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Donnerstag, 26. November 2020

Sie bestätigen es selber

Wahrscheinlich weiß Rora W. Collins gar nicht, was er da in seiner Studie schreibt, und was daraus gefolgert werden muß. In der er auf fast rührende Weise beruhigt, daß Pornographie gar nicht so schlecht ist, wie allgemein behauptet wird. Wo es da heißt, daß es um Mißbrauch auf beiden Seiten gehe - bei den Darstellern und Darbringern ebenso, wie bei den Konsumenten. 

Wenn man aber die Pornographie als "bacchantisches Vergnügen" zu sehen beginne erschlössen sich viele positive Effekte, die vermutlich die negativen - darunter Verstärkung der Geschlechterstereotype (weshalb Feministen dagegen sind), Verlust des Gefühls für Würde und Integrität des Menschen und Stärkung der Affinität zu Gewalt.

Nicht zufällig fehlt unter den angeführten negativen Effekten einer: Der der von einer seelischen Einschließung ausgehend jeden sozialen Kontakt beschädigt oder verliert, weil er dessen Verbindlichkeiten mehr und mehr verweigert.
Und das ist auch die wichtigste Voraussetzung für jenen Vorteil, so Collins, der seines Erachtens nach alle Nachteile aufwiegt. Der da heißt, daß Pornographiekonsumenten eine nachweislich verstärkte Neigung zur Nicht-Akzeptanz gesellschaftlicher Hierarchien und Ordnungen aufweisen. Pornokonsumenten sind also rebellisch und letztlich anarchisch. 
Deshalb ist Pornographie ein wichtiges Instrument zur Emanzipation des Menschen von der Gesellschaft anzusehen. Weil es den Einzelnen aus gesellschaftlichen Zwängen und Ordnungen heraustreten läßt. Weil es also Identität auflöst (weil von allem löst, das "übernommen" ist) macht es den Konsumenten frei, neue und selbstbestimmte (sic!) Identitäten anzunehmen.
Q. E. D. - Quod Erat Demonstrandum - Was zu beweisen war. Denn genau das behaupten wir ja.
Müssen wir solche Aussagen, daß Pornographie frei mache, weil es dem Sozialen die Verbindlichkeit nimmt, also noch weiter kommentieren? Genügt nicht der Hinweis, daß Identität und Lebenssinn maßgeblich über die Eingefügtheit in eine soziale Ordnung erfahrbar wird, ja gar erst erwächst? 

Weil diese Verbindlichkeit (also der böse "Zwang") das schafft, was man überhaupt erst als soziales und stabiles soziales Gefüge bezeichnen kann: Das subjektive Gefühl und Moralempfinden, den sozialen Kreisen, in die man sich eingebunden findet (bzw. VORfindet), durch Obliegenheitsgefühle adäquat zu antworten. Um zugleich darauf vertrauen zu können, daß auch das Gegenüber sich solchen Verpflichtungen unterstellt sieht. 

Das macht dann das aus, was man mit Verwurzelung bezeichnen kann, und den Einzelnen in einer Atmosphäre von Vertrauen und Vertrautheit leben und aufwachsen läßt.

Man muß also keine (weitere) Studie darüber anstellen, daß Pornographie identitätsauflösend, anti-sozial und entwurzelnd auf die Psyche des Pornokonsumenten wirkt. 
Die Vertreter und Verteidiger der Pornographie als "Freiheitsäußerung" haben das selber herausgefunden. 
Ja, das ist sogar der Grund, warum Pornographie als anti-soziale Waffe gesehen werden muß. Die sehr direkt einsetzbar ist. Und daß sie als Waffe zur Schwächung eines (Kriegs-)Gegners (also Feindes) nicht nur erkannt, sondern auch eingesetzt worden ist, bestätigen zahlreiche Überläufer aus kommunistischen Gesellschaftsordnungen. Die erzählen, wie die Welle der Sexualisierung (in der die Pornographie die entscheidende Rolle spielt) von den kommunistischen Kadern gezielt verwendet wurde und wird, um den Westen, den Klassenfeind, von innen heraus zu schwächen. Sodaß er irgendwann wie eine reife Frucht in den Schoß der sozialistischen Weltretter fällt. 

Denn ohne "Zwänge", ohne allgemeine, übergeordnete und autoritäre, von außen kommende und von dort zu übernehmende Normen fehlt dem Einzelnen jede sachlich-objektive Basis in seinen verstandesmäßigen Urteilen. Er wird damit extrem leicht lenk- und beeinflußbar, weil er eigene emotionale Impulse, "Eingebungen", kaum zu erkennende Auslöser ("Trigger") nicht distanziert betrachten und damit als solche erkennen kann. Sondern in seinem traumartigen Zustand auf jedes direkte Gegenüber "spontan" und sofort "in einem Beantwortungs-Fluß" reagiert. 

Weil niemand "aus sich heraus" ein artikuliertes Wertegefüge zu finden vermag, das genug Autorität hat, dem Begegnenden insofern Widerstand zu bieten, als es nicht dessen Willkür bzw. jeder mit Stärke (also Autorität, und sei sie durch Wucht vorgetäuscht) vorgetragenen Willensforderung wie eine Fahne im Wind ausgeliefert ist. Die große Täuschung besteht hier wie anderswo darin, die innere Bewegung eben deshalb, weil sie in einem selbst erfahren wird, auch als selbst-motiviert und damit frei gewählt anzusehen. 

Wie beim Stockholm-Syndrom* wird der seinen Antrieben ausgelieferte Mensch diese Antriebe für eine freie Entscheidung halten. Er merkt nicht, daß die Basis dieses Motivs fremdgesteuert ist. Und zwar WEIL sie aus dem großen Insgesamt, das ein Insgesamt des Sozialen, der verbindlichen Beziehungen ist, herausgelöst und für sich gestellt wird.

Wenn es also einen perfekten Staatsbürger für ein autoritäres System gibt, dann ist es der "spontane", seinen subjektiven Impulsen und Gefühlen unreflektiert ausgesetzte Mensch.  Dann ist es der Pornographie-Konsument, der zu einem hohen Prozentsatz (oft sogar sehr rasch) pornosüchtig wird. Und zu allem zustimmt, solange nur gewährleistet ist, daß er sich weiter ungestört seinem unstillbaren Verlangen ergeben kann.


*Das Stockholm-Syndrom ist nach einem Kriminalfall in den frühen 1970er Jahren so benannt. Wo sich bei einer Geiselnahme die Geiseln mit den Geiselnehmern solidarisierten, ja sich die Frauen sogar in diese verliebten. Und damit, nach beendeter Geiselnahme, das soziale Gefüge, das sie vordem gehalten hatte, nachhaltig zerstörten.



Dienstag, 20. Oktober 2020

Gegen den Antichrist

Aus gegebenem Anlaß eine Wiederholung eines Beitrags auf diesem Blog, der hier am 29. September 2010 gebracht worden ist.

"Ich rufe aus des Paulus zweitem Brief an die Thessalonicher den Katechon, den Aufhalter [des Antichrists, Anm.] heran - vor der eschatologischen Wiederkehr Christi die Herrschaft des Antichrists, die sich in zunehmender Bosheit vorbereitet, aber so, daß diese Zunahme von einer sie aufhaltenden Kraft gehemmt wird. 

Paulus hatte wohl das Imperium Romanum im Auge, das die Anarchie durch das Recht bändigt, und ähnlich verstanden sich die deutschen Kaiser des Mittelalters. Erst wenn der Widersacher die Autorität und Majestät des Staates beiseite getan hat, kann er frei schalten - und in dieser Obrigkeit sahen wir ja eine der mythischen Mächte, die zusammen mit anderen das Geflecht der Wirklichkeit ausmacht."

Gerhard Nebel, in "Stefan George und die entgötterte Welt"


*160920*

Montag, 21. September 2020

Gegen den Antichrist (2)

Aus gegebenem Anlaß eine Wiederholung eines Beitrags auf diesem Blog, der hier am 30. September 2010 gebracht worden ist.

"Ich verstehe den zivilisatorischen Prozeß als Aktion des Antichrists und ehre die Mächte, die in Hölderlin und George wild lustvoll, sprengend einbrechen, als Gestalten des Katechon - aber nicht nur in der strömenden Fülle, wie sie etwa der Sieger sei es des Schlachtfeldes, sei es der Arena im Augenblick des Triumphes erfährt, sondern auch in der schweigenden Gewalt der Sitte wird der Weitergang der Bosheit verhindert. Wir alle können dazu beitragen, in dem wir uns für die mythischen Gerüste opfern und indem wir aus der Öffentlichkeit, vor allem aus dem Kulturbetrieb, ausscheiden.

Ich denke an die Ordensstiftung Georges, an die Rückzüge Heideggers nach Todtnauberg, Ernst Jüngers nach Wilflingen - allein die Abseitigkeit ist heute schon ein Verdienst."

Gerhard Nebel in "Stefan George und die entgötterte Welt"


*160920*


Freitag, 24. April 2020

Herr Kanzler Kurz, treten Sie SOFORT zurück! (2)

Teil 2) Wer Nochkanzler Kurz im Häfen 
(pardon, im Gefängnis) Gesellschaft leisten muß


Wie sieht es nun mit dem König aus, dem der Kanzler Kurz das Regieren abnimmt, weil ein König nicht regiert, sondern (nur) herrscht? Jenen König, den die "Österreicher" nie hatten, weil sie nie EIN Volk waren, sondern als Österreicher (sofern also Ober- und Niederösterreicher wie Wiener, mit ihrem frei erfundenen Erzherzog, aber nie Steirer, Tiroler, Salzburger ... wenigstens Völker, mit organischen Herzögen, Fürsten, oder Fürsterzbischöfen) dann, nach 1918, in der Position des Bundespräsidenten fabulierten, um ein Wunschdenken wahrzumachen?

Als Zellennachbar ist dieser Bundespräsident Alexander van der Bellen angebracht. Er hat versagt. Die "elegante" Verfassung verraten, die um die entscheidende Funktion des Königs wußte.

Der, weil es offenbar nicht um die Verfolgung von "Rechtsradikalen" oder "Weltrettung durch Klima irgendwas" gegangen ist, wo er persönliche  Neigung zum Amtsinhalt machen zu können glaubte, Gründer halt, zu allen Rechtsbrüchen, die geschehen sind, geschwiegen hat. Damit hat er sein Amt schwerstens vernachlässigt, beschädigt, ja pervertiert. Denn seine Aufgabe ist und wäre es, das Parlament zu kontrollieren, indem er die Verfassungsgemäßheit aller Gesetze prüft und gegebenenfalls diese ans Parlament zurückverweist. Sodaß sie nicht wirksam würden. Stattdessen hat er einen Zustand der Anarchie gedeckt!

Aber wir haben es auch mit einem nächsten, ungeheuren Medienversagen zu tun. Die schon gar keinen Euro Steuergeld wert sind, das haben sie einmal mehr bewiesen. Man kann gar nicht so viel kotzen, wie einem schlecht ist, denkt man an die hysterisierende, regierungsgleichgeschaltete Haltung der meisten Medien.

Und wir haben es mit einem nächsten Totalversagen jener Mechanismen zu tun, die die Wissenschaft in die Geschichte, in die Gesellschaft, in die Kultur einbinden. Nach der Klimahysterie nun die Corona-Hysterie - die Wissenschaft hat jeden Anspruch auf Geld von der Öffentlichkeit verspielt. Auch sie ist somit zu einer Gefahr für die Gesellschaft geworden.
Jawohl, die Welt NACH Corona ist eine andere und wird eine andere sein. 
Und zwar deshalb, weil ein ungeheures Aufarbeiten, das zu einem Aufräumen werden MUSZ, angesagt ist. In dem die sich allmählich steigernden Absurditäten der letzten Jahrzehnte, die bislang noch Schaden verursacht haben, der irgendwie bewältigbar schien, nun ein Ausmaß erreicht hat, das nicht mehr länger hinnehmbar und bewältigbar ist. 
Und sei es, daß der Wille fehlt, für völlige Sinnlosigkeiten, die die Eliten dieses Landes für selbstverständlich und "wahr" halten, aber unglaublich falsch weil wirklichkeitsfremd sind, das eigene Leben dermaßen schwer zu belasten, wie es der Fall sein muß und wird, will man die bereits verursachten oder in die Wege geleiteten Schäden bewältigen.
Wenn wir in unseren Ländern weiterhin in der Gesellschaftsform einer Demokratie leben wollen (weil aus pragmatischen Gründen müssen), dann muß auch die Rolle der Medien UND die Rolle der Wissenschaft völlig neu gedacht werden. 
SO GEHT ES in jedem Fall NICHT MEHR WEITER. 
Alles das kann nicht länger hingenommen werden. Die Menschen dieser Länder dürfen nicht mehr länger in einer Bedrückung gehalten werden, die einer Versklavung gleichkommt. Einer Versklavung unter Kriterien, die absurden, verrückten, vernunftlosen Vorstellungen einer ausgeflippten Generation entstammen, die noch nie die Kraft und Notwendigkeit der Wirklichkeit erfahren hat. Es wird Zeit, daß diese Erfahrung, die der Erfahrungssituation der untersten, sittenlosesten Elends-Schichten entspricht, durch Realitätsanpassungen nachgeholt wird.

***

Nachtrag: Die oben erwähnte Ausgabe von Fellner! LIVE vom 22. April 2020. Pointierter geht es kaum noch. 



Donnerstag, 23. April 2020

Herr Kanzler Kurz, treten Sie SOFORT zurück! (1)

Offensichtlich ist noch immer dem Großteil der Bevölkerung nicht klar, was wir derzeit erleben und erlebt haben. Wir haben ein dermaßen ungeheures politisches, medizinisches, wissenschaftliches Versagen zu beklagen, daß einem eigentlich der Atem stockt. Und alles war nicht nur "wissbar", es war vorhersehbar und vorhergesagt. Auch in diesem Blog, und zwar seit Wochen, seit Monaten. Weil von Anfang an klar war, daß die kolportieren Aussagen jedem wissenschaftlichen Anspruch nicht genügen, ja widersprochen haben.

Dieses Video ist nicht als "Begründung" hier eingefügt, es ist nur ein weiterer Beleg. Die Begründungen sind auf diesen Seiten seit Monaten zu lesen.




Ja, gewiß, die Medien - mit Millionen und Abermillionen (man denke dabei nicht nur an die direkten "Presse-Förderungen", sondern auch an die weit höheren Beträge, die durch Anzeigenaufträge öffentlicher Institutionen fließen) vom Staat bestochen - jubeln ihre Wunderwuzzis hoch. Und die Bevölkerung folgt ihnen. 

Dafür gibt es viele Gründe. Mit "Corona" und "Gesundheitsgefahr" hat das nur indirekt zu tun. Es liegt im Zeitgeist, nicht mehr, nicht weniger. Mit Sachlichkeit hat auch das irrationale, neurotisierte Verhalten weiter Teile der Bevölkerung nichts zu tun, es ist purer Hysterismus.

Und es ist purer Populismus, es ist der Rausch einer Wirklichkeitsflucht als Charakteristik der Gegenwart, die der Bevölkerung so hohe Zustimmung zur Politik entreißt, anders kann man das Stimmungsbild heute nicht interpretieren. Mit Tatsachen, mit Fakten, mit Wirklichkeiten hat das alles nichts zu tun. 

Jeder Mensch mit noch einem Rest Vernunft müßte spätestens jetzt erkennen, daß sich hier Ungeheuerliches abspielt. Ein Herr Kanzler Kurz, die junge Generation gestaltet die Welt nach ihren unreifen, absurden, Computerspielen entnommenen Erlebensbildern - und die sind nicht nur virtuell, sie sind Wunschbilder, geformt nach Science-Fiction aus Hollywood und einem aus Wirklichkeitsentscheidung ("Sozialstaat", "Emanzipation", "autonomistische Aufklärung" etc.) folgenden Kontaktmangel mit dem Wirklichen. Das reicht nicht für eine Stellung wie die Ihre, die aus historischen Gründen von der realen, faktischen Persönlichkeit dermaßen abhängig gemacht wurde, wie wir es seit Jahrzehnten erleben.

Eine Persönlichkeit, die ihren Stand in der Gesellschaft, ihren Ort, der subjektiven Willkür (vulgo "Ehrgeiz") verdankt, und durch jene Täuschung erreicht hat, die in einem pervertierten Gesellschaftssystem für diesen Weg "ausreichend" ist, wo der "Weg nach oben" prinzipiell dem "Oben", dem Ziel des Ehrgeizes, widerspricht: Und in einer kaum faßbaren Unreife und Naivität reine Perfektion im Dreschen von Phrasen, die im Zeitgeiststrom mitschwimmen, ist.
Der Schaden für unsere Länder, für deren Menschen, für das soziale Leben, für das Wirtschaftsleben, das die Steuern hervorbringt, von dem der Staat und ein von diesem abhängig gemachter mehrheitlicher Teil der Gesellschaft lebt, ist dermaßen gewaltig, da man aufhört, die realen Zahlen zu addieren, die sich ergeben.
Herr Kanzler Kurz, treten Sie deshalb sofort zurück! 
Und mit Ihnen diese gesamte, unsägliche Regierung. 
Noch ist Zeit, noch ist der Schaden begrenzbar, noch sind die Geister des Zauberlehrlings, die gerufen wurden, irgendwie abzudrängen. Aber nicht mehr lange. Denn es wird eine Geschichtsdynamik einsetzen, die alle überraschen wird.
Denn, Herr Kurz, Sie gehören sogar als Gefahr für das öffentliche Leben, als Gefahr für unsere Gesellschaft betrachtet, und deshalb ins Gefängnis. Eine andere, mehr der Gerechtigkeit verpflichtete Rechtslage würde sie ohnehin morgen aufs Schafott führen.
Sie haben den Amtseid, die Gesetze dieses Landes (Österreich) zu befolgen und zu schützen, schon gebrochen, da haben Sie noch nicht einmal den Anzug der Vereidigungszeremonie gewechselt. Da genügt nicht einmal mehr ein "Untersuchungsausschuß", da genügt auch kein Mißtrauensantrag. Da braucht es stärkere Kaliber ... die auch den Hintergrund aufdecken und die Sümpfe trockenlegen (Zitat +Ex-Präsident Kirchschläger) und die Hintermänner ihres Einflusses berauben, die mit solchen unreifen, wachsweichen Schießbudenfiguren ihre Wahlspiele mit einem Land treiben.
So verhält sich jemand, der sich als Messias begreift, der keine Gesetze kennt, sondern aus dem die Gesetze selbst hervorquellen. Bestenfalls hat er sie vom Vater ins Ohr geflüstert bekommen. (Ist das nicht die Sprache seiner realen, physischen Ohren? Nur so gefragt?) 
Der also immer recht hat. Und so inszeniert er sich auch: Als der Erlöser! Da hat der Alt-Sozi Josef Cap etwas Wichtiges (Fellner LIVE, heute besonders empfehlenswert weil köstlich) in die Debatte gebracht: Die Rolle, die das Erweckungserlebnis in der Stadthalle vor einigen Monaten gespielt hat. Wo eine "erweckte christliche Gemeinde" Kurz als den von Gott Gesandten bezeichnet und gesegnet hat. 
Der Leser möge sich doch einmal die Wortwahl bei diesem ganz aktuellen Fernsehauftritt im Hauptfernsehen Deutschlands, bei "Maischberger", ansehen. Kurz = Wiederauferstehung ... als wohlüberlegter Plan ... Ja, höre sich der Leser an, welche Worte Kurz selbst wählt! Jeder normale Mensch muß sich hier unerträglich gegängelt, bevormundet sehen. WAS BILDET SICH DIESER MANN EIGENTLICH EIN?! 
Ein kleiner Vorgriff noch auf einen Beitrag von übermorgen: Der Leser möge sich zu diesem medial auffrisierten Größenwahn den Hintergrund dieser ganz aktuellen israelischen Studie vorstellen. Und vor dem Hintergrund eines "aus Gesundheitsgründen ausgefallenen" katholischen Osterfestes! Es ist nur noch absurd ... 

Wird so nicht sogar begreifbar, warum der Jungkanzler schon mehrere Male (!) in Israel war? Denn was sich heute als Judentum versteht, ist genuin auf eine Erlösungserwartung ausgerichtet, ist von dieser Grammatik geprägt. Und wer sich in diese Nähe begibt, wird von derselben Charakteristik mitgeformt.
So erhellt sich sogar die Begrifflichkeit, in der Kurz sich ergeht. Wenn er von neuer Normalität spricht, in die er das Land geführt hat - was läßt ihn klarer als Schöpfer einer neuen Welt und Wirklichkeit erkennen, als der er sich begreifen muß? Betrachte man doch alleine diese "Rhetorik der Apokalypse", deren sich Kanzler Kurz wieder und wieder bediente.
So hat er ein ganzes Land paralysiert, in einen Zustand der Entrücktheit versetzt. Kurz hat nicht "Zustimmung", wie die Umfragen ergeben, sondern diese extrem hohen Positivwerte (die sich schon bei über 60 Prozent bewegen) sind Anzeichen einer sich immer weiter ausbreitenden Entrücktheit der Bevölkerung, die völlig neu "ausgerichtet" wird. 
Österreich gleicht immer mehr dem Reich der Wiedertäufer in Münster 1530/35. Der neue Bernhard Rothmann, heißt Sebastian Kurz, um den sich eine Reihe weiterer Prediger scharen. Um den Preis, wer den neuen Jan van Leiden etwa verkörpert, wird derzeit noch gerittert. 
Mit ihm fühlt sich ein ganzes Land in den Status eines "auserwählten Volkes" erhoben. Worin die Rezeption von Kurz (hinter dem sich das Volk "Gottes" schart) im Ausland eine extrem große Rolle spielt. Denn die Psychologie des Österreichers ist dafür prädestiniert. Bewohner eines Landes, das nie jemand gewollt hat, und das sich in der Situation befindet, daß es völlig "unnötig" ist. Weil es seine historische Sendung (der Ort, auf den hin sich ein Volk transzendieren muß, weil es sonst gar nicht "existiert") gar nicht erfüllen kann, auch gar nicht mehr begreift. Weil das Begreifen ein Denkverbot, ein Tabu berühren würde, das auf jeden Fall umschifft werden muß. 

Morgen Teil 2) Wer Nochkanzler Kurz im Häfen 
(pardon, im Gefängnis) Gesellschaft leisten muß



 *220420*

Sonntag, 7. Juli 2019

Auch von dieser Seite spricht alles für Islamisierung

Die Linke und der Liberalismus haben Anarchie gebracht, die nur noch kostümiert wird. Das hat vor allem die Frauen in eine Situation völliger Unsicherheit gebracht. Viele kommen nun drauf, daß ihr Leben in einem einzigen chaotischen Zustand ist und kein Ausweg erkennbar ist. Denn es fehlt der Mann. Es fehlt das Bestimmende, das Identitätsgebende.

Also nehmen sie den Islam mit seinen starren, festen, diktatorischen Regeln mit offenen Armen auf. Dann haben sie endlich Halt und Ordnung. Chaos führt zu Tyrannei, es ist eben so. Das ist der wahre Grund, warum der VdZ immer darauf hingewiesen hat, daß wir einer Zeit "rechter" Diktatur entgegengehen, um das zerrüttete Leben wieder in den Griff zu kriegen. An dieser Prognose muß er nichts zurücknehmen. 

Und alle bestehenden Institutionen - einschließlich der Kirche - überlassen dem Islam gerne das Feld. Denn sie haben weder einen Plan - und hätten auch gar nicht den Mut - wie aufzuräumen sein könnte. Wie bei den Gastarbeitern vor Jahrzehnten, werden also die Zuwanderer dazu gebraucht, um die Drecksarbeit zu erledigen. Die dann, wie Houellebecq richtig schreibt, mit jenen Rechten zusammenarbeiten wollen, die der Utopie einer Ordnung auf der Basis einer ideologisierten Moralisierung ("Werte") nachlaufen.





Freitag, 2. März 2018

Deutschland heute. Anarchie.

Die Empörung, die der Mann im Video repräsentiert, ist völlig berechtigt. Uli Henkel thematisiert ein tatsächlich in diesen Monaten ergangenes Urteil deutscher Gerichte, die ein Strafdelikt - illegale Einreise - deshalb für nicht strafwürdig ansah, und der Angeklagte deshalb freigesprochen wurde, weil die diesbezüglichen Gesetze in Deutschland momentan nicht exekutiert, deshalb nicht "anzuwenden" seien. Damit wird offiziell die Rechtsordnung in Deutschland außer Kraft gesetzt.

Denn, geneigter Leser, wenn Sie selbst in Zukunft ein Gesetz nicht einhalten, dann dürfen Sie sich ruhig darauf berufen, daß die Gesetze nur dann und soweit bestehen, als sie sie auch einhalten. Wenn nicht - bestehen sie eben nicht.

Anarchie? Kampf aller gegen alle? Nein. Deutschland heute.










*100218*

Mittwoch, 4. Oktober 2017

Detail am Rande

Es bietet einen Einblick in so manches - beim Polizeieinsatz in Hamburg, wo ein gewaltsamer links-anarchistischer Aufstand gerade noch gebändigt werden konnte - waren auch zweihundertfünfzehn österreichische Polizisten im Einsatz, wie erst jetzt in den Medien (so zufällig) bekannt wurde. Vier österreichische Polizisten wurden dabei verletzt.

Wer weiß, welche Polizeieinheiten aus welchen Ländern da noch um Hilfe angerufen worden waren, weil Deutschland seine innere Lage nicht mehr in den Griff bekam. Denn der österreichische Innenminister Sobotka meinte, daß man überall "zusammenhelfe", wo es darum gehe, Extremismus in den Griff zu bekommen.





*290917*

Samstag, 3. Oktober 2015

Neulich auf der Autobahn nach Wien

So begannen sie, sich zu Fuß auf den Weg zu machen, von Budapest nach Wien. Die Autobahnen wurden gesperrt.

Der VdZ erlaubt sich eine kleine Reminiszenz an das Spanien des 11. und 12. Jhds.  Denn die Historie hat dort gezeigt, daß die sich bereits nach und nach als "Muslime" begreifende (zuvor aus machtpolitischem Kalkül von spanischen Herzögen ins Land gerufen wordene) Bevölkerungsgruppe so lange "tolerant" gaben, so lange sie in Minderheitspositionen waren. Das änderte sich binnen weniger Jahrzehnte völlig, als die Muslime in Spanien - nicht zuletzt durch Bestrebungen von Arabien aus - die Übermacht erlangten. Nun waren alle Andersgläubigen, Nicht-Bekehrungswilligen, Bürger zweiter Klasse. Auch die Geschichte des Islam im arabischen Raum, in Persien, in Nordafrika zeigt dasselbe Gesicht.






Als Ungarn die Grenzen schloß, weil es als Schengen-Außenstaat per internationaler Vertragssituation dazu verpflichtet war und ist, die Identität von Zuwanderern festzustellen, sie als Asylwerber zu registrieren, spielten sich wilde Szenen ab. Einige weitere Bilder dazu finden sich im Netz. Sie erzählen Erstaunliches über die Natur dieser Zuwanderungswelle. Umso bemerkenswerter ist es, wenn die österreichische und deutsche Staatsführung (leider nicht als einzige!) - denselben Verträgen verpflichtet - das ungarische Vorgehen als "unmenschlich" darstellten. Da taucht denn doch Befremdung auf. Es hat etwas vom ungarischen Verständnnis von Humor, wenn neuerdings Zuwanderungswerber von Ungarn an dessen südlichen Grenzen in Busse verfrachtet, und an die österreichische Grenze weitergereicht werden. Die zuvor von Kroatien in einem ähnlichen Verfahren an die Ungarn weitergereicht worden waren.










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Donnerstag, 1. Oktober 2015

Sollte man schon kennen

Ein Kanadier analysiert einige Aussagen der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel. Und er bringt einige Dinge ziemlich auf den Punkt. Thematisiert nicht zuletzt den Selbsthaß, zu dem der Deutsche nach 1945 nahezu verpflichtet wurde.

Aber auch hier gilt - und der VdZ wird zunehmend darauf Bezug nehmen -  daß es eine Analyse ist, die der Kanadier hier bietet. Daß aber diese Analyse ihren Wert nur dann behält, wenn sie in die Gesamterzählung der Deutschen über sich selbst mündet, und "dort bleibt". Denn sonst wirken solche Dinge, solche Analysen, solche "Wahrheiten" vor allem ... anarchieauslösend. Und Anarchie wollen wir der derzeitigen Politik überlassen, sie übt sich ja hererfrischend und ausschweifend darin. Denn was in den letzten Wochen über uns hereinbrach war mit Sicherheit eines: Die Aushebelung des Staates DURCH die Politik.

Und DAS sollte uns zu denken geben. Die hilflosen Ausschweifungen Merkels illustrieren diesen Umstand ganz erstaunlich.










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Donnerstag, 1. August 2013

68er-Papst

Ja, natürlich, das kann der Verfasser dieser Zeilen nicht verhehlen: Das wirkt schon sympathisch, wenn der Papst die Bikes von hunderten Harley-Davidson-Ridern segnet. Für welche letztere der Verfasser immer einen Faible hatte, so wenig er ihnen zugehört, und in deren Kreisen er einige seiner wenigen Freunde erkennen darf. Vielleicht liegt's in dem einenden Sensus für Anarchie. Immerhin Eugene Ionesco meinte ja auch einmal, daß er ein "konservativer Anarchist" sei.

Wenn es Gründe gibt, warum der Verfasser dieser Zeilen so manche Generation mit Verachtung straft, so deshalb, weil sie nie den Mut zu dieser Anarchie hatten. Der es bestenfalls um den Schein geht, um das Einschlüpfen in jene Museumsjacken, die andere Generationen hinterlassen haben. Im besonderen seien da die 68er, noch mehr deren Epigonen gemeint, die sich gegen das Establisment deshalb "empörten", weil ihr Vater ihnen nicht zu Weihnachten die neue Pioneer-Anlage gekauft hatte, sie mit der alten Philipps vorliebnehmen mußten, auf der sie jene Hip-Musik noch totaler hätten hören können, die "Revolution" proklamierte. Man muß doch "durch die Matura kommen", sonst ist ja alles dahin?

Die noch heute lieber in der mildlächelnden Abenddämmerung mit herzerweichenden Kerzenstumpen in der Hand ums Parlament spazieren - mit aller Unterstützung, die es nur gibt - um "seid lieb zueinander, wir müssen doch nicht streiten?" zu proklamieren. Wofür sie anschließend unaufhörlich gestreichelt zu werden verlangen. Anstatt den architektonisch gräßlichen Plunderbau anzuzünden. Anstatt den Mut zu jener  - echten, wirklichen - Verworfenheit zu riskieren, die sie doch verbal verlangen, die aber mit schweren Wunden einhergeht. Oh, wir wollen doch nicht böse sein?

Wie viele dieser Auswürfe hat der Verfasser dieser Zeilen in Zurechnung zu einer gesellschaftlichen Kategorie der Integriertheit kennen- und verachten gelernt ... Noch heute stehen sie herum, und schreien "Demokratie", fassen sich an den Händen und tätscheln sich, und wissen überhaupt nicht, was und wofür, nur "etwas". Oder, wie in Istanbul, herumsitzen und hysterisch schreien, wenn sie die Wasserwerfer treffen: Huch, da gibt es so etwas wie Ernst!

Denken, Vernunft gibt es eben nicht geschenkt. Auch nicht mit bolognia-eusen Magister-Zertifikaten und Internet-garantierten Weltenplunderfiktionen. Fuck them all!




Ach ja, war da nicht einmal irgend etwas mit Gott und Vorsehung und Schöpfungsordnung oder so? War Anarchie nicht das (wollen wir sogar sagen: gar nicht einfach "falsche") Gegenpendel der Erstarrung, die nur aus dem Festen ihre Berechtigung zog? Wenn es aber keine Ordnung mehr gibt - wozu noch erneuern? Oder fangen wir überhaupt GANZ neu an - im Chaos der wüsten und leeren Erde? Haben wir nun Dauerfasching? Und: Weiß das schon Gott?

Sagen Sie aber selbst, geschätzter Leser, wo liegt der Unterschied zwischen einem Weltjugendtag und Szenen (bzw. den implizierten Forderungen) aus "Hair"? Habt Euch lieb, und alles wird gut - "Let the sunshine in!" Oh ja, da wird auch der Verfasser dieser Zielen wieder jung. Das hat schon geprägt!








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Donnerstag, 4. Juli 2013

Einender Sinn

Von menschlicher Vernunft kann man nur sprechen, wenn dieses menschliche Denken als Bewußtwerden des Logos selbst mit diesem Logos, der allem zugrundeliegt, übereinstimmt, seine Vernunft diesen Logos wiederspiegelt. Weil der Mensch zur Welt als Vorgefundener in einer Beziehung steht, steht er auch zum Logos in einer Beziehung als Aufgabe. Denn dieser Logos durchzieht alles, was Welt ist, und faßt ihn zu einer Ordnung zusammen. Diese bewußt zu machen, schreibt Heraklith, um in dieser Vernunftordnung zu denken, zu handeln, zu entscheiden, ist die eigentliche Aufgabe des Menschen.

Denn wiewohl die Gottheit realiter (s.: Heraklith's Pantheismus) allgegenwärtig ist, ist die immerwährende ideale Existenz (s. u. a. G. Misch) des Logos von dynamischer Art: er verlangt, von den Mehschen verstanden und auf diese Weise in die Welt hinein verwirklicht zu werden. Diese Aufgabe muß er mit Notwendigkeit übernehmen, dazu hat er seine Freiheit. Oder - er entzieht sich ihr, und handelt gegen seine Bestimmung.

Denn nur in der Wahrheit gibt es Gemeinschaft unter den Menschen, die Wahrheit vereint. Der Irrtum - und das ist das Nichtübereinstimmen mit dem Logos - trennt. Der irrende Mensch fällt aus dieser Ordnung des Logos heraus.

In der Wahrheit aber wird das alle Menschen einen könnende Band hergestellt. In jenen, die auf den Sinn der Dinge und Welt achten, und in diesem Sinn sich einen. Das Einende ist also nicht (zumindest nicht primär) ein verbales Gebäude oder Konstrukt, sondern ist dieser Wille zum Gehorsam dem Logos gegenüber. Und erst von dort heraus finden sich auch die Übereinstimmungen der Worte, je nach Stellung, die der Mensch im realen Leben innehat, die eine hiearchische Ordnung ist, in der einer durch den Gehorsam dem anderen gegenüber an diesem Logos teilhat, in der deshalb auch keine Stufen übersprungen werden können!* Wahrheit ist also ein lebendiger, dynamischer Akt des Menschen, eine sittliche Leistung, die ihn selbst wiederum in die Widerspruchsfreiheit des Einen holt.





*Das ist das effektivste Argument gegen den Zentralismus, der "flachen Hierarchie", wie ihn das Internet (social media) darstellt. Der nämlich keineswegs "einen" kann, sondern der in Wahrheit zerstreut, trotz der scheinbaren Übereinstimmung. Am Logos des Allerobersten - verwenden wir diese einfachen Worte - nimmt nicht der teil, der ihn direkt hört! Sondern der, der sich der ihm nächsten und zugehörigen Autoritätsebene unterfügt, weil nur im Rahmen der Gesamtordnugn auch der Oberste Teil dieses Logos ist. Auch er unterliegt der Ordnung des Logos, in den ihm gemäßen Beziehungen. Auch der Oberste kann und darf nicht über seine nächsten Ordnungsstufen (unter ihm) hinausgehen, sich z. B. direkt an den "einfachen Bürger" wenden. (Der Zentralismus tut ja genau das: Diese zentralistischen Allianzen waren immer zwischen Papst und Gläubigen direkt, Kaiser und Untertan direkt - und sie führen mit unausweichlicher Logik zu Gewaltsystemen und Zerfall.) DESHALB führt das Direkte, Anarchische, A-Hierarchische des Internet als Begegnungsstätte zur Zerstreuung!




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Sonntag, 23. Juni 2013

Auswirkungen zur Religion (2)

Teil 2) Taoismus - Die Religion unserer Zeit




Daran zeigt sich, wie scheinbar klein oft die Weichenstellungen in den Philosophien und metaphysischen Konzepten auch der Weltreligionen sind, die in ihren Konseqenzen aber zu völligen Unvereinbarkeiten führen. Und sie sind logische Fehler, keine willkürlichen Auswahlen, die sich aus persönlichen Neigungen und Unfreiheiten (oder: Freiheit) ergeben und in eine völlig andere Praxis münden. Die Haltung zur Welt im Taoismus ist grundverschieden von jener des Christentums, es ist sinnlos, christliche Anschauungen zu unterlegen. Denn da "vereint" sie nichts. Da trennt es sich, und zwar schon in den allerersten Anfängen, den allerersten Grundgedanken.

DIESE, die allerersten metaphysischen Konzeptionen, auch im indischen Denken genauso wie im chinesischen, sind in vielem tatsächlich nahezu deckungsgleich mit der jüdisch-christlichen Sichtweise. Aber sie scheiden sich historisch nachvollziehbar, und werden (je nach Strömung) mehr oder weniger unvereinbar. Jene Haltungen, die im Europa so Mode geworden sind, die da meinen, es wäre in einem noch übergreifenderen Sinn alles vereinbar, irren auf groteske Weise, denn sie setzen diesen Konzeptionen eine vermeintlich überlegene Konzeption entgegen, die aber meist sogar schon bei oberflächlichstem Blick lediglich verabsolutierte Teilkonzepte aus solchen (auch logisch nachvollziehbaren) Fehlwegen sind. Hinter denen menschliche Haltungen, Lebenshaltungen stehen, so wie hinter allen Konzepten menschliche Haltungen und persönliche Entscheidungen stehen, aus denen auch die Religionen erfließen.

Und wieder wäre es ein Irrtum zu meinen, daraus würde sich die Relativität aller Religionen und Haltungen als mangelnder Wahrheitsanspruch ergeben.

Das Christentum verneint dies nämlich nicht nur nicht, sondern es beruft sich ausdrücklich auf diese Personalität, im inkarnierten persönlichen Gott, ja es sieht im Weltgrund selbst, dem Sein, einen personalen Gott. Und das weiß es nur aus Offenbarung, in deren Licht sich sämtliches weitere Denken aufhellt. Das Tao des Taoismus ist "Wirkung". Der Logos im Christentum ist "Gott". Daraus ergibt sich eine völlig andere Stellung des Menschen als Handelndem.

Komplexer wird die Angelegenheit, wenn man nun sieht, daß der Taoismus eine quasi idealisierte Welt sieht, dergemäß die Welt umgestaltet werden könnte, worauf sie in Harmonie stünde. In der es nichts herumzuwerken gäbe, die nur Schmiegsamkeit verlangte, um der wirkenden Kraft des Tao, dem Te, seinen Raum zu geben. Denn darin trifft sich scheinbar diese kosmische Ordnung mit ... dem Kirchenbegriff des Christentums. Die KIRCHE als ecclesia der Getauften ist exakt diese ideale Gesellschaft, die societas perfecta! Woran der Leser die Unterschiede in den tieferen Gedankenschichten erahnen kann, so er das möchte. Denn am Unterschied im menschlichen Handeln, an der Ethik läßt es sich deutlich erkennen: der Christ hat Gestaltungsaufrag weil Freiheit, ja die Verwirklichung der societas perfecta als Gestalt hängt davon ab, wo der Taoist nur Fügsamkeit kennt und damit Fatalist wird. Die schon erwähnte ganz andere Stellung zur Welt selbst läßt sich darin erkennen: dem Taoisten ist die Welt ein kosmisches Getriebe, das von den Reinheit des Alls ausgeht, dem Christen eine vitale Geschichte mit Gott.

Die Sache wird allerdings noch komplexer. Wenn man nämlich an den Punkt gelangt, an dem die abendländisch-christkatholische Metaphysik letztlich steht, und zwar nicht einfach nur in Thomas von Aquin bzw. der Scholastik, sondern in ihrer sehr aktuellen rationalistischen Philosophie, wie in A. N. Whitehead (bei allen Unterschieden, er landet scheinbar im Pantheismus, am Warum arbeitet der Verfasser dieser Zeilen noch) oder in der Phänomenologie ("Sein als Entwerden") und der Lebensphilosophie: Im Denken von Gott ALS AKT, als actus purus. Darüber wird an dieser Stelle wohl noch einiges zu lesen sein. Denn dabei geht es um subtile, immer streng logische, aber fundamentale Unterscheidungen. Keine nebensächliche Haarspaltereien.

Je tiefer, je früher die Unterscheidungen und Trennungen ansetzen, umso dramatischer wirken sie sich am Ende, im konkreten alltäglichen Leben genauso, aus. Das Problem der heutigen Moderne ist im übrigen gar nicht so sehr, daß sie philosophisch irrt. Das Problem ist, daß sie aufgehört hat, ihre Philosophie zu hinterfragen, sich überhaupt um ihre (bzw. die) Philosophie zu kümmern. Daß sie sich im Grunde von der Philosophie also verabschiedet hat, und nur noch im Bereich der "Meinungen" in blindem, auf praktischen Erfolg abzielendem Sophismus und damit längst irrational agiert. Und dabei meint, rational zu sein. Das macht die Gegenwart zu einer wirklichen Groteske. Aber noch mehr: Hierin kündigt sich das eigentliche kulturelle Problem Europas, ja der Welt ab. Das nämlich die Bedeutung des Konkreten, des Geschöpflichen zutiefst erschüttert hat. Wie sehr zeigt sich auch und nicht zuletzt in der Ähnlichkeit der taoistischen Haltungen zu den Haltungen des Gegenwartsmenschen. Gnade folgt der Natur, sagt die christkatholische Gnadenlehre, ja sie setzt sie voraus. Religion und reale Lebenshaltung sind Zueinandergefüge!





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Samstag, 22. Juni 2013

Auswirkungen zur Religion (1)

Der Taoismus, schreibt Georg Misch in seiner Untersuchung über die historischen Anfänge der Philosophie, sucht, von der geschlossenen Person loszukommen, sie ins All hinein aufzulösen. Als mystische Bewegung sucht er das Band, das die Menschen verbindet, nicht bloß außerhalb der politischen Machtverhältnisse, sondern in einer geistigen Region jenseits der Lebensbeziehungen, die durch die Familie oder durch gemeinsame Interessen und Einzelzwecke gegeben sind. 

Er verneint den Wert der Kultur, an den die Konfuzianer glauben, und schließt in diese Verneinung die Moralität ein, die er als bloßes Kulturphänomen faßt, in einen Gegensatz zu dem absoluten Wert stellt. Während ihn die Konfuzianer der persönlichen und sozialen Moral beimaßen. 

Durch diese negative Stellung zu den gesellschaftlichen Konventionen wurde der Taoismus zum Herd revolutionären Denkens, und zwar förderte er sowohl den Anarchismus wie sein Gegenteil, den totalitären Staatsgedanken.

Er zeigt sich nicht zufällig zu einem Zeitpunkt zum ersten  mal, zu dem sich nicht nur die chinesische feudale Ordnung auflöste, sondern auch die bürgerliche Gesellschaft. Hier errichtet er sein Ideal des Heiligen, der jenseits von Gut und Böse steht, und damit die wahre Herrschernatur darstellt. Liebe ist kein Affekt mehr, der im Konkreten wurzelt und sich darauf bezieht, auch in der Scheidung von gut und böse, sondern ein geistiges Ideal, ein geistiger, vom Konkreten losgelöster, vorgeblich aber alles (abstrakt) einschließender Akt - amor Dei intellectualis, wie Spinoza sagt. 

Damit wird das konkrete Menschsein "schmiegsam", nachgebend, "schwach", "sanft". Was immer einem zustößt, bleibt als Ideal im Heiligen des Taoismus diese abstrahierte "Liebe". Einer Art universaler Sympathie, dem Stoizismus verwandt, die aus philosophischem Gleichmut entspringt, die in der Unpersönlichkeit des Gefühls der christlichen Liebe scheinbar verwandt, aber in Wahrheit entgegengesetzt ist.

Das Tao, der Weg, ist hier die Wahrheit "des Himmels" - ganz anders im Christentum, wo es heißt: "ICH BIN der Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater denn durch mich." Der Weg des Christentums ist der durch das Konkrete hindurch, im Konkreten, auch deshalb im Fleisch real, ja die Erlösung zielt auf diese Fleischlichkeit (als Geschöpflichkeit) ab - während der Taoismus das Konkrete aufhebt, für unwesentlich, für bedeutungslos erklärt. Woraus sich natürlich eine völlig andere Stellung des Todes ergibt. Das Tao des Taoismus ist nicht seiend, sondern es ist lediglich wirkend, es ist das Wirkende, das was "am Werk" ist, das All-Waltende, als dynamische Konzeption - nicht personal.

Heißt es im Christentum bzw. in der Analyse der abendländischen Philosophie operare sequitur esse - das Handeln folgt dem Sein -, so wird im Taoismus "das Handelnde" pan(en)theistisch (in der Welt real vorhanden) absolut gesetzt. Das ist ein nur vermeintlich kleiner, aber entscheidender Unterschied zum philosophischen Gleichsetzen von Sein und Gott, aus dem analytisch nachvollziehbar (also nicht als mytische oder bloß bildliche Vorstellung oder als metaphysische These) die Welt zum Gleichnis und in der Teilhabe (und nur soweit) Träger wird, nicht zum Sein selbst. Das Tao ist "etwas für den Gebrauch" (Misch). Vereinfacht gesagt, ergibt sich aus dem rechten Raum für das Tao die Harmonie aller Dinge und Weltenläufte, als Wirkungsweise der Kraft des Tao (dem: Te).

Es braucht nicht viel Schlußkraft, um daraus die utopistische Konzeption des Taoismus zu ersehen, in allen Querverbindungen zu Stoizismus und Gleichgültigkeit hier, zum Totalitarismus und Fanatismus dort. Denn es bleibt nur der historische Mensch in seiner Situation, der dieser Harmonie im Wege stehen kann, die sich in der einen Richtung ins Absolute hinein auflöst, in der anderen Richtung im Konkreten verliert, das er ideal machen zu müssen meint.



 Teil 2 morgen) Taoismus - Die Religion unserer Zeit





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Samstag, 4. Dezember 2010

Weiter, als man denkt?

Die NZZ bringt in einer Rezension eine interessante Entwicklung ans Tageslicht, die Einblicke in die Eingeweide der Gegenwartsgesellschaft liefert, die im Grunde erstaunen sollten. Denn während die Politik alle ihre Kräfte darauf verwendet, das zivilisatorische Gerüst aufrechtzuhalten, wächst offenbar in der Tiefe nicht nur das Unbehagen, sondern - weit darüber hinaus! - bereits die verzweifelte Entschlossenheit, alles umzustürzen. Entsprechend hat die Schrift eine nicht einordenbare, aber nachweisbare Wirkung in den zivilen Aktionen gegen die Atommüllagerungen in Castorp, sowie die Bahnhofspläne "Stuttgart 21" in Deutschland ausgeübt.

In einer nun offiziell übersetzten Form des also bereits längere Zeit kursierenden Büchleins «Der kommende Aufstand» anonymer französischer Verfasser (zumindest war die Schrift bislang nur in dieser Sprache in Umlauf) wird diese Entschlossenheit artikuliert, und sie ist politisch nur bedingt einordenbar, ist auf jeden Fall nicht "politically correct", nicht wirklich "links", aber auch nicht "rechts".

Zu Mutmassungen wird der Leser auch verleitet, was die Inspirationsquellen des imaginären Kollektivs angeht. Houellebecq, Baudrillard, Agamben (als dessen Schüler Coupat gilt) sogar Carl Schmitt, Ernst Jünger und Heidegger wollen einige Rezensenten herausgehört haben. Zweifelsfrei identifizierbar sind «situationistische» Töne à la Guy Debord und das Vokabular von Alain Badiou, mit dessen Hilfe die Koinzidenz von «Ereignis» und «Wahrheit» beschworen wird.

Das meint zumindest der Verfasser der Rezension, um dann doch einzuräumen:

Die Wahrheit über das Ereignis dieses Manifests, das mit einer empfundenen Ausweglosigkeit beginnt und mit einem ausgerufenen Kommunen-Kommunismus endet, blitzt an der Stelle auf, an der es von der «Theoretisierung einer Ohnmacht» handelt. Die Anleihe, die es mit seinen «Kreisen» genannten Kapiteln bei Dantes «Göttlicher Komödie» macht, hat insofern ihre Richtigkeit. In des Dichters viertem Höllen-Gesang nämlich steht: «dass wir in Sehnsucht leben, hoffnungslos.

Eines steht jedenfalls fest: es ist eine neue Bewegung spürbar, und sie artikuliert sich so, wie aus dem Chaos nach und nach Gestalt sich erhebt. Die geistigen Quellen sind widerspruchsvoll, es fehlt eindeutig an einer klaren Form, somit an einem klaren Willen. Letzterer bleibt chthonisch, ja okkult, aber er ist ein Wille zur Veränderung, und er geht von einem Ohnmachtsgefühl aus, das allen Beschwörungen, daß wir in einer Welt lebten, in der der Einzelne so viel Mitsprache hätte wie noch nie, absolut widerspricht, ja alle Beteuerungen gegenwärtiger Politik als Lüge und Aberglaube entlarvt.

Auch hier also: denn wenn man GLAUBT, man würde die Menschen befreien, diese es aber als Weg ins gerade Gegenteil empfinden, dann kann das nur heißen, daß die Vernunftgrundlagen heutigen politischen Handelns fehlen, einfach: fehlen. Die Rationalität, die heutigem Handeln zugrunde liegt, kann bestenfalls "logisch" sein, aber sie ist nicht "richtig", nicht wahr, nicht vernünftig.

Denn wie sonst wäre erklärbar, daß inmitten der "Wohlgefügtheit" der staatlichen Systeme und Ordnungen ein solcherart dumpfes Unbehagen wachsen kann, wie es sich historisch nur in weitreichenden gesellschaftlichen Umbrüchen, mit dem Ziel des Zerbrechens bestehender Ordnungen in Revolten, Revolutionen, als Reaktion auf Diktaturen, auf Totalitarismen bekannt ist? Woher kommen in Zeiten, wo wir in Sozialgesetzen ersticken, solch breiten Gefühle von Ungerechtigkeit und Gewalt am Leben? Kann es also sein, daß die bestehenden Mechanismen bestenfalls noch die selben Worte verarbeiten, aber andere Inhalte dahinterstehen?

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Zuvor heißt es in der Rezension aus der Feder von Uwe Justus Wenzel:

[...] entbehrte insofern nicht der Stimmigkeit, als in dem Pamphlet empfohlen wird, die politische Solidarität gegenüber «staatlicher Einmischung» ebenso undurchdringlich werden zu lassen «wie ein Zigeunerlager», und zudem festgestellt wird, etwelche Sabotage an der «gesellschaftlichen Maschine» mache es nötig, «die Mittel zur Unterbrechung ihrer Netze zurückzuerobern» – der Hinweis auf «eine TGV-Strecke» und «ein Stromnetz» folgt alsogleich. Es kommt hinzu, dass Julien Coupat, den die französischen Strafverfolgungsbehörden für den federführenden Autor des Werkes halten, von ihnen auch noch verdächtigt wird, eine «kriminelle Vereinigung mit terroristischen Zielen» gebildet zu haben und vor zwei Jahren an Anschlägen auf eine Eisenbahnstrecke beteiligt gewesen zu sein, auf der ein Castor-Transporter mit Atommüll hätte fahren sollen . . . Eine die Grenzen der Rechtsstaatlichkeit strapazierende Untersuchungshaft von einem halben Jahr hat freilich keine brauchbaren Beweise erbracht. [...]

In Sehnsucht, hoffnungslos

In einem Zwielicht schillert der gesamte Text – bis hin zur Frage der Waffen: «Es gibt keinen friedlichen Aufstand. Waffen sind notwendig: Es geht darum, alles zu tun, um ihren Gebrauch überflüssig zu machen.» 

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Donnerstag, 21. Oktober 2010

Verwirklichte Anarchie

In den 1960er Jahren hat es begonnen. Von auf ausgedienten Fliegerabwehrtürmen improvisierten Sendetürmen außerhalb der Hoheitsgewässer Großbritanniens aus entstand ein Piratensender nach dem anderen, vorerst ohne jedes kommerzielle Interesse. Heute sind sie, dank moderner technischer Möglichkeiten, längst mitten in London platziert, und so gut getarnt, daß die eigentlichen Sendestudios, dank Internet und häufigem Wechsel der eigentlichen Sendeanlage völlig ortlos, von den britischen Behörden nicht ausfindig gemacht werden können, selbst wenn die gut getarnten Sendemasten auf den Dächern, die oft genug nur eine Häusergruppe bedienen, gefunden werden.


*211010*