Ich wollte ihnen zeigen, daß es immer um den Sinnhorizont geht, nie um die "Details". Keinem Ding ist seine Botschaft immanent, "Ereignisse" sind keine Botschaften. Die muß man "machen".
Treibgut - Wo am breiten Strome die Ufer stehen, sind Schwarzerlensamen aufgegangen, und schäumen als saftige Büsche die Ränder der großen Lethe, die alles ins Dunkele Meer trägt; ihre weichen Äste, die noch nicht ahnen lassen, welcher später als kahler Stamm reife Blätter hoch in der Sonne wiegen wird, tauchen in die Wasser, wie Kinderhände. Dann und wann greifen sie, denen alles noch ernstes Spiel ist, nach Treibgut. Oder es bleibt hängen, lädt zum Tanze, haucht im Kusse Lebwohl
Dieses Blog durchsuchen
Donnerstag, 29. August 2024
Luthers social media
Samstag, 7. Januar 2023
Fenserbrettvögelchen
Twitter berichtet, was auf Twitter steht. Es gründet somit einen eigenen weiteren Gesprächskreis, der dann irgendwo in der Landschaft des Lebens herumsteht. Twitter ist nicht wichtig, weil es Inhalte bietet, sondern weil es Inhalte auf Twitter bietet. Twitter hat Bedeutung, weil es Twitter ist. Twitter ist pure Tautologie, nahe am Selbstzweck.
Twitter ist einfach ein weiteres Plaudereckchen, das selbst aber ... IRGENWO, also an einem Punkt im Raum, STEHT. Und DAS läßt eine Aussage über seine Bedeutung treffen. Ein Vorgehen also, das für diese Epoche so bezeichnend ist: In der nichts besser wurde, ERSTMALS seit Menschengedenken, dafür alles ANDERS. Wir sind heute also immer ausscließlicher mit der Lösung von Problemen befaßt, die es nur gibt, WEIL wir sie zu lösen versuchen.
Damit wir uns recht verstehen: Nicht "weil es damit zusammenhängenge Probleme" gibt, nein. Sondern weil der (tatsächlich) wahnhafte Glaube, ein Problem zu lösen, DAS PROBLEM SELBST IST, das immer mehr Kräfte zu binden versucht, je mehr es ins Nichts steigt. Wie ein Morot, der nichts mehr antreibt, sondern sich selbst verzehrt, bis die Energie erschöpft weil er verschwunden, verbrannt ist.
Wir verbrennen uns ebenfalls selbst. Auch an Orten wie Twitter.
Freitag, 19. August 2022
Verlust der Einheit durch die Schrift
Mittwoch, 18. Mai 2022
Als es fast so war, wie es sein sollte (4)
Der Tanz um ein Zentrum, das als und durch das erkennbar wird, was ausgelassen ist, und dem ganzen Bilde fehlt - Sie sehen, werter Leser, wie drehen uns hier ein wenig um ein Zentrum herum. Das aber im Film, wie gesagt (und er hat insgesamt viele Teile, wir bringen hier aber nur einen der ersten, die anderen sind bei Youtube leicht selber abzuholen, und das empfehlen wir sogar) nicht nur hinlänglich dargestellt wird, sondern auch einen so warmen Eindruck einer glücklichen Epoche bietet, den wir hier ein wenig in einen deutlich weiteren Horizont einbetten wollten.
Dieses Zentrum wird nämlich von den engelischen Filmemachern ganz erstaunlich objektiv und richtig dargestellt. Denn der Wohlstand der Epoche der Tudors, die die Engländer die Zeit von etwa 1460 bis 1530 nennen, war vor allem durch die Kirche so lebenswert gewesen. Denn wenn man genau zuhört (und das macht diese Serie eigentlich so bemerkenswert!) dann bekommt man die Aussagen herrlich duftend serviert. So duftend, daß zumindest ich mehere male eine regelrecht Sehnsucht nach einem Leben aufsteigen fühlte, das sich genau so abwickelt.
Mittwoch, 21. Juli 2021
Reformation als Bildungsnotstand
Im Grunde ist die ganze Reformation der Ungeduld Martin Luthers, also dem Ausfluß eines sittlichen Defekts, somit eines Tugendmangels, zuzuschreiben. Die dann mit den Jahren scheinhalber von einer Theologie überlagert wurde, die in nichts bestand als in einem rationalistischen, sophistischen Herausgreifen und Fortführen von theologischen Sätzen, die Luther in Erlangen zum einen zu wenig verstand, die er zum anderen mit Recht ablehnen mußte, weil sie einfach falsch oder Aberglaube waren.
Es ist dies eine Ungeduld die jene haben, die der Wirklichkeit des Seins zu wenig vertrauen. Und sie tun dies vor allem deshalb, weil sie sich einerseits zumuten, ihre Vernunft selbständig darauf auszurichten, und anderseits die Verknüpfung zur religiösen Haltung übersehen. Die die Indefektibilität der Kirche nicht in einer utopischen "Reinheit" des faktischen historischen Zustands erkennt (denn dort ist sie nicht, nicht bis zum historischen Zweiten Wiederkommen Christi und der darauf folgenden Neuen Schöpfung), sondern in jener Wirklichkeit des Seins, in der alles Faktische auf eine nicht immer leicht zu erkennende, subtile, aber umso wirklichere, kräftigere, unüberwindlichere Weise zusammengehalten wird.
Freitag, 1. Dezember 2017
Es liegt an unserer Sünde
„Daneben sollst Du aber auch sagen, daß wir von ganzem Herzen bekennen, daß der Grund dafür, daß Gott diese Verfolgung seiner Kirche zuläßt, in der Sünde der Menschen liegt, besonders der Priester und der Oberen [prelati] der Kirche ...
Samstag, 18. Februar 2017
Eine gesunde Art krank zu sein
Sonntag, 29. März 2015
Es war ein heiliges Geld
Sowohl die gleichfalls sehr pragmatische römisch-antike wie die germanische Rechtsordnung hatten regelrechte Listen für solche Ersatz-Käufe, und gerade im nicht-römisch geprägten Norddeutschland war dieses altgermanische Rechtsempfinden sehr tief verankert. Luther kannte diese ursprüngliche Verbindung, den Gedanken der Stellvertretung, bereits gar nicht mehr. Und es ist höchst interessant, der Entwicklung seiner Theologie unter dem Aspekt des zerbrochenen Stellvertretungsverständnisses (woran nämlich letztlich 1517-19 auch seine Kreuzes- und Sühnetheologie scheiterte, welchem Erfahren alles andere folgte) nachzugehen.
Die Entwurzelung der Sprache (mit der Rolle der neuen Medien; aber die Sprache kommt quasi "aus dem heiligen Eid"!) - Luther griff sofort zur technischen (die Sprache verdinglichenden) Neusprache der Rudolf'schen kaiserlichen Kanzlei - ist nur eine Facette desselben Vorgangs.
²Wie etwa Calvin: ihm war Reichtum Zeichen der Auserwählung durch Gott.
***In dem Moment, wo man schließlich sogar Münzen prägte, wo gleich welche eine für alle stand, war das Wesen des Papiergeldes bereits vorgespurt. Und darauf setzt dann die "Preisbildung - gleicher Preis für jeden" auf: als Wechsel von persönlichen zu "objektiven" Verhältnissen.
Mittwoch, 25. März 2015
Verkehrter Ansatz
Freitag, 12. Dezember 2014
Merkwürdigkeiten einer Woche (5)
Vielmehr sei auf Sokrates verwiesen, der da meinte, daß so manche Argumente keine Gegenargumente, sondern nur noch Zurechtweisung verdienen.
Sonntag, 9. November 2014
Aus den täglichen Heften
(Hier setzt die Theologie des Kreuzes an, die das Kreuz nie kennt, das sie aufzuschultern bereit ist, und sich hierein in Gott, das Sein, daraus in die Vorsehung - Plan und Wille Gottes erfüllend -, birgt. Selbstvergewisserung ist also in diesem Aspekt auch Kreuzesscheu.)
Dienstag, 25. März 2014
Geist im Fleisch
Aus diesem Außen heraus bildet sich dann auch das von Wahrheit durchdrungene Bewußtsein, der gewissermaßen geistige Teil der Kirche, der sich darin der vollkommenen (geistigen) Idee in Gott annähert. Denn der Mensch erkennt aus "Ideomorphen", die die Substanz seines Erkennens sind - vereinfacht: Gedanken sind der geistige Ausdruck der Bewegungsenergie des Einzelnen, deren Geistigkeit hinwiederum zurückwirkt auf das, wonach sich Bewegung formt. Sodaß sich (der Verweis etwa auf die Arbeiten von Cassirer oder Voegelin sei hier gestattet) die fleischliche Wirklichkeit der Begegung der geschaffenen Dinge in seinem Grund als Wirklichkeit von Grundsymbolen (man denke etwa an das Dreieck, man denke an das Kreuz, jedes auf anderer Ebene) begreifen läßt, die aber nur in der konkreten historischen Gestalt Fleisch wird (nicht, wie vielfach versucht, reduziert sich also die fleischliche Welt auf Dreiecke oder direkte Symbolik, sondern die Idee ist nur als Grundstruktur, als Grundimpuls und Energiebezug gewissermaßen zu verstehen. Man betrachte, bitte, dieses Herunterbrechen auf Bilder lediglich als Verweis, in der Flucht in leibliche Bilder - eben, weil diese die Träger menschlichen Erkennens sind, doch im abstrakt Geistigen das konkret Bildliche übersteigen.)
Die Heiligkeit als Selbstanspruch darf nie erlöschen, nur aus ihr kann die Welt in die Erlösung hineingenommen werden. Denn nur dort, wo diese Heiligkeit real, Fleisch wird, ist auch Kirche fleischlich präsent. Und nur dort kann sie deshalb wirken. Wo der Mensch real falsch, böse lebt, in Seinsverfehlung und Irrtum lebt, ist auch Kirche nicht mehr präsent weil Fleisch.
Samstag, 1. Februar 2014
Der Diskussion entzogen
**Selbst die Hl. Schrift wird von Luther, v. a. aber von Zwingli (der für den westeuropäischen, und von dort den amerikanischen Raum so bedeutend wurde) nur noch herangezogen, um subjektive Aussagen zu belegen. Widersprüche zu den eigenen Thesen werden entwertet oder als irrelevant (oder "anders zu verstehen") beiseite geschoben. Dieses Prinzip des Protestantismus - das ihm notwendig war, weil er sonst seine Widersprüche nicht "klären" könnte - findet sich heute sogar schon in der katholischen Kirche in erschreckendem Maß, die damit zeigt, wie sehr sie in vielen ihrer Vertreter bereits im Strom des Zeitgeists schwimmt.
Mittwoch, 30. Oktober 2013
Ein neues Reich
Denn mit den Karolingern sind die Könige/Kaiser der Kirche unterstellt. Ihr verdanken sie ihre Legitimität. Mit der Renaissance freilich lebt der alte Herrscherbegriff wieder auf, und spitzt sich im Absolutismus zu. Noch Ludwig II. (der Bayernkönig) wird sich im 19. Jahrhundert auf dieses alte Herrscherverständnis berufen.
*Man betrachte nur den Fall der Anglikanischen Kirche - deren Oberhaupt der König ist. Auch der Protestantismus in Deutschland wird später aus vielen Quellen dieser Richtung gespeist. Denn eigentlich lebt in Luther diese Einheit des Amtes - im Landesherren, in der staatlichen Obrigkeit - wieder auf, die der Papst Gregor VII. auseinandergerissen hat. Während bei Luther die Kirche als Institution überhaupt verschwindet.
*301013*
Samstag, 22. Dezember 2012
Quod erat demonstrandum
Sonntag, 4. September 2011
Nur als Märtyrer glaubwürdig
Luther hatte eine ungeheure Verantwortung: er stürzte den Papst, und setzte das Publikum auf den Thron.
Freitag, 2. Juli 2010
Nicht Luther war's
Vielmehr war es eher umgekehrt, und Nadler belegt das recht glaubwürdig. Luthers Deutsch war thüringisch-ostthüringisch und hinkte hinter dem modernen Deutsch der Meißner Druckereien, das wiederum vom Prag Karls IV. her so geprägt war - Kanzleideutsch, in dem im 15. Jahrhundert zunehmend auch kaiserliche Schriftstücke und Dokumente verfaßt wurden - kräftig hinterher. In Luthers frühen Schriften wurde von den Druckern Meißens deshalb noch kräftig verbessert, wenn auch die Satzstellung lutherisch geblieben war.Dienstag, 20. April 2010
Herrschaft ALS Technik
Und:
"Die unaufhörliche Dynamik des technischen Fortschritts wurde vom politischen Inhalt durchdrungen und der Logos der Technik in den Logos fortgesetzter Herrschaft überführt. Die befreiende Kraft der Technologie - die Instrumentalisierung der Dinge - verkehrt sich in eine Fessel der Befreiung, sie wird zur Instrumentalisierung des Menschen."

Mittwoch, 15. Juli 2009
Eine Spätfolge römischen Versagens
Dienstag, 22. Januar 2008
Halloween ... Schluß mit dem Rätselraten
Die Wahrheit ist aber vielleicht viel einfacher: Gottseibeiuns MARTIN LUTHER hat auch Halloween erfunden! Aus der Notwendigkeit, dem Protestantismus mehr Freude einzuhauchen, dessen Ausbreitung nach den ersten Jahren zu erlahmen schien (denn feiern können bekanntlich nur die Katholiken ...) führte er das Fest "Hallo Wahn!" ein.
Luther galt ja bald als "Spaßverderber", und das war tatsächlich eines der schlagendsten Argumente für die katholischen Bischöfe und Landesfürsten. Zu bierernst war bald der Protestantismus geworden, der binnen 5 Jahren immerhin 50 Prozent Deutschlands erobert hatte. Aber die Arbeit als "höchste Tugend", der Moralismus als Lebensgalle ... das verlangte nach Gegenmaßnahmen, um die Massen nicht wieder zu verlieren. Immerhin wurden in den protestantischen Gebieten die meisten katholischen Feiertage gestrichen, und darüber hinaus die zur Unmoral so verleitenden Fastnacht und Karneval! Es gab also ein ernstes! "Imageproblem"...
So kam es zu ernsthaften Debatten, wieweit die Freude des Festes, "Wein, Weib und Gesang", nicht reiner Ausfluß teuflischen Umtriebes war. Ob also irdische Festesfreude generell als göttliche Gnade angesehen werden kann, wie es übrigens die Katholiken betrachten. Für das Argument teuflischer Herkunft sprach für Luther und Melanchthon, daß bei großer Festesfreude ein "Wahn" über die Menschen zu kommen schien. Ja, als läge geradezu das Wesen des Festes im "Wahn" ... ein "frommer Wahn" ... Also habe der Christ denn doch den (begrenzten) Wahnsinn zu begrüßen - der Weg zu "Halo Wahen" war nur kurz: Am 1. April 1522 erschien die Luther-Schrift "Sermon vom Halo Wahen! Dem gottgewollten und also gestatteten Frohsinnsfeste zum Frühlingsbeginn".
Rasch setzte sich dieser neue Brauch durch, und er schlug rasch auch Fastnacht und Karneval aus dem Rennen: Die Obrigkeit wurde verspottet, und so manches Treuegelöbnis nicht mehr so ernst genommen. Luther schien das erst kaum zu stören.
Wäre diese Lockerung der Sitten nicht auch im Hause Luther zu bemerken gewesen ... bei ihm wie bei seiner Frau ... So begründet allen Ernstes die Lutherforschung zu nicht unerheblichem Teil den sonst nicht wirklich nachvollziehbaren Stimmungswandel, der ab 1525 bei Luther dieses Fest betreffend einsetzte.
Daneben aber uferten die Halo-Wahen-Feste zu Aufständen aus, es kam zu Bauernaufständen etc., und Luther war Revolution eigentlich ja ein Greuel! So kam's zur nächsten Schrift: "Wider das gotteslästerliche Halo-Wahen-Treiben der Bauern, Hexen, Juden und Bademeister ..."
Also konterkarierte er es, denn abschaffen konnte er es kaum noch. Und verlegte es in den düsteren Herbst. Und so wurde aus dem typischen Winter- und Frühlingsfest das heute bekannte Herbstfest, am Vorabend zum Buß- und Bettag. Halloween ist also ein wirklich protestantisches Fest! Wer nicht zum Beten in die Kirche ging - dem sollte wenigstens aber der Schrecken in die Glieder fahren! Nur den Kindern war es noch erlaubt, feiernd herumzuziehen
Damit wurde aber das "entschärfte", "kanalisierte" Fest unpopulärer. Nach und nach geriet es in den protestantischen Gebieten sogar wieder in Vergessenheit. Thüringer Auswanderer jedoch sorgten dafür, daß das Fest in den USA weiterlebte ... von wo es heute wieder zu uns kam. Denn in den USA ist es längst das größte "Frohsinnsfest" des Jahres geworden.
Die Verquickung aus Freude und Moral, einem immer vorhandenen letzten Rest schlechten Gewissens, stammt eben aus dieser schon an allem Anfang sichtbaren protestantischen Zwiespältigkeit, dem "einerseits und doch auch anderseits" Der Katholik kann ja über die Strenge schlagen, er findet in der Beichte seinen Frieden wieder. Für den Protestanten war das aber eine Heuchlerei. So kennt er zwar die Reformation - verlangt aber völlige Unterordnung unter die Landesherren, kennt Freude - aber ohne gefährliche Selbstvergessenheit ... was zum Vorwurf an die Protestanten führte, sie wären unfähig zu feiern.
ATTENTION: This "report" is fictious, and it is based on some 1st-April-joke of WDR-Radiostation Germany! It does not describe historical facts, though they are true in abstract, and describe motives and truths according protestantism and Martin Luther, but not in concrete! There never existed any "Halo Wahen"!
