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Freitag, 29. April 2022

Wir können aber nicht nicht-zeugen

Der Zeugungsakt liegt zwar im unbedingten Wesen und damit im existieren immer daseienden Wesensvollzug unseres Menschseins, ja des Seins aller Lebewesen, aber er utnerliegt nicht deren bzw. unserer Machbarkeit, das heißt, wie können ihn icht willkürlich beeinflussen, was heißt: nicht nicht-wollen, nicht abstellen. Gott wollte nicht, daß wir auch noch vom Baum des Lebens essen, denn dann hätten wir vermutlich nie mehr zum Leben selbst gefunden. 

Zur Wahrheit können wir (stets freilich nur im Gehorsam dem göttlichen Wort gegenüber, dieser Textur des Seienden) noch finden, wenn es auch sehr mühsam ist, weil wir gewissermaßen gegen unsere faktsiche Natur ankämpfen und sie überwinden müssen. Aber beim Leben wären wir gewissermaßen immer "zu spät" gekommen: Wir wären schon tot gewesen, ehe wir noch einen Akt hätten setzen können, der uns zum Leben führt.

Mittwoch, 30. März 2022

Warum DIE MENSCHHEIT, nicht nur einzelne Menschen gefallen sind (2)

Versuch, mit Legobausteinen den Stephansdom zu beschreiben. Person heißt Individualität, aber Individualität wird erst mit der Zeugung, als erster Schritt zum Weltsein. Oh glücklicher Orgasmus du  - Einer Seele, einer Personsform also (und Person heißt schon an sich, daß es sich um Individuen handelt, und nur Individuen können auch Gott ebenbildlich sein, weil Gott die Individualität SELBST ist) die in dem Moment zur Welt gerufen wird, wo ein Mann und eine Frau sich im Akt der hingebenden Liebe begegnen. 

Wobei dieser Beseelungsmoment als KURZ VOR dessen leiblicher Erfüllung stehend gesehen werden muß. Wo sich also Adam einen unendlich kleinen Augenblick vor dem Samenerguß befindet. Der ja von der Hingabe abhängt. (Wir verweisen hier nur andeutend auf die Probleme, die fehlende Hingabe für die Erektionsfähigkeit des Mannes haben.) 

Einer Hingabe, die sich der Leib gewissermaßen durch die immense Bindekraft des leiblichen Aktes holt, weil der sich den GANZEN MANN, die GANZE FRAU - auf dem Weg zum Höhepunkt, dem Orgasmus, in seiner sich progressiv steigernden Ganzhingabe, dem berühmten "kleinen Tod", weil die Welt verschwindet, alles sich immer ausschließlicher auf die leibliche Begegnung fokussiert - fast herbeizwingt, und Eva sich in hingebender Aufnahmebereitschaft befindet. (Wo Untersuchungen der letzten Jahre gezeigt haben, daß die Gebärmutter keineswegs ein passives Ogan ist, wie man immer dachte, sondern sich in der weiblichen Hingabe dem eingedrungenen Penis entgegenreckt.) 

Dienstag, 29. März 2022

Warum DIE MENSCHHEIT, nicht nur einzelne Menschen gefallen sind (1)

Es ist eine sehr hilfreiche Passage, die Thomas von Aquin in seiner "Summa contra gentiles" zur Frage des Verständnises der Erbsünde bringt. Und in der sich Thomas dieser Frage, die für viele ein so großes Problem ist, von einer weiteren Seite nähert. Wie einem Schüler der Grundlagen allen Erkennens - darf ich hier sagen, daß es meiner Ansicht nach jedem Menschen zur Ehre gereicht an den Punkt zu gelangen (oder die Gnade zu haben, gleich dort zu verharren), sich sein Leben lang in der Rolle eines Grund- und Volksschülers zu erkennen? - bringt der Philosoph diese alles entscheidende Problem so einfach wie nur möglich nahe. 

Schon daran ersieht man, daß Thomas kurz nach dem Höhepunkt des Mittelalters stand. Daß er schmerzlich erkannte, daß es fortan nur noch bergab gehen kann, und sich die Ebene der Kultur bereits beträchlich zu neigen begonnen hat. (Siehe Anmerkung*)

Das sind in der Geschichte eben stets jene Kulturphasen, in der die Philosophoie aufblüht. Die immer dasselbe ist: Ein Versuch eines Verzweifelten, das Entschwindende und bereits Entschwundene (denn ins Bewußtsein steigt das Bild dessen, das fortging) zu rekonstruieren, festzuhalten, wieder aufzubauen.

Donnerstag, 9. Dezember 2021

Gedankensplitter (1377b)

Gedankensplitter zum selben Anlaß. Der Orgasmus ist das große Schöpfungsgebet des Mannes. Und überhaupt einiges zu Tugend und Menschenbild. - Zurück zur Malerin und unserem Gespräch. Zurück zu der in diesem Moment so überwältigenden weil identitätsbestimmenden Erkenntnis, daß bei ihr genauso wie bei mir die seltsame Tatsache ausschlaggebend für unser Tun ist, daß wir - wir beide, die wir beide der Ansicht sind, daß das, was wir machen, sie ihre Bilder, ich meine Texte, einfach lächerlich und völlig ungenügend, ja einfach absurd unbedeutend für die Welt ist, sodaß wir beide nicht der Ansicht sind, daß es auch nur irgendeinen Wert  hätte, weder für sich gesehen, noch im Sinne von Marktwert oder -preis oder Nutzen - daß wir beide aber jeden Tag neu von der somit unerklärlichen, immer wieder und wieder wie aus dem Nichts auftauchenden Tatsache bewegt werden, daß wir das, was wir machen, meinen unbedingt noch gemacht haben zu müssen, ehe wir sterben.

Wir haben beide etwas zu sagen, das ist der Punkt. Noch einmal: Nicht, weil wir meinen, es hätte Wert für die Welt! Das können wir nur insofern glauben, als wir Gott um keinen Preis der Welt KLEIN machen wollen, sodaß das, was ein Mensch tut NIEMALS klein sein KANN, weil GOTT es für wichtig genug hielt, es über und in uns zu schaffen. Warum wissen wir nicht, er wird es schon wissen (Vorsehung). 

Und das ist es, was uns leben läßt: Daß wir Tag für Tag feststellen, daß das, was wir gemacht haben an diesem Tag, jedesmal meinten noch unbedingt gesagt haben zu sollen. Mehr noch, daß wir das Gefühl haben, es schon lange, es schon immer gesagt haben zu sollen.  

Sonntag, 19. September 2021

Der schöpferische Garten der Lüste

Wie kann man sich das Schöpferische vorstellen? Wie das Entstehen von Neuem, zuvor nicht Dagewesenem, das nun in die Welt kommt, einerseits leiblich, anderseits nur geistig als Wirklichkeit. (Denn nicht alles Wirkliche, also in und auf die Welt wirkende, bewegende, hat einen Leib. Aber das Leibliche, das Fleisch - siehe Christus, der Sohn Gottes - ist der Dreh- und Angelpunkt.)

Am besten geeignet scheint die stärkste Analogie, die wir haben, und die jeder sogar erlebt hat, und das ist die leibliche, die "sexuelle" Vereinigung von zwei Menschen. Die sich einander zusprechen (es braucht das Ja, was soll man da herumreden!? Sogar das Gesetzbuch kennt die Situation eines fehlenden Ja, und nennt es Vergewaltigung, oder nennt es bei einem aus irgendeinem Grund ungültigen Ja Mißbrauch, Nötigung etc.