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Freitag, 15. Mai 2020

Dabei hatte er eine vernünftige Gesellschaft erhofft

Er ist entsetzt und erschrocken zu sehen, wie viel Unwissen er in Deutschland vorfand. Dabei war er aus Thailand ausgewandert, um vermeintlich in einer gebildeteren, klügeren, vernünftigeren Umwelt zu leben. Nun hat er entdeckt, daß das Wissenschaftliche hierzulande quasi gar nicht existiert, daß vielmehr Medien und Mediengequatsche die Köpfe dominiert, sowohl in der Bevölkerung als auch bei den Verantwortlichen. Es wird nur Unsinn erzählt, Unüberlegtes breitgetreten, völlig unberechtigte Panik geschürt. Auch durch Maßnahmen, die um Dimensionen überzogen sind und der wie auch immer einzuschätzenden, nach wie vor nicht wirklich bekannten Gefahr entsprechen.
Die Leichtigkeit, mit der hier das Grundgesetz von der Politik ausgehebelt wird, und vor allem die Gleichgültigkeit, mit der die Bevölkerung reagiert, hat ihn regelrecht entsetzt! Das hätte er nie geglaubt. Wo sind die Juristen, die sich damit auseinandergesetzt und kritisch befaßt haben!? Soll das Demokratie sein? 
Besonders fatal hat sich ausgewirkt, daß die an oder mit Corona-Viren Verstorbenen nicht obduziert worden sind. Erst so hätte man aber von Anfang an einschätzen können, wie gefährlich eine solche Erkrankung überhaupt ist. So hat man gehandelt ohne zu wissen, wofür oder wogegen man überhaupt handelt! Einfach aus der Präsenz von Corona-Viren auf Todesursachen zu schließen ist medizinisch dilettantisch, ja ungeheuerlich falsch. Denn Corona-Viren, die sich wie jedes Virus von Jahr zu Jahr verändern, sind vermutlich bei einem Gutteil der Bevölkerung festzustellen. Ein großer, vermutlich sehr großer, aber nicht bekannter Teil der Menschen ist mit dessen Charakteristik im Immunsystem so vertraut, daß er die Art, wie die zehn hoch vierzehn übrigen Viren und Bakterien gar nicht bemerkt, weil er ihre Charakteristik in sich trägt.
Wenn wir nicht mehr wissenschaftlich diskutieren können, befinden wir uns nur noch im Aberglauben. Stattdessen befinden wir uns in einem Klima der Denunziation, wo eine Bevölkerungs- und Meinungsgruppe die andere ans Messer liefert. 
Und das ganz sicher ohne jede Wissenschaftsgrundlage, die wenigstens Kriterien für Ordnung und verantwortliche Entscheidungen bieten könnte. Wissenschaft wird stattdessen politisch mißbraucht. Die Maßnahmen stützt sie nämlich nicht. Dennoch wird so getan, als würde sie "alternativlose Antworten" liefern.
Wissenschaftlichkeit ist eine Haltung. Eine Haltung der ständigen, nie abgeschlossenen Offenheit für Wirklichkeit, Realitätsfunde und Daten. Diese - Tatsachen - wiederum können nur durch Thesen und Theorien zu Fakten selektiert, gesammelt und geordnet werden. Damit ist aber Wissenschaft nie in der Lage jene Sicherheit zu ergeben, die Handeln braucht oder gerne hätte. Handeln, Verantwortung ist immer eine menschlich-sittliche, moralische Leistung. 
Ein Abschieben von Verantwortung auf Wissenschaft ist deshalb nie möglich. Umgekehrt ist es der Wissenschaft genauso unmöglich, Handlungen zu empfehlen oder aufzuzeigen. Wissenschaftler können bestenfalls und in aller Ungewißheit sagen, daß "wenn" möglicherweise "dann" eintritt.
Was Prof. Dr. Sucharit Bhakdi im Gespräch mit KenFM zu Covid19, dem "Corona-Virus" zu sagen hat, gehört mit zum Besonnensten, was zu diesem Thema bislang zu hören war. Einerseits, weil es völlig unaufgeregt Wesen und Umstände einer Virenerkrankung erklärt, andererseits weil es begreifbar macht, daß jede Hysterie um Viren unangebracht ist. Viren gehören zur menschlichen Daseinsbedingung, sie sind so normal wie die Luft zum Atmen. Sie ausrotten oder bekämpfen zu wollen ist prinzipiell verrückt.

Das Containment der Regierung, um ein Virus, von dem man nicht einmal weiß, wie verbreitet es ist, einzudämmen oder zurückzudrängen, ist gelinde gesagt naiv, und vom wissenschaftlichen Standpunkt gesehen außerdem falsch. Auch läßt sich aus den gar nicht bekannten Umständen in China kein Rückschluß auf HIER notwendige Maßnahmen ziehen. Und die Corona-Folgen in Italien (genauso wie in Spanien, oder New York) sind so offensichtlich und zugegeben irreführend und objektiv falsch, daß daraus schon gar keine Rückschlüsse für unsere Länder gezogen werden können.
Dabei spielt es gar nicht die entscheidende Rolle, wenn man falsche Entscheidungen trifft. Wenn Frau Merkel an das glaubt, was sie beschließt - gut. Entscheidend ist dann aber, ob die Bereitschaft da ist zuzugeben, daß politische Maßnahmen auch wieder abgeschafft werden müssen, wenn sich ihre Sinnlosigkeit herausstellt. Bei der Corona-Angst ist längst eine rote Linie überschritten.
Die Folgen dieser Maßnahmen hier sind so schwerwiegend, daß Bhakdi nicht versteht, daß man sie der Bevölkerung so leichtfertig auferlegt hat. Viele Menschen verlieren derzeit extrem viel, an Geld, an Wohlstand, an Gesundheit. Daß auch noch die (christliche; Bhakdi ist Buddhist) Kirche diesem Lockdown zum Opfer fiel, ja dabei sogar noch gehorsamst mitspielte, ist der Gipfel der Katastrophe. 
Die Zahl der Menschen, die die derzeitigen Maßnahmen akzeptieren, schrumpft von Tag zu Tag. Weil immer mehr davon schwer getroffen und existentiell ruiniert werden. Dabei kann man kann nicht einmal mehr (gemeinsam) trauern - die Kirchen sind geschlossen! 
Was wir brauchen ist Vernunft, nur daraus kann dann Einigkeit entstehen, die für so eine Lage notwendig ist. 
Man muß sofort nachdenken, ob diese Maßnahmen (noch) gerechtfertigt sind. Aus der Wissens-, aus der Faktenlage. Und dann muß man sie aufheben, wenn man zu diesem Schluß kommt, und verkünden: Die Epidemie ist vorüber!
Auch ein Bill Gates ist da kein Rückhalt. Denn Bhakdi glaubt zwar, daß Bill Gates an das, was er verkündet, sehr wohl glaubt, es gewissermaßen "gut meint". Aber Gates kennt nicht das "Wie". Sein Ruf nach "vaccination" als Allheilmittel ist naiv und sinnlos. Deshalb ist auch die Hoffnung auf die Entwicklung eines Impfstoffes gegen Corona-Viren schlichtweg absurd. Bis ein Impfstoff entwickelt ist, hat sich das Virus bereits so verändert, daß eine Impfung wirkungslos ist. 

Das hat sich schon bei der Schweinegrippe gezeigt. Auch damals war die Hoffnung auf eine Impfung gegen die Schweinegrippe absurd. Neunzig Prozent des von der Regierung angeschafften Serums wurden entsorgt. Alleine die Entsorgung des schon wieder wirkungslosen Serums hat die deutsche Regierung (und damit den Steuerzahler) eine Viertelmilliarde Euro gekostet.
Es ist - und das hat sich nun gezeigt - in diesem Land unglaublich leicht, zu putschen. Man kann nur hoffen, daß wenigstens die Juristen bald aktiv werden und diesen Spuk beenden. Von den Medizinern ist nämlich nicht zu erwarten, daß sie der Politik klar machen, daß die Restriktionen aus medizinischer Sicht überhaupt keinen Sinn ergeben.




*200420*

Dienstag, 31. Dezember 2019

Si tacuisses

Die Sache hat mehr Bedeutung, als mancher glauben würde. Erstmals hat einer der maßgeblichen Väter der Klimapanik, Michael Mann, in einem seit 2011 laufenden Verfahren vor einem kanadischen Höchstgericht - das er selbst angestrebt hatte - einen Prozeß verloren. In dem es darum ging, daß ihm der renommierte Klimaforscher Tim Ball in einem Interview vorgeworfen hatte, daß Mann die Daten, die zu seiner berühmten "Hockey-Stick-Kurve" geführt haben, und die die sprunghafte Temperatursteigerung in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts beweisen sollte, willkürlich manipuliert hatte. 

Ball bezog sich unter anderem auf nicht mehr und nicht weniger als die im sogenannten "Klimagate" zutage getretenen Tatsache, daß britische Klimaforscher in Zusammenarbeit mit offiziellen meteorologischen Instituten Daten "angepaßt" hatten, die nicht genehm waren, sodaß die These vom menschengemachten Klimawandel statt widerlegt nun bestätigt wurde. 

Mann hatte daraufhin Ball verklagt. Und wie man hört, verklagt Mann generell gerne und schnell.

Immer wieder wurde der Prozeß verschleppt, jetzt aber kam er zu einem Ende. Und er endete mit einer totalen Niederlage von Mann. Denn der Kläger hatte sich geweigert, der vom Gericht geforderten Offenlegung der Daten wie der Methoden, durch die Mann zu seinem so folgenschweren Schluß gekommen war, Folge zu leisten. Was schon unter Wissenschaftlern mehr als unüblich ist, denn dort sind diese Schritte eine Selbstverständlichkeit, will man eine These beweisen, die man aufgestellt hat.

Der Podcast von KenFM vermutet nun, daß es für Mann billiger war, die Millionen Dollar Gerichtskosten zu tragen, als einen Strafprozeß vor amerikanischen Bundesgerichten zu riskieren. Denn was Mann gemacht hat, könnte nicht mehr oder weniger gewesen sein als ... Betrug.







Mittwoch, 12. Juli 2017

Hamburg war offensichtlich ein Scheidewasser

Und da wird es überhaupt nur noch lächerlich. Da postet ein Herr Ken Jebsen ein Video, in dem er sich erschrocken davon distanziert, was da in Hamburg in diesen Tagen passiert ist. Nein, natürlich habe man immer auch das gefordert, was die Demonstranten in Hamburg gefordert haben, aber man habe doch nie so gemeint, daß man dafür auch zur Gewalt greifen solle? 

Ah ja? Wer hat denn die Leute ständig und seit Jahren aufgefordert, als Linker, mit linken Ansichten, endlich, endlich die "Macht der Straße" zu bemühen, um etwas zu verändern? Nicht Sie, Herr Jebsen? Machen Sie sich doch nicht lächerlich." Worin unterscheiden sich die Forderungen der Demonstranten, und zwar gerade im Hardcore, von den Ihren? Gilt nun nicht mehr die Sache, sondern die Moral? Doch? Und - welche? Fehlt es gar nur an Eiern?

Oder was wird als Distanzierungsgrund angeführt, der eine Stellungnahme per Video erfordert? Daß die Hamburger Randalierer nicht so lieb und beliebt waren, wie Sie es gerne wären? Es wird sogar noch abstruser. Man habe die seit Jahren selbst verbreitete (völlig den Demonstranten gleichlautende) Kritik, so Jebsen, doch immer nur als Angebot zum Dialog verstanden! Nie als Aufforderung zu Gewalt gegen die Staatsmacht, im Gegenteil, man hätte (dazu versteigt sich Jebsen tatsächlich) mit den Polizisten diskutieren sollen, so sei es gemeint gewesen.

Geht es noch blöder? Geht es noch verwirrter? Hamburg war in diesen Tagen das, was Sie wollten, Herr Jebsen, ganz explizit und mit denselben Forderungen, die Sie seit Jahren stellen. Ganz einfach. Und Ihr Traum ist wirklich geworden. Das kommt aber halt raus, wenn solche beschöndudelten (und damit per se linken Kastraten wie Sie in die Welt schreien, weil sie sich für besonders klug ausweisen wollen, Trittbrettfahrer an der Linken, die seit Jahrzehnten sowieso alles beherrscht, und dann ernten was sie (mit-)säten. Und das war es auch schon. Ende der Durchsage.

Hamburg war das Scheidewasser. Und wer es nicht sehen wollte, sah es nun.  Wenn er wollte.

Den Schaden trägt die Vernunft. Ein Bereich, dem Herr Jebsen nie angehört hat. Der immer nur bereits galoppierende Pferde ritt. Und nun feststellen muß, daß die am Abend nicht einfach an die liebreizende Krippe kommen, um sich striegeln zu lassen. Das hat man davon, wenn man Recht hat, ohne die Wahrheit bemühen zu wollen.

Herr Jebsen, seit Jahren wird an dieser Stelle darauf hingewiesen, hier wurden Sie dennoch nie totgeschwiegen. Aber: Sie sind ein Linker, immer gewesen. Und Hamburg war eine linke Veranstaltung, mit linken, wie sonst: widersprüchlichen, abstrusen Forderungen. Was Sie jetzt versuchen, ist, doch noch das zu retten, was Sie immer versucht haben: Sich an eine nicht-linke, an eine naturrechtlich nur zu logische Volksbewegung anzuhängen, nein, sich ihr vorzureihen, als Fahnenträger, alles umzutaufen. Wie in Washington 1968, wo einer bereits formierten Demonstrationsbewegung von Bürgern einer an die Spitze springt, aus dem Gebüsch des Parks, an dem sie vorbeizieht, der eine knallrote Fahne in der Hand hält. So war es immer, nie war es anders.

Das ist hoffentlich und endlich gescheitert. Aber es wird Ihnen schon noch was einfallen, Ihre Haut zu retten. Der VdZ ist Realist genug.









*100717*

Montag, 6. März 2017

Orgie der Wirklichkeitsvergewaltigung

E. Michael Jones erzählt einmal, daß er selbst in den 1960er Jahren als Student an Demonstrationen gegen den Vietnam-Krieg teilnahm. Er sah - aus katholischer Perspektive - wie so gut wie alle seiner Kommilitonen (auch davon damals die meisten Katholiken) die amerikanische Intervention als großes Unrecht. Bei den ersten großen Märschen in Washington ist ihm dabei etwas aufgefallen. Nachdem sich der Demonstrationszug formiert hatte und eine Strecke gegangen war, kam er auch an einem Park vorbei. Plötzlich brachen aus dessen Büschen, bis dahin verborgen, Studenten hervor, die sich sofort an die Spitze des Zuges setzten, und große rote Fahnen mit kommunistischen Symbolen schwangen. Mit einem Schlag war die gesamte Veranstaltung zu einem "linken Protest" geworden, mit einem Schlag (und von den Medien natürlich tatkräftig verbreitet) haftete der gesamten Anti-Vietnam-Bewegung der Touch der "Linken" an, der sich später dann auch tatsächlich ausgebreitet hatte. Die Linke hatte eine an sich "neutrale" Bewegung okkupiert, die zuvor überhaupt keine explizite Ideologie hatte, nun aber zunehmend nur noch in linken Kategorien dachte.

Dasselbe passiert schon geraume Zeit in der Gegenwart. Praktisch unbemerkt hat sich die Linke an die Spitze einer massiven Volksunzufriedenheit gesetzt, und versucht, dieser Bewegung ihren Stempel aufzudrücken. Und kaum jemand reagiert, man ist schon zufrieden, wenn überhaupt jemand "auch dagegen" ist, mit der man sich in der Kritik also formal in manchen Punkten trifft - ohne zu sehen, daß diese Einzelpunkte der Übereinstimmung in ein völlig anders gelagertes Insgesamt eingebettet sind und für dessen Ziele auch instrumentalisiert wird. 

Nicht anders kann man auch Prof. Rainer Mausfeld mit seinen Vorträgen sehen, der dem VdZ dieser Tage ins Postfach gespült wurde. Nicht zufällig findet sich der Videovortrag unter dem Label "KenFM", den der VdZ bereits mehrfach als Wolf mit geschluckter Kreide hier erkennbar gemacht hat. Für sich gesehen, ist Mausfelds Vortrag so voller Widersprüche und Ideologien und impliziter Weltanschauungsparadigmen und Vermischungen unterschiedlichster Ebenen, daß es gar nicht lohnt, auf alles einzugehen, man würde nicht fertig. Der VdZ hat es versucht und dann aufgegeben, denn es wäre dem Ausarbeiten und Kritisieren eines umfassenden Weltbildes gleichgekommen. Außerdem ist fast alles auf diesen Seiten bereits im Einzelnen ausgeführt. Hier müßte man fast jeden zweiten Satz umfassend zerlegen. Hier wird der Teufel mit Beelzebub ausgetrieben! Hier springen die Linken wieder aus den Büschen und setzen sich an die Spitze der Protestbewegung und wollen deren Führung übernehmen.

Man muß davor also nicht nur vor diesem Christbaum der Irrlichtereien warnen, die dieser Vortrag ist, wo der unbedarfte Hörer mit einem buntsüß verpackten Köder punktueller Richtigkeiten ein ganzes, irriges Welt- und Menschenbild mitschluckt - vieles an der Kritik, die Mausfeld hier vorträgt und für sich richtig oder nicht falsch ist, ist also unmittelbar auf ihn anzuwenden, und es ist typisch, daß er das nicht zu wissen oder eher auszublenden scheint - in das Mausfelds Kritikteile eingebettet sind. So daß er auch im Fazit seines Vortrages jene Verwirrung hinterläßt, die die Linke eben kennzeichnet, schon gar weil sie ihr wahres Ziel nicht nennt und oft nicht einmal kennt.  Die typisch für die Linke den Demokratiebegriff in Wolken der Undefiniertheiten und Schwammigkeiten hebt, ihn emotional neu besetzt, und so eine Illusion nährt, nein, zu einer Illusion verführt (und das ist derzeit besonders häufig), die wenn man ihr folgt im Niemandsland und im totalitären Chaos einer Utopie endet, in der der verkündete "Egalitarismus" nur eines bewirken soll: Verschleiern, daß sich eine neue Elite aufs Pferd setzen möchte. Denn selbstverständlich weiß die Linke sehr gut, daß ihr Zuckerbrot fürs Volk nur der Verführung dient, daß die Natur der Menschen (die man aber verkennt) völlig anders gelagerten Pragmatismus verlangt.

Der Vortrag zeigt es - er ist eine Orgie unausgesetzter Wirklichkeitsverdrehung und Hörervergewaltigung, noch dazu unter dem Mäntelchen der Wissenschaftlichkeit. Und er bedient sich wie die wirkliche Lüge richtiger Einzeltatsachen (die ihn wiederum ja sogar langweilig machen, denn wie oft hat man das alles schon gehört!? Das ist doch lauter "eh schon wissen"!)

Es ist höchst an der Zeit, daß sich die heutige Kritik an gesellschaftlich-politischen Zuständen und am Kapitalismus abklärt und durch klare Analyse und Begriffsklärungen zu scheiden beginnt. Es ist höchst an der Zeit, daß sich die völlig berechtigte Unzufriedenheit (auch und vor allem an der Vernunftlosigkeit) großer Bevölkerungsteile (die sich in diesem Punkt, dem der Vernunft, von der "Elite" unterscheidet, und NICHT in mangelnder Egalität!) mit Begriffsklärungen wappnet, die diesen unseligen Zug unterbricht. Als Rückbesinnung auf die Wahrheit nämlich, die weit mehr ist als partielle Richtigkeit (auch wenn es enge Umschlungenheit beider braucht, eines ohne das andere also nicht auskommt, sich im Takt - aber auf je andere Art - befruchten muß). Übrigens hetzt die Linke längst gegen die "Rechte/Nichtlinke", nur fällt es dieser oft gar nicht auf. Auch in diesem Vortrag, in dem alles Nicht-Linke verleumdet wird.

Es ist höchst an der Zeit, daß Bewegung in diese sogenannte Bewegung kommt, die längst erstarrt ist. Das sicherste Zeichen, daß sie intellektuell im Kreise der Irrtümer und Widersprüche verläuft, weil es der gesamten Diskussion, die das Unbehagen umgibt wie ein Schwarm Fliegen, an der Ruhe weil Umfassendheit - Katholizität - der Wahrheit fehlt. Wo aber wären die Männer, die das zu leisten vermochten ... es ist zum Heulen. Es ist zum Heulen, weil man fast hilflos zusehen muß, wie sich die linken Fahnenträger aus den Gebüschen an die Spitze des Zuges setzen. Und niemand verwehrt es ihnen, kein Gerechter übernimmt die patriarchale Verantwortung, im Gegenteil. Die dazu gerufen wären lassen sich sogar noch vom Totschlagwort des Anti-Elitären kraftlos schwafeln und ihr Blut abzapfen. Wie immer wird das Falsche durch die Schwäche der Gerechten groß. Wie immer wird die Linke nur groß, wenn sie es geschafft hat, daß die Gerechten ihre Stärke aufzugeben. Wir erleben es bereits.









*250217*

Mittwoch, 16. November 2016

Der Sieg des Irrtums ist nicht von Dauer

Was Ken Jebsen da in einem Schnellschuß vorträgt hat seine Bedeutung darin, weil es etwas Allgemeines anzeigt, das man als "schreckliche Hoffnung" bezeichnen könnte. Denn die Dichte und das Gewicht der Bedrückung durch das Establishment hat den Effekt, daß sich Menschen positionieren. Je siegesgewisser die Linke wird (wollen wir sie begrifflich so pauschalisieren) ist, desto mehr wagen sich die Ratten aus den Löchern und stellen sich in die Auslage. Das passiert mehr und mehr, und ist auch bei der US-Wahl - auch in den europäischen Medien - passiert.

Die Folge davon ist, daß der Ausschlag der Realität nunmehr genau diese Menschen ins Niemandsland schießt. Wenn nicht gleich, so doch auf mittlere und lange Frist. Der scheinbare Sieg der Bedrückung, an dem sich das Establishment berauschte, hat viele dazu bewegt, sich festzulegen. Damit aber werden sie identifizierbar, und damit verspielen sie zugleich jene Glaubwürdigkeit, die sie irgendwann aus allen Positionen herausbrechen werden.

Auf jeden Fall kann der aufmerksame Beobachter nun erkennen, wie sich die Spreu vom Weizen trennt. Erkennen, wo Zukunftsfähigkeit besteht. Denn nur dort, wo unter dem Eindruck der "Rückschläge" (die als solche ja zu guten Teilen auch überzogene Inszenierung sind) der Vernunft wieder Raum gegeben wird, ist auch Zukunft. Keine Zukunft haben aber jene, die meinen, man müsse den alten Vorgangsweisen treu bleiben und sich einfach bessere Strategien überlegen, wie deren Intentionen doch noch zum Sieg verholfen werden könne. Auch wenn sie die Macht haben, die Bedrückung des Vernunftwillens noch deutlich zu verstärken. Es hat keine Dauer.

Das sollte uns sehr ruhig machen. Auf Dauer ist der Sieg der Wahrheit niemals zu verhindern. Der Irrtum hat nur Schein als Gestaltbaumaterial. Daß die Euphorie von Ken Jebsen in den Augen des VdZ etwas überschießt und auch viel zu früh kommt, mag man da nachsehen. Das Vertrauen, daß er Irrtum anerkennen wird, wenn die Realität belehrend eingreift, darf ihm zugemutet werden.

Denn der Irrtum, ja das Böse, das viele schon so lange und so bedrückend weil auch so umfassend erleben, wird sich nicht so einfach geschlagen geben und zur Vernunft umkehren. Seine Vertreter haben klug vorgebaut. Die nächsten Wellen, die ihm zum Sieg verhelfen sollen, stehen bereits in den Startlöchern. In gesetzten Tatsachen*, oder in der Manipulation der Heranwachsenden, die sein Feuer auf neuer Stufe weitertragen werden.








*Es ist ebenso davon auszugehen, daß die angeblichen Unausweichlichkeiten einerseits zu immer mächtigeren, rational immer unangreifbareren Mythen ausgebaut werden, wie davon, daß Verträge, Vereinbarungen etc. etc. mit einem Gewicht belegt werden, das sie zu schweren Bindungen macht, selbst wenn sie nominell Unverbindlichkeit vorgaben. Wir werden es also etwa mit ganz neuer "Vertragsunverbrüchlichkeit" in jenen Internationalitäten zu tun bekommen, in die hinein das Lokale, das dem einzelnen Menschen selbst Unterliegende bereits von übernationalen Bedingungen als unausweichlich und alternativlos diktiert wird.



*131116*

Dienstag, 20. September 2016

Europa vor einem Krieg

Ein wirklich gutes Gespräch zwischen (im wesentlichen) Daniele Ganser und Willy Wimmer - ab und zu meldet sich auch Albrecht Müller - über die strategische Politik Europas in der Nahtstelle zu Rußland. Das die Bruchstellen der gegenwärtigen Situation hervorragend darstellt.

Besonders gefällt dem VdZ natürlich die Bemerkung von Wimmer, daß die Politik der USA seit 1871 neu zu überlegen wäre: Ob das Bild des guten Onkels, der uns hilft, nicht völlig falsch ist. Ob nicht das Interesse der USA an Europa immer nur das eines Konkurrenzverhältnisses war, das möglichst viel Chaos in Europa anrichten sollte, um sich selbst damit zu stärken. Das also, was an diesem Ort bereits mehrfach als notwendiger Rückschluß zu lesen war. Oder, wie Daniele Ganser es sagt: Die USA führen die Politik eines Imperiums, nur sagen sie es nicht. Und ihr Interesse war seit je, Deutschland und Rußland daran zu hindern, einander näher zu kommen. Denn sie wären der einzige Block, der den Interessen der USA gefährlich werden können.

Müßte man das nicht längst rückfolgern? Selbst bei der NATO? Ganser stellt die Anfrage an die Wahrnehmung: Was hat die NATO in den letzten Jahrzehnten denn anderes geschaffen als Chaos und Verwirrung und Krieg? Die NATO tut auch derzeit alles, um die Gewaltspirale gegen Rußland hochzudrehen. Mit der derzeitigen - von der Linken auch so forcierten - Politik aber wird ein Krieg, der überhaupt nicht im Interesse Europas und Deutschlands steht - nicht verhindern können. Man steuert im Gegenteil direkt darauf zu. Dazu tragen die Medien ihr gerüttelt Maß bei. Wimmer dazu: Was wir heute in den Medien erleben ist einmalig. Selbst gegen Hitler gab es mehr medialen Widerstand als heute. Es fehlt völlig der Mut zur kritischen Betrachtung. Gäbe es keine alternativen Medien, sagt er sogar, wäre längst ein Krieg ausgebrochen.

Erhellend zum intellektuellen Niveau des Veranstalters: KenFM stellt die Frage, was das denn solle, denn "Krieg ist doch rechts". Diesem Klassendenken hängt übrigens auch Daniele Ganser an, wie im zweiten Teil dieses Videos klar wird. Dessen Position oft ja recht fragwürdig sind. Nicht aus den Details, da ist er durchaus zu schätzen, sondern in ihrem Interpretationshorizont.

Wimmer: Wir müssen lernen, nüchtern zu denken. Unser Bild von den guten USA stimmt nicht.









*120816*

Dienstag, 16. August 2016

Viele vertane Chancen

Daß der "kalte Krieg", der die Generation des VdZ so massiv in seinem Daseinsgefühl bestimmt hat, über weiteste Strecken eine reine Medieninszenierung war, hat der VdZ schon öfter an dieser Stelle geäußert. Sie kam bumerangartig etwa in der Atomangst zurück, die auf einer aufgeblähten (und durchaus beiden Seiten - Russen wie Amerikanern - durchaus nützlichen) Angst ("Weltuntergang") vor einem Atomkrieg beruht.

Eines der zahlreichen Indizien für die Richtigkeit dieser Behauptung ist dieses Radiogespräch von KenFM. Darin wird der mittlerweile eindeutig bewiesene weil eingestandene Fall diskutiert, den Zugehörige zur Generation des VdZ noch gut kennen: Die ständigen Medienmeldungen, daß sowjetische U-Boote laufend vor Schwedens Küsten geortet und teilweise fast versenkt worden wären. Nichts davon ist wahr. Es waren ... amerikanische und britische U-Boote. Die "Verletzungen" der schwedischen Hoheitsgewässer waren bewußte, reine Inszenierung, um die Angst vor den Sowjets hochzuhalten.

Der Kommunismus war schlimm, keine Frage, und er war es als schwerer philosophischer Irrtum (also nicht, wie es auch der VdZ seinerzeit sogar im Religionsunterricht ständig hörte: "Jaaaa, die Idee ist ja gut, aber die Praxis ..."; nein, die Idee war falsch). Aber man hat auch viel verabsäumt, sich in eine reine Kampfposition drängen zu lassen, die auch den Menschen, die im Kommunismus leben mußten, viele Wege sehr erschwert haben. Ja, letztendlich hätte sich vieles sehr anders entwickeln können, weil sich in weltanschauliche Positionen durch den "Kalten Krieg" auch politische Notwendigkeiten mischten, mit denen umzugehen der Westen aber durch seine sehr amerikadienliche Absolutheitsposition verabsäumt hat.

Das Bedenkliche ist, daß wir uns in Europa längst in einer sehr sehr ähnlichen Situation befinden. Und auch diesmal spielen FREI ERFUNDENE Bedrohungsszenarien eine erschütternde Rolle in einer ständig neu und weiter hochgeschaukelten (angeblichen) Bedrohungssituation durch Rußland. Und auch heute spielen die Medien* eine schändliche Rolle.







*Was uns nach wie vor nicht bewußt ist, ist der Umstand, daß nach 1945 sowohl in Deutschland wie in Österreich KEIN EINZIGES MEDIUM möglich weil zugelassen war, das NICHT amerikafreundlich, also Instrument der USA war. Kein Medium (und sogar die Kinos) das nicht davon abhängig war, weil es sonst gar keine Lizenz bekommen hätte, wenn es nicht der "Re-Education" und Einschwörung auf den Westen gedient hätte. KEINE EINZIGE DEUTSCHE MEDIENANSTALT, die ihre Existenz nicht auf einer offen oder verdeckt deklarierten Amerikafreundlichkeit aufbaut. Was unsere Länder wirklich, wirklich brauchen, um überhaupt endlich zu sich zu finden - und das ist eine Frage des Diskurses, eine Frage der Sprache -, wären deshalb EIGENE, EIGENSTÄNDIGE, NATIONALE MEDIEN. Nur so wäre so etwas wie ein demokratischer, freier Diskurs überhaupt möglich. Erstmals. Denn den gab es bisher noch nicht.





*270616*

Freitag, 10. Juli 2015

Was ist normal?

Die Medien unserer Lande haben nichts geändert - außer: Ihre Strategie zu verfeinern. Mit der sie jene Glaubwürdigkeit, die sie verspielt haben, wieder zurückgewinnen wollen. Nicht durch mehr Wahrhaftigkeit, sondern durch Strategien, die die Menschen GLAUBEN machen sollen, daß sie glaubwürdig seien. Die Beobachtungen des VdZ sind erschütternd. Und entmutigend.

Die Sache wird so weit gehen, daß man riskiert, überhaupt die Bevölkerungen in Paranoia zu treiben. Denn im Wahn ist niemand mehr Herr seiner selbst. Und damit williges Opfer des Faktischen, weil er resigniert.

Die Lügen der Medien, die ihren journalistischen Ehrencodex gegen das hochmoralische "die Welt besser machen" eingetauscht haben (in Österreich haben das manche Medien - darunter solche in Kirchenbesitz! - sogar explizit angekündigt), sind nicht weniger geworden. Sie sind nur subtiler geworden. Da schadet es nicht, solche Gespräche zu hören, die daran erinnern, daß die einzige Anhalte des Menschen ... die Vernunft ist. Die persönliche Vernunft. Eine sittliche Aufgabe, die über jede Detailinformation weit, weit hinausgeht.

Denn darum geht es immer: Um die Suche nach dem Maßstab der Vernünftigkeit. Um die Frage: WAS IST NORMAL?

Wir erleben derzeit ein unfaßbares Fiasko der Eliten, in denen sich dieser Maßstab der Normalität abbilden sollte. Die hauptsächliche Stoßrichtung der Ideologien seit zweihundert Jahren, ja seit der Reformation, ist aber, genau die Elitenbildung auf den Kopf zu stellen. Wo aber der Kopf krank ist, wird es der Leib. Das Interessanteste an diesem (langen ... zweieinhalb stündigen Gespräch) Gespräch ist vielleicht die Beobachtung, daß seine Grundfrage über große Strecken dieselbe ist, die die jüngste Enzyklika Laudato Si stellt. Wer mehr dilettantisch vorgeht, mag dem Leser zu beantworten vorbehalten bleiben. Auch darin - bestenfalls: je anders - unterscheiden sich die Stellungnahmen wenig. Was "normal" ist, weiß offenbar bald keiner mehr. Praktischer Hausverstand, vor allem Realismus, Realitätskenntnis, scheint in dieser Gesprächsrunde jedenfalls mehr vorhanden zu sein. Die Naivität über "Lösungen" freilich ein Streitfall ... und in beiden Fällen frustrierend.

Trotz ein paar weittragender Sätze: Die USA sind die Pest, die zu heilen sie vorgeben. Oder: Das Gute ist das Tun des Guten. Die Amerikaner sagen: Was wir tun, das IST das Gute. Eine Entwicklung, die seit dem 19. Jahrhundert explizit wurde, in Hegel nur noch seinen definitiven Ausdruck fand: Die Heiligung des Faktischen. Ein ontologischer Fehlschluß, dazu noch mehr. Als Grundhaltung ist sein Siegeszug in der gesamten Welt erfolgt, es ist die Matrix des 20./21. Jahrhunderts. Und das geht bis zur Kirche, in dieser seltsamen Dichotomie der Verkündigung (!) des Dogmas der Unfehlbarkeit des Papstes. Newman hatte VÖLLIG recht, als er davor warnte. Die Kirche ist das Urbild der Welt. Oder ist die Forderung nach Begeisterung durch Ganser vielleicht doch dieselbe wie die von Papst Franziskus?

Jedenfalls ist der "Lösungsansatz" dieser Gruppe auch für ... die Würscht. Rückgrat? Nein. Das haben diese Herrschaften auch nicht. Sie wissen es nur nicht. Sie haben nur ein Rollenfach entwickelt, das "Rückgrat" heißt. Zu verlockend ist dieses Rollenfach in jenem theatrum, das sie kritisieren.






*100715*