Arbeit ist die Verwandlung von Natur in Wert. (Jean Baudreillard)
Treibgut - Wo am breiten Strome die Ufer stehen, sind Schwarzerlensamen aufgegangen, und schäumen als saftige Büsche die Ränder der großen Lethe, die alles ins Dunkele Meer trägt; ihre weichen Äste, die noch nicht ahnen lassen, welcher später als kahler Stamm reife Blätter hoch in der Sonne wiegen wird, tauchen in die Wasser, wie Kinderhände. Dann und wann greifen sie, denen alles noch ernstes Spiel ist, nach Treibgut. Oder es bleibt hängen, lädt zum Tanze, haucht im Kusse Lebwohl
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Freitag, 2. September 2022
Am Anfang steht die Werterfahrung
Mittwoch, 11. Mai 2022
Die Mahlzeit als humanisierender Ritus
Dienstag, 19. April 2022
Gedankensplitter (1612b)
Ganz genau so sind diese albernen Diskussionen um "Deckung von Geld durch Wert" zu sehen: Als kindische Versuche, diesem Medium eine WIRKLICHKEIT IM ABSOLUTEN zu verschaffen. Durch "Gold", durch "Ware", durch "Arbeit", durch "Werte".
Montag, 18. April 2022
Gedankensplitter (1612a)
Sonntag, 26. September 2021
Die drei Phasen der Weltgeschichte (3)
Die Dynamik der Welt zeigt sich in unseren nicht bewußten Antrieben. Weshalb eine Suche nach Ereignissen, die den archetypischen Topoi gleicht, sinnvoller ist als jede Alternative. Die Mythen der Welt sind (trotz der Notwendigkeit, sie von Überlagerungen zu reinigen) wahrer als unsere Geschichtswissenschaft. - Drei Phasen haben wir im Wesentlichen vor uns. Die alle unter einer einzigen Grundthematik stehen, die der tiefste Treibsatz der Menschheit und ihrer Geschichte sind. Und diese Geschichte ist das Verhältnis des Menschen zu Gott. Aber nicht nur das: Zwei dieser Phasen, wie ich sie oben in ganz ganz grobem Überflug aufreiße, haben ein Spezifikum. Es sind Menschheitsepochen, die "Satan" gehören. Er ist der Herr der Welt, er ist die Schlange, die die Menschheit (als ecclesia, als Braut Gottes) in die Ferse beißt. Was heißt, daß sie dort zubeißt, wo der Mensch es nicht bemerkt, daß er in seiner Standfestigkeit elementar getroffen wird.
Die Tatsache, daß einem Menschen die für ihn schwersten, beeinträchtigendsten Sünden am schwersten erkennbar sind, weil sie zugleich sein rationales Erkenntnisvermögen BILDEN, wird hier bald aufgegriffen. Denn das ist mit dem Biß in die Ferse gemeint. Ohne Eingriff von außen - Gnade bzw. der Topos "der rettende Ritter", während die Menschheit (die ecclesia) und die ihr gehörende (=unter ihren Namen gestellte) Welt die jungfräuliche Prinzessin, die Braut des Retters ist - ist das Aufbrechen dieses Gefängnisses deshalb fast unmöglich.
Ohne Gott ist der Mensch zu dem verdammt, was man nüchtern konstatieren muß: Der NORMALZUSTAND des Menschen - ALLER MENSCHEN und seit dem Sündenfall - IST DIE LÜGE. Noch im mildesten Format ausgedrückt ist es DER MANGEL AN WAHRHEIT. Das tägliche Bett, in das wir uns morgens beim Aufwachen legen, ist die Ruhestatt des verlogenen, eingebildeten Kranken, in der die Welt an uns vorbeidefiliert. Es würde mich nicht wundern, wenn Molière das auch erkannt hatte. Die Luft, die wir alltäglich atmen und zu der wir WELT sagen, ist vergiftet.
Montag, 9. August 2021
In wessen Schoß die Macht ruht (1)
In der Frage, wer das wahre Oberhaupt der österreichischen (als Teilmenge der deutschen) Völker ist, zeigt sich eine heiße Spur. (Denn die "demokratisch gewählten" sogenannten Volksvertreter sind es sicher nicht. Sie sind ein fragiles und sich dieser Fragilität bewußtes Scheintheater einer Machtusurpation, der jede absolute Legitimität einer Machtausübung fehlt.
Allerbestenfalls kann in unvermeidbaren Fällen, die ein subsidiäres und föderalistisches, pseudo-staatliches Handeln (die Bundesländer Österreichs sind 1919 per Zwang zu einem Staat zusammengeschlossen worden) erfordern (etwa im Kriegsfall) von stellvertretender Handlung gesprochen werden, die aber keine dauernde Politikerkaste erforderte. Die österreichische und die deutsche Politik haben also keine Führung im eigentlichen Sinn, die aus sich heraus handeln, gestalten, schon gar verändern könnte.
Aber ein Volk kann sich keine Regierung selbst "geben". Das ist metaphysisch unmöglich. Es kann bestenfalls "so tun als ob", und dann eine groteske Komödie abziehen.
Sonntag, 31. Januar 2021
Kein Leben außerhalb des Tanzes (2)
Teil 2) Das Schöne ist auch gut. Tanz und Moral sind Geschwister.
Ja mehr noch. Selbst in der nicht menschlichen Natur (etwa in der Tierwelt) läßt sich feststellen, daß jedes Handeln lebender Kreatur in einer gewissen gesetzten Gestaltgebung, also in einer gewissen "Liturgie", einem System von Formen abläuft. Das geht so weit, daß man, wenn man von Instinkten spricht (Henry Fabre hat dazu so wunderbare Beobachtungsschilderungen geliefert), zu nicht geringer Verblüffung feststellt, daß diese Instinkte von einem liturgischen Ablauf nicht nur ausgehen, sondern so sehr davon abhängen, daß das Fehlen der materiellen Bedingungen dazu die Tiere entweder irritiert (ohne daß sie es aber korrigieren könnten), oder ihnen gleichgültig ist.
Das, was sie zu tun haben, ist zu allererst einen Ritus zu vollziehen, ihre "tierische Kultur" gewissermaßen (die freilich keine Kultur ist, weil sie nicht gesetzt, also frei gewählt ist) zu vollziehen. Ist das getan, sind sie zufrieden. Selbst, wenn das materielle Ziel dabei nicht erreicht ist.**
Als illustrierendes Beispiel: Bei vielen Schlupfwespenarten (wie bei der Maurerwespe) baut das Weibchen eine Höhle für den Nachwuchs, magaziniert sie (zusammen mit dem Männchen) mit entsprechender Nahrung auf, legt dann ein Ei darauf, und macht diesen Bau wieder zu. Nimmt man das Ei heraus, legt die Wespe kein zweites, sondern vollzieht trotzdem ihre nächsten Schritte im Ablauf, bis zur Versiegelung des Baus. Obwohl der Zweck ihres Tuns nicht erreicht ist. Sie ist nicht in der Lage, in ihren Ritus zurückzusteigen, und noch einmal einen bereits gesetzten Schritt zu wiederholen. Sondern sie geht wie nach einer Aufgabenliste vor, und setzt wie in einem Ablaufzwang einen Ritusschritt nach dem anderen.
Der Mensch ist deshalb völlig anders, weil er nicht nur vom Symbolgehalt seines Handelns auszugehen vermag, sondern weil er in der Lage ist, sein Handeln in einen Bezug auf den letzten Sinn zu setzen. Weil er eine Hierarchie der Symbole zu setzen vermag, in der das Höhere das jeweils Niedere bestimmt, und nicht umgekehrt. Man kann sogar so weit gehen daraus abzuleiten, daß die Richtigkeit (als graduell höchstmögliche Sinnbezogenheit) einer Einzelhandlung sich aus der nach "ästhetischem Gefühl" zu beurteilenden Einfügung in ein Gesamtbild. Daraus werden sogar Begriffe wie Schönheit und Harmonie begreifbarer.
Der sittliche, der moralische Mensch ist somit immer ein Mensch des Willens zur Schönheit des Insgesamt. Dieser Satz gilt auch im Umkehrschluß. Es ist kein Zufall, wenn die menschliche Überlieferung das Böse dem Häßlichen und Unharmonischen, Nicht-Eingefügten zuordnet.
Kein menschliches Handeln ist aber ein rein technisches Erfüllen eines Zweckes als ihrer eigentlichen Grundlage, sondern dieser "Nutzen" ist eine Frucht eines Setzens von Symbolen als das Erstellen von Gestalten, die in dieser ihrer Gestalt einem umfassenden Gesamtsinn dienen. Der Mensch spielt somit, und er spielt immer! Und die Erfüllung seines Gesamt-Sinnes, des letzthinnigen Sinnes seines Lebens ist aus dem korrekten Befolgen der Form, der Liturgie als Setzen von Gestalten innerhalb einer vom letzten Sinn vorgegebenen Geordnetheit der Gestalten gegeben. Oder nicht.
Das menschliche Leben, das immer ein Kulturleben ist, ist somit immer ein Tanz. Nicht als gewissermaßen Dekorhaftes, das das rein Materielle, Funktionale bereichern soll (aber an sich unwesentlich ist), sondern das die eigentliche Handlung IST. Der jeder "Nutzen" (der nur vor den Sinnhorizonten als solcher erkennbar ist) lediglich innewohnt.*
Ohne das, ohne Sinn, ohne Symbol, ohne Spiel, ohne Liturgie, ohne Rhythmik (und was immer auch einer harmonischen Gestalt oder einem gelungenen Bilde dienlich sein mag) ist es gar nicht: Kein Mensch kann ohne Sinn, aber auch kein Mensch kann ohne Symbolwelt existieren. Tut er das, lebt er so reduziert, ist er dazu etwa gezwungen (wie in Situationen der Gefangenschaft), ist der Selbstmord naheliegend. In dem er selbst die Welt von nicht der Welt Zugehörigem - und das ist immer die Zugehörigkeit zu einem Sinnsystem als System von Gestalten, von Handlungsschemen, von harmonischen, sinnerfüllenden und sinnbezogenen Bildern - reinigt und befreit. Weil er sich außerhalb einer sinnvollen Gestalt außerhalb der eigentlichen Lebensquellen weiß. Die Quellen des Sinns sind.
*Wir bringen an dieser Stelle die Unterscheidung von Armut gegenüber Elend: Elend heißt die Abwesenheit des Tanzes, der aber hier ein Verzicht - also eine sittliche Handlung - ist. Armut heißt aber die Einschränkung der Tanzschritte, heißt eine Begrenzung der Möglichkeit, den Sinn darzustellen und zu erfüllen.
**Wenn wir die Welt des Lebendigen gleichzeitig in eine Rangordnung stellen, so steht am Sockel dieser Hierarchiepyramide das undifferenzierte Leben, in dem der Teil ohne das Ganze nicht lebensfähig ist. Je weiter die Individualisierung aber festzustellen ist, desto unabhängiger ist der Teil vom Ganzen - ohne freilich zu sagen, daß er das Ganze nicht braucht, also alleine leben soll weil kann. Sondern wo der Teil das Ganze widerspiegelt. Zu dem er sich verhalten kann.
Was am Vollkommensten beim Menschen der Fall ist. Der sich dabei vom Tier (und noch mehr von der Pflanze) aber nicht graduell, sondern kategorial unterscheidet. Weil er sich im Geist zur geistigen Ordnung, zur Harmonie des Ganzen verhalten und den Teil (also sich in seiner Leiblichkeit) durchformen (was heißt: In Besitz nehmen) kann, beim Menschen sogar: Muß. Weil es zu seiner Natur, zu seinem Wesen gehört. Der Mensch kann sich beim Denken zusehen, er IST nicht sein Denken (wie man Descartes deuten könnte).
Insofern kann NUR der Mensch aber auch aus dem Ganzen, aus der Harmonie des Gesamtbildes herausfallen, indem er seine eigene Gestalt miß-gestaltet. Was er immer dort tut, wo er sündigt, also gegen (und das heißt ohne) den Sinn handelt.
Die Unterschiede beim Menschen (wie bei jedem Lebewesen) sind einer einzigen Tatsache geschuldet: Der, daß alles Konkrete immer (!) an je einem Ort ist. Welcher wiederum in jeweils anderer Beziehung zu seiner Umgebung steht, und deshalb andere Gestalt annimmt wie erfordert. Kleinste und allerkleinste Unterschiede in den Anfangskonstellationen bewirken (siehe die Thesen des Nobelpreisträgers Henri Poincaré, wenn denn also jemand meint, daß ein Bezug zur "Wissenschaft" Mehrwert in der Erkenntnis bewirke) große in der Endgestalt. Erst in dieser Hinsicht wird begreifbar, was "Massenmensch" bedeutet: Die Verweigerung der Distinktheit des eigenen Ortes. Und das heißt: Die Verweigerung des Tanzes!
Er bleibt ein Schema, dem "Fraktale" sozusagen eingesogen, ohne sich zur Individualisierung hinauszuheben (was Kraft kostet, und das ist dann ja Tugend: Per Haltung gebündelte, institutionalisierte Bewegungsrichtung) denn da würde es um Arscherl ziehen. Und das möchte der sozialstaatsverstörte Mensch eben vermeiden, genau das wurde und wird ihm ja aberzogen. Durch Formvermeidung, -zerstörung wie -verhinderung. Durch Gesetze. So formt sich eine Gesellschaft und mit ihr eine Kultur ihre eigene Zerstörung.
Samstag, 30. Januar 2021
Kein Leben außerhalb des Tanzes (1)
Was ist nützlich? Vielleicht wird mancher Leser, Gott hab ihn lieb, verblüfft sein, wenn dieser Frage die Frage nachgeschoben wird, was dieses "nützlich" denn überhaupt sei? Aber dann wird es transparenter, wenn der Leser sich beim Denken zusieht. Er wird nämlich sehen, daß er dazu ein Menschenbild sowie eine Interpretation der Geschichte (sogar der Welt) aufruft. Erst vor deren Hintergrund wird definierbar, was nützlich sei.
Wenn man den Nutzen nicht nur in Hinblick auf ein Gesamtziel der Geschichte (die den Menschen einbegreift) abschätzt, sondern auch den Willen mitdenkt, daß die Erreichung dieses Zieles einem weiteren, noch umfassenderen Ziel dient. (Und sei es: Das Überleben oder Bestehenbleiben der Menschheit.) Diese Antwort ist deshalb als "letzte" Antwort zu finden, weil sie den Bereich des rein Materiellen verlassen muß. Sie muß also transzendent werden, den Interpretationsrahmen der bloßen Physik verlassen, und das gesamte physische, materielle Geschehen in einen geistigen Rahmen einbetten.
Damit ließe sich das Leben der Menschen auf einen Punkt bringen: Daß es seinen Sinn nicht nur als das letztlich jedes Einzelhandeln motivierende Ziel ("auf - zu") erkennen läßt, das auch Prioritätenhierarchien aufstellt, die nicht nur dem Urteil als Grundlage dienen, um im Entscheidungs- und Wahlfall zu erkennen, was wichtiger, besser ist als etwas anderes, sondern gleichermaßen das menschliche Handeln (als das Weltbestimmende; denn es wäre über Sinn menschlichen Handelns gar nicht entscheidend - sondern höchstens resignativ als Suche nach einem "was habe ich sonst vielleicht doch davon?" - nachzudenken, wenn die Vorgänge, das Schicksal der Welt vom Menschen gar nicht beeinflußbar wären), sondern daß dieses Ziel als Gerichtetheit und Kriterion des Handelns aus einer menschlichen Zielsetzung, also aus einem menschlichen Akt stammt. Ja mehr noch.
Es wird nun erkennbar, daß die Gestalt und Struktur menschlicher Gesellschaft durch diese Zielsetzung zur Kultur wird, weil nicht nur alles Handeln, sondern auch jede Institutionalisierung (als die entscheidenden Fix- und Fundamentpunkte) aus einer Sinngebung folgt.
Daß dieser Sinn einem vorliegenden Sinn folgt, ist ein Nebenprodukt dieses Erkennensweges. Es ist insofern von Bedeutung, als das Gelingen menschlichen Handelns aus dem Erreichen dieses vorliegenden Sinnes - dem der menschlich definierte, somit zur expliziten Norm gesetzte Sinn "Gehorsam" sein muß und folgt - beurteilt wird.
Die menschliche Welt - und eine andere gibt es nicht - ist eine Symbolwelt
Aber damit wird auch klar, daß das menschliche Handeln, die Gestalten und Dinge, mit denen der Mensch seine Welt als der Bühne seines Welttheaters "vollstellt", eines ist: Symbol. Was bedeutet, daß in ihm - noch einmal: In jedem Handeln, in jedem "Produkt", in jeder festgesetzten Institution, in der wiederum ein Gelingen angestrebt, gewissermaßen "garantiert" wird - ein Sinn mit einem konkreten Material verschmilzt. Sym-bol. Es paßt etwas zusammen, das als Einzelstück Scherbe eines Ganzheitsbildes ist. Was im tiefsten Sinn sogar einem Rechtsakt vergleichbar ist (und im antiken Griechenland auch in diesem Sinn verwendet wurde).
Sinn und Materie. Sinn als Formierendes, als Informierendes (was bereits ein actu der Form ist) von Materia, die erst dadurch zur Gestalt wird. Es ist somit der - dem Transzendenten entstammende - Sinn, der die Welt zur Welt der Kultur macht. Und damit die Welt insgesamt in ein Sinngefüge hineinstellt, das einem vorgegebenen Sinn folgt und im Grad des Gelingens mehr oder weniger entspricht.
Damit kehren wir endlich wieder an den Ausgangspunkt zurück. Wo wir die Frage nach der Nützlichkeit gestellt haben. Um festzustellen, daß diese Nützlichkeit von einem transzendenten Sinn abhängt, den der Mensch setzen muß. Was gleichbedeutend mit Kultur ist. Was wiederum bedeutet, daß die Welt des Menschen, die immer eine Welt der Kultur ist, nur in dem Grad eine Welt der Kultur ist, als es gelingt, Sinn zu erfüllen. Und zwar durch Dinge, durch Gestalt, die der Mensch setzt, und die Symbol ist.
Das ist auch der springende Punkt in den Untersuchungen des Ethnologen Marshall Sahlins. Der sich mitten in der 68er-Revolution des vorigen Jahrhunderts gegen ein materialistisches, marxistisches Kulturmodell ausspricht. Weil er in all seinen Fall- und Feldstudien der Welt, sei es bei sogenannten primitiven, sei es bei sogenannten zivilisierten Völkern (also bei "uns", zumindest bewerten es die meisten so - daß wir das "Bessere" in unserem Besitz haben), entdeckt hat, daß sich im menschlichen Handeln egal auf welcher Ebene eine Priorität des Transzendenten einerseits, und eine Kultur als Kultur gesetzter Symbole anderseits abgezeichnet hat. Es sind nie die materiellen Bedürfnisse, gewissermaßen, es ist nie der Satz "erst das Fressen, dann die Moral", sondern es ist ERST die Sinnerfüllung, und DANN das "zu Fressende", das durch den Sinn eben genau das nicht mehr ist: Fressen.
Morgen Teil 2) Das Schöne ist auch gut. Tanz und Moral sind Geschwister.
Donnerstag, 28. Januar 2021
Als wir das Gruseln lernten
Inauguration Barack Obama 2009
Inauguration Donald Trump 2017
Inauguration Joe Biden 2021*
***
Aber wir können das toppen. Mit noch einem Bild von jenen, die mehr als tausend Worte sagen, und die einen das Gruseln lehren. Wir sehen darauf die Chefredakteurin des DUDEN. Dieser Dame, die aus Potsdam stammt, ist es zu verdanken, daß der DUDEN ab der Ausgabe 2021 auf "geschlechtergerechte Sprache" umstellt. Womit er seinen Gründungsauftrag, ein Sollensbild der Deutschen Sprache aufzustellen, auf neue Weise interpretiert.
Oh nein, nicht daß wir etwas gegen Damen gewisser Charakteristik hätten. Vielmehr geht es darum, Gestaltmerkmale mit Geisteshaltungen verbunden mit bestimmten Handlungsmotiven in Verbindung zu sehen.
Agere sequitur esse - Das Handeln folgt dem Sein. Und weiter: Das Handeln folgt der Gestalt. Archetypik ist ein Bündel von gerichteter Handlungsenergie. Gestalt ist somit ein Konglomerat von Potens (möglichem Sein), das wie alle Idee (hier: Als Form) nach Realisierung in der Welt (weil zur Welt werden wollend) drängt.
Die Institutionen, die Wirkstätten dieser Gestalten sind dabei ohne Belang. Die subversive, von Haß auf gegebene, vorgefundene, überlieferte und somit natürliche Ordnung geprägte Charakteristik des Handelns ist überall gleich feststellbar.
Sonntag, 2. August 2020
Einschub zu Entsühnung als Geschichte simulierendes Drama (5)
Was wir also nicht im Kult vor Gott stellen, wird nicht in die Erlösung hineingezogen. Das Volk umfaßt alle Teile, konkret, in allen Ebenen und Hierarchien. Deshalb ist Kult seinem Wesen nach ortsbezogen. Deshalb hat jede Kultur am Kultplatz begonnen, und ist dort ge- wie begründet.
Den Kult quasi zu privatisieren, aus der Öffentlichkeit herauszunehmen, bedeutet die Reduktion des Lebens (das wesentlich Kultur ist) auf "das nackte Überleben", wie Giorgio Agamben es einmal beschreibt, bedeutet es auf die Ebene einer Existenz in einem KZ zu stellen.
Man zerbricht den Menschen im eigentlichen Sinn über den Entzug der Würde, nicht durch zu wenig Brot oder Klopapier. Und Entzug der Kultur ist Entzug der Würde. Die beim Kult beginnt! Denn der Mensch lebt immer zuerst aus der himmlischen Sendung.Und deshalb muß ein Kult öffentlich sein. Selbst in schlimmsten Pestzeiten ist der Heilige Philipp Neri an die Straßenkreuzungen gegangen, und hat dort den Opferkult abgehalten.
Ein Beispiel: Niemals darf ein Sebastian Kurz ALS Sebastian Kurz an einem Kult - dem Opfer des Sohnes Gottes vor Gott, dem Vater! - und damit als Privatmann teilnehmen. Er MUSZ in vollem Ornat und ALS Regierender Kanzler, der obersten Macht im Staat (neben dem König, dem Bundespräsidenten) vor Gott auftreten. Tut er das nicht, begeht er eine schwer schuldige Tat. Schneidet er gar den Kult von der Öffentlichkeit ab, oder umgekehrt, verstümmelt er ein ganzes Volk. Gott möge ihn dafür strafen, denn das Herz des Volkes schreit immer vor Gott nach Gerechtigkeit. Wir deuten hier übrigens die innerste Dimension der Schändlichkeit der Opus Dei Sekte an.
Samstag, 1. August 2020
Entsühnung als Geschichte simulierendes Drama (4)
Oder die andere Glaubensgemeinschaften aufsuchen, um der Hauptverantwortung zu entfliehen. Auch sie leiden unter der Unfähigkeit, mit ihrer Schuld fertigzuwerden, was nur durch Vergebung durch das Absolute möglich wäre. Aber wir wollen an dieser Stelle dieses Faß (und manches andere) nicht auch noch öffnen. So sehr einige danach drängten.
Aber nun noch ein Apropos zur Corona-Krise
Sarah Wiener, diese österreichische Vorzeigeköchin, die eigentlich Protagonistin für Lebensweisen war und ist (und ist Kochen nicht eigentlich das?), ist pleite. Fellner berichtet sogar, daß sie am Telephon geweint habe. Und das berührt denn doch. Zumal sich auch eine spezielle Tragik der Corona-Virtualität zeigt. Eine Zukunftsdimension, mit der alle diese Luftkasperl, die sich Tag für Tag in Pressekonferenzen als Corona-Führer aufspielen, wohl nicht einmal im Traum rechnen können. Denn JETZT durchzuhalten ist eine Frage des MORGEN.
(Kronen Zeitung) "Wir konnten auch nicht ewig frisches Geld reinpumpen und darauf hoffen, dass es schon irgendwer zahlen wird. Deshalb habe ich mitentschieden, dass wir Insolvenz anmelden, weil wir nicht mehr daran geglaubt haben, dass wir alles kompensieren können, was wir dieses Jahr verloren haben. Wesentlich war aber meine Einschätzung der Zukunft: Glaube ich, daß Corona überstanden ist und wir demnächst zu normalen Verhältnissen zurückkehren werden? Die Antwort war: Nein."Durch die Corona-Shutdowns ist ihre ohnehin schon immer dünne finanzielle Decke, die durch ihre vor zwanzig Jahren gegründeten Restaurants in eine ständige Zerreißprobe gespannt wurde, endgültig zerrissen.
Mit gewisser Bewunderung hat sie der VdZ vor Wochen noch mit Schilderungen gehört, daß sie auch in Krisenzeiten ihre Mitarbeiter nicht entläßt, sondern sich in einer wechselseitigen familiären Beziehung sieht, wo einer für den andern einsteht, auch wenn es schlimm wird. Auch diese bewundernswerte, echt unternehmerische Haltung als ständige Leidensbereitschaft und familiale Schicksalsgemeinschaft, in der sie ihr Unternehmen sah, ist aber nun ausgelitten.
Denn leider waren wir zu diesen Zeiten mit den falschen Führern geschlagen, Gott weiß warum. Er überließ uns unserer Gottferne. Dummheit, Verwirrung und Schrecken ist die Folge. Weshalb der VdZ auch hier an ein kollektives, irrationales Sehnen nach Sühne als wirkliches Motiv glaubt, denn es waren stets Menschen (und kein Virus), die auslösten, was wir nun erleiden.
Gerade DIESE Reparaturversuche werden sich als der eigentliche Bumerang erweisen. Dieser Herbst und dieser Winter werden deshalb zum Durchschreiten des ersten Tores werden, als Aufbrechen eines mit jedem weiteren Schritt größeren Schreckens. Jenes Schreckens, den wir seit Jahrzehnten wegzuschließen versuchen, durch unsere Entscheidung zu einem Gesamtsystem der Schmerzvermeidung und Schuldverbergung anstelle einer Realitätsoffenheit. Das kann man schon jetzt sagen, dazu braucht es nicht viel prophetische Inspiration.
***Mit Tränen quittiert der Katholik diese Aussage, denn sie macht ihm bewußt, daß diese hohepriesterliche Aufgabe durch die reale Liturgie, wie sie heute - ob in der erneuerten Version, aber sogar in der "alten" (aber notwendig toten: man kann die Wahrheit der Geschichte nicht durch Richtigkeiten herbeikonstruieren) - in der Kirche NICHT MEHR STATTFINDET. Das äußert sich in der alles andere als leidlichen Diskussion um den "Opfercharakter" des Heiligen Meßopfers. Das als Sakrament BEWIRKT WAS ES BEZEICHNET (ex opere operato).
Nimmt man den Menschen das Opfer, suchen sie woanders nach einem, so einfach ist das. Die Bereitschaft zur Massenhysterie steigt also in dem Maß, und genau in dem Maß, als die Opferliturgie der Priester verschwindet. Das 16. und 17. Jahrhundert hat es doch so deutlich gezeigt! Die Massenbewegungen (alle mit Sühneblut auf den Fahnen!) der Neutäufer etc. etc. sind dort und in dem Maß entstanden, als das katholische Opfer durch die protestantische Psychogenetik eines Erlöstheitsgefühls (ohne liturgische, fleischliche Realität! ja das Fleisch wurde zum Feind!) ersetzt wurde.
****Mittlerweile und mitten in einem längst völligen Abflauen der Epidemie (sofern es eine solche überhaupt je gegeben hat, aber nicht einmal mehr die Scheinzahlen können noch länger aufrecht gehalten werden) sind sogar MEHR ALS 50 Prozent DER US-Amerikaner FÜR EINEN (neuerlichen und diesmal wirklich bundesweiten) TOTAL-LOCKDOWN MIT HAUSARREST FÜR ALLE.
Warum Kult öffentlich sein muß
Freitag, 31. Juli 2020
Entsühnung als Geschichte simulierendes Drama (3)
Nun sollen diese gotteslästerlichen Akte sogar fortgesetzt werden. Und der VdZ ist darin nicht alleine, wenn er sagt, daß unter den gegebenen weil angekündigten Voraussetzungen sich der Besuch eines "Gottesdienstes" verbietet. Denn die Heilige Messe, das Heilige Opfer vor Gott, in dem der Sohn vor dem Vater geschlachtet wird, in der (unblutigen) Erneuerung und Gegenwärtigsetzung des Kreuzesopfers, wird durch Maskenpflicht endgültig zum Greuel.
So, wie auch der Empfang der Heiligen Kommunion kein magisches Wundermittel ist, sondern Vollzug von etwas Realem, der beidseitigen Vereinigung des Gläubigen mit Christus. Aber dazu muß er disponiert sein! Ist er das nicht, ißt und trinkt er sich das Gericht an, weil seine Schändlichkeit verewigt und ultimativ wird, so ist auch die Heiligste Liturgie, der Kult als Vollzug des Opfers, das die Welt in Gott hineinnimmt, nicht bedingungslos oder virtuell, sondern real. Und ein Volk, das nicht disponiert ist oder indisponiert GEMACHT worden ist, sollte, nein muß diesem Kult fernbleiben.
Was die Kirche immer wußte, und Ungläubige, Indisponierte expressis verbis vom Gottesdienst ausschloß. Noch viele Kirchen haben deshalb einen Vorraum vor dem eigentlichen Volksraum! Und der VdZ hat noch erlebt, daß zu den Hohen Feiertagen die Gläubigen ihre Beichtzettel an den Hut steckten oder sonstwie vorwiesen, weil sie sonst keine Kommunion erhalten hätten.
Und eine Maske vor dem Gesicht ist ein solcher Zettel - nur mit umgekehrter Funktion: Er schließt in den Augen des VdZ wegen Unwürdigkeit aus! Daß diese Unwürdigkeit keineswegs nur eine subjektive Belanglosigkeit ist, versucht der VdZ hier zu zeigen. Die Maskenpflicht ist ein grober, abscheulicher Eingriff in die Kultfähigkeit eines Volkes!²
Übrigens wird in der Liturgie der Orthodoxie auch heute noch (der VdZ hat es erlebt) vor dem eigentlichen Opfer die Aufforderung verkündet, daß Indisponierte und der Glaubensgemeinschaft nicht Angehörende nun die Kirche beziehungsweise das Heilige Geschehen zu verlassen hätten. Der hier herausgearbeitete Gedanke ist also keineswegs einfach "abstrus" oder nur dem subjektivistischen Gekröse des VdZ entwachsen.Aus der Maskentragepflicht, der der vernünftige (als in Freiheit zuzustimmender) Hintergrund nur als Maske (sic!) umgehängt wird, wird somit ein Gedanken- und Überzeugungsmerkmal, Merkmal einer Haltung. Die formal eine Ganzheitsgestalt "Volk" schafft, die nicht mehr vor Gott steht, sondern das Knie vor einem irdischen Herren statt vor Gott beugt.
Um so in einem neuen Kult und in einem neuevangelischen Fanatismus als Ermöglichung einer Vorstellung von Sühneliturgie zu einem neuen Volksganzen führt. Das per Haltung, nicht per "genetischer Abstammung" gebildet wird.
Und bei einem solchen Kult muß eben der Volkskörper als Ganzes Sühne - eine bestimmte Sühne, auf bestimmte Art - leisten. Und das geschieht. Es wird weit mehrheitlich begrüßt. Genauso gut hätte man deshalb einen Aluminiumhut vorschreiben (und "begründen") können. Die Maske ist im Grunde gleichgültig. Es geht um die Bestimmung einer Haltung!
Warum und wofür aber soll Sühne geleistet werden? Wir haben es bereits früher ausgeführt: Weil die heutige Lebensweise eine Lebensweise ist, die Schuld um Schuld dem Absoluten gegenüber anhäuft. Schuldbewußtsein, Schuldgefühl ist deshalb das Bestimmende der historischen Gegenwart, und deshalb ist alles, was sich heute zeigt, kaum noch mehr als die Resultante von Getriebenheiten. Als Versuch, diese Schuld abzustreifen.
Ja glaubt denn der Leser deshalb allen Ernstes, daß die Überlagerung des Osterfestes im Jahre des Herrn 2020 durch die Corona-Sühne Zufall war? Hat sich nicht sogar genau darin gezeigt, wie sehr die sogenannten Katholiken samt ihren Anführern bereits selbst an der Realität der göttlichen Sühne zweifeln, wie sie sich in der Liturgie seit Jahrzehnten ausweist?
Ersatzhandlungen wie dieses in noch so ausgebreitete Verordnungen gar nicht einfangbare Tragen von Masken, das als Generalpflicht und -sühne schon an technischen Bedingungen scheitert. In dem der Kanzler zum Oberpriester des Landes wird. Der selbst von der Symbolkraft der Maske spricht. Ob er aber wirklich die Dimension dieser Handlungen erfaßt?
Die Realität freilich zeigt etwas Weiteres, das nicht neu ist, weil es ein Wirklichkeitselement der Schöpfung und des Menschen sohin ist, und das von Anfang an war: Sie zeigt, daß die Menschen an die priesterlichen Opfer glauben.*** Zum einen als Gipfelpunkt des Menschseins, wie es gedacht war, zum anderen an dessen Realität seit dem Sündenfall.
In der sich in ganz Europa der Politiker mit dem Hohepriester wieder vereinigt - wie in uralten Zeiten der Beg mit dem Khan, der Kaiser mit dem Papst zusammenfällt. Und die Bevölkerungen in dem Maß mit ihren Politikern zufrieden sind, als diese opulent genug die volksentsühnende Opferliturgie vollziehen - oder nicht.
In der die Medien den Chor anstimmen, in den die Bevölkerungen dann bestimmungsgemäß einstimmen. Das meint der VdZ sehr wörtlich, weil die Liturgie immer und auch heute - und wir können der Geschichte dankbar sein, daß sie ihr innerstes Wesen so klar erkennbar ausfaltet! - weit wesentlicher ist als jede Politik.
Das ist das wahre Greuel, das ist die wahre Gotteslästerung, das ist das wahre Goldene Kalb des Volkes Israel, das von Gott abfällt und einem neuen Gott in einer neuen Religion huldigt.Deshalb erhellt sich der Blick in die Gegenwart erst und dann, wenn man dieses eigentliche Geschehen als die Grundtektonik der Geschehnisse erfaßt. Samt dem Zynismus, den betreibende Kräfte darin beweisen. Wir haben es hier mit einem substantiellen Geschehen zu tun!
Denn die Corona-Krise ist nur auf den ersten Blick willkürlich (weshalb sie sich nicht und nicht der individuellen Vernunft erschließt - sie hat in sich keine Vernunft; sie braucht diese stumme Folgsamkeit, zu der sie nötigt.)*** Sie ist in Wahrheit die heidnische Ableitung eines tief gegründeten Bedürfnisses nach Sühne in einen greulichen Ersatzkult.
Die Corona-Krise war und ist scheinbar notwendiges, aber zutiefst heidnisches Sühnegeschehen. Ausgelöst und getragen von Menschen, die einen Weg der Entsühnung gesucht und in diesem Anlaß, dem Angebot der WHO etc., gefunden haben. Sofort sind so viele - und allen voran die Politiker, die instinktiv ihre Chance zum Hohepriester aufzusteigen, aufgesprungen. Weil die Bevölkerungen der Welt ihre Schuld - gerade im Maß der Empathie für den Nächsten, somit als geistig-seelisch sich findendes, von den Medien akkordiertes, ja geformtes Volksganzes - immer schwerer geplagt hat.
Man kann hier deshalb nicht nur die Politiker, sondern sogar die Völker und Bevölkerungen**** unterscheiden und erkennen. Je mehr sie von Schuld geplagt wurden, desto leichter sind sie in Massenhysterie verfallen.
Donnerstag, 30. Juli 2020
Entsühnung als Geschichte simulierendes Drama (2)
Nach wie vor lebt diese Corona-Krise deshalb nur von Medien und von ihnen gepflegten Sprachblasen, die sich über alle und alles breiten und gebreitet werden. Als vorgestellte, ideale, "von oben" bestimmte Blase und Wirklichkeit, die - libido dominandi! - nach Herrschaft drängt. Als Fürst der Dämonen, der sich auf den Thron der Herzen setzen will.
Warum? Holen wir weiter aus, und finden wir so den wahren Grund.
Als vor Wochen und als erstes Menetekel an der Wand (wobei wir vor Monaten bereits angekündigt haben, daß es so kommen wird) an den Kärntner Seen die Maskentragepflicht etwa in Gaststätten oder Bädern "ab 21 Uhr" vorgeschrieben wurde, wurden auch Personen bestraft, die völlig alleine an der Strandpromenade saßen und deshalb die Maske nicht trugen.
Aber das sind alles noch Nebensächlichkeiten. Denn es gibt eine furchtbare Besonderheit, sie steht wie beiläufig in der veröffentlichten Verlautbarung der Regierung Österreichs:
Der Maskenpflicht FÜR KIRCHEN.
Und das ist ein direkter Eingriff in den Kult. Kult ohne Freiheit weil dem Primat des Gehorsams der unendlichen Heiligkeit gegenüber, die Rhythmus und Wesen des Kultes vorgibt, somit zur Ausübung nach weltlicher Willkür überantwortet, ist nicht nur sinnlos, er ist gotteslästerlich!
Es ist NICHT egal, WIE jemand an der Heiligsten Opferhandlung teilnimmt, sondern im Gegenteil: Das ist das Entscheidende! Zur von den österreichischen Bischöfen öffentlich gemachten ZUSTIMMUNG zur neu verschärften Maskenpflicht kann einem deshalb nur der Atem stocken. Die Worte bleiben aus.
So wie es entscheidend ist, daß der Kult öffentlich ausgeübt werden können muß. Schon dazu haben die Bischöfe ihre schändliche Zustimmung gegeben! Den Kult zu virtualisieren, wie letztlich dann geschehen, kann einfach nur Heiden, Protestanten oder Sekten wie dem Opus Dei (zu dem Kanzler Kurz angeblich Nähe hat, es wäre nicht überraschend) einfallen.
Was soll man zu solchen Bischöfen noch sagen. Denen die Priester im Gehorsam gebunden gegenüberstehen, sodaß sie weniger Schuld trifft - wenngleich nicht von der Widerstandspflicht entbindet! Und die besteht in diesem Fall!
Wer zum Fest nicht festlich gekleidet - sondern mit Maske, der Persona des gottlosen Unterdrückers nicht nur verhüllt, sondern über die Haltung zu einer anderen Person umgeformt - erscheint, wird vor die Türe in die Nacht geworfen. Dort wird er heulen und mit den Zähnen knirschen.
Wo aber der - öffentliche! - Kult eingeschränkt (wie im ersten Lockdown des Frühjahres 2020 geschehen) und "präformiert", also von anderen Quellen her (wie durch die Maskenpflicht) formiert wird, wird dem im Kult verehrten Gott ins Gesicht geschlagen. Fluch und Gericht über die, die das verordnen, die das tun. Fluch und Gericht über jene, die das durchführen.
Keine Kultur in der Geschichte hat je den Frevel eines Kultverbots gewagt. Keine hat je die Bedeutung des öffentlichen Kultes für das Volk vergessen. Keine hat den Kult zu bestimmen gewagt, womit er völlig sinnlos würde.
Im Gegenteil: In der Not wurden der Kult und das Opfer verstärkt und noch gehorsamer ausgeführt. Ninive ging in Sack und Asche, als Jona es warnte. Wenn das nicht mehr geschieht oder geschah, war die Kultur ohnehin am Ende. Wie in Sodom und Gomorrha geschehen.
Wo der öffentliche Kult fehlt*, wird der Staat, die Gesellschaftsform eines Volkes aus der Verbindung mit dem Himmel ausgeschlossen. Denn die Kirche - als societas perfecta - steht vor Gott, was ins Heil hineingenommen werden soll. Was draußen bleibt ist auch draußen.
Die öffentliche Dimension steht nur durch Repräsentanten und Repräsentation des Öffentlichen und dessen Ordnungsgestalt vor Gott. Somit haben wir - noch dazu gerade zu Ostern, welche Aussage, welche Symbolkraft! - unseren Staat aufgegeben.
Kein Volk hat je gewagt, seinen Weg außerhalb der göttlichen Ordnung zu gehen. Kein Volk hat je gewagt, eine Ordnung zu "schaffen", die nicht aus Gott stammt, sich von Ihm ableitet, und vor Ihm stehen kann, als Lobpreis der Schöpfung.
Der Blick in alte Kirchen zeigt deshalb die Gesamtheit der (idealen) gesellschaftlichen Ordnung. Zum Höhepunkt einer christ-katholischen Kultur stand das ideal durchgeformte Volk vor seinem Gott.
Ein Glück, das zum Übermut trieb. Die Selbstvergottung des Menschen setzte mit der Renaissance ein. Als die Gestalt des Volkes vor Gott deshalb schwächer wurde und abnahm, weil der Mensch in den Mittelpunkt geriet - sogar die Architektur wurde auf das Maß des Menschen, als Veränderung seiner Stellung vor Gott, ausgerichtet, eine Bewegung, die bis heute nicht zum Stillstand kam, und sich in der "Liturgiereform" seit 1969 ihr präsumtiv letztmögliches Stadium schuf - nahm selbstverständlich auch die Kraft der Kultur ab. Die sich in sich selbst verbiß.
Was erwarten wir also heute, die wir als Volk vor Gott stehen? Als welches Volk, in welcher Gestalt? Nicht genug, daß seit Jahrzehnten ein "Gleichheitsgreuel" an Heiliger Stätte stattfand, der uns zum Fluch wurde, auf allen Ebenen - nun wird der Kult sogar mit voller Absicht zum Götzendienst umgestaltet, indem die Gestalt des Menschen angetastet wird. Die mit dem Signum der Unterdrückung und ultimativen Gleichmacherei der verordneten Maske, der Persona, verunstaltet sind, dem sie sogar zugestimmt haben.
Weil sie einen neuen Gott der Diesseitigkeit verehren, darum geht es. Denn es gibt keinen Vernunftgrund für eine "Corona-Krise", wir haben es eindrücklich genug ausgearbeitet.
Gottes Strafe für die unerträglichen Kultbestimmungen, -veränderungen und -beschränkungen, für die Ausschaltung der Öffentlichkeit - gerade zum Osterfest, welche Schande! - wird nicht auf sich warten lassen.³ Und sie wird die öffentliche Form unserer Gesellschaft treffen. Denn stattdessen fand sogar die Anbetung fremder Götter als öffentlicher Akt statt. Stattdessen fanden Greuel am Heiligen Ort statt.
Denn selbstverständlich kann kein Mensch von einem göttlichen Gebot freisprechen. Wie hier dem 3. Gebot Mose, das da vorschreibt, den "Tag des Herrn" (als siebenten Tag) zu heiligen. Wenn, dann kann nur die Teilnahme am Gottesdienst dispensiert werden, MIT DER das göttliche Gebot unterstrichen (dabei noch nicht einmal als "erfüllt" angesehen) wird (=ein menschliches Gebot). Immerhin war es ja auch die Kirche, die den Gotteskult profaniert, ja zerstört hat. Es war NICHT der Staat, NICHT "die Gesellschaft", wie der VdZ seinerzeit in der Diözese St. Pölten pausenlos zu hören bekam. Wo "die Gesellschaft" quasi an allem schuld war ...
²Der Hinweis auf einen Aufruf von Bischof A. Schneider zu einem Gebetskreuzzug zur Sühne für die zahlreichen Sakrilegien, die in Zusammenhang mit dem Sakrament der Heiligen Eucharistie derzeit - ausdrücklich auch in Zusammenhang mit "Maßnahmen wegen Covid19" - meist sogar mit bischöflicher Deckung begangen werden, soll hier genügen. Der VdZ ist mit seinen Gedanken offensichtlich nicht alleine in der Kirche.
³Über die Realität und Folgenotwendigkeit, daß Gott den Menschen auch bestraft, schreibt Thomas von Aquin schon in seiner Summa contra Gentiles. Das zu sehen ist unverrückbarer und logischer Bestandteil des katholischen Glaubensgebäudes, und wurde zu allen Zeiten auch - zu Recht! - geglaubt. Bis ... wir im 20. Jahrhundert anlangten, wo natürlich alles anders war, und wir Wissen hatten, wie es noch nie in der Menschheitsgeschichte dagewesen war.
Mittwoch, 29. Juli 2020
Entsühnung als Geschichte simulierendes Drama (1)
Die Impfpflicht (sogar trotz, ja ... WEGEN der ungewissen Nebenwirkungen, was als Dräuendes die Sühnekraft noch deutlich erhöht) wird schon deshalb kommen, entweder direkt oder als Notwendigkeit, weil das Leben sonst viel zu eingeschränkt würde. Das Ampelsystem bereitet genau das bereits vor, in dem bezirksweise Vorsichten und individuelle Maßnahmen (bis zur Quarantäne) vorgeschrieben werden.*
Kommen wir somit zur Frage: Warum wird in diesen Tagen in Österreich (und europaweit) die Pflicht zum Tragen von Masken (euphemistisch "Mund- und Nasenschutz" genannt) wieder verschärft? Die Antwort heißt sicher nicht: Wegen der Gesundheit. Denn die Maskenpflicht ist in jedem Fall eine Ersatzhandlung, sie ist in sich und als "Gesundheitsmaßnahme" sinnlos.
Als sinnloser Akt inmitten einer sinnlosen Gesamtsituation. Denn Sinnlosigkeit kann nur Sinnloses hervorrufen.
Alles Begründen durch öffentliche Stellen, das von so vielen übernommen wird, ist nur abstraktes, posthoc rationalisierendes Gerede. Es gibt einen apriori-Grund. Es ging von Anfang an um etwas anderes - es ging um einen Ersatzkult. Und die Bösen wissen und wußten viel besser als die Katholiken (wir gehen darauf noch ein), wo der neuralgische Punkt war, wo der Hebel anzusetzen ist: Beim Kult.
Denn hier erst, und in diesem Horizont, spielt die Maske ihre Rolle. Es ist eine Schlüsselrolle im Menschsein, das ein Menschsein vor Gott ist.
Und die Zustimmung dazu, noch dazu in einer Situation, wo niemand mehr von einer Epidemie sprechen kann, wenn eine war, dann ist sie vorüber, ist nicht sachlich begründet. Es ist die Zustimmung zu einer Haltung. Deshalb kann und muß man darauf eingehen: Auf die Symbolkraft und -wirkung der Maskenpflicht.
Warum er dennoch, trotz Maske, in ungeheurer Breite und Fülle mit den Nächsten kommunizieren könnte. Oder glaubt der Leser, daß in Kulturen oder Gesellschaften, in denen das Gesicht unter Masken (und Schleiern, wie es auch bei uns immer noch Sitte ist und war) verborgen, mit künstlichen, oft enorm aufwendigen Verzierungen verändert, verborgen, teilverborgen etc. etc. wird, weniger kommuniziert würde? Sodaß die Maske manchmal nicht nur gar nicht verhüllt, sondern manches sogar erst sichtbar macht? Weiß er, daß sogar der Begriff "Persona" im antiken Griechenland synonym mit Maske verwendet wurde, weil der Einzelne immer durch eine Maske erst er selbst wird?
So einfach ist das alles nicht. Das Wirkliche ist nicht nur unsichtbar, es ist auch über alle fleischliche Gestalt hinweg erkennbar, wird vom Fleisch nur verkündet, wie im Blick durch ein Fenster. Und die Maske lenkt und färbt und umtönt den Blick. Das zeigt sich auch in der sehr rasch einsetzenden Gestaltung als Modeaccessoire, mit der die Maske sogar "chique" und "individuell" wird. Der VdZ hat sogar schon durchaus hübsche Zusammenstimmungen mit Krawatte und Hemd gesehen. (Und er selber hat ja gleich zu Beginn sein "Modell für den Pfeifenraucher" vorgestellt.)
Deshalb ist das Einzige, das man von der Maske annehmen darf, deren Funktion als Gessler-Hut, als prinzipielle Zustimmung zur Unterdrückung - als Accessoire der Fügsamkeit. Und mehr ist auch nicht verlangt, genau darum geht es - wir werden unten sehen, warum.
Sie hat symbolischen Wert! Und INSOFERN ist sie Ausdruck der Persönlichkeit: Als Zustimmung, als Eingeflochtenheit in ein System der Unterdrückung. Als eines Systems, das dem Volk die Gesundheit UND die Vernunft aus der Hand nimmt. Das aus Personen Marionetten des Staates macht.
Als Persönlichkeit aber (siehe unter anderem Romano Guardini) hat sie ihre liturgische, also kultische Bedeutung. Deshalb spielt die Maske in den Kult, deshalb ist sie kultbedeutend. Weil es der Kult ist, der den Menschen formiert.
Weil es die Architektur des Kultes ist (also alles Fleischliche, alles was dinghaft im Kult präsent ist, was ihn ja überhaupt erst zum Kult macht: Das Konkrete, das im Kult ex opere operato (neben dem ex opere operando, das ist in dieser Gedankenreihe nicht bedeutend) - das Reale ist!) die Rhythmik vorgibt, der die Anwesenden zustimmend teilhaftig werden, und aus der heraus der "mitgenommene" Himmel, die Gnade, das Geschenkhafte also, in die Welt hinein formierend wirkt.
Einschub "Volk vor Gott - Warum ein Kult öffentlich sein muß" am 5. Tag
Darum geht es also. So gut gemeint andere Argumente sein mögen, die dem eigentlichen, eher instinkthaften Impuls - der Ablehnung der Maskentragepflicht - beistehen und in welthafter Konkretisierung zum Durchbruch verhelfen wollen. Einander erkennen aber, mit Gesten umfänglich zu kommunizieren kann man auch mit ihr.
Nur - darum geht es bei der Maskentragepflicht gar nicht. Und dort liegt der Grund für die ungeheure Aggression, mit der die Maskentragepflicht einerseits verordnet, anderseits angenommen und verbreitet wie verteidigt wird.
Morgen Teil 2) Der Ersatzkult -
Die Maske als Greuel der Simulation von Sühne
Donnerstag, 25. Juni 2020
Das Symbol verweist auf eine historische Wirklichkeit
Donnerstag, 23. Mai 2019
Vom Balzverhalten der Korkenzieher (3)
***Das gibt dem Weiblichen diese bekannte (und notwendige) Ambivalenz aus Hingezogenheit und Zurückweisung. Die in dem Idealbild von der "Heiligen und Hure" gar nicht so unzutreffend beschrieben wird.
****Was uns heute also fehlt ist nicht irgendwelche Moral oder Dogmatik, es ist der Mangel an Vertrauen in die Fundamentalität und Potenz wie Ausrichtung der Transzendenz, daß sie uns uns selbst gibt! Dieser Vertrauensverlust ist eine direkte Folge der Auflösung der Riten und Tabus im Alltag. Denn nur eine durch verbindliche Riten geformte Welt (und nur eine solche ist überhaupt Welt) bietet Vertrauenswürdigkeit, weil das Transzendente nur im Ritus real und als Erfahrungsgegenstand präsent ist.
Sodaß man sich anders nicht transzendieren, auf dieses Unbekannte hin formen lassen will. Daraus folgt zwingend eine Unentwickeltheit des Selbst, sodaß die "Variabilität der Geschlechter" als tragische Fehlentwicklung gar nicht ausbleiben kann. Nur Ritus könnte hier Abhilfe schaffen, und sei es der Ritus der Farbzuordnung (blau=männlich, rot=weiblich, zum Beispiel), in den ein Mensch hineinwachsen muß, weil er ihn als Teil einer Gesamtkultur (=Ritusgemeinschaft) formt.
³Es ist ein Irrtum, die "sexuelle Anziehungskraft" als den "Motor zur Ehe" zu sehen. (Wo immer das passiert, ist der Mensch bereits schwer geschädigt und von sich - als einem "auf das Oben zu" - abgewandt.) Es ist das Verlangen nach Ehe, nach Ganzheit, die das tut. Aber sie tut es konkret, INDEM sie beiden ihren Platz zuweist, und der ist real durch den Eros von Mann und Frau (zueinander).
*****Vieles, was deshalb in unseren Schulen als "Fähigkeiten" ausgepriesen wird, ist in Wahrheit nur ein fataler Wildwuchs, der keinen Sinn hat und nie Früchte tragen und schon gar nicht den Träger "glücklich" machen wird. Er wird ihm nur die Energie aussaugen und an unerfüllten Ansprüchen u. U. sogar zeitlebens leiden lassen. So wie ein Wassertrieb beim ungepflegten weil ungeformten Holunderbusch vor dem Haus. Deshalb müssen Schulen in erster Linie (erster, nicht zweiter oder späterer!) den Ritus der Herkunftsidentität der Schüler zelebrieren oder zumindest respektieren, für sich stehen lassen können, wollen sie "Lernerfolg" haben. Spätestens hier wird deutlich, wie katastrophisch sich die Ent-Regionalisierung (weil Ent-Ritualisierung) der Lehrerschaft auswirkt. Was bis hin zu den Lehrinhalten geht, die weder mit Lehrer noch mit Schüler etwas zu tun haben.
Mittwoch, 22. Mai 2019
Vom Balzverhalten der Korkenzieher (2)
Welt wird also nur durch einen Akt der Gewalt. Diese ist jener Punkt, an dem das Männliche sich ins Unbekannte, ins Transzendente selbst hinein verliert weil hineinstirbt. Während das Weibliche scheu ist, von Natur aus, und flieht, somit genommen werden muß. Sein Sterben ist das Hinnehmen der beide überstülpenden, aus dem beantworteten Verlangen der Form heraus überlagernden (und damit zu "eins" machend: Mensch als Mann UND Frau) Form (=Ehe), welche nun die zu diesem Schritt zustimmende Frau überwältigt, und darin zu sich selbst und ihrer höchsten Möglichkeit bringt, der Lebensweitergabe, als das Schöpferische der beide überstülpenden Form.*** In deren Rahmen aber der eine (der Mann) überwältigt, der andere (die Frau) überwältigt wird, denn nur so ist diese Form (=Ehe) real und damit für beide aus sich heraus wirksam.
Es ist die Zustimmung zur Herrschaft des Mannes über sie, der sie zu diesem Moment bringt, und wo sie sich dem Unbekannten des Transzendenten (in dem die Wirklichkeit der Ehe "wartet", ja aus dem heraus diese lockt) ausliefert.³ Nur im Selbsttranszendieren aber wird alles zu sich selbst - empfangend, nicht selbst gebend. Das gilt wiederum für beide Geschlechter.****
Aber damit wird auch klar, daß es völlig gleichgültig ist, ob wir unser Leben als Gartenschlauchträger, Funzelbrenner, Schnapsproduzent, Ministerialrat oder König verbringen. Nämlich in dem Sinn, als all das nur Kostüme für ein und dasselbe sind, das einzig jedem Menschen aufgetragen ist! Das Geforderte ist bei allen Ständen und Berufen etc. etc. gleich. Noch etwas wird damit klar: Daß es ein lächerlicher, aber folgenschwerer Irrtum ist zu meinen (wie es heute geschieht, ja darauf baut unser gesamtes Bildungssystem auf), die Identität von "Fähigkeiten" abhängig zu machen, die angeblich zum Vorschein kommen. Es geht gar nicht darum, denn die Fähigkeiten (die man damit meint) werden nur im Rahmen von Identitäten (Orten) und damit in Riten und Tabus sichtbar, also zur Welt, und erst dort erlangen sie ihren Wert, also Anerkennung.*****
Ein "Gegenmittel", ein konstruktives Gegenmittel kann nur so aussehen, behutsam wieder Riten und Tabus zu etablieren. Die natürlich nicht einfach Kopien von Vergangenem sein können. Wenn sie auch manche oder viele dieser früheren Ritus-Elemente enthalten werden. Weil sie auf die Natur als Grundlage von Wesen Bezug nehmen, und die ist nicht schlicht a-historisch, abstrakt. Nur im Ritus werden wir wieder eine "bessere (=dem Schöpferischen förderlichere) Welt" für uns und unsere Nachfahren schaffen können. Nur so werden aus den Schutthaufen, die wir heute alle sind, und die alles ist, was wir lustigerweise noch Kultur nennen, wieder Gestalten aufstehen können. Dann werden wir auch das Müllproblem gelöst haben.
Dienstag, 21. Mai 2019
Vom Balzverhalten der Korkenzieher (1)
*Das kann man bis in scheinbar Profanstes hinein verfolgen - man nehme nur den Verkauf, diese völlig falsch eingeschätzte Tätigkeit. Es ist dasselbe Geschehen. Profan wird es nur dann (und dann auch die Integrität der Teilhabenden verletzend), wenn es als reiner Nutzenabgleich in den Dreck gezogen wird. Wird Verkauf als Ritual verstanden, wird es zu einem der schönsten Handlungsmomente, die uns in unserem täglichen Lebensvollzug zur Verfügung stehen! Von dieser Warte aus muß man deshalb auch den Konsumismus, den Kaufrausch etc. ganz anders betrachten. Beide werden geboren aus der Sehnsucht nach etwas, das einerseits andere brutal ausnützen, das andererseits mangels Ritualen (also Banalisierung) keine Sprache mehr findet und deshalb letztlich unerfülltes Verlangen nach Schönheit und der Befriedigung des Kommunikativen (das auf anderer Stufe dem Orgasmus als Kategorie zuzuordnen ist) zurückläßt.
Sonntag, 23. Dezember 2018
Geburt aus dem Eid (4/2)
Teil 4/2
In diesem Sinn kann es auch Tradition - vor allem wo sie lange schon währt, denn über kurze Frist kann auch eine Täuschung bestehen, wenn auch nur auf ihre Art - nur als Gutes geben. Denn was nicht gut ist, ist nicht wahr, und es muß deshalb vergehen. Irgendwann vergeht alles, was nicht gut, nicht schön, nicht wahr ist. Weil ihm das Sein fehlt, zu dem es die Teilhabe nicht aufrecht halten kann.
Diese Tradition wird aber nicht einfach nur durch Personen in aktuellen, heutigen Akten und Gesprächen und Ansprachen vermittelt. Sondern sie lebt in allem, was die Menschen, die einem bei der Geburt schon voraus gegangen sind, in ihrem Leben gewirklicht haben. Womit die Welt, sagen wir, vollgestellt ist, in die wir geboren werden, und die im Ergreifen dann unsere Welt wird.
Als Kultur, in der wir leben. In einem Volk als Gemeinschaft der sich ans selbe Erinnernden, also mit einer gemeinsamen Geschichte, in seinen Gewohnheiten, seiner Sprache, seinen Bräuchen und Kulten und Riten, seinen Tänzen und Liedern, kurz in allem, was das ausmacht, was man Lebensvollzug nennt. Dort liegt auch unsere Basis als Individuum, weil wir uns zu allem diesen auch verhalten. Also kommunizieren. Einzelner und Tradition haben damit etwas Unauflösbares, weil die Kommunikation wie gesagt zwei Seiten braucht, sonst fällt Sprache ins Leere, löst sich auf.
Man muß dazu auch die Seite sehen, daß ein Mensch, der ja auch leiblichen Ursprung hat, durch das ihm Mitgegebene auf diese Umgebung hin vorgeprägt ist. Der mitgegebene Leib ist das Sehwerkzeug, um es einfach zu sagen, die Raumstation, von der aus man der Welt begegnet. Der man nie entfliehen, die man bestenfalls und langsam etwas verändern kann. Über den Geist als einzige Brücke, damit ... über die Gnade, also nicht von uns alleine zu schaffen. Weil, wie gesagt, die Sprache der Sprache nicht aus uns kommt, sondern uns voraus geht. Wir haben also einen Leib, eine Basis, mit all ihrer Geschichte. Auch in negativen, verweigernden Haltungen, was immer heißt: Ein Gut ausklammernd. Aber genau so und noch weit mehr in allem, was uns überhaupt ausmacht. Was uns ... über die Sprache, über die wir verfügen, und damit erst über die Grammatik denken läßt. Was uns jenen Boden gibt, auf dem wir stehen. Von dem aus wir urteilen und planen.
Wenn es heute also Meinung ist, was man als Postmoderne bezeichnet, daß sich jeder Mensch zur Lebenserfüllung in einen Zustand der "tabula rasa" bringen muß, wo es keine vorgegebenen Gedanken und keine vorgegebene Grammatik gebe, so ist das nicht nur sinnlos und unmöglich. Es ist selbstzerstörerisch. Und daneben ist es auch müßig eine Sprache zu suchen, die keine "Macht" oder "Hierarchie" enthält. Als Wille und Absicht. Das tut sie notwendig, sonst gäbe es Sprache gar nicht, sonst gäbe es keine Grammatik als geistiges System, als Struktur von Beziehungen, und damit keine Sprache.
Der Mensch erhält die Sprache, er erhält die Erzählungen, die nicht nur "Inhalte" weitergeben, sondern die in sich jene Basis und Weltstruktur enthält, aber auch an ihrem Ursprungsende sozusagen die Grammatik des transzendenten Seins, des Wortes, der Wahrheit (die bereits die welthafte Gestalt der Sprache der Sprache ist), die zuerst einmal die Basis aller seiner weiteren Urteile und Entscheidungen bildet.
Wer die Tradition ablehnt, lehnt zuerst einmal sich, und darin seine Vorfahren ab. Er vertraut ihnen nicht, und damit sich selbst nicht. Das ist der wirkliche Grund, warum wir social media brauchen. Sie sind die ständig notwendige Selbstvergewisserung, weil wir uns nicht mehr trauen, weil wir unseren Vorfahren nicht mehr vertrauen.
Gerade zu Weihnachten erleben wir etwas Besonderes. Wir erleben, daß sich das Geheimnis der Welt in einer Erzählung kundtut. Und Erzählung heißt: Einer dargestellten Grammatik. Einer mündlichen Erzählung, die in der Schrift leichter erinnert werden kann, deren Schriftzeichen zumindest Bojen sind, die uns zu den innersten Inhalten der letztlich transzendenten oder transzendenzoffenen Sprache führen.
Und diese Offenheit hat Sprache übrigens immer. Deshalb ist es durchaus lohnenswert, auch dem Lügner genau zuzuhören. Letztlich sagt er die Wahrheit, oder eine Wahrheit, nur auf eine andere Art. Und irgendwann verrät er sich. Irgendwann führt sich die Lüge ad absurdum, und verkündet die Wahrheit, als Grund, warum sie zur Lüge umformiert wurde. Also zur Täuschungsabsicht über die Welt wurde. Aus der heraus man eine andere, neue Welt schaffen wollte. Sie ahmt damit Gott nach, will sein wie Gott. Lüge und erste Sünde liegen wie im Ehebett beieinander.
Damit kehren wir zum Anfang dieser Ausführungen zurück. Daß die Sprache in seinen Urgründen ein Eid ist. Ein Versprechen auf Weltschöpfung. Unsere Sprache ist die ikonenhafte Offenbarung jener Sprache, auf der die Welt insgesamt beruht.
Die Erzählung enthält die Grammatik der Welt, haben wir gesagt. Umso mehr trifft das auf die Erzählungen vom Anfang der Welt zu. So ist es auch bei Weihnachten, diesem neuen Anfang der Welt. Im Weihnachtsevangelium. Und wird in der Lesung am ersten Weihnachtstag, dem Prolog des Johannes Evangeliums, ausgelegt. Wo die tiefe Grammatik der Weltschöpfung, die Eidhaftigkeit des Wortes vor Augen steht: Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott.
Indem dieses Wort auf die Erde kommt, fleischlich wird - als Gestalt, in der alles enthalten ist: als fleischgewordener Gott, der zugleich in einer der drei Personen Mensch, also Sohn Gottes ist - wird die Welt tatsächlich neu geboren, weil nicht nur durch eine Ikone, sondern durch den nunmehr welthaft gewordenen, Fleisch gewordenen Urgrund neu geschaffen.
Die Welt erhält in ihrem weltlichen Kreislauf, in dem sie gewissermaßen in sich steht bzw. stehen sollte, der ohne Verbindung mit Gott, dem Sein, aber nicht sein kann, diese Bestandsquelle neu zurück. Gott wird eingeschleust gewissermaßen in diesen Kreislauf der Sinne und Beziehungen, der die Welt ist.
Es sind ja die Sinne, über die wir an jenem Außen teilhaben können, das uns grundlegt und dann immer wieder von neuem nährt, also bestehen läßt, was dem Menschen als Ebenbild Gottes zubedacht war. Die in der Ähnlichkeit enthaltene Disposition der Teilhabe an jener innergöttlichen Gnade, zu jener Liebe, in der Gott ist, und Fleisch geworden wieder unter uns weilt. Und nun wie im Paradies unter uns wandelt, und damit auf eine Weise - in der Kirche - die Welt in ein Paradies verwandelt. Jenes Paradies, von dem die Propheten gekündet haben, daß es eines Tages kommen wird - in der Fleischwerdung Gottes.
An ihn angebunden, und nur insoweit, sind wir Bewohner dieses Paradieses. Dessen Vollgestalt freilich noch nicht da ist, dazu muß das Schlechte wie bei der Ernte als Spreu ausgesondert werden. Beim Jüngsten Gericht. Aber wir Getaufte dürfen bereits in dieser geistigen Welt und Wirklichkeit leben. An der wir freilich nur im Glauben ganz teilhaben können. Aber einmal, nach dem Jüngsten Tag, werden wir nicht mehr glauben müssen, sondern werden es sehen.
Im Weihnachtsfest machen wir diesen Anfang Realität. In dem Paradies gehörigen Spiel des Ritus, des Kultes, der in den Gebräuchen deren konkrete Weltwerdung vollzieht. Uns damit zeigt, wie Geist Welt wird, so wie Gott Mensch wurde.
Lassen wir uns das deshalb nicht nehmen. Sondern begehen wir mit heiligem, ehrfürchtigem Ernst jenes Spiel, als das die Welt überhaupt nur sie selbst ist. Mit allen Traditionen, mit allen Gesten und Riten, mit allem Kult. Wie es uns übergeben wurde. So daß wir aus Weihnachten heraus, vom Eid Gottes aus, der sich uns zugesagt hat, der uns seinen Eid gegeben hat, weil er gesprochen hat, weil sein Wort in der Welt ist, in ein neues Jahr gehen, das somit im Wort begonnen zu einer Weltschöpfung wird. Die Wandel und Wechsel zur Eigenschaft hat, damit auch die Jahreszeiten braucht, weil Sein in der Welt - Freiheit - nur jeweils aktiv, im Vollzug an einem Begegnenden, überhaupt da sein kann.
Wir können von hier aus die letzte Linie ziehen. Daß nämlich diese Weltschöpfung in einer Person gründet. Und diese Person wiederum in einem Namen, dem ersten und eigentlichen Wort - Jesus. Dem Grund- und Schlußstein der Welt, in dem er sie in das Universale der göttlichen Gegenwart hebt. Zum himmlischen Jerusalem. Dem Urbild jeder Ikone, jeder Schrift, jedes Wortes, jedes Dings auf der Welt. In ihm ist alles enthalten.
Und so können wir auch unser Sprechen - unserem Hauch - spiritus, spirare, atmen - als Träger (als Träger! als Ikone! nicht als dieser Gott selbst!) des göttlichen Hauchens innerhalb der Dreifaltigkeit - als Weltzeugungsakt begreifen. Das in der Wahrhaftigkeit den Eid - zum schönen, guten, Welt werden sollenden Wort geworden - erfüllt.
Im hinausgestellten Wort ist alles eine Idee aus dem unendlichen logos, dieser nach außen drängenden, lebendigen, beziehungsvollen Grammatik des Geistes. Der sich im Wort in die Welt hebt, die im Gehörtwerden - auch in unserem eigenen Hören, denn wir hören uns selbst, ja denken ist sprechen und hören, ist nicht leise, ist nicht stumm, sondern tönt in uns - bewegt und somit Welt schafft.
Je mehr unser Sprechen zum Eid wird, und in dieser Haltung also Fenster zur Gnade wird, desto mehr schöpferische Kraft haben wir. Weil wir Gott ähnlich sind, und so an seinem inneren Leben teilhaben können.
Das wird uns in Weihnachten durch die Fleischwerdung Gottes des Sohnes wieder geschenkt.



