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Sonntag, 31. Juli 2022

Gedankensplitter (1426b)

Zum Abschluß noch ein Punkt in der Reihe der vergangenen Hüftschüssse, und das ist der der Ungelöstheit des Problems der Kultur überhaupt. Gatto et al. setzen still voraus (und wir dürfen zurecht vermuten, wo die Gründe dafür liegen - sie sind in Richtung Neid, Unzufriedenheit, Verletztheit, Invertiertheit usw. zu suchen) daß diese Kulturformen in sich unsinnig, zufällig, also unbedeutend und lediglich illegitim interessengesteuerte Unterdrückungsmechanismen sind. 

Woher das Menschenbild kommen soll, das den Menschen SO sieht, kann gleichermaßen vermutet werden. Der Realität entspricht es nur dort, wo das Menschsein bereits in seinem Scheiterern ist. Sodaß es eine "Möglichheit zum Bösen" bleibt, ohnd deshalb das Prinzip der Welt ZU SEIN! Denn das Gute an der Welt ist, daßsie Schöpfung ist, und damit in ihrer eigentlichen Natur, die es aber erst in Gestalt zu bringen gilt, und das ist Erziehung, zur Wirklichung kommt.

Samstag, 30. Juli 2022

Gedankensplitter (1426a)

Der New Yorker "Pädagogik-Rebell" John Taylor Gatto (1937-2018) meinte einmal, daß er die Erfahrung gemacht habe, daß das amerikanische Schulsystem durch die Praxis, mit der Abschlüsse und Diplome zu erwerben sind, bewirkt hat, daß er laufend auf Absolventen treffe, die schon durch ihre gesmmelten Titel in hohe und höchste Positionen gelangen und unendliche Vorteile am Arbeitsmarkt haben, in Wirklichkeit aber selbst von ihrem studierten Fach absolut keine Ahnung haben. 

Das einzige was sie gelernt haben ist, solche multiple choice-Tests auszufüllen. Und diese sind als Leistungsmesser grotesk. Weil sie schon aus ihrer Natur heraus nahezu jeden "qualifizieren", der nur halbwegs weiß, wie man sie ausfüllt.

Eingeführt wurden sie, um quasi neutrales, rein auf Leistung zentriertes Abprüfen der Fähigkeiten eines Kandidaten zu ermöglichen. Darin zeigt sich also bereitrs ein technizistischer, funktionalistischer Begriff des Wesens der Welt als Summe von je vereinzelbaren, für sich stellbaren Funktionen. 

Die Realität schaut dann so aus, daß von vier Wahlmöglichkeiten (Standard bei solchen Tests) zwei ganz offensichtlicher Unsinn sind. Jeder, der nur halbwegs einen Bleistift bedienen kann, kann das erkennen. Bleiben also noch 50 Prozent der Möglichkeiten übrig. Wenn nun noch ein Funke von Hausverstand besteht, ist die Wahrscheinlichkeit, daß man sie mehrheitlich "richtig" ankreuzt so hoch, daß ein Durchkommen nahezu garantiert ist. 

Dienstag, 8. Dezember 2020

Die realen Folgen der Erbsünde

In dem Video unten spricht Dr. Peter Borger, seines Zeichens Wissenschaftler, Molekularbiologe, seit fünfundzwanzig Jahren im Bereich der Genforschung tätig, und Mitarbeiter beim Menschliches Genom Project HUGEN, das bis zum Jahr 2000 mit dem ungeheuren Aufwand von dreihundert Millionen Dollar das menschliche Genom entziffert hatte. Und seither im Programm ENCODE an der Zuordnung der Gene zu Funktionen forscht. Man hofft, diese nächste Stufe bis in fünfundzwanzig, dreißig Jahren abschließen zu können. 

Ganz besonders interessant wird es - wir schreiben das für die Ungeduldigen unter uns; denen dann freilich die wirkliche "Erweiskraft" des Vortrags, in dem die Wirk- und Funktionsweise des menschlichen Genoms recht anschaulich erklärt wird, fehlt, das muß man schon dazusagen, die sich beim Vorschalten also des wirklichen "Aha!!"-Erlebnisses bringen, das sie nur noch Dr. Borger (oder dem VdZ) "glauben" können - nach rund einer Stunde am Video. Wo es um die echten Konsequenzen aus den Tatsachen der Genforschung geht. 

Denn soviel läßt sich bereits jetzt sagen: Auch der Mensch unterliegt der Entropie. Im Durchschnitt hat jeder Mensch fünfzehn kaputte Gene. Das heißt, Gene, die bereits "tot" sind, keinerlei Funktion mehr haben. 
Wobei sich bei jedem Menschen noch weitere hundert kaputte Gene finden, das heißt, Gene, die nicht mehr funktionieren, von Vater oder Mutter übertragen werden, und erst in dem Moment eine der berühmt-berüchtigten Erbkrankheiten (schwerer oder leichter) hervorrufen, die wir kennen.

Insgesamt fällt auf, daß das menschliche Genom in sehr schnellem Tempo verfällt. Das wird nur durch Selektion (sic!) etwas verzögert: Genetisch offensichtlich beschädigte Menschen pflanzen sich aus ganz natürlichen Gründen weniger fort als Menschen ohne solche offensichtlichen Schäden.*

Deshalb schießen wir sofort weiter über das von Borger definierte Ziel. Deshalb nämlich gibt es in der Bibel die Berichte über die ursprünglich so hohen Lebensalter! Von Adam bis Noah wurden die in der Bibel angeführten Patriarchen noch durchwegs neunhundert und mehr Jahre alt. Noah schaffte es ebenfalls noch auf neunhundert Jahre. 

Doch dann kam die Sintflut. Und mit ihr ein solcher Einschnitt in die Erde und ihre Lebensbedingungen, daß das Lebensalter durch Erbschädigungen rasant verfiel. Abraham, ein paar Generationen später wurde schon nur noch hundertsechsundsiebzig Jahre, und weiter und rascher und immer weiter zurück ging es, mit dem Lebensalter. (Auch heute, übrigens, ist die Zunahme der Lebensalter eher statistischen und technischen Feinheiten als einer wirklichen Verlängerung der Lebensdauer beizumessen.)

Legt man aber die mathematische Kurve über die Lebensalter, wie sie durch die Bibel überliefert sind, muß man verblüfft zur Kenntnis nehmen, daß sie fast exakt mit einer aus der Mathematik entstandenen Kurve übereinstimmt, die aus der errechneten exponentiellen Abnahme der Lebensalter aus den erwähnten Erbschäden aus dem Prinzip stammt, wie es das Erste Thermodynamische Grundgesetz - Sie wissen schon, das Gesetz der Entropie, demgemäß "alles zerfällt, wenn ihm nicht Energie zugeführt wird" - nahelegt.

Seit Joshua hat sich dieser Rückgang etwas verlangsamt, und pendelte sich allmählich um die hundert Jahre Lebensalter für den Menschen ein. Älter als einhundertzwanzig Jahre, das ist heute sicher, kann man aber nicht werden, denn das würden die Lungen nicht mitmachen.

Die Häufung von schwach-schädlichen Mutationen aber hat vor etwa fünf- bis sechstausend Jahren angefangen. (Tennessen et al. in einer Studie, veröffentlicht in Science.) 
Das heißt - mit oder nach der Sintflut. Mit den Ereignissen, wie sie uns durch die biblischen Berichte über Noah übermittelt werden. Seitdem der Mensch immer kürzer lebt. Weil er in seinem Erbgut verfällt.

Die Schlange im Paradies (hier wieder OT Berger) hat ja nachgefragt, als Eva meinte, Gott habe ihr gesagt, daß sie nach dem Genuß der Früchte von DIESEM Baum STERBEN würden. 

Wirklich, fragte da die Schlange? Hat er wirklich gesagt, ihr werdet sterben? Ja, aber nicht SOFORT. Sondern an den Folgen der Erbsünde, an der erblichen Degeneration. An der Selbstauslöschung durch die allmähliche Summierung der Folgen Eurer Sünde, die ihr von Generation zu Generation weitergebt.

Das humane Genom zerfällt langsam und allmählich. Deshalb wird über kurz oder lang die gesamte Menschheit sterben. Das ist überhaupt keine Frage. Und das wissen wir auch. Aber wir sollten es endlich in aller Deutlichkeit und in allen Bereichen sehen. 

Geht man in der Zeitreihe weiter zurück, findet man - ganz im Gegensatz zur Evolutionslehre - kaum Mutationen (Allele). Das beginnt erst vor rund sechstausend Jahren. 80 bis 90 Prozent der Mutationen sind überhaupt erst seit rund fünftausend Jahren generiert worden. Das kann man mit großer Sicherheit aus dem Genbefund aussagen. 

Ein Schmankerl der Erhellung findet der Leser übrigens noch bei 1:08' Stunde, wo Borger die Genome Bereichen zuordnet. Er lasse sich überraschen. Ein Gutteil der Erbinformationen (darunter das, was man bislang noch als "Junk-DNA" bezeichnete, die es natürlich gar nicht gibt, wie man heute weiß) dient übrigens dem jungen Menschen. Dem, der erst erwachsen werden muß. 

Dem liefert er hinlängliche Informationen, um sich im Rahmen des "humanen Erbes" zu entwickeln. Mit einem Schwerpunkt für jene Zeit, in der sich der Embryo im Mutterbauch entwickelt. Wo er noch nicht durch Anstoß von außen, sondern aus innerem Impuls heranwachsen muß. 

Die Transzendierung ist das Element, das ja erst allmählich im Leben eine Rolle zur Entwicklung des Ich spielt. Und sollte im Erwachsenen überhaupt "Lebensprogramm" sein bzw. das heißt dann erst Erwachsenheit. In der Haltung des Hinausstreckens zum Sachlichen, sozusagen. 

Alles, was wir heute als "Beweis" für Evolution heranziehen - die Finken auf Galapagos, oder die Barsche im Tanganjikasee - haben sich zwar (richtig) innerhalb der letzten paar tausend Jahre entwickelt. Aber sie alle haben keine neuen Informationen benötigt! Sondern sich im Rahmen des vorhandenen Erbgutes VARIIERT oder besonderen Bedingungen gemäß SELEKTIERT. 

Aber es bleibt wenig Raum. Denn für mehr als achtzig Prozent des menschlichen Genoms weiß man bereits, was sie für Funktionen hat. Auf keine kann verzichtet werden. Und das war der Stand, so Peter Borger, im Jahr 2012.

Die Aufgabe der Wissenschaften ist es aber, die Funktion der Natur zu erforschen. Und nicht, absolute Wahrheiten zu konstruieren. Deshalb hat ENCODE recht, und Darwin liegt falsch.

 

Video von den (empfehlenswerten) Youtube-Seiten von Wort + Wissen


*Hoffentlich ruft das nicht die anglo-amerikanischen Elite-Geheimgruppen auf den Plan. Die nun umso energischer an ihrem Eugenik-Programm der NEUEN WELTORDNUNG arbeiten, und zwar jetzt mit offiziellem Auftrag der Weltregierung, um durch gezielte Selektion (Abtreibung, vor allem bei unerwünschten Rassen und Menschengruppen) den Verfall der Menschheit zu bremsen. Als Katechon, sozusagen, nur - in der anderen Richtung. In die des bösen Satans.


*041220*

Mittwoch, 10. Juni 2015

Einmal mehr

Lösen werden sie das Problem nie, weil es sich nicht naturwissenschaftlich-immanent lösen läßt. Prinzipiell nicht. Aber dennoch ist ihr Dienst von hohem Wert, weil er den mittlerweile unerträglichen Unsinn, der über diverseste Medien über die Evolution auf die Menschheit in wahren Fäkalienkübeln ergossen wird, ob diese sich nun "Qualitätsmedien" nennen oder nicht ist längst irrelevant, wieder und wieder entlarvt. Aus wissenschaftlicher Perspektive. Und da kann man vor genesis.net und der Studiengemeinschaft Wort und Wissen, beide evangelisch-protestantisch motiviert, nur den Hut ziehen. Das ist ihr wertvoller Beitrag, auf rein naturwissenschaftlicher Ebene, das ist ihr Motivans. 

Daß es ihnen jemals gelingen wird, ihre "Intelligent Design"-Theorie mit der Metaphysik zu vereinen, so sehr sich die diesbezügliche (ontologische) Verweiskraft dieser durchaus fruchbaren (aber naturwissenschaftlich-immanent beschränkten) These aufdringen würde, daran zweifelt freilich der VdZ, denn das ist der Geburtsschaden dieser Häresien. Sie lehnen Metaphysik ab, die Welt liefert ihnen keine Erkenntnisaussage über Gott. 

Aber die katholische Kirche hat naturwissenschaftliche Arbeit seit bald Jahrhunderten für nicht mehr nötig erachtet und an "die Welt" abgegeben. Die ihre ureigenste Geburt (die Naturwissenschaft heutiger Prägung entstammt ausnahmslos katholischer Metaphysik und Wissenschaft, so wie überhaupt europäische Wissenschaft aus dem Katholischen stammt) nun würgt, gröhlend vergewaltigt und mit grellen Schminklippen verzerrt, sodaß einem jeder Appetit zum Kuß vergeht, außer man will Karriere machen.

Dafür haben wir ja einen süffigen Papst. Ein Jesuit, übrigens. Die Jesuiten, noch vor 200 Jahren wahre Festungen einer unglaublich gesunden, realistischen Anthropologie (weshalb sie die Erzieher der Menschheit schlechthin waren), haben sich aber leider schon lange in den Molinismus verabschiedet, in dem mehr oder weniger die Naturwissenschaften zu einer parallelen Wahrheit mit rationalistischer Logik degrediert ist. So wurden sie zwar für die Welt süffig, nur leider blind, taub und stumm. Wen kümmert das heute aber noch.

Aber eben derselbe VdZ kauft immer wieder gerne immer wieder neu produzierte und immer interessante, prinzipielle Überlegungen (aus welcher Vernunft heraus es die Evolution in gängiger Lesart auf keinen Fall gegeben haben kann) ergänzende wie durch naturwissenschaftliche Details bestärkende oder weiterführende Medien aus dieser Ecke, und sie sind immer wieder ihr Geld wert. Denn immerhin läuft ja auch hiererseits von den Volksschulen aufwärts ins "hochlöblichst Universitäts-Gebildete", von den Medienmißgeburten bis zu Kirchengeschwänzten hinein, auf genau dieser Ebene: im vorgeblich naturwissenschaftlichen Erweis der Evolutionstheorien Darwin'scher Prägung. Und universitäre Weihen, das wissen wir längst, ersetzen bekanntlich jedes Denken und berufen doch alle in die Elite der Nationen, die brav genug den Nominalismus nachbeten. 

Auch wenn die Dummheit, die dahintersteckt, greifbar ist wie der Füller, der vor des VdZ Augen liegt, so ist eine Crux der Wirklichkeitsoffenheit, um die man strebt, daß Worte wirken. Und das sollte man auch bei rational offensichtlich dummen Meldungen nicht unterschätzen. Wo eine sonor-abgedrückte Stimme im Fernsehen bröselt, daß "hier die Evolution in Millionen Jahren (etwas) geschaffen" habe.

In einem der jüngsten Newsletter geht genesis.net auf einen vor kurzem gefundenen urzeitlichen Vogel ein, welcher Fund wie so oft aus der Paläontologie heraus die theoretischen Gebilde und "Stammbäume" der Evolutionisten über jeden Haufen schert. Was natürlich irgendwann einmal auch noch aufgeklärt werden wird, so, wie wir ja überhaupt immer mehr immer mehr alles wissen, zumindest irgendwann einmal. Wenigstens ist das der Schein-Gewißheitsrahmen, in den solche Meldungen in landläufigen Medien gestellt werden.

Und erweitert den Bericht über Nachrichten über den Fortgang über den Archäopterix, der so lange Zeit als Übergangsform von Saurier und Vogel gehandelt wurde (auch die Kinder des VdZ, allesamt, wurden von diesem Unsinn geprägt und sind heute bis auf Ausnahmen von dieser ideologischen Leimfalle natürlich geprägt, die in zig dammbruchartig hereinbrechenden Phantasiebildungen sogar die Kinderzimmer als "Wahrheit" eroberte), von eben diesen sonoren Stimmen, bis sich herausstellte, daß er doch wohl wirklich ein Vogel gewesen sein muß. Wer sich dafür im wissenschaftlichen Detail interessiert (was ja so gut wie alle Evolutionisten für nicht nötig halten), möge die entsprechenden Internetseiten besuchen. Sie seien ein weiteres mal empfohlen, und mit Dank an die Protestanten quittiert.





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Freitag, 17. April 2015

Aber wir wissen wenig (2)

Teil 2) Die häretischen Ansichten eines Wissenschaftlers





Die Aussagen dazu seien seiner Ansicht nach hoffnungslos überzogen. Sodaß man nicht einmal berücksichtige, so Dyson an anderer Stelle, daß mit dem Anstieg des CO2 auch die Erde immer grüner geworden wäre. Er kennt nicht nur die Klimamodelle, mit denen gearbeitet wird, er kennt auch deren Macher. Aber diese Modelle sind nicht in der Lage die Realität abzubilden, in der wir leben, selbst wenn sie manche Teilvorgänge brauchbar abzubilden in der Lage sind. Dazu müßten aber Klimamodellexperten ihre Schreibtische verlassen, um festzustellen, wie wenig wir von den Vorgängen auf der Erde wirklich wissen. So aber enden sie als Gläubige ihrer eigenen Modelle. Ja, in Teilen der Welt ist es wärmer geworden, aber das kann man keineswegs von der gesamten Erde aussagen. Um das Kohlendioxid in der Atmosphäre wirkungsvoll zu reduzieren, wäre im Umkehrschluß ausreichend, die Biomasse der Erde (etwa durch landwirtschaftliche Maßnahmen der Verbesserung der Organizität des Bodens) um EIN INCH pro Jahrhundert zu erhöhen.*

Das Problem des Anstiegs des CO2 in der Atmosphäre ist in seinen Augen ein Problem der Bodenbewirtschaftung, und keines der Meteorologie. Zusammenhänge mit einem sehr wahrscheinlichen Rückgang der oberen Erdschichten, durch Erosion in entwaldeten Gegenden etwa, sind höchst wahrscheinlich, wenn auch kaum je meßbar.

Und er ist der Ansicht, daß das Erdöl nichts mit Biologie zu tun habe, sondern daß es weit plausibler sei, chemo-physikalische Prozesse im Erdmantel, also: anorganischen Ursprung anzunehmen. (Der VdZ erlaubt sich den Hinweis auf die Forschungen des in den USA be- wie anerkannten Thomas Gold, einem Flucht-Österreicher von 1938 übrigens, die schon vor fünf Jahrzehnten diese revolutionäre Sichtweise zum Inhalt hatten.)

Gleichermaßen sieht er in der Entwicklung Amerikas Anzeichen für eine Überdehnung, und das ist im historischen Vergleich der Anfang vom Ende einer Weltmacht. Die so lange wächst, bis ihre Strukturen zu groß werden, woraufhin sie kollabiert. Die kommenden Mächte sind seiner Ansicht nach China, Indien, oder Brasilien. Man sollte sich weniger den Kopf darüber zerbrechen, wie man in einer von Amerika dominierten Welt lebe, sondern wie man sich darauf vorbereiten könne, in einer Welt zu leben, die NICHT von Amerika dominiert wird.

Der Videovortrag von Freeman Dyson ist auch in seiner Länge (1 Stunde) durch seine freie Art, manche heutiger "Gewißheiten" auf den Kopf zu stellen, empfehlenswert. Umso erfrischender sind seine "Häresien", als Dyson als Rationalist Denkvoraussetzungen hat, denen man nicht unbedingt beitreten muß.

Was er also auch etwa über Darwin zu sagen hat, ist damit Zeugnis einer beachtlichen wissenschaftlichen Redlichkeit. Es ist, sagt er, davon auszugehen, daß der Beginn des Lebens außerhalb der Darwin'schen Postulate gesehen werden muß. Denn es muß so etwas wie einen horizontalen Gentransfer gegeben haben, noch ehe Arten entstanden. Evolution von Leben auf der Erde ist also eher als kollektiver, zusammenhängender Prozeß zu sehen. Von Spezies ist damit erst ab dem Moment zu sprechen, in dem dieser Gentransfer durch Individualisierung aufhörte, und hier erst setzt das "Darwinistische Zwischenspiel" ein, das vor 10.000 Jahren endete, als die menschliche Kulturentwicklung einsetzte, in der es um Ideen geht, die sich viel rasanter entwickeln als biologische Evolutionsprozesse es vermögen. Sie wird nicht von darwin'schen Gesetzen geprägt, sondern mündet in einer Renaissance des horizontalen Transfers - der Globalisierung, der Einmündung in eine "open source community".

Interessant auch seine Sichtweisen der Armut. Die, so Dyson, sei in den Dörfern begründet, würde aber in der Verstädterung in den Städten sichtbar. Das hat seiner Ansicht nach mit einer je unterschiedlichen Technologie zu tun - "green" und "grey". Anpacken müsse man das Problem also in den Dörfern, nicht in den Städten. Daß Dyson also die Zukunft der Menschheit in der Verlagerung auf "green technology" - dem "Erfinden" neuer Pflanzen- und Tierarten, grob gesprochen - sieht, liegt in dieser Sichtweise. Spätestens hier zeigt sich die problematische, nihilistische Anthropologie, auf der Dyson aufbaut. Es ist der Optimismus der Renaissance.

Aber ein wenig kann man von seinem Fazit durchaus mitnehmen: Daß nämlich die Entwicklung der Zukunft nicht einfach ein unveränderbarer Ablauf von schicksalhaften, über uns verhängten Komponenten ist, sondern in unserer Hand liegt. Alles, wovon wir heute so fest überzeugt sind, wird seiner Ansicht nach in 35 Jahren Schnee von gestern sein. Uns muß klar sein, daß wir (im rationalen Sinn) nur Ungewißheiten haben. Neue Wege zu finden braucht aber den Mut zur Häresie.










*Es gibt Schätzungen, daß die Organismen der oberen Erdschichten so zahlreich sind, daß ihre Masse, extrahiert, die Erde 3 Meter bedecken würde. Das würde übrigens auch erklären, warum über Wüsten, über warmen Meeresregionen, aber auch über der Arktis die CO2-Konzentration in der Atmosphäre besonders hoch ist, nicht aber über dicht besiedeltem Festland, wo sie doch besonders hoch sein müßte, wäre sie einfach menschlicher Ausstoß. In jedem Fall aber ist es, so Dyson, irreführend, CO2 über globalen Durchschnitt zu behandeln. Es hängt sehr nachvollziehbar mit den verschiedenen Klimazonen zusammen, und macht - als Treibhausgas verstanden - zwar kalte Gegenden wärmer, nicht aber warme, wo die Luft über der Landfläche weit mehr Wasserdampf enthält.

Alle Elemente aber, die relevant für den Kohlenstoff sind - fossile Brennstoffe, die Atmosphäre, die Pflanzen, die obere Erdschichte, die oberen Schichten der Meere - können nicht für sich betrachtet werden. Denn sie interagieren alle engstens, und hängen zusammen. Man muß sie deshalb als Gesamtsystem verstehen. Erhöht sich etwa das CO2 in der Luft, wachsen Pflanzen vermehrt über Wurzelbildung, um die vermehrte Aufnahme über die Blätter zu kompensieren. Damit erhöht automatisch höherer CO2-Gehalt die Biomasse in der oberen Erdeschichte. . .




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Mittwoch, 13. August 2014

Geschichtsbetrachtung aus Selbstverachtung

Was sich in der Naturwissenschaft mit Wechselwirkung mit der Philosophie (und sogar: der Theologie, nicht zuletzt im Protestantismus) ausdrückte war das allmähliche Selbsterleben des entgeisteten Menschen in der Gefangenheit (weil Gefallenheit) in die physische Natur. Zunehmend erfuhr sich der Mensch ausgeliefert, der Hoffnung auf Geistigkeit durch die Philosophie zunehmend beraubt. Also kam es in der Philosophie des 18./19. Jhds. zur Ausprägung ganzer Systeme, die diesen Immanentismus (in Kant und Hegel) zu großen Systemen zur Welt selbst erklärten. Gott und das Weltganze "retten" konnten beide Systeme nicht, sie führten ihn quasi als unerkennbares Außen (Kant) hier, als Teil der Welt dort (Hegel) ein.

Gleichzeitig entstanden aus derselben Welt- und vor allem Selbsterfahrung (die nur noch den den Resten der Sittlichkeit der vorgängigen Jahrhunderte gehalten wurde, als quasi zweiter Pol, der manche Radikalität noch verhinderte - auch Darwin konnte sich nicht entschließen, "Gott" ganz aus seinem System zu werfen) weltimmanente materialistische Systeme, die mehr und mehr die Welt zu einem Solipsismus erklärten. Es dauerte nicht lange, daß diese Gedankensysteme sich in der Lebensführung wirklichten, und von dorther nach und nach die Humanwissenschaften durchdrangen. Bis zu einem der Höhepunkte, in der Entstehung der neuen Psychologie, die auch das geistig-seelische Leben des Menschen zur weltimmanenten Mechanik erklärten. Und zwar - weil es das tatsächlich mehr und mehr geworden war!

Was aber alle diese Systeme real übersahen und nach wie vor übersehen ist, daß sich das Objekt ihres Forschens VERÄNDERT. Es sinkt in dem Maß, als diese mechanistischen Ansichten die Menschen und ihre Sichtweisen durchdringen, tatsächlich auf dieses Niveau herab. Und zwar nach wie vor und ungebremst. Was diese Wissenschaften also erforschen und an Erkenntnissen zu Tage bringen ist kein "Wachstum" des Wissens über den Menschen, sondern es ist ein Mitgehen, eine Art "historisches Bestimmen", das mit seinem tatsächlichen Niedergang und Verfall parallel geht. Der eigentlich ein Auseinanderfallen mit Gott IST und dessen Endpunkt nicht ein rein innerweltlicher Mensch ist, sondern das Nichts, der Tod - im Falle des Menschen: die Hölle, die bereits in diese Welt herübergeholt wird.

Wenn also heute historische, vergangene Epochen "untersucht" werden, so trifft das Erkennen darüber immer weniger das, was damals wirklich passiert ist, was damals wirklich gewirkt hat. Sondern geht von einem bereits weit untergeistigen Zustand (wir vereinfachen, um das Auszusagende deutlicher zu machen) aus, um eine noch weit geistigere Epoche zu analysieren. Das muß zwangsläufig zu einem Fehlurteil führen. Und je niedriger wir fallen, desto mehr wird uns die Vergangenheit "schlecht" - was nichts als ein an fremdem Objekt formuliertes Selbsturteil ist!

Das Ablehnen der Väter, das Abschneiden der Tradition, ist also aus dem Ekel über unseren gegenwärtigen Zustand geborgen. Denn jede Wissenschaft ist nach dem Bilde der Zeit geformt, in der sie stattfindet. Sie fördert also auch nur jene Bilder, die sie in sich selbst trägt, und kann schon gar nicht mit berücksichtigen, daß das "Objekt" ihrer Betrachtung sich mit ihnen mit gewandelt hat. Die "relecture" des Wissens der Vergangenheit bringt also in Zeiten des Verfalls - der ein sittlicher Verfall bzw. ein Verfall der Sittlichkeit ist, und insoweit er es ist - nicht die ehrfürchtige Hochschätzung der Väter mit sich, sondern deren ... Verachtung. 

Was deshalb heute die Psychologie - als Paradebeispiel - über den Menschen aussagt, ist keine Wahrheit über den Menschen, sondern wird selbst immer tiefer in den mechanistischen Materialismus absinken. Aus dem bloßen Faktenbild (wir vereinfachen noch weiter, um besser zu zeigen) kann sich die heutige Psychologie deshalb gar kein begründbares "Normalbild" vom Menschen mehr machen. (In der Psychotherapie als wirkende Hand ihrer Theorie hat sie diesen Anspruch ja schon längst aufgegeben, klar, dort merkt man das Unzutreffende ja am ehesten)

Was die (von einer klaren Philosophie und Anthropologie nahezu bereits unbeleckte) Psychologie heute über den (an sich physisch-geistig polar konstituierten) Menschen sagt ist nicht, "wie er ist", sondern wie sich ein gar nicht mehr gekanntes Menschsein zufällig äußert. Aber es ist kein Wesensbild mehr, sondern zufällige historische Beschreibung unter denselben Schatten, unter denen die Forschungsobjekte stehen, oder die sie auf diese übertragen. (Nicht selten funktioniert die Psychologie ja nur deshalb, weil es ihr gelingt, den Patienten ein gewisses starres Welt- und Interpretationsbild einzuflößen, das diese wie entgeistete Zombies weiterleben, aber scheinbar wieder "funktionieren" läßt.)

So, wie die Humanwissenschaft heute den Menschen sieht und durch "Forschung belegt", ist er nicht, und ist er nie gewesen, so ist er nur aus den Fakten selbst erkannte zufällige faktische, historische Lage, aus der es kein Entrinnen gibt. Noch verainfachter gesagt: Wenn tatsächlich zunehmend "Mechanismen" aufgefunden werden, so nicht, weil es diese immer gab oder substantiell "gibt", sondern weil der unfreie Mensch der Gegenwart auf die Stufe dieses Mechanismus abgesunken ist. Und dieses Bild der Unfreiheit wird auf alle bzw. aufs Prinzip übertragen. Ohne zu wissen, daß geistlose Zeiten und Kulturzustände auch den Menschen mehr in die Leiblichkeit drücken bzw. ihn über ihre wesentlichen Wirkweisen nicht in seine Freiheit anzuleiten vermögen.

Oder, als virtuelle dialektische (Hegel!) Gegenwende, um die Freiheit noch zu retten: sie fällt in den Idealismus, das rein Virtuelle also, das meint, alles im Menschen sei ohne Physis rein gedanklich, Wirklichkeit selbst wäre bloßer Gedanke, Flucht in den reinen Schein, begleitet von völligem Relativismus.

Zusammengehalten meist in reinem Manichäismus, der Aufspaltung von Leib und Geist/Seele, die bestenfalls notdürftig (durch Anwendung falscher Methoden auf richtige Fakten) wieder geflickt wird. Sicherstes Zeichen der Unvereinbarkeit von realer, immer noch begegnender Weltwirklichkeit, und der Fähigkeit, diese zu sehen. Weshalb angesichts gewisser unübersehbarer Fakten die Psychologie sich ja vielfach in auffallende Weise schon mit der Esoterik vermischt, um "Wirkung" (und damit die Illusion von Wirklichkeit) wiederzugewinnen.





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Donnerstag, 30. Dezember 2010

Darwin'sche Kastrationswünsche

Fügt man die Untersuchung von Albrecht Erich Günther "Totem. Tier und Mensch im Lebenszusammenhang" - Ernst Jünger nennt das Büchlein eine kleine, feine Arbeit, und da untertreibt er mit äußerstem Understatement, denn Günther hat ein phantastisches und wohl vergessenes, aber bestenfalls von den Papiermaßen her kleines Buch vorgelegt - in ein psychoanalytisches Gesamtbild ein, so ergibt sich die frappierende Erkenntnis, daß die Evolutionstheorie Darwin'schen Zuschnitts ein Ausfluß ödipaler Vaterkastrationswünsche ist. (Und der von seinen Schwestern aufgezogene Darwin hatte einen Konflikt mit dem Vater, soviel steht fest.)

So wie jede wissenschaftliche Hypothese brachte Darwin (und parallel Marx) den Zeitgeist zum Ausdruck, wie er sich sogar in jedem, auch heutigen, Jugendleben Gestalt sucht: im Protest gegen die überkommene Gefügtheit des Lebens und der Kultur in Kategorien und Dimensionen, die zu einem stetigen Fließen von Gestalten im Rahmen von Gestaltsuche von reinen Prinzipien (bei Darwin: Überlegen) werden.

Gemäß dieser pubertären Rebellion, die ihre Suche nach gemäßer Gestalt von einem Aufweichen bestehender ausgehen lassen muß. In der Popularisierung dieser Weltanschauung, in der Transformierung in eine Daseinsgefühl (das als Ressentiment wertebestimmende Dimension erlangt, wie Max Scheler so schön zeigt), wurde nach und nach das gesamte Volk in diesem unreifen Stadium festgenagelt. Der populistisch, direkt politisch eingesetzte Darwinismus war eine Waffe einer solchen Grundstimmung, die sich im Kirchenkampf des 19. Jhds. ihr definitives Ventil suchte.

Von der Analogie mit dem seit dem späten Mittelalter alles über den Haufen werfenden Kleinbürgertum gar nicht erst zu reden. Denn der Darwinismus der Nützlichkeit ist ja blankes Abbild des Spießbürgertums, mit seiner Moral des Nutzens: tue, was auch der andere tun soll, damit Moral dir also nutzt.

(Und machen wir uns nichts vor, lassen wir uns vom Zentralismusstreben der Gegenwart nicht täuschen, wie er nicht nur die Kirche, sondern auch den Staat funktional-totalitär zu ersetzen sucht: weil sich dieser Antiautoritarismus, über den Totalitarismus, auf subtile Weise gegen den Staat gleichermaßen richtete und richtet, weil es ein Streben gegen jede Autorität ist. Als Usurpation von Macht, die auf dem Weg der väterlichen Struktur nicht erreicht wird. Totalitarismus ist der Weg der Muttersöhnchen zur Macht über andere, in der Form einer reformierten Mütterlichkeit als Weg sich doch zu sich selbst zu heben.)

Damit wurde die geistige Grundlage des Daseins der Dinge - Sein, Wesen und Entelechie (Gestaltnahme von vorausgehender Form) - und ihre materielle Existenz auseinandergerissen, entstand die scheinbare Notwendigkeit für die Menschen, sich zwischen simplem Materialismus, der den Anspruch "Wissenschaft" für sich und gewaltsam behauptete, und in Abwehr befindlichem bald fideistischem Idealismus (der aus dem Wissen erwachsen war, daß alles materiale Geschehen schöpferische Entwicklung und nicht richtungslose zufällige Abwicklung mechanischen Geschehens war) zu entscheiden, die nicht mehr vereinbar waren. Noch dazu, wo der abendländische Grundkonflikt ohnehin ödipale Archetypik hatte: und der Schöpfungsglaube mit der Vaterreligion des Judentums zusammenfiel! Antisemitismus und Evolutionismus sind ja nur zwei Seiten einer Medaille, sind nur historische Gestalten eines ungelösten, ersatzweisen Vaterkonflikts.

Und so hat sich den Menschen gleichermaßen der Weg zur Wissenschaft wie zur Religion verbaut. Die Folgen haben wir heute in vollem Ausmaß vor Augen. Religion war zum entzauberten Utilitarismus verkommen, während die Wissenschaft am Altar der Propagandistik verblutete, von welchem dem Volk verwertbare "Wissenshappen" zugeworfen wurden.

Die europäische Geistes- und Wissenschaftsgeschichte selbst ist ja seit dem 16. Jhd. eine einzige Rebellion gegen den Vater (und damit: Gott), so wie das Abendland eine Entwicklung zum Vater hin gewesen ist, den es dann in seiner Wende wieder mordete, und zeichnet eine allmähliche Regression auf die Ebene der Rebellion und Vaterdepotenzierung nach. Jeder Pubertierende erlebt sie, und findet heute keine weitergehende, ihn herausfordernde Umwelt mehr, sodaß er in diesem Stadium verharrt.


*301210*