Dieses Blog durchsuchen

Posts mit dem Label Müll werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Müll werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 4. September 2021

Virale Betrachtungen (3)

Die Weltrettung, die eine Selbstrettung ist, ist ein Ersatzleben ohne Opfer. Das war gemeint, als in Fatima von der "Abschaffung des Opfers" gesprochen wurde: Die Verkleinbürgerlichung selbst des Kultes, die ihn abschaffen will, weil er ihrem (Un-)Geist widerspricht. Denn nichts ist großzügiger, verschwenderischer, nutzloser als der Altar. 

Durch den Kleinbürger. Der die Gegenwart in der Hoffnung spart, in der Zukunft zu leben, ist im Wesen a-religiös. Es ist eine Prüfliste, die durchzugehen einen selbst examiniert: Ist man einer? Ist man keiner? Oder, was uns wohl alle betrifft: Ist man AUCH einer? - Ihre Kleinbürgerlichkeit zeigen alle diese Bewegtheiten (denn Bewegungen, wie behauptet, sind viele ja gar nicht: Ohne ständiges Anstoßen bleibt das allermeiste sofort stehen) durch die Maßlosigkeit. Die sie mit dem Emporkömmling teilen. Während jener aber mit Gütern um sich wirft, um die Weite seiner Grenzen zu zeigen, die er selbst nicht einmal kennt, haben die Kleinbürger Angst, zu früh an ihre zu stoßen. Deshalb zielen sie zwar auf Unendlichkeit - was immer sie tun ist Maßstab für die ganze Welt, und sollte auch die ganze Welt prägen, und den Himmel obendrein - haben aber Angst, daß sie früher austrocknen. 

Freitag, 3. September 2021

Virale Betrachtungen (2)

Die Entstehung des Kleinbürgertums aus dem Glauben ans Gewußte. Denn so viel Wissen überall - Kommen wir nun aber zu etwas nicht Schönem. Denn wo kämen wir hin, wenn wir dem notorischen Pessimismus nicht seine Referenz erwiesen. Dieses Häßliche ist die ekelhafte Zunahme des Kleinbürgertums. Die maßgeblich - und das zeigt ihre Heimtücke - mit "rationalen Argumenten" ihr Handwerk unterfüttert bzw. sich daraus nährt. Auch das will jemand ins Blickfeld der Allgemeinheit geschoben wissen.

Deshalb hat dieser Umstand, die Zunahme des Kleinbürgertums, in dem sich jeder sein Dasein in einem festgefügten Stübchen einrichtet, in dem alles seinen Platz hat, in dem kein Stäubchen die Chance hat, älter als zwei Tage zu werden, in dem jede Minute der NICHT VOLLKOMMENEN ORDNUNG zu einem schwer durchzustehenden Prüfstein der inneren Gespanntheit wird, deshalb hat es mit dem Internet, den social media, mit dem "Zeitalter der Informiertheit", als die tatsächlich die große Mehrzahl der Menschen unsere Zeit sieht (nichts wäre unzutreffender!), mit dem allseits ausgebrochenen "großen Wissen" zu tun. 

Wir finden uns durch die technischen Einrichtungen, auf die unser Leben aufgebaut ist (sodaß es ohne diese gar nicht mehr denkbar ist; nicht einen Tag könnten wir überleben), hätten wir diese Informationstechnologien aufgebaut ist. Die Rede ist von Technologien, die auf Elektrizität, diesen Gott weil "das Leben" des 19. Jahrhunderts, das wir heute in Vollgestalt erleben, aufgebaut sind) somit regelrecht überschüttet mit "Gewußtem" als sicher "wahr Seiendem".

Donnerstag, 2. September 2021

Virale Betrachtungen (1)

Es gibt einen Effekt aus der Corona-Panik, der zwar ein kleines Pflänzlein in der Ecke ist, das dort still vor sich hin blüht und grünt, der aber so beachtlich ist und ein so wichtiger Markstein wäre, daß man die Thematik groß herausstreichen sollte. Und dieser Effekt ist ein kaum zu glaubendes Erblühen einer Eigenschaft, die dem Bürokratismus, der wie die Gesetzesflut in einer Gegenläufigkeit zum Zerfall des Sozialen steht, und das heißt: Vertrauen. 

Wie das? Wo und bei welcher Gelegenheit soll das Vertrauen wachsen? Ist nicht das Gegenteil zu beobachten, und wir werden es gleich auch behandeln, die Zunahme von Vernaderertum und Moralismus, die jedem Edelhirsch das Gewöll den Hals hinauf und in die Landschaft hinaustreibt? 

Nein, sagt der VdZ. Plötzlich sind Dinge möglich, die noch vor wenigen Monaten sogar immer weiter verschärft und an genauestens einzuhaltende Prozeduren geklammert worden sind. Man nehme nur die Inanspruchnahme von Leistungen der Krankenkassen bzw. bei Ärzten.

Donnerstag, 9. Mai 2019

Plastikhysterie - Das Ersatz-Gute

Sehr viel kommt auch nicht raus, wenn Addendum das Thema Plastik aufgreift. Außer eine klare Antwort: Das Problem Plastik wird maßlos übertrieben und hochgepuscht. Es eignet sich eben perfekt, um stellvertretendes Symbol für alles Mögliche zu sein, das uns bewegt. Von einer großen Gefahr zu sprechen, ist aber überhaupt nicht geboten. Es ist nur eine der nächsten Hysterien, hinter denen sich etwas ganz anderes verbirgt. 

Aus allen Sinnbezügen herausgelöst und auf sich geworfen, ständig dazu aufgefordert, die Frage nach dem Sinn, nach dem Guten zu rationalisieren, in Bezügen zu suchen, die mythologisch getränkt werden, weil sie den Lebenshorizont der Menschen maßlos überfordern, werden Schema von Gut-Schlecht in immer rascherer Folge entworfen und in Dingen festgemacht, die über möglichst dramatische Zusammenhangsphantasien versucht werden, in einem Absoluten zu verankern. Wie Gesundheit, Weltzerstörung, Nahrungsmittelkatastrophe, usw. usf.

Wenn, dann ist Plastik (wie Müll generell) ein Problem der Ordnung, der Kultur und damit der Weltbeherrschung. Deshalb hat es klare Kulturbezüge und wie bei so vielem ist der Motor eine Globalisierung, die gleiche Lebensgewohnheiten über den gesamten Globus verbreitet, die angestammten Kulturen überlagert oder verdrängt, ohne daß es eine Ersatzkultur gäbe. Hier ist Plastik deshalb Bestandteil und nur ein geringes Müllproblem (als Problem des nicht mehr ordnenbaren, weil aus dem Gebrauch gefallenen Dings, das deshalb im Müll in eine Art Chaos und Unterwelt fällt), dort ist es kulturfremd und deshalb ein großes Müllproblem, als nicht in eine selbstverständliche, tägliche Ordnung integriertes Ding.

Aber Plastiksackerl zu verbieten war recht sicher der nächste panische und unsachliche Schuß ins eigene Knie. Die Substitution von Plastiksackerl etwa durch Papiertüten oder Textilprodukte wirft, wie CFACT aufgezeigt hat, weit größere ökologische und hygienische Probleme auf, kostet deutlich mehr Energie, und ist teuer.







*180219*

Freitag, 1. Februar 2019

Vermüllungshabitus Ökologie

Wer da meint, daß sich die Öko-Bewegung (Klimarettung etc.) als Bewegung "gegen den Müll" artikuliert, den sie selbst vermeidet, der ist auf dem Holzweg. Vielmehr wird in diesem so ausgestellten "Kampf gegen den Müll", der sich hier in lauter schön sichtbaren, handfesten Dingen äußert - "böses Plastik" (Sackerl) etwa - und dort in völlig weit entfernt liegenden Abstrakta ("Müllinsel im Pazifik", oder "statistisches Todesrisiko durch Feinstaub") ein Schema erkennbar. Das sich wie folgt darstellt:

Auch die Ökologisten sind dieselbe Generation (ja meist habituell noch tiefer gelegen) als die "Umweltzerstörer", die sich darum also nicht so explizit kümmern. 

Aber sie kaschieren ihre habituelle Weltvermüllung durch explizites Schauspiel, das dem Bewußtsein vorgaukeln soll, daß sie in Wahrheit Weltretter sind, die sie gerne wären. Dafür eignet sich die bequeme Definition dessen, was denn Müll sei. Plastiksackerl (-tüten, für unsere deutschen Leser), oder rauchende Fabriksschlote, oder Öl im Meer, der Leser möge die Liste ergänzen.

Machen wir es noch einfacher, um es nachzuvollziehen: Der Bauer, der ins Landratsamt als Abteilungsleiter kommt, wird die Abteilung leiten, als würde er einen Acker pflügen oder Weizen ernten.

Was ist Müll? Ungeordnete Welt. Dingwelt, die nicht in die Gestaltung weil damit erst in die Ordnung der Welt eingefügt werden kann und deshalb keinen wirklichen Ort hat. Das ist Müll.

So, und nun ist der Schritt schon klein. Um zu sehen, daß das, was mit Solarpaneelen oder Windrädern passiert, eine umfassende, ja die umfassendste Vermüllung der Welt - unserer Welt - ist, die überhaupt jemals stattgefunden hat. Wo die Funktion alles zählt, aber das Ding (Windrad, Solarpaneel) keinen Platz in der Ordnung unserer Lebenswelt hat. Deshalb jedes dieser technischen Dinge wie Müll einfach so herumsteht und -liegt.

Aus demselben Grund also, aus dem überhaupt moderne Ökologiebewegungen entstehen und entstanden sind: Wo sich als Reaktion zu einer aus gesamtkulturellem Habitus entstandenen Umweltverschandelung (die man fälschlich und voreilig "Zerstörung" nennt) eine explizite Bewegung erwächst, diese Zerstörung (die in einem selbst angelegt ist, denn wir sind immer auch Teil der Gesamtgegenwart, also einer Kulturströmung) in einem reduktiven Kultus (der sich auf bestimmte Handlungen, Dinge, Vorgänge etc. bezieht) ausdrücklich im pars pro toto den Habitus selbst von uns weg zu schieben, aus uns heraus zu stellen. Und uns damit scheinbar zu distanzieren. In Wahrheit: Zu exkulpieren. Und sei es, daß man von einer sich selbst organisierenden Natur faselt, die dann als "Naturzustand" - in Wahrheit: Verzicht auf Geordnetheit - schöngeredet wird. Funktion (als rationalisierte Unmoral) ersetzt also auch hier die Ordnung, und Ordnung ist immer Gestalt.

Wo aber keine Gestaltung ist, da ist Müll.

Stelle sich der Leser das also ganz konkret vor: Daß hier ein und dieselben Vermüllungsmenschen hier Coladosen wegwerfen, dort aber Windspargel und Solarpaneele in die Gegend stellen, und sie damit entstellen.

Die Gegenprobe ist ganz einfach zu ziehen: Wäre diese Bewegung wirklich der Liebe zu Welt und Leben entsprungen, dann wäre nicht nur die Landschaftszerstörung niemals vernachlässigbar gewesen, sondern auch die Verachtung, mit der als "geringeres Gut" so viele Tiere und Pflanzen (Wälder, Bäume) geopfert werden, wäre ausgeblieben. Und es hätte sich Energieversorgung niemals von einer Weltgestaltung abgetrennt. Stattdessen ist sie drauf und dran, die ganze Welt in einen Müllplatz zu verwandeln.





*101218*

Montag, 15. Oktober 2018

Kollateralschaden Müll

Hadmut Danisch weist darauf hin, wir greifen es sofort auf: Daß nämlich unser Müllproblem (und damit vor allem das Problem Plastik) nicht nur ein Problem des Wegwerfens ist, sondern daß dieses wiederum Wegwerfen ein Problem einer immer mangelhafteren Bewirtschaftung der Privathaushalte ist. Und das ist ein Problem des Feminismus, der die Frauen von den Haushalten weg in einen Lohnberuf brachte und weiterbringen will. 

Es war die Beendigung der Hausarbeit, die zu einem damit direkt zusammenhängenden Anstieg des Hausmülls führte. Früher, so Danisch mit völligem Recht, haben die Hausfrauen in einem 24-Stunden-Engagement dafür gesorgt, daß sämtliche Dinge vernünftig und ohne viel Abfall verarbeitet wurden. Fehlen die Hausfrauen, beginnt das Zeitalter der Plastikverpackungen. Denn es fehlt die Zeit für jene Arbeit, die sie ersetzen müssen. Niemand kaufte verpacktes Fleisch, Wurst, Obst, was auch immer. Verpackungsgebinde wurden, sofern sie benötigt wurden, gehegt und viele Male verwendet, gereinigt, vernünftig und der Familie angepaßt bevorratet. Lebensmittel, Dinge des Alltags selbst hergestellt, verarbeitet, portioniert, gelagert, bis zum letzten Rest aufgebraucht. Weil sich auch das Verbrauchsverhalten mehr oder weniger in einem gewissen stets gleichbleibenden Korridor an Gewohnheiten und Verhaltensweisen abspielte.

Karotten (pars pro toto) werden nicht mehr beim Gemüsehändler gekauft, gewaschen, geschält und geschnitten*, sondern alle diese Arbeitsschritte durch plastikverpackte Tiefkühlpackungen ersetzt, die zu einem Drittel (der statistisch berechnet verdirbt) dann im Müll landen. Damit ist auch der dafür einmal notwendige Herstellungsaufwand sinnlos verschwendet. Ein Drittel der heute geleisteten Arbeit und Energie ist also sinnlos weil absehbarer Abfall**

All das haben dann die Plastikverpackungen ersetzt, deren Bedarf nicht nur pro Haushalt, sondern nun - bei atomisierter Lebensweise - durch alle Personen eines Haushalts stieg. Gleichzeitig stieg auch der Bedarf nach Haushaltsgeräten, die diese "Einsparungen" an Haushaltsarbeit ermöglichen halfen, verbunden mit einem Sinken von deren Qualität bei gleichzeitigem Anstieg der Mengen, weil die früheren, handwerklich oft aufwendig gemachten Haushaltsgeräte für die Kurzzeitbenutzung der modernen Haushalte nicht lohnen. Und damit stieg erst recht die Menge des Mülls. Als Summe jener Dinge, für deren nachhaltige Eingliederung in eine Ordnung des Lebens keine Zeit mehr bleibt.

Feminismus und Müll, Feminismus und Plastikmüll - beides hängt direkt zusammen.

Wir brauchen gar nicht erst darüber nachzudenken, wie man bei dieser heute praktizierten Lebensweise, die zu ganz großen Teilen nur noch darin besteht, ideologische Ansprüche umzusetzen und die Folgen daraus zu überbrücken, Müll oder Energie "einsparen" könnte. Denn die Ursachen liegen auf ganz anderen Gebieten. Oder wollen wir bei medizinischen Geräten oder technischen Errungenschaften sparen, wo das Plastik seine vielleicht stärksten Vorzüge zeigt? Diese Ersparnis ist ein Fliegenschiß verglichen mit dem, was durch eine aus ideologischen Gründen - nicht aus Gründen der Industrie, der Technik, was auch immer - falsche Lebensweise, die auf keinen Fall angetastet werden soll, vollkommen sinnlos und mit auch in vielen anderen Gebieten unüberschaubaren Folgeschäden vergeudet wird. 

Umso seltsamer erscheint es dem Realisten also, wenn er feststellt, daß die Forderer nach solchen "Umweltmaßnahmen" dieselben Gruppen sind, die die Ursachen für deren "Notwendigkeit" immer mächtiger werden lassen.



*Selbstverständlich wurden diese Arbeitsschritte nicht nur nicht eingespart, sie sind ja nach wie vor notwendig, sondern lediglich ausgelagert, und nun mit praktisch immer erheblich größerem Aufwand an Energie, Chemie, Maschinen, Arbeit durchgeführt. Das alles wiederum war nur möglich, wenn die Löhne sanken! Was man mit dem zusätzlichen Arbeitskräfteangebot durch die aus den Haushalten kommenden Frauen erfolgreich erreichte. Es ist also höchste Zeit, die Heuchelei jener zu entlarven, die hier höhere Löhne, dort aber eine "Emanzipation der Frau" fordern. 

Denn die Zahl der wirklich produktiven Kräfte in unseren Gesellschaften hat sich seit je nicht geändert - es sind gerade einmal und allerhöchstens 20 Prozent der Menschen. Alle übrigen, die natürlich auch zu großen Teilen "arbeiten" (je nach Lebensweise sind das zwei bis drei weitere Fünftel einer Gesamtbevölkerung), arbeiten in sekundären Bereichen, und hängen direkt mit dem ersten Fünftel zusammen oder bauen auf diesem Bereich auf. Der sie direkt oder indirekt mit seiner Wertschöpfung unterhält.

Diese Zahl ("ein Fünftel") ist so nebenbei bemerkt ein wichtiger Indikator. Sinkt die Zahl der Produktiven im ersten Sektor nämlich darunter - und das tut er bei uns seit langem, er liegt heute sogar bei gerade noch 15 Prozent - dann schwächt sich der innere Wert des Geldes in einer Volkswirtschaft. Was u. a. an der Verschuldung erkennbar wird. Und das hat mit der inneren Lebensdynamik und Stabilität einer Gesellschaft als Ganzes - als "Lebensraum" - zu tun, nicht mit Finanzfragen oder solchen einer vorgeblich mechanistisch definierbaren "Ökonomie".

**Es gibt glaubhafte Studien, die belegen, daß die heutigen Konsumenten des Westens ein Drittel ihrer gesamten Ausgaben völlig sinnlos tätigen. Denn entweder brauchen sie die Produkte gar nicht, irren also in deren Anschaffung, oder sie kaufen sie, um sie direkt wieder zu entsorgen. Häufig, weil ihre Lebensweise kaum noch den Augenblick übersteigende Stringenz aufweist. Sie also viel zu (auch das Wort darf hier nicht fehlen) spontan und vielfältig agieren.




*180918*

Donnerstag, 28. Dezember 2017

Warum die Weltrettung Einiger alle übrigen zu Müllmenschen macht

Beim Lesen eines Buches über den angeblichen Schock, der auf uns alle durch die Erderwärmung zukomme, und welche gewaltigen wirtschaftlichen Auswirkungen er angeblich habe, kam dem VdZ nicht nur vor, er läse in einem Buch mit frei erfundenen Märchen, sondern ein schlimmer Verdacht stieg ihm auf. Denn wenn dort von "freier Marktwirtschaft" gesprochen wurde, um alle zu beruhigen, so erschien es ihm als ein gewaltiger Zynismus. 

Die angeblichen Maßnahmen, die in diesem "zuerst die Welt retten"-Pathos eine völlige Transformation der gesamten Weltwirtschaft "notwendig" machen, sind das Ende jeder freien Wirtschaft, ja der Freiheit überhaupt. Wenn diese jene dennoch von freier Wirtschaft sprechen so meinen sie, daß sie das, was eine freie Wirtschaft entstehen und sein läßt, der Überlebenskampf der Menschen, nur dafür ausnützen wollen, daß diese dann mit dem, was die Politik ihnen einbrockt, fertig werden müssen, egal wie. Und das geht nur, wenn sie trotz allem irgendwie noch Eigeninitiative entwickeln, um TROTZ allem bestehen zu bleiben.

Ganz so wie Sklaven, denen man zu Weihnachten erzählt wie gut sie es hätten, weil sie doch auf ihrem kargen Stroh so viel von Weihnachten erführen. Und hatte da der eine oder andere nicht sogar eine Kantate gesungen?

Wir leben in einer Situation, in der sich die Politik und ihre Helfershelfer immer absurdere Konstrukte ausdenken, von denen sie dann erwarten, daß sie die reale, freie Menschenklasse trägt und die Konsequenzen ausbadet. Das ist der einzige Grund, warum ein Rest von freier Wirtschaft noch weiter bestehen bleiben wird. Denn jemand muß den Karren immer noch ziehen, den diese jene mit täglich mehr Gewichten vollpacken. Aber diese freie Wirtschaft ist eine Bückwaren-Wirtschaft, eine Parallelsystem der ums Überleben Kämpfenden, es sich so in der Diktatur Einrichtenden. Nur jene aber wären es, bei denen noch von Kultur gesprochen werden könnte, so armselig sie auch aussieht.

Mehr noch. Es wird - notgedrungen - auf eine "Reservate-Wirtschaft" hinauslaufen. Große Teile der Welt werden zu mit Stacheldraht umgebenen, nur mit geschlossenen Augen durcheilten "Sonder-Mülldeponien", in denen alles erlaubt ist (solange niemand fragt), weil es den ganzen Rest tragen muß. Und wer die Autobahnen- und Eisenbahnkorridore ansieht, die unsere Landschaften durchziehen, wird verstehen, was gemeint ist: dort ist es bereits so weit. Während der Rest zur schönen neuen Welt dekoriert wird. Und das werden wohl die Städte sein. 

Während das freie Land zu einer Müllandschaft umgewandelt und als technisches Gestell der Zulieferung mißbraucht wird. Selbst Religion ist ja schon zum Gestell geworden. Denn Müll ist eben keine Frage der "Giftigkeit", sondern eine Frage einer entordneten, nicht mehr einordnenbaren Welt, die man der Wucht der Gestaltendynamik überläßt, mit der man nichts mehr anzufangen weiß. Die verschandelten Landschaften, mit denen wir es weithin bereits zu tun haben, sind deshalb nicht einfach ein ästhetisches Problem einiger antiquierter Feinspitze. Sie sind ein Problem der Umwandlung unserer Landschaften in Mülldeponien. 

Nur da und dort wird man zur Aufrechterhaltung des Scheins, wie Sonderbriefmarken die man ab und zu herausgibt und an Sonntagen betrachtet, Naturparks der Unberührtheit einrichten.

Wer aber noch frei leben, wer also überhaupt leben will, wer noch begreift, daß der Mensch die Welt ergreifen und liebend besitzen muß, wird zum Müllmenschen werden. Und aus leeren Blechdosen und Verpackungen seine Kathedralen errichten.





*181117*

Donnerstag, 30. Juni 2016

Wenn das Land mehrheitlich Müllplatz wird

Wer nach der britischen - demokratischen! - Entscheidung den Medienwald betrachtet kommt aus dem Staunen nicht heraus. Denn es macht staunen, mit welcher reflexartigen Geschwindigkeit, mit welcher Ausnahmslosigkeit sich die Medien nun auf der Seite der EU-Befürworter sehen. Das widerspricht nicht nur direkt dem journalistischen Ethos, sondern das macht ihren weiteren Absturz in die Bedeutungslosigkeit als Forum des kollektiven Narrativs vorhersahbar. In einem wahren Ruck sind sie nunmehr Partei, und nur unter Parteigängern werden sie noch Leser finden. Der erste deutlcih wahrnehmbare (den die Vorgeschichte ist lang, sehr lang, aber die Oberfläche schien alles noch zu verkraften, aber - siehe: kritische Systeme ...) Erdbegenstoß für die Medien war die Ukraine-Berichterstattung, dann folgte (neben weieren kleineren Beben) der Tsunami der "Flüchtlingskrise 2015", um nun im "Brexit" den finalen Erdbebenstoß zu erhalten. Der Brexit ist das Ende der EU-Mitgliedschaft Großbritanniens, er ist aber auch das Ende der Medien. Requiescant in pace.

So verlockend es sein mag, dem selbstkreierten Nimbus nachzugegen - sie haben nun definitiv "die Hosen runtergelassen". Die Versuchung war zu groß, sich nicht auf jene Seite zu stellen, die die Gescheiten, Gebildeten und vor allem Demokraten umfaßt. (Man lese dazu den sehr guten Artikel von Nicolaus Fest über den "narzißtischen Journalismus")

Eine Kategorie, die sie selbst als solche geschaffen weil begrifflich-inhatlich etabliert haben: als Zukunft, die nun von den "Alten", Rechten, Faschisten, Populisten und allen überigen Kukurruzbären und v. a. Medienverächtern verhindert wurde. Aber die Menschen folgen ihnen nicht mehr. Nun bleibt nur noch vernichtender Haß. Einen Gipfelpunkt solcher Gegnerbeschimpfung liefert dabei die FAZ mit einem Artikel von David Schalko, auch wenn sie sich hinter diesem Gastartikel versteckt und mit letzter Kraft verbergen soll, daß man getreu der Medea das Kind, das man nicht haben kann, eben nun tötet. Und einen Bruch in die Gesellschaft trägt, als neues Narrativ, in dem sich deren Reform immer mehr unmöglich weil zur Systemfrage - alles oder nichts" - macht.

Gekränkt reagiert nun eine Journaille in Rundumschlägen mit wüsten Beschimpfungen aller, die ihr nicht mehr folgen. Eine Journaille, die nicht einmal mehr das Naheliegendste, Vernünftigste sehen konnte: Daß eine Institution, die umgekehrt proportional zu ihrer immer offensichtlicheren Handlungsunfähigkeit ihre unumstößliche Dogmatisierung verlangt hat (und ihr Heil in einer immer rascheren Flucht nach vorne, egal wo das liegen soll, sucht), den Glauben an sie selbst auflöst. Da muß es einen prinzipiellen Konstruktionsfehler geben, wenn jemand 15, 20, 25 Jahre behauptet, daß Essig den Wein versüße, und weil das nie eintritt immer noch mehr Essig zugibt, ja schließlich Ersatz des Weins durch Essig verlangt, und alle des Rebellentums bezichtigt, die schreien "der Wein wird immer saurer!". Dann sollte man sich doch zumindest fragen, ob nicht ein anderes Ingredienzium angebracht wäre. Wenn aber nicht einmal das geschieht, muß man damit leben, daß man an eines prinzipiellen Problemlösungskraft mehr als zweifelt. Diese prinzipiellen Fragen aber haben die Medien nie zu stellen gewagt. Egal welche Rechenoperation angestellt wurde - das Ergebnis stand apriori fest: Das Establishment mußte das Establishment bleiben. Und sie Teil davon.

Der erwähnte Artikel benennt die politischen Ereignisse, die sich in ganz Europa bereits abspielen, zumindest abzeichnen, deshalb "Haß auf die Emporkömmlinge". Worin sein Autor (selbst Emporkömmling) in gewisser Hinsicht tatsächlich Recht hat. Er wird (im tiefsten Inneren) auch wissen, warum er das so klar fühlt. Niemand hat klarere Kenntnis der Motive der Gegner als jener, der ihnen das zugefügt hat, wogegen sie sich nun wehren, das ist eine wertfreie, neutrale Aussage. Der Regisseur und Autor David Schalko war und ist seit Jahrzehnten ein Liebkind des linken Establishments, dem er Arbeitsbedingungen verdankt, von denen die meisten nur träumen können. Für ihn stünde bei einem umfassenden Regiemwechsel viel auf dem Spiel.² 


Er zeigt deshalb eine logische Reaktion - die der Emporkömmlinge, die sich gegen die Gefährder ihrer Position wehren. Die querfeldein und in allen Bereichen des Lebens, wo immer ein Ort usurpiert wird, so reagieren: Sie erklären im Namen höherer, universaler, absoluter Mächte die Grundlagen des anderen, ja diesen selbst für illegitim, und versuchen seine Gestalt - seinen Ort - aufzulösen. Am einfachsten geht das, indem man sie zu Verbrechern stempelt. Rechtsradikal. Nazis. Schwachsinnige. Hasser. Zerstörer. Faschisten. Unanständige. Rssisten. In jedem Fall: Keine Menschen, also Rechtlose. Müll.

Ein Wertekatalog, den die Linke - und das Establishment der Gegenwart ist links vom Kopf bis zur Sohle - nur allzugut kennt, man darf die Frage stellen: Woher ...? Immerhin erkennt man das Andere an sich selbst. Denn was sie unter vielfältiger Verdrehung und Simplifizierung der Wirklichkeit seit den 1970ern geschafft hat war und ist, die Macht zu usurpieren. Ein ontologisches Unrecht, das als Gewissenslast nicht einfach wegzuredne ist, und das man vor allem einmal entschulden muß!

Und sie tat es auch nicht einfach "über den Weg der Institutionen", sondern durch eine Umfärbung und Vernebelung der Wertehorizonte des Volkes, über die Beherrschung und Veränderung der InstitutionalisierungsWEGE. Da war auch "Demokratie" oft recht nützlich. (Nun, wo sie nicht mehr so nützlich ist, wird sie ja zur Gefahr. Dazu später.)

Nur so, über Beherrschung der Apparaturen (und dem Beitritt zum Club der Beherrschenden), konnten sie emporkommen, und sich den mühsamen Parcours durch die Wirklichkeit ersparen, die sie mit einem ganz anderen Platz versehen hätte. So konnte Gesellschaft, Volk, Staat "ent-ontologisiert" und zum Luftballon werden. Der freilich nur so lange in der Höhe bleibt, als die Luft von unten bläst.

Ein Land nach dem anderen wurde so zur Funktionärsapparatur umgebaut. Das hat lange funktioniert, aber nun bricht die Realität ein. Und sie selbst ist es, die als "anti-links" gesehen wird, denn die Linke ist per se Wirklichkeitsverweigerung udn sie funktioniert nur, solange sie es schafft eine geschützte Atmosphäre zu schaffen, von der nicht auffällt, daß sie von Realitäten lebt, die ihr widersprechen. 

Und mit einem mal ist der, mit dem sich die Linke immer legitimiert hat, in dessen Namen sie offiziell antrat - der einfache Mensch, der einfache Arbeiter - zum Feind geworden. Mit einem mal? Nein, er war nie mehr als eine Manövriermasse eben jener, die Schalko als "Emporkömmlinge" bezeichnet - einer auf Funktion aufbauenden Schichte, die nicht war was sie wollte, sondern eroberte, was sie gerne gehabt aber in einer freien Welt nie erreicht hätte und hat.

Daß wie im amerikanischen Traum der Mythos verbreitet wurde, daß nun alle alles erreichen könnten, war da leicht zu verkraften. Jeder Mensch mit auch nur einem letzten Rest von Verstand wußte ohnehin, daß das eine Lüge war. Genau diese Schichten aber folgen nun nicht, läßt man sie wirklich einmal demokratisch entscheiden. Plötzlich erweist sich Demokratie als genau das, als was sie von allem Anfang an von der Linken gesehen wurde: Als Vehikel an die Macht. Dann ist sie obsolet geworden. Mitbestimmung? Pardon, das war nie so gemeint.*

Die Befreiung der Volksmassen aus der Diktatur des Kapitals, die Rückgewinnung ihrer Selbstständigkeit endete in Massenarbeitslosigkeit, Frauen an den Registrierkassen der Supermärkte, und einer Entmenschlichung der Arbeit, unter der allen Studien gleichermaßen zur Folge bereits mehr als die Hälfte der Arbeitenden schwer leiden, während die letzten Impulse zu freier wirtschaftlicher Betätigung - Mittelstand - in Mutlosigkeit erstickt sind.

Noch nie war eine Jugend so angstvoll, vermaßt und kollektiviert wie heute. Angst beherrscht überhaupt das gesellschaftliche Klima. Und über allem schwebt das Damoklesschwert, daß ein solcher Staat eigentlich gar nicht zufinanzieren ist. Weshalb die Linke folgerichtig as Rezept verkündet, Geld einfach wegzuzaubern, abzuschaffen, Schulden in neuen Visionen hokuspokus in Luft aufzulösen. Was kümmert uns die Wirklichkeit solange wir noch irgendwo ferne Planeten haben, auf die wir sie abschieben können?

Die neuen Müllhalden sind anonym und virtuell. Sie sind die, die "nicht für uns sind". Man darf sie ruhig verbrennen. Wer nicht für uns ist - gehört gar nicht dazu. Müllhalden gehören eben nicht zur Welt, sie sind Orte, die nicht zur Ordnung passen. Man könnte durchaus darüber nahdenken, was die sich real die Flächen vermehrt habenden Flächen von vermüllten Gebieten damit zu tun haben. (Die Energiewende ist ein Beispiel, mit welcher Leichtigkeit ein ganzes Land zum Müllplatz wird, indem man ihm seine Ordnung raubt, durch eine neue Ordnung überlagert, die sich nicht in das Gegebene fügt - das Gegebene ist deshalb Müllplatz, verzichtbar, lästig.) Die Brexit-Abstimmung zeigt einmal mehr: Ein ehemalige Mehrheit bemerkt, daß sie in die Minderheit gerät, daß sie die Macht zur Ordnung verliert, und erklärt den Rest der Welt zum Müllplatz

Erst die Landschaften, und nun die Menschen, die bestenfalls zu Objekten eines "social engineering" werden, die man leider verabsäumt hat, rechtzeitig und "richtig" zu manipulieren. Was bei der Jugend freilich schon weit besser funktioniert, die man nach Auflösung der Familien ja schon fast ganz in der Hand hat. Wie nannte es einmal jemand? Man müsse die "Lufthoheit über die Kinderbetten gewinnen". Das ist gelungen. Wenn endlich also die Älteren ihre Verantwortung wahrnehmen würden, um die Jungen zurechtzuweisen, und das zu tun was ihre Aufgabe ist: Politische Entscheidungen zu treffen, dann wäre dieser Brexit fast ein Silberstreif am Horizont des Jugendwahns der Gegenwart. Jugendliche Unreife hat noch nie politisch richtig entschieden. Deshalb wollte ja die Linke (und will es noch weiter) das Wahlalter beständig senken. Heute zählt die Stimme eines 16jährigen Pubertierenden gleich viel wie die eines lebenserfahrenen, reifen, klugen 60jährigen.

Auf David Schalkos haßerfüllte Entladung** - die freilich nicht von der Art ist wie jene des Cheflobbyisten der EU (was ist das?) Richard Kühnel, vor der man sich regelrecht fürchten muß, denn tatsächlich: das erkennt man als "Denkweise" der EU-Proponenten, das beweisen auch die Medien derzeit - trifft das nicht weniger zu wie auf diese kollektive Reaktion einer Machtelite, die nun bemerkt, daß ihre Macht am Schwinden ist, was sich in einem ausgezeichneten Kommentar auf ortner.online findet. Wo Werner Reichel exakt beschreibt, was sich nun abspielt: Eine Linke, die bislang in einem regelrechten Paradies lebte, deren Ideen und Politik ein einziges Fabuliermärchenland war, erlebt nun einen Rückschlag der Realität, der sie überrascht. Und auf den zu reagieren ihr die Instrumente fehlen. Sie erlebt sich als hilflos. Da bleibt nur Haß und aggressive Abwehr. 

Der VdZ erlaubt sich, einige Passagen daraus zu bringen.

"Die einst bewehrten Argumente, Lügen, Manipulationen, moralischen Erpressungen und Drohungen haben sich abgenutzt, immer mehr enttäuschte Menschen wenden sich von der Linken ab. Noch sitzen die Eurokraten, Gutmenschen und all die anderen Apologeten der politischen Korrektheit an den Schalthebeln der Macht. Nach dem Marsch durch die Institutionen besetzen sie die wichtigsten Posten in Universitäten, Gerichten, Ämtern, Vergabestellen, Schulen, Redaktionen, Kultureinrichtungen, Museen, Ministerien etc. Trotz dieser Machtfülle, dieser landes- und europaweiten Netzwerke gerät man immer öfter in die Defensive, man bringt seine „progressiven“ und gesellschaftszersetzenden Pläne immer seltener durch.
 
Eine für Linke eine völlig neue Situation. Es war für sie jahrzehntelang völlig selbstverständlich sich fast immer und überall unter ihresgleichen zu sein. Linke Ansichten sind zu allgemeinen Wahrheiten aufgestiegen. Wann immer ein Linker den Fernseher aufdrehte, die Zeitung aufschlug, ins Kabarett oder Theater ging, sich ein Buch kaufte oder sich eine Vorlesung anhörte, in 95% der Fälle wurde er in seiner Meinung bekräftigt.

Sehr viele Linke haben diesen für sie paradiesischen Zustand nie als solchen begriffen. Im Gegenteil.  Sobald in der linken Medien- und Kulturwüste ein zartes liberales oder konservatives Pflänzchen aufblühte, wurde es so schnell als möglich zertreten, jeder der aus dem engen politisch korrekten Meinungskorridor ausscherte, wurde sofort als Geisteskranker, Idiot oder Nazi verunglimpft und marginalisiert. Der typische Linke sah sich stets von Kapitalisten, Neoliberalen, Nazis, Heteronormativen, Katholiken, Unternehmern, Leistungsträgern, Spießern und andern üblen Gesellen verfolgt und bedroht. Eine lächerliche Attitüde von Menschen, die es sich im linken Nanny-Staat bequem eingerichtet haben und sich von ihren „Feinden“ aushalten lassen." (cit. Werner Reichel)





*Tja, und auf eine Weise hat die Linke darin sogar Recht. Sie hat halt einfach frech gelogen, teils wußte sie es tatsächlich gar nicht (wie es eben bei Emporkömmlingen ist: Sie kennen nicht die Last, die aus Verantwortung entsteht, und "Wirklichkeit" heißt; sie bedienen sich nur selektiver Mechanismen, getreu einem mechanistisch-reduktiven Wirklichketisbild) und damit gewunken. Wohl wissend, daß im Ernstfall die Wirklichkeit eines Volkes ohnehin anders gestaltet werden muß. Daß ab dem Moment, wo die Linke an der Macht ist, ihr Marsch durch die Institutionen (und die Kultur) siegreich war, andere Mechanismen - aus dem Steinbruch der Konservativen und "Reaktionäre" geholt - etabliert werden müssen. Und tatsächlich, die Konservativen gingen auf den Leim, und  wurden eifrige Helferlinge der Linken. Daß diese Geschichte von der Mitbestimmung sich verselbständigt hat, nun von vielen wörtlich genommen wird, gehört ins Kapitel der "Ironien der Geschichte".

²Dabei wäre das wohl für Schalko selbst - als Künstler - das Allerbeste. Denn er ist keineswegs völlig talenfrei, aber er konnte in einer ganz ersten, grundlegenden Eigenschaft nie reifen: Der des Erzählens. Schalko hat nie lernen müssen, zu erzählen. Er kann es deshalb bis heute nicht. Er bebildert, illustriert, durchaus mit Geschick, aber er kann keine Geschichte erzählen. Dazu braucht es nämlich etwas ganz Fundamentales: das gewissermaßen innere, gestalthafte Zentrum namens SINN.  Originärer Standpunkt zur Welt. Eine Frage der Reifung als bzw. zum Künstler, die mehr Wirklichkeit (weil Sterben!) braucht, als Schalko je hat erbringen müssen. Aber das ist ein Problem des gesamten (!) österreichischen Films, ja des gesamten dramaturgischen Schaffens und Rezipierens in diesem Land, das aufgrund der Strukturen des Establishments ideologieverseucht ist wie Tschernobyl am Tag nach der Reaktorexplosion radioaktiv war. Ideologie aber gibt das "Ergebnis" vor, gibt die Wirkungen vor. Damit ist organische dramaturgische Entwicklung, ein freies Spiel des Seins, völlig unmöglich. Alles wird nur noch zur Illustration. Und die Folgekünste (beim Film ist es das Schauspiel) werden mit in den Abgrund gerissen.

**Man könnte der FAZ volle bsicht zuschreiben. Schalko hat als gastoautor etwas gemacht, wou der FAZ selbst der Mut fehlte, das ihr nun aber erlaubt, sich selbst zu distanzieren, das eigene Kleid unbefleckt zu halten und abzuwarten, wohin sich der Wind nun gedreht hat. Denn das ist vielen momentan noch nicht klar.





*270616*