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Mittwoch, 20. Oktober 2021

Gedankensplitter (1317c)

Das Ich wird am Du - Mit der Entdeckung Amerikas 1492ff. war etwas ganz Neues verbunden. Es kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden! Denn noch Friedrich II., der Staufer, war von der Überlegenheit der arabisch-islamischen Kultur überzeugt. Seit den Reisen Marco Polos und seit den Eroberungszügen der Mongolen im 13. Jahrhundert, seit den ständigen Angriffen der Sarazenen in Ost-, Südosteuropa und im Mittelmeerraum galt der Osten auch militärisch als überlegen, und Afrika war zum einen durch den Islam, zum anderen durch die Mauren Terra incognita.

Die Gewürze, die Seife, die Farben, die Alaune als Allheilmittel, die Erzählungen und Schriften, die nach Europa kamen, die Berichte Marco Polos über die unermeßlichen Reichtümer und Dimensionen Chinas, die nicht zu unterschätzende Tatsache, daß hunderttausende Europäer als Sklaven in diese Weltregionen verschleppt worden waren und die Gefahr nicht weniger wurde (die Türken eroberten 1452 Istanbul! und brachen damit das Tor nach Europa auf), die Pest im 14. Jahrhundert, die als ständige Bedrohung fortwirkte - KURZ: Europa hatte sich bis 1492 als unterlegen erfahren. Es WAR somit unterlegen. Und das entsprach ja durchaus dem Geist des Christentums, dem es nicht um irdische Schätze und Ruhm ging, sondern um Schätze im Himmelreich, die das Kreuz eröffnete. 

Aber nun passierte etwas Sonderbares. Nun betraten Europäer ein riesiges, gar nicht abschätzbares Land, das in allen Farben glitzerte und blinkte, und in dem es durchaus respektable Reiche gab - die Maya, die Azteken, die Inkas, und wie sie alle hießen - die aber den Europäern in jeder Hinsicht unterlegen waren. Das heißt, das Sein als Europäer WURDE zum Sein eines hochstehenden Selbst in der Welt. 

DAS ist das Ende des Mittelalters, weil es zugleich der Beginn der Neuzeit ist. Die in einem neuen Selbstbewußtsein in den selbstüberhobenen Glimmer der Renaissance explodierte. 

Sonntag, 6. Januar 2019

Das wirkliche Problem des Impfens (4)

Teil 4) Und deshalb ist es abzulehnen




Daß aber jemand (und schon gar Kinder) an der Impfung selbst erkrankt und stirbt, ist so gut wie sicher, wird zumindest riskiert. Und es ist umso sicherer, als vor allem Kinder geimpft werden (sollen). Weil eben Immunsystem und Persönlichkeit untrennbar zusammenhängen, sind Kinder, die eine Persönlichkeit erst erwerben können, ganz besonders gefährdet. Nicht zufällig sind sie deshalb für manche Krankheiten anfälliger als Erwachsene. Oder durchleben sie in schwereren Krisen. Ihnen fehlen jene Persönlichkeits"cluster", die ein Erwachsener (der immer innerhalb einer Kultur steht) gebildet hat (sonst wäre er ja nicht erwachsen.)

Somit stehen sich zwei Beurteilungskriterien gegenüber, und hier schließt sich der Bogen zum anfänglich erinnerten Beispiel mit unserem Stellwerksarbeiter: Das eine Risiko (beim Ungeimpften) steht mit dessen Leben in Zusammenhang. Es hat wie immer man es sehen will einen Sinn (ohne daß wir gleich von "Strafe Gottes" o.ä. reden wollen, auch wenn das ganz reale Sinndeutungsmöglichkeiten sind.) Und es hat eine Aussage über den Zustand einer Kultur. Es ist zudem ungewiß, ob dieser eine oder andere speziell an dieser Krankheit, gegen die er immunisiert werden soll, jemals erkrankt, oder wie diese Krankheit verläuft. Es ist ja bekannt, daß selbst bei der Pest ein Drittel der Menschen nie daran erkranken. Selbst wenn sie mit dem Erreger in Kontakt kommen. Und auch die Syphilis, aus in dem Fall so naheliegenden Gründen.***

Außerdem ist niemals sicher, ob und wie weit sich eine Krankheit (selbst als Epidemie, wie z. B. Masern zuweilen auftritt) tatsächlich ausbreitet, und welche Bevölkerungskreise sie trifft. Schon das verlangt also ein zusätzliches Urteilskriterium bei der Implementierung von Impfungen. Die dazu neigt, und das kann mit Sicherheit gesagt werden, in der Mehrzahl der Fälle bei weitem eine Gefahr zu überschätzen. (Man denke an Hysterien wie die über Vogelgrippe, den HP-Virus, Ebola, etc. etc.)

Das andere Risiko aber, das Risiko beim Geimpften, ist nicht nur gewiß, sondern es wird aus statistischen Aufrechnungen über alle verhängt. Bewußt wird die Tötung (durch Impfung) in Kauf genommen, ja initiiert. Vorgeblich, um "mehrere" zu retten. Aber das ist moralisch unzulässig! Es ist nicht zulässig, ein Risiko bewußt über andere zu verhängen, das noch dazu außerhalb derer Lebenszusammenhänge steht, von dem man weiß, daß es in so und so vielen Fällen zum Tod führt. Menschenleben dürfen niemals statistisch bewertet oder gar gegeneinander abgewogen werden. Wenn wir, wenn die Medizin glaubt, statistische "Erfolge" erzielen zu müssen, verliert sie das, was sie ist: Eine humane Wissenschaft, die dem Kranken helfen soll.

Umgekeht heißt freilich die absolute Wertschätzung für jedes einzelne menschliche Leben NICHT, daß es immer und in jedem Fall um das irdische Leben gehen muß. Dieses ist nur Angeld auf das, worum es eigentlich geht: Den Sinn, und das heißt auch: Den Tod, der Sinn hat, weil es ums ewige Leben geht. Das wissen wir nicht, das können wir bestenfalls rückschließen. Aber Gott alleine ist Herr über jedes einzelne Leben und dessen Ende, deshalb vom individuellen Schicksal nie zu trennen.

Die Impfung ist aber bewußte Tötung oder zumindest aktive Inkaufnahme von Tod "durch statistischen Zufall" als Rechtfertigung, die noch dazu mit dem Argument kommt, daß es um die Fernhaltung von Leid (durch eine bestimmte Krankheit) gehe, die aber im Rahmen des gesamten Gefüges der Welt durchaus Sinn haben kann. Auch durch Sühne, auch durch Sühne durch die Angehörigen und Pfleger, auch durch Sühne, die sich aus dem Insgesamt einer Kultur ergibt. Denn alle deren Kreise gehören zu uns höchstpersönlich, sind nicht abtrennbar, sobald sie uns nicht in den Kram passen.

Die Medizin wird somit mißbraucht, und bewirkt gezielt Böses (die Tötung von Geimpften), um das angeblich größere Gute (die niedrigere Todesrate im statistischen Schnitt über die Gesamtbevölkerung gerechnet) durch "Vorbeugung" zu erreichen. Dabei versagt sie im Einzelfall in ihrer Prognosekraft, das heißt: Sie "weiß" gar nicht, ob es diesem oder jenem wirklich "hilft". Oder ihn schädigt, oder gar tötet.

Ja es bleibt sogar ungewiß, ob nicht gerade dadurch, in absoluten Zahlen, mehr Tote bewirkt werden als durch einen "natürlichen" Verlauf eines sohin "Verhinderten" (dessen Ausmaß man gar nicht kennen kann), bei dem die von Krankheit Befallenen mit der Krankheit einfach fertigwerden hätten müssen, wobei ihm die Medizin dann zu helfen hätte. (Denn letztlich muß sich jeder Organismus selbst heilen, man kann ihn nur anregen, unterstützen, auf daß sich sein Ganzes wieder ermächtige.)  Oder diese Krankheit gar nicht bekommen, weil ihre Persönlichkeit die Herausforderung durch eine bestimmte Erkrankung längst bewältigt HAT. 

Statistik kann niemals aus sich heraus "vorhersagen". Sie kann nur abbilden. Sie kann aber aus sich heraus nichts über die Zusammenhänge von Ursache und Wirkung, also der Zwangsläufigkeit des Zusammenhangs von Erreger und Krankheit sagen. Diese Zusammenhänge muß der Mensch zuvor wissen.****

Aus diesen Gründen ist die "Durchimpfung einer Bevölkerung" gegen kulturbekannte Krankheiten tatsächlich abzulehnen.

Und aus eben diesen Gründen ist auch unbestreitbar, daß gewisse Krankheitserscheinungen, vor allem jene, die mit Autoimmunschwächen (also: Persönlichkeitsdefiziten) zu tun haben (Allergien, Neurodermitis, wohl auch ADHS und Autismus), wie sie heute immer zahlreicher auftreten, mit der Massenimpfung von Kindern zu tun haben. Wenn auch ganz sicher nicht ausschließlich von dort stammen, sondern in den meisten Fällen wohl eher Anlaß zum Ausbruch sein könnten. 

Weil diese Krankheitsbilder zu perfekt in den Gesamtzustand einer dekadenten, rezessiven Kultur passen, wie wir sie sind, also von den von dort aus defiziösen Persönlichkeitsbildern zwangsläufig erfließen MÜSSEN, mit Impfung nichts Erstursächliches zu tun haben KÖNNEN. Sie sind auch historisch belegbar immer und überall solchen Kulturzuständen immanent. Um diese Verhältnisse aber genauer zu kennen, müßten die Ansätze, unter denen untersucht wird, von anderen Prämissen als denen ausgehen, die auf einem mechanistischen Menschenbild beruhen.***** 


Sich einseitig darauf zu berufen, daß alles das VON DER IMPFUNG VERURSACHT wäre, fußt selbst aber auf einem mechanistischen, technizistischen Menschenbild. Denn des Menschen Leib-Seele-Einheit geht immer zuerst vom Geist aus.


***Und ebenso klar wird es bei der in den letzten Jahren so propagierten Impfung gegen den HP-Virus bei Mädchen. Der (angeblich) Gebärmutterhalskrebs auslösen kann (wieder: Vorsicht vor mechanistischem Menschenbild!), aber nur durch Geschlechtsverkehr verbreitet wird. 

****Wir weisen hier einmal mehr auf die diese Tatsachen erhellenden Arbeiten des amerikanischen Statistikers und Philosophen William M. Briggs hin. 

*****Ob ein Erwachsener im Einzelfall (sic!) für sich selber (sic!) eine Impfung möchte - etwa wenn er einmalig nach Ghana fliegen muß und sich gegen die dort gerade grassierende Gelbfieberepidemie absichern möchte - oder wieweit individuell (und wieder: für sich selbst) eine Impfung angebracht ist für den Fall, daß Zuwanderer kulturfremde Krankheiten eingeschleppt haben, bedarf freilich einer gesonderten Erörterung. In keinem Fall aber kann eine moralische Rechtfertigung der Impfung von Bevölkerungen oder Bevölkerungsteilen aus statistischer Abwägung erfolgen. Und auch auf sich selbst angewandt ist eine solche statistische Sichtweise sehr problematisch.









*181118*

Samstag, 5. Januar 2019

Das wirkliche Problem des Impfens (3)

Teil 3) Das finale Argument



Wie funktioniert Impfen? Es wird gezielt dem Menschen (und hier vor allem Kindern) eine kleine Dosis der Krankheit zugemutet. Und zwar nicht einfach über "normalen Kontakt", sondern durch direkte Einbringung in den Stoffwechselkreislauf. Gerade so viel, als er statistisch (sic!) in den allermeisten Fällen bewältigen kann, um Antikörper zu bilden und zukünftig gegen diese Krankheit gewappnet zu sein. Weil aber Krankheit mit Lebensumwelt zusammenhängt, und zwar immer, sorgt die statistische Herangehensweise an Krankheit** beim Impfen dafür, daß jeder, also auch diejenigen, die mit dieser Krankheit nie konfrontiert worden wären, plötzlich diese Krankheit bekommt. Die Folgen sind evident: Die Impfmedizin geht davon aus, daß ein gewisser Prozentsatz der Geimpften an dieser Krankheit erkrankt und sogar daran stirbt. 

Einschub: Was passiert dabei mit der Persönlichkeit, auf der aber das Immunsystem aufruht? Was passiert, wenn der Mensch "etwas kann", eine Geschichte aufweist, die aber mit seinem Leben gar nichts zu tun hat? Wo er sich plötzlich mit einer in bestimmten Hinsichten "gereifter Leiblichkeit" konfrontiert sieht, die gar nicht seiner Geschichte, seinen Lebenszusammenhängen und erst recht nicht der Gereiftheit seiner Vernunft entspricht? 

Verwenden wir zur Illustration eine Analogie. Vergleichen wir es mit einem jungen Mann, der noch nie gearbeitet hat, aber alles besitzt. Weil der Vater wohlhabend und großzügig ist, und sich so nebenbei mit Geld seine Erziehungsmühe (die in sehr vielen Fällen die Mühe wäre, die Ordnung im Hause herzustellen, also sagen wir es direkt: Gewisse Kämpfe auch mit seiner Frau zu fechten; denn Erziehung ist vor allem ein indirektes Ding, nur zu einem kleinen Prozentsatz und an den Rändern explizit zu leisten) vom Hals geschafft hat. Was meint der Leser, wie dieser junge Mann sich charakterlich entwickelt? 

Er entwickelt sich genau so, wie sich alle menschlichen Bereiche entwickeln, wo die Möglichkeiten die Fähigkeiten - was vielfach heißt: Die Fähigkeit, sich eine Möglichkeit zu schaffen - übersteigen. Er wird mit diesen Möglichkeiten kaum noch verantwortungsbewußt, mit Ressourcen kaum noch schonend oder gar liebevoll umgehen. Wir haben es auf analoge Weise bei der Impfproblematik mit den schlimmen Folgen eines Sozialstaates heutiger Prägung zu tun. Die zumindest bewirken, daß sich das innerste, tiefe Selbstbewußtsein eines Menschen gar nicht mehr entwickeln kann. (Was dann wie beim Impfen mit "Lobesportionen" - erfolglos - zu korrigieren versucht wird weil nur Narzißmus bewirkt.) Schon gar wird damit auch das Vertrauen in die Tragfähigkeit der Seinsordnung und jede Schmerz- und Leidtoleranz fehlen, aus der auch das so wichtige "Ertragen des Anderen" möglich ist. Fanatismus - oder völlige Apathie - ist nur jeweils eine Facette, die daraus erwächst.


Morgen Teil 4) Und deshalb ist es abzulehnen




**Hinter dieser Auffassung von Krankheit und Virus steht zudem ein mechanistisches, materialistisches Menschenbild. Das "hier Virus - dort Krankheit" wie einen unüberwindlichen Mechanismus ansieht. Krankheit wird völlig aus dem Lebenszusammenhang eines Menschen herausgerissen. Das mag manchem sogar recht gelegen kommen, denn damit würde ja Krankheit u. U. "verräterisch" eines Haltungen und auch Sünden offenbaren. Deshalb hat sich diese Ausrede so rasend schnell durchgesetzt. 




*181118*

Freitag, 4. Januar 2019

Das wirkliche Problem des Impfens (2)

Teil 2) Die Lustseuche illustriert



Über das wahre Ausmaß der Verbreitung von Syphilis zu Anfang des 20. Jahrhunderts in Europa kann man nur mutmaßen, belastbare Zahlen liegen nicht vor. Aber es gibt gute Gründe davon auszugehen, daß sie einen beträchtlichen Prozentsatz der Bevölkerung betraf. Schon gar wenn man bedenkt, daß ihre Voraussetzungen, ihre Entstehungsbedingungen - Kontrollverlust - ausgerechnet jene 10 Prozent der Männer betraf, die für etwa 50 Prozent der sexuellen Erfahrungen bei Frauen zuständig sind. Entsprechend hoch war wohl die Verbreitung.

Denn der Syphilis-Erreger hat eine frappierende Eigenschaft, wie der Biologe und Naturphilosoph Armin Müller in seiner aufsehenerregenden (und unbedingt lesenswerten) Studie über "Syphilis und Metasyphilis" Mitte der 1950er Jahre herausfand und belegte. Er setzt sich überall (und nur dort) fest, wo sich die Kontrollzentren in den menschlichen Systemen befinden. Das macht mehr als plausibel, daß diese Krankheit über sexuelle Haltlosigkeit (vulgo "Unzucht") nach Europa kam, und sich hier so rasant ausbreiten konnte. Auf die medizinischen Details wollen wir hier nicht eingehen, wir haben sie erinnerlich schon vor Jahren hier eingehender behandelt.

Aber es deutet sich hier das Problem der Ganzheit des Menschen an. Das im Wesentlichen eine Frage des Selbstbesitzes ist. Also an die Tatsache anknüpft, daß der Mensch eine Geist-Seele hat. Damit steht der Mensch nur dann in Selbstbesitz, und nur so weit, als er vernünftig ist. Und hier stoßen wir natürlich auf die Wahrheitsfrage.

Der ursprüngliche Erreger kommt aus Südamerika. Dort war er ein harmloses Virus, das die angestammte Bevölkerung höchstens mit ein wenig Juckreiz plagte. In dem Moment aber, wo er von den angekommenen Europäern - über Geschlechtsverkehr, was sonst** - aufgenommen wurde, veränderte er sich blitzschnell. Dort fand er völlig neue Bedingungen vor, paßte sich sofort an, und wurde zu dem heute bekannten, so gefährlichen Virus, der die europäische Geschichte mehr beeinflußt hat, als man meinen könnte.

Das verweist uns auf einen ganz wichtigen Zusammenhang: Persönlichkeit und damit das Immunsystem sind nicht nur eine Frage der Ganzheit, des Selbstbesitzes, damit der Wahrheit (die zu rezipieren viel mit Tugend und Laster zu tun hat), sondern auch eine der eine Persönlichkeit als so und so ausgestaltete Kontur eines Menschen. Die immer ganz konkret ist. Eine nicht konkrete Persönlichkeit, eine nicht durch konkrete Umstände und Ereignisse geformte Persönlichkeit (in ihrem dichten Wechselspiel aus Anlagen, Einwirkungen und Reaktionen) gibt es nicht. Jede Lebensform korrespondiert wiederum mit anderen, und der Mensch hat dabei das Element der Freiheit. Was ihn von allen übrigen Lebensformen nicht graduell, sondern kategorial unterscheidet. Er braucht eben deshalb Vernunft, und er braucht eben deshalb Wahrheit.

Weil aber nun das Immunsystem direkt mit Persönlichkeit zu tun hat, weil jede Zelle des Körpers von einem logos, also einer "Idee" ausgeht, an dieser aufgehangen ist, ist auch die Anfälligkeit für Krankheiten eine Frage der Persönlichkeit. Somit kann man mit vollem Recht sagen, daß Krankheit immer mit dem Zustand einer Persönlichkeit (und damit der Kultur) zu tun hat. Sie entsteht mitnichten aus einem tumben Mechanismus "hier Erreger - dort Krankheit", sondern es ist wohl auch dem Leser bekannt, daß dem einen sein Tod sein kann, was den anderen nicht einmal ankratzt. Das tragische Wirken eines im Fall Südamerikas (umgekehrt zur Syphilis) eine so fürchterliche Rolle spielenden Virus - des einfachen Influenzavirus, oder des Masernerregers - mit Millionen Toten ist bekannt. Wohl auch hier mit bestimmten Gründen.

Denn Krankheit ist auch "Profil", und zwar Profil einer sittlichen Landschaft. (Wenn auch nicht immer so einfach weil direkt; keineswegs also kann man einfach von persönlicher Schuld sprechen, wenn jemand an diesem oder jenem erkrankt.) In jedem Fall hat auch der Masernerreger (um einen zu nennen) seine Landebahn bei jenen Menschen, deren Persönlichkeit auf bestimmte Weise defiziös ist. Was sich dann in "körperlicher Angreifbarkeit" ausdrückt. Ausdrückt! Nicht "nur eine Krankheit ist". Jede Krankheit hat also mit dem Menschen zu tun, der an ihr leidet, eine Binsenweisheit.

Wenn natürlich die Dinge zwar einerseits einfach, aber anderseits nicht und niemals "simpel" sind, und wir schon aus Zeit- und Platzgründen nicht alle Aspekte auflisten können, die es dazu noch zu sagen gäbe, ja die man sagen müßte, bestimmt, so sollte nun doch ein weiterer Baustein in der zu findenden Gesamtaussage angerissen sein; Krankheit hat immer mit dem ganz persönlichen Schicksal eines Menschen zu tun. Zu dem freilich auch seine weiteren Kreise gehören, also Familie, Dorf, Freunde, Landschaften etc., zu welchen (Persönlichkeits-) Kreisen (die als Orte zu denken sind) er jeweils in bestimmten Beziehungen und Verhältnissen steht.***

Machen wir an dieser Stelle einen nächsten Schnitt.

Morgen Teil 3) Das finale Argument



**Der Begriff "Lustseuche" ist oder war also gar nicht so verkehrt, wie Ludwik Fleck in seiner im wissenschaftstheoretischen Kern zwar richtigen, im konkret dafür verwendeten Fall - Syphilis - aber völlig verfehlten Analyse der Wissenschaft meint. Wenn dieser Begriff auch bei weitem nicht alle Fälle abdeckt. Denn die Syphilis ist auch bereits auf Kinder im Mutterleib übertragbar, ja, diese sind sogar besonders gefährdet, weil sie natürlich noch kaum Selbstherrschaft haben. Dazu kommt, daß die Syphilis oft lange Jahre, ja Jahrzehnte "schlummern" kann, ehe sie ausbricht.

***Wie komplex die Sache ist, auch in jedem Einzelfall, weshalb auch jeder Mensch immer ein Recht auf eine persönliche Krankheitsgeschichte hat - jawohl, ein Recht auf keine statistische Wahrscheinlichkeitsbehandlung! - kann nur angedeutet werden. Wenn wir etwa auf das römische "Mens sane in corpore sano" hinweisen, das prinzipiell stimmt, wenn man es nur aus Aussage auf diese Zusammenhänge deutet. Das aber im Einzelfall gräßlich versagen kann. So ist es z. B. gerade bei hochgeistigen Menschen, Menschen die dem Stand der Philosophen, Dichter, Könige oder Priester zuzurechnen sind (welchen Identitäten die des "Wissenschaftlers" UNTERzuordnen, aber auch BEIzuordnen ist), auch nicht zufällig, daß sie oft recht krank sind oder werden. Denn herausgenommen aus dem Theater der Welthaftigkeit, sind sie auf eine Weise auch in der welthaften Persönlichkeit besonders defiziös. Und damit krankheitsanfällig.





*181118*







Donnerstag, 3. Januar 2019

Das wirkliche Problem des Impfens (1b)

Teil 1b) Ein Zwischenschritt




*Ein wahres Kompendium dieser Prämissen, ein wahrer Almanach eines irrigen Menschenbildes (als Menschenbild weiterer Bereiche der Medizin) bietet die Aufarbeitung der Impfproblematik auf Addendum. Am Vernünftigsten sind noch die Stellungnahmen einiger Impfverweigerer, der Leser möge den Film dazu ansehen, er ist auf der Webseite von Addendum unter dem Titel "Glaubenskrieg" aufzurufen. Wo ein Arzt etwa sagt, daß die Wahrscheinlichkeit, daß ein Kind dauerhafte Schäden aus Kinderkrankheiten davonträgt, extrem niedrig ist. 

Alles zusammen kann dieser Beitrag wieder einmal mehr als peinlicher Ausrutscher dieser Plattform (die angeblich die Wahrheit sucht) gewertet werden, der die Problematik nicht annähernd durchdringt. Und natürlich zum Schluß kommt, daß der Politik aus "medizinischen Gründen" eine Impfpflicht anzuraten sei. Natürlich gehören sämtliche Impfgegner dem Reich der Esoterik und der Verschwörungstheorie an, die der Welt der Wissenschaft gegenüberstehen, aber ach so schwer zu überzeugen sind. Motto: "Impfgegner und andere Wissenschaftsfeinde". Kennen wir das nicht von anderen Bereichen? Angst, Angst ist das Mittel, die Brechstange.

Dabei verbreiten gerade die "Aufklärer" gerne mal neue Lügen. So die, daß sich "jeder" mit Masern anstecken würde, von Masern "jeder" betroffen wäre. Jeder? Der VdZ nicht. Auch seine Kinder nicht. Und viele andere auch nicht, dazu unten. Lüge ist auch, wenn der Film am Ende behauptet, Masern (und deren mögliche schweren Folgen) wären immer vermeidbar. Natürlich an einem "berührenden Fall" dargestellt. Dieses Leid wäre vermeidbar gewesen. (Und "Vermeidbarkeit" ist überhaupt ein häufig gebrauchtes Wort, in dem gesamten Film.) Genau das STIMMT NICHT. Auch die Masernimpfung hat Folgen, und sei es in Nebenwirkungen.

Aber natürlich wird mit den "Erfolgen des Impfens" im heldenhaften Kampf gegen Krankheiten geworben. Einmal mehr glänzt Addendum mit dem extrem verkürzten Wahrheitsbegriff der "Wahrheitssucher" der Redaktion. Der lediglich reduktiven Technizismus und Rationalismus meint - eine eigene Ideologie mit ganz klaren philosophischen Prämissen, die zum Inhalt hat zu behaupten, daß diese Denkweise diese nicht hätte. In Wirklichkeit kennt sie die eigenen Denkvoraussetzungen und vor allem (philosophischen) Vorentscheidungen nur nicht. Nein, will sie nicht kennen. Wie jede atheistische Religion. 

Und dann kommen natürlich "abschreckende Beispiele" kritischer Patientenreaktionen ins Bild. Aha. Es wäre aber viel interessanter, die Opfer der "ärztlichen Kunst" näher anzusehen. Es gibt seriöse Schätzungen, denen gemäß jährlich mehr Menschen an der Behandlung (Medikamente vor allem) sterben, als an den Krankheiten selbst. Und der VdZ erlebt beinahe etwas Ähnliches. Alles begann mit einer einzigen Tablette täglich ... War es Zufall, daß das mit dem Beginn einer langen Krankengeschichte zusammenfällt, die mittlerweile tatsächlich lebensbedrohlich wurde? 

Oh Ihr Ärzte!!! Als gute Ärzte hat der VdZ immer nur Ärzte erfahren, die äußerst demütig (geworden) waren. Die nicht mehr daran glaubten, alles "tun", jemanden gar "heilen" zu können. Wie viele Allgemeinmediziner, vulgo "Hausärzte". Selbst heute, von Ungarn aus, fährt der VdZ nach Wien zu "seinem Hausarzt" (die eine "-in" ist), wenn er etwas braucht, weil die genau das tut, was alle seine Hausärzte von Kindheit an taten: Nichts. Außer zu beobachten, und ihn da und dort dezent zu unterstützen, wo er es möchte. Bei Fachärzten, besonders aber Spitalärzten, stellt er hingegen nur noch seine Haare auf.

Wobei das Problem viele Facetten hat. Der VdZ hat noch die Mutter als "Wahrerin der Hausmittel" erfahren. Selbst schwere Lungenentzündungen (die der VdZ öfter hatte, die Wohnung war nur in der Küche beheizt, und der VdZ ein richtiger Lausbub) wurden daheim behandelt, nur im äußersten Fall der Arzt geholt. Der dann in seinem alten VW kam, den Bauch abtastete, tief in die Augen sah, ab und zu ein Medikament verschrieb und sonst nur zu Hausmitteln riet. 

Heute? Heute sind (meist berufstätige, also erwerbstätige) Mütter die schlimmsten Ablaufoptimierer. Jedes Husten wird durch Arztbesuch scheingeregelt. Lieber sitzt man drei Stunden im Wartezimmer, als Essigpatscherl oder Topfenwickel anzulegen. Sich so nie ein solides eigenes Urteil bilden. Die Mutter des VdZ - Gott hab sie selig - erkannte selbst schwere Krankheiten manchmal schon "aus der Ferne". Früher als Ärzte. Was für beabsichtigtes Schulschwänzen höchst unangenehme Folgen hatte ... ;-)

Natürlich, man muß schon zugeben: Viele Impfgegner wissen wirklich nicht, warum ihr (an sich richtiges) Gefühl stimmt. Also rationalisieren sie. Posthoc, auch wenn sie meinen, es "zu denken". Aber weil die geistigen Tiefenkategorien fehlen, um die Begriffe auf ihre ersten Gründe zu führen und damit zu klären - und das ist ja erst denken - rutschen viele ins Dubiose und Esoterische ab. Weil letztlich sind sogar viele "Kritiker" reine Technizisten, gehören also derselben Kategorie an, wie die Impfbefürworter, um es salopp zu formulieren. Dazu gehören auch viele Argumente, die gewissen Schwermetallen (Aluminium etc.) "schädigende Wirkung" zuschreiben und meinen, damit die Impfverweigerung begründen zu können.

Das hält der VdZ für Unsinn, und da sind sie auch so leicht von Medizin-Technizisten zu widerlegen. Aber sie empfinden meist etwas oder vieles richtig. Der VdZ hofft, durch diese Ausführungen einen kleinen Beitrag zu einem vernünftigen Aufarbeiten dieses richtigen Gefühls - die Impfung abzulehnen - leistet. 

Das ändert aber nichts daran, daß dieser Beitrag von Addendum sogar als "besonders schäbig" eingestuft werden muß. Denn hier wird mit primitiven Ängsten gearbeitet, wie so oft, wenn mehr als Wahrheit hinter eines Streben steht. Der VdZ kann sich noch gut erinnern. Masern waren zu seinen Kindheitszeiten (1960er) stinknormaler Alltag. Die meisten hatten sie, irgendwann. Nur der VdZ hatte sie nie. Er bezweifelt dennoch, daß damit große Gefahren verbunden waren. Und das gilt für den ganzen Kanon der sogenannten "Kinderkrankheiten", die damals kursierten. Und wie bei Scharlach so herrliche drei Wochen "Quarantäneferien" bedeuteten. 

Niemand aus seinem Umfeld (oder seiner großen Familie mit zwölf Kindern und deren bis heute 80 Enkeln) ist an allen diesen Krankheiten gestorben oder wurde irgendwie geschädigt. Es gab einige Fälle von Kinderlähmung, ja. Aber die waren selten. Auffälliger waren "Contergan-Geschädigte". Aber man lebte mit allen diesen, so wie man mit Behinderten einfach und unaufgeregt lebte. Auch ohne "Inklusion". Aus heutiger Sicht, aus der Erinnerung heraus, ist er dafür sogar dankbar. Denn sie haben der Welt eine ganz eigentümliche, aber enorm wichtige Note der Befremdung zugefügt. Endgültig ans Geisteskranke grenzt es, wenn wie heute Elternverbände fordern, daß Behinderte "gleichgestellt" werden. Mit wem? Wie? Ach, lassen wir das.

So nebenbei freilich noch dazugefügt: Der VdZ kennt (oder kannte) persönlich und gut, ja sehr eng Menschen, die für Pharmakonzerne arbeiteten und Ärzte "betreuten". Das kann ja auch auf einer schönen Insel im Atlantik geschehen? Ach, schweigen wir doch bitte darüber. Und lassen wir es, daran zu erinnern, daß er selbst einmal (immerhin wenigstens als Schauspieler und Regisseur) engagiert worden war, um Augenärzte für ein bestimmtes Medikament im Rahmen eines üppig organisierten, verlängerten Wochenendes auf Schloß Hellbrunn in Salzburg "positiv zu stimmen".


Vorerst genug. Nur noch der Film von Addendum.





Morgen Teil 2) Die Lustseuche illustriert




*181119*

Mittwoch, 2. Januar 2019

Das wirkliche Problem des Impfens (1a)

Auf kaum etwas ist die Medizin so stolz wie auf die "Erfolge" des Impfens. Dabei fällt auf, daß sämtliche Argumente, die für ein immer weitergreifendes "Durchimpfen" unserer Bevölkerung auf eine statistische Rechnung hinauslaufen. Sie liefern den angeblichen Nachweis für die Sinnhaftigkeit des Impfens. Aber trifft das den Nagel auf den Kopf? Kann man mit statistischer Rechnung die Sinnhaftigkeit und Richtigkeit eines Handelns begründen? 

Der Leser kennt vielleicht den Paradefall ethischer Entscheidungskomplexität. Wir wollen ihn kurz erinnern. Ein Bahnbediensteter, der in einem Weichen-Umstellwerk arbeitet, ist mit folgender Lage konfrontiert. Ein Güterzug fährt in hohem Tempo auf einen Bahnhof zu. Plötzlich wird klar, daß die Bremsen versagen. Er wird also nicht zum Stehen kommen. Auf dem für ihn vorgesehenen Gleis, auf dem er den Bahnhof passieren soll, steht ein mit 100 Personen besetzter Personenzug. Wenn nichts geschieht, wird es zum Zusammenprall der Züge und wahrscheinlich zu vielen Opfern, womöglich auch Toten kommen. Unser Mann im Stellwerk überlegt, was zu tun ist. Kurz vor dem Bahnhof befindet sich nämlich noch eine Weiche, die den Güterzug auf ein Parallelgeleise umleiten würde. Dort aber arbeiten drei Gleisarbeiter, die nicht mehr gewarnt werden könnten. Das heißt, daß sie von dem Güterzug überfahren würden. Nun stehen also hundert Opfer (und womöglich viele Tote darunter) drei sicher Toten am Nebengleis gegenüber. Wie ist zu entscheiden? Wie würde der Leser entscheiden? Den Güterzug umleiten, weil drei Tote weniger sind als vielleicht hundert am anderen Gleis?

Die Lösung ist vom moralischen Standpunkt aus klar, wenn auch für manche vielleicht schwer nachvollziehbar. Weil es viele Prämissen* der heutigen Weltauffassungen über den Haufen wirft: Was ist der Sinn des Lebens, was ist der Wert von Tod und Leben, und wie hängt das alles mit dem individuellen Leben und Schicksal vor Gott zusammen. Es ist aber nicht zulässig, den Zug aufs Nebengleis umzuleiten, wo drei Tote sicher sind. Niemals darf ein Gut durch ein Übel versucht werden zu erreichen. Es geht hier auch nicht ums "geringere Übel", denn das eine Übel (drei tote Bahnarbeiter) ist vermeidbar, ist also gar kein Übel. Der Stellwerkarbeiter muß zwar tun was er kann, um das Übel zu vermeiden, ja er kann sogar sein Leben riskieren, um dem anbrausenden Zug zu stoppen, aber er muß im Wesentlichen zusehen, wie er mit dem Personenzug im Bahnhof zusammenstößt. Man kann Menschenleben nicht aufrechnen. Jedes Menschenleben ist ein absoluter Wert, der in der Ebenbildlichkeit Gottes begründet liegt.

Lassen wir vorerst von dieser Geschichte, und bringen wir schon gar nicht den Fall des Krieges ins Spiel, diese Kompliziertheit brauchen wir in dem Fall nicht.

Machen wir deshalb einmal einen Schnitt.



Morgen Teil 1b) *Eine Fußnote - Ein Zwischenschritt





*181118*

Mittwoch, 28. Dezember 2016

Antriebe zur Reformation (2)

Teil 2) Antikapitalismus als Motiv der Reformation


 

Vielleicht muß man dazu noch einmal erinnern, daß nach katholischer Naturrechtslehre Zins prinzipiell verboten war. Geld an sich ist steril, das heißt: es kann sich niemals aus sich selbst heraus vermehren. Es ist immer mit Arbeit und Menschen verbunden und geht auf sie zurück. Der Kredit ist deshalb nur eine Hilfe. Eine Gebühr, einen Zins dafür zu verlangen ist höchstens dann gerechtfertigt, wenn die Geldleihe mit direkten Kosten verbunden ist, und nur in dieser Höhe, oder wenn mit der Leihe des Geldes bereits der sichere Verlust einzurechnen ist. Der SICHERE Verlust! Ein nur MÖGLICHER Verlust fällt nicht darunter, muß scharf unterschieden werden. Denn dieser hängt immer mit dem Menschsein selbst zusammen, und eine MÖGLICHE Zukunft darf nicht in Rechnung gestellt werden. 

Diese VerlustMÖGLICHKEIT (also das Risiko, das ja mit jeder menschlichen Tätigkeit, ja Existenz verbunden ist, wozu auch die höhere Gewalt zählt) als GEGEBEN anzunehmen und als Grund für Zinsnahme zu sehen ist also in sich bereits unmenschlich. Denn ein Kreditgeber, so die überkommene Lehre, ist immer auch als ein Mit-Unternehmer anzusehen, er darf nicht das Risiko auf den Kreditnehmer abwälzen, weil er dann dessen Notlage ausnützt, wie es aber mit einem verzinsten Kredit geschähe. Nur dann ist Geldleihe menschengerecht.

Erstmals wurde in Bologna 1514 aber dieser mögliche Verlust als gerechter Grund akzeptiert, zumindest wurde Ecks Position nicht verboten. Das war für die Entwicklung des modernen Kapitalismus von entscheidender Bedeutung. Erstmals ließ die Kirche den Wucher offiziell zu. Und er trug fortan aus der Nähe von Eck und Fugger den Geruch der Korrumpierung.

Nun waren europäische Länder wie Spanien, England oder Frankreich wesentlich zentral verfaßt. Anders als Deutschland. Von dort flossen nämlich nun große Mengen an Geld (das damals praktisch ident mit Gold war) ab, was der deutschen Wirtschaft alles andere als gut bekam und Rezession auslöste. Geld floß aus dem Land und in hohem Maße nach Rom. Wir haben an dieser Stelle bereits von der entstandenen Synonymität von Geld und Blut geschrieben. Der Spruch mancher deutscher Wortführer, wie des Dichters Ulrich von Hutten, daß "Deutschland ausblute", hat sehr direkt damit zusammenängende Ursachen.  Otto von Flake schreibt in seiner Biographie über Hutten, wie sich bei diesem solche Ansichten auffällaned  parallel mit persönlichen Schicksalen zeigen. 

Hutten hatte sich mit der "französischen Krankheit" angesteckt, der Syphillis. Diese war von zurückkehrenden Seeleuten aus Lateinamerika (der interessierte Leser findet in diesem Blog eine eingehende Geschichte und Wesensanalyse der Syphillis, er möge das Stichwort nachschlagen) über die Spanier nach Italien und Frankreich gelangt, und nachdem des letzteren Landes König Karl VIII. in halb Europa engagiert war, wurde sie tatsächlich maßgeblich von seinen Soldaten verbreitet. 

Jakob Fugger, der in enormem Ausmaß sozial tätig war - die Sozialstandards in seinen Unternehmen halten selbst heutigen Sozialstaats-Ansprüchen locker stand; Fugger baute in Augsburg sogar bis heute vorbildhafte Siedlungen, die "Fuggerei", die seinen Arbeitern und deren Familien würdige Lebensumstände bringen sollten - errichtete daraufhin (zusammen mit den Welsern, einem weiteren mächtigen Handelshaus) mitten im Augsburger Armenviertel eine eigene Heilstätte für (arme) Syphilliskranke, das "Holzhaus". In der das damalige Wundermittel dagegen (gewonnen aus dem brasilianischen Guayak-Baum) zur Anwendung kam. Hutten, der zum Außenseiter wegen der abstoßenden Symptome der Krankheit geworden war, deren Geschwüre ständig näßten und "schlechtes Blut" absonderten, nahm es in Anspruch, und erfuhr tatsächlich Linderung. Aber nur kurzfristig. Nach einigen Monaten kehrten die Symptome zurück. Huttten fühlte sich zutiefst persönlich gedemütigt.

Man weiß heute, warum das so ist. Und in dieser nunmehr tertiären Phase greift die Syphilis das Gehirn an. Man beobachtet dabei symptomatische Persönlichkeitsschädigungen - wie Gedächtnisverlust und damit zusammenhängend Größenwahn. Psychologisch gesehen höchst interessant. Denn hier zeigen sich interessante Verbindungen zum über die Lebensweise erlittenen Kontrollverlust über die Sexualität in der "sexuellen Befreiung" des 19. und 20. Jhds. und geistigen Erscheinungen (im Narzißmus). Der Leser möge das nicht als obskure Thesen ansehen, die Dinge hängen komplex aber direkt zusammen.

Huttens weitere Gang als Sozialreformer und "Kritiker des Kapitalismus" - er war mittlerweile zum Sprecher des niedergegangenen Landadels ausgewählt worden - für den er nun vor allem die Fugger (und die Kirche) schuldig machte, erfährt unter diesen Erfahrungen seine definitive Ausprägung. Als Hutten nach Rom reiste, war er dort sogar noch einmal auf die Fugger angewiesen, die ihm sogar noch den Zugang zum Papst ermöglichten.

Hutter begann die Fugger, das Synonym des Kapitalismus im frühen 16. Jhd., die massiv im Südamerikahandel mitmischten, immer mehr zu hassen, wurde in Italien zum glühenden Deutschnationalen. Und identifizierte die Fugger als Todfeinde Deutschlands, machte sie zusammen mit den römischen Päpsten zu Hauptverantwortlichen für die sozialen Erschütterungen, die zu der Zeit ganz Deutschland ergriffen hatten, und im konkreten Fall, der auch Hutten betraf, zu einem totalen Niedergang des "durch den Kapitalismus" verarmten Landadels führten. Und weil man die wirtschaftlichen, finanztechnischen Zusammenhänge, die für den Uneingeweihten damals (und heute anders?) wie Mysterien aussehen, nicht mehr durchschaute, wurde alles zu dunklen Machenschaften des Teufels erklärt.

Hutten wurde so zu einem der Motoren der Reformation in Deutschland. Denn der Einfluß seiner Sichtweisen auf Ökonomie und Politik auf Luther wurde beträchtlich. Weil Luther, der nicht nur die finanztechnischen Konstellationen der Zeit ebenfalls nicht mehr durchschaute, schlichtweg die wirtschaftlichen Entwicklungen der vergangenen 200 Jahre zu einem Rückschritt ins finstere, dämonische Heidentum erklärte. Er zog sich in die Wolken zurück, und erklärte 1520 angesichts der für ihn unentwirrbaren Zusammenhänge menschlichen Lebens einerseits das Leben des Bauern (im Mittelalter) zum Ideal, während er anderseits meinte, daß der geistliche Prediger sich um alle diese Dinge ohnehin gar nicht zu kümmern habe. Er habe nur die Schrift zu verkünden, und im übrigen solle jeder nach seinem Gewissen handeln. Wenn jemand es damit vereinbaren kann, Zinsen zu verlangen, dann solle er halt. Natur und Gnade hatten für Luther sowieso keinen Zusammenhang mehr. Wirtschaftsrationalität und Moral waren endgültig zwei völlig verschiedene Dinge geworden, deren ersteres für das Heil des Menschen bedeutungslos weil sowieso durch die Ursünde Teil einer rettungslos gefallenen Welt war. Zu versuchen, die Wirtschaftswelt moralisch zu machen, war für ihn "verlorene Liebesmüh." Am besten, schrieb er, macht man deshalb alles in bar. Dann braucht man keinen Kredit. Denn getreu der Sichtweisen Huttens war alles Kaufmännische ohnehin des Teufels und an allem Schuld. Damit konnte sich eine Kirche gar nicht befassen, ohne wie der Papst zum Anti-Christen zu werden.

Damit war dem Kapitalismus aber endgültig Tür und Tor weit weit geöffnet. Denn alles war erlaubt. Ja, der totale Raub des Kirchenguts, der in Deutschland einsetzte, war für Luther sogar eine heilsnotwendige Tat.





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Dienstag, 27. Dezember 2016

Antriebe zur Reformation (1)

Es ist eine Tatsache, daß spätestens mit dem Borgia-Papst Alexander VI. die römische Kirche - und viele Diözesen taten es ihr nach - weit über ihre Verhältnisse lebten, nicht zuletzt durch die ehrgeizigsten Bauprojekte, wie schließlich sogar den Beginn des Baus eines neuen Petersdomes. Das forderte enorme Geldmittel, die immer mehr durch Kredite aufgebracht wurden. 1484 sah sich Papst Innocenz VIII. sogar gezwungen, die Tiara gegen 100.000 Dukaten zu verpfänden. 

Aber wo einmal Geld gegen Zinsen geliehen wird, setzt sich eine Dynamik in Gang, die nach immer mehr Geld schreit. Denn die Zinsen fressen den laufenden Ertrag auf, wenn sie sich nicht überhaupt zu Zinseszinsen akkumulieren und dann die Schuld (samt Geldbedarf) in progressivem Verlauf wächst. Meist wurde frisches Geld schon nur noch dafür gebraucht, um alte Kredite zurückzuzahlen. Was bei den Fürsten und Königen Europas längst üblich war (deren Bankrott regelmäßig auch zu Bankenzusammenbrüchen führte, wie bei den Medici) hielt auch in der Kirche Einzug.

Auch wenn die offzielle Kirchenlehre Zinsen für geliehenes Geld als Wucher schwer verurteilte, zahlten die Päpste sehr wohl Zinsen an ihre Kreditgeber. Und als solche kristallisierten sich mehr und mehr große Handelsunternehmen heraus, wie die Fugger in Augsburg, die bereits ein einträgliches Bankgeschäft in ganz Europa aufgezogen hatten. Zu deren Hauptkunden bald der Kaiser gehörte, was den Fuggers im Gegenzug zahlreiche Privilegien und Monopolstellungen einbrachte, sodaß auch die Macht des Handelshauses enorm anwuchs.

Schließlich kam man auf die Idee, Ablässe gegen Geldspenden anzubieten. An sich ist die Gabe von Geld ja durchaus ein gottgefälliges Opfer. Als Buße gesetzt, kann es deshalb ohne theologische Bedenken auch als Opfer für einen Ablaß gesehen werden. Die Katastrophe setzte sich aber mit dem Umstand in Bewegung, daß die Kirche die Abfuhr der Ablässe ebenfalls den Fuggern als Monopol überließ. Und die betrieben es unter Jakob Fugger mit ungeheurer Professionalität. Mit jenem ungeheurem Geschäftssinn, mit der dieser das einst kleine Augsburger Handelshaus zum größten Unternehmen der damaligen Welt ausgebaut hatte, dessen Gewinne ihn ins Bankgeschäft brachten, sodaß er binnen weniger Jahre zum reichsten Mann der Welt aufstieg. 

Auch die Fugger waren durch Textilproduktion und -handel (Leinen) groß geworden, so wie die vormals dominierenden europäischen Bankhäuser (darunter die Medici) aus Florenz (mit Wollstoffen). Jakob Fugger hatte im Gegensatz zu anderen Kaufleuten aber sogar den Mut besessen, ins Bergbaugewerbe mit Eigenrisiko einzusteigen, für deren (technisch enorm vorangetriebenen) Ausbau er das Risiko übernahm, und die er für feste Zahlungen an die Regierenden pachtete. Bald besaß er zahlreiche Monopole, wie das auf Silber oder Kupfer. Und bald konnte der mittlerweile völlig überschuldete Kaiser Maximilian keinen Schritt mehr machen, ohne zuvor die Fugger um Finanzierung zu fragen. Gerade zu einem Zeitpunkt wo im Südosten die Türkengefahr immer drängender wurde!

Auch den Ablaß betrieben die Fugger aber mit derselben (schwäbischen) Professionalität wie alle ihre übrigen Gewerbe. Und so entstand fast notwendig und überall der gegen seinen theologischen Sinn gerichtete Eindruck, daß der "Ablaßhandel" schlicht ein Geschäft war, in dem Sündenvergebung gegen Geld zu "kaufen" war. Die Sache wird weiter fatal zugespitzt, als die Mainzer Bischöfe schließlich begannen, den Ablaß im Gegenzug für Kredite an Jakob Fugger sogar zu verpfänden. Wobei für Jakob Fugger nichts Anstößiges dabei war. Der ganze Ablaßhandel war für ihn noch dazu ein Geschäft, das kaum die Kosten hereinspielte. Fromm wie er war, war ihm höchstens der schon weit verbreitete liturgische Wildwuchs und Mißbrauch ein schweres Ärgernis.

Nun gab es aber nicht nur Diözesen, die sich verschuldeten. Es gab auch Diözesen, wie Brixen, die sehr reich waren, und deren Jahreseinnahmen ihre Reichtümer ständig vermehrten. Diesen boten die Fugger, die sogar bereits die päpstlichen Finanzen verwalteten (wie es zuvor die Medici getan hatten), einen festen Zinssatz von 5 % bei Verwaltung dieser Gelder, was die Bischöfe gerne annahmen. Auch wenn die Fugger (wir andere Häuser) längst "Christliche Juden" genannt wurden. Aber damit durchwucherte aber der Wende vom 15. auf das 16. Jhd. die somit korrumpierte Kirche nach und nach die stille Bereitschaft, Zinsnahme moralisch neu zu bewerten. 

In Bologna kam es schließlich 1515 zum öffentlich anberaumten Disput über den Wucher. In dem die Position des schon zum Reichsfürsten geadelten Fugger vom deutschen Theologen Johannes Eck vertreten wurde, dem enge Verbindungen zum Handelshaus nachzusagen sind. Man kann das durchaus auch aus einem gewissen inneren Konflit Jakob Fuggers heraus verstehen, denn der war einerseits zwar ein ungemein geviefter Geschäftsmann, aber auch ein tieffrommer Katholik und litt schwer unter Gewissenskonflikten. Auch er wollte Klarheit. 

Der Disput aber nahm einen folgenschweren Verlauf, der die innere Schwäche der Kirche schon anzeigt. Die mit den rasanten Entwicklungen des Wirtschaftslebens nicht mehr mitgehalten hatte. Denn eine Wirtschaftstheorie, eine Wirtschaftswissenschaft gab es nicht. Nach wie vor wurde Zins und Wucher als eine reine Angelegenheit der Moralphilosophie angesehen. Unter Ecks fulminantem Vortrag über die Komplexität und Mechanismen der modernen Wirtschaft (wie er sie bei den Fuggern kannte) wurde erstmals Zinsnahme für zukünftiges Risiko als "gerecht" angesehen. 5 % Zinsen, war der Befund, war moralisch in jedem Fall gerechtfertigt. Damit war dem Wucher Tür und Tor geöffnet. Papst Leo X. sah das alles ohnehin nur als einen unbedeutenden "Streit unter Mönchen". Die bereits tief in Geldgeschäfte verwickelte, damit durch Schuld paralysierte Kirche hatte genug damit zu tun, sich finanziell über Wasser zu halten und war über die Findigkeit ihrer Finanziers nicht unglücklich.



Morgen Teil 2) Antikapitalismus als Motiv der Reformation





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Donnerstag, 2. Oktober 2014

Zurüstung zur Unsittlichkeit

Nun wird also die Impfung gegen das HP-Virus (HPV) in das "Kinderschutzprogramm" aufgenommen. Was es für einen Geisteszustand braucht, um das als Errungenschaft zu feiern, soll hier nicht näher ausgeführt werden. Das HPV wird ausschließlich durch Geschlechtsverkehr übertragen, folglich das HPV nur durch wechselnde Geschlechtspartner, durch Promiskuität. Hinkünftig wird jede Österreicherin ab dem 12. Lebensjahr vor der Übertragung des Gebärmutterhalskrebses, soweit er durch die HPV ausgelöst wird, geschützt. 20 Millionen Euro läßt sich der Staat diese nun allgemeine Zurüstung zurm verantwortungslosen, unreifen, aber nunmehr allgemein gesetzten, ohnehin längst regelrecht aufgezwungenen (weil schon dem Kinde zur Norm erklärten) Umgang mit der Sexualität kosten. 

Somit kann jedes Mädchen ab 12 ungehindert rumficken, muß keine Angst mehr haben, eines der (angeblich) 5000 Opfer von krebsähnlichen oder Krebs begünstigenden Stadien zu sein. Und weil es natürlich nur durch Männer übertragen wird, werden auch die jungen Bürschchen geimpft. Denn die haben es ja mit der Kondomüberstreifmanie nicht so recht, wie man immer wieder hört.

In seiner großartigen Studie zur Syphilis zeigte Armin Müller schon vor 50 Jahren, daß sich der entsprechende Virus, wie er Europa dann zu plagen begann, aus einem erst relativ harmlosen südamerikanischen Virus entwickelt hat. Dieser wie gesagt erst harmlose Virus, der unter der südamerikanischen Bevölkerung da und dort verbreitet aber leicht auszuheilen war, hat sich auf beeindruckende Weise verändert, als die Spanier im 16. Jhd. gehäuft das Land betraten.

Er ist mutiert, denn er hat sich exakt den Bedingungen der neuen Träger angepaßt. Und wurde zum Syphilis-Erreger. Er greift nur jene Stellen im Gehirn, ja im gesamten Nerven- und Knochen- und Zellsystem des Körpers sowie im Gehirn an, die steuern. Alles andere interessiert ihn nicht. Die Bedingungen zur Syphilis entsprechen also genau den Eigenschaften eines Lebewesens, das wie alles Lebendige, wie alles Seiende gar, nichts sonst tat und tut, als sich im Bestand zu erhalten, zu überleben, zu vermehren (in dem Fall: durch Wirtswechsel, denn der alte Wirt stirbt ja ab; je niedriger eine Lebensform, desto mehr geht sie nur auf die Art, nicht auf das Individuum). 

Sexuelle Promiskuität hat nun aber eben eindeutig mit mangelnder Steuerungsfähigkeit des Menschen zu tun, der von partiellen, nicht ins Gesamte seiner Persönlichkeit und seines Sinnganzen integrierten Teilkräften und -strebungen beherrscht wird. 

Eine Impfung funktioniert im Wesentlichen so, daß sie den Körper in einen Zustand versetzt, als hätte er eine der Erkrankung entsprechende Erfahrungsgrundlage. Das heißt natürlich, daß eine Impfung gegen durch sexuelle Betätigung übertragbare Krankheiten den Menschen - der ja eine Leib-Seele-Einheit ist - in einen entsprechenden Zustand versetzt. Ohne daß der Geist dazu gereift wäre, verfügt der junge Mensch somit - wir reduzieren natürlich auf ein ontologisches Geschehen - über einen entsprechend erfahrenen und entsprechend reaktiven Leib. Der in der Impfung einen Habitus übernimmt.

Der Körper wird als in seiner Einheit zerschlagen. Der Körper reagiert auf eine Weise, die den Geist "überholt" hat. Er signalisiert "gewöhnt", bietet also dem Geist eine völlig andere, auf die Gesamtperson falsche Reaktion. Er erschwert also dem Geist, zu einem adäquaten Urteil zu gelangen. Gerade die Gewohnheit aber ist jene Kraft, die der Geist zu überwinden bekommt. Und gegen die er oft genug unterliegt, so es falsche Gewohnheiten sind. Wo er sich der "Erfahrung" anpaßt. Seine Symbolik wird zur Lüge. Zur Lüge der (ungewußten) Vergewaltigung. Weil die Entwicklung der Körperlichkeit nicht synchron (in seinem äußerst komplexen Wechselspiel) mit der geistigen Entwicklung verlief. (Daraus erklären sich auch viele der oft heftigen Reaktionen auf "Schutzimpfungen", auch in diesem Fall der HPV-Impfung, einer hysterischen Partialstörung vergleichbar, gerade oft in den durch die Impfung betroffenen Körperregionen.)

Es ist also sehr naheliegend zu sagen, daß Impfungen wie diese genau das hervorrufen, zumindest aber begünstigen, was zu bekämpfen und zu verhindern sie vorgeben. Mit allen Auswirkungen auf die Erkenntnis und Aneignung der Wirklichkeit als immer andere, Begegnende, was nur durch Freiheit, also Selbstbesitz (und damit rhythmische Selbstübereignung und Integration des Begegnenden als Wirklichem) möglich ist. Wer die "wissenden Augen" heutiger oft noch blutjunger Menschen (und hier vor allem der Mädchen) sieht, weiß, wovon die Rede ist.

Ach, es sei ja heute längst so üblich, also nur eine Notreaktion? Mitnichten. Und schon gar nicht hat Politik die Aufgabe, eine Entsittlichung - die den Staat von innen heraus aushöhlt - auch noch zu fördern. Was hier zweifellos passiert. Er muß aber aufhalten, verzögern, und mehr kann und mehr darf humane Politik ohnehin nicht, die noch im Staatsinteresse ist, und nicht die schamlosen Interessen einiger Weniger durchsetzt.

Aber noch etwas anderes wird bei Impfungen gemacht, und an diesem Beispiel, der HPV-Impfung, wird es besonders deutlich. Denn der Erreger, der hier bekämpft werden soll, unterliegt ja nur der persönlichen Sittlichkeit, keineswegs ist er Schicksal oder "allgemein unumgänglich", und nicht einmal "zufällig" wie beim Zeckenbiß. Impfungen wirken also, indem genau das Symptom, das bekämpft werden soll, ausgelöst wird, nur in verkleinertem Maßstab. Allerdings - ist dieser Maßstab eben indviduell. Impfungen haben also Nebenwirkungen. Mit einer Allgemeinimpfung, die sich wie hier auf subjektiv "bewußt" und gezielt eingegangenes Lebensrisiko bezieht, und damit das zuvor persönlicher Entscheidung unterliegendes Risiko auf eine statistische Allgemeinheit umwälzt, werden die mit JEDER Impfung sogar direkt ausgelösten Krankheitsfällen ganz andere ethische Dimensionen betreten. Das geht auch bei der HPV-Impfung BIS ZU TODESFÄLLEN.

Der HPV als Geschlechtserkrankung ist aber nur denkbar als direkte Folge menschlichen Handelns.  In einer Allgemeinimpfung wird dieser Ursache-Wirkungs-Zusammenhang auseinandergerissen, zugunsten einer rein statistischen "Heilungsquote". In der Menschenleben riskiert werden, die sonst niemals mit dieser Krankheit zu tun gehabt hätten.

Hier spielen also jene Bevölkerungsgruppen und Politikverbrecher, die um ihre Unsittlichkeit wissen, mit dem Leben der ansonsten NICHT Betroffenen. (Weshalb das Bemühen der Politik bzw. der Menschen, solche Krankheiten - "Wir haben alle Aids!" - als unausweichliche Allgemeinerscheinungen darzustellen, so durchschaubar ist. Vereinfacht gesagt: Jene, die bewußt diese Risken eingehen, verlagern die möglichen Folgen daraus auf jene, die diese Risken gemieden haben. Und die Politik ZWINGT diese auch noch dazu, und sei es durch Überrumpelung, diese höchst persönlichen Einzelrisken zu teilen, ja zu die Folgen zu tragen.)

Menschen, die sonst vielleicht nie in ihrem Leben mit diesem Realrisiko (HPV) konfrontiert worden wären, werden hier bewußt UND GEZIELT diesem Risiko ausgesetzt. Hier mit "statistischen Erfolgen" zu argumentieren - und anders lassen sich Impfungen überhaupt nicht argumentieren - ist nicht nur menschenverachtend und zynisch. Es ist ethisch nicht vertretbar! Denn nie darf der Mensch Mittel zum Zweck sein, er ist immer - als Individuum - Selbstzweck. Jeder Einzelne.




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Donnerstag, 2. Januar 2014

Persönlichkeit und Syphilis

Von breitester Grundlage aus wird das pathologische Geschehen der Syphilis unter einen übergreifenden Gesamtaspekt gebracht.

Der Verfasser zeigt in umfassender Beweisführung, wie der Übertragungsmodus der Spirochäte und die lange Inkubationszeit der Metasyphilis an das gesamte Liebesleben des Menschen angepaßt ist und wie für seine Weiterverbreitung prinzipiell eine vagierende Sexualität entscheidend ist.

Das Zerstörungswerk an den inneren Organen wird in Analogie gebracht zu der besonderen Mentalität, die der Verbreitung der Syphilis als venerischer Krankheit hauptsächlich Vorschub leistet, und die damit zusammenhängt, daß die seelische Führungsschicht, die das bloße Triebgeschehen zu ordnen hat, versagt oder nicht ausgereift ist. 

Der dämonische Charakter dieser Krankheit hängt aufs engste zusammen mit dem auf ein ungebundenes, bloßes Triebgeschehen tendierenden Erreger. Hier enthüllt sich eine tiefe Abgestimmtheit der pathologischen Lebensvorgänge auf die zutiefst im Biologischen verwurzelten Wertkategorien des Humanen.


Klappentext von Armin Müller, "Syphilis - Metasyphilis"




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Dienstag, 5. März 2013

Keine Angst mehr vor den Folgen

Nicht die Pille, schreibt der US-Ökonom Andrew Francis von der Emory University in Atlanta, habe das Sexualverhalten im 20. Jhd. revolutioniert, sondern es war das Penicillin. War nämlich bis zu seiner Verbreitung die Syphillis gefürchtete Folge von Promiskuität, so sank schlagartig die Furcht vor den Folgen freizügigen Umgangs mit der Geschlechtlichkeit. Die sexuelle Revolution des 20. Jhds. hat also weit früher eingesetzt, als man bisher meinte, der Dammbruch erfolgte bereits in den 1950er Jahren.

Francis untermauert dies durch Bevölkerungs- und Gesundheitsstatistiken, nicht einfach durch Umfragen oder subjektive Berichte. Syphillis war immer meldepflichtige Krankheit, und damit hat man auch hier sehr exakte Zahlen.

Aus den Anwendungserfahrungen der Kriege heraus fand Penicillin - entdeckt 1928 - in den späten 1940er, frühen 1950er Jahren Eingang in die Praxis der Ärzte. Noch 1939 starben in den USA mehr als 20.000 Menschen an der "Lustseuche". Von 1947 bis 1959 sank die Todesrate um 75 %, die der Neuinfektionen um 95 %. 

Als die Syphillis schwand, schreibt Francis, stieg prompt die Signifikanz der Indikatoren an, die auf einen freizügigeren Umgang mit der Sexualität schließen lassen. Und diese sind: Zahl der minderjährigen Mütter, außereheliche Geburten, und Befall mit Tripper, der ebenfalls meldepflichtig, aber relativ ungefährlich ist.

Francis zieht auch Parallelen zu Aids. Seit dem Zeitraum, wo die Hoffnung gestiegen ist, daß Aids medikamentös behandel- und vielleicht gar heilbar ist, ist auch das Verhalten der bekannten Risikogruppen deutlich risikofreudiger geworden, wie Studien aus jüngster Zeit belegen.




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