"Die halbe Welt schlägt auf Britannien ein und will es loswerden, weil wir angeblich so schädlich für ihre Kultur sind. Dabei tun sie es aus Gründen, die ihnen gar nie bewßt geworden wären, wenn sie wie nicht dazu in die Lage versetzt hätten."
Treibgut - Wo am breiten Strome die Ufer stehen, sind Schwarzerlensamen aufgegangen, und schäumen als saftige Büsche die Ränder der großen Lethe, die alles ins Dunkele Meer trägt; ihre weichen Äste, die noch nicht ahnen lassen, welcher später als kahler Stamm reife Blätter hoch in der Sonne wiegen wird, tauchen in die Wasser, wie Kinderhände. Dann und wann greifen sie, denen alles noch ernstes Spiel ist, nach Treibgut. Oder es bleibt hängen, lädt zum Tanze, haucht im Kusse Lebwohl
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Sonntag, 22. Januar 2023
Fliegenverscheuchen
Montag, 6. September 2021
Si tacuisses (2)
Somit streifen wir am Problem der gesamten Dogmengeschichte. Die vor allem seit dem 19. Jahrhundert, als Gegenbewegung gegen den sich abzeichnenden Kultur-, Geistes- und Glaubensverfall, das Grundbesteck der Kirche befestigen wollte, damit es nicht verloren gehe. Damit aber hat man Aussagen in positive Formulierungen gepackt, die eine Eigenwirkung entwickelt haben. Wie die von der Unfehlbarkeit des Papstes, die zu einer "Verheiligung" (als Vergötzung) des Faktischen sämtlicher Päpste geführt hat, und zwar schon zu deren Lebzeiten, und niemand im Volk mehr weiß, was an päpstlichen Aussagen "total verbindlich" ist und was nicht.
Sogar ein Schisma ist diesem Umstand zu verdanken, denn damals haben viele die römisch-katholische Kirche verlassen (wie die Altkatholiken). Und Schisma ist eine ganz andere und wirklich schlimmere Sache, als die Häresie. Aber nun wurde kein Ausweg mehr gelassen, und viele haben auch heute mit dieser Aussage ein Problem, in dem sie sich vor die Entscheidung gestellt sehen.
Sonntag, 5. September 2021
Si tacuisses (1)
C meinte, es sei falsch, einfach falsch, zu sagen, daß es nur in der Kirche das Heil gebe. Warum er überhaupt auf diese Aussage kommt? Ich weiß es nicht. Und genau darin liegt das Problem: Hätte ich nicht den Eindruck, daß er diese "Weite" nur benützt, um seine eigene und mir überlegene Gutheit darzustellen, wäre alles so einfach.
Aber dazu müßte man den Unterschied zwischen einer positiven Formulierung und einer Wahrheit erkennen, die darin liegen kann, daß man etwas "nicht sicher sagen" kann. Wie es bei jedem Geheimnis der Fall ist.
Worauf jemand außer der Kirche hoffen will, ist mir bis heute nicht klar geworden. Weil er gut lebt? Was ist dieses "gut"? Ich habe es noch nie anders gesehen denn als platte irgendwie zeitgeistige "Wohltat", bei der mir einfach nicht klar wird, woran sie sich bemessen könnte. Außer - eben! außer! - bei seiner eigenen Gutheit.
Und hier beginnt auch das Problem. Denn das Handeln ist das Selbstvollziehen des Seins. Das heißt, daß jemand nur behaupten kann "gut" zu handeln, wenn er gleichzeitig damit sagt "Ich BIN gut."
Um diesen Zusammenhang von Heiligkeit und Gutheit weiß der Mensch. Deshalb ist die Aussage, "gut zu handeln", auch immer eine Aussage über die Heiligkeit.
Der "Gutmensch" ist also nicht einfach der, der gut handelt, der der meint sein "gutes Handeln" würde legitimieren. Er ist der, der sich klandestin für heilig hält. Wir haben deshalb nicht das Problem der "political correctness". Diese ist vielmehr vorgeschoben, weil das Handeln legitimieren und damit beweisen soll, weil der Zusammenhang gewußt wird.
Wir haben deshalb ein viel tieferes Problem, als ein moralisches. Wir haben das Problem, daß sich so viele Menschen als Heilige sehen.
Samstag, 7. November 2020
Wider Enzykliken (4)
Nun geschieht aber Folgendes, und dem Leser wird nun vielleicht klarer, warum der Anfang den Inclusivismus aufs Spielbrett holte: Dieses Selbstgefühl der Schwäche ist notwendige Konsequenz des Verzichts auf jene männliche Vernunft, die sich nicht selbst von der intellektuellen Rechtfertigung abhängig macht, sondern diese zwar liefern kann wenn sie möchte, aber um die prinzipielle Problematik des Intellektualismus weiß: Der eine prinzipiell andere Sphäre mit Mitteln beweisen soll, die gar nicht dieser Ebene zugehören.
In den Augen dieser Welt ist die Kirche, ist der Glaube "unterlegen". Aber eben nur in den Augen DIESER Welt! Nicht in den Augen Gottes, nicht in den Augen der Wirklichkeit. Die mangelnde Selbstverfügung, die man mit dem Schritt in den Wettbewerb alleine innerhalb der Mittel dieser Welt ausgelöst hat, hat den Verlust des Selbstwerts bewirkt. Was nun einsetzte ist exakt das, was mit dem Inclusivismus des Inders beschrieben wurde.****
Man hat, mit den Worten von Abszessium Kuhschneider formuliert, diesem weltweit berühmten Bänkelsänger aus dem Inneren Allgäu, mit dem Zweiten Vatikanum auf die allumfassende Wirklichkeit und Macht verzichtet, um sich der Welt "verständlich" zu machen. Man hat den Ferrari in der Garage gelassen, um mit dem Tretroller um die Wette fahren zu können. Den der andere nicht als Seinsmangel fährt, sondern der fortan der Maßstab der Fortbewegung sein soll. Man hat dieses unendliche Licht des Glaubens und der Wahrheit ausgeklammert, um fortan mit dem beschränkten Verstand des Nichtgläubigen zu denken.
Die Folge ist, daß sich das gesamte katholische Denken in Widersprüche zu verheddern beginnt. Aus dem unendlichen Wahrheitsgebäude wurde ein irrationales Gefühlsgelände. Von dem nun (weil es keine Grenzen mehr kennt weil scheinbar hat) behauptet wird, daß es "alles" enthält, was in der Welt der Fall ist (um einen Satz von Wittgenstein zu mißbrauchen).
Fortan war die Kirche mehr und mehr nur noch bemüht der Welt zu beweisen, daß sie in ihren Kategorien denken und handeln konnte. Mit der unausbleiblichen Folge, daß sie auch die Kriterien der Welt aufzugreifen begann, ohne deren wirkliche Wirklichkeitsrelevanz noch beurteilen zu können. Was nach sich zieht, daß dieses Bestehen-können vor der Welt von dieser selbst abhängig wird: Die weltliche Instanz wird für die Kirche, die auf jede Kohärenz und Widerspruchsfreiheit in ihrer Lehre verzichtet, bindend.³
Daß dabei die katholische Soziallehre beispiellos verzerrt wird kann nicht ausbleiben. Diese hat sich von einem befreienden Regelsystem in ein System von schwerfälligem Emotionalismus und theoretischer Inkohärenz verwandelt.
Die Rolle der katholischen Soziallehre bestand nie darin, eine politische Plattform oder Ideologie vorzuschreiben. Sie wollte nie mehr als die Grenzen festlegen, außerhalb derer der gefallene Mensch in geistigen Verfall geraten würde. Dazu mußte sich der Mensch seiner Rolle in der Politik ermächtigen und sie mit katholischem Blut durchdringen.
Hier sind die Grenzen, das soll uns die katholische Soziallehre dabei sagen. Aber innerhalb dieser Grenzen bist Du frei. Diese Grenzen SCHAFFT aber nicht die Kirche, sondern sie weist nur darauf hin. Die Kirche schafft nicht die Wahrheit. Die Wahrheit schuf die Kirche! Heute aber erlebt der katholische Denker eine Kirche, in der das Denken abgelehnt wird. Weil der Klerus in eine Atmosphäre führen will, die er selbst schafft. Und zu der er sogar zwingt.
Das ist totalitär!
Alle, die nicht mit dem Geist des Papstes, mit der Atmosphäre, die er geschaffen hat, übereinstimmen, werden immer eingeschüchterter. Und warten wie furchtsame kleine Parteifunktionäre von Jahr zu Jahr mehr, welches Denkverbot mit einer jederzeit verkündbaren neuen Anweisung von oben kommen könnte. Noch nie (!) hatten deshalb päpstliche Verkündigungen dermaßen großes Gewicht wie heute.
Das hat zu Schizophrenie und immer unüberschaubareren, zahlreicheren De-facto-Schismen in der Kirche geführt. Denn da stehen auf der einen Seite jene, die an der modernen Atmosphäre festhalten, und auf der anderen Seite die, die nach den alten Regeln leben wollen, die die Kirche zwei Jahrtausende vertreten hat.
Mit der unausbleiblichen Folge, daß diese Verwirrung auch den Papst selbst erfaßt, der diese Widersprüche zumindest ahnt, aber nicht mehr auflösen kann. Was er mit Leutseligkeit zu versöhnen bzw. zu überspielen trachtet.
Ich kann Laien nur empfehlen, schreibt Richard Greenhorn abschließend, dieses Spiel nicht mitzuspielen. [...] Wir schulden den Päpsten Respekt. Sie aber schulden uns Kohärenz.
Ein kleiner Tip für die alltägliche Praxis: Stelle sich der Leser vor, er wäre Analphabet. Oder taubstumm. Oder beides. Dann versuche er sich vorzustellen, welche Rolle der Papst nun in seinem Glaubensleben spielte. Vielleicht findet er so eine Position, mit der es sich als Katholik leben läßt. Zu der er jedenfalls keine weiteren Enzykliken - schon gar nicht solche wie Laudato Si und Fratelli tutti - braucht. Und da gehen wir mit den Sichtweisen des Greenhorns völlig d'accord.
³In seinem Begriff vom "Wirken des Heiligen Geistes" hat Franziskus sogar explizit das Vernunftauflösende, das jede Widersprüchlichkeit in Atmosphäre, in Gefühl auflöst, zum expliziten Moment dieses Wirkens erhoben.
****Also sollte sich der Leser Fratelli Tutti einmal unter dem Gesichtspunkt des Inclusivismus lesen. Dann wird ihm der Aufruf zur Geschwisterlichkeit und Interreligiosität, den er dort findet, in ganz neuem Sinn aufscheinen.
*141020*
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Freitag, 6. November 2020
Wider Enzykliken (3)
Teil 3) Ein Paradigmenwechsel mit schweren Folgen
Diese Realität, die wir im Glauben bekennen, hat aber eine strenge Grammatik. Die besser zu hören dienen vor allem jene Grenzen, die das Papstamt setzte, indem es das ausschied, was sicher NICHT dazugehörte. Ansonsten aber konnte sich jeder innerhalb dieses Glaubensgutes bewegen, wie es ihm quasi beliebte.
Auf die Grenzen zu verzichten bedeutet aber etwas ganz Schwerwiegendes: Das Wissen um diese innere Grammatik der Wahrheit geht mit der Zeit verloren. Der nun einsetzende Versuch einer positivistischen Rekonstruktion durch Festlegung der Wahrheit in Wahrheitssätzen hat schwerwiegende Konsequenzen: Das Katholische wird von einem System der Freiheit und Weite zu einem System der beschränkten Ideologie.
Weil ein Disput vor allem keine moralischen Kategorien kennt, die auf derselben Ebene wie er selber liegen. Das heißt, daß Glaubensfragen im Grunde auf logischer Ebene alleine (!) nicht zu entscheiden sind, wenngleich sie niemals unlogisch und widersprüchlich sein können.
Dem Disput über theologische Fragen steht also jedes Tor offen, mißbraucht und Opfer von Äquivokation, Scheinlogik und der Lüge des Schizoiden zu werden. Dementsprechend blieb eines: Immer mehr wurde das Katholische überhaupt dem Irrationalen überantwortet.
Erlaube der Leser einen Querverweis: Auch wenn es auf den ersten Blick nicht so aussieht, hat die Entwicklung des "Wissens" (in der sich nun als solche formierenden "Wissenschaft") eine ganz analoge, parallele Entwicklung genommen! Auch hier wurde in ihrer kulturellen Bedeutung Wissenschaft zu einer Ideologieformulierung. Man sehe sich doch die gegenwärtigen Dispute um Klima und Corona, aber auch um Themen wie Schöpfung/Evolution oder Kosmologie an.
Ja, die gesamte Bildung einer sogenannten Weltanschauung der Gegenwart unterliegt haargenau demselben Problem, das hier an der Kirche sichtbar gemacht wurde. Wir sehen hier dogmatische Konflikte, keine wissenschaftlichen Auseinandersetzungen.
Die Folge war eine immer vollständigere Aushebelung des individuellen Urteilsvermögens. Was denn nun katholisch sei, was zu tun und zu lassen sei, fiel zwar einerseits mehr und mehr in die Hand der Obrigkeit, denn es gab kein verbindliches Urteil mehr. Die Kirche, der Papst beanspruchte für sich lediglich noch, so wie jeder nur zu denken.
"Nach dem Zweiten Vatikanum," so Greenhorn, "sieht es ganz anders (als zuvor; Anm.) aus. Seit dem Konzil fungiert der Papst in seinen Enzykliken nicht als Herrscher oder Lehrer, sondern als Akademiker, der versucht, eine These zu unterstützen: Das Zweite Vatikanische Konzil. [...]
Wann immer nun die Entscheidung ansteht, die Kirche oder die Konzilsväter zu zitieren, wählen die Päpste die Konzilsväter. Die vage, unbestimmte Autorität von Enzykliken ist hervorragend für die vage und widersprüchliche Natur der damaligen päpstlichen Lehre geeignet. Man merkt sofort, daß moderne Enzykliken nicht von Männern geschrieben wurden, die sich als Repräsentanten der Kirche verstehen. Das päpstliche "Nein" wird durch das "Ego" ersetzt."
"Das ist bereits bei Johannes Paul II. erkennbar, von dem so vieles geschrieben wurde, so Greenhorn weiter, das nichts als ein Versuch ist, die Lehre der Kirche in die kantische Ethik zu übertragen. Es gibt keinen Grund, dies außerhalb der intellektuellen Zufriedenheit zu versuchen. Die neunundneunzig Prozent der Katholiken, die keine Ahnung haben, was Kantsche Ethik bedeutet, haben weitgehend unlesbare und meist stumpfe Bücher vor sich liegen, die wenig oder gar keine Bekehrungskraft haben."
Aber die bisher schlimmste Form dieses Intellektualismus findet sich nun in den Enzykliken von Papst Franziskus. In seiner jüngsten Enzyklika findet sich schon rein gar nichts mehr, was sich in ein wirksames Gesetz oder sogar in ein umsetzbares moralisches Prinzip verwandeln ließe. Es ist einfach ein persönliches Grübeln darüber, wie sich der Papst gerne die Welt vorstellte.
Er nimmt damit aber nicht mehr die Rolle eines Papstes ein. Das ist die Rolle eines Ideologen.
Sämtliche der letzten drei Päpste waren keine Führer mehr. Alle drei überwachten lediglich einen beispiellosen institutionellen Zusammenbruch. Sie waren schwache Führer und schlechte Gouverneure, die nicht führen wollten oder konnten. Stattdessen taten sie alles eine moralische Atmosphäre zu schaffen, in der sie nicht mehr als oberster Hirte weil Papst auftreten mußten. Die Päpste des 19. Jahrhunderts waren lange im Clinch mit dem Staat. Die Päpste unserer Zeit sind es mit ihrer eigenen Institution.
Selbstgefühl der Schwäche und Unterlegenheit - Das Katholische als Inklusivismus
*141020*
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Mittwoch, 4. November 2020
Wider Enzykliken (1)
Die neueste Enzyklika von Papst Franziskus, "Fratelli Tutti", verstärkt den Eindruck, der einen angesichts der Kirche befallen muß, nämlich den der Erbärmlichkeit und Schwäche. Das schreibt der Amerikaner Richard Greenhorn in einem Artikel, der am Blog von William M. Briggs unter dem Titel "Against Papal Encyclicas - Gegen päpstliche Enzykliken" in diesen Wochen erschienen ist.
Aber es ist nicht die Zuflucht zu irgendeinem - fremdverfaßten, damit nicht so deutlich der eigenen Verantwortung unterstehendem - Pejorativ, das den an kirchlichen Angelegenheiten noch Interessierten verlocken sollte, diese Ausführungen zu lesen. Sondern es ist die Gedankenlinie, die so bemerkenswert ist, daß sie dem VdZ die Wanderung in diese Bibliothek der Orientierungssuche inmitten einer verrückt gewordenen Welt wert ist. Der sie aufnimmt und in der respektlosen Art, die wir von ihm gewohnt sind, in sein Weiterspinnen einbindet.
Dabei schadet es nichts, sich die Anmerkungen von Greenhorn von vor einigen Wochen vor diesen, Fratelli tutti zum Anlaß nehmenden Gedanken zu Gemüte zu führen. Die unter dem vielsagenden Titel "Integralismus als Verzweiflungsakt des Liberalismus" erschienen sind.
Das Greenhorn, das den Artikel verfaßt hat, meinte mit Integralismus, die aktuelle Diskussion in den USA, ob man nicht die Kirche (und überhaupt die Religionen) in eine Art von Mitspracherecht in der Politik ausstatten solle. An sich ist zwar die Verfassung der USA die einzige und erste, in der Kirche/Religion und Staat strikt getrennt sind (wir haben darüber hier, unter Bezug auf die Arbeiten von David Wemhoff, ausgiebig gehandelt), der Staat also eine rein weltliche, laizistische Angelegenheit ist. Das ist in der Praxis natürlich gar nicht möglich, weil Glaube und Religion immer eine Rolle, ja eine so große Rolle spielen, daß sie der Politik sogar Vorgaben macht, ja meint, machen zu MÜSSEN.
Insofern geht es nun darum, der Kirche bzw. der Religion auch offiziell diese Rolle strukturell einzuräumen. Sie also in den Staat, in die Gesellschaft offiziell (wieder) zu integrieren. Denn bislang ist es möglich, und es wurde auch immer mehr der Fall, daß religiöse Motive bei Richterentscheidungen ausdrücklich auszuschließen und aus der Rechtsprechung herauszuhalten waren. Aber damit war die Mehrheit der Amerikaner so gar nicht zufrieden, und das ist ziemlich verständlich.
Wir sehen damit, daß dieser Integralismus nicht mehr als eine Spezialform dessen ist, was der VdZ mit Paul Hacker Inclusivismus nennt: Der Staat gibt von seiner Macht ab. Das heißt nicht weniger als daß man aus einer (vermeintlich) überlegenen Position heraus das Verlangen aufgibt, das öffentliche Bekenntnis zu einer hierarchischen Ordnung zu verlangen, in der man überlegen ist und großmütig zuläßt, daß die (in den eigenen Augen unterlegene) Position des anderen "auf Augenhöhe gestellt wird."
Insoweit verschwimmen also die Begriffe, denn dieser Integralismus ist nicht nur Ausfluß des Liberalismus, er ist noch umfassender gedacht Inclusivismus. Und als solcher ist es bereits beschrieben, weshalb wir im weiteren Voranschreiten diesen Begriff verwenden werden. Weil er damit seine Aktualität besser vor Augen stellt.
Deshalb sehen wir uns verpflichtet, die Schrift von Paul Hacker, diesem großen deutschen Indologen (und die meisten Indologen von Weltruf sind interessanterweise Deutsche), zum Inclusivismus anzupreisen. Die dankenswerterweise von Gerhard Oberhammer 1983 herausgegeben und somit der Nachwelt zugängig wurde.
Wo Hacker, der sich zeitlebens mit indischer Religion und Philosophie und Lebenswirklichkeit* befaßte aufgezeigt hat, daß die typisch indische Grundhaltung**, die wir gerne - aber irrtümlich! - als extrem tolerant und liebevoll (also liberal) einschätzen, aus einem Unterlegenheitskomplex geboren ist, den Indien über seine letzten tausend Jahre Geschichte kultiviert hat. In der es von lauter überlegenen Mächten bestimmt worden ist - vom Islam, vom Christentum und von der abendländischen Kultur, also dem Westen, in der Gestalt von Portugal, Frankreich, England, und zuletzt USA.
Mit dem Grunderleben, daß das eigene Schicksal, das Weltschicksal immer noch von anderen Mächten bestimmt wird, OBWOHL Indien mittlerweile das einwohnerstärkste Land der Welt ist. Da wacht aber heute etwas auf. Wir sehen es in einer immer feindlicheren Haltung gegenüber dem Christentum. Und wir sehen es im Inclusivismus der Inder. Wer schon mit Indern zu tun hatte wird an deren ganz subtiler Arroganz erkennen, was der VdZ meint.
Inclusivismus ist, grob gesagt, eine Haltung, in der alles, was einem begegnet, mit einer stillen, nie wirklich explizit gemachten Theorie (die mehr eine Haltung, vor allem eine Behauptung einer Theorie, also mehr eine These denn eine durchgedachte Theorie ist) umfangen wird. Diese Behauptung lautet in etwa so, daß dieses einem begegnende Phänomen oder Theorie oder Philosophie oder Religion in der eigenen Theorie oder Philosophie oder Religion (oder in allem zusammen) längst enthalten ist. Deshalb ist man ihr DOCH überlegen. Auch wenn man das nicht durchsetzen (und schon gar nicht beweisen) kann.
Noch ein Gedanke soll wie eine Saite angeschlagen werden, auf daß im Kommenden ein Ton mitklingt, den der Leser hört, während er den Textgedanken folgt. Diese Integration, dieser Inclusivismus ist erst möglich geworden, weil die vordem unterlegene Seite dieser Trennung bewiesen hat, daß sie der überlegenen Seite nicht schadet.
Das Wesen des Inclusivismus ist also auch, daß es der Unterlegene ist, der sich integriert. Obwohl er in Wahrheit meint, der Überlegene zu sein.
Schwirrt Ihnen, werter Leser, nun der Kopf? Geduld. Es ist nicht so kompliziert. Es ist nur komplex, und nicht simpel.
Nun haben wir endgültig das Bett des Flusses vorgegraben, in das sich die Gedanken des Greenhorns ergießen, dessen Ergüsse wir zum Anlaß weiterer Erörterung nehmen. So können wir die Richtung deutlicher machen, in die der Fluß des Wirklichen fließt.
Auch hier geht es nämlich um Unterlegenheit, und einer daraus erwachsenen Beweis- und Behauptungshaltung, die aber von keiner Theorie wirklich getragen und zu tragen ist. Zu widersprüchlich, zu wirr sind die Wünsche, und um solche handelt es sich, die der Verfasser von Fratelli Tutti vorträgt. Schon gar, sieht man sie im Rahmen der katholischen Lehre, die seit zweitausend Jahren unverändert steht.
*Aus welchem Durchmessen des geistigen Raumes des Menschen er zu seinem äußerst empfehlenswerten Alters- und Weisheitswerk "Das ICH im Glauben bei Martin Luther" kam.
**In ihrer religiösen Form bezeichnen wir Westler diese Lebenshaltung gerne als "Hinduismus", und nennen sie "Weltreligion". Kaum etwas könnte verfehlter sein. Wir tun das, weil wir es so gewohnt sind, aber in Indien ist es völlig anders. Hacker kommt aus der intensiven Befassung mit dessen Religion zu dem Urteil, daß man von "einer" Religion gar nicht sprechen kann. Praktisch hat nämlich jedes Dorf, manchmal jede Familie eine ganz eigene Religion. Alleine die Zahl der Hauptgötter und deren Interpretationen, die wenigstens noch so halbwegs durchgängig sind, beläuft sich auf mehrere zehn-, wenn nicht hunderttausend. Und sie sind mit unseren Denkkategorien kaum zu ordnen.
Was uns in Europa als "hinduistische Religion" oder "Weisheit der Veden" etc. etc. vor allem in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts begegnet, ist, und hier teils beachtlich reüssiert hat (man denke nur an die Beatles und den Run, den diese ausgelöst haben), ist durch bestimmte Figuren geprägt und vor allem gemacht, die uns mit einer Religion (oder Religionen) bekannt gemacht haben, die es so in Indien gar nicht gibt. Die eine regelrechte Erfindung ist, die von diesen Leitfiguren bereits durch das Scheidewasser europäischer Philosophie gemangelt wurde. Denn diese alle haben in Europa studiert. Somit ist es eine Illusion zu glauben, uns würde in diesen Heilslehren und -lehrern eine uralte indische Weisheitsreligion begegnen, geprägt von uralten Schriften, den Veden. Nichts wäre falscher!
*141020*
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Montag, 27. Juli 2020
Mehr Kinderlähmung, bitte!
Nicht irgendwo auf der Welt hat Polio selbst in so einem Zeitraum derartige Schäden bewirkt. Es gibt eine hoch signifikante Korrelation zwischen der Durchimpfungsaktivität mit dem Vaccin OPV und dauerhaften, schweren Krankheitssymptomen (Kinderlähmung) bei Kindern in Indien.
Diese Symptome sind exakt in dem Maß gestiegen, wie die Durchimpfungsrate stieg. Der Grund, warum Indien seit 2014 (sic!) offiziell poliofrei ist, liegt also sehr sicher in ganz natürlichen Phänomenen, wie sie einen Epidemieverlauf kennzeichnen. Es kann keinen Grund mehr geben, aus egal welchen Gründen Impfungen aufrecht zu halten. Die 496.000 gelähmten Kinder sind ZUSÄTZLICH zum üblichen Epidemieverlauf und nur in Zusammenhang mit Impfungen gezählt worden.
Vielleicht Fake News und Erfindung, vielleicht aber auch nicht. Es betrifft die WHO (diesmal war es also nicht Bill Gates, wenngleich auch der diesbezüglich genug seltsame Äußerungen gemacht hat). Die schon lange und recht offen über die Kombination von Empfängnisverhütungs- (beziehungsweise Abtreibungs-) und (Tetanus-)Impfstoffen gesprochen hat. Nun wird behauptet, daß genau das in Kenia und auf den Philippinen seit den 1990er Jahren angewandt worden ist.
Die kenianische Bischofskonferenz hat sich seit Jahren deshalb echauffiert und die Einstellung dieser Programme gefordert. Die Kombination von Tetanusimpfstoffen mit Empfängnisverhütungsmitteln (eigentlich hier: Abtreibungsmitteln, denn der Körper der Frau reagiert auf die sich einnisten wollende, befruchtende Eizelle wie gegen einen Krankheitserreger) ist aber - wenn diese Behauptung denn wahr ist - bis heute schon millionenfach angewandt worden.
Denn es ist einerseits durch Untersuchungen und Feldanalysen (beziehungsweise der deutlich höheren Raten an Fehlgeburten bei geimpften Frauen) so naheliegend, daß man davon ausgehen könnte: Die WHO hat in Kenia und auf den Philippinen mit ihrer Tetanus-Impfkampagne, die sich vor allem an Frauen zwischen vierzehn und neunundvierzig Jahren wandte, die verdeckte Co-Anwendung von Empfängnisverhütung ausprobiert.
Aber es gibt auch gegenteilige Untersuchungsergebnisse, auch durch Analysen der Impfstoffe, die seit Auftauchen (sic!) dieser Behauptungen verwendet wurden, die das nicht bestätigen. Und so geht der Streit seit Jahren an. In der Folge hat die Bischofskonferenz den Frauen Kenias jedenfalls vorsorglich einmal abgeraten, sich an der Tetanus-Impfkampagne der WHO zu beteiligen.
Dienstag, 2. Juni 2020
Gottseidank leben wir nicht in Indien
Vor allem bestand nach solchen Regelungen echter Bedarf im Volk. Man hörte es förmlich aus allen Wohnstuben und digitalen Keller-Digitalstudios klagen und ächzen: Regelt endlich dieses verdammte Tracking! Da könnte jemand, der mich gar nicht kennt, noch in fünfzehn Jahren rekonstruieren, daß ich am 34. Mai 2043 in Gockelstein am Blasenhuhn war!
Und was erst, wenn die Gesichtserkennung weiter fortschreitet. Sich mit den Paßämtern kurzschließt, und so binnen Sekundenbruchteilen weiß, was ich mittags gegessen, am Vortag eingekauft, am Nachmittag verdaut habe, welcher Blutgruppe ich bin, welche Medikamente ich nehme (und deshalb an Krankheiten leide, denn die Röntgenbilder aus dem voll digitalisierten Labor sind für solche Zwecke ungeeignet, also: noch), was ich am Abend gepostet oder auf Google-Cloud hochgeladen habe, also denke und meine und sinne.
Welche Bücher ich lese (also: kaufe, der Algorithmus darauf ist sehr niedrig gepolt), welche Gefahr ich also sein könnte und damit bin. Möglicherweise, werter Leser, möglicherweise? Ach, wir denken ja heute (siehe frühere Arbeiten an dieser Stelle) alle schon so wissenschaftlich und modern, weil wir ohne jede Höhenangst in Möglichkeiten herumturnen. Die dank der Segnungen akademisch getaufter Statistik (Inschallah!), welche uns dank Jahrzehnte dauernder Bildungswege (noch einmal: Inschallah!) in Fleisch und Blut übergegangen sind, zu soliden Gewißheiten, ja zu so sicher gewußtem "Wissen" geworden sind, daß wir das ruhigen Gewissens in dogmatisierter Form schlucken.
In diesem Punkt war mit den Datenschutzbeauftragen der Europäischen Gemeinschaften nicht zu spaßen. Denn die wußten, daß das Verfolgen des Aufenthalts einer Person (übers Handy, das bekanntlich jeder und immer bei sich trägt) die Mutter der Totalüberwachung der Menschheit ist. Von dort aus läßt sich alles, wirklich alles rund um eine Person rekonstruieren und vorhersagen. Der Aufenthaltsort einer Person ist deshalb so etwas wie eine Heilige Kuh des Datenschutzes. Mit Recht. Es ist der Schlüssel.
Also sind die Politiker in unseren Ländern doch recht vorsichtig, und ihre Lügen oft noch höchster elegant, und ihr Lächeln doppelt besonders charmant, und ihre Beteuerungen zwar besonders unglaubwürdig, wir kennen unsere Pappenheimer ja, aber umso ehrlicher (und wie!) NEIN. Tracking? Niemals! Höchstens ... ja höchstens ... freiwillig. Gut, ja, dann geht es.
Und natürlich versprach er (und sein Chef, der Kurz Wastel, dieser Liebling der Omis und Opis, umso heiliger), daß niemand jemals und überhaupt nie nicht und nie diese Daten MISZBRAUCHEN, also für falsche Zwecke einsetzen würde. Nie. Nie und nie. Klar, weil dann würden wir das nicht mögen. Klar, sagt den K & K, dann würden die Menschen das mit Recht nicht mögen, das sehen sie völlig ein, das würden sie auch nicht mögen. Nur bei einer Gefahr, klar, da schon. Und Gefahr heißt: Bei möglicher Gefahr. (Verdammt, schon wieder dieses Wort: Möglich ...)
Der aber sogar von einem Corona-Virus noch innerhalb der Inkubationszeit gehört hatte (also: haben muß; nicht vergessen: Das Mögliche ist über die Häckselrolle der Wissenschaft gezogen das neue Sichere! Wahrscheinliches ersetzt das Ungewisse! Was für eine sichere Welt wir doch heute haben!), weil sein Großvater an Herzversagen samt begleitender Nierenembolie und erst kürzlich aufgebrochenem Lungenödem gestorben, aber als immerhin nicht auszuschließender, also möglicher, also zu konstatierender Corona-Toter exhumiert, und als solcher auch auf ausdrücklichen Wunsch der Angehörigen in Statistik und Geschichte einging, weil es dem faden Leben der Angehörigen wenigstens einen Hauch von Geschichtsbedeutung einflößt.
(Kronen Zeitung) Kommt der Nutzer in die Nähe eines anderen App-Besitzers, tauschen sich automatisch Daten aus. Wird jemand positiv auf das Virus getestet, werden die Kontakte informiert. In Indien gibt es zusätzlich noch eine Einstufung in die Risikokategorien grün, orange und rot, basierend auf Selbstangaben zum Gesundheitszustand und der Reisegeschichte.
Dienstag, 21. April 2020
Und manches ist nun doch genug (3)
*Theologie ohne Glaube ist eine Aporie, ist unmöglich.
Montag, 20. April 2020
Und manches ist nun doch genug (2)
Vielmehr muß also die Qualität einer Regierung in der objektiven amtlichen Struktur festgelegt sein, will man nicht auf eine Lösung ausweichen, die da heißt ... Diktatur. Nur in der Diktatur ist die persönliche Qualität des Herrschenden von Bedeutung, ja ausschlaggebend.Ein Regierender kann und darf in jeder anderen Regierungs- und Staatsform gar nicht so viel Handlungsermächtigung und Spielraum haben, daß das wesenhafte Schicksal eines Landes von ihm persönlich abhängt.
Vielmehr muß er sich selbst und muß er von anderen als Platzhalter der letzten, alles umfassenden Macht sehen bzw. gesehen werden. Dieses Korrektiv kann diesen Statthalter auch wieder abberufen, absetzen quasi, wenn er den Kriterien der absoluten Ordnung nicht entspricht. Wenn die Kirche diese Aufgabe nicht übernimmt - in einer christlichen Kultur! - entsteht eine nicht mehr zu regelnde Diskussion über die absoluten Dinge, die in immer (!) unvereinbaren subjektiven Überzeugungen und damit Bürgerkrieg endet.*Oder wie soll sonst die Legitimität einer gewählten Person entstehen, wenn icht aus dem Absoluten heraus, aus dem auch jeder Einzelne lebt? DOCH durch die Wahl des Volkes? Nach welchen Kriterien ist dann "richtig" oder "falsch" zu beurteilen? Nach dem subjektiven moralischen Leben des Gewählten? Legitimiert das, beziehungsweise der Grad der "Heiligkeit", auch schon vor dem Absoluten, also vor Gott?
Thomas von Aquin war jedenfalls nicht dieser Meinung. Abgesehen von der Schwierigkeit, wie sich Heiligkeit ohne zuvor bestehenden Ort definiert, also: Heiligung DURCH das Amt, fast gleichgültig, wie tauglich jemand ist. Ja, gerade in dieser Untauglichkeit dennoch erwählt zu werden ist jenes Tor, durch das sich Heiligkeit als Einbruch vom Absoluten her - dem der Mensch "Platz macht" - konstituieren kann. Der selige Karl von Österreich ist dafür ein Beispiel.
Wie soll sich Legitimität (und das ist das Kriterium der Gottgefälligkeit; nicht irgendwelche moralisch-moralistischen Leistungen), die nur als Legitimierung im und durch das Absolute (Kirche) denkbar ist, wo das Amt sich also verdankt, in einer Demokratie ergeben? Hat nicht Engelbert Dollfuß - der heute nicht gerade geschätzt wird - als einziger einen gangbaren Weg gesucht, der nämlich darum weiß, daß diese Demokratie immer nur Übergangsform, einer funktionalen Konkursverwaltung vergleichbar, von einer Monarchie zur anderen ist.
*Formal/-ell greift dieses Konzept "Nation" auf das aufklärerische Konzept des "Contract sociale - Gesellschaftsvertrag" (lies nach bei Rousseau) zurück. Wo sich Bürger per Willenserklärung zusammenschließen. Was uns meist nicht bewußt ist, daß Amerikas Unabhängigkeit von England direktes Vorbild für die französische Revolution war! Thomas Jefferson unternahm in den Jahren vor 1789 - auf Einladung - mehrere Vortragsreisen in Frankreich. Das amerikanische Vorbild war die Blaupause für Frankreich.
Dieses Konzept, das ja keinesfalls neu ist, sondern im Grunde auf das Gründungskonzept der Marken (Österreich, Brandenburg, etc.) im 10. Jahrhundert zurückgreift, sieht Gesetz (Vertrag) auf Land bezogen. Wer immer dieses Land betritt tritt diesem Vertrag, diesem Gesetzeswerk bei. Der Mensch ist in diesem Konzept austauschbar. Der Vertrag löscht das Gemeinwohl als Staats- und Volksprinzip auf. So nebenbei: Das ist die Grundlage des Kapitalismus. Sie ist identisch mit der moralischen Grundlage für Sklaverei.
Das ist zudem eine Weiterführung des Königskonzepts als politischen Faktor. (Denn eigentlich heißt Königtum: Allem übergeordnete Macht, aber keine Politik!) Wo der König alle Machtbereiche hat und politisch damit agiert, die NICHT jemandes Eigentum sind. Dazu gehören "neutrale" Plätze, wie Märkte, überregionale Straßen, Straßenkreuzungen, und bald auch Städtegründungen als Gegenmacht zum paternalen, familialen Organisationsprinzip von Volk und Staat.
Dazu gehört aber natürlich auch Feindesland, Eroberungen, oder (wie in den USA mit seiner Landnahme) Land, auf das niemand direkt Eigentumsanspruch erhebt. In jedem Fall folgt daraus Zentralismus.
Sonntag, 19. April 2020
Und manches ist nun doch genug (1)
Wie sagt dann der Liberale? Selber schuld.
Es reicht. Es reicht nun nicht nur vielen bei uns. Es reicht ganzen Völkern und Völkergemeinschaften. Mit Völkern, die noch nicht - so wie wir in unseren unnatürlichen Länderkonstrukten - völlig gehirngewaschen und jeder Menschenbasis beraubt wurden, sondern die noch genug Natursubstanz haben, um das Wesentliche des Menschseins nicht einfach so und per Willkürerlässen abstellen zu lassen.
VERNUNFTWIDRIGE TYRANNEI DER WISSENSCHAFT, DIE GANZE KULTUREN UND GANZE VÖLKER INS VERDERBEN REISST,
SO GEHT ES NICHT MEHR LÄNGER WEITER.
Was insofern bemerkenswert ist, als sich mathematisch zeigen läßt, daß sich alle Bewohner der Erde über sieben oder acht Ebenen persönlich "kennen". Sodaß der VdZ kurz mal an die Möglichkeit dachte, daß es vielleicht nur einen, oder fünf, oder siebenunddreißig Corona-Kranke weltweit überhaupt geben könnte, um "eine Pandemie" zu erkennen.
Ebenfalls in diesen Tagen hat die New York Post berichtet, daß willkürlich tausende Tote auf die Listen der "Corona-Toten" gesetzt worden sind - obwohl die mit Corona nicht das Geringste zu tun haben, aber jemanden kannten der jemanden kannte ... und sich deshalb angesteckt haben könnten, was mangels Obduktion nicht mehr evaluiert werden kann, was dennoch reicht, um in die Kategorie Corona-Opfer zu fallen.
Oder was ist von einem Senator zu halten, der erzählt, daß er selbst Zeuge von Vorgängen ist, offiziell Tote "mit Covid19 zugeschriebenen Symptomen" dem Virus in der Statistikmeldung zuzurechnen, obwohl nie festgestellt wurde, ob er diesen Virus überhaupt getragen hat?
Sind das Politiker und vielfach politisch verstrickte Agitateure, die Tag für Tag die Panik eines bevorstehenden Weltuntergangs verbreiten, oder seriöse Wissenschaftler, die um die Begrenztheit ihres Faches wissen, und die verkünden, daß diese Pandemie "vorüber" ist und keinerlei drakonische Maßnahmen erfordert?
**Hier zeigt sich ein Elend des Kapitalismus. Der Geld=Macht=Einfluß durch die der Kapital=Zinsmechanik eigenen Konzentration (die menschliche, damit immer irgendwo unwägbare Aktivität der Arbeit und des Wirtschaftens wird der unmenschlichen Zwangslogik der Mathematik der Zinsrechnung unterworfen) produziert, ohne es an Gemeinwohl und absolute Moralkriterien zu binden. Geld ist aber neutral.
Damit haben wir die katastrophale Situation, daß wir Menschen mit enormem Einfluß - siehe Bill Gates - haben, die ihr Geld=Macht auf Bereiche wenden, die sachlich gesehen eine Katastrophe sind. Wir haben es - sogar WEGEN dieser Machtfiguren - mit einer schrecklichen, wirklich schrecklichen Misformation von Leitbildern zu tun, die aber jene Leitbilder sind, nach denen auszustrecken wesentliches Merkmal des Menschseins ist. Aber sich wie bei Bill Gates nach völlig falschen Leitbildern ausstrecken.
Schon deshalb muß eine Regierung die Macht von Geld einschränken. Auf das, was es bedeutet, Geld zu haben - ohne entsprechende moralische, geistige Qualifikation ist das für jede Gesellschaft regelrecht verhängnisvoll. Es gibt kaum schlechtere Faktoren einer Gesellschaft - das ist sogar in engstem sozialem Umfeld bemerkbar! und zwar von jedem, der heute Menschen "mit Geld" kennt - als ungebildete Geldbesitzer.
Nicht nur, aber gerade auch in der Endphase der Monarchie sind hier schreckliche Fehlentwicklungen - mit Langfristwirkung - geschehen. Wo die Habsburger aus ihrer notorischen Geldnot heraus eine völlig verfehlte Elitenbildung in die Wege geleitet haben. Etwa durch absurde Erhebungen von Neureichen in den Adelsstand. Was aber seit der Spätphase des Mittelalters (was sich in die/der Renaissance dann endgültig entladen hat) Usus war, und unsere Gesellschaftsordnungen zertrümmert hat!
Sonntag, 13. Oktober 2019
Kaschmirische Widersprüche (2)
Den (gar nicht so seltsamerweise) auch China stark unterstützt. Recht wahrscheinlich, weil es ähnliche Probleme in seinem eigenen Land befürchtet, der Konflikt mit den Uiguren im Nordwesten des Landes schwelt ja auch schon seit langem, und Peking hat ihn bisher mit viel Gewalt niederzuhalten versucht. Mit dieser Segregation aber sei plötzlich Kaschmir massiv in den Fokus Pekings geraten, das eine Ansteckung mit Identitätsfragen befürchtet.
Denn der chinesisch-kommunistische Weg hat bekanntlich eine Eigenschaft, wie jeder Kommunismus übrigens: Er macht alle Menschen "gleich", und das heißt: Er nichtet alle Menschen gleichermaßen, indem er ihre Gestalt für irrelevant erklärt und sich auf die alle angeblich wirklich einende weil gleich machende, eine bloße (und immer selektive, hierarchisch gestufte, das noch dazu) Funktionalität, bezieht. Dann, zu konturlosen Pfützen entformt, kommen Konflikte gar nicht mehr auf, solange Reisportion und Fernsehprogramm stimmen. Nimmt es da Wunder, wenn man feststellt, daß die USA diese Haltung Chinas prinzipiell mitträgt?
An diesem Irrtum eines universalistischen, quasi wurzellosen, allgemeinen religiösen Irgendwas der supertollen Menschen ist selbst Mahatma Gandhi gescheitert, der das Auseinanderbrechen Indiens entlang der religiösen Linien (im Westen Pakistan, im Osten Bangladesch) nicht verhindern konnte. Nicht, weil die alle so böse waren, sondern weil er sich gemäß dem indischen "Inklusivismus" (siehe Paul Hackers großartige Arbeiten dazu) irrte. Weil er sich und die Tatsache verkannte, daß Inklusivismus keine besonders demütige, sondern im Gegenteil, eine besonders hochmütige Haltung ist. Nebenbei gesagt: Die Moslems hatten es im hinduistisch dominierten Indien alles andere als leicht. Moslem war jahrhundertelang mit Sklave identisch. Er stand sogar unterhalb der untersten Hindu-Kaste (Hindu=Religion der Inder, das heißt keine erfaßbare Gesamtreligion, sondern tausende spezifische Religionen, oft von Dorf zu Dorf verschieden, mit Millionen von Göttern) der der 'Unberührbaren', weil er gar nicht zur Gesellschaft dazugehörte. Hochmut ist eben die Überlegenheitsgeste des Unterlegenen.
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Samstag, 12. Oktober 2019
Kaschmirische Widersprüche (1)
Ehe wir dieser Frage weiter nachgehen, wollen wir aber doch die realpolitischen Aspekte der Entscheidung Modis ansehen. Denn sie kann nicht ohne Pakistan gesehen werden. Das sich nicht zweimal bitten läßt, wenn es um militärischen Einsatz zugunsten der muslimischen Glaubensbrüder geht. Einen nächsten Krieg zwischen den militärisch hochgerüsteten Ländern Indien und Pakistan, beides sind vermutlich Atommächte, hat Modi nun etwas Feuerholz entzogen.
Bleibt noch die Frage, ob Modi tatsächlich zentralistisch gehandelt hat? Das können wir aus unserer Soproner Stube, die Indien nur übers Internet betrachten kann, nicht wirklich beurteilen, würden aber aus allen vorliegenden Fakten sagen: Nein. Nicht in jedem Fall ist nämlich das Einschreiten der Zentralmacht zu verurteilen. Schon gar, weil Indien eher als "Reich" gesehen werden muß, das gewaltige Widersprüche zu vereinen sucht, ohne sie auslöschen zu wollen oder zu können. Und das ist ja die Funktion eines Reiches: Ein Dach zu bilden, das mehrere oder viele lokale Entitäten zusammenfaßt, und Schiedsrichter spielt, wenn es Konflikte gibt. Der VdZ sieht Modi also genau als das, als Schiedsrichter eines Reiches, das Indien heißt.
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Samstag, 13. April 2019
Wird das die nächste Lawine?
Aus eigenen Informationsquellen möchte der VdZ noch hinzufügen, daß die Motivlage des afrikanischen Klerus in vielen Fällen ohnehin fragwürdig ist. Denn Priester zu werden, heißt für Afrikaner oft in erster Linie, daß sie dann versorgt sind. Während es für arme Familien, aus denen diese Priester stammen, bedeutet, daß sie nun jemanden haben, der für sie sorgt. Weshalb sie nicht selten Druck auf ihre Sprößlinge ausüben, unter den Talar zu schlüpfen. Was für Nonnen vermutlich nicht weniger gelten dürfte. So nebenbei sei noch gesagt, daß die Kirche Afrikas finanziell extrem von Rom abhängt.
Mittwoch, 5. September 2018
Alles Soziale ist auf ein Ganzes bezogen
*Aber immer noch vor dem Beruf des Schauspielers kommt, der wirklich ganz unten steht.