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Dienstag, 19. April 2022

Gedankensplitter (1612b)

Wenn nun also mal hier, wenn dann noch dort also von Geld geredet wird so hängt sich darin tatsächlich ein Novum auf, wo sich das sogenannte "dititale Bankengeld" (ob die Menschen wirlich wissen, was sie damit meien? Ich bezweifle auch das) sich vom Papierschein kaum noch unterscheidet. Warum? Weil DAS GELD diese quasi-sakramentale Bedeutung des Weltschöpfenden übernommen hat.

Und an das Geld glauben wir, glauben die Menschen, nach wie vor und ungebrochen! Der ganze Aufruhr um Papier- oder Buchgeld ist deshalb ein Scheingefecht. Es geht immer um GELD, und wir fordern ja doch nur, daß das Geld in seiner weltschöpferischen Potenz nicht geschmälert, wir also nach wie vor AN DAS GELD GLAUBEN DÜRFEN.
Ganz genau so sind diese albernen Diskussionen um "Deckung von Geld durch Wert" zu sehen: Als kindische Versuche, diesem Medium eine WIRKLICHKEIT IM ABSOLUTEN zu verschaffen. Durch "Gold", durch "Ware", durch "Arbeit", durch "Werte". 

Montag, 18. April 2022

Gedankensplitter (1612a)

Zu wenig zu denken, zu wenig zu lesen, zuwenig zu sprechen (wie in diesen letzten beiden Jahren diesem Volk auferlegt wurde; mit Absicht? mit heimlicher Intention?) ist letztlich lebensgefährlich. Das Ich des Menschen, ein geistig Ding letztlich (wenn auch ins Fleisch hineinverästelt wie -verwurzelt; Sein-Sinn-SinnE ...), verliert sich ins Nichtgeistige, das ihm das Nichts ist. Selbstmord wird immer naheliegender (und die Selbstmordrate hat sich ja mehr als verdoppelt, wie ich las.) 

Umso verzweifelter, umso panischer greift der Mensch nach Sinn/Sein/Sinnlichem, und versucht sich Gefühle zuzuführen, die ihn seiner selbst gewiß machen, also Geist sein lassen. Umso panischer auch sucht er Kontrast. Umso mehr greift er natürlich auch zu dem, was er bereits kennt und erkannt hat, denn nur das kann er auch sinnlich wahrnehmen - er gerät in diese bekannte Echokammer, deren Außenmaß sich zunehmend verengt. 

Dienstag, 12. April 2022

Man nannte sie "Rus" (2)

Man lernt eben nie aus. - Wer das Christentum als "Lehre" auffaßte, als Lebensweisheit, Weg zu einem guten Leben und vor allem viel Gutmenschentum, der fühlte sich immer schon überlegen. Das war dann so "vernünftig", und die Verünftigen haben die Aufklärer beileibe nicht erfunden, sie waren sogar in dieser Attitüde des Vernunftbezuges (und der Freiheit des Individuums) ihrer Grundgeste gleichgeblieben: Unverstnadnes Christentum. 

Das in Wahrheit natürlich Katholizismus war, der ja das Christentum als Teilmenge enthält (und nicht umgekehrt, wie es fälschlicherweise heute meist verwendet wird.) Aber die "Vernünftigen" waren schon immer nicht nur die "verfolgte Mehrheit", sondern so voller Irrtümer und Widersprüche, daß man gar nicht fertig wird, wollte man sie aufzählen und gar ordnen.

Das ist schon oft, ja sehr oft versucht worden, und oft sogar richtig tauglich und gut, wie mit der "Summa contra gentiles - Summe gegen die Heiden" durch Thomas von Aquin. Die so frisch und modern daherkommt, daß es so manchem die Gehirnwindungen durchputzen könnte wie nach einer kräftigen Prise schärfsten Seemanns-Schnupftabak. Aber der Irrtum ist eben kein Verstehensproblem, nicht zuerst zumindest, sondern eines einer individieullen Entscheidung und Charakterdeformation, die sehr menschlich ist, sozusagen, und das macht ihn auch unausrottbar, weil er mit jedem, wirklich jedem Menschen auch neu auftritt. 

Der eine aber läßt sich nicht über den Tisch davon ziehen, der andere benutzt die Rationalisierung seiner feststehenden inneren Geste gerne, so unterscheiden sich die Menschen eben. Jeder, dem eine Laus über die Leber gelaufen ist, findet dann seine "Gründe", warum der Katholizismus, der von ihm etwas verlangt (auch das trifft man immer wieder und wieder an, und jeder glaubt dabei, er habe das erfunden) das er nicht geben will, das genaue die eine welche Mühe kostet, die er nicht leiste will, ein Haufen gequirltes Schietenpürree ist.

Montag, 11. April 2022

Man nannte sie "Rus" (1)

So wirklich viel wissen wir nach wie vor nicht von den Wikingern. Aber was wir wissen ist doch recht zuverlässigen Quellen entnommen. Da sind einmal die vielen archäologischen Spuren, die sich von England bis Baghdad durchziehen, und dann sind da einige Berichte. Einer aus Byzanz, wo der Kaiser seinen Bruder im Westen, der damalige Ludwig der Fromme, Sohn Kaiser Karls, ganz offensichtlich in diplomatischer "Schönwetter-Mission" ganz herzlich grüßen läßt, ihm viele Geschenke schickt, und so nebenbei eine Gruppe von blonden Hünen übergibt.
 
Die entstammen einem Volk "von weit weg", schreibt er, mit dem die Byzantiner seit geraumer Zeit Handel treiben. Und die ihn gefragt hätte, ob er ihnen nicht weitere GeschäftskKontakte vermitteln könne. Das täte er hiemit, und wenn Ludwig mit ihnen nichts anfangen kann, na dann soll er sich halt einsperren (oder töten, das meinte er wahrscheinlich), er sei ihm dafür dann nicht böse.

Ich schreibe das, weil von diesem Bericht ausgehend einer der beiden Hauptströme ausgeht, woher denn der Name "Rußland" stammen könnte. Denn Theodosius VII. nennt sie in seinem Schreiben "Ros". Geht man dem Wort weiter nach, dann zieht sich eine Verbindung zu "rus/roa (norw.)/rur", quasi "die Ruderer". Auch die Islandsagas, eine wichtige Quelle, berichten von den Austrvegr, den Ostfahrern. Denn der Osten ist in der Geschichte der Vikinger ihr (fas möchte man es so sagen) größerer, wichtigerer Lungenflügel. 

Freitag, 17. April 2020

Die Lehren aus Chlodwig und seiner Armee gegen den Arianismus (4)

Sie finden hier eine Übertragung eines weiteren Artikels von Ianto Watt, der sich auf den Seiten von William M. Briggs ab 14. November 2019 findet (Teil 1 und Teil 2) und mit dessen freundlicher Genehmigung hier nun auch in deutscher Sprache zur Verfügung steht. Auf vier Happen aufgeteilt, es wird täglich einen weiteren geben. Sein Inhalt scheint nur auf den ersten Blick sehr "amerikanisch". Das Schema, die historischen Bezüge und Muster, die man erkennt, die Archetypen, die Watt zeigt, finden sich aber in Europa und bei uns nicht weniger. Sie werfen ein weiteres erhellendes Schlaglicht auf das, was passiert. Und vor allem - wohin es gehen wird.

Die Lehren aus Chlodwig und seiner Armee gegen den Arianismus –
Gastbeitrag von Ianto Watt 


Erstmals veröffentlicht im Blog von 

William M. Briggs am 14. November 2019


4. und letzter Teil) Die große Partei
Wer sind diese Generäle? Es sind die verschiedenen militärischen, polizeilichen Elemente in diesem Vierfach-Szenario. Sie sind sämtlich in die verschiedensten religiösen Bürokratien verwoben, die oben beschrieben wurden, und zwar sowohl im Osten wie auch im Westen. Es gehört nicht viel dazu zu erkennen, wer die Generäle im Osten sind. Sie haben sich an Moskau geklammert, und sind ganz eng mit ihrem Bischof, also mit Kyrill, dem Kopf der Russischen (und Ukrainischen) Orthodoxen Kirchen. Sie haben alle dasselbe Ziel: Die Slawische Hegemonie. Und sie haben dieselbe Taktik. Sie denken wie Vlad. Sie denken also wie der KGB.

Am anderen Ende dieser politischen Achse sitzen die Jungs vom State Departement und deren Generäle. Sie sind alle tief verheiratet mit der Idee eines unendlichen Kriegs des Imperiums. Jenes Konzept also, das sie in totale Opposition zu Donald gebracht hat, der doch glatt versucht hat, uns (sic!) aus all solchen Verwicklungen herauszuschälen, und somit Amerika wieder in den Stand einer Nation zu bringen, anstatt in den eines weltbeherrschenden Imperium. 

Nun richten Sie einmal ihren Blick auf die verbotene religiöse Achse. Sehen sie diesen Burschen, den man Franziskus nennt? Betrachten Sie einmal, mit welchem Eifer er sich im Amazonasgebiet austobt, mit diesem Pachamama Idol, mit seinem Versuch, naturalistische Elemente in den übernatürlichen Korpus der Kirche einzugliedern. 

Schauen Sie einmal genau auf das Priestertum. Er hat längst begonnen, es zu verändern. Zeit, Frauen zuzulassen, oder? Und alle diese Hexenmeister auch gleich. Warum? Weil die Göttin Gaia es so verlangt. Na klar, Gaia ist dasselbe wie die Heilige Mutter Kirche. Wie können wir ihr nur den nötigen Respekt erweisen? Indem wir - going green! - "grün" werden, natürlich! Wir haben ja nur noch ein paar Jahre, nicht wahr? Nehmen Sie mich freilich nicht so ganz wörtlich. Aber immerhin sagen das auch sämtliche Medien, und der Deep State (der Tiefe Staat) sowieso. Also muß es auch so sein.

Franziskus hat die gleichen Generäle und Tief-Staatler, die ihn unterstützen, wie die politische Achse des Westens. Und ihre Vorgehensweisen ähneln sich auffallend. Haltet nur das Volk gespalten! Haltet es verwirrt! Vergewissert euch, daß alles übrige, das ihr jetzt sagt, dem widerspricht, was ihr gestern gesagt habt. Und sorgt peinlich genau dafür, daß das einzige klar erkennbare Thema, das übrig bleibt jenes ist, daß die Welt nur eine physisch-physikalische, innerweltliche Bedeutung und Sinn hat. Wir können das in zwei Worten zusammenfassen: Die Umwelt.

Das ist alles, was es gibt. Vergeßt also Himmel und Hölle. Außer für den Fall, daß ihr nicht Going Green unterstützt, denn dann werdet ihr auch in die Hölle geworfen, mit Sicherheit. Kein Wunder, daß der Westen in Unordnung und Verwirrung ist, religiös gesprochen. Das spiegelt nur unser politisches Durcheinander wider. Dieselben Generäle, dieselbe Agenda, dieselbe Taktik, dasselbe Ziel. Verbreitet man Verwirrung, erhält man eine erschöpfte Herde. Die entweder aufgibt, oder der Kirche davonläuft. Und das ist exakt das Ziel von Franziskus. Ein selbst herbeigeführtes Schisma. Das die, die noch am Glauben festhalten, dazu bringt, zu gehen.

Das ist die Umkehrung von Luthers Strategie. Er stimmte mit der Lehre nicht überein, und verließ die Kirche. Heute verlassen die die Kirche, die mit der Lehre der Kirche übereinstimmen. Das ist nahezu genial von Franziskus. Zwinge jeden, der mit Dir nicht übereinstimmt dazu, den Bus zu verlassen. Mache sie damit zu Schismatikern. 

Dasselbe also, was Bartholomäus im Osten macht. Große Geister denken ebenso. Sie könnten meinen, ich mache es mir zu einfach, aber Sie könnten damit falsch liegen. Es gibt generell nur zwei Seiten in einem Konflikt. Unabhängig von den verschiedenen lokalen Schattierungen in einem Streit, sind alle Beteiligten einer der beiden Seiten zugeneigt. Oft aber sieht man nicht alle Beteiligten. Und das ist der Fall, wenn man an die Generäle denkt, die Barti beraten. Ab diesem Zeitpunkt wird die Angelegenheit kompliziert.

Was meinen Sie, wer in den letzten Jahren zahlreiche Besuche in Konstantinopel absolviert hat? Schauen Sie mal. Hier, hier, hier, und hier. Nur um Ihnen einen kleinen, winzig kleinen Geschmack von dem zu geben, worüber die orthodoxe Welt immer berichtet hat. Wer hat die Griechisch-Orthodoxe Kirche in Athen besucht? Wer war am Berg Athos, dem geistigen Zentrum der Orthodoxie? Wer bei den Schismatikern in Mazedonien? Und wer Bartholomäus, viele viele Male während der vergangenen paar Jahre? 

Da wäre etwa Mike Pompeo zu nennen. Und zahlreiche andere hochrangige Funktionäre des State Department. Hier und hier, hier, und zur Bestätigung noch hier.

Betrachten wir den Zustand der politischen Angelegenheiten in der Welt - warum sollten diese Leute sich die Zeit nehmen, religiöse Würdenträger zu besuchen? Was ist da so bedeutend an ihnen, daß sie Höflichkeitstelephonate machen müssen, während sie mitten in einer der vielen Krisen stecken, die uns umgeben? Was kann es sein, daß sie Religion in der Außenpolitik so hoch einschätzen lassen könnte, was sehen sie darin? Ich finde das höchst seltsam. Wie viele Leute in den verschiedensten Abteilungen des Deep State (des Tiefen Staates) würden Sie schätzen, sind auch nur irgendwie religiös eingestellt? Natürlich auf andere Weise als in Wicca (Hexenmagie), natürlich. 

Das ergibt erst Sinn, wenn man begreift, da sie Religion als Vehikel dafür sehen, beim Kleinen Mann auf der ganzen Welt Anerkennung und Respekt zu ernten. In solch einem Fall hat es auch Sinn, dieses Vehikel mal zu versuchen und es für eigene Zwecke etwas zu entführen. Und das ist es genau, was diese Leute auch versuchen. Ja, für mich ist Pompeo Mitglied des Deep State, des Tiefen Staates.  Genauso wie Bolton. Und all die anderen Funktionäre der Bürokratie, die von diesen endlosen Kriegen abhängen, die ihre Positionen im Imperium gewährleisten und aufrecht halten. Es gibt keine politischen Differenzen zwischen Pompeo und Hillary. Beide gehören zur Kriegspartei.

Diese Kriegspartei und ihre Generäle möchten den Fußabdruck des imperialen Militärs aufrecht erhalten. Ihr Ziel ist sogar, diesen Fußabdruck weiter auszudehnen, nicht, ihn zusammen zu ziehen. Das ist der Grund, warum sie bei jeder diplomatischen Gelegenheit gegen Donald sind. Und die Bischöfe wollen dasselbe. Zumindest zwei von ihnen. Diese beiden zählen aber, es sind Franziskus und Bartholomäus. Sie versuchen ihr "spirituelles" Imperium zu erweitern, indem sie ihre Kräfte bündeln. 

Sie versuchen, die Kirche wieder zu vereinen, aber sie können das nicht, wenn sie das in ihren dogmatischen Positionen tun wollen. Das ist schon längst in Stein gemeißelt. Frag nach bei Kyrill. Also müssen Franziskus und Barti ihre Aufmerksamkeit auf anderes richten, um jeden Widerstand gegen eine Wiedervereinigung, die auf Falschheit beruht, zu überwinden. Also geht es hier um eine Wiedervereinigung, die auf Politik beruht, nicht auf Dogma.

Und hier ist sie, die Gretchenfrage, um die es aber geht. Wie bringt man den kleinen Mann dazu, sich bereitwillig in den Dienst am Imperium zu stellen? Man muß es so wie der Arianer Caesar und seine Arianischen Bischöfe (auf beiden Seiten) machen. Man muß auf der Trommel des Imperiums einen satten, nationalen Ton anschlagen. Die patriotischen Bürger, denen freilich der Kopf vom Trommeln etwas schwirrt, geben dann leichten Herzens in der Gewißheit ihr Leben, daß dieses ihr Opfer die Nation (und die Familie) in Sicherheit hält. 

Sicher wovor? Vor den Feinden Caesars, natürlich. Aber sind dessen Feinde wirklich unsere Feinde? Oder ist nicht Caesar der wirkliche Feind?

Untersuchen wir einmal das Herz des Glaubens ans Imperium näher. Gehen wir dazu nach Syrien, in jenes Land also, das den einzigen und sogar ziemlich wirkungsvollen Widerstand, und zwar aller Seiten (!), gegen Donald geliefert hat, als dieser (wie schon zahlreiche andere vor ihm) versuchte, diesen Vorhof zur Hölle zu verlassen. Plötzlich stießen beide Seiten der vorgeblichen politischen Streitparteien in ein und dasselbe Horn des Entsetzens, und maßregelten mit empörter Miene Donald dafür, wie er allen Ernstes glauben könne, daß es in unserem Interesse läge, diesen Mohammedanischen Saustall zu verlassen.

Beide politischen Seiten sind hier nun völlig einer Meinung. Mitch McConnel und Charles Schumer. Nancy Pelosi and Lindsey Graham. Max Boot and Karl Rove. Ich könnte das fortführen, aber warum sollte ich? Zeigt mir stattdessen, daß ich Unrecht habe! Zeigt mir, nachvollziehbar, warum unsere Nation auch nur irgendetwas von dem zu fürchten hätte, das sich in Syrien abspielt. Oder irgendwo anders in diesem gottverdammten Sand der mohammedanischen Wüsten. 

Was also sollen wir tun? Wie kommen wir aus diesem Saustall mit heiler Seele heraus? Wie können wir Donald so helfen, wie er versucht, uns zu helfen? Die Zeit läuft uns zwar davon, aber es gibt immer noch eine Chance das zu tun, was letztendlich alle Männer tun, um etwas zu beenden, und das ist, daß sie etwas demgegenüber änderten, das sie taten, als alles anfing. Weshalb sich immer Männer zu allen gefährlichen Zeiten der Geschichte in derselben Situation finden: Sie verändern etwas im letzten Akt, weil das Vorherige, das Bisherige nicht ausgereicht hat, das Übel zu besiegen.

Ich habe diesen Aufsatz mit dem Hinweis auf das begonnen, was Chlodwig getan hat, um den Sieg zu erringen. Ich werde ihn nun ebenso schließen, wieder mit einem Hinweis auf das, was er getan hat. Werte Bürger, hört mir also zu! Wenn Ihr eine wirkliche Nation wollt, für Euch und Eure Familie, dann solltet ihr Euch endlich in bessere Form bringen. Ihr werdet das brauchen, wenn ihr in die Schlachtreihen eintreten wollt, damit ihr allem, was die Imperatoren (und ihre Arianischen Bischöfe) auf Euch hetzen können, widerstehen könnt. 

Tut dann, was David und Joshua getan haben. Tut dann, was Konstantin und Patton getan haben. Bereitet Euch also auf eine Schlacht vor, denn es wird eine geben. Diesem Umstand werden wir nicht auskommen. Das Wichtigste dabei ist aber: Betet zu demselben Gott! Vereint Eure Gebete, und Ihr werdet von Ihm Kraft erhalten. Versammelt Euch, alle Ränge, vor diesem einen, einzigen Gott. Und laßt Euch von einem einzigen, treuen Bischof führen. Folgt Petrus, indem ihr die arianische Vorstellung von Gott und Mensch zurückweist. 

Steht alle zusammen auf den Schultern von Chlodwig. Doch steht auf Euren Knien! Dazu habt Ihr sie. Und das ist es, was Chlodwigs Männer taten. Beginnt also diese Eure Knie für das zu nutzen, wofür Gott sie geschaffen hat. Das ist die ultimative Kampfhaltung. Es gürtet Euch allem gegenüber, das kommen mag. Und es kann wahrhaftig Eure Feinde entwaffnen. Jeder echte Heide weiß das. Fragt nur Maximus, wie er überlebt hat.




Donnerstag, 16. April 2020

Die Lehren aus Chlodwig und seiner Armee gegen den Arianismus (3)

Sie finden hier eine Übertragung eines weiteren Artikels von Ianto Watt, der sich auf den Seiten von William M. Briggs ab 14. November 2019 findet (Teil 1 und Teil 2) und mit dessen freundlicher Genehmigung hier nun auch in deutscher Sprache zur Verfügung steht. Auf vier Happen aufgeteilt, es wird täglich einem weiteren geben. Sein Inhalt scheint nur auf den ersten Blick sehr "amerikanisch". Das Schema, die historischen Bezüge und Muster, die man erkennt, die Archetypen, die Watt zeigt, finden sich aber in Europa und bei uns nicht weniger. Sie werfen ein weiteres erhellendes Schlaglicht auf das, was passiert. Und vor allem - wohin es gehen wird.


Die Lehren aus Chlodwig und seiner Armee gegen den Arianismus –
Gastbeitrag von Ianto Watt
Erstmals veröffentlicht im Blog von 
William M. Briggs am 14. November 2019
Teil 3)


Wer sind diese unnennbaren Vehikel, die letztens erwähnt wurden? Wer sonst könnte noch denselben GPS Koordinaten folgen wie der Humvee und der Falkatus? Und warum scheint deren Potential für Zerstörung niemandem aufzufallen? Zuerst einmal: Weil niemand davon spricht. Weil sie eben nicht genannt werden dürfen. Es ist verboten, wie so viel eben im Leben in einem Imperium. Brechen wir aber dieses Tabu. Sprechen wir über das geistige Territorium, das Chlodwigs Männer angetrieben hat. Sprechen wir über Religion. Und sprechen wir dann über diese anderen Autos, und wer hinter deren Lenkrädern sitzt.

Das erste Auto auf dieser zweiten (und üblicherweise nicht gesehenen) Achse ist das ... Papa-mobil. Es wandert von West nach Ost, was eine völlig unnatürliche Richtung für das Heilige Rom ist. So wie der imperiale Humvee schlingert es auf der Fahrbahn hin und her. Nur findet dort kein Kampf um den Fahrersitz statt. Denn Franz (oder Franziskus) der Erste sitzt ganz alleine am Lenkrad. Und es sieht so aus, als würde er die Fahrt ziemlich genießen, selbst wenn sämtlichen Passagiere im rückwärtigen Teil des Wagens schon übel ist. Und zwar allen, egal ob Modernisten oder Traditionalisten. Jeder versucht die Bewegungen auszugleichen, ob das Auto nach links oder nach rechts schleudert. Je nachdem, und hin und zurück. Und wieder. Mittlerweile sprudelt der Fahrer ja sogar - wie er selbst zugibt - nur noch wirres, widersprüchliches und idiotisches Zeug aus sich heraus, und zwar eines nach dem anderen.

Was ist nun das andere Auto, das auf dieselbe Breitspurautobahn abzielt, nur aus der gegenteiligen Richtung? Das könnte der Cheka Sedan sein. Und er wird gelenkt von der Nemesis des Franziskus, dem Patriarchen Kyrill. Der Mann also, den Franz in Havanna vor ein paar Jahren zu bestechen versuchte. Ausgerechnet jenen Mann also, der keinerlei Anstalten macht, sich bestechen zu lassen, egal von wem. Franz bot ihm die Autokephalie an, aber Kyrill lehnte ab.

Und noch ein Auto fährt dieselbe Straße, wieder: Von Ost nach West. Dieser Fahrer ist der Cheka bereits voraus, aber er fährt einen Yugo, und es ist der

Patriarch of Constantinople. Nicht nur der Patriarch. Er ist sogar der Ökumenische Patriarch. Und dieses Wort Ökumenisch ist jenes machtvolle Wort, das Bartholomäus ermächtige, das Auto zu entführen, in dem er sitzt, das in der östlichen Orthodoxie aber außerhalb von Rußland (und der Ukraine) unterwegs ist.

Ehe Barti daherkam, gab es so etwas wie einen Östlichen Papst nicht. Es gab dieses Amt nicht. Denn nicht zuletzt ist der definierte Glaube der Östlichen Orthodoxie, daß es da kein Ding wie einen legitimen "Der Papst" nicht gibt, egal ob im Osten oder im Westen. Das, was ich hier Östlichen Papst nannte, wäre deshalb in den Ohren östlicher Orthodoxie weit aggressiver als das römische Konzept eines globalen Papstamtes. Bis in jüngste Zeit wären aber auch Gedanken wie ein Papstamt, das NICHT global orientiert ist, auf wenig Gegenliebe gestoßen. Jetzt aber ist alles, Ost- wie West-Papstamt, völlig aus dem Blick verschwunden. Nichts aus der Vergangenheit hat heute noch Gültigkeit. Und hier ist der Grund dafür.

Wir kennen die aktuelle Lateinische Situation. Der Blüte der lange sich bemühenden modernistischen Rose folgte ihr unmittelbares Verwelken. Im Westen ist die Zeit des Raskolnikow angebrochen. (Daß Sie, werter Leser, nun möglicherweise nicht wissen, was diese letzte Bemerkung bedeutet, sagt alles über den heutigen Zustand des (Un-)Glaubens in dem früheren Lateinischen Westen.

Die Welt des Ostens wurde erschüttert vom Anspruch des Bartholomäus, dem Patriarchen von Konstantinopel, daß er und nur er alleine die authentische Rolle eines Führers der Orthodoxen Welt inne habe. Eben "Ökumenische" Führerschaft. Er meint, daß ihm die anderen orthodoxen Kirchen rundum zu gehorchen hätten. Was nichts anderes bedeutet als "Papst des Ostens", was sonst, auch wenn es dafür keinen offiziellen Titel gibt.

Dabei gibt Bartholomäus vor, und zwar in jeder Hinsicht, daß sein Ziel eine Wiedervereinigung der Kirchen, und zwar Ost und West, ist. Um das zu erreichen, muß er zuerst einmal mit dem Papst im Westen übereinstimmen. Nur ist das Problem, daß diese Wiedervereinigung nur politischer, nicht spiritueller Natur wäre.

Diese Situation wirkt leicht betäubend auf die Vernunft, und zwar in mehrerlei Hinsicht. Zuerst einmal weil die Bedeutung des Papstamtes auf der Idee beruht, daß es nur ein Haupt der Kirche geben könne. Wenn Franz dem Konzept zustimmt, daß es so etwas wie einen östlichen Papst gibt, würde er im Endeffekt zugeben, daß seine eigene Rolle sich auch auf etwas Geringeres reduziert, nämlich auf die eines West-Papstes.

Umgekehrt hat Bartholomäus, wenn er nun sagt, daß es so etwas wie einen Ost-Papst gibt, den Glauben der östlichen Orthodoxie ins Herz getroffen und in Frage gestellt. Er würde die autonome (und autokephale) Natur der vierzehn "lokalen" Kirchen der orthodoxen Welt verleugnen. Bartholomäus gleicht damit Lincoln bei seinem Versuch, die Union zu bewahren. Außer, daß es da nie eine Einheit im Osten gegeben hat.

Die Idee einer sämtliche lokale Kirchen übergreifenden Einheit ist Anathema. Jede lokale Kirche ist niemandem außerhalb ihrem eigenen kanonischen Territorium verantwortlich. Und damit auch nicht gegenüber dem Papst, wie es ihn gibt. Diese Unabhängigkeit war die wahre Basis der Östlichen Orthodoxie, wie sie sich seit der Zeit des Photius gebildet und von der normalen Orthodoxie unterschieden hat. Und die das ist, was im Osten als Katholizismus bekannt war, ehe das große Schisma im Jahre 1054 formell stattfand.

Mit einem Mal aber versucht Konstantinopel, über Bartholomäus, der erste und nachdrücklichste Vertreter dieses schismatischen Ideals einer kirchlichen Autonomie/Autokephalie, eine romaneske Version des Papstamtes den übrigen dreizehn lokalen Kirchen des Ostens aufzudrücken. Das ist, um das Mindeste zu sagen, die empörendste und ungewöhnlichste Sache, die einem östlichen Ohr jemals zu Gehör gekommen ist.

Und es wird deshalb auch nicht besonders gut aufgenommen. Was einige Dinge in diesem ganzen Szenario erklärt. Wie erklärt man das Konzept eines östlichen Papstes den "ökumenischen Brüdern" in der östlichen Welt? Ganz einfach. Man stehle sein Auto und erzähle ihm dann, daß es ja ohnehin Dir gehört hat. Deshalb bist Du ja sowieso sein Papa, sein Papst. Er hätte nichts, gar nichts, wenn es nicht ohnehin für Dich gewesen wäre, nicht wahr? Also schluckt den Braten, Kinder.

Wir sind doch keine Geschwister ohne einen wirklichen Vater, oder? Wir sind immerhin eine Familie, das wird doch niemand bestreiten, und Barti ist ihre lange abwesende Vaterfigur, die sich jetzt aber geoffenbart hat. Wenn ihr dreizehn kleine Kinder das nicht mögt, dann wird Barti eben einige andere Waisen adoptieren und ihnen den Rest Eurer Sachen geben.

Im Wesentlichen ist es das, was im Osten durchgesickert war, als Barti begonnen hatte, alle die uralten "Bestätigungen" der Autonomie und Autokephalie neu zu interpretieren. Vergessen wir einmal, daß die meisten dieser dreizehn anderen, seit der Zeit des Photius bestehenden Lokalkirchen, Konstantinopel gegenüber nun genau das gemacht haben, was Photius Rom angetan hatte. Was auf nichts anderes hinauskommt als daß man das Auto des Alten Mannes gekapert hat (man hat die Besitztümer des Patriarchen, die sich in den Lokalkirchen befanden, an sich gerissen) und lauf weg von Zuhause.

Wie auch immer, es bleibt die Frage, wer nun noch im Yugo von Bartholomäus sitzt? Der eine ist Epiphany Dumenko, der Metropolitan der falschen Orthodoxen Ukrainischen Kirche (OUK). Der andere ist Hieronimus II., der Erzbischof von Athen und Primas der Griechisch-Orthodoxen Kirche.

Im Kurzen die Geschichte. Bartholomäus, der Erste unter Gleichen (Primus inter Pares) in der Orthodoxie, erweiterte seine Macht indem er den Titel des Ersten ohne Gleiche für sich in Anspruch nahm. Er vollzog das, indem er einseitig die Gründung einer neuen Kirche in der Ukraine anerkannte, die aus zwei schismatischen Kirchen bestand, die sich schon vor Jahren von der Ukrainisch-Orthodoxen Kirche abgespalten hatten. Diese Ukrainisch-Orthodoxe Kirche ist es aber, die von den übrigen dreizehn lokalen Kirchen der östlichen Orthodoxie anerkannt wurde. Und zwar auch von Bartholomäus in Konstantinopel.

Das ist, als würde McDonalds neben dem bestehenden Franchise-Vertrag nun noch einen neuen Franchise-Vertrag einführen. Die neue Kirche (die Orthodoxe Kirche der Ukraine, OCU/OKU) erhebt nun Anspruch auf sämtliches Eigentum und Mitarbeiter (Gemeindemitglieder) der originalen Franchisenehmer, der Ukrainisch Orthodoxen Kirche (UOC/UOK).

Sehen Sie nun ein, werter Leser, warum alle die übrigen lokalen Kirchen über einen Papst Bartholomäus etwas nervös werden? Was geschieht, wenn sie ihm widersprechen? Er könnte einigen anderen Willigen einen neuen Franchise-Vertrag direkt neben dem eigenen gewähren, und dann heilige Eide schwören, daß den Neuen sämtliches Eigentum zustünde. Nun, was meinen Sie, werter Leser, wer diesen unglaublichen Betrug gekündigt hat? Die Unierten!

Das Eigentum, das Bartholomäus zu stehlen versucht hat (die UOC/UOK) ist zur Gänze der Russisch-Orthodoxen-Kirche (ROC/ROK) unterstellt. Die die größte der Einzelkirchen der östlichen Orthodoxie ist. Dieser 800-Pfund-Gorilla im selben Zimmer mit dreizehn lokalen Schimpansen der östlichen Orthodoxie. Jener Gorilla, der über vierhundert und mehr Jahre alle lokalen Kirchen finanziell unterstützt hatte, als sie unter Joch und Daumen des Sultans gekommen waren.

Barti und seine Quatschpuppe Dumenko versuchten sogar, eine von Kyrills Sommerresidenzen in der Ukraine zu rauben. Das hat Kyrill so richtig wütend gemacht. Und auch Vlad, wen sonst. Besonders seit Vlads Pläne sämtlich aufgegangen sind, und er auch alles sonst noch tut, um die Ukraine wieder in den russischen Orbit einzugliedern.

Beginnt nun die Sache endlich begreifbarer zu werden?

Wobei jetzt erst der wichtigste Punkt kommt: Die ROC/ROK ist fundamentalstes Element in der Unterstützung der Legitimitätsfrage von Vladimir Putin in Rußland. Was glauben Sie wem Vlad, der Fürst von Moskau, glaubt, wenn Kyrill seine Beschwerden vorbringt, und beklagt, daß hier ein versuchter Raub von Kircheneigentum im Schwange ist? Denn wenn Kyrills Ukrainische Kirchenprovinz in Richtung Westen umfällt könnte es glatt sein, daß Vlad niemals bekommt, was er so gerne möchte.

Verstehen Sie jetzt aber auch, was die Kriegs-Partei der Westlichen plant - das mit der Aufteilung des Heiligen durch das Profane beginnt? Wenn gelingt, was sie vorhaben, wird alles profan. Denn jeder von denen, die involviert sind und die ich bei diesem heraufziehenden Terroristen-Geschehen erwähnt habe, ist böse. Außer Donald. Er ist nur ein Heide der hofft, diese Aufteilung abwickeln zu können, ehe alle die übrigen Wagen eintreffen.

Machen wir aber vorerst einmal für eine Sekunde Zwischenstop, und erinnern wir uns, worüber ich im Ersten Teil gesprochen habe. Wer waren also die Bösen in diesem Spiel? Richtig, die Arianer. Und zwar sowohl die arianischen Bischöfe wie auch deren Generäle. Wissen Sie aber was? Die sind zurückgekehrt. Zombies sterben nämlich nie.


Morgen Teil 4)


 

Mittwoch, 15. April 2020

Die Lehren aus Chlodwig und seiner Armee gegen den Arianismus (2)

Sie finden hier eine Übertragung eines weiteren Artikels von Ianto Watt, der sich auf den Seiten von William M. Briggs ab 14. November 2019 findet (Teil 1 und Teil 2) und mit dessen freundlicher Genehmigung hier nun auch in deutscher Sprache zur Verfügung steht. Auf vier Happen aufgeteilt, es wird täglich einen weiteren geben. Sein Inhalt scheint nur auf den ersten Blick sehr "amerikanisch". Das Schema, die historischen Bezüge und Muster, die man erkennt, die Archetypen, die Watt zeigt, finden sich aber in Europa und bei uns nicht weniger. Sie werfen ein weiteres erhellendes Schlaglicht auf das, was passiert. Und vor allem - wohin es gehen wird.

Die Lehren aus Chlodwig und seiner Armee gegen den Arianismus –
Gastbeitrag von Ianto Watt 

Erstmals veröffentlicht im Blog von 


Teil 2)


Chlodwig ist das Vorbild? Wir wollen es hoffen. Denn der hat gewonnen. Und wie hat er das geschafft? Zuerst einmal hat er sich mit dem geeinigt, was die allgemeinen Überzeugungen seiner Truppen waren, und die hat er gegen die Überzeugungen seiner Feinde gestellt. In diesem Fall gegen den Tiefen Staat des römischen Imperiums. Und dann hat er seine Truppen nach jedem Sieg vergrößert, indem er die Soldaten von seinen Feinden eingeladen hat, auf seiner Seite zu kämpfen.

Aber nur die Soldaten. NICHT IHRE ANFÜHRER.


Chlodwig war ein Auxiliar General (Hilfsgeneral für Legionäre; Anm.) in den römischen Legionen im späten 5. Jahrhundert. Das war ungefähr zu der Zeit, als die zentrale Macht Roms unter den Attacken meiner Cousins, der Barbaren, bereits ziemlich erschüttert war. Dabei war Chlodwig ja auch selbst ein Barbar, so wie die meisten seiner Männer. Das ist auch die grundsätzliche Definition von Auxiliartruppen, Hilfstruppen: Barbaren im Sold von Rom. Sie waren alles was in den Provinzen noch übrigblieb, als die italienischen Legionen bereits mehr und mehr gegen ihre Hauptstädte Rom und Konstantinopel zurückgedrängt waren. Aber die Soldzahlungen erfolgten bereits schleppend. Und das ließ manchen die Nerven durchgehen.

Das bedeutete, daß Chlodwig das war, was man heute "warlord" nennt, Bandenchef sozusagen, und es lag rein bei ihm, ob er es vermochte - oder nicht - mit seinem französischen Durcheinander zurechtzukommen, der zurückblieb, nachdem die patrizische Oberschichte die Szene bereits fluchtartig verlassen hatte. (Auf diesem Bild sieht man, wie so etwas bei einem gegenwärtigen Imperium aussieht.) Das war auch bei den angrenzenden Gebieten dasselbe, sie waren alle in derselben Situation, hatten alle dieselben Hilfstruppen, und waren alle von einem Barbaren-General angeführt, der vor demselben Problem stand wir Chlodwig.

Der bedeutende Unterschied war, daß alle diese Generäle der umgebenden Gebiete sich selbst als zivilisierte Römer sahen. Waren sie nicht alle zu der offiziellen römischen Staatsreligion konvertiert, dem Katholizismus? Hm, ja und nein. Wobei eher nein als ja. Klar, sie waren konvertiert. Aber nicht zum wahren Katholizismus. Stattdessen hatten sie sich für eine der ersten Aufblühungen des Protestantismus entschieden, die man damals Arianismus nannte.
Das ist jene Häresie, die da sagt, daß Jesus nicht seit aller Ewigkeit bestand. Seinen gottgleichen Status hatte er dann eher während seines vorbildlichen und außergewöhnlichen menschlichen Lebens erhalten. Und wenn ER das konnte, warum sollten sie das nicht auch können? War es nicht eine Tatsache, daß sie diesen Punkt sogar ebenfalls schon erreicht hatten? Waren diese Generale nicht schon genau so außergewöhnlich? Sie dachten mit Sicherheit so von sich.

So nebenbei ließ das die Lage so aussehen, daß sie mit dem erst kürzlich christianisierten Imperator - es hatte ja erst mit Konstantin begonnen - ebenbürtig waren. Das war politisch doch auch äußerst passend. Was für ein schönes Possenspiel!

Alle Generäle waren also Arianer. Außer einem: Clovis, der Heide, war der einzige, der kein Arianer war. Wobei die meisten seiner Soldaten keine Heiden mehr waren. Aber auch keine Arianer. Sie waren vielmehr Katholiken. Männer von der Straße, kleine Leute. Kleine Katholiken. Männer, die sich rund um einen einzigen spirituellen Führer auf Erden versammelt hatten. Und obwohl die Kirche mit dieser Arianischen Häresie fast gänzlich schon ruiniert worden war, sogar noch nach dem Konzil von Nicäa im Jahre 325, hatte diese Infektion den überwiegenden Teil der Bevölkerung NICHT angestellt. Nein: Es war der Großteil der Bischöfe, die vom rechten Glauben abgefallen waren, weil die arianischen Generäle ihren Willen durchgesetzt, die Bischöfe also nachgegeben hatten. In den Augen der Generäle war das das Ticket zur Legitimität. Denn wenn die Bischöfe sagten, sie waren von Gott gesegnet, warum sollte man daran zweifeln? Kein Bischof verweigerte den häretischen Generälen in jenen Tagen die Kommunion. Oder tat das einem seiner abgefallenen Brüder im Amt gegenüber.

Klingt das alles nicht irgendwie bekannt?

Als Chlodwig gegen diese benachbarten Generäle in den Krieg zog, waren seine Truppen nicht nur durch patriotische Gefühle (für ihre unmittelbare Heimat) mit Energie aufgeladen, sondern, was noch wichtiger war, durch eine gemeinsame Überzeugung. Eine Überzeugung, die ihnen als Menschen eine Würde gab, wie sie all den Heiden oder Arianern fehlte. Wen kümmerte es da, daß Chlodwig ein Heide war, solange er höchst wirkungsvoll gegen den römischen Tiefen Staat (solchen wie ihn Bischöfe oder Generäle darstellten) kämpfte?

Die Mehrheit der heutigen Kirchenhierarchie ist Teil des imperialen Tiefen Staates. Man schaue sich nur ihre Einkommenssteuererklärung an. Raten Sie mal, wer dafür bezahlt wird, staatliche "Nächstenliebe" zu betreiben.
 
Noch weitere Ähnlichkeiten gefällig? Dann erinnere man sich doch einmal an die Vorwahlsaison der Republikaner im Jahre 2016, als Donald mit siebzehn arianischen RINOs aufkreuzte. Romans In Name Only. Römer dem Namen nach. Sie alle waren vorgeblich Christen, aber alle waren von den originären (und immer noch gültigen) Dogmen der Kirche meilenweit entfernt. Dabei kritisiere ich Protestantismus hier natürlich nur wegen des mangelnden Zusammenhalts. Denn mit anderen Worten heißt das: Man kann nicht geeint zusammenarbeiten, wenn man nicht geeint IST.

Und das ist die Achillesferse unserer Nation. Dieser leuchtenden Stadt auf dem Berg. Wir können dem Imperium nicht widerstehen, weil wir ständig untereinander über Glaubenssätze streiten. Das bedeutet nicht weniger als daß wir unfähig sind, in einer geeinten Strategie vorzugehen, da brauchen wir von Taktik noch gar nicht reden. Schauen wir den Tatsachen doch in die Augen. War in diesem Aufgebot der siebzehn RINOs auch nur ein aktiver, praktizierender Katholik? Irgendeiner, der aktuell und aggressiv die katholische Orthodoxie verteidigte? Nein, mein Freund, der einzige, der uns unter diesen verwirrenden Umständen einen könnte wäre ein heidnischer Barbar. Mit flammendem Haar. Und einem katholischen Eheweib. Das ihn dann (und vielleicht tut sie es jetzt schon) wenn sich die Gelegenheit bietet zum Glauben bekehrt. So wie es Clothilde bei ihrem Chlodwig machte.

Bürger, stelle Dir einmal diese Frage: Wer, außer Donald, ist ernsthafter gegen den arianischen Irrsinn unserer Zeit aufgestanden? Wer ist in der Verteidigung Amerikas als Nation, der Amerikaner als Volk, aggressiver vorgegangen? Und dasselbe bei der Christenheit, in der Front der Abtreibungsgegner?

Nein, das nicht, vergleiche, werter Leser, ihn nicht mit einem Heiligen (und weise ihn dann wegen seiner offensichtlichen Schwächen zurück). Vergleiche ihn besser mit dem, was Du ohne ihn bekommen würdest. Denn was wäre das? Ein arianischer Herrscher. Im Arianismus geht es um "Weiterentwicklung", und wir wissen, wohin das führt. Schaue einer nur auf unseren letzten (neuen) Transgender-Kongressabgeordneten. Und mit jedem aus der Schar der Demokraten. Und - man muß die Wahrheit beim Namen nennen - bei dieser ganzen Höllenbrut von RINOs.

Chlodwig mag gegen seine römischen Generalskollegen gekämpft haben, aber nicht, weil sie Römer waren. Er hat gegen sie gekämpft, weil sie Arianer waren. Arrogante, imperiale Arianer. Männer, die von sich behaupteten, sie wären römisch, die aber nicht den Funken von Verpflichtung dem ursprünglichen Konzept der römischen Republik gegenüber fühlten, ehe sie das Geschlecht wechselte und sich zum Imperium wandelte. Wirkliche Männer fallen nie in diese "Entwicklungs- und Veränderungs"-Falle. Sie wissen, wer sie sind. Sie wissen, wer Gott ist. Und sie verwechseln diese beiden nicht.

Bedeutet das irgendetwas für Sie? Wissen Sie, worum es da wirklich geht? Glauben Sie, daß Gott und Caesar Freunde sind?

Nein, mein Freund. Chlodwigs Kampf drehte sich in allem darum, sich von einem Imperium zu befreien, das den Menschen auf die gleiche Stufe stellte wie Gott. Drehte sich darum, wieder einen Staat zu etablieren, in dem die Menschen ihre Treue zum wahren Gott über den König stellten. Drehte sich darum einen Anführer zu haben, der mit diesem Ideal übereinstimmte. Und das war das original römische Ideal.

Das ist der Grund, warum so viele der Armeen, die Chlodwig schlug, freiwillig in seine Armee eintraten, um sich dort dann für die nächste Schlacht gegen den nächsten arianischen General vorzubereiten. Letztendlich könnte man sogar sagen, daß Karl der Große auf den Schultern von Chlodwig stand. Jedenfalls wäre es klug von uns, diese Tatsache zu verstehen und so richtig einmal durchzuventilieren.

Fast niemand im Herzland Amerikas versteht, daß vor uns eine Kreuzung liegt. Alle glauben, daß es nur um ein Kopf-an-Kopf-Spiel im Politzirkus geht. Sie können sich nicht einmal vorstellen, daß da noch zwei (oder mehr) andere Fahrzeuge mit exakt denselben Absichten auf dieselbe Kreuzung zurasen, die aber im 90-Grad-Winkel darauf zufahren.

Amerikanische Nationalisten haben die letzten hundert Jahre (und länger) damit verbracht, das Imperiale Soma (siehe: Aldous Huxley, "Brave New World"; Anm.) zu sich zu nehmen, das da behauptet, daß Arianismus unsere wahre Religion ist. Man buchstabiert ihn nur wie "Amerikanismus". Und es steht auch direkt vor Ihnen: Arianismus. Genauso wie in Amerikanischer Exzeptionalismus. Oder, wie wir es heute sowieso schon nennen: Demokratie. Unsere wahre Religion des Neo-Konservativismus.

Dieses selbe politische System besteht sogar darauf, daß unsere originale Religion (die protestantische Christenheit) dieser alles übertrumpfenden Wahrheit untergeordnet ist, daß alles Heil von der Politik kommt. Und zwar von der Partei. Und von welcher Partei? Suchen Sie sich eine aus, sie sind alle gleich. Sie müssen nur hier unterschreiben, und das dann allen erzählen.

Unser Glaube ist schlicht und ergreifend von der Erastianistischen Richtung eines falschen Patriotismus in die Irre geführt. In dieser Version des "Patriotismus" wird die Nation über Gott gestellt. Während wir nach außen hin stolz erzählen, daß wir "eine Nation unter Gott" sind. Ist Ihnen jemals aufgefallen, daß der einzige Ort, wo es Gott gestattet ist, im Imperium aufzutreten, die Dollar-Note ist? Was uns so nebenbei einiges darüber erzählt, wen oder was wir wirklich anbeten, ob wir das begreifen oder nicht.
Und während wir klammheimlich darauf vergessen, daß unsere Nation als Republik verfaßt ist, und NICHT als Demokratie. Demokratie (also diese Form des Arianismus, wo alle Menschen Gott sind, oder dieser werden können) ist nämlich die Straße in den Ruin, wie schon der olle Aristoteles gesagt hat. Sie führt direkt zur Tyrannei.

Wenn wir auf dieser abschüssigen Straße bleiben, ist Tyrannei also unser letzter Zwischenstop. Denn es könnte sein, daß wir sobald wir dort ankommen, einen Zwischenstop erfahren. Ein kluger Mann würde das sogar in seine Berechnungen einplanen.


Morgen Teil 3)



Dienstag, 14. April 2020

Die Lehren aus Chlodwig und seiner Armee gegen den Arianismus (1)

Sie finden hier eine Übertragung eines weiteren Artikels von Ianto Watt, der sich auf den Seiten von William M. Briggs ab 14. November 2019 findet (Teil 1 und Teil 2) und mit dessen freundlicher Genehmigung hier nun auch in deutscher Sprache zur Verfügung steht. Auf vier Happen aufgeteilt, es wird täglich einen weiteren geben. Sein Inhalt scheint nur auf den ersten Blick sehr "amerikanisch". Das Schema, die historischen Bezüge und Muster, die man erkennt, die Archetypen, die Watt zeigt, finden sich aber in Europa und bei uns nicht weniger. Sie werfen ein weiteres erhellendes Schlaglicht auf das, was passiert. Und vor allem - wohin es gehen wird.





Die Lehren aus Chlodwig und seiner Armee gegen den Arianismus –
Gastbeitrag von Ianto Watt

Erstmals veröffentlicht im Blog von 


Teil 1)

Sind Sie je mit Autodrom-Autos gefahren? Wo man alle möglichen verrückten Kehrtwenden machen kann, und ohne Rücksicht auf Regeln quer über die Bahn fetzen kann, wo man mit anderen zusammenstoßen kann, ohne Angst haben zu müssen, jemandem wirklichen Schaden zuzufügen? Wo es keine Regeln des Straßenverkehrs gibt, und es nur einen Horror gibt - zu langsam dahin zu gondeln. Wo man einen schönen Totalzusammenstoß produzieren kann, der nicht mehr Wirkung hat als Herumgekichere? Macht Spaß, probieren Sie es!

Nur - haben Sie das je mit 100 km/h probiert?

Machen Sie sich aber darauf gefaßt, denn ich gehe davon aus, daß das bald kommen wird. Wir stehen sogar kurz davor, einen solchen maximalen Frontalzusammenstoß zu erleben. Sie meinen, ich spreche über unsere widersprüchliche politische Strategie? Das ist zwar nicht ganz falsch, aber das ist es nicht ausschließlich. Klar, es stimmt schon, die Politik in dieser Zeit ist so schlimm, daß es schlimmer kaum können könnte. Keine Anschuldigung, kein Vorwurf, der den Medien zu würdelos und niedrig ist. Als hätte man nur mit ihrer Fähigkeit zur Selbsthypnose kalkuliert. Nutten und Huren, wo man hinsieht. Und an mehr Orten, als man je gedacht hätte.

Aber die politische Situation ist in und aus sich nicht in der Lage, die Dinge so auf die Spitze zu treiben. Normalerweise können Menschen ja durchaus zwar von einer Idee besessen sein, aber trotzdem die Fähigkeit bewahren, dem Nachbarn noch genügend Raum zu lassen. Allerdings nur so lange als sie sich nicht entschieden haben zu glauben, daß es nur noch ihre Politik auf der Welt gibt. Und daß diese ihre Seite das Recht auf Wahrheit in der Monopolausführung gepachtet hat. Daß das Heil nur von ihrer Partei kommen kann.

Womit wir schon bei meinem ersten Punkt sind. Denn als Amerikaner stehen wir jetzt vor der Entscheidung, ob wir wirklich eine Nation werden wollen, oder das Gegenteil, ein Imperium. Beides zugleich geht nicht. Man kann nicht zugleich Romulus und Remus sein. Einer von ihnen muß sterben.

Wovon ich da rede? Daß wir kurz vor einem Hochgeschwindigkeits-Crash stehen? Absolut. Nach wie vor wird Das große Spiel am Broadway aufgeführt. Und genauso, wie das Römische Imperium nie ganz fiel, fiel auch nie das Britische Imperium. Zumindest sind ihre Financiers nie gefallen. Sie haben es alle bis heute irgendwie geschafft, zu überleben. Und jeder mit einem Auge und einem halben Gehirn ist in der Lage, die Trommeln für einen Krieg mit Rußland schlagen zu hören, die auch jene, die das Imperium führen, durch ihren Rhythmus steuern. 

Dasselbe Imperium, dieselben Wünsche, dieselben Resultate.

Ist es wirklich so simpel? Gibt es in diesem gigantischen Wettlauf der Hühner wirklich nur zwei Fahrzeuge? Oder gibt es da noch mehr Autos auf mehr Straßen, die alle zur selben Straßenkreuzung führen? Und haben diese dann dieselben Absichten wie die zwei politischen Fahrzeuge? Halten wir einmal inne, und denken wir einmal eine Minute darüber nach. Was könnte Männer dazu bewegen sich zu wünschen, in den Krieg zu ziehen, ja sogar: in den totalen Krieg? Gut, da gibt es einmal Patriotismus, der kann das sicher. Aber sonst noch was? Ja, auch das. Und zwar jenen Spieler, den man nicht nennen kann. Zumindest jetzt noch nicht.

Schauen wir uns einmal an, wem diese Autos gehören. Da haben wir einmal das Imperium, welches sich - SOP (Standard Operation Procedure, also Standardvorgangsweise) -  mit jedermann im Krieg befindet. Sehen Sie den Humvee, der mit Höchstgeschwindigkeit dahinrast? Erkennen Sie den Fahrer, den mit dem orangefarbenen Haar? Ich bin sicher, Sie erkennen ihn. Aber der Fahrer ist nicht wirklich das Imperium. Denn der Imperator ist nicht das Fahrzeug. Das ist er nie. Zu gefährlich, Sie verstehen. Der schaut allem nur mit sicherer Distanz zu. Und wenn er einmal etwas möchte, wird es ihm frei Haus geliefert.

So nebenbei, einen wirklich einzigen Herrscher gibt es nicht. Klar, Präsidenten wirken so, als wären sie wirkliche Herrscher. Aber die Geschichte hat uns gelehrt, daß diese Behauptung gar nicht stimmt. Die wirkliche imperiale Macht haust immer im selben Haus wie die Geldgeber. Die haben auf alles, was nur irgendwie von Wert ist, ein Pfandrecht. Wer dabei gerade der Vorsitzende des Aufsichtsrats ist, egal zu welchem Zeitpunkt, ist nicht wirklich von Bedeutung. Von Bedeutung ist vielmehr, daß diese Geldgeber keinem Land wo immer auf der Erde verpflichtet sind. Keinem. Denn sie besitzen zwar in jeder Nation der Welt Häuser, aber wirklich wohnen, wirklich leben tun sie nirgendwo. Das sollten Sie nicht aus dem Gedächtnis verlieren, wenn sie das Spielfeld erkunden.

Diese Inhaber der Pfandrechte scheinen nun zu glauben, daß Donald die Präsidentenlimousine im Jahr 2016 gestohlen hat, und daß er nun versucht, damit über die Staatsgrenze (=Wiederwahl) zu entkommen. Um so in eine halbwegs sichere Situation zu gelangen, wo er zumindest nach seinen Vorstellungen dieses Auto seinen ursprünglichen Besitzern wieder zurückgeben kann. Mit anderen Worten: Es scheint da eine Auseinandersetzung darüber zu geben, wem dieses Auto überhaupt gehört.

Keine Frage ist, wer das Pfandrecht daran über die letzten hundert und drei Jahre besessen hat. Bis eben diese Pfandrechtseigentümer an dem Punkt gekommen sind, an dem sie glauben, daß Donald sie 2016 unrechtmäßig an sich gerissen hat. Und zumindest für eine kleine Weile sah es dabei so aus, als könnte er damit auf und davon rennen. Aber mit einem Mal, und mitten in einem Scheingefühl der Sicherheit, ist Donald's CIA "Leibwächter" im Passagiersitz neben ihm plötzlich seitlich nach links geglitten, hat seinen Fuß mitten auf den von Donald gestellt, und das Gaspedal bis zum Anschlag durchgedrückt. Das Bremspedal ist mittlerweile nur noch ein Haufen Brösel. Trump will raus aus Syrien? Vergiß es, Donald. Raus aus Afghanistan? Und sogar aus der NATO? Na das kannst Du erst recht vergessen. Raus aus der Ukraine? Daß ich nicht lache. Guter Versuch, Junge. Raus von egal wo? Na, hast Du noch alle? Die RePo-Leute des Imperiums geben nichts kampflos auf. Und kämpfen um alles bis zum Tod. Und zwar um Deinen Tod, Donald, darum geht es.

Und damit haben wir schon das wichtigste Problem für alle Insassen des Fahrzeuges. Da wird erbittert um jedes Rad gekämpft, und das Auto wird gefährlich zwischen den Leitplanken hin und her geworfen, ja es überschlägt sich sogar beim Vorwärtskommen. Es wäre schon ein Wunder, wenn es nur bis zur Halbzeit kommen würde, und das große Ziel kann es sowieso vergessen. Aber ich glaube eben an Wunder. Und es ist in meinen Augen schon ein Wunder gewesen, daß Donald unter diesem Druck der Anschuldigungen und Angriffe überhaupt so weit gekommen ist.

Das ist es also, das erste Auto, auf dessen Rücksitzen die patriotischen Imperiumssoldaten (wir) gefangen sind, während auf den Vordersitzen der tödliche Kampf anhält. Draußen ist es dunkel wie in der Hölle, und schon lange Zeit hat man kein Verkehrszeichen mehr gesehen. Wo sind wir überhaupt? Und kommen wir den Rücklichtern vor uns näher?

Offenbar nicht. Sie scheinen genauso schnell unterwegs zu sein wie wir. Unvermindert rast dieses Falkatus-Monster auf Rädern dahin. Es rast die Hauptstraße hinunter, und macht keinerlei Anstalten, einmal zu wenden. Der Fahrer hat nämlich eine Pistole an der Schläfe. Denn das ist die Art, wie in dem Geschäft gearbeitet wird. Keinen Moment denkt er daran, seine möglichen letzten Sekunden für eine bestimmte Mikro-Sekunde an Klugheit zu verkaufen, einfach indem er etwas Verrücktes macht, indem er zum Beispiel einmal heftig auf die Bremsen springt. Er kennt seine Geschichte. Genauso wie Leute, die wissen, daß das imperiale Rom endgültig vorbei ist, weiß er auch, daß die Sowjetunion Geschichte ist. Nur seine Führer sind es nicht. Besser den Wettbewerb der Halbstarken jetzt mitzuspielen, als später möglicherweise den Kürzeren zu ziehen. Es ist besser, den 'ehemaligen' KGB-Typen im Rückspiegel keinen Moment aus den Augen zu lassen, als nach vorne einen Blick durch die Windschutzscheibe zu werfen.

Was soll das, sagen Sie nun. Das ist doch nur eine weitere Episode dieses typischen Machtkampfes des Imperiums mit dem Möchtegern-Imperium von Rußland. Das haben wir doch fünfundsiebzig Jahre lang gespielt, und niemand hat jemals das Imperium besiegt. Ein paar Rückschläge, höchstens. Korea. Kuba. Berlin. Saigon. Kabul. Damaskus.

Alle diese vergangenen Duelle und Wettkämpfe wurden von amerikanischen Nationalisten gestemmt. Immer dabei im Namen der amerikanischen Imperialisten. Die meisten dieser vergangenen Geschehnisse sind zudem passiert, wenn die 

Kämpfer auf amerikanischer Seite überwiegend Christen 

waren. Mit dem kleinen Schönheitsfehler, daß sich zwar die meisten selbst als Christen einschätzen, aber dabei übersehen, daß es eine Million unterschiedlicher Richtungen und Schattierungen in dieser Bekenntnisreligion gibt. Und täglich kommt eine neue Geschmacksrichtung dazu.  

Amerika ist immer eine protestantische Nation gewesen, und zwar ganz von Anfang an. Was sicherstellt, daß es niemals so etwas wie eine einzige richtige Lehre gibt. Eigentlich ist sogar das Gegenteil richtig. Und das ist genau die Art, wie uns die Meister des Imperiums auch kontrollieren. Wenn wir keine einheitlichen Überzeugungen haben, können wir auch nicht sagen, was uns zu einer geeinten Nation machen könnte. Umso freimütiger beten wir wie ein imperiales Mantra den Satz herunter, daß Amerika die Christenheit IST. Und umgekehrt. 

Also ist es auch egal, wenn wir sagen, daß Cesar dem Christentum nahe steht (oder eher sogar noch besser ist als dieses). Dazu muß man nur Max Boot* fragen. Oder Bill Kristol*. Oder Hillary**. Oder alle die übrigen in diesem tiefen (und breiten) Staat. 

Oder fragen Sie gleich auch Bill Buckley***, wenn Sie ihn mal sehen. Ach nein, den nicht, denn der war nie ein katholischer Amerikaner. 

Der war ein amerikanischer Katholik. Das ist dasselbe wie ein Protestant. Und alle diese Varianten und Spielformen sind auf die eine oder andere Weise nur eine Variante des Arianismus. Vielleicht etwas verwässert, wie man so sagt, aber die wesentlichen Elemente dieses Exzeptionalismus, dieses "Besondersseins"****, ist in ihnen allen enthalten. 

Und genau das findet sich im "American Exceptionalismus", diesem amerikanischen Glauben, außergewöhnlich zu sein, auf dem dieses ganze Imperium aufgebaut ist. Und dessen sich alle die oben Erwähnten auch fleißig rühmen. Alle die, die uns brav dem Cäsar unterworfen halten. 

Die Wurzeln der Varianten protestantischer Religiosität unter allen diesen "Einfachen Amerikanern" (einschließlich der amerikanischen Katholiken der Spielart, wie es die Jünger von Buckley sind) sind ein Ergebnis des mangelnden historischen Wissens über sie. Solcherart, unseren eigenen Fähigkeiten überlassen, sind alle diese einfachen Amerikaner unfähig, ihre Aktionen zu koordinieren. Sie haben keine allseits anerkannte Leitfigur, um die sie sich scharen könnten. Wir sind deshalb für alle, die einen gut durchdachten Plan haben, leichte Beute. Zu viele Religionen meint zu viele Häuptlinge, aber nie genug Indianer.

Dennoch unterscheiden wir uns vollständig von den Truppen, die voller Überzeugung dem heidnischen König Chlodwig gefolgt sind. Sollten Sie nicht wissen, wer diese historisch so herausragende Persönlichkeit war, und was er erreicht hat, wäre es Zeit, sich darüber schlau zu machen. Hören Sie auf, ein Faulpelz zu sein. Es gibt nämlich keinen anderen Weg auch herauszufinden, wer Donald wirklich ist. Oder sein könnte. Gegen WEN er wirklich kämpft. Und WOFÜR er wirklich kämpft.

Morgen Teil 2)


*Man könnte diese Namen vielleicht mit Leuten unserer Berichterstattung vergleichen, die als "Weise Leute" in den Medien hochgespielt werden, in Wirklichkeit aber eine Ideologie verkünden, Interessen führender Kreise vertreten, anstatt objektiv zu informieren. Die so aber das Publikum glauben machen, es liefe alles rund in unserem Staat, und die Menschen sollten ruhig bestimmten Leuten glauben.

**Da muß man nichts dazu sagen.

***William "Bill" F. Buckley ist ein als "besonders Konservativer" auftretender US-Nationaler. Alles zusammen also sind die angeführten Namen Personen, die sich als führende Stimmen der Konservativen gebärden und jede Menge Jünger haben. 

****Wie der Protestantismus, hat auch der Arianismus, der in den ersten Jahrhunderten nach Christus auftrat, mit der Losung eines "einfachen Verständnisses" gespielt. Luthers "den Leuten aufs Maul geschaut" war dabei aber genau kein "einfacheres Verständnis", sondern weil das Große, das Hohe nicht verstanden wurde (und eben nicht so einfach und ohne Mühe zu verstehen ist), wurde es nicht "einfacher ausgedrückt", sondern zu etwas Anderem simplifiziert. Nicht ohne zu betonen, daß alles doch dasselbe wäre. Das nun aber auch der bequemere, faulere Geist rasch "versteht". 

Sieh da, plötzlich war es auch populär! Jesus = Gott? Ach, das muß ja nicht sein, und seine Lehre ist ja auch so noch toll, muß man nix ändern, und Jesus war doch echt ein geiler Typ, nicht wahr? Und sieh da: Arianismus war schon zur Römerzeit die "Religion" der "Eliten". Denn wer selbst der Maßstab für "Bedeutung" ist, ist eben auch ... so besonders wie das oder der, was oder wen er "erklärt". Und das ist der springende Punkt.




Sonntag, 8. März 2020

Noch ein Wort dazu (2)

Teil 2) Die Juden der europäischen Wurzeln gibt es nicht mehr



Nur insofern ist es anderseits somit durchaus legitim, von jüdischen "Wurzeln" im Christentum zu sprechen. Die aber "für sich betrachtet" nicht mehr bestehen, weil sie sich auch im Kult endgültig in Jesus Christus, in der Fleischwerdung Gottes in seinem Sohn, erfüllt haben. Mit dieser Erfüllung ging auch eine völlige Umbildung dieses Glaubens einher. Aus einer Gesetzesreligion, der mangels Fleischwerdung Gottes nicht mehr als Lehre und Gesetz hatte, wurde nunmehr eine Seinshaltung, eine direkte Anbindung (nicht nur über die Gnade, sondern auch über die Sinne sogar wörtlich zu nehmen) an Gott, dem "ich bin der ich bin", das Sein alsohin. Von "jüdischen Wurzeln" läßt sich dabei nur mit den Augen eines Historikers sprechen, eines Analytikers. Eine reale, eine politische Dimension hat es nicht. Schon gar nicht eine, die es mit dem heutigen Judentum verbinden würde.

Das gleiche gilt für den Begriff des "Volkes Gottes", das sich insofern gar nicht "geändert" hat, das aber nur für jene gilt, die im wahrsten Sinn "Söhne" Gottes wurden, weil sie im Glauben Abrahams treu Jesus Christus als Messias und Erfüller annahmen und anerkannten. Nur diese sind nunmehr Volk Gottes, die Beschneidung und jedes Merkmal, das vor Christus galt, haben diesbezüglich ihren Sinn verloren. Die durch Christus auf die Erde gekommene Gnade hat auch den Sohnes- und Blutsbegriff in seine wahre (geistige) Höhe gehoben, und die Sohn-Vater-Beziehung als einen geistigen Akt erkennbar gemacht.

Weil wir aber heute von einem Judentum sprechen, von Juden sprechen, und jene meinen, die HEUTE sich als solche bezeichnen (und wer hier nur etwas genauer hinsieht, sieht sehr rasch die Unschärfen, die Unsicherheiten, die Differenzen, die Schwierigkeiten, die heutige "Juden" mit dieser Selbstidentifizierung haben, wo die einen "Juden" die "anderen Juden" gar nicht als "Juden" bezeichnen, ohne daß dieser Streit befriedbar wäre, weil ihn niemand Irdischer entscheiden kann,) wer also diese "Juden" meint, kann nicht von "jüdisch-christlichen" Wurzeln des Abendlandes" sprechen. Die existieren nicht, sondern das Abendland hat sich sogar GEGEN das Judentum entwickelt und abgegrenzt, und ist in dieser Abgrenzung als Volk Gottes - als Kirche als innere Grammatik somit! - geworden und groß geworden.

Wenn neuerdings und zunehmend selbstverständlicher sogar "rechte" Kreise von einem angeblichen "judäo-christlich fundierten Abendland" sprechen, so kann dies nur als Kotau des Schwächelns angesehen werden. Indem sachliche Stellungnahme von einer Schuldneurose durchtränkt wird, die als politisch opportuner oder leichter verträglich einerseits angesehen wird, die anderseits aber sehr wahrscheinlich auch von viel Unkenntnis der Sache selbst geprägt ist. 

Die so nebenbei wie jede Wahrheit auch befreiende Wirkung gerade im Umgang mit dem, was sich heute als "Juden" präsentiert, haben könnte. Ansonsten ist zu befürchten, daß gerade die oft verzweifelten Versuche, heute noch so etwas wie eine abendländische Identität zu festigen oder auszumachen, von der Wurzel her bereits zum Sterben verurteilt ist, weil es auf falschen Prämissen aufbaut.

Die vor allem aber ein Problem hat, das dramatisch wirkt und todgefährlich ist: Weil damit der Versuch gemacht wird, das "Gift" des Abendlandes sogar zu seinem Quellen zu machen. Denn es greift bei weitem zu kurz, das, was sich heute als Judentum bezeichnet, in seinen "Werten" als mit dem Abendland vereinbar zu halten. Alles andere ist wahr! Das zu begreifen ist aber erst dem und dann möglich, wenn das heutige Judentum als anti-christliche Bewegung begriffen wird. Und deshalb auch als Bewegung, die sich von allem Anfang an gegen ein christlich konstituiertes Abendland richtete. Deckungsgleichheiten, die angeblich die Identität beider ausweisen sollen, finden sich nämlich mit so gut wie allen Religionen der Welt.

Aber sie sind, wenn man so will "zufällig" und Restbestände eines allen Menschen natürlichen Suchens nach Gott. Das aber nie nur nirgendwo zur Erfüllung kam. Denn Jesus Christus ist KEIN Prophet. Er ist der fleischgewordene Gott, der sich erst begreifen läßt, wenn man diese Selbstoffenbarung Gottes sieht und annimmt. Die jede der heutigen "Religionen" obsolet macht, die erst durch die Taufe eine Brücke zu Gott haben, ansonsten aber notwendig im Götzendienst verbleiben.




*Selbst dessen Bezugspunkt, der Koran, ist in wesentlichen Teilen eine Übernahme des bereits arianisch geprägten, im syro-aramäischen Raum sehr populären Verkündigungsbuches des "Querein". Das läßt sich aus linguistischen Analysen heraus sehr eindeutig feststellen, und wurde bereits seit mehr als hundert Jahren, als diese Analysen erstmals angefertigt wurden, darunter von so großen Liebhabern des Islam wie Ignaz Goldziher, so identifiziert.

**Denn nachhaltige, substantielle Identität kann sich nur aus positivem Seiendem, also aus Sein, das in diesem Seienden durchscheint, bilden, niemals aus einer Ausgrenzung.





Samstag, 7. März 2020

Noch ein Wort dazu (1)

Nachdem ein Artikel von Caroline Sommerfeld in der "Sezession" zwar bemüht, aber unzulänglich auf die Unzutreffendheit hinweist, die die Rede von der vorgeblichen "jüdisch-christlichen Tradition des Abendlandes" enthält, möchte der VdZ noch ein paar Worte dazu sagen. Sie können hoffentlich die Unschärfe aufklären, die Sommerfelds Ausführungen noch enthalten. 

Denn es ist einerseits grundsätzlich falsch, von "jüdisch-christlicher Tradition des Abendlandes" zu sprechen, wenn damit das Judentum gemeint ist, wie es SEIT Jesus Christus, also auch heute, besteht. Im Gegenteil muß man sogar davon sprechen, daß sich das Abendland IN DER AUSEINANDERSETZUNG, im Gegensatz zum Judentum dieser neuen Prägung (man muß hier von einer "neuen Religion" sprechen, die sogar jünger ist als das Christentum) gebildet und durchgesetzt hat. 

Was war das Merkmal dieser Religion, die sich heute "Judentum" nennt? Es ist die Ablehnung von Jesus Christus als den Messias, als den Erlöser. Eine Ablehnung, die sich im Vorderen Orient weitgehend durchsetzte und dies mit Sicherheit unter starkem jüdischem Einfluß. Die Bildung eines "Islam" mit seinem Leitspruch "Es gibt nur einen Gott, und sein Gesandter ist ein Prophet (und nicht Gott)" knüpft exakt an die als christliche Häresien bezeichneten, sehr starken Strömungen des Arianismus bzw. Nestorianismus an, und sinterten sich im erst ab dem 7., 8. Jahrhundert zur dann "Islam" genannten Religionströmung* aus. 

Er hat damit die fundierende Argumentation der (heute so bezeichneten) "Juden" präzise übernommen, und wurde erst spät mit "Mohamed" (was ebenfalls "Gesandter" bedeutet, ein Ehrentitel wie der in den frühesten Inschriften - etwa in der Goldenen Moschee am Tempelberg - verkündet zur plakativen Abgrenzung gegen das byzantinische Christentum, mit dem die Stämme und Völker dieses geographischen Raumes nach dem Rückzug der Byzantiner im 5. Jahrhundert eine eigene Identität (auch in der Religion) festhielten. Daß hier der Einfluß des Judentums enorm war, ist eindeutig. Wie weit er gegangen ist, wäre wirklich interessanter Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchung, die seltsamerweise bis heute nach Kenntnis des VdZ nicht stattgefunden haben.  

Das heutige Judentum hat also nicht nur immense, sublime, aber fundamentale Gemeinsamkeiten mit dem Islam (und die Gegnerschaft, die hier angeblich besteht, ist also vergleichbar mit der Unausweichlichkeit eines Bruderstreits unter Abweichlern aus demselben Nest, die sich im Gegensatz zum logos, also der wirklichen Wirklichkeit der Welt wissen, und beide dasselbe Abgrenzungs- weil Identitätsproblem haben*), sondern es ist aus dieser Anti-Christlichen Bewegung heraus entstanden, und nur aus dieser Haltung heraus verstehbar. Eine Religion, die sich im Wesentlichen auf die Torah einerseits (also den Korpus des bei den Christen "Altes Testament" genannten Heiligen Schrift), und die nach Christus hinzugefügten Schriften wie den Talmud berufen. Der wie die Kabalah teilweise als zumindst in Teilen als bereits "vor Christus" entstanden bezeichnet wird, aber auch in diesem Fall bereits eine Häresie des Judentums, also eine Abweichung oder gar ein Abfall gewesen ist.

Denn was bis zu Jesus Christus Judentum war, ist im Christentum aufgegangen! Es wurde durch die Inkarnation Gottes in Jesus Christus erfüllt, und findet sich deshalb in dem, was sehr bald als "Christentum" bezeichnet wurde.* In diesem Sinn ist es legitim davon zu sprechen, daß es aufgehört hat, als eigene Religion zu existieren, aber auch zu sagen, daß es im Christentum immanent ist, aber auch dann nicht mehr als "jüdische Religion" weiter besteht. Das, worauf sich diese berief, den Glauben der Väter, den Glauben Abrahams und Isaaks, alle sämtlichen weiteren Bücher des Alten Testaments (also der Torah) ergeben ihren Sinn erst, wenn sie als auf die Erscheinung Jesu als Gott hingeordnet erkannt werden.

Deshalb hat auch bereits das Neue Testament (insbesonders das Evangelium des Apostels Johannes), haben sich die Briefe (auch hier sei besonders aus dem johanneischen 1. Brief hingewiesen) mit diesem Thema ausführlich auseinandergesetzt. Und die Frage auf die klare Definition eingedampft, 

daß jeder, der früher, also vor Christus, Jude war, jeder, der diesen von Abraham herabgekommenen Glauben hatte, der dieser Tradition zugehörte, auch (fast) "automatisch" Jesus Christus als Messias erkannt haben MUSZ. Christus abzulehnen war damit ein moralisch negativer Akt, eine Gegenwehr gegen die Wahrheit.
Nur also, wer nicht glaubte, somit in diesem Sinne auch gar kein "Jude" im traditionellen Sinn war, hat Jesus Christus abgelehnt. Genau das war dann der Korpus dessen, was sich nach Christus als "Judentum", wie wir es seither kennen, neu gebildet hat. Ein Judentum, das das aus dem Geist des Christentums entstandene Abendland, dem es als Minderheit gegenüberstand, sogar als Gegner, ja als Todfeind (siehe Talmud!) angesehen hat.

Morgen Teil 2) 
Die Juden der europäischen Wurzeln gibt es nicht mehr



*Dieser - man könnte sagen: nahtlose - Übergang vom Judentum zum Christentum war bis zu den Liturgiereformen 1969/70 sogar im Kult, also in der katholischen Eucharistiefeier und allen Einrichtungen, die dem katholischen Kult dienen (bis zur Architektur der Kirchen), noch deutlich zu sehen. Bei den Orthodoxen Riten ist er noch viel deutlicher zu erkennen.





Montag, 24. August 2015

Blick in die Zukunft

Zuvor noch nie gehört - es gibt sogenannte "Salachristen". Absurd? Na dann warten Sie, geneigter Leser, mal ab, wo wir in dreißig oder fünfzig Jahren stehen werden. Der vielfältige Verstoß gegen die Natur des Menschen, in den wir getaumelt sind, wird sich im pseudologischen Positivismus zum Gegenschlag erheben. Denn die einzige Alternative - satt vom "Sein" - wird es dann nicht mehr geben. Sondern nur noch den Wunsch danach. Ohne das geistige Werkzeug zu haben, es zu erreichen, aber politisch-gesellschaftspolitisch getragen von geistiger Bruderschaft mit dem dann mehrheitlichen, expliziten oder impliziten Islam, dem im Arianismus als sich abzeichnender Kontur des Christentums in Europa alle Türen geöffnet werden.








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Samstag, 23. Mai 2015

Wie es mit dem Islam weiterging (3)


Teil 3) Alles falsch - aber nichts gelogen




Darin gründet übrigens die dem Menschen des Vorderen Orient (nebenbei: auch dem Griechen der Antike) nachgesagte "Verlogenheit", die alles andere als eine solche ist: Der Orientale interessiert sich einfach nicht für Details, ihm geht es alleine um das Große Ganze, um das "Dahinter", um die Lebens- als Erlebensqualität.*

Wer einmal, nur einmal mit Türken (wie der VdZ vor einiger Zeit wieder einmal) Geschäfte macht, wird das feststellen. Mündliche Vereinbarungen sind nichts als Höflichkeiten, sie ändern sich jede Viertelstunde, je nach Stimmung und Situation und Kommunikationsverlauf. Das ist keine Bosheit, keine Verlogenheit, keine Betrugsabsicht, ja der Partner sagt etwas offensichtlich Falsches, und dennoch lügt er nicht dabei - es ist Mentalität. Wenn Gott nicht Fleisch geworden ist, ist das Stofflich-Irdische völlig relativ. Das ist für einen Europäer fast nicht zu verstehen, und dabei höchst interessant und liebenswert. 

Nur eines muß auch klar sein: Auf dieser Mentalität läßt sich eine europäisch-westliche Markwirtschaft niemals (!) aufbauen, weshalb eine Türkei zur EU zu wünschen ein Akt besonderer Lieblosigkeit, wenn nicht Produkt typisch zeitgemäßer Technikverlorenheit ist. Denn es hieße, einem Volk sein Herz herauszureißen, es in Folge völlig umzukrempeln, um denselben Kriterien ungebremsten Geltungsvorrang einzuräumen, die Europa, noch mehr die USA (und von dort: auf Europa initial einwirkend, wie die Wirtschaftsgeschichte des 19. Jhds. zeigt) so kalt und tot gemacht haben. Selbst zwischen Deutschland und Österreich bestehen ja bereits genau dieselben Unterschiede, nur graduell anders, die (immer noch unterschätzt!) zwar vielleicht mathematisch hier und dort bessere Rechnungen ergeben, aber langfristig alles Leben austreiben, dessenwegen man ja arbeitet und handelt.  

Der Arianismus - und selbst der Protestantismus ist ein solcher (weshalb er dem Rationalismus so hohe Bedeutung beimißt; eine Reaktion auf die sich auflösende weil vor Gott bedeutungslose Welt) - des Islam wird niemals dasselbe verbindliche Verhältnis zum Fleischlichen, Konkreten als Inkarnation des Absoluten haben, wie der Katholik.

Zickurat von Samarra
Legenden, "Geschichterl", wie der Österreicher sagt (und es übrigens auch als damit sympathisierend meint), die im Fall des Islam in beachtlich hohem Maß auf schlichten Übersetzungs- und Übertragungsfehlern der Heiligen Schriften (dem zum "Quran" gewordenen aramäischen Lektionar) beruhen. So wird aus "himmlicher Hilfe" (bi-idr) durch Unverständnis des Aramäischen und später hinzugefügte, das Unverstandene interpretieren sollende Punkte ein Ort namens Badr, den es aber nie gab. Luxenberg und 100 Jahre vor ihm Ignaz Goldziher** haben enorm viele solcher Überlagerungen festgestellt, die ein Verständnis unmöglich machen, geht man nicht linguistisch ans Werk.

Die wahrscheinlich erste Moschee (masjid), die sich von einer christlichen Kirche unterschied, taucht Mitte des 9. Jhd. auf, auch wenn sie im 13. Jhd. bis auf die Außenmauern zerstört wurde. In Samarra. Sie weist neben dem rechteckigen Mauergeviert (das einmal Säulengänge vorgestellt hatte) außen einen dem altbabylonischen "Zikkurat" nachempfundenen Turm auf, der die Stiegen für den Muezzin noch außen trägt. Sie wanderten später nach innen. Ihr Name - Moschee - geht auf das aramäische Wort für einen "Platz der Gottesverehrung" zurück: masjid. In ihr ist die Gebetsrichtung Jerusalem - die Ausrichtung der christlichen Kirchen (Naherwartung des endzeitlichen Richters; genau diese eschatologische Ausrichtung ist bis in die Gotik hinein in christlichen Kirchen als OSTUNG erhalten: Christus, das Licht, ist mit der aufgehenden Sonne bzw. als sie erschienen, und erscheint jede Messe dort - das Ende liegt im Westen, im Untergang) bereits nach Mekka gewandert.


(wird fortgesetzt)




*Diese Haltung ist auch in Ungarn weit verbreitet. Trinken Sie ein Gläschen, seien sie übertrieben freundlich, loben sie alles überschwenglich, umarmen sie jeden und alles - und sie werden in den richtigen Fällen angewandt billiger kaufen, als sie je dachten.

**Der österreichisch-jüdische, genuin deutschsprachige, aber häufig ungarisch schreibende Budapester Linguist und Orientalist Ignaz Goldziher gilt bis heute als einer der maßgeblichen Kundigen des Orient (wie des Islam), und hat schon vor über 100 Jahren auf die höchst wackeligen Beine des Koran und der Hadithen hingewiesen. Was ihn aber nicht nur nicht gestört hat: er fühlte sich selbst als Orientale, ja als Muslim (auch wenn er vieles so gar nicht mochte), und hat die linguistisch überaus interessante Geschichte der Interpretationen zu erforschen begonnen. Er hat somit bereits damals begonnen (und dieser Schritt steht heute noch aus, so vielversprechend die - außerislamische - Islamforschung mittlerweile wieder angesetzt hat) den Islam aus der menschlichen Mentalitätsgeschichte heraus zu verstehen, und seinen spirituellen Kern neu herauszuarbeiten. Samt dem Erkennen der Bedeutung der Poesie bei den Arabern. Die für den Rationalisten ja ohne objektiven Belang ist, für Goldziher (und nicht nur ihn) aber die Essenz bedeutet hat.





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Freitag, 22. Mai 2015

Wie es mit dem Islam weiterging (2)

Teil 2) Mentalität und Wahrheit


Aus Topoi, auch in der Bibel in großer dichte erkennbaren allgemeinen, "archetypischen" Handlungen. Beziehungen und Vollzügen, in immer schlechter (schon rein sprachlich) verstandenen (ursprünglich syrisch-aramäischen) Schriften, wurden überhaupt nach und nach Einzelpersonen. Auch solche Vorgänge sind religionshistorisch regelrecht allgemein nachweisbar. Aus dem harun, dem Gerechten der Schrift, wurde Harun al-Rashid, der gerechte Verkünder Aarons (als biblische Figur Sprecher des Moses), der wie so manche andere historisch nicht nachweisbar, ja sogar recht unwahrscheinlich ist. 

Eine Schlüsselfigur wurde schließlich der ostpersische Herrscher al-Manum. Er zog nach Bagdad, riß die dortige Regierung an sich, und zog weiter nach Westen, den er nicht kannte. Er kam bis an den Nil, und natürlich nach Jerusalem. Und da, im Felsendom, fand er den Beweis: Dort stand es eindeutig: Mohammed, der Sohn Allahs! Was unter dem syrisch-aramäischen al-Malik noch "Gepriesen sei der Knecht Gottes" hieß, wurde nun als "Mohammed, der Sohn des Abd Allah" bestätigt - der Beweis für die historische Figur des Mohammed war gegeben.

Manum war ein intellektuell wacher Geist, eigentlich ein Aufklärer. Er war an rationellen Klärungen interessiert. So ließ er sogar die beiden nebeneinander existierenden Behauptungen gegeneinander antreten: Die Erde als flacher Teppich, oder als Kugel. Es siegte die Kugel, mit einer Berechnung des Erdumfangs auf 100 km genau. Auch begann man unter ihm, die kursierenden "Koran"-Texte (wir erinnern uns: "queyran"=aramäisch: das Verkündigungsbuch aramäisch-christlicher Hymnen) zusammenzufassen. Und in der Zeit begann man auch, die arabische Schriftsprache erstmals zu vereinheitlichen und weiter auszuformen. Die aramäischen Texte wurden arabisch gelesen, und in einem erstmaligen "Hocharabisch" sowie einer ausgebauteren Schrift "arabisiert". Aber es setzte sich die westliche Lesart durch, die sich gegen diese Aufgeklärtheit wandte.

Und mehr als nachvollziehbar ist somit, daß sich dieser Abspaltung der katholischen Kirche nach und nach Elemente des "Naturglaubens" der arabischen Bevölkerungen beigesellten. Darauf führen sich zahlreiche Stellen des Koran zurück, auch solche, die gegen heidnische Gebräuche vorgehen wollten. Geblieben ist aber die Mondverehrung. Für ein Wüstenvolk nur zu verständlich, denn die Sonne hat dort alles andere als amikalen Charakter. Übrigens stammt das angeblich im Koran zu findende Wort für Heiden - "musrikun" - aus einer späteren Fehlinterpretation, denn es leitet sich von "sarik" ab, und das bedeutet "die Beigeseller". Also nicht "Nicht-Christen" oder "-Gläubige", sondern Häretiker, als solche, die Gott weitere Personen "beigesellten".

Der persische "Ali" unterlag, wurde ein (personifizierte) Märtyrer, und der personifizierte "Muhammad" setzte sich durch, samt einem Geburtsort "Mekka", einem angeblich "bedeutenden Handelszentrum", und dem Sterbeort "Medina". Ein Handelszentrum Mekka aus jener Zeit ist historisch aber unbekannt, zu der Zeit stand dort bestenfalls eine christliche Kirche. Aus einem "bakka", einem Allgemeinbegriff für "umgrenzter Raum" aber, wurde Mekka, eine fiktive mythische Stadt, in der bald alle Mythen zusammenliefen, so wie die fiktiven Handelsstraßen, die sich dort angeblich gekreuzt haben. Die gesamte Geschichte - eine wirkliche "Geschichte" - des Islam "wanderte" nach Arabien. Historische Ereignisse wurden zu (als solchen freilich nicht mehr nachweisbaren, nur aus dem Glauben heraus als "real" erkennbaren) islamischen Ereignissen umgedeutet.

Verrückt?  Nein. Wer hieraus dem Islam einen Strick drehen will, irrt, zumindest prinzipiell (wenn auch nicht "fachwissenschaftlich")

Der Mensch weiß ja im Innersten, ja es ist die Struktur seiner Vernunft, daß die Welt in Wirklichkeit nur aus Topoi besteht: aus archetypischen Beziehungsgestalten. Sie sind die wirkliche Wirklichkeit der Welt, und Details der Vereinzelung verbergen dies oft. Das ist keine Ironie, sondern das ist pure Wahrheit, die auch dem Rationalismus zugrunde liegt, nur weiß der das nicht. Das Maß der Wahrheit solcher Topoi als erkannte Wirklichkeit in einer Situation liegt nicht in der fehlenden Konkretisierbarkeit, es liegt in der Sittlichkeit des Erkennenden.

Deshalb muß sich auch dieser Versuch einer Rekonstruktion des Islam scharf gegen rationalistische Kritik am Islam abgrenzen. Denn der VdZ ist immer noch dem Islam näher, als dem Rationalismus. Den Islam aus Rationalismus kritisieren greift zu allererst die Anthropologie auch des Christentums an. Nur ein Katholik kann deshalb den Islam kritisieren weil konkretes Vereinzelte einordnen.

Mythen, Legenden, nachträglich "ge"funden, wie es eben dem Menschen entspricht. Daran ist an sich nichts Verwerfliches. Denn in diesem Punkt hat der offizielle Islam sogar recht, wenn man behauptet, daß man ZUERST den Inhalt verstanden haben muß, um dann überhaupt sagen zu können, was in einem Text steht. Ja, der Text, das Konkrete, sinkt zur völligen Bedeutungslosigkeit herab.

Das ändert freilich nichts daran, daß selbst die Kaaba auf eine christliche Kirche zurückgeht, und noch bis ins 9. Jahrhundert als christliche Kirche fungierte. So wie sich bis in den indischen Ozean Zeugnisse sehr frühen christlichen Glaubens dieser Erdregion finden (vom Apostel Thomas, der der Legende nach in Indien starb?). Und als der Heilige Franz Xaver im 16. Jahrhundert nach Indien unterwegs war, berichtete er in seinen Briefen von bei Landungen in Arabien überraschend angetroffenen Christen, die schon viele Jahrhunderte lang weder Priester noch Sakramente, aber christlichen Glauben hatten, wenn auch nur noch in Resten.

Weitere Forschungen an vorislamischen Zeugnissen werden mittlerweile aber in Arabien durch gezielte Zerstörungen unterbunden. Schriften, Koranversionen, die von einem Propheten Mohammed sprechen, tauchen erst im 9. Jahrhundert, und da schlagartig und in großer Zahl, auf. Die angebliche Überlieferungslücke, die für diese Jahrhunderte zwischen seinem angeblichen Leben und Wirken, und den ersten Aufzeichnungen existieren, gibt es nicht. Es gab Schrift VOR Mohammed, es gab Poesie die überliefert ist (samt Autoren), und es gab sie nicht nur erst ab dem 9. Jahrhundert. Es gab aber nachweislich Zensur und sogar Bücherverbrennungen. Aus den bereit angeführten christlich-arianischen Schriften wurde nach und nach (in sehr zahlreichen Versionen) ein neues Buch - der Koran. Aus einer ursprünglich christlichen Häresie - eine Religion, zumindest eine Sichtweise, die diesen Anspruch mehr und mehr erhob. Die sprichwörtliche "Toleranz" des Islam gab es gar nie, weil sie gar nicht notwendig war: die Unterschiede zwischen den verschiedenen Spielarten des Christentums waren da, aber niemandem fiel eine "andere" Religion auf. Die entstand vor allem auf der nach und nach "entgöttlichten" Rolle Jesus des Christus, bis er nur noch Prophet war.

Den Anfang des Islam "als Islam", als eigene Religion, markiert eine mehr oder weniger bewußt erfundene Gründungslegende, als Legende von einem Propheten namens Mohammed. Die im 9. Jahrhundert auftaucht. Ab da wurde immer gezielter und eifriger "rückinterpretiert", der Koran auf einen Propheten, einen von Gott gesandten und beauftragten Religionsgründer, umgeschrieben. Und weil die existierende Schrift des Arabischen zu rudimentär war, erfand man gleich eine eigene Schrift, das Koranarabisch. Mit dem ersten Buch in dieser Schrift und Sprache, dem nunmehr zu einem solchen Buch zusammengefaßten und redigierten Koran. Die Geschichte wurde zum Erweckungserlebnis, zur Legitimation umgedeutet.

Der Leser meint, das gäbe es nicht? Das käme nicht vor? Der VdZ kann da nur müde lächeln. Es kommt nämlich laufend vor. Er selber kennt Personen, die sich als gesendet betrachten, als "religiöse Erneuerer" (als der oberste Legitimationstitel, unter dem man der Welt seinen Willen aufzwingen kann), und dabei Bezug auf "Ereignisse" nehmen, deren Bedeutung als Erweckungsereignisse freilich nur sie kennen, weil sie objektiv nicht vorhanden waren. Und plötzlich wird - mit dem "neuen Sinn" - ihre ganze Geschichte umgedeutet. 

Dieses "Sendungsbewußtsein", das zu einer objektiv in zu Geschichten umgestalteten "Ereignissen" besteht, die in dieser Sinngestalt (und das ist Gestalt) rein erfunden sind, ist sogar so häufig, daß man es als psychische Lage betrachten kann, die an gewissen Grenzen und Persönlichkeitssituationen sogar bei jedem auftaucht. Beim Gesunden temporär, sodaß er wieder in die Spur der Vernunft zurückfindet, beim psychisch Instabilen, beim Narziß etwa in Form des Fanatismus. Hilaire Belloc dürfte also sehr richtig gesehen haben, daß die Anfänge des Islam "als" Islam in den Reihen der Schwachen zu suchen sind. Bei den Beduinen. Die plötzlich zur elitären Schichte wurden. Die spezifische Prägung des Koran - von der christlichen Schrift zum islamischen Koran - macht sein beduinisches Beiwerk aus.


 Morgen Teil 3) Alles falsch - aber nichts gelogen


*220515*