, die dann energisch von der überwältigenden Mehrheit der Eliten unterstützt wurde, was direkt zu einer nationalistischen Sekte geführt hat. Na, ist in England (und anderswo) nicht genau dasselbe passiert?

Na und nun raten Sie mal, wer am Ende das Kommando über diese neue Sekte/Kirche hat? Der König, wer sonst. Und wer sind seine treuen Gefolgsleute? Genau, die neuen "Bischöfe". Die dafür als Belohnung vom König einen Happen vom Eigentum und Wohlstand abbekommen, den dieser der originalen Kirche abgenommen hat. Ein Happen der groß genug ist, um nun auch "wie ein König leben" zu können. Oder zumindest wie ein skandalöser Bischof. Das Rezept ist also immer dasselbe, egal wo dieser Kuchen gebacken wird.

Und seither sieht jede Generation neue Spielarten dieses selben Vorgangs, der bis in unsere Tage weitergeht und mittlerweile einen ganzen Zoo von Teil"kirchen" bewirkt hat. Und wissen Sie was, werter Leser? Nicht eine davon kann dem König widerstehen. Während sie nicht in der Lage sind sich wieder zu verbinden, denn mittlerweile sind sie natürlich auch doktrinär von der Originalkirche weit weit entfernt. Wie nützlich, nicht wahr? Zumindest für den König. Weniger freilich für die Zweit-Davididen, nehme ich an. Halt, nicht ganz, denn ein paar kleine Beispiele für eine Wiedervereinigung sind alle heiligen drei Zeiten schon notwendig, um die öffentliche Ordnung nicht gar zu sehr durcheinander zu bringen, nicht wahr? Und natürlich steht dann auch der König dahinter.

Wie viele dieser schismatischen "Hirten" aber wollen dem König widersprechen? Wo doch jeder, der die Politik des Königs unterstützt, zum Dank mit Pomp und Trara ins Weiße Haus eingeladen wird. Es ist nicht so leicht eine Herde gegen den König zu führen, wenn man gerade mit diesem im Bett kuschelt. Oder irgendwo sonst. Schlußendlich endet also diese Übertragung kirchlicher Autorität zu dem, was man Trusteeismus (von Trustee = Kurator) nennt. Wo also die Kirche Personen, Kuratoren, Laien installiert, die natürlich auch dem Staat genehm sind, woraufhin dieser die Kirche über diese Personen öffentliches Gut verwalten läßt, und zwar sogar nach deren Richtlinien und nach dem Kirchenrecht, und in einer Art Eigenverwaltung. Mit einem anderen Wort nennt man das Demokratie, in die die dissidenten "Bischöfe" ihre Schafe führen. Und in der die Welt von den Füßen auf den Kopf gestellt wird.

Bishop Bruskewitz hat allerdings mit diesem Problem nie zu tun gehabt. Denn seine Herde besteht vor allem aus deutschstämmigen Katholiken, die für diesen Sirenengesang einer autonomen Selbstverwaltung durch Laien nie viel übrig hatten. Ihre Vorfahren sind nach Amerika geflohen, um den Verwüstungen Otto von Bismarcks durch dessen Protestantischen Kulturkampf in den späten 1800ern zu entkommen. Bismarck war ja ein Meister darin, die Kirche unter den Stiefel des Kaisers zu zwingen. Die aber, die konnten, flohen, und blieben glaubenstreue Schafe, die ihren treuen Hirten auch in die amerikanischen Ebenen gefolgt sind. Und Bruskewitz hielt ebenfalls seinen Teil dieser Vereinbarung.

Wo aber einmal dieser Selbstverwaltungsgeist aus der Flasche geflohen ist, ist es nicht mehr möglich, ihn wieder in die Flasche zurück zu bekommen. Wie soll man eine Herde, die einmal vom Geschmack der Freiheit von kirchlicher Autorität gekostet hat, wieder dazu bringen, dieser wieder zu gehorchen? Oder, genauer auf den Punkt gebracht, wie soll so eine Herde einen treuen, wahren Bischof überhaupt erkennen, sobald er einmal auftaucht? 

So nebenbei - haben Sie, werter Leser, schon einmal einen Dürren darunter gesehen? "Was einmal über die Lippen gekommen ist, bleibt für immer auf den Hüften", hatte es meine schlanke Mutter immer genannt. Spirituell umgedeutet: Haben Sie, werter Leser, jemals einen modernen amerikanischen Bischof gesehen, der auch im übertragenen Sinn kein Doppelkinn hatte? Warum? Weil die alles und nichts schlucken, solange es nur modern ist. 

EB John Hughes, vulgo Dagger John
Zurück zum Trusteeism, dieser Selbstverwaltungswirtschaft. Oder Demokratie, oder wie immer man es nennen will. Kann die gestoppt und dann unter der gerechten Herrschaft eines guten Hirten wieder als Einheit hergestellt werden? Was würde es brauchen, damit man das erreicht? Es ist ganz einfach. Die Therapie für den Ungehorsam der Herde ist der Gehorsam des Hirten. Denn der hat bekanntlich ja auch einen Boss. Und dessen Name ist Petrus. Wenn der Hirte auf ihn hört, hört er aber nicht nur Petrus, sondern auch dessen Chef. Genau darum geht es ja bei gesunder Autorität. Zumindest habe ich das irgendwo gelesen. In einem ganz tollen Buch.

Habe ich irgendeinen Beweis für die Wirksamkeit dieser Art zu handeln? Ja, den habe ich. Und er heißt Dagger John. So hieß der Mann natürlich nicht wirklich, wer heißt schon "Dolch" (=Dagger). Aber das war der Name, den ihm seine Feinde gegeben hatten: Dolchhans, würde man auf deutsch vielleicht sagen. Stellen Sie sich also einen Bischof vor, werter Leser, den man Dolchhans nennt. (Oder Messerjohnny, geht auch. Wobei der Ur-Wiener wohl erst mit "Feitelschani" zufrieden wäre.)

Und zwar aus gutem Grund. Denn Messerjoe war bereit, auf die Barrikaden zu steigen, wenn es darum ging, seine Herde zu schützen. Im Taufnamen hieß er freilich John Hughes. Und war ein Ire, der zur Zeit des Sezessionskrieges 1861-65 Erzbischof von New York geworden war. In einer Zeit also, in der die damals noch stockkatholischen Iren Amerika überschwemmten, weil sie der Hungersnot, den viele Historiker "Genozid" nennen, in ihrer uralten Heimat entkommen wollten. Und sie waren in ihrer neuen Heimat alles andere als gern gesehen, außer sie waren überhaupt gleich als Sklaven gekommen.

Hughes hat seinen Spitznamen aus zwei Gründen bekommen. In der typischen katholischen Art setzte er nämlich vor seinen Namen ein Kreuz, wenn er etwas unterzeichnete. Einige deuteten es zwar anders, aber viele Leute meinten, in diesem Kreuz, so wie Hughes es vor seinen Namen setzte, eine bestimmte Form, also einen bestimmten Gegenstand zu erkennen. 

Schauen Sie selber dieses Kreuz an, das auf diesem Buchdeckel rechts im Bild zu sehen ist. Vielleicht wird Ihnen dann klar, was ich meine. Dagger John, der Dolchhans oder der Messerjohnny, erwarb sich seinen Ruf konkret aber bei seiner öffentlichen Ankündigung, dem Brandanschlag auf eine katholische Kirche, den ein Protestant durchgeführt hatte, dadurch zu begegnen, daß ab sofort für jede katholische Kirche, die in Flammen aufgehen würde, zehn protestantische ebenfalls in Schutt und Asche gelegt werden würden. Und wissen Sie was, werter Leser? Die Brandanschläge hörten sofort auf. 

Es ist schon erstaunlich, was ein wenig Rückgrat alles bewirken kann.


  Nächsten Sonntag Teil 4)



Sonntag, 8. Dezember 2019

Gute und schlechte Bischöfe (2)

In freier Übertragung aus dem Amerikanischen, und mit freundlicher Genehmigung des Autors, findet der Leser hier den Beitrag von Ianto Watt aus dem Blog von William M. Briggs, wie er im Oktober d. J. erstmals erschienen ist. Er wird hier jeweils zu den Adventsonntagen (nicht vergessen, Advent ist eine Zeit der Buße und Einkehr) des neuen Kirchenjahres 2019/20 veröffentlicht.


Teil 2)


Wann ging es mit diesem Wahnsinn los in seinem Herkunftsland? Es begann mit Bruder John Wycliffe. Dem Mann, der die Bibel vom Lateinischen ins Englische übertrug. Ohne offizielle Erlaubnis, und ohne offizielle Aufsicht. Mit einer Vielzahl von Fehlern, wörtlich oder sinngemäßen und anderen, und lange vor dem Auftreten von König Heinrich VIII. Und lange vor dem Erscheinen von Martin Luther, und sogar lange vor Jan Hus. Sie kennen den alten Spruch? "Wycliffe schnitt das Holz, und Hus goß Öl darein. Alles, was Luther noch zu tun hatte war, das Streichholz zu entzünden." Dabei hat Luther nur eines gemacht: Er hat sich am entzündeten Feuer selbst erwärmt. Er, und alle diese "loyalen" Bischöfe.

Uns allen wurde erzählt, daß der Mensch frei sein sollte zu denken, was immer er möchte. Wie sieht das praktisch aus? Völlige Idioten laufen Amok, die nur machen, was sie fühlen. Vielleicht fällt es Ihnen auf: Ich habe nicht gesagt, daß sie "dachten" was sie wollten, denn dieses Wort wurde aus den Gehirnen des Westens gelöscht. Denn es würde davon ausgehen, daß wir nichts wissen. Das stimmt auch wieder nicht, zumindest zum größten Teil.

Halten wir einen Moment inne, um etwas zu klären, und gehen wir zurück zu den Anfängen. Zu den Zeiten vor der offenen Rebellion. Zu den Zeiten, als die Kirche den großzügigen Zuwendungen der Menschen und einer dienstbereiten Krone zufolge fabelhaften Wohlstand auf den Inseln genoß. Zu diesen Zeiten gab es so gut wie keine Armut, und zwar weil es die Gesetze des klösterlichen Gemeinguts gab.

In diesen ging es um das unveräußerliche Recht der Menschen, die Ländereien der Kirche zu bearbeiten, die damals ungefähr ein Drittel bis zur Hälfte der gesamten Landfläche ganz Englands ausmachten. Sie hatten das Recht, diese Landflächen zu bearbeiten, und mußten auch keine Steuern bezahlen. Das ganze Reich konnte damit gut leben. Die Druiden waren ausgeschaltet, die Kelten waren ausgenüchtert, und die Sachsen waren gezähmt. Überall im Reich herrschte Frieden. Bis in den späten 1300ern Bruder Wycliffe auftauchte.

Bruder Wycliffe, den in den folgenden beiden Jahrhunderten Bruder Hus und Bruder Luther nachahmten, schrie hinaus, daß die lokalen Herrscher (das waren die Bischöfe) nackt waren. Sie suhlten sich wohlig grunzend im Wohlstand, aber sie täten das auf dem Rücken der einfachen Leute, die sie sonst verachteten. Er klagte sie deshalb laut und öffentlich an, daß sie die Botschaft der Heiligen Schrift aus den Augen verloren hatten. Und er lag damit nicht falsch. Mit dieser Anklage aber kam der Stein ins Rollen und mit Bruder Wycliffe begann, die Anglische Revolution. Angeblich um die Menschen zu befreien, zumindest hieß es so.

Aber war es so? Natürlich nicht. Denn es ging darum, den König zu befreien! Um ihn von den Beschränkungen zu befreien, die ihm die Kirche auferlegte, um seinen Appetit zu zügeln. Denn Könige bevorzugen immer die feinen Gustostückerl vom Lamm. Und unter uns gesagt, sind Schafe nicht genau dafür da? Was Wycliffe in England machte, würde später Bruder Hus in Böhmen machen, und Bruder Luther noch später in Deutschland dasselbe. Revolution wird immer im Namen des Volkes gemacht. Aber sie nützt eigenartigerweise immer den Königen.

Nachdem freilich Wycliffe diese gültige und richtige Kritik bestimmter Teile der Hierarchie geäußert hatte, machte er dasselbe wie sie. Oder, um präzise zu sein, er nahm sein persönliches Urteil und setzte es an die Stelle des alten und unveränderbaren Gedankenguts der Kirche. Nachdem sich aber die Bischöfe dafür entschieden, ihre gerechte Autorität weiterhin zu mißbrauchen (indem sie den Wohlstand verpraßten, den sie doch nur verwalten sollten), entschied Wycliffe, daß ihre Autorität nicht rechtens war. Und wie machte er das? Er verkündete, daß er der einzige legitime Ausleger des Wortes Gottes sei, wie es die Heilige Schrift verkündet. Immerhin hat er sie ja auch in die Volkssprache übersetzt. Natürlich aus seinem eigenen Blickwinkel. Und mit ein paar Interpretationen hier, ein paar dort, hatte er grünes Licht für das Aufkommen einiger Dinge gegeben, die wir heute als Prädestinationslehre (die Lehre, daß alles, auch das Heil des Menschen, vorherbestimmt ist, man also ohnehin selber nichts mehr dazu beitragen kann; Anm.), Iconoclasmus (vulgo Bildersturm genannt, weil angeblich die Verehrung der Bilder Götzendienst sei; Anm.), und Caesaropapismus (also die Lehre, daß der Cäsar, der Fürst, auch der oberste Hirte der Kirche sei; Anm.).

Mit anderen Worten hat er alles vorbereitet, das die spätere kleine Revolution von Heinrich VIII. brauchte, um erfolgreich zu sein. Oder egal welcher Prinz gut gebrauchen konnte. Sie alle liebten also Wycliffe.

Über ein Jahrhundert, ehe Heinrich VIII. die Bühne betrat, war somit das Kirchenvolk in (und nicht mehr von) England bereits in diese Melange von Dissens und Unruhe gerutscht. Sie waren mehr als bereit für die Ankunft von Heinrich. Das Volk (und noch wichtiger, die Priester) waren bereits aufbereitet, um gegen die Autorität aufzustehen, weil eben diese Autorität bereits überheblich geworden war. Oh verfluchter Stolz gegen den Himmel. Kehren einmal zurück zum ersten Tag der Schöpfung. Fiat Lux. Es werde Licht (Verstand). So wurden die Engel gemacht. Ein Drittel von ihnen rebellierte. Werter Leser, fragen Sie sich einmal selbst: Was hat sich geändert? Nichts. Warum sollte es?

So nebenbei mal gefragt: Wer ist der Heilige John Fisher unserer Tage? Sagen wir außer Erzbischof Viganò, der zählt nicht. Ich werde es Ihnen sagen: Es war Bischof Fabian Bruskewitz aus der Diözese von Lincoln, Nebraska. Er war die einzige Stimme, die sich 2002 erhoben hatte, mitten in einer den damals aufplatzenden Spielarten eines fortwährenden Mißbrauchsskandals durch Homosexuelle, der sich geweigert hatte, dieses Wiseldokument zu unterzeichnen, das sich “Charta für den Schutz von Kindern und Jungen Menschen" nannte.

Dies war jenes Dokument, das angeblich sofort das Problem "klerikaler Pädophilie" stoppen würde. Es gab mit diesem Dokument freilich zwei kleine Probleme. Das erste, daß es sich nicht an die Bischöfe (und ihre Aufsichtspflicht) wandte, was für eine Überraschung. Und das zweite, daß es mit viel Gefühlsüberschwang die eigentliche Wurzel des Problems gerade nicht nannte, und das war die Schädlichkeit der Homosexualität. Das Problem "Pädophilie" zu nennen, war also nichts als eine Verschleierung des wahren Problems.

Bruskewitz sah das glasklar. Und er war der einzige unter 196 amerikanischen Bischöfen, der widerstand. Er forderte sogar die versammelten Bischöfe auf, über die Gründe für diese Verschleierung nachzudenken. Und die sind, wieder einmal, die Schädlichkeit der Homosexualität. Nicht eine einzige Stimme erhob sich, die ihm beipflichtete. Nicht eine einzige. Er stand völlig alleine da. Gott lohne ihm seinen Mut. Merke sich der Leser: Lincoln ist eine der wenigen Diözesen, die nie und bis heute nicht an die Wölfe gefallen sind.

Der ganze übrige Rest ist in den Sündenpfuhl der Gegenwart mit hineingerauscht ist. Indem sie der Idee aufgesessen sind, daß wir mit unseren Feinden einen fruchtbaren Dialog führen können. Daß wir uns so verhalten können, als wären unsere Feinde von einem originären, nur ein wenig fehlgeleiteten Guten Willen motiviert. Daß wir das alles irgendwie aber hinkriegen. Mit anderen Worten, daß wir uns auf unsere Weise aus der Hölle herausreden können. Na dann viel Glück, ihr Volltrottel!

Wir stehen heute am selben Punkt wie damals, als Heinrich VIII. die Bühne betrat. Ein Mann, bewaffnet mit seiner eigenen Macht, dem "Gefolgsmänner" gegenüberstanden, die Bischöfe, die mit ihrem Pomp bewaffnet waren. Sämtlich Männer, die mehr als gewillt waren, den Dialog mit jenen aufrecht zu halten, die die Absicht hatten, die Herde aufzufressen. Sagen Sie mir, werter Leser, welcher Wolf würde dieses großzügige Angebot ablehnen? Kann man es ihm, wieder unter uns gesagt, denn überhaupt leichter machen? Guten Appetit! Und vergessen Sie das Salz nicht.

Was hat zu diesem Problem in der Kirche geführt? Und hat es nur England betroffen? Beantworten wir die zweite Frage zuerst. Nein. Es passiert überall, wo großer Wohlstand sich angesammelt hat, der dann falsch verwendet wird. Es hat schon sehr früh in Frankreich begonnen, so um das Jahr 1000 n. Chr., und nannte sich dort Katharer. Die Reinen. Sie kennen Sie vielleicht unter dem Namen, den sie sich selbst gaben, Albigenser. Ihr wahrer Name geht aber noch weiter zurück. Als man sie Manichäer nannte.  Dualisten, die den Leib verachten und nur die Seele verehren. Auch wenn man freilich über diese exakt gleiche Art von Revolution in Frankreich länger reden müßte, denn es wäre an sich noch schlimmer als das, was in England abgelaufen ist. Ein kleines Plus also für die wahren Briten. Kopf hoch, Engländer!

Man könnte denken, es wäre überflüssig darauf hinzuweisen, daß ein einfühlsamer Klerus (von der Art also, wie wir ihn heute in der gesamten nördlichen Hemisphäre haben) diesen kleinen Bonuseffekt produzieren würde. Aber denken Sie noch einmal darüber nach. Wenn man jemanden verachtet, dann neigt man dazu, auf gegensätzliche Art zu reagieren. Das heißt, daß das Endergebnis auf den spiegelgleichen Effekt hinausläuft, nämlich auf eine Zerstörung der Kirche.

Hier ist ein kleiner Einblick aus der  Catholic Encyclopedia, der das Wesen dessen beschreibt, was damals passiert ist, und wieder und wieder quer durch Europa passierte. Und auch heute wie zu Zeiten von Heinrich und Luther dazu führt, eine breite Bresche in die Mauern unseres Heiligen Rom zu schlagen.  So wird greifbar, was die Menschen angetrieben hat, 
den Katholischen Klerus zu verachten. Und zwar ist es Arroganz, gepaart mit einer weltlichen, allzu häufig sogar skandalösen Lebensweise, in der der Klerus dennoch den Schutz einer überwältigenden Mehrheit der Eliten genießt, weil er es geschickt versteht, ganz verborgen eine regionale Mischung von nationalen Absichten und religiösen Gefühlen zusammen zu rühren.

  Nächsten Sonntag Teil 3)



Sonntag, 1. Dezember 2019

Gute und schlechte Bischöfe (1)

In freier Übertragung aus dem Amerikanischen, und mit freundlicher Genehmigung des Autors, findet der Leser hier den Beitrag von Ianto Watt aus dem Blog von William M. Briggs, wie er im Oktober d. J. erstmals erschienen ist. Er wird hier jeweils zu den Adventsonntagen (nicht vergessen, Advent ist eine Zeit der Buße und Einkehr) des neuen Kirchenjahres 2019/20 veröffentlicht.


Gute und schlechte Bischöfe: Eine Lektion von Dagger John - Gastbeitrag von Ianto Watt

Keiner hat egal wovon und egal wo noch von irgendetwas eine Ahnung. Das überrascht an und für sich nicht. Letztlich sind wir doch Schafe. Und Schafe sind leicht zu führen. Auch in den Rachen von Wölfen. Wer führt uns dorthin? Unsere Hirten, natürlich. Nein, nicht die guten Hirten, die sogar ihr Leben für ihre Schafe hingeben. Von der Art also, die lieber in die Schlacht ziehen, als davonzulaufen, wenn die Wölfe die Herde einkreisen. Männer, die lieber sterben würden, denn als Feiglinge in die Geschichte einzugehen. Aber gibt es solche Hirten überhaupt noch? Es sieht so aus, als gäbe es sie nicht mehr. Es sieht so aus, als wäre das, was wir haben, Mietlinge wären, die im Bruchteil einer Sekunde fliehen, sobald die Gefahr auftaucht. Feiglinge, wie sie uns die Heilige Schrift vor Augen stellt.
Der Mietling aber, der nicht Hirte ist, dem die Schafe nicht gehören, läßt die Schafe im Stich und flieht, sobald die Wölfe kommen. Und der Wolf fällt die Schafe an und zersprengt sie. Der Mietling flieht, weil er eben ein Mietling ist, und ihm an den Schafen nichts liegt. (Joh. 10, 12-13)
Gibt es etwas Schlimmeres als einen Feigling? Natürlich, einen Verräter. Einer, der mit dem wolfartigen Feind kollaboriert. Einen, der nicht direkt vor ihnen davon läuft, aber der dazu beiträgt, die Schafe ihrem schrecklichen Ende zuzuführen. 

Die Position, die der gute Hirte in der Kirche sein sollte, ist der Bischof. Diese Menschenfischer. Wo aber findet man sie in den wichtigsten Aufgaben des Tages? Wie bei der Abtreibung, der Homosexualität, der Verehrung der Göttin Gaia durch die Umweltbewegungen? Ach so, sie sind fischen gegangen. Anruf ist zwecklos, versuche es gar nicht erst. Das Tonband ihres Anrufbeantworters ist voll. 

Sie sind die wahren Verräter. Wir sind ihnen ausgeliefert worden. Nun ist für mich die Frage, warum die verlassenen Schafe noch immer nicht zerstreut sind. Immerhin sind sie ausgeliefert worden, damit man sie verschlinge. Nicht einer nach dem anderen, in der Raserei des Angriffs, sondern eher als Gruppe, die von ihrem Schicksal noch nichts ahnen?

Der geschätzte Leser könnte nun meinen, daß ich mich auf heute beziehe. Aber das tue ich gar nicht. Und zwar überhaupt nicht. Denn es geht nicht darum, daß die Herde bisher so gut bewacht und behütet worden wäre, und mit einem Mal sind heute plötzlich die Wölfe erschienen, woraufhin die Hirten davongelaufen wären. Das ist nicht die Lektion, die uns die Geschichte erteilen möchte.

Sie erzählt uns stattdessen, daß über die Zeiten und Epochen, seit der glorreichen Erhebung Karls des Großen zum Kaiser am Weihnachtstag des Jahres 800 n. Chr., sich ein allmählicher Schwund an "Hirten" eingestellt hat, die mit den Hunden der Hölle einen Pakt geschlossen haben. Durch Männer, die mehr sich als dem Eigentümer der Herden treu waren. Die vor allem ihre Treue aber gegenüber ihren eigenen Ämtern und Positionen, die von Pomp und Glorie und Wohlstand begleitet waren, bewiesen haben. Die ihrem Status in der Hierarchie treu waren. Männer, die eher nicht bereit waren, für etwas anderes ihr Leben zu geben als für sich selbst. Solche Männer sind es, von denen wir in der englischsprachigen Welt seit 750 Jahren geführt werden. 

Ehe ich nun aber meinen Finger ausstrecke, möchte ich an den Leser die Frage stellen, die er möglichst ohne Google oder ähnliche Dämonen zu befragen, beantworten sollte. Wie viele englische Bischöfe (also: Hirten) sind für ihren Glauben gestorben, als Heinrich VIII. die Kirche an sich gerissen hat? Los, schießen Sie los, gleich, spontan! Nein, der Heilige Thomas Morus zählt nicht. Denn der war gar kein Bischof. Er war nur der "Mann des Königs", "the King's Man", wie man es nannte. Na gut, ich helfe Ihnen, ehe Sie das Handtuch werfen. Die richtige Antwort lautet: EINER. Ein einziger, lausiger Bischof. Einer von tausenden, damals hingemordeten Briten.

Hier ist eine Liste von den darunter befindlichen, fast 400 Märtyrerpriestern und -mönchen. Aber es gab noch weit mehr Laien, die so wie diese für ihren Glauben durch die (nunmehrigen) Anglikaner ums Leben gebracht wurden. Sie alle waren Schafe, weil die Kirche richtigerweise sagt, daß die Bischöfe die Nachfolger der Apostel sind, und als solche sind sie auch die jeweiligen Hirten. Der Bischof muß anführen. Der Rest von uns muß ihnen folgen. Priester eingeschlossen. Vergessen Sie diese Tatsache nicht. Priester sind ihren Bischöfen zu Gehorsam verpflichtet.

Wer war nun der eine und einzige Märtyrerbischof?  Es war der Heilige John Kardinal Fisher. Das ist der einzige Bischof, der sein Leben für seine Schafe gab. Sagt Ihnen das irgend etwas, werter Leser? Man kann über Heinrich VIII. alles mögliche sagen, und ich habe das auch gemacht. Man kann ihn verräterischen walisischen Bastard nennen. Ihn und diesen Junius P. Morgan. Walisische Bastarde, alle beide. Aber der springende Punkt ist folgender: Die Bischöfe jener Zeit haben sich ganz einfach für ein angenehmes Leben entschieden. Und zwar nicht, weil Heinrich VIII. ihnen das aufgezwungen hätte. Nein. Diese Wahl traf die Hierarchie selber, die dafür weiterhin in herrlichstem, angenehmstem Luxus lebte.

Worin unterscheidet sich das von heute? Durch nichts. Durch wirklich gar nichts. Hier, schauen Sie sich einmal das Landhaus an, das Bischof Farrell von Dallas für sich persönlich in Anspruch nimmt. Sieht doch echt toll aus, oder? So asketisch, nicht wahr? Das ist ja mal so eine richtige Einsiedlerklause, mitten im dunkelen Wald. Sein Lohn für solche Entbehrungen? Er wurde nun Kardinal. Ab sofort muß er also auch in Rom darben.



Völlig unabhängig davon, ob es nun um königliche Vorrechte oder um die heutigen Perversen der Political Correctness geht - wo liegt der Unterschied? Egal welchem von den beiden man widersteht, das Ergebnis ist dasselbe. Martyrium, auf die eine oder andere Weise. Keiner in den Amtsstuben wird auch nur einen Finger rühren, um Ihnen zu helfen, wenn die Wölfe des modernen Staates an die Tür klopfen, um sich zum Abendessen einzuladen. Insgesamt gesehen, handelt es sich um dasselbe Pack. Oder um dieselbe Hütte. Was auch immer.


  Nächsten Sonntag Teil 2)