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Montag, 20. Juni 2022

Sie wollen ihn gar nicht, den Wohlstand

Die Art der Berichterstattung der Mainstream-Medien über die Unruhen, die Migranten am Gardasee konzertiert veranstalteten, überschreitet das Maß, udn geht von Unverantwortlichkeit durch Lüge bereits über zur bewußten Unterdrückung von Gewahrheiten über nachrichtlich höchst relevanter und gefährlicher Entwickungen. Damit werden die Menschen in unseren Ländern in die Irre geführt und angeleitet, sich falsch und selbstgefährdend zu verhalten.

Selbst den Stimmen der Migrantensprecher und Organisatoren des Terrorangriffs tausender (ursprünglich vermutlich sämtlich illegal eingewanderter) vor allem Afrikaner waren die Unruhen am Gardasee "gewaltsame Inbesitznahmen". Den Einheimischen sollte signalisiert werden, daß sie nciht mehr Herren im eigenen Land sind, sondern daß diese Herrschaft von den Migranten übernommen wurde. 

Die Geschehnisse gingen dabei längst über gefährliche Drohungen hinaus, sondern waren wirkliches Terrorregime. So wird, das die Aussage ihren eigenen Sprechern gemäß, die Zukunft der Einheimischen aussehen. Und hier wurden mehr Karten aufgedeckt, als uns lieb sein mag, denn wir verschließen zu gern die Augen vor dem Wirklichen. Es schmerzt, es verlangt Hinaustreten und Loslösen von der embryonalen Wohligkeit, in der alles im Traum versinkt. 

Freitag, 8. Oktober 2021

Ein nächstes Pferd vor Troja (5)

Dafür haben wir noch einen ganz besonderen Blick auf das Ruanda der Gegenwart. Denn Ruanda 1994 = Deutschland 1945. - Aber noch einen Blick wollen wir tun. Den in die Gegenwart von Ruanda, den seiner Geschichte NACH den furchtbaren Ereignissen von 1994. Nicht nur durch fremde Truppen, sondern durch internationalen Druck, den eine gewaltsam von Tutsi aufgerichtete "Befriedungsdiktatur" realisiert hat.
 

Donnerstag, 7. Oktober 2021

Ein nächstes Pferd vor Troja (4)

Der Pogrom an den Tutsi war zwar nicht rechtfertigbar. Aber er ist verstehbar. Und das ist die Voraussetzung für ein Verzeihen. - Ja, es gab schon Spannungen, ja, es gab schon einmal gefährliche Verfolgungen durch Hutu, und die Älteren hatten das auch nicht vergessen, ja es gab Spannungen, aber NICHT bei ihr, nicht bei den Eltern, die unterschiedslos auch Hutus halfen (beide waren Lehrer, offenbar gut bestallt und bezahlt und in leitenden Stellungen, mit scheinbar nicht unerheblichem Grundbesitz, einem großen Haus, und vier Kindern, drei Söhnen und dieser einen Tochter.

Die Massaker überlebte nur ein Bruder, der (sic!) in Westafrika, fünftausend Kilometer entfernt, studierte. Wo erwähnen wir gar nicht, weil alle solche Realia in den Schilderungen der Tutsi kaum Erwähnung finden und unbedeutend sind. Alles schwebt eineinhalb Meter über dem Erdboden, und einer ihrer geschilderten festen Träume ist ja sogar, in einem fliegenden Teppich durch die Welt zu fliegen. Das erzählt doch alles? Wie überhaupt das, was man aus diesem Buch gewinnen kann, wenn man konzentriert sucht, in den Leerräumen zu finden ist, nicht in den Zeilen. 
 

Mittwoch, 6. Oktober 2021

Ein nächstes Pferd vor Troja (3)

Der Haß auf die Schöneren ist uns bekannt. Dafür kann ein Hutu schon morden. Denn die Tutsi sind bei den Europäern beliebt, weil sie wie sie sind: Wurzellos, leistungs- und geldorientiert. Und schöner als die Breitnasenaffen, die sowieso ihr Recht - auf alles - im Blut der Opfer ertränkt haben. - Die Tutsi, dieses kainitische Volk der Jagd und der Stadt, konnten mit den europäischen Normen und Vorgaben einfach besser umgehen. So wie jedes entwurzelte Volk, jeder entwurzelte (universalistische) Mensch das eben "kann". Als Arrangement mit dem Zerfall, so muß man es bezeichnen, das jedem verwurzelten Menschen, der sich auch in seinem Volk verwurzelt sieht, in seiner Sprache, seiner Geschichte, seine Art und seinem Aussehen.
 
Ihnen stehen die Hutu gegenüber. Und die Tutsi und die Hutu unterscheiden sich deutlich im Aussehen, Immaculée schildert es immer wieder: Die Hutu erkannten die Tutsi deshalb sofort, und letztere konnten sich nicht "in der Masse" verbergen. Sie waren durch ihre Größe, ihre athletische Gestalt, ihre nach europäischem Begriff schöneren Gesichter weil nicht breiten Nasen von Hutu zu unterscheiden. Und sie waren (aus alle den schon genannten Gründen) im Durchschnitt gebildeter. Sie hatten damit im Verhältnis zu ihrem Bevölkerungsanteil in Ruanda einen weit überproportionalen Anteil an Bildungsberufen und generell an Autoritätsstellungen. Ich gebe hier nur wieder, was Immaculée schreibt. 

Dienstag, 5. Oktober 2021

Ein nächstes Pferd vor Troja (2)

Die Frage nach dem WARUMDie Tutsi sind bei den Europäern beliebt, weil sie wie sie sind: Wurzellos, leistungs- und geldorientiert. Protestantisch, nicht christlich. Protestantisch wie das Katholische an Immaculée. - Aber ich finde das nicht, was ich finden soll, und was auch angeblich Immaculée "weitergibt". Denn es geht nicht um das, was ein Katholik mit "Glaubensinhalten" bezeichnen könnte. Es geht lediglich um eine Art von "Gotteserfahrung", in der sich Gott in seiner unendlichen Vorsehung als zuständig für das Erlernen der Fremdsprache, für das Auftauchen von Kosmetik und Ohrringen (tatsächlich! aber gut, warum nicht?), für Liebesbeziehungen, Partnerwahl, Ehestiftungen, Karriere und Wohlstand in den USA zuständig zeigt. 

Er tut das auf Rezept, gewissermaßen, und Immaculée teilt das auch mit dem Leser. Man muß sich nur das Erbetene, schreibt sie (und ich bin mir nicht nur diesmal nicht sicher, eine Schrift von Prentice Mulford et al. in Händen zu halten) VISUALISIEREN. Und findet in ihrem Buch umso mehr Platz für Stimmen, die einer universalistischen, ja esoterischen "Gotteserfahrung" das Wort sprechen, als sie expliziten Katholizismusbezug verschweigt. An einer einzigen Stelle (als sie es als Kriterium für die Gattenwahl nennt) kommt das Wort katholisch überhaupt vor. 

So universalistisch wie überhaupt die Wertewelt der Ruandi ist. Die Karriereträume hat, die ihr Gott BEI DER UNO erfüllt,

Montag, 4. Oktober 2021

Ein nächstes Pferd vor Troja (1)

Mit einiger Irritation habe ich das Buch "Aschenblüte" von Immaculée Ilibagiza zugeklappt, und seit Wochen, die schon zu Monaten wurden, überlege ich, was ich dem Dominikanerpater sage, der es mir lieh weil dringlich zu lesen empfahl. Zwar hoffe ich immer noch, daß er es selber nie gelesen, sondern einfach von irgendwem erhalten und (weil ich ihm als einziger Deutscher unter der im Kern immer gleichbleibenden Meßgemeinde eine halbe Stunde vor Mittag eingefallen bin) ohne weiteren Hintergedanken weitergab. Aber das Bedeutungsschwangere, die leuchtenden Augen, die seine Geste begleitete, in der er es mir in die Hand drückte, spricht dagegen: "Sie sollten das lesen," meinte er. Also habe ich es gelesen.

Und es danach in einer Mischung aus echter Sorge und nicht geringem Ärger zugeklappt. Denn was die mittlerweile wohl bald vierzigjährige Immaculée Ilibagiza geschrieben hat macht einen Konflikt sichtbar: Den zwischen einem GESOLLTEN Empfinden, und dem TATSÄCHLICH Gesehenen. Und die Fragen, die aufstehen, sind ganz anderes als die, die im Buch angeblich beantwortet werden. Schon gar die Frage nach Gott.

Die Handlung ist rasch geschildert: Immaculée (das Buch ist autobiographisch), geboren 1972, wird 1994 aus allen Lebensplänen gerissen, in denen sie von Karriere und Wohlstand in Ruanda träumt. Quasi über Nacht fallen die Hutu im ganzen Land über die Volksgruppe der Tutsi her und ermorden, wen immer sie zu fassen kriegen. Das "Ungeziefer" soll ausgelöscht werden. 

Dienstag, 29. Juni 2021

Sklaverei, Afrika, Geld und Steuern (4)

Der erste, der einen schwarzen Sklaven als materiellen Besitz rechtlich verankerte, war ... ein schwarzer Sklavenhalter. Der etwa 1805 bei Gericht (und gegen den heftigen Widerspruch der europäischen örtlichen Bevölkerung!) durchsetzte, daß ihm das Eigentum an einem Mann zustand, der von europäischen Farmern aus den unerträglichen Lebensverhältnissen befreit wurde, die er zu erleiden hatte, und auf die Einhaltung eines Zeitvertrages pochte, der irgendwo einmal existiert hatte, aber nicht mehr aufzufinden war. Tatsache ist also, daß ein Schwarzer der erste Amerikaner war, der Sklaven und unbeschränktes Eigentum per Gesetz verankern ließ. (Damals mit der gerichtlichen Auflage, fortan für den Mann, das Streitobjekt also, besser zu sorgen.)

Denn die starke Gebundenheit an soziale Verhaltenscodes hat auch Schattenseiten. Dabei funktioniert Soziales nur, wenn es auf der Bereitschaft steht, sich zu verschulden oder jemanden bei sich verschulden zu lassen! Das führte aber bei Verschuldung zu oft schrecklichen Lebensschicksalen. Sich selbst bei Überschuldung zu verkaufen etwa war in Afrika gängige Praxis, und den nunmehrigen Sklaven erwartete kein schönes Leben, soviel kann man sagen; in Amerika wurden sie meist besser behandelt, und vor allem hatten sie dort sicher zu essen.

Aus einschlägiger Literatur sind einige Zahlen vorzutragen. Sie überraschen. Etwa um 1830 gab es im amerikanischen Süden rund 2,5 Millionen Sklaven, die meisten schwarz. Der Anteil von ihnen, der unter weißen Herren verglichen mit dem unter schwarzen Herren, beträgt knapp die Hälfte.

Montag, 28. Juni 2021

Sklaverei, Afrika, Geld und Steuern (3)

Wie generell Mitglieder von Nomadenstämmen, darunter Araber, darunter - man hört die Schläge auf den Rücken einprasseln, wenn der VdZ das sagt ... - viele Menschen türkischer Provenienz, die in ihren Hauptstämmen, sofern eben türkisch und nicht den vor der Zuwanderung der zentralasiatischen Türken ansässigen Bevölkerungen entstammend (seine wir ehrlich, es gibt defacto doch keinen Staat, der nicht ein Vielvölkerstaat ist), ebenfalls aus der Steppe kommen. Man sieht es nicht zuletzt an ihrer Architektur: Rund! Rund wie das Zelt, die Yurte, das Grabmal. Rund wie die Erde, die unbegrenzte Schöpfung des Erdkreises.

Aber so wird auch die Katastrophe erkennbar, die die Entwicklungshilfe (zu der sich die Mission in den 1960ern gewandelt hat) bedeutete. Die die sozialen Gefüge angriff! Und durch die Einführung von Steuern das Geld einführten. Denn wir sind uns dessen viel zu wenig bewußt, in welch hohem Maß es der Staat, die Obrigkeit war und ist, die Geld in eine Gesellschaft einführt. Denn die Herrschenden sind es, die Geld brauchen. Die ein neutrales Tauschmittel benötigen, um ihre Soldaten und Beamten zu bezahlen. Und ihren Lebensluxus durch internationalen Handel decken müssen.

Sonntag, 27. Juni 2021

Sklaverei, Afrika, Geld und Steuern (2)

Die Rolle des Geldes wird von Afrikanern selbst sehr kritisch gesehen. Und insofern ist die Einführung von Geld als Zahlungsmittel FÜR STEUERN die Primärkatastrophe gewesen. Plötzlich war der afrikanische Mensch nicht mehr in der Lage, so wie immer Abgaben an die Obrigkeit durch seine eigenen Produktionsmittel (Rinder, Handarbeitsprodukte, Arbeit) zu bezahlen. Plötzlich mußte er sich mit einem Markt beschäftigen, auf dem Geld Zahlungsmittel war, während die traditionellen Märkte immer Tauschmärkte waren?

Das können wir alles auch auf Europa umlegen. Die soziale Katastrophe des 13. Jahrhunderts war dieser totale Umbau der Gesellschaften durch die Geldwirtschaft. Sie war das "weg vom Feudalen", das "hin zu per Geld definierten Abhängigkeits- weil per Verordnung auferlegten Schuldverhältnissen", die nun dasselbe bedeuteten, wie es die Afrikaner im 20. Jahrhundert erlebt haben: Plötzlich mußte das Arbeiten und Lebensschaffen dem Erwerb eines Drittmittels dienen, dem Erwerb von Geld!

Samstag, 26. Juni 2021

Sklaverei, Afrika, Geld und Steuern (1)

Verblüffend wahre, hervorragender, gereinigter Wahrnehmung entspringende, inspirierende und mit der Metaphysik des Katholischen zur vollkommenen Deckung (bzw. Weiterführung) kommende Stellen finden sich im Schriftwerk des protestantischen Missionars Bruno Gutmann. Weil die Bücher, die dem VdZ vorliegen, 1966 datiert sind, und er damals seinen 90. Geburtstag beging, nehmen wir an, daß er bereits gestorben ist. 

Ob sich das Evangelische Missionswerk, das diese großartige Reihe über die Kirchen der Welt herausgab sich an ihn noch erinnern kann? Einige weitere Bände hat der VdZ bestellt, denn die ihm vorliegenden sind schon von den Themenstellungen so anregend weil so hervorragende, sachliche Archive, daß er sicher noch einiges daraus für die Leser der ambrosius.konnotationen bergen können wird. 

Darf er den Leser bei dieser Gelegenheit an die Notwendigkeit erinnern, daß er das ihm Vorliegende nur lesen kann, weil der VdZ sein Leben und Existieren in hohem Grad aus barmherzigen Zuwendungen fristet - sprich: Bittend erinnern, sich der Spendenmöglichkeit s. u. zu bedienen?

Montag, 29. Juni 2020

Weil es keine "schwarze Ethnie" gibt

Es ist ziemlich betrüblich zu sehen, daß die Argumente egal welcher Seite in den Konflikten rund um BLM (BLACK LIVES MATTER) einen gravierenden, eigentlich sogar seltsamen ungelösten Kern haben. Sie gehen von SCHWARZEN aus. 

Aber ES GIBT KEINE SCHWARZEN, die eine "ethnische" Identität ergäben. Es gibt nämlich - und jetzt kommt's! - auch kein "schwarzes Volk". Es gibt zahllose Völker, deren Hautfarbe mehr oder weniger schwarz ist. Aber diese Völker sind zahllos. 

Als die Sklaven aus Afrika (um das ein für allemal geklärt zu haben: Ausgeliefert meist von muslimischen Fürsten, oder von afrikanischen Feindesstämmen, denn Sklaven zu nehmen war seit je ein probates Mittel der Kriegsbeute, und ist es bis heute) wurden sie allesamt aus jedem Stammes- und Volkszusammenhang herausgerissen, meist sogar aus dem sozialen Gefüge von Familien (Häusern). 

So wurden sie kunterbunt durcheinandergewürfelt nach Amerika verschifft. Und dort wurden sie zu einem künstlichen "Rassengegensatz" zur meist andersfarbigen (gelb-, braun-, weißen) Hautfarben anderer Völker. Ein Zufallsprodukt, eine Zufallsunterscheidung! 

Aber eine wichtige Unterscheidung. Denn was die Schwarzen in Amerika von fast allen übrigen Völkern, die dort vertreten sind und waren, so unterscheidet IST EBEN NICHT DIE HAUTFARBE. Denn das beträfe dann zum Beispiel auch Schwarze, die (eiderdautz!) auch in den USA eine völkische Identität bewahren, und deshalb in das Elendsschema der "Schwarzen" nicht passen. Wie die Nigerianer! Diese fallen in die Kategorien der Chinesen, Japaner, etc. etc., also von Volksgruppen (Völkerzugehörigkeiten), die es auch in den USA "zu etwas bringen". 

Die Schwarzen in den USA sind KEIN VOLK, das ist das Problem! Sie sind vereinzelte Menschen aus allen möglichen Teilen Afrikas. Sie sind Vereinzelte, sie sind Prototypen des rousseauischen Menschentypos, des aufgeklärten Vereinzelten. 

Der Mensch beginnt aber beim Volk, bei der Volkszugehörigkeit. Dort setzt die Identität an, weil Identität bedeutet, einen Ort zu haben, den man einerseits ergreift, und andererseits zugewiesen bekommt. Welches Volk aber wären nun die Schwarzen, die heute in den USA leben, praktisch sämtlich Nachfahren der aus jedem Identitätszusammenhang herausgerissenen Afrikaner? 

Und das ist ein Kontinent, kein Volk, kein Staat, kein Land. Ein Kontinent noch dazu, der anders als Europa, anders als China, anders als so viele andere Völker und Länder und Staaten, NIE durch EINE Kultur geeint war! Der seit vielen Jahrhunderten (genaues weiß der Huber Max, aber wir nicht) in zahllose, einander alles andere als wohlgesinnte Völker zerfallen ist. Nicht einmal in Afrika selbst gelingt es, diese willkürlich durch europäische Verstiegenheit in "Staaten" schein-geordnete Völker unter einen Hut zu bringen. WEIL ES KEINE EINHEITLICHE KULTUR GIBT.

Ruhe gibt es nur dort, wo auch eine Religion gemeinsames Merkmal eines Volkes war. Und dazu gehört ... das nördliche (katholische, zumindest christliche) Nigeria, das sogenannte "Biafra". Der Leser möge doch einmal Dinge selber nachprüfen, soll sie nach ganz anderen Kriterien überprüfen, er wird genau das entdecken!

Und er wird genau das entdecken, wenn er Regionen oder Stadtlandschaften in den USA studiert, in denen Schwarze scheinbar in einer anderen Welt leben. Die mit diesen Unruhen, diesen Forderungen usw. usf. nichts am Hut haben (wollen). Sie sind sämtlich christlich, meist katholisch.  Und Religion ist das, was ein Volk begründet. Religion, und NUR Religion.

Weil nur eine gemeinsame Wertebasis, eine gemeinsame Grammatik als Zugang und Verhältnis zur Welt ein Volk überhaupt schaffen, das heißt formieren kann. Erst und nur Religion kann das schaffen, was Einheit schafft: Werte- und damit Rechtsempfinden, Verbindlichkeiten, soziale Strukturen, legitime (weil im Absoluten verankerte) Hierarchien und zwischenmenschliche Haltungen.

Der VdZ ist völlig sicher, daß jede "Lösung" des Schwarzen-Problems in den USA genau an dieser Problematik scheitert und scheitern muß. Auch zukünftig. Es wird nicht einmal in seiner gerade heute so aufbrechenden - und so schändlich mißbrauchten! - Wirklichkeit gesehen.

Deshalb sind die Auseinandersetzungen in den USA, die wir wieder einmal erleben, und die reine Instrumentalisierung völliger Begriffsvernebelungen sind (und solange sie das sind, sind sie spielend instrumentalisierbar) unlösbar. Sie wären das nicht einmal durch Segregation. Weil ihnen die Grundlage der Segregation fehlt: Die völkische Identität. Was das ist? Gucken, werter Leser. Wir sind in Europa gerade dabei, uns auch diese Problematik einzuhandeln.



*150620*

Samstag, 23. Mai 2020

Leben als Prozeß eines Weges nach Hause (3)

Teil 3) 
Unsere Wurzeln liegen nicht in "Deutschland". 
Sie liegen in unserer Verwobenheit in unser jeweiliges Volk



Auch das sollten wir also endlich von anderer Warte zu sehen versuchen. Als Antwort auf die Frage, was es sein könnte, das in diesen und jetzigen Generationen die Ablehnung des Eigenen so massiv gemacht hat. Die meisten Erklärungsversuche, bis hin zur "Gehirnwäsche" nach 1945, reichen viel zu kurz, und sind unzulänglich, um das Phänomen wirklich zu verstehen. Ja, sie sind meist nichts anderes als ein sturköpfiges Festhalten an einem Irrtum. Als der falsche Versuch zu prolongieren, was versagt hat, fundamentales Versagen somit zu rechtfertigen, weil auf andere, aber irrtümlich als solche identifizierte Ursachen zurückzuführen.

Vielleicht kommt also dieser so lange Irrweg unserer Gesellschaften, exemplarisch in dieser Frau sichtbar, eben genau daraus. Aus dem Verleugnen und Ignorieren einer Wurzelkultur, die bei Menschen dieser Generation zumindest noch im Fleisch, sonst nur noch in den Ruinen und Museumslandschaften, die unsere Orte bestenfalls geworden sind, in Erinnerungen und Erzählungen somit noch vorhanden ist.

In jenen Generationen, die bald gehen weil sterben werden. Die aber noch ein Hessisch- oder Fränkisch- oder Rheinländisch- öder Kölnisch- oder Düsseldorfer-sein erfahren haben, das heute schon so verblaßt ist, daß man meinen könnte, es gäbe das gar nicht mehr.

Als wäre alles Wurzelhafte bereits der globalen Amerikanismus-Konsum-Unkultur zum Opfer gefallen, die nach 1945 so endgültig alles überlagert hat. Die damit aber ein Zerstörungswerk vollendet hat, das 1870/71 mit dem Ausrufen eines neuen "Deutsch-seins" begonnen hat. Das in Wahrheit die Verdinglichung eines bloßen Begriffs, keiner ontologischen Wirklichkeit war, die für sich selbst Realität werden könnte. (Wir sind umso mehr deutsch, aber auch erst dann deutsch, wenn wir Kölner, Wiener, Münchner oder Dingelfurther sind. Ja, erst dann sind wir sogar ... Menschen.)

Dieser neue Deutschland-Begriff (übrigens: Das hier Gesagte gilt, bitte, sinngemäß genauso für das, was wir heute Österreich nennen!) hat die realen Verwurzelungen bereits im 19. Jahrhundert aufzulösen begonnen. Hellsichtige Personen wie König Ludwig II. von Bayern, nicht zuletzt, haben das sofort erkannt, und sich deshalb so gut sie es vermochten (und das war nicht viel) dagegen gewehrt.

Ohne Erfolg. Der Wunsch nach liberalistischem Leben und kapitalistisch-gierigen Wohlstand war zu verführerisch, zu phantastisch und vielversprechend, zu mächtig. Es mußte ein Deutschland werden, um diese Gier so vieler in einer Zeit des sich überschlagenden Liberalismus (et) Kapitalismus, zu befriedigen.

Identität "Deutsch" - Bildquelle
So wurde eine künstliche, daherphantasierte, irrationale (als rationalistische) Identität als Wunsch und Ziel in die Welt gesetzt, die sich, wie die Geschichte zeigte, nicht und nicht erfüllt hat. (Man könnte auch sagen: Das war der Endsieg des Lutherismus über den Katholizismus.)

Sodaß die Bereitschaft der jungen Generationen der Gegenwart, sich widerstandslos und sogar bereitwillig Massen an Menschen anderer, fremder Kulturkreise ins Land zu wünschen, auf diese Enttäuschung und Leere, die das Unerfüllbare, diese Karotte vor der Nase, hinterlassen hat, zurückzuführen ist. Daß sich dieses Deutsch-sein als "Kultur", das heißt als reale, gestalthafte Identität der Lebensführung, gar nicht erfüllen läßt. Daß es sogar ein und dasselbe wie der amerikanistische, liberalistische Konsumkult ist.

Die letzten Sequenzen des Films zeigen deshalb etwas, das bedeutend ist. Die Frau ist ruhig geworden. Mit einem deutschen Partner (was im Film aber nicht ausgesprochen wird), der in diesem Alter mehr Freund ist als jener "Partner", wie er heute meist verstanden wird, sitzt sie bei einer Art Volksfest, mit bodenständiger Musik im Hintergrund (die man noch als "hiesig" erkennen kann, warum kann man gar nicht wirklich sagen), und spricht über ihre Vergangenheit aus einer inneren Distanz, als wäre sie endlich endlich zur Ruhe gekommen, die sie so lange gesucht hat.

Und dieser Friede lag vor ihrer Haustür. Sie ist aber jetzt erst, in so hohem Alter, nach langer Suche, draufgekommen. Jetzt erst ist sie heimgekommen. Aber sie ist heimgekommen. Nicht nur sie. Auch nämlich ihr afrikanischer Partner. Was hieß ... sie trennten sich.

O ja, wir können viel aus dem Film lernen. Denn wir sollten nüchtern werden, und endlich aufhören, uns dumme Illusionen zu machen, wie und ob eine "Integration" fremder Kulturen möglich wäre. Das ist nicht der Fall! Worein sollte es integriert werden? In etwas, das es gar nicht gibt?
Die Welt ist stattdessen voll von Wurzellosen, die auf der Suche nach einer Heimat sind, die sie vor Jahrhunderten und Jahrtausenden verlasen haben. 
Wir sollten aber auch keine Illusionen haben, was und wie noch "zu retten" wäre. Dafür - und auch das vermittelt der Film! - dürfen wir vertrauen weil hoffen, daß da tief in uns allen etwas liegt, das wie Dornröschen darauf wartet, wieder wachgeküßt zu werden. Wir sollten aber aufhören zu glauben, der Prinz wäre ein wie auch immer geartetes "Deutschland", das selbst bereits eine finalisierte Entwurzelung war, die uns unserer Identität beraubt hat. Nein. Der Prinz kommt aus dem Unbekannten, wir kennen ihn noch nicht. Aber er kann das Dickicht, das uns umgibt, durchbrechen und uns wachküssen, wenn wir dazu bereit sind, es zuzulassen. Zuzulassen, daß es so ganz anders aussieht, als wir meinten.

Das wird nicht "Deutschland" sein. Jenes magische Bild der Versuchung von Macht, Geld und Geltung, geschaffen von selbst Entwurzelten, die aus ihrer existentiellen Verzweiflung, ohne Aussicht auf Boden und Ort, ein willkürliches, phantastisches Ziel aufgerichtet haben, das im Wahn einer Weltschöpfung unverwirklichbar und unerreichbar so viel Schaden angerichtet hat. (Es ist somit kein Wunder, daß der kategorische Imperativ als angeblicher Weltethik in ... Preußen geboren wurde.) Weil es eine Pseudo-Geschichte schuf, die angeblich "unsere" wäre. Das ist sie nicht.

Die Geschichte Deutschlands seit 1871, die angeblich seither unsere Identitätsgeschichte ist, hat in Wahrheit zwar mit uns und unserer Identität zu tun, aber sie IST es nicht. Sie ist vielmehr die Geschichte eines Irrtums, der unsere Gehirne hundertfünfzig Jahre vernebelt hat, und der sich nun auflöst. Gegen welches Auflösen aber sich die einen so, die anderen so wehren.

Wenn wir heimkommen wollen, dann müssen wir deshalb jeden Freimut aufbringen zu jener Ehrlichkeit durchzustoßen, in der wir all unseren Gefühlen und Ahnungen Raum geben, und die uns deshalb erst wahrlich befreit. Dann erst erhalten wir die Antwort, wo das liegt und läge, was uns jenen Frieden des Daheimseins zu geben vermöchte, den wir so verzweifelt suchen. Dieser Ort liegt nicht in einer inneren oder geographischen Ferne. Er liegt in jeder Hinsicht vor unseren Füßen. Dort liegt unser Zuhause.






*060520*

Freitag, 22. Mai 2020

Leben als Prozeß eines Weges nach Hause (2)

Teil 2) Was man aber wirklich sehen kann


Das Erzählte spricht hier mehr als aller theoretischer Disput, der freilich die wirkliche Wirklichkeit hinter allem längst schon erkannt hat. Wer nun auf diese Weise sehen will, der sehe nun auf diese Weise, was wirklich ist. Auch wenn es die meisten nicht glauben wollen: Wir sehen hier unsere Zukunft. Mit dieser neuen Kulturstufe werden aber auch jene Elemente mit zu uns kommen, die die afrikanische Welt bereits heute kennt, und die sie historisch geprägt haben.

Was sich geistig bereits vorbereitet hat, hat dabei auch längst die kulturellen Einrichtungen geschaffen, die diese geistigen Bedingungen mit realem Leben erfüllt. Man denke dabei an den Sozialstaat in jeder Form, der auf die afrikanischen Verhältnisse (als deren praktische Nahrung) paßt wie der Schlüssel ins Schloß, man denke ans Eherecht und die Entwicklung der Stellung der Ehe in unseren Ländern (wo die Gesetze allerdings das Rechtsempfinden der Menschen umsetzen einerseits, natürlich auch anderseits prägen), man denke an das "Recht auf Familiennachzug" für Migranten, das alles vor dem im Film gezeigten Hintergrund eine ganz neue Deutung zuläßt. Auf diesen Umbau ganz direkt und konkret hinarbeitet, ihn nicht einmal  nur ermöglicht, sondern sogar fördert. Unsere Gesetze haben diesen kulturellen Umbau konkret geschaffen.

Das heißt aber noch mehr. Es heißt, daß in Europa nicht einfach eine neue Kultur entsteht (die bereits enorm weit gediehen ist), sondern es wird ein Nebeneinander zahlreicher Kulturen werden. Denn wenn es hier Nigerianer sind, sind es dort Marokkaner (mit einer völlig anderen Kultur), dort Pakistani oder Türken, und dort Afghanen. Die aber natürlich alle ihre heutigen wie historischen Einbettungen und Beziehungen mitnehmen. Konkret auf den Film bezogen heißt das, daß zum Beispiel das Verhältnis der Nigerianer zur islamischen Kultur (wie zu allen übrigen Kulturen) auch in Europa etabliert wird. Oder das der Türken zu Pakistani.

Wir haben also unseren Raum entleert, indem wir seine historischen Beziehungen eliminiert, aufgelöst haben (DAS bedeutet ja letztlich Identitätsauflösung: Sie ist das Auflösen der Verbindlichkeit von Beziehungen; man sieht auch das ganz konkret im Film). Wir lösen aber nicht nur den Raum auf (von dem nur noch der Boden bleibt), sondern wir stellen den neu ankommenden Kulturen auch noch die Einrichtung (je nach Wunsch) und die Maschinen zur Verfügung.

Und bezahlen das mit jenem Geld, das wir hier am Markt für unser Erbe erhalten, dort aber in alle Zukunft abarbeiten werden: Unsere Kinder, und deren (allerdings ohnehin noch wenigere) Kinder, werden diese Schuld begleichen. Noch dazu, wo wir unsere Möbel und Maschinen oft selbst noch nicht einmal bezahlt haben.

Diese Erkenntnis über den Zustand unserer Kultur war der Frau im Film auf eine Weise Mittelpunkt ihrer Erfahrung. Denn sie hat diese Leere mit neuen Eindrücken und neuen Kulturelementen zu füllen versucht. Sie hat es lange mit großer Anstrengung unternommen.

Das ist das vielleicht Erkenntnisreichste an diesem Film. Denn trotz allen Bemühens ist dieser Versuch, das zu füllen, was unsere Kultur nicht mehr besitzt, gescheitert. Man muß sagen: Auf rätselhafte Weise! Denn was nach fast zwei Jahrzehnten des Versuchs, eine "neue Kultur des Integralismus" zu gründen, passiert ist, bleibt zwar unausgesprochen, wird aber umso deutlicher sichtbar. Die Proponentin im Film ist an etwas gescheitert, das es ihrer ursprünglichen Ansicht nach gar nicht geben konnte - sie ist an einem Kulturkonflikt gescheitert, der Prägungen in der Person hinterlassen hat, die noch nie ein Thema waren. Die sogar verleugnet worden waren.

Nun, nach dem rätselhaften Scheitern an einem nie bewußten und hartnäckig geleugneten Kulturkonflikt fällt sie - gegen Schluß des Videos - auf eine Kultur zurück, die zwar reichlich diffus und verwaschen, aber nichts desto weniger DA ist. Erfahrbarer "letzter" Halt geworden als eine Wurzel, die vielleicht erst DURCH dieses aberwitzige Lebensexperiment, das auf viel Hochmut weil viel Besserwissen und Leugnen beruhte, zum ersten Mal ans Licht gekommen ist.

Wir wollen hier ganz klar aber nicht von "deutsch" sprechen. Diese Verwaschenheit alleine, die die vielen Einzelkulturen in diesem geographischen Raum, der sich Deutschland-Österreich-Schweiz nennt, in eine "deutsche Kultur" auflösen sollen, die es aber gar nicht gibt, die eine reine Behauptung, ein politischer Begriff, ein Sammelsurium von konkret gar nicht in diesem Scheinort enthaltener Eigenschaften und Merkmale ist, sorgt für so viel Verwirrung und verhindert, daß das wirkliche Problem des laufend versuchten Kulturaustauschs verborgen bleibt.

Die Frau ist deshalb zu guter Letzt und am Ende ihres Lebens nicht auf ihr "Deutschsein" zurückgestiegen. Wie im Alter, wenn bei jedem die Kraft nachläßt, sich und die anderen zu belügen, fast unmerklich, wie selbstverständlich. Sodaß alle Illusionen, alle geistigen Konstrukte zerfallen, weil an den Realitäten, an der Empirie, an den Erfahrungen, sohin am Wesen der Welt selbst zerschellten.

Sie ist auf ihr "Hessisch-sein" gekommen. Auf die ursprüngliche und in jedem Fall ihr angemessene Kultur. Der nur eines mittlerweile fehlt, als das, was Kultur überhaupt erst zu einer solchen macht: Die Institutionalisierung des Eigenen. In welchem - fehlenden! - Rahmen sie deshalb auf eine Weise aufgewachsen ist, die aus dem faktischen Zustand der eigenen Kultur eine Sehnsucht nach "anderer Kultur" geweckt hat.


Morgen Teil 3) 
Unsere Wurzeln liegen nicht in "Deutschland". 
Sie liegen in der Verwobenheit in unser jeweiliges Volk



*060520*

Donnerstag, 21. Mai 2020

Leben als Prozeß eines Weges nach Hause (1)

Leser M - Dank dafür! - sandte dem VdZ das Link zu dem unten angefügten Video. Und fügte nur wenige Worte bei. "Eine bemerkenswert offene und ehrliche Dokumentation, die auf anderthalb Stunden so ziemlich alles zusammenfasst, was Beobachter des kulturellen Niedergangs bewegt."

Der VdZ gesteht ebenso offen, daß er nach diesen eineinhalb Stunden geweint hat. Auch er war zuerst sprachlos. Und er hat auch lange gerungen, ob und was überhaupt sich dazu noch sagen ließe.

Zuerst aber soll gesagt werden, daß der VdZ den Leser insofern vorbereiten möchte, als er, was nun folgt ohne jedes Ressentiment, sondern einfach mit ungeheurer, fast unmenschlicher Nüchternheit sagt. In Aspekten, die er sah, und auf die er hinweisen möchte, um das Gesehene zu ordnen.

M hat schon einmal in einem Punkt recht - so umfassend wird alles gezeigt, worüber hier seit Jahr und Tag geredet wird, daß man die Gedanken als reife Früchte ernten kann. Wer zu sehen vermag, sieht es.

Der Film geht chronologisch vor. Über fast zwanzig Jahre begleitet und erzählt er so den Weg einer Deutschen, die versucht hat, die Leere in ihrem Leben zu füllen.
Diese Leere ist aber eine Leere der Kultur. Erst einmal wird also ein Kulturzusammenbruch wie mit Händen zu fassen, der seit Jahrzehnten in einer sich selbst steigernden, also progressiven Dynamik Realität geworden ist.
Es gibt aber eben kein Vakuum. Menschsein ist Vollzug - also Existenz - und heißt immer und wesensbestimmt ein Dasein in Kultur. Wo keine Kultur, kein Mensch. Die Haltungen, Anschauungen, Reaktionen der Frau sind also völlig verständlich.

Denn der Mensch verschwindet nicht einfach, wenn eine Kultur sich auflöst weil aufgelöst wird (und eine Kultur wird immer aufgelöst, sie löst nicht "sich" wie von Geisterhand getrieben auf), nein. Denn wo keine Kultur ist, schreit die umgebende, ungesättigte Welt, die nun im Potens bleibt, nach einem Füllen dieses Lochs, in das hinein der Raum kollabieren möchte, um ins Nichts zu gehen.

Sofort füllt sich deshalb das Ungesättigte mit neuen Beziehungsorten, um im Sein zu bleiben, und das Zusammengebrochene lockt mit ungeheurem Eros, der in seiner Prostitution keine Scham mehr kennt weil verzweifelt ist, um dieses Begehren, das ein Hoffen auf Sein ist, erfüllt zu bekommen. Dieses Locken wird beantwortet. Ab nun entsteht eine neue Welt. Den Gekommenen steht alles, wirklich alles offen, denn die Hiesigen hoffen mit zitternden Herzen, daß etwas entstehe. Etwas, was auch immer, das Sein hat. Denn sie selbst kennen das Nichts, und es ist schrecklich.

Es kommen Menschen, die die herumstehenden Artefakte des Verwehten - denn die Dinge bleiben, sie sind die Ruinen einer verlassenen Welt - zu benutzen lernen, in ihre neue Kultur integrieren (oder eliminieren). Berührend die Szenen, wo der Vater die gerade aus Afrika eingelangten Kinder das Benützen einer Toilette lehrt. Bewegend, wie sie dann beim Essen am Boden sitzen, ein Tisch wird dieser Kultur wohl zukünftig fehlen.

Dabei sieht man auch, wie die geistigen Entwicklungen in Europa auf einen Zustand hingearbeitet haben, in dem eine wesentlich niedrigere und ärmere Kultur mit einem Male auf Augenhöhe mit der faktischen Kultur in Europa steht. Nichts, das in Afrika scheinbar "anders" ist, widerspricht mehr dem Wirklichkeitsempfinden der Europäer.
Aber dann meldete sich etwas, mit dem beide nicht gerechnet hatten. Eine Prägung, die sie niemals als existent anerkannt hätten. Sie entdeckten, daß sie von einer Kultur geprägt sind, die sie in ihrer Lebensumwelt gar nicht mehr finden. Die Frau beginnt, ihre Wurzeln in ihrem deutschen Geburtsland zu sehen, der Mann möchte nur eines: zurück nach Hause.
Nur die Kinder sind entwurzelt und verwirrt. Gefangen in einer Lebensweise, die im Technizismus, der auf den Vater faszinierend und nützlich gewirkt hatte, zu einer Scheinlebensweise wird. Die sich in Konsum und Oberflächengefühl äußert und praktisch über eine Verhaftung auf eine mediale Existenz abläuft.

Morgen Teil 2) 
Was man aber wirklich sehen kann

Montag, 13. Januar 2020

Warum Europa nicht Afrika wurde, aber nun wird

E. Michael Jones bringt einen recht verblüffenden Vergleich. Indem er Afrika neben das Europa der Völker- und Nachvölkerwanderungszeit stellt. Wo in erster Linie die Germanenstämme das römische Imperium zum Einsturz brachten, und es dann doch schafften, die wohl großartigste Kultur der Weltgeschichte mit zu errichten und zu tragen. Rein zivilisatorisch sind die Germanenkulturen jener Zeit aber direkt mit den afrikanischen Sub-Sahara-Völkern zu vergleichen. Sie leben von kurzfristiger, wenig nachhaltiger Augenblickswirtschaft, vom Sammeln und Jagen, von wenig entwickelten landwirtschaftlichen Techniken als ihrer Existenzbasis, und sie leben mit nicht sehr hochstehenden Naturreligionen. 

Denn bei der Verehrung von Bäumen, einem bloßen Zurkenntnisnehmen von Naturvorgängen, die einem in jedem Fall überlegen sind, von Göttern willkürlich auf die Welt geworfen, die sogar Menschenopfer fordern, um sich mit brachialsten Mitteln bewegen zu lassen, doch zu verhandeln und so zu handeln, wie es dem Menschen besser entspricht, zeugt nicht gerade von hochstehender Religion. 

Was Afrika heute fehlt, fehlte damals auch Europa. Es war die einende EINE Religion. Die vor allem eines aber brachte: Das Aufgreifen des logos der Welt und Schöpfung, die Vernunftbasis, auf der die Welt steht. Und das kam durch die Kirche. Das kam konkret durch die benediktinischen Mönche, die die Germanen lehrten, daß die Natur dem Menschen zu beherrschen ansteht, um sie in eine Kultur überzuführen. Das wiederum braucht einen Ethos der Arbeit, der bis dorthin unbekannt, ja verpönt war. Und es bei vielen Afrikanern bis heute ist, die lieber von der kurzfristigen Hand in den Mund leben, wie sie jeder Tag bringt. Wo sie ernten, was leicht zur Hand geht, essen, was sich gerade anbietet. 

Europa stand damals an derselben Kreuzung wie es Afrika heute tut. Es mußte sich entscheiden. Und es hat sich entschieden. Indem es die Matrix der Kirche annahm, die in der Wahrheit eine Einigung der europäischen Völker brachte und den Kontinent so stark machte. In einer Umgebung, die alles andere als lebensfreundlich und menschengünstig war. In der sie mit viel Arbeit sogar (klein-)klimatische Bedingungen schufen, die eine nachhaltige, über Augenblicksereignisse weitgehend erhabene Art zu leben möglich machte, die den Boden für eine weitere Ausfaltung der Kultur hinein in Kunst und Philosophie möglich machte. Und in der Europa mit einer Bevölkerungsdichte entstehen konnte, die in vielen Teilen mit der Bevölkerungsdichte in den dichtest besiedelten Gebieten Afrikas oder Asiens zu vergleichen ist. Also aufgrund der moralischen, ethischen Bedingungen ein komplexes Regelwerk des menschlichen, sozialen Miteinander entstehen ließ, das das mehr oder weniger friktionsfrei möglich machte. 

Gerade eine so hohe Dichte der menschlichen Besiedelung ist nämlich nur bei höchstem Grad an Selbstüberschreitung und Bereitschaft, den anderen zu ertragen, überhaupt lebbar. Und zwar lebbar ohne extreme Gewaltoberherrschaft, die anstelle der Freiheit, wie sie die Wahrheit, die Vernunft möglich macht, den Weg der Selbstauslöschung und Totalregulation gehen muß, und die eine totalitäre Zentralgewalt braucht.

Insofern besteht eine weitere verblüffende Parallele zwischen Europa und Afrika, Asien, Südamerika (die Amazonas-Synode brachte es deutlich vor Augen). Da steht die Behauptung, daß diese Naturreligionen von gleichem kulturellen, geistigen Wert und Heilswert wären, wie die christlich-katholische Kultur des Abendlandes, die auf der katholischen Religion aufgebaut ist, und nur von dieser aufgebaut werden konnte (und insofern auch nicht einfach als geographisches Spezifikum gesehen werden kann, sondern auf die gesamte Welt zutrifft, so wie der logos für die gesamte Welt gültig und maßgeblich ist).

Sie ist falsch, aber sie hat eine verblüffende Nähe zu europäischen Ideen und Ideologien, die von eben diesen Leuten eigentlich als unbedingt bekämpfenswert angesehen werden. Nämlich die der sehr oder äußerst rechten Ideologien. Die die Behauptung aufstellen, daß die VORchristlichen Kulturen der Germanen der eigentliche und fruchtbare Anknüpfungspunkt auch der Gegenwart wären. Die also zurück zu den uralten, urgermanischen Quellen möchten. Wir sprechen hier vom Neuheidentum, das in einer Macht auf die Bühne zurückdrängt, die auch den VdZ in dieser Stärke überrascht. Auch das ist ein furchtbarer Irrtum.

Bis man die Verbindende findet, die diesen beiden, fälschlich als (als links und rechts gegenpositionierte) Antagonisten auftretenden Geisteshaltungen gemeinsam ist. Und das ist ... die Kirche. Das ist das Christentum. Das ist der Katholizismus. Es ist der entscheidende, ja fast der einzige Grund, warum Europa vor eintausendfünfhundert Jahren nicht zu einem Afrika wurde, wie es uns heute vor Augen steht.

***

Aus dem Gesagten geht aber noch mehr hervor. Es geht hervor, daß die Ziele einer im Mainstream "links" ausgerichteten Gesellschaft und Kultur mit denen von Afrika ganz konkret zusammenfallen. Wer da meint, es sei abstrakte Phantasiererei, so etwas zu sagen, der möge sich einmal dieses Video mitten aus den gegenwärtigen US-Vorwahlbewegungen ansehen.





Montag, 30. Dezember 2019

Wer nur glättet, rührt Explosivstoff an

Es gehört zur Aufmerksamkeitspflicht skeptisch zu werden, wenn irgendeine Entscheidung von Liberalen* hochgejubelt wird. So wie mit der Verleihung des Friedens-Nobelpreises 2019 an den äthiopischen Ministerpräsidenten Abiy Ahmed Ali. Und wenn der VdZ auch über die Situation in diesem ostafrikanischen Land nicht wirklich informiert ist, so lassen die Nachrichten darüber, die von angeblichen bedeutenden Fortschritten dort berichten, gehörige Bedenken aufsteigen. Hört man auf diese, wird außerdem klar, warum gerade Liberale so begeistert über die jüngere Geschichte dieses alten Landes sind, das von manchen gar als eine der Wiegen der Menschheit bezeichnet wird.

Denn was man hört, klingt verdächtig nach exakt dem liberalen Konzept der Weltverdunstung. Alle Konflikte aufzulösen, wie dem noch ziemlich jungen Ahmed Ali (hier hat auch das Alter seine Bedeutung) zugeschrieben wird, kann nämlich auch dadurch gelingen, daß man nicht die Konflikte löst, sondern die Kontrahenten "auflöst", indem man ihr Selbstsein auflöst. Ganz so, wie es die heutige "Psychotherapie" also tut. Eine Wirtschaft in die Prosperität zu bringen (wofür als Beleg die aktuellen Wirtschaftsdaten herangezogen werden, also Statistiken) kann auch etwas ganz anderes heißen, als das Aufstehen eines (einen Staat konstituierenden) Volkes zu Weltwirklichung und Lebensfülle. Es kann auch heißen, daß es dem liberalistischen, globalisierten Weltwirtschaftssystem rückhaltlos geöffnet wird. Es kann heißen, daß Lebenstiefe aufgegeben und durch Konsummentalität ersetzt wird.

Daß der VdZ mit seiner Einschätzung nicht ganz in der Luft hängt, zeigen Nachrichten, die belegen, daß es in breiten Teilen der äthiopischen Völker großen Widerstand gegen Abiy gibt. Erst 2018 mußte er einem Putsch durch Militärs zuvorkommen, und große Teile der Armeeführung auswechseln. Ist also da wirklich "Friede im Land"?

Es spricht auch das somit für die Befürchtung, daß Ahmed Ali sein Land lediglich auf den (von London nach Afrika transferierten) liberalistischen Kurs gebracht hat, der auch die europäische Kultur bereits so zersetzt hat, daß man von Kultur in Europa kaum noch sprechen kann (es sind nur noch die musealisierten Ruinenlandschaften, die diese Illusion aufrechthalten). Dafür spricht auch ein weiterer Beleg für die angeblich so wunderbaren Änderungen in Äthiopien, zu denen nicht nur die Ausweitung des "Zugangs zu Bildung" durch exorbitante Ausweitung universitärer Einrichtungen gehört, sondern auch die Nachrichten über die "Gleichstellung der Frau", die so sehr auf der Agenda dieses Absolventen einer Londoner Universität steht, daß er sogar die Hälfte seiner Regierungsmannschaft mit Frauen besetzt hat. Ein Mann, dessen gesamte Herkunft, dessen gesamter Werdegang somit im Zeichen von revolutionären Bewegungen und Gedanken steht, ja dessen Name selbst - Abiy - "Revolution" heißt. 

Ein Mann, dessen religiöse Positionierung von Asfa-Wossen Asserate (der einer Adeligenfamlie entstammt, die den engsten Kreisen um Kaiser Haile-Selassie angehört hatte, dem dennoch der VdZ bei aller Sympathie für dessen Liebe zur Form, nicht unbedingt klaren Blick in Hinsicht auf eine realistische Einschätzung der politischen Gegenwart beimißt) als "am ehesten pfingstlerisch-freikirchlich" bezeichnet, denn welcher Religion er genau angehört, wenn überhaupt, ist nicht klar festzustellen. Was nicht gerade für ihn spricht.

Es spricht also sehr viel dafür, daß wir es bei dem frischgebackenen Friedensnobelpreisträger mit einem nächsten Liberalisten und (rationalistischen) Relativisten zu tun haben, der die Welt glättet, indem er ihre Eigenart und Identität nimmt oder zumindest entwurzelt, und damit zwar kurzfristig Erfolg hat. Aber mittel- und langfristig das schönste Explosionsgemisch anrührt, das dann seine Nachfolger (die dann eigenartigerweise sein "Format" nicht mehr haben werden) und natürlich die Völker Äthiopiens durch Gewalt und Terror ausbaden werden müssen.

Und es steht noch mehr zu befürchten, daß er durch diese Nobelpreisverleihung zum Vorbild gestärkt ein übles Vorzeichen für ganz Afrika an die Wand malt. Dem eine große Zukunft dann vor Augen gestellt wird, wenn es den gleichen Weg der liberalistischen Selbstauslöschung und Anpassung an die rationalistischen, relativistischen Konzepte der Aufklärung geht. Der Konflikte nicht löst, sondern Identitäten auflöst und damit kurzfristig auslöscht. Bis die gottgegebene und -gewollte Lebenskraft der Menschen sich wieder meldet. Wo der Zweck alle Mittel heiligt.

Das ist aber kein Konzept. Das ist lediglich ein Trick aus der Zauberkiste, der für jede Kultur toxisch wirkt, weil er den Menschen durch Wohlstandsversprechung und Scheinpazifizierung zur Seinsschwäche verführt. Und Seinsstärke ist ja nicht gerade das, was Afrika im Übermaß hat. 

Wenn diese Bedenken also zurecht bestehen, ist Abiy Ahmed Ali kein Friedensbringer, sondern ein Agent eines Neokolonialismus, den der Liberalismus seit zweihundert Jahren verbreitet, um dem brutalen Gesetz des Stärkeren jede substantielle Gegenwehr aus dem Weg zu räumen. Und deshalb alle Identitäten, die in ihrem ontologischen Grund noch mehr verschüttet werden, verwischt, um die Oberfläche sauber zu halten. Aber den tiefen Grund ins Irrationale verweist, wo er seine Kräfte sammelt, bis es zum Ausbruch des Vulkans kommt.



*Und der verlinkte Andreas Unterberger ist ein relativistischer Liberaler. Der sich wie so viele Liberale zwar gerne als "konservativ", ja "rechts" ausgibt, aber das nur aus Bequemlichkeit und Denkschwäche tut. Und zum Beleg anführt, daß er "gegen" so viele Mißstände auftritt. Wir haben es schon oft gesagt: Liberale haben die Gesichter von Chamäleons. Sie jammern immer dann und darüber (und deshalb in regelmäßigen Abständen von ein paar Jahrzehnten, wo die Liberalen ihre Positionen neu konstituieren, weshalb liberale Konzepte alle zwanzig Jahre völlig wechseln), und dann treten sie als "konservativ" und "voll Menschenverstand" auf, wenn ihnen die Umstände, die sie selbst zu verantworten haben, auf die Zehen fallen.





Freitag, 20. Dezember 2019

Alles im Bereich menschlicher Weltaufgabe

Dieses Radiogespräch mit dem deutschen Wüstenforscher Stefan Kröpelin "Warum es bald keine Wüsten mehr geben könnte" ist knapp, präzise und so vernünftig, daß es hier nicht fehlen soll. Es ist zwar nur indirekt abrufbar, der Link führt also weiter, aber wer sich wieder einmal erden, aus der Hysterie um Klima und Weltuntergang aussteigen will, sollte sich diese dreiviertel Stunde gönnen. Inhaltlich ist ja irgendwo auch an dieser Stelle alles gesagt. Aber das Spannende ist immer die individuelle Ordnung, die jemand den Inhalten gibt. Und von einem so berufenen Mann, der die Dinge aus Anschauung und eigener, fundierter, wissenschaftsgeeichter Einschätzung diesen Überblick zu hören tut richtig gut. Das Gespräch auf Radio RP-online fand am 18. April dieses Jahres statt. Und nicht alles paßte den Moderatoren ;-)

Man findet vor allem einmal mehr bestätigt, daß die Vernunft erst bei einer gewissen Verwurzelung Raum und Ruhe zur Betrachtung findet. Dann ist es auch fast egal, auf welche Themen sich das Auge richtet, es hat jenes Licht, das das Gesehene auch in einen großen Rahmen einordnen läßt, weil es die Grundstrukturen der Schöpfung kennt. Und die sind das Eichmaß, an dem sich auch eigentlich themenfremde Bereiche zumindest grob in ihrem Wahrheitsgehalt erkennen lassen.  Auch wenn somit Kröpelin Geograph ist, hat er somit auch jenes breite Interesse an der Welt, das aus dieser Grundvernunft aufsteigt. So wird aus einem Fachmann ein Fachidiot.

Was ihm auf seinen zahlreichen Vortragsreisen an Universitäten aufgefallen ist, sagt er an einer Stelle, ist bemerkenswert. Die jungen Menschen wissen mehr über den Mond als über die Wüsten, selbst wenn sie das Thema studieren. Dann würden sie aber sehen, wie sehr sich auch die Wüsten gewandelt haben. Sie würden auch sehen, daß es immer Warmzeiten waren, die der Menschheit Prosperität und Wohlstand brachten.

In ihrer Geschichte wechselte die Wüsten mehrmals zwischen Begrünung und Versandung. Natürlich mit Einfluß des Menschen, aber durch seine Tätigkeit und seinen Umgang, und immer im regionalen Raum. Nicht aber, weil es ein "Globalklima" gäbe, das das bewirken würde. Und Afrika wurde in der Vergangenheit sehr rücksichtslos und kurzsichtig genützt. Und zwar schon lange vor jeder Kolonialisation, nämlich durch die fehlende Vernunft der Menschen selber. Es gibt eine menschengemachte Desertifikation, natürlich, aber mit Weltklima hat das nichts zu tun. Derzeit aber sieht alles danach aus, daß die Wüsten mittelfristig zurückgehen.

Aber insgesamt müßte man fast schließen, daß die Frage der Wüsten und ihrer Wandel eine Frage der Mentalität ist. Weit eher als alles andere. Denn betrachtet man die vielfältigen Zeugnisse weit zurückliegender Besiedelung etwa der Sahara, dann haben es sich die Menschen insofern vielleicht leicht gemacht, als sie einfach den paradiesischeren Zuständen hinterhergewandert sind. Anstatt das Land, in dem sie sich fanden, besser, eingehender zu kultivieren. Oder jene Techniken zu entwickeln, die ihnen ein Überlegen in diesem Raum ermöglicht, und damit vielleicht sogar die Wirtlichkeit dieser geographischen Räume erhalten hätte.

Ist das nicht bis heute die Mentalität der afrikanischen Völker? Belegt das nicht, daß deren "Leben mit der Natur" keinesfalls dieser selbst dient, schon gar nicht den Menschen, sondern einem Zurückweichen gleichkommt, in dem man nicht die Natur kultiviert, das heißt auf Bestand einrichtet, sondern sich von der Natur bestimmen läßt? Sie nehmen, was da ist, und ist nichts mehr da, ziehen sie weiter. Aber der Mensch hat doch den Auftrag, sich die Erde untertan zu machen. Das heißt, daß deren lebensspendende und -erhaltende Potenz durch das Zutun des Menschen aktualisiert, also eingerichtet und gewahrt werden muß. Es ist nicht "naturliebender" oder "naturkonformer", wenn der Mensch nur wartet, was für ihn irgendwie abfällt.

Die Phantasie einer für sich selbst am besten sorgenden Natur, in der der Mensch sich irgendwelchen "natürlichen Gleichgewichten" zu unterwerfen habe, ist eine ständig widerlegte Utopie. Erst durch den Menschen gelangt die Natur in Konstanz und Gleichgewicht, dafür hat er auch seinen Verstand zu bemühen. Denn das ist sein Auftrag von Anbeginn an. Wären die europäischen Völker auf diesem mentalen Stand geblieben, wie er noch bei den germanischen Völkern anzutreffen war, hätte sie also nicht das Christentum etwas anderes, vor allem einen anderen Ethos der Arbeit und eine andere, die Welt sich aneignende Stellung der Vernunft gelehrt, wäre wohl auch Nord-, Zentral- und Westeuropa nie kultiviert weil nachhaltig besiedelt worden.

Wir sind nur insoweit "Teil der Natur", als diese (zwar vom logos getragen, aber aus sich selbst heraus vernunftlos) auf den Menschen hingerichtet, also auf ihn angewiesen ist. Und von ihm auch erwartet, daß er das ordnende Maß findet, festlegt und alles darauf hinführt. Nur unter diesen Vorzeichen hat er sich um sie zu "bemühen", weil sie Bedingung, aber nicht Ursache menschlichen Lebens ist. Ohne den Menschen aber würde die Natur niemals zu ihrer vollen Blüte und Aktualität kommen, die sie auch Naturkatastrophen überstehen läßt.

Deshalb ist es absurd und merkwürdig, dem Satz "Der Mensch hat Einfluß auf das Klima" ein "Leider!" hinzuzufügen, als wäre das ein Betriebsunfall, und der Mensch ein Störfaktor.  Es ist umgekehrt, es ist sogar Teil und Ausfluß seiner Weltaufgabe! Es ist des Menschen Aufgabe, sich in seinem regionalen Kleinraum (und sei es rund um sein Haus) mit Verstand und liebender Sorgfalt jenes Kleinklima zu schaffen, das ihm und seinem Tun, das der Höherführung der Welt und aller Dinge und Lebewesen in ihr dient, am besten entspricht. Diese Aufgabe beginnt unmittelbar vor unseren Füßen. Und vielleicht bleibt sie auch unser Leben lang dort.


Stefan Kröpelin im Rundfunkgespräch
Radioaufzeichnung bitte über dieses Link abrufen.

















Montag, 16. Dezember 2019

Zukünftige und gegenwärtige Problemzonen

Bildschirmaufnahme von einem Vortrag von D. Montgomery
Man muß nicht viel quatschen, wenn man sich diese Karte ansieht. Die zeigt, wo auf der Welt die Böden bereits so ent-vitalisiert, so wenig fruchtbar sind, daß sie entweder nichts mehr tragen, oder nur noch mit viel Chemieeinsatz zu "Fruchtbarkeit" gepreßt werden können. Auf einen Schlag wird so manches deutlich:

  • Die Wanderungsproblematik von Afrika nach Europa hat maßgeblich mit dem Auslaugen der Böden zu tun.
  • Auch China hat längst das Problem erschöpfter Böden und damit das Problem der Ernährung. Die chinesische Politik, in Afrika riesige Flächen zu pachten oder zu kaufen, um sie zu bebauen, wird mit einem Schlag verständlich. Auch Asien bietet keine Reserven mehr.
  • Bald wird auch Indien geopolitisch aktiver werden (müssen), denn auch die indischen Böden sind bereits über weite Strecken erschöpft.
  • Die desaströse Entwicklung des historischen Römischen Reiches wird noch verständlicher, wenn man auf der Karte sieht, daß weite Teile des Mittelmeeres bereits seit der Kaiserzeit und den sozial-politischen Entwicklungen keinen Ertrag mehr lieferten. Rom hat sich bis ins erste Jahrhundert noch durch Expansion über die Misere hinübergerettet, wobei die Eroberung Ägyptens lebensnotwendig war. Durch den Dienst im Militär waren weite Strecken Italiens von kleinbäuerlicher Wirtschaft auf exzessiven Latifundienbetrieb verändert, wo es zu immer mehr Grundbesitz in den Händen immer weniger Oligarchen kam. Deshalb die vielen Brotabhängigen in Rom, deshalb so viele Zentralismus-Entwicklungen (heute würden wir es als "Mehrung von Sozialstaatsabhängigen" bezeichnen).
  • Die Erklärung des Niedergangs des griechischen Imperiums wird schon durch die Karte nachgeliefert: die Böden des Hellenischen Reiches waren erschöpft! Die Römer trafen bereits auf ein erschöpftes Griechenland (zu dem weite Teile der Türkei gehörten). 
  • Auffallend auch, daß die gesamte Levante, von der Türkei angefangen über Syrien bis zum Libanon, nur noch ausgelaugte Böden aufweist. Auch das ein Zustand, der seit der Römerzeit besteht. Hier (neben dem Balkan) besonders auffallend: die Zusammenhänge zwischen Entwaldung und Bodenerosion.
  • Auffallend, aber selbsterklärend, der miserable Zustand der Böden in Kasachstan. Diese einstmalige Steppe war in der Sowjetunion mit einem größenwahnsinnigen Projekt, der Umleitung der Zuflüsse zum Aralsee bzw. der Nutzung dessen Wasser selbst, "fruchtbar" gemacht worden. Noch dazu mit extrem wasserziehenden Pflanzen wie der Baumwolle, wozu außerdem riesige Flächen für Weizenanbau kamen, hatte man diese damalige Teilrepublik zu einem florierenden Export- weil Devisenfaktor aufgebaut. Das Ergebnis ist bekannt. Heute ist der Aralsee nahezu ausgetrocknet, und Kasachstans "Felder" kämpfen mit Versandung und Versalzung.
  • Brasiliens regenwaldbedeckte Böden sind keineswegs so fruchtbar, wie die schönen Bilder grünen Urwalds suggerieren wollen. Im Gegenteil, hat Brasilien über große Flächen unfruchtbaren Boden. Dazu noch der Hinweis, daß hier - ähnlich wie im Kongobecken - der Urwald keineswegs ein Zustand besonderer Fruchtbarkeit ist, sondern das Degenerationsstadium nach einer Epoche exzessiver Bodenexploitation.
  • Erst recht gilt das über Brasilien Gesagte für Mexico! Die Erschöpfung der Böden war bereits zur Zeit der Azteken und Mayas das drängendste politische Problem, das die aggressive Expansionspolitik dieser Völker vor siebenhundert Jahren ziemlich erklärt. Ähnliches gilt es von Peru und dem gesamten Nordwesten Südamerikas zu sagen.
  • Auffallend der schlechte Zustand der Agrarböden in ganz Europa.
  • Womit sich zeigt, was für Kindergartenwischler sich in der Politik bewegen, die nun ein Abkommen über landwirtschaftliche Lieferungen ausgerechnet mit Südamerika (Mercosur-Abkommen) treffen, das bereits weitgehend erschöpfte Böden mit geringem natürlichem Ertrag hat. Was das (Chemieeinsatz etc. etc.) bedeutet, kann sich jeder ausmalen. Aber vielleicht ist das auch die einzige Erklärung dieser nächsten Globalisierungs-Druckschraube. Der Bayer-Monsanto-Deal läßt grüßen, der das exakt "falsche" Geschäftsmodell verfolgt, das ausgelaugte Böden "braucht" und voraussetzt.
  • Auch der frühere Brotkorb halb Europas, die Ukraine, mit ihrer früher legendären Tschernosen-Erde, dieser Schwarzerde mit bis zu drei Ernten pro Jahr, hat zum größten Teil bereits erschöpfte Böden.
  • Auffallend auch der schlechte Zustand der Böden in praktisch ganz Südostasien, einem der bevölkerungsreichsten Landstriche der Erde. Auch hier sind die Zusammenhänge zwischen Regenwald (Urwald) und Bodenerschöpfung deutlich.
  • Daß der Brotkorb der USA, der Mittlere Westen, erschöpft ist, wissen wir zumindest seit der Ära Roosevelt. In den 1930ern waren die mittleren Bereiche der USA, die "Greated Plains", die dereinst großen, fruchtbaren Ebenen, über weite Strecken durch exzessive, rücksichtslose Landwirtschaft (denn die meisten Zuwanderer nach den USA waren Glücksritter, die auf Teufel komm raus "reich" werden wollten, koste es was es wolle, und die Natur dort schien ohnehin unerschöpflich und riesig, was bis heute zutrifft.
  • Die großen "Reservezonen" der Welt hinsichtlich Bodenzustand scheinen Kanada und das russische Sibirien zu sein.

Ein weiteres Fazit? Man kann mit der eigentlichen Grundressource der Erde, dem Boden, nicht einfach Vabanque spielen und abschöpfen, was nur geht. Man muß MIT der Erde leben, buchstäblich. Wer die Erde und ihre Strukturen nicht liebt, wird in ihr nicht bestehen können, so einfach ist es. Denn Erkenntnis ist abhängig von der Liebe, als ganzheitlichem Wohlwollen und Haltung des Staunens. Nicht von der Cleverness irgendwelcher Technikfuzzis. Übrigens steht das schon in der Bibel, nur nebenbei. Alle Lebewesen der Erde hängen von der Pflanzenwelt, also vom Boden ab.

Nur zur Illustration: Die Menge der jährlich über Lebensmittelproduktion "aufgegessenen" Erde beträgt weltweit jährlich dreiundzwanzig Milliarden Tonnen. Soviel erodiert, Jahr für Jahr. Das sind immerhin 0,7 Prozent der gesamten auf dem Planeten vorrätigen Erde. Weil es so viele Menschen gibt? NEIN. Weil wir mit der Erde nicht richtig umgehen! Und zwar jeweils, JEWEILS durch Ignoranz und persönliche Schwäche wie Gier und Trägheit. In den vergangenen vierzig Jahren wurde weltweit ein Drittel des bekannten Agrarlandes, sprich vierhundertdreißig Millionen Hektar, wegen erschöpfter Ertragsfähigkeit aufgegeben.

***

Darf der VdZ eine wilde Vermutung aussprechen? Daß dieses gesamte Politikerdreckspack lieber mit dem eigenen Zehenkäse namens "Klimawandel" spielt, als von dem, was die Welt wirklich bewegt, auch nur einen Funken Kenntnis zu nehmen.

Hart? Herrschaften, das Beil fällt über die, die es aufgestellt haben und bei jeder Wahl neu aufstellen, um bei ihm zu schwören. Wer diese groteske Form von liberaler Demokratie will, die wir haben, wo die "Fähigkeit" mit der Person zusammenfällt (ganz anders als in einer hierarchisch-monarchischen Verfaßtheit, die nie beansprucht, Politik zu "machen", die machen die Leut schon selber, und das ist demokratisch, wie es sich die lächerlichen Putzelmännchen in Berlin oder Wien nicht einmal träumen lassen, sondern nur zu "herrschen", als Gestaltvollendung des Volksganzen als Kultur), ist auch die Person der Drecksbeutel. Wer sich wählen läßt, hat dann auch die Folgen zu tragen. Weshalb unbedingt - und unbedingt in unserer Form von Demokratie - persönliche Haftung zu verlangen ist! Wir haben es hier mit der Vorsehung Gottes zu tun. Und da geht bald endgültig der Sensenmann um. Die Demokratie heutigen Zuschnitts hat an der Guillotine begonnen, sie wird auch dort enden.




Donnerstag, 14. November 2019

Afrika wehrt sich (3)

Teil 3)



Afrikanische Bischöfe warnen eindringlich: Die grenzenlose Migration schädigt nicht nur Europa. Denn wenn die Zahl der Zuwanderer die der Geburten übersteigt, muß eine Gesellschaft in schwerste Spannungen und Konflikte fallen. Sondern sie schädigt auch Afrika selbst auf das Schwerste. Die Vorbilder, die so viele junge Afrikaner verwirren, kommen von außen. Sie kommen über social media, über westliche Filme und Medien. Ihnen folgen dann Millionen, die sich ein Paradies erwarten und meinen, es ginge nur darum, durch Auswanderung an diesem Wohlstand und diesem tollen Leben teilzunehmen. Die Illusionen enden in Enttäuschung und Elend. Dafür erlebt Afrika den schlimmsten Brain-Drain seiner jüngeren Geschichte, der dem Kontinent auf unabsehbare Zeit seine Zukunft weil seine Jugend raubt.

Speziell Europa handelt dabei verlogen und verantwortungslos. Denn es gibt für diese vielen Afrikaner, die nach Europa aufbrechen, weil sie ein leichteres, schöneres Leben erhoffen, weder Platz noch eine Möglichkeit, sich diesen Wohlstand zu erarbeiten. Europa hat für die vielen Migranten aus diesen Ländern keinen Platz, weil es ihnen keine Chancen bieten kann. All die sogenannten Integrationsprogramme sind lächerlich unrealistisch. Der bei weitem überwiegende Teil der Migranten aus unterentwickelten Ländern findet in unseren Ländern weder eine Arbeit, die ihm den erhofften Wohlstand bringen könnte, noch einen Lebensraum, in dem er sich verwurzeln könnte.


*So nebenbei: Wie praktisch immer ist die Abtreibungsidee aus der Ideenkiste der "Eugenik" entliehen, also der Idee, daß durch gezielten Einfluß auf die Weitergabe von Veranlagungen eine bessere Menschheit zu züchten wäre. Diese Idee war in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts sehr populär, kam dann durch Hitler unter Verruf, ohne aber ihre Rolle zu verlieren. Sie wird nur heute verbrämt und verschwiegen, ist aber nach wie vor die treibende Kraft hinter allen Verhütungs- und Abtreibungskampagnen.

**Die Grundidee der "sexuellen Aufklärung" ist, eine Wahl vorzulügen, die es gar nicht gibt. Die Wahl, nach der Empfängnis noch über Schwangerschaft entscheiden zu können, die überhaupt die schreckliche Illusion impliziert, daß Empfängnis und Sexualakt zu trennen wären. Schon daraus erwachsen immense psychische Schäden, die nur deshalb wenig "bekannt" sind, weil man sie weggelogen haben will. Der nächste implizite Punkt ist der darin transportierte Feminismus. Die Idee, ein empfangenes Kind abzutreiben, ist in sich bereits eine Widernatürlichkeit, die durch "Aufklärung" eine zweitwirkliche Gedankenstruktur anregt, die von jedem natürlichen Empfinden abgekoppelt ist. Die Aufklärung über Verhütung und Abtreibung bringt also die Idee zur Abtreibung mit sich.  





Mittwoch, 13. November 2019

Afrika wehrt sich (2)

 Teil 2)



Die Dunkelziffer an "medizinischen Komplikationen" sogenannter "sicherer Abtreibungen" dürfte in Afrika noch weit höher liegen als in England, wo etwa das Marie Stopes Institut,* das sich in Afrika breitgemacht hat, in den letzten Jahren in die Schlagzeilen geraten ist. Dort macht man gar kein Hehl daraus, daß man sich um lokale Gesetze nichts schert, um "Frauen zu helfen". Oft genug erklärt man die Tätigkeit dann als "medizinische Hilfe nach illegaler Abtreibung". Und erhöht so den ideologischen Druck aus der Falschaussage heraus, es gäbe so viele illegale Abtreibungen, daß eine legislative Freigabe wenigstens aus medizinischen Gründen notwendig wäre.**

So ganz nebenbei ist Abtreibung auch ein Milliarden-Geschäft. Alleine Marie Stopes Institute, eine der führenden NGOs, neben Planned Parenthood etc., führt in England jährlich 70.000, weltweit 3,66 Millionen in 37 Ländern "sichere" Abtreibungen durch. Es gibt einen regelrechten Marketing- und Verkaufsapparat, der Abtreibungen propagiert, um Fördergelder zu lukrieren. Sie treten in all diesen Ländern meist als normale "Kliniken" auf - und sind in Wahrheit Abtreibungsstätten, und haben das auch als Ziel. Woher kommt das Geld? Von Regierungen. In Dänemark, Niederlande, Schweden, Finnland, Deutschland. Und von Einrichtungen wie der Bill and Melinda Gates Stiftung, die mehr Geld geben als die erwähnten Regierungen zusammen. Und alle rechtfertigen sich, indem sie behaupten, es gehe ihnen ums Wohl der Frauen. Was für eine Lüge!

Auch, wenn es nicht um Abtreibung geht. Die Verhütungsmittel, die in Massen verteilt, sehr oft dabei über Langzeitdepots wie Norplant (und teilweise ohne Zustimmung der Frau) subkutan injiziert, haben schwere physische, psychische und soziale Nebenwirkungen. Weshalb es sich im Westen nie durchsetzen konnte. Aber für afrikanische Frauen ist es in den Augen der Wohltäter der Menschheit (und westlicher Staaten, die diese Verbrechen mit vielen Millionen jährlich finanzieren) wohl noch gut genug.

Diese Programme sind ein Verbrechen, gegen Afrika insgesamt, und gegen die afrikanischen Frauen, mit verheerenden Folgen. Dessen Nemesis unausbleiblich ist, und dem Westen Schlimmstes bescheren wird. Die Zornesschale Gottes ist bereits gefüllt.
 
Der Trailer dazu.




Morgen Teil 3)