Nun hat also der Unsägliche Nehammer im Fernsehen einen hübschen Schweank erzählt. Typisch Reserve-Offizier - von der Welt keine Ahnung - einer Operettenarmee, die nie in der Lage war, das eigene Land zu schützen, weil sie nur als ungeliebter Appendix an ein Budget verstanden wurde, das doch dem Freßbedürfnis des Schnitzeljägers dienen sollte, der zu beruhigen war, weil die größten Nutzen des Staates an die Großen in Industrie und Geldwirtschaft gingen (alleine die "Rettungssumme" der Hypo-Alpen-Adria-Bank betrug das Fünfzehnfache des jährlichen Militärbudgets) Dieser Joscherl hat uns also nun erzählt, daß die bewaffnete Neutraliät Österreich von den Sowjets aufgezwungen worden war.
Ein damals noch Lebender der Verhandlungs- und Unterzeichnerrunde um den Staatsvertrag hat das vor vielen Jahren einmal in einem Interview korrigiert. Die Sowjets haben weder das eine noch das andere verlangt, weil sie es gar nicht für durchsetzbar und die Unbewaffnetheit zumutbar für ein Land hielten. Aber Kanzler Figl und seine Freunde haben sie "dazugeschenkt". Warum weiß eigentlich gar niemand mehr. Sie war halt einfach eine Präposition, die sie dem "neuen Österreich" in die Wiege legen wollten, eine Art Heiligenschein, an dem sich zukünftige Geerationen aufrichten sollten, und die durch die Bewaffnung die Neutralität wirklich ernzunehmen beweisen wollte. Sich und dem Volk gegenüber, Gott gegenüber.
So würde es der Idealist deuten.