Dieses Blog durchsuchen

Posts mit dem Label Flocken (Jan von) werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Flocken (Jan von) werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 30. August 2017

Das Falsche durch Falsches ersetzt (3)


Teil 3) Warum Hitler gar nicht seine Politik machte, 
sondern die Idee eines Deutschen Reiches ihn zwang





Noch ein Punkt aber soll herausgegriffen werden, den von Flocken auf eine Weise darstellt, mit der der VdZ nicht einverstanden ist. Denn anderseits behauptet er ja, daß die Politik des Dritten Reiches keineswegs in der Politik des Zweiten (Bismarck-)Reiches und auch nicht in der des Ersten Reiches stand. Anderseits behauptet er nun seltsamerweise, daß deren Politik in keinerlei Zusammenhang steht und stand. Aber das ist sicher falsch! Vielmehr muß - und das müßte endlich geschehen! - die Außenpolitik Deutschlands in einem einzigen Zusammenhang seit 1806 gedeutet werden. Die unter Notwendigkeiten stand, die sich aus der Einigungsbestrebung der Linken ab 1806 ergab udn von preußischen Generalen als erste - unter dem militärischen Druck durch Napoleon - aufgegriffen wurden. (Die deutsche Einigung ging also tatsächlich vom Militär aus, wenn man es so bezeichnen will.)

Ein so starkes Gebilde inmitten von Europa aber stand von Anfang an unter besonderen strategischen Überlebensgeboten. Es war zum einen zu klein, um es mit "allen" ausnehmen zu können, sodaß es einen Mehrfrontenkrieg immer vermeiden mußte. Vor allem fehlte es an Rohstoffen und Menschenmassen, was angesichts der neuen Massenkriege richtig als Kriterium der neuen Kriege (dieses Thema wurde im 19. Jhd. unter Militärs viel diskutiert: Wie würde dieser neue Krieg aussehen?) Diese Erfahrung der Implikationen seiner Lage hatte Preußen gemacht, und so war es der Vorreiter (und bald Dominator) eines Deutschland, das die "preußische Lage" wiederspiegelte und seine Außenpolitik auf einen neuen Begriff seiner selbst bezog - als Nation. Denn vorher hatte jeder der deutschen StaatEN, jedes Volk gewissermaßen, das sich als eines begriff und damit als Staat begriff, seine eigene Außenpolitik gemacht, die auf ein ganz anders verstandenes Europa Bezug nahm. Bayern, Österreich, Hannover sind die besten und bei weitem nicht einzigen Beispiele dafür. Und die "Deutschenverachtung" der hessischen Könige, die ihr Land geostrategisch ganz anders begriffen, war legendär. Zu behaupten, daß das "zu nichts führte" oder gar "gegen einen selbst gerichtet war ist bis heute nicht bewiesen. Europa, die deutschen Staaten und Völker hätten auch ganz andere Wege gehen können.

Deshalb mußte seine Überlebensstrategie (und jeder Staat mußte diese Frage ja lösen), wollte man nicht immer unter dem politischen Diktat stärkerer Mächte (Rußland, Frankreich, England, auch Österreich mußte als potentieller Kriegsgegner gesehen werden) stehen, eine Strategie sein, die unabhängiges politisches Handeln ermöglichte. Dazu kam die besondere Gefahrenstelle der fehlenden Seemacht, die schon geographisch England im Ernstfall gefährliches Übergewicht gab. Deutschland aber brauchte Importe, denn der moderne Krieg (aber auch die moderne Landwirtschaft) brauchte Rohstoffe, die es in Deutschland nicht oder nicht genügend gab. Diese mögliche Blockade durch England war deshalb eine Achillesferse des Überlebens eines Nationalstaates "Deutschland". Das hat sich in den beiden Weltkriegen auch bewahrheitet.

In dieser geostrategischen Situation hatte Deutschland tatsächlich gar keine andere Wahl als den Angriffskrieg als erste Option zu wählen, und den Krieg der Mobilität zu erfinden - rasch Entscheidungsschlachten bei je separierten, überraschten Gegnern herbeizuführen. Es mußte auf jeden Fall verhindern, daß sich Feinde verbünden und ihre Militärmacht konzentrieren konnten. Das hatte ja schon Friedrich der Große vorexerziert. 

Was Hitler dann ab 1933 machte war deshalb kein Ausweis seiner persönlichen oder ideologischen Psychopathologie und Kriegssehnsucht, sondern war nichts anderes als die konsequente Fortführung der einzigen Überlebensstrategie, die diesem Preußen-Deutschland seit 150 Jahren eingefallen war. Im Generalstab des (Dritten) Deutschen Reiches wurde also genau so gedacht wie in dem des Zweiten, bzw. seit 1806, ja seit dem Hohenzollern Friedrich II., dem Großen. Die Hauptstränge der deutschen Politik unter Hitler waren deshalb gar nie eine Erfindung Hitlers, sondern sie waren die Notwendigkeiten, in denen sich Hitler selbst wie in einer Zwangsjacke fand, als Grundstrategeme der Außenpolitik eines "Deutschland" (das mit dem heutigen vergleichbar ist) überhaupt. Sie zwingen aber sogar der heutigen deutschen Außenpolitik ihre Gesetze auf, ob man das sehen will oder nicht.

Und insofern hat also von Flocken Unrecht, wenn er meint, daß es keinen roten Faden der Politik seit 1806 bis zu Hitler gab. Es gab ihn, und es gibt ihn bis heute. Nur hat er genau mit dem zu tun, was nun auch durch dieses Compact-Heft zu legitimieren versucht wird, weil ihm die Grundlegitimation fehlt: Ein als Nationalstaat verstandenes "deutsches Reich", ein nationales Deutschland. Als universalistischer Staatsgedanke, der sich um keine Völker und Kulturen und Religionen kümmert, sondern lediglich pragmatisch, auf eine abstrakte Staatsidee hin gedacht wurde. 

Daß heute gerade "die Rechten" diesen (ursprünglich linken) Staatsgedanken mit "Identität" füllen wollen, und so wirkt es oft genug, ist deshalb so etwas wie ein Treppenwitz der Geschichte. Erstens, weil diese abstrakte Idee nie "rechts" war, sondern nur einer Linken zugeschrieben werden kann, die an sich bereits universalistische Ideen als ihre ideologische Grundlage hatte und hat. Und zweitens, weil gerade wenn man Heidegger ernstnimmt, der bei der "Neuen Rechten" eine so herausragende Rolle spielt, man diesen (zweitwirklichen, voluntaristischen, positivistischen) Universalismus als Grunddefekt der technischen Moderne (sehr richtig) begreift.

Deshalb hinkt der Vergleich, den von Flocken zwischen (der Ausländerpolitik) Friedrich II. (der Große) und heute (als "vorbildlich") zieht, auf beiden Beinen. Sagt aber viel aus. Denn dieses damalige Preußen war wie das heutige Deutschland eine universalistische Idee, die der Wurzellosigkeit geschuldet ist. Denn der Staatsbegriff dieses damaligen Preußen war dem des heutigen Deutschland mehr als verwandt, er hat sich perenniert. Deshalb zieht sich, ob man das sehen will oder nicht, noch ein roter Faden durch die deutsche Geschichte, der aber historisch nicht anders als durch die Umdeutung des Staatsbegriffs seit der Aufklärung legitimiert werden kann. Nicht durch Volksprozesse. Wo er erstmals (und im übrigen aus reinem Pragmatismus, als posthoc-Rechtfertigung einer bereits entwurzelten Lebensweise des Establishments, samt der besonderen Rolle, die der Kapitalismus darin spielt) keine völkische Verwurzelung und Einheit (was bis zum Universalienstreit zurückgeht) mehr kennt, sondern zur bloßen Vereinbarung, zum bloßen bewußten Willensakt wird. Der aber auf die gewachsene Identität und Kultur eines Volkes keine Rücksicht mehr nimmt, sondern es "als Staatsvolk" neu begründet.

Insofern wirkt also sogar eine der Hauptfahnen der Rechten, die sich an der desaströsen Einwanderungs(nicht)politik zur Kampffahne in den Wind stellt, seltsam auf den Kopf gestellt. Als versuchte man jetzt und wieder einmal, eine "deutsche Identität" zu stiften, die es in dieser Form gar nie gab und geben kann (mit allen Parallelen zu den USA!), und das heißt sogar: sie neu zu erfinden. Etwa indem man sie eklektizistisch mit "Kulturrelikten" vollstopft. (Wozu sich ja auch ein Martin Luther hervorragend eignet, dieser Inbegriff des nur subjektivistisch möglichen Auseinanderreißens von Idee und Fleisch.) Eine Identität auf die man sich zuerst zwar bezieht, um das Offensichtliche (mit untauglichen Begriffen) zu begreifen: Den Wahnsinn einer politisch initiierten Zerstörung durch Massenzuwanderung und "Integration". Deren eigentliche Opfer aber gar nicht "die Deutschen" sind, sondern die Hessen, Bayern, Hamburger, Wiener, Landshuter, Dresdner und Kölner und ERST ÜBER SIE die Deutschen als Sammelbegriff, der selbst aber noch lange keinen Nationalstaat begründet.










*090817*

Dienstag, 29. August 2017

Das Falsche durch Falsches ersetzt (2)

Teil 2) Illegitime Farce einer Staatsgründung




Genau so - Entmachtung der Fürsten, Zentralisierung der Macht im König - war es ja in Frankreich geschehen, nur bereits früher. Und fast ein wenig zufällig, weil nur im König zu Paris die Idee eines Frankreich überlebt hatte. Auch der Erbfeind Deutschlands war ja nur ein Königreich. Das in der Rolle des Zentralismus als Landesprinzip Deutschland tatsächlich um fast 1000 Jahre voraus war. Aber das hat mit der speziellen Geschichte Frankreichs zu tun, das ja lange Jahrhunderte durch Machtkämpfe unterschiedlicher Herrscherhäuser (im besonderen mit dem König von England, selbst ja ein Sproß aus normannischem Fürstenhaus, also aus Frankreich.) zerrissen war und nur der König selbst die "Idee Frankreich" repräsentierte, was zu seiner spezifischen Stellung im Volksbewußtsein führte. 

War also in Frankreich die Staatsidee direkt mit dem später (v. a. seit Ludwig XIII. bzw. Kardinal Richelieu) alles unter sich einenden König verbunden, ja NUR mit diesem verbunden, und erweiterte sich, war die Folge der Schwächung der Fürsten und Könige in Deutschland fatal. Denn mit ihr zerrissen die Völker als Familie, als organische Einheit. 

Das gelang nicht überall, aber es gelang bei den (eben: universalistischen) Teilen, die bereits entwurzelt waren. Und das waren immer (!) die technizistisch, auf Funktion ausgerichteten Bevölkerungsteile. Teile, die keinen Platz mehr hatten sind damit genauso gemeint (der Ursprung der Kaufmannschaft, der Abenteurer in Familien, die ienfach zu viele Söhne hatten, die also keinen Anteil mehr am väterlichen Land bekommen konnten, ist evident) wie Bevölkerungen, die wanderten, keine Heimat hatten, etc. 

Damit sind auch die Juden gemeint. Ihnen allen war gemein, daß sie vom Boden "abgestoßen" worden waren. Sie waren alle Entwurzelte, die sich in den Städten (die kaiserliche, königliche Idee waren, vielfach genau deshalb, um die Macht der Fürsten zu brechen) sammelten, wo sie dem Zugriff der "von Gott installierten Patriarchen" (also: der Seinsordnung, man kann es darauf zuspitzen) entzogen waren.

Entsprechend ist auch die religiöse Stellung des französischen Königs (der fast gottgleiche, zumindest priesterliche Stellung hatte) weit tiefgreifender verankert, denn davon ging der französische Zentralismus aus, wie er sich unter Ludwig XIII. und seinem Nachfolger Ludwig XVI. herausbildete zum einen ausformte, der zum anderen aus vielerlei Gründen anderen Ursachen zuzuschreiben ist. die bis hin zur Machtbalance zwischen römischem Kaiser (der seit der Nachfolge Karls des Großen praktisch in der Hand von Fürsten aus deutschen Herrscherhäusern lag) und dem Papst (der immer wieder die Franzosen als Gegenmacht gegen den deutschen Kaiser heranzog, was dann zum Problem Avignon führte, usw. usf.) Aber noch unter Ludwig XIII. hatte Frankreich versucht, sich die römische Kaiserkrone im Rahmen der Versammlung deutscher Reichsfürsten zu sichern, das nur als weiteres Indiz für die eigentliche Reichsidee.

Die Stellung des deutschen Königs innerhalb der deutschen Völker und Fürsten ist ein eigenes Problem, der in seiner absoluten Stellung  nie mit dem von Frankreich (und in anderer Hinsicht dem von England) gleichkam. Entsprechend unsicher war seine Macht, und das wollten die deutschen Völker auch nie anders. Die diesen Zentralismus immer abgelehnt hatten. So lange, bis Bismarck-Preußen diese Autonomiestellung der deutschen Völker - auch die Franken sind ja auf eine Weise ein deutsches Volk, wobei den Salliern/Franken seit Urzeiten die erste Herrschaftsmacht zukam, was wiederum die Stellung des französischen Königs weiter beförderte - durch Militärmacht 1866 definitiv brach.

Aber da war die ursprüngliche Volksidee - die einer Familie, mit dem Vater, von Gott eingesetzten Landesvater, dem König, Fürsten - bereits bei weiten Teilen der Bevölkerungen geschwächt. Der Weg zu einem Deutschland der Technik war also frei. Und der Aufstieg Deutschlands als (dabei:in sich tief zerrissene) Wirtschaftsmacht begann. Die Ähnlichkeiten mit den USA, die Konkurrenz zwischen diesen beiden Staaten, war also keineswegs Zufall. Sie beruhte auf ähnlichem Mentalitätszerfall.

Richtig ist, was heute praktisch vergessen ist, daß die Idee eines "Deutschland als Reich" eine linke Idee war, die ganz gezielt die alte Königsidee verdrängte und ignorierte. Sie war die tragische Folge der Niederlegung der Kaiserwürde durch den Habsburger Franz II. 1806 (der dann ebenfalls ein neues Kaiserreich gründet, das von Österreich, und sich fortan Franz I. nannte) aus Vorsicht vor Napoleon, der ja in Deutschland dabei war, die Mehrheit der deutschen Länder (Plural) und damit das Wahlrecht für den Kaiser an sich zu ziehen. Daß Napoleon sich dann selbst zum Kaiser krönte (er nahm dem Papst ja die Krone aus der Hand) ist nur eine weitere Facette einer Inflation der römischen Reichsidee, die im 19. Jhd. einsetzte. Wo es weltweit bald dutzende Kaiserreiche gab, jeweils als Antwort auf die Legitimationsfrage einer meist zentralistischen Staatsidee.

Die "kleindeutsche Lösung" (ohne Österreich bzw. die Habsburger Länder) war deshalb eine Ungeheuerlichkeit, die am besten zeigt, daß das Deutsche Reich, das Bismarck durch den bayrischen Staatskanzler in Versailles "spontan" ausrufen ließ (denn es sollte so wirken, als sei dies durch "Akklamation", ein altes Königswahlrecht, geschehen), war deshalb eine Farce. 

Und Bismarck wußte das. Das zeigt seine spätere Beschäftigung mit dem deutschen Föderalismus, und das zeigt seine vorsichtige Weigerung, dieses neue Deutsche Reich als weltpolitischen Spieler zu verstehen - er sah es als Zweckverein, im Grunde als zeitgemäße, "notwendige" Reaktion auf den technizistischen Fortschritt der Moderne, der die meisten Staaten der Welt bereits erfaßt hatte und sie zu den besseren Maschinen machte. Er gab es vor allem aber nie (auch wenn das widesprüchlich ist) als "föderalistisches Konzept" auf, zumindest nicht formal. (Seine Sympathie für den allertrutzigsten deutschen König, den Bayern Ludwig II., ist legendär.)

Diese Reiche - Bismarcks Deutsches Reich, und später das Dritte Reich der Nazis - als in einer Kontinuität zu bezeichnen war aber ein PR-Trick, um es so zu sagen. Er sollte den Menschen einen Zusammenhang vorspiegeln, der aber gar nicht gegeben war. Schon gar nicht seit Martin Luther. Der im Grunde nicht der Initiator der deutschen Idee war, wie es auch von Flocken hier darstellt, sondern - man könnte es so bezeichnen - Opfer der deutschen Fürsten war, die ihre Stunde gekommen sahen, und wie in England ihre Hausmacht durch Enteignung und Ausschaltung der Kirche stärkten.



 Morgen Teil 3) Warum Hitler gar nicht seine Politik machte, 
sondern die Idee eines Deutschen Reiches ihn zwang





*090817*

Montag, 28. August 2017

Das Falsche durch Falsches ersetzt (1)

In eine Sonderausgabe, die die erste einer Reihe sein soll, setzt sich Compact mit der "Deutschen Geschichte" auseinander. Dieses an sich immer gut zu heißende Unterfangen wurde diesmal von Jan von Flocken redigiert, der auch im Interview unten zu hören ist. Doch sind einige schwerwiegende Einwände anzubringen, deren einige hier ausgeführt werden sollen. In dieser Gestalt nämlich ist dieser Versuch von Compact, das sich mit dem Leitspruch "Mut zur Wahrheit" ziert, nichts als ein Versuch, verschiedensten anderen Unwahrheiten und Mißverständnissen über die deutsche Geschichte einen nicht weniger falschen Gegenentwurf entgegenzusetzen.

Dessen Absicht aus dem hier schon häufig vorgebrachten Gründen (die sich gegen den erst mit dem "2. Reich" ab 1871 bestehenden universalistischen Entwurf einer Gründung eines "Deutschland") recht offensichtlich wird: Es muß eine Lücke gefüllt werden. Denn eine deutsche Identität und in vielerlei Hinsicht eine deutsche Geschichte läßt sich erst und nur auf der Grundlage der deutschen Völker (Plural!) finden. Will man sie eben nicht - ERfinden.

Deshalb ist es historisch einfach falsch, wenn von Flocken davonspricht, daß es eine durchgängige Kontinuität eines deutschen Reiches überhaupt gab. (Flocken setzt sie mit Heinrich I. 919 an, aber darüber soll nicht gestritten werden.)  Nur - Heinrich I. war nie deutscher Kaiser, sondern es gab immer nur einen deutschen KÖNIG, als ersten der deutschen Fürsten sozusagen, die jeweils ihren Völkern vorstanden. Die Reichsidee selbst ist tief metaphysisch-religiös begründet, so tief, daß sie kaum explizit wurde (denn das Natürlichste, das Nächste sieht man nicht; es erschleißt sich nur dem Geist), und steht deshalb in Kontinuität mit dem römischen Kaisertum. Und da kann es nur einen Kaiser geben, der in der Stellung dem Papst gleichkommt, mit dem er ein Zweigespann der Weltordnungsmacht bildet.

Die Idee eines deutschen Kaiserreichs gab es nicht. Warum auch. Es bestand nie Bedarf danach. Nicht vor dem 19. Jahrhundert. Ein König, als "Primus inter Pares", reichte, um Streitigkeiten zwischen Fürsten zu regeln, und darauf wollten die deutschen Fürsten auch immer die Königsmacht beschränkt wissen. Er war die Folge der Aufteilung des Reiches Karls des Großen unter seine drei Söhne. (Hierauf baute auch die Vitalität der metaphysischen Dimension der Gotterwählung der Franken bzw. Salier als berufenes Herrschergeschlecht auf, und niemand hatte eine Chance auf Königswahl, auf Akzeptanz unter den anderen deutschen Fürsten und Königen, der sich nicht irgendwo davon herleiten konnte.)

Nur so weit reichte also die Legitimation eines Königs, der eine eigene Wahl zu bestehen hatte - Kaiserkrönung und Königskrönung waren zwei verschiedene Akte. Als Staatsoberhaupt wurde nur ein Landeskönig aufgefaßt. Die Macht eines deutschen Königs (der ja bereits König sein mußte; niemand wurde "als" deutscher König gekrönt) beschränkte sich auf persönliche Reputation und buchstäblich die paar Quadratmeter, die seinen Richterstuhl umgaben. Wollte er mehr, gar eine eigene Innenpolitik, stieß er sofort auf den Widerspruch der deutschen Fürsten und ihrer Völker. Die Kaiserwürde selbst war theoretisch ein völlig eigenes Paar Schuh und hatte nichts mit einem "deutschen Staat" zu tun.

Deshalb war ein zentraler deutscher Staatsgedanke zwar ein Lieblingsgedanke deutscher Könige und Kaiser, denn sie dachten viel darüber nach wie ihre reale Macht als Kaiser stabiler und größer werden konnte, aber Haßobjekt aller Fürsten und Könige, die dem Kaiser (kraft göttlicher Ordnung und Autorität, anders war ein Kaiser sowieso nicht zu ertragen, nicht legitim) unterstellt waren. Den Weg dazu ebnete erst die allmählich gewirkte Entmachtung der Fürsten, die in Deutschland erst spät geschah, ja durch Napoleon erst ganz real erfahren wurde. Noch dazu hatte Friedrich II. (der Staufer), um seine Italienpolitik zu retten den deutschen Fürsten und Königen enorme Privilegien zugestanden, um sich ihre Unterstützung gegen die vielen Stadtstaaten in Italien zu sichern (und insofern auch gegen den Papst).

Friedrich hatte zwar einen Zentralstaat in Italien eingerichtet (und sich dabei die Feindschaft des Papstes samt Aufwertung der Rolle der Franzosen als päpstliche Schutzmacht zugezogen), aber dieselbe Idee für Deutschland nie verfolgt, dort war es auch zu mühsam. Zu fest, zu eigen waren die Völker und ihre Identitäten. Friedrich II. (der Staufer) hat also Deutschland nie als Staat sondern als Ensemble zahlreicher Staaten aufgefaßt. Und sein Kaiserreich war kein "deutsches Reich", sondern das römische, universale, die Erde umspannende.

Morgen Teil 2) Illegitime Farce einer Staatsgründung






*090817*

Montag, 17. Oktober 2016

Drei mal tief in den Topf der Geschichte gelangt

In diesem Video widmet sich Jan von Flocken drei Themen. Bei den beiden ersten kann der VdZ nur feststelen, daß sie in den Hintergründen auch seinem Kenntis- und Einschätzungsstand entsprechen. 

Der Plan des amerikanischen Präsidenten Abraham Lincoln, die Südstaaten so rasch als möglich wieder in alle Rechte als Teil der USA einzugliedern, die nämlich 1865 nach dem Bürgerkrieg quasi rechtsfreie Staaten waren, stand ganz gewiß den Interessen nordamerikanischer Unternehmer entgegen. Die nämlich längst begonnen hatten, sich die Südstaaten - wie es so schön heißt - unter den Nagel zu reißen. 

Die Südstaaten waren ja außerordentlich gut kapitalisiert. Schon das war ein Pro0blem für die Banken des Nordens, denn - niemand dort braucht Kredit! Und vor allem waren sie ein eigener Kulturkreis, mit dem protestantisch-puritanischen Norden Amerikas nicht zu vergleichen. Im Süden WAR aktives, reales Vermögen. Dort waren aber NICHT ... Männer und Arbeitskräfte. Die Männer waren im Krieg oder gefallen, die befreiten Sklaven irgendwo, meist im Norden, die Ländereien lagen brach. Und dort war vor allem die Rechtlosigkeit der Geschlagenen, dort war vor allem die schamlose Willkür der Sieger. Auf brutale Weise plünderten nach dem Ende des Krieges 1865 die Nordstaaten - immer in der Gestalt einzelner Männer - den wehrlosen Verlierer aus. Dies bestätigt vielfach die historische Literatur. Der Süden war der Gier des Nordens hilflos ausgeliefert. Lincoln wollte das verhindern, und stand den Interessen dieser Männer des Nordens im Wege. DAS war der Grund, warum er beseitigt werden sollte, sagt Jan von Flocken, und meint, Belege dafür gefunden zu haben, daß das Attentat auf ihn keineswegs die Rachetat eines Südstaatlers war, als die es bis heute dargestellt wird. Dafür gibt es recht schlüssige Belege, die es zumindest als plausibel erscheinen lassen könnten.

Daß der japanische Angriff auf Pearl Harbour von den Amerikanern absichtlich in Kauf genommene Anregung zur Provokation durch Japan war, ist eigentlich ein alter Hut und steht für den VdZ recht fest. Zu viel spricht dafür, udn Roosevelt wurde schon gleich nach 1945 auch in den USA nicth ganz unkritisch gesehen. Die US-Regierung hat, so von Flocken, die 3000 Toten dort schlichtweg riskiert, und war glücklich, daß die Japaner darauf eingestiegen sind. Der Dresdner Historiker stärkt diese These durch seine Sammlung von Indizien, die Pearl Harbour als Bauernopfer deutlich machen, das die Ablehnung des amerikanischen Volkes (mit, bitte schön, damals noch 25 % deutschstämmigen Bürgern), in einen nunmehr offenen Krieg mit Japan einzutreten - den die Amerikaner so wie den Krieg gegen Deutschland ja in Wahrheit ohnehin längst unerklärt führten - in eine Bereitschaft umwandeln sollte. Denn nun war der Rache-Mythos geschaffen, die emotionale Bereitschaft der Bevölkerung da. In Wahrheit wußten die amerikanischen Dienste längst, was die Japaner planten. Und es war kaum noch zu übersehen, daß ihr Angriffsziel Pearl Harbour war. Sogar Beobachtungsmeldungen gab es. 

Und viel Ausweg hatte man den Söhnen Nippons ja nicht gelassen. Denn die USA hatten die lange schon kriegführenden Japaner durch einen 1941 erklärten Boykott von allen Rohstoffen und vor allem von Öl abgeschnitten. Was hat man da noch erwartet? Das war ja schon eine Kriegserklärung. Japan hätte den Krieg, den es bereits führte, bestenfalls noch ein halbes Jahr nach dem Boykottbeginn fortführen können.

Den dritten Fall bzw. die dritte hier vorgetragene These kannte der VdZ in dieser Form noch nicht. Es geht um den Tod Stalins im Jahre 1953, der wenn schon nicht als direkte Tötung zu werten so zumindest als "zugelassener Tod" gesehen werden müßte. Denn man hatte dem nach einem Herzanfall (oder war es doch ein Kissen, mit dem er erstickt wurde?) am Boden liegenden Kreml-Führer schlichtweg keine medizinische Hilfe geleistet, außer "den Kopf hochzulagern".

Daß sein Tod mehr als willkommen war, sagt Jan von Flocken, liegt darin begründet, daß Stalin lange schon einen dezitierten Judenpogrom vorbereitet hatte, den er nun durchzuführen bereit war. Den zuvor nur der zweite Weltkrieg, wo Stalin die Juden noch brauchte, verhindert hatte. Damit aber wäre auch die halbe sowjetische Führungsriege betroffen gewesen, denn es stimmt auf jeden Fall, daß - aus welchen Gründen auch immer; die Juden waren schon im alten, zaristischen Rußland so bedrängt, in ihrer Masse so verarmt, auch immer wieder offen verfolgt, dabei überdurchschnittlich gebildet, daß aus ihren Reihen fast notwendig auch hohe Zahlen an rekrutierten Revolutionären stammen mußten, sie hatten ja nichts mehr zu verlieren! - die Führungsriegen der Kommunisten einen außerordentlich hohen Anteil an Juden aufwiesen. Seit je. Das soll der Georgier Josip Stalin nun bereinigen haben wollen. 

Daß das zumindest in seinem Grundproblem plausibel ist, zeigt auch die außerordentlich umfangreiche und exakte Analyse der Situation der Juden in der Sowjetunion, die Alexander Solschenizyn angefertigt hat ("Zweihundert Jahre zusammen") Dieses Werk, das von der Weltpresse schon bei Erscheinen 2002 kollektiv und verschämt verschwiegen wurde, wird auch bis heute kaum zur Kenntnis genommen. Denn zuvor war ja ´gerade dieser Russe Sinnbild der Humanität des Westens angesichts eines bösen Ostens. Hier freilich zeigte er Dinge, die man so nicht von ihm hören wollte. Indem er zeigte und belegte, welche enorm großen udn vor allem welchen Einfluß Juden tatsächlich schon in Rußland und später in der Sowjetunion - beim Aufbau des Kommunismus - hatten. 

Die erste Maßnahme des Politbüros nach Stalins Tod war es deshalb auch, sofort alle bereits ergangenen Erlässe Stalins, die gegen Juden gerichtet waren, zurückzunehmen. Nach ihm wollte das Politbüro zumindest den Schein einer kollektivistischen Führung aufrechthalten. Offiziell kam es nie mehr zu einer derartigen Machtkonzentration. Bis ... Gorbatschow. Der sogar begann, erstmals am Mythos Stalin zu kratzen, um sich gegen die Stalinisten in der Partei zu wehren.









*100816*

Donnerstag, 22. September 2016

Vom Richtigen im Falschen - Deutschland

Man muß ja nicht jedes Detail lieben, das Jan von Flocken anführt und einordnet. Dennoch wirkt sein hausverständiger, höchst umfassender, weitsichtiger Blick immer wieder befreiend (wenn auch dem Hausverständigen als Art eine Rolle zu spielen eine eigene und subtile Täuschungsmacht innewohnen kann, wenn sich der Zuhörer im gebotenen Schauspiel verliert, dessen Wahrheit beurteilt, und nicht die Wahrheit selbst.) Auch auf die Gegenwart, ja gerade auf die Gegenwart. Denn die Gegenwart ist immer nur eine Metamorphose der Vergangenheit. Wenn es also etwas gibt, was jede Bildung geradezu grundlegen kann weil muß, ist es - Geschichte. Wer nicht weiß, woher er kommt, weiß nicht, wohin er geht. Der kennt sich (!) gar nicht.

Hier spricht von Flocken über Kaiser Wilhelm II. Das meiste würde der VdZ aus seiner bescheidenen Kenntnis heraus auch so sehen. Daß der VdZ mit dem Deutschland nach 1870/71 so seine Probleme hat, daß deshalb die gesamte deutsche Geschichte seither seines Erachtens nach völlig anders betrachtet werden muß, als es auch hier geschieht, muß nicht noch einmal erwähnt werden. Von diesem "falschen" Deutschland bzw. Staatsgebilde ausgehend, muß jede Geschichtserzählung nämlich selbstreferentiell bleiben. Sie kann also nur eine an sich bereits verfehlte Logik fortführen, und verläßt sie leider meist nicht mehr, ja verstrickt sich zutiefst darin. Worin sie sogar durchaus überzeugend wirken kann. Das macht auch jede Gerechtigkeit, wie sie  hier an Wilhelm II. geschieht, zum zwar richtigen Akt - aber im Falschen. Und das macht auch so manche landläufige Kritik an ihm nicht immer falsch.

Von der Basis reiner Ablaufanalyse aus läßt sich aber die deutsche Geschichte seit der Reichsgründung 1871, auf dem das heutige Deutschland beruht, nicht in ihrer metaphysischen, also in seiner wirklichen Dimension verstehen. Was ist da wirklich geschenen, so wirklich wirklich gewissermaßen, als sich die Deutschen (keineswegs mehrheitlich, das darf man dabei nicht vergessen! die Mehrheit der Menschen wollte keineswegs einen Superstaat, sondern war ihren traditionellen Staaten treu, doch waren die Technizisten wirkmächtiger) von der Kraft und Macht eines riesigen Staatsgebildes verführen ließen. Und dabei ihre eigentlichen kulturellen, völkischen Wurzeln (was mit ethnischen, rassischen Kriterien nur peripher zu tun hat, wenngleich AUCH damit, denn es geht um das Eigene, das immanente Selbstsein, und das Fremde, das Objekt, und das ist gestalthaft unterschiedlich) um gewisser moderner technischer Vorteile willen kappten. Alle späteren Probleme, auch, ja vor allem die ideologischer Natur, sind ganz exakt aus diesem Positivismus aufgestiegen.

Nicht, daß dies den Begriff "deutsch" desavouierte, der immer noch alle diese Teilstaaten einbe- und übergreift. Wie denn auch. Auch der VdZ - Österreich-Geborener mit schlesischer Wurzel - sieht sich und seine Nachkommen im großen Sinn als deutsch. Als Teil und Zugehörige zu einem geistigen Raumes, dem man durch die Muttersprache (und NUR durch die Muttersprache) unweigerlich und untrennbar angehört.

Aber dies ist nicht die Grundlage für einen Staatsbegriff. Den der VdZ tatsächlich in der personal-stämmischen Struktur "aller Deutschen" - als je organisches Gefüge - begründet sieht. Die einzige Form, die dem deutschen Raum gerecht würde, wäre ein gewissermaßen sopra-staatliches Reich. Und von dort ausgehend, in Verbindung mit dem religiös fundierten Reichsbegriff, der ohne Anbindung an die Kirche sinnlos ist, hat ein "Deutsches Reich" sogar jene Ordnungsaufgabe in Europa, die zu ergreifen es heute ja nicht einmal wagt, WEIL diese Dinge nicht geschieden werden. Damit bleibt nur ein "deutscher Staat". Eine nicht getroffene Unterscheidung, die zwar bei jedem Schritt und Tritt vor der Haustüre liegt, die sich gewissermaßen sogar (über die reale Macht) einschleicht, aber nie offen angenommen wird, weil er sich nicht legitimieren läßt.

So kann aber Politik nicht geschehen, die Instrumente hat, die sie verweigert, um Aufgaben zu lösen, die sich stellen, denen aber die Instrumente fehlen. So wird sie zum vielfältigen Täuschungs-, vor allem aber zum irrationalen Selbstzerstörungsmanöver aus unlösbaren Widersprüchlichkeiten. Denn ein Gebilde Deutschland in der heutigen Form und Größe HAT die zentrale europäische Aufgabe, aber nicht in dieser politischen Struktur. Während der Versuch, diese Frage mit "EU-Institutionen" zu lösen, notwendig scheitern muß, weil dieser EU eben die Legitimation fehlt, die Staaten Europas zu ordnen. Eine Solche "Staatspolitik" muß zwangsläufig und zunehmend gegen die Bürger laufen, denn irgendwann muß sich jede Politik wieder ans Naturrecht anschließen - und da beginnen die Widersprüche. Merkel macht also Staatspolitik, zu der sie nicht legitimiert ist (was sich am Widerspruch im Volk zeigt) mit einem Reichtsgehabe, zu dem ihr die Legitimation erst recht fehlt.

Weil damals der innere Kitt in den deutschen Völkern noch groß war, war die Politik Wilhelms II. in ihrer Naturrechtsproblematik noch kaum erkennbar. Sich von einem (bismarck'schen) positivistischen, voluntaristischen, preußisch-protestantischen Staatsbegriff (der jedem der ihm beitrat, eine "falsche", aber reale Macht verhieß) begeistert fortreißen zu lassen war als innerer Widerspruch des Staatsgebildes noch nicht so spürbar, wie es etwa in der Zuwanderungsfrage 2015 endgültig spürbar wurde. Als dieses Deutschland in einem nächsten Schritt eines "Putsches von oben" vielleicht endgültig zur Despotie wurde, in der das seit Jahrzehnten aufgekommene neue Establishment einer Funktionselite nun rücksichtslos (und mit entsprechenden Instrumenten, wie jenen der Meinungszensur) über den Rest des Volkes bestimmt und ihm jede Relevanz abspricht.










*100816*

Samstag, 17. September 2016

Begreifbare Geschichte

Dem Mann hört man gerne zu. Denn Jan von Flocken stellt geschichtliche Ereignisse wunderbar in einen Gesamt- und Verstehenshorizont. Geschichte als Erzählung, die erhellend wirkt und damit die Gegenwart verstehbarer macht. Hier spricht er zum Genozid an den Armeniern. Zu dem es viel zu wissen gibt, was meist nicht gewußt wird. Nichts wird damit gerechtfertigt, aber vieles wird zumindest begreifbarer. Von Flocken wirkt damit wohltuend gegen die heutige Primitivität, in der Geschichtserzählung allmählich zum Teil der kollektiven Verdummungsmaschinerie versinkt.

"Es ist eine gesunde Reaktion der Türken, sich vom Ausland nicht diktieren zu lassen, wie sie sich ihrer Geschichte zu stellen haben. Das mag in Deutschland üblich sein, aber so dumm ist sonst kaum jemand. Türken sind eben stolz auf ihre Geschichte, und die lassen sie sich von anderen nicht schlechtreden. Niemand in der Türkei, der halbwegs Vernunft hat, leugnet die Tatsachen. Es gibt Erinnerungen, es gibt Berichte, es gibt Bilder, das kann man gar nicht vertuschen. Aber der Völkermord ist eine Angelegenheit der Türken, und eine zwischen der Türkei und den Armenieren. Das geht das Parlament in Paris oder Frau Merkel rein gar nichts an."

Nachsatz: Jan von Flockens Begriff des "Faschismus" kann nicht ganz akzeptiert werden. Denn es ist ebenfalls Teil der Verblödung, der wir unterzogen wurden, Faschismus mit ethnischen Verfolgungen, Rassenideen etc. etc. gleichzusetzen. Damit hat Faschismus genuin überhaupt nichts zu tun, der auch mit dem Nationalsozialismus nur so weit zu tun hat, als es Deckungsbereiche gab. Vielmehr ist Faschismus ein System, in dem "das Gute" durch durchgreifende zentralistische Politik auch unter Zwang "herbeigeformt" werden soll. Faschismus ist also, sich an der starren Form zu orientieren, die es unter allen Umständen herzustellen gilt. Insofern kann jede Weltanschauung in Faschismus einmünden.










*100816*

Freitag, 16. September 2016

Völkermord, Merkmal der Deutschen Väter

Im Selbstbezichtigen und Selbstzerfleischen - vor allem aber im Verleumden der Väter - sind wir Deutsche wirklich Weltmeister. Und unter Siegesgeheul wurde auch jüngst eine Erklärung öffentlich, die die Geschehnisse in den deutschen Kolonien, namentlich beim sogenannten "Herero-Aufstand" 1904, zur nächsten Völkermord-Geschichte stilisiert. Das nächste Verbrechen, und so typisch für uns Deutsche, denn wir sind ja schwerstens von Geschichte belastete Dauerverbrecher.

Betrachtet man aber die realen und belegten historischen Geschehnisse und Gegebenheiten, entsteht ein ganz anderes Bild. Nur, bitte, in einem Land, in einer Kultur, die an Vernunft überhaupt nicht mehr interessiert ist, ja die Vernunftlosigkeit sogar zum Heilsweg der Religion erklärt, bei dem der Verstand nur stört weil ohnehin jeder fühlt, wo es lang geht, interessiert auch niemanden mehr Wahrheit und Tatsache.

Der Historiker Jan von Flocken erzählt sehr plausibel und nachvollziehbar die wirklichen Geschehnisse um die "deutsche Kolonialgeschichte" und den "Herero-Völkermord" in Deutsch-Südwestafrika, heute Namibia. In dem eine kulturelle Entwicklungsstufe, die bestenfalls mit dem heidnischen und dann noch frühmittelalterlichen partikulären Stammes-Lehenssystem vergleichbar ist, mit einem bereits hochentwickelten Kulturstaat zusammenprallte - und darin hoffnungslos unterlegen war. Bis hin zur Tatsache, daß sich daraus nur ein asymmetrischer Krieg entwickeln kann, weil sich nicht zwei Staaten, sondern ein Staat und einzelne Interessen begegnen.

Fazit: "Daraus einen Völkermord zu konstruieren bedarf schon einer gewissen Böswilligkeit." Und es gab damals und es gibt heute genug Interessenten, den Totalverlierern Deutschland alles Böse der Welt zuzuschreiben. "Fakten stören da nur."

Um es klarzustellen: Auseinandersetzung mit Vergangenheit, realistisches Aufnehmen von Schuld ist notwendig und richtig. Aber dann gibt es Vergebung, wenn es Reue, Wiedergutmachtung etc. gibt. Ein für allemal. Wir stehen heute abger ind er Situation, daß wir in einer Geschichtsdeutung leben, die von anderen Interessen aufoktroyiert wurde. Die auch den Begriff der Vergebung nicht kennen, oder bewußt Vergebung verweigern, Unabhängig davon, daß Schuldvergebung durchaus eine Zeit benötigen kann. Hier aber soll den dereinst Schuldigen und deren Nachkommen in der Gegenwart den Boden unter den Füßen zu verwehrt werden. Das ist tatsächlich bösartig, und hat mit der einstigen Schuld nichts mehr zu tun. Es ist neue Schuld, aber diesmal von anderen.

Im übrigen ist die Geschichte um Deutsch-Südwest-Afrika (Namibia) auch eine Geschichte der Tatsache, daß ursprünglich "unschuldig-neutrale" Wirtschaftsbeziehungen staatliche Verpflichtungen schaffen, die sehr rasch in staatliche und damit militärische Pflichten umschlagen. Mitnichten also kann man über Wirtschaftsbeziehungen einfach "Frieden schaffen", wie man das bei der EU naiverweise annimmt, sondern eher sogar das Gegenteil. Erst müssen politsche Agenden geklärt sein, dann kann sich auch Wirtschaft dauerhaft und friedlich entfalten.










*100816*