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Montag, 5. Dezember 2022

Die ergebnislose Suche nach der Heimat

Als sich 1883, wenige Jahren nach dem US-Bürgerkrieg, die Planwagen nach dem Westen in Gang setzten, waren miene eigenen Urgroßeltern noch Jugendliche, aber sie lebten bereits. Das gesgft, um die zeitliche Nähe bzw. die Kürze der historischen Spanne vor Augen zu bekommen, die in den beiden US-Fernsehserien "1883" und "Yelolowstone" umklammert werden.

Die eine spielt in dieser Zeit der Landnahme im Westen, als Millionen von Einwanderern, aber genau so auch entwurzelte ehemalige Südtstaatler aufbrachen, um sich in einem Niemandsland eine neue Heimat aufzubauen.

Und was das bedeutet, wird einem durch diese filmische Aufarbeitung sehr klar. Sie betraten nicht nur ein Land, in dem sie um jede Ecke nochmit Indianern zu rechnen hatten, die ihnen nach dem Leben trachteten um ihre eigene Heimat zu verteidigen, noch waren nicht alle "befriedet", das heißt in Reservate abgeschoben und eingehegt,, sondern das hieß auch in einen gesetzlosen Zustand einzutreten: 

Dort, westlich oder nördlich von Fort Worth und Fort Laramie, war zivilisatorisches Niemandsland, und dorthin auszubrechen war der bewußte Abschied von der Zivilisation. Man würde nichts mehr vorfinden, alles würde man selberr aufbauen müsen. Dort gab es keine Zivilisation, und was dann entstehen sollte, war eine im Grunde planlose, konzeptlose Schöpfung. (Daß es doch eine gewisse Form von Kultur gab, entdeckten manche denn doch, und manchen war die Kultur der Indianer sogar Lebensrettung.)

Sonntag, 5. Juni 2022

Wehe dem, der die wahren Götter liebt

Was aber nun anbrach, waren Zeiten eines durch straffes Militir aufrechterhaltenen Frieden und das Rexhtsystem, waren Theter, Bäder, Hygiene, bessere Häuser und prosperierender Handel, und da waren vor allem die Tempel, die JEDEN SEINEN Gott nebeneinander verehren ließen, ohne daß es jemanden störte. 

Junge Männer, deren Väter noch in Hütten gelebt, ihren Göttern geopfert, und mit dem eigenen Blut gegen alle möglichen Feinde gekämpft hatte, erhielten Erziehungen in den Freien Künsten, und wer bereit war lateinisch zu lernen, wurde zum Rhetor geformt und durfte eine Toga, Zeichen eines angesehenen Bürgers Roms, tragen, der in öffentlichen Versammlungen seine Stimme erheben durfte.
Auf subtile Weise und in kleinen Schritten, so Tacitus, wurden so die Briten dazu verführt, sich an Komfort und Zeitvertreib zu gewöhnen, der die Ureinwohner der Insel nicht nur vergessen ließ, daß sie Sklaven ware, sondern diesen Zustand sogar noch Kultur nannten.

Montag, 30. Mai 2022

Wir tauchen im 5. Jahrhundert in den See ... (1)

Um Ihren Gatten, den Frankenherzog Chlodwig (*466/+511), die Wahrheit des Christentums erfahren zu lassen, dem sie innig anhing, ließ seine Frau Chlodechild die Kirche mit allem schmücken, das ihre Schatzkammer hergab,, um ihn durch die Schönheit zu überzeugen. Die Wände waren mit kostbaren Teppichen verhangen, und zeigten fromme Szenen, die litirgischen Gefäße teils extra angefertigt worden, und die Liturgie des taufenden Bischofs war von der größten Üppigkeit.deren die Kirche damals aufzubieten hatte.

Aber es ging etwas schief. Als alle das Taufbecken umstanden, und der Bischof den Säugling ins kalte Wasser tauchte, erlitt der offenbar einen Schock, und seine Atmung hörte auf. Ob er definitiv ertrunken ist, oder nur am Schock aus dem Eintauchen in gewiß recht kaltes Wasser verstarb, ist nicht überliefert, Fakt ist aber, daß das Kind tot aus dem Becken gehoben wurde, dem auf nicht ganz geplante Weise also sein Versprechen eingelöst hatte: Irdisches Leben durch das Ewige Leben zu überlagern weil in eine neue und transzendente Dimension zu erheben.

Mittwoch, 30. März 2022

Warum DIE MENSCHHEIT, nicht nur einzelne Menschen gefallen sind (2)

Versuch, mit Legobausteinen den Stephansdom zu beschreiben. Person heißt Individualität, aber Individualität wird erst mit der Zeugung, als erster Schritt zum Weltsein. Oh glücklicher Orgasmus du  - Einer Seele, einer Personsform also (und Person heißt schon an sich, daß es sich um Individuen handelt, und nur Individuen können auch Gott ebenbildlich sein, weil Gott die Individualität SELBST ist) die in dem Moment zur Welt gerufen wird, wo ein Mann und eine Frau sich im Akt der hingebenden Liebe begegnen. 

Wobei dieser Beseelungsmoment als KURZ VOR dessen leiblicher Erfüllung stehend gesehen werden muß. Wo sich also Adam einen unendlich kleinen Augenblick vor dem Samenerguß befindet. Der ja von der Hingabe abhängt. (Wir verweisen hier nur andeutend auf die Probleme, die fehlende Hingabe für die Erektionsfähigkeit des Mannes haben.) 

Einer Hingabe, die sich der Leib gewissermaßen durch die immense Bindekraft des leiblichen Aktes holt, weil der sich den GANZEN MANN, die GANZE FRAU - auf dem Weg zum Höhepunkt, dem Orgasmus, in seiner sich progressiv steigernden Ganzhingabe, dem berühmten "kleinen Tod", weil die Welt verschwindet, alles sich immer ausschließlicher auf die leibliche Begegnung fokussiert - fast herbeizwingt, und Eva sich in hingebender Aufnahmebereitschaft befindet. (Wo Untersuchungen der letzten Jahre gezeigt haben, daß die Gebärmutter keineswegs ein passives Ogan ist, wie man immer dachte, sondern sich in der weiblichen Hingabe dem eingedrungenen Penis entgegenreckt.) 

Dienstag, 29. März 2022

Warum DIE MENSCHHEIT, nicht nur einzelne Menschen gefallen sind (1)

Es ist eine sehr hilfreiche Passage, die Thomas von Aquin in seiner "Summa contra gentiles" zur Frage des Verständnises der Erbsünde bringt. Und in der sich Thomas dieser Frage, die für viele ein so großes Problem ist, von einer weiteren Seite nähert. Wie einem Schüler der Grundlagen allen Erkennens - darf ich hier sagen, daß es meiner Ansicht nach jedem Menschen zur Ehre gereicht an den Punkt zu gelangen (oder die Gnade zu haben, gleich dort zu verharren), sich sein Leben lang in der Rolle eines Grund- und Volksschülers zu erkennen? - bringt der Philosoph diese alles entscheidende Problem so einfach wie nur möglich nahe. 

Schon daran ersieht man, daß Thomas kurz nach dem Höhepunkt des Mittelalters stand. Daß er schmerzlich erkannte, daß es fortan nur noch bergab gehen kann, und sich die Ebene der Kultur bereits beträchlich zu neigen begonnen hat. (Siehe Anmerkung*)

Das sind in der Geschichte eben stets jene Kulturphasen, in der die Philosophoie aufblüht. Die immer dasselbe ist: Ein Versuch eines Verzweifelten, das Entschwindende und bereits Entschwundene (denn ins Bewußtsein steigt das Bild dessen, das fortging) zu rekonstruieren, festzuhalten, wieder aufzubauen.

Dienstag, 8. März 2022

Der verdrängte Irrtum Rußlands (1)

Die Angelegenheit ist eigentlich eindeutig, und zwar aus bestimmten Aspekten heraus, die man so bezeichnen könnte: Was als Ursache geschehen ist, muß sich in der Wirkung zeigen.

Welche Wirkung ist gemeint? Die Renaissance der Russischen Orthodoxen Kirche, mit der ihr assoziierten Orthodoxie der Ukraine, die traditionell seit zumindest 250 Jahren dem Moskauer Patriarchat zugehörig ist. Diese Ukrainisch Orthodoxe Kirche hat sich vor zwei Jahren dann gespalten. Ausgehend vom Konstinopelschen Patriarchen Bartholomäus wurde eine "Autokephale Ukrainische Nationale Kirche" ausgerufen. Damit sollte die Orthodoxie in der Ukraine schlicht und ergreifend umgetauft werden, denn Taufe bezieht sich in ihrer ersten iwe letzten Konsequenz auf die Zugehörigkeit zu EINEM Vater, also auch die Zugehörigkeit zu einer Autorität, Hierachie und Organizität.
 
Wird das "umerklärt", wird die Natur des geistigen Körpers "Kirche" geändert, ist die Taufe streng genommen widerrufen. Sie befindet sich zumindest in einem unlösbaren Konflikt, der nur mit gehöriger persönlicher Ignoranz und positivistischer Umprägung (also einem sehr rationalen "Willensakt") irgendwie "lösbar" ist. Die Realität ist, daß sich die Ukrainische Orthodoxie GESPALTEN hat. Vor allem die zahlreichen russischsprachigen der Ukraine sehen sich nach wie vor Moskau zugehörig, während sich der Rest der neuen autokephalen Ukrainischen Orthodoxie zugehörig sieht.

Samstag, 19. Februar 2022

Wie geht es dem Staat?

Nur einige wenige Gedanken zur Situation des Staates in der Pandemie 2020/21/22. Den wir natürlich nicht aus seiner Gesamtsituation herausgelöst betrachten können. Vielmehr müssen wir sehen, was 2019 war - eine immer weiter steigende und steigende Staatsverschuldung, mit einer drohenden demographischen Katastrophe in 20 Jahren als Perspektive.
 
Wie hat er sich dagegen zur Wehr gesetzt? Was hat Österreich in diesem Fall) gemacht, um der Zunahme der direkten Staatsverschuldung um EIN DRITTEL zu begegnen? Oder sagen wir es anders: Was half dem Staat, daß es ihn immer noch gibt, und er nicht Pleite ging? 

Fangen wir zum Schluß an - die Zuwanderung von Millionen junger Männer sollte das gemographische Defizit ausgleichen. Dazu ist alles gesagt. Die Zuwanderung hielt in den letzten beiden Jahren nicht nur an, sondern (zuminderst in Österreich) ist sogar auf einem Allzeithoch! Eiderdautz, da brat mir einer einen Storch ... und das obwohl die Balkanroute geschlossen ist. Vielleicht hat das mit dem Abhandenkommen des Schloßwärters zu tun. Kanzler Kurz hat sich ja elegant verabschiedet worden. Es behört schon etwas dazu, in so kurzen Jahren so großen Schaden für Volk und Kultur anzurichten, gratuliere.

Donnerstag, 10. Februar 2022

Sieben weitere Jahre durchgekaut

Weil er zuletzt immer wieder in der Zugriffsstatistik aufgetaucht ist, habe ich den Artikel vom 29. Juni 2014 nun doch wieder vor die Augen genommen, und ihn überarbeitet. Erst wollte ich nur die Tippfehler korrigieren. Aber dann habe ich gesehen, daß da mehr zu tun, die Mosaiksteinchen neu zu arrangieren wären. Weil ich nach sieben Jahren Denkarbeit und Leben maches klarer auf einen Punkt bringen kann, was ich damals zu Alexander Dugin gesagt habe. So ist ein weitgehend neuer Artikel entstanden, den ich Ihnen nun zur Wiedervorlage präsentiere.

Sein Name taucht in letzter Zeit (2014, Anm.) immer wieder in unseren Medien auf - Alexander Dugin. Dessen Buch "Die vierte politische Theorie" bei amazon.de sogar einen vorderen Verkaufsrang in der Liste der politischen Sachbücher einnimmt. Man ist offenbar neugierig auf russisches Denken. Und auf Putin. Denn angeblich sei Dugin ein Putin-Vertrauter. 

Wobei: Wenn man rechnete, von wem aller behauptet wird daß er das sei, müßte man vermuten, daß Putin parallel zu seinen Amtsgeschäften, einem obligatorischen Angelausflug am Wochenende, bei dem er, nachdem er einen weithin duftenden zwei Meter Huchen aus dem Jenissej geholt hat, mit bloßen Händen einem dummerweise die Falle mit dem röchelnden Fisch nicht ahnenden Kolabären dessen eigene Zunge in den A... steckt, einen weiteren 48-Stunden-Tag nur mit Beratern verbringt.

Donnerstag, 21. Oktober 2021

Gedankensplitter (1317d)

Ein mittelalterliches Relikt - Welche Rolle es in den Gedanken Cristóbal Colóns wirklich spielte kann man nicht genau sagen. Ein Mensch ist immer ein Geheimnis. Aber es spielte eine Rolle, auch bei seiner Reise ins Unbekannte, nach "Indien", wie er meinte. Colón war tief religiös. Und in seinen Schriften, Briefen und aus Zeitzeugenberichten ist nicht zu leugnen, daß der Gedanke, daß alles was er tat dem Ziel diente, die Mittel für die Befreiung Jerusalems bzw. der Heiligen Stätten aus der Hand der Muslime aufzutreiben.

Er nahm Königin Isabella vor seiner ersten Abreise sogar den Schwur ab, daß alles, was er in "Indien" entdecken würde, alles das Gold und die Edelsteine, die man sich (auch aus den Berichten Marco Polos) erhoffte, eine riesige Armee finanzieren sollte, die den seit langem eingeschlafenem Gedanken eines Kreuzzuges in die Tat umsetzen sollte. 

Das ist einer der Gründe, warum sein Logbuch, das als Reisetagebuch für die Auftraggeber und Finanziers so ausführlich geführt wurde, so viele Hinweise auf mögliche Goldfunde enthält. Sodaß man daraus schließen könnte, es wäre ihm nur darum gegangen - wüßte man nicht sonst so viel über ihn. 

Zum einen mußten aber die Seeleute bei Laune gehalten werden, die ein ungeheures Wagnis auf sich genommen hatten - in eine völlig unbekannte Ferne zu reisen, von der man nicht sicher sagen konnte, ob man nicht eines Tages "von der Erde fallen" würde, oder (auch das eine häufige Angst) auf der anderen Seite der Erdkugel "hinunterrutschen" würde, sodaß man nicht mehr herauf- und nach Hause kam. Also mußte man ihnen die Aussicht auf riesige Gewinne ständig warmhalten, sonst hätten sie gemeutert. 

Warmgehalten werden mußten aber zum anderen auch die Finanziers daheim. Sie hatten NUR die Motivation von Gewinn, und hier vor allem durch die Funde von Gold und Edelsteinen. Also notierte Columbus jede Äußerung der Indianer auf den Inseln, die entdeckt wurden, in denen diese von solchen Reichtümern AUF ANDERN Inseln und Landen berichteten. Wo zu vermuten steht, daß diese Erzählungen dazu eingesetzt wurden, um die Spanier, vor denen man sich durchweg bald fürchtete, wieder los zu werden.

Montag, 9. August 2021

In wessen Schoß die Macht ruht (1)

In der Frage, wer das wahre Oberhaupt der österreichischen (als Teilmenge der deutschen) Völker ist, zeigt sich eine heiße Spur. (Denn die "demokratisch gewählten" sogenannten Volksvertreter sind es sicher nicht. Sie sind ein fragiles und sich dieser Fragilität bewußtes Scheintheater einer Machtusurpation, der jede absolute Legitimität einer Machtausübung fehlt. 

Allerbestenfalls kann in unvermeidbaren Fällen, die ein subsidiäres und föderalistisches, pseudo-staatliches Handeln (die Bundesländer Österreichs sind 1919 per Zwang zu einem Staat zusammengeschlossen worden) erfordern (etwa im Kriegsfall) von stellvertretender Handlung gesprochen werden, die aber keine dauernde Politikerkaste erforderte. Die österreichische und die deutsche Politik haben also keine Führung im eigentlichen Sinn, die aus sich heraus handeln, gestalten, schon gar verändern könnte.

Aber ein Volk kann sich keine Regierung selbst "geben". Das ist metaphysisch unmöglich. Es kann bestenfalls "so tun als ob", und dann eine groteske Komödie abziehen.

Sonntag, 26. Juli 2020

Den Himmel bestürmen

Am 19. Juli 1943 wurde Rom schwer von amerikanischen Bombern heimgesucht. Dabei wurden vor allem Wohnviertel getroffen. Es gab über dreitausend Tote. Als die Angriffe vorüber waren, ließ es sich Papst Pius XII. nicht nehmen, sofort in einem Auto in die betroffenen Viertel zu fahren, um die erschütterte Bevölkerung wieder aufzurichten. 

Vielleicht ist es Legende, vielleicht wahr - er verteilte auch spontan im Vatikan aufgetriebene Bündel von Bargeld an die Notleidenden, denn wer schnell hilft, hilft doppelt. 

Wahr ist aber, was das Bild so erschütternd darstellt: In einem großartigen Akt der Himmelsbestürmung, der den Priester als das begreifen läßt, was er ist, Mittler zwischen Himmel und Erde, flehte der Papst zu Gott, und hob buchstäblich die so schwer verwundete Welt vor den göttlichen Thron.



*230720*

Dienstag, 26. Mai 2020

Man muß Barbar sein, um zu denken (2)

Teil 2) Warum Bürger zu sein bedeutet, Sklave zu sein


Nun, in der Neuzeit kam es bei uns, also in den von den Habsburgern beherrschten Ländern, unter (in den Augen des VdZ völlig zu Unrecht) so hochgelobten Frau Kaiser (denn Kaiser war immer noch ihr Mann, der Herzog von Lothringen - DER wurde gewählt, DER wurde in Frankfurt zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches gekrönt) Maria Theresia zu einer Rechtsreform. Das war in den 1760er, 1770er Jahren. 

Wo mit einem Schlag und per kaiserlicher Verordnung jedes der zahlreichen, historisch gewachsenen, mit dem in einer Region lebenden Volk und seiner Ordnung und Struktur (die sich trotz des hohen Anteils an Zuwanderungsbevölkerung über Jahrhunderte mal mehr, mal weniger gebildet hatte) verwurzelten, regionalen Rechte außer Kraft traten und durch EIN Rechtskonstrukt ersetzt wurden. Über die fatalen Folgen (und noch mehr langfristigen Folgen) für die natürlichen sozialen Ordnungen ließen sich nächste Traktate ausarbeiten.

Damit aber war der römische Rechtsgrundsatz durchgesetzt, der da heißt: Gleichheit. Gleichheit aber (nun sind wir wieder zurück im alten Rom) ist aber eine Eigenschaft, die nur Sklaven eigen ist. Nur Sklaven können und dürfen nicht "für sich" denken, sondern ihr Denkergebnis steht im Wesentlichen bereits im Vorhinein fest. 
Es gibt nur die eine Wahl: Wollen wir gleich sein und nicht denken, oder wollen wir frei sein und denken
Was bedeutet das? Es bedeutet, daß wir ohne es näher zu bemerken in einem Zustand der Versklavung leben! Und zwar deshalb, weil wir Bürger sind und sein wollen. Somit die Ruhe dem wirklichen Denken und seinen nicht immer vorhersagbaren Ergebnissen vorziehen. Seien wir doch ehrlich - ist es nicht das, was wir wirklich wollen und auf jeden Fall vorziehen? Das heißt, daß das Denken von Bürgern IMMER mehr oder weniger dem der Regierung, die es hat (und von der es mit der Zeit eine reine Illusion diesbezüglich pflegt, diese Regierung auch selbst gewollt, neuerdings auch selbst sogar "gewählt" zu haben), gleicht, weil anpaßt, fügt. 

Das können wir drehen und wenden, wie wir es wollen. Es ist so. Nicht nur theoretisch, sondern wir können es jeden Tag beobachten. Und daraus schließen, daß wir auch davon "befallen" sind. Weil wir dazugehören wollen. Weil wir die Bequemlichkeitsvorteile der Anstrengung vorziehen, uns mehr zu individuieren. 

Wenn wir das zusammenfassen, können wir also mit Fug und Recht sagen, daß wirkliches Denken nur von dort kommen KANN, wo der Zustand des Barbarentums herrscht. Nur von dort, wo Menschen im Zustand "des Andersseins" leben. 

So, und nun ziehen wir endlich den Bogen zur Aussage, die ganz am Anfang dieses Versuchs (=Essay) stand. Die da lautete, daß der wahre Untergang Roms nicht, wie das Vorurteil, das in den Schulen seit Jahr und Tag gelehrt wird, dem Einströmen der Barbaren zu verdanken ist. Mitnichten und -neffen! Diese Barbaren waren es sogar, die mit ihrer ganzen Mannes- und Denkkraft das römische Reich erhalten wollten, dafür sogar ihr Leben gaben. 

Warum aber kam es dann doch zum Zerfall dieser Truppen, dieser militärischen Kraft, was Rom schließlich 476 (mit der Absetzung von Romulus Augustulus) nach der verheerenden Niederlage gegen die barbarischen Vandalen den Gnadenschuß gab. Aber das Ende kam nicht, WEIL barbarische Völker, auf ihrer Flucht vor dem Chaos in Massen den Rhein und die Donau überquerten. Die zuvor zu Feinden erklärt wurden. Dabei hatten alle diese Völker immer noch die Ordnung und Lebensweise Roms gesucht. (Erst die Langobarden, einige Jahrzehnte später, waren bewußte Schöpfer einer neuen Ordnung, aber recht sicher auch schon nur deshalb, weil es keine römische Ordnung mehr gab.) 

Diese Hinzukömmlinge (was alles wir "Völkerwanderung" nennen) waren zu Feinden erklärt worden. Dabei waren die gar nicht feindlich gesinnt, nicht wirklich zumindest. Aber einmal zu Feinden erklärt, mußten sie sich so verstehen. Das Ende ist bekannt. Es war das definitive Ende Roms, das Ende der römischen Strukturen.

Ohne Zentralmacht, ohne zentral durchgehaltene, geforderte Ordnung zerfiel die große Ordnung (wie das Militär) in jene Ordnungen und Hierarchieebenen, die noch funktionierten. Und das waren die militärischen Einheiten und Abteilungen. Die von einem Rex (regs) beherrscht wurden. DARAUS hat sich dann ... der König* entwickelt, der ursprünglich das war, was wir neudeutsch mit "warlord" bezeichnen könnten. Ein Kriegsherr, der über eine Ordnung innerhalb einer nicht mehr bestehenden römischen Ganzordnung herrschte. 

Daraus hat sich dann in einem mehr oder weniger komplexen Spiel von Interessen, Persönlichkeiten, Macht und Lebensanforderungen ein enorm facettenreiches Gebilde von Teilordnungen etabliert, die barbarischen Ursprungs und barbarischer Gesinnung waren. (Noch einmal: Barbarisch heißt: Jeder dachte für sich. Und das verträgt sich nicht mit dem Bürgerstatus, der ab einer bestimmten zeitlichen Entwicklung, vor allem ab einer bestimmten Größe, ab der das individuelle Dasein, das individuelle Denken immer mehr kompromittiert wird.) Und voilà - wir haben den Zustand Europas im 5. Jahrhundert.

Ein Zustand, der all diesen Barbaren und Barbarenvölkern mehr oder weniger ZUGEFALLEN war. Zum überwiegenden Teil ohne, daß sie es je so gewollt hätten! Denn nur ein starkes Rom hätte sie so vor den asiatischen Räuber- und Plündervölkern (die nie auf Land aus waren, sondern deren "Reich" nicht größer als der Rücken ihrer Pferde war) beschützt, wie sie sich das gewünscht und erhofft hatten. 

Zugefallen, weil die Dekadenz und das nicht mehr vorhandene Selbstsein, der Wille zur Selbstbehauptung der Römer deren Staat und Ordnung aus sich heraus aufgelöst hatte. Still und heimlich, und über jahrhundertelange Prozesse. Wo sich der Caesar, der Kaiser, aufgelöst hatte, sodaß das in alle möglichen "Parallelgesellschaften" zerfallene Volk mehr oder weniger notgedrungen in "Königreiche" zerfiel. Regiert von den Warlords, den Regis, den Regenten, den Königen. 

Von dieser Warte beleuchtet, ohne jedes neu erfundene oder ge-fundene Detail also, erzählt uns plötzlich das Ende Roms viel mehr über den Zustand unserer Gegenwart und damit über das Stadium, in dem wir uns befinden. Als Punkt auf einem Weg in den Verlust der Ordnung, in der wir leben, und die wir so ungemein stabil halten, daß wir alles daran setzen, sie zu erhalten. Und dabei lieber das Denken aufgeben, weil es den zentralen Mächten überlassen. Von denen wir uns erhoffen (und deshalb übergeben wir ihnen ja unser Denken, das der Ordnung gefährlich werden könnte), daß sie uns vor den Barbaren schützen.




*Etymologisch ist (sehr reduziert) das Wort König aus dem indogermanischen Zusammenhang von Zeuger, Geschlecht (im Sinne von "Haus"; vgl. "(k)-ung/-ing" in der Bedeutung von "stammen von"; vgl. ferner die sprachlichen Zusammenhänge "Kun(g)" - k-un (mächtig, s. "kön-nen") - g-un (von Macht stammend, ihr zugehörig) - g (ch/h, vgl. dazu sprachgeschichtlich bei Grimm der Gebrauch von "g/k/ch" als "mächtig" im Sinne von "von einer Art" - "Rei-k/ch" - "-ring/-rijk/-reik" - "Reg(s)"=Leiter, Anführer, vgl. auch die selbige Wurzel von Reich und Reg), als Herr (Vorsteher), Anführer heraus zu verstehen; vgl. dazu "k" im Sinne von "fran-k"=frei sein/freie, von Freiheit/-en stammend=frei sein, sowie das "k" generell in seinem Zusammenhang mit "-k(c,g)-ko/co", Himmel (Erdgewölbe ebenso wie spirituell; vgl. "caeli" sprich [kö]), aber das führt hier zu weit.

Bleibt noch der Hinweis, daß von der inneren Bedeutung her einer für alle, pars pro toto, also der Stellvertretergedanke (!) mitschwingt. Es hilft mitzudenken, daß sprachgeschichtlich das primus inter pares im Spiel ist, über das sich immer mehr das "Einer für ..." zu "Erster von ..." herausbildete (wie z. B. Kluge schreibt), möglicherweise (wie der VdZ denkt) aber genau im umgekehrten Sinn im Sprachsein des Menschen verankert ist.



*130520*

Montag, 25. Mai 2020

Man muß Barbar sein, um zu denken (1)

Man soll sich nur nicht über die wahre Ursache des Zerfalls des römischen Imperiums täuschen, schreibt Ianto Watt in seinem großartigen Buch "The Barbarian Bible". 

Das von der simplen Tatsache ausgeht, daß um zu erkennen, in welchem Stadium sich eine (also: unsere) Kultur befindet man betrachten muß, wo sie einmal gewesen ist. Nur aus dieser Zeitlinie läßt sich der gegenwärtige Zustand erkennen. Deshalb befaßt sich sein Buch, in dem er, der Großvater, die Welt seinen Enkeln erklärt, mit Geschichte. Aber nicht, indem es "bisher geheim gehaltene Tatsachen" auf den Tisch legt, wie so manche ähnliche Bestrebungen, sondern indem es einfach nachfragt, und Begriffe klärt. Und dabei einen Aha-Moment nach dem anderen auslöst, auch beim VdZ. Der deshalb die Lektüre jedem nur dringendst ans Herz legen kann. Er selber "fällt" gewissermaßen von einem Absatz zum nächsten in ein regelrechtes Lichtbecken nach dem anderen. 

Um zu illustrieren, wie das gemeint ist, nehmen wir nur ein Beispiel heran, das des Begriffs "König" - Rex, regis usw. Denn dieser Begriff (darum auch der Titel des Buches, dazu später, es ist schon diese Erklärung ein Lesegenuß) Rex/König ist kein Deszendent von "Caesar", Kaiser, also dem Herrscher über ein Imperium. Sondern es war ursprünglich die Bezeichnung für den Befehlshaber einer Kohorte. Diese Kohorten aber waren in der Kaiserzeit zunehmend von "Barbaren" gestellt. 

Weil die Römer immer weniger in der Lage waren, selbst Männer mit Mut und Tugend hervorzubringen, die die Verteidigung des Landes und ihrer Heimat bewerkstelligen hätten können. Sie waren zu verweichlicht, geistig abgehalftert, und schließlich - nach einer jahrhundertelangen Phase des Turbokapitalismus (mit dem heutigen vergleichbar, und auch das ein beständiger Weg nach unten, gerade im Zusammenspiel mit der Politik) - gab es nicht nur zu wenige Männer überhaupt, und zwar durch Empfängnisverhütung und generellen Niedergang des Willens zum Nachwuchs. 

Überraschung: Das war hauptsächlich durch den Zerfall der Ehe bedingt, die schon unter Augustus begonnen hatte; nein, viel früher, durch die faktische, nach heutigem Begriff erstaunlich feministisch-emanzipierte Stellung der Ehefrau, aus der heraus die Ehe und Familie in einer Kettenreaktion ins Chaos versank begonnen hatte, sondern in einem direkten Zusammenhang auch zu wenig Geld. Und deshalb (sic!) irgendwann  zu wenig Kredit. Denn auch das hängt zusammen, und auch das zeigt den Zustand unserer Gegenwart, die sich in immer astronomischer Höhe verschuldet. 

Das hat dazu geführt, daß sich die eigentlichen Römer diese Fremden, die bald ausschließlich übernommen hatten, wozu sich kein Römer mehr bereit fand, auch nicht mehr leisten konnten.

Es gab also nicht nur zu wenige römische Bürger (Civitates - Zivilisation - Citoyens). Die jene Gruppen, der in einem Land lebenden Menschen sind, die sich mit dem Staat identifizieren, die mehr oder weniger kritiklos für diesen stehen, ihn vertreten, also für die Ordnung stehen, die er repräsentiert und ebenso schafft wie erhält. Es gab bald auch keine Barbarentruppen mehr, die sich Roms Bürger leisten konnten. 

Aber auch das war nur eine Folge, ein Puzzlestei, eine einem ganz anderen, unten ausgemalten Bild ... wobei wir vorerst noch einige weitere Denkfundamente durch Begriffsauflüftung neu legen wollen.
Denn in gewissem Maß ist somit auch gesagt ist, daß Bürger jene Menschen sind, die ihr Denken freiwillig und durch Habitus (also übertragen, als Brauch unhinterfragt übernommen und danach geformt) beschränken. 
Weil unter die Maxime stellen, daß ihr Reden (=Denken) die Prämisse trägt, daß sie einem Zweck untergeordnet ist: Den Staat zu erhalten, zu stützen, zu verteidigen. Freies Denken und Bürgerschaft sind also in gewisser Hinsicht ein Widerspruch. Frei können, wenn man es so betrachtet, nur Barbaren sein. Und Barbaren sind keine Idioten, sondern einfach die, die "nicht zum Staat gehören", die Fremde sind, die "anders" sind. 

Sie sehen schon ein wenig, geneigter Leser, was Watt meint, und was der VdZ meint, wenn er sagt, daß der Walliser nichts "Neues" erfindet, sondern die Dinge einfach neu ordnet, zusammensetzt, und einmal in Ruhe für sich nimmt. Mit der für unseren alltäglichen Sprachgebrauch oft so überraschenden Erkenntnis, daß die Dinge, wenn man sie einmal einfach für sich stehen läßt, ein völlig neues Zueinander ergeben. 

Der Bürgerbegriff geht dabei von einer seltsamen Maxime aus. Auch die wird heute unreflektiert übernommen. Sie besagt, daß das Recht nach heutigem Begriff (der römischer Tradition entspringt) als "fortschrittlich" und der Entwicklung des Abendlandes (Europas) so zuträglich gesehen wird.

In Wahrheit war der römische Rechtsbegriff nur praktisch, für den Staatsbegriff römischer Art nützlich. Denn die Römer waren ja überhaupt die größten Pragmaten, die man sich vorstellen kann, deshalb waren sie ja im Aufbau des Reichs, in dessen Erhalt und politischer Stärke so "effizient".

Dieser Rechtsbegriff geht von GLEICHHEIT aus. Deshalb kann ein universales Recht über alle drübergelegt werden. Damit ist das gemeint, was seit der Renaissance und dem sich daraus entwickelnden Zustands absoluter Herrschaft auch bei uns mehr und mehr eingeführt. In Österreich durch die theresianische Rechtsreform. 

Die natürlich Rechtsstudierten ein wahrer Gaumenschmaus ist. Die häufig nur "gelernte Anwender eines technizistischen Gesetzesbegriffs" sind, für die die Gesetze also eine Art Bedienungshandbuch, technische Beschreibung sind, was zwar auf eine Weise auch mitspielen muß, aber absolut genommen absolut tödlich für die jedem Recht zugrundeliegenden Gerechtigkeitsforderung ist. Wir erleben das ja heute. 

Morgen Teil 2) Warum Bürger zu sein bedeutet, Sklave zu sein



*130520*

Montag, 16. Dezember 2019

Zukünftige und gegenwärtige Problemzonen

Bildschirmaufnahme von einem Vortrag von D. Montgomery
Man muß nicht viel quatschen, wenn man sich diese Karte ansieht. Die zeigt, wo auf der Welt die Böden bereits so ent-vitalisiert, so wenig fruchtbar sind, daß sie entweder nichts mehr tragen, oder nur noch mit viel Chemieeinsatz zu "Fruchtbarkeit" gepreßt werden können. Auf einen Schlag wird so manches deutlich:

  • Die Wanderungsproblematik von Afrika nach Europa hat maßgeblich mit dem Auslaugen der Böden zu tun.
  • Auch China hat längst das Problem erschöpfter Böden und damit das Problem der Ernährung. Die chinesische Politik, in Afrika riesige Flächen zu pachten oder zu kaufen, um sie zu bebauen, wird mit einem Schlag verständlich. Auch Asien bietet keine Reserven mehr.
  • Bald wird auch Indien geopolitisch aktiver werden (müssen), denn auch die indischen Böden sind bereits über weite Strecken erschöpft.
  • Die desaströse Entwicklung des historischen Römischen Reiches wird noch verständlicher, wenn man auf der Karte sieht, daß weite Teile des Mittelmeeres bereits seit der Kaiserzeit und den sozial-politischen Entwicklungen keinen Ertrag mehr lieferten. Rom hat sich bis ins erste Jahrhundert noch durch Expansion über die Misere hinübergerettet, wobei die Eroberung Ägyptens lebensnotwendig war. Durch den Dienst im Militär waren weite Strecken Italiens von kleinbäuerlicher Wirtschaft auf exzessiven Latifundienbetrieb verändert, wo es zu immer mehr Grundbesitz in den Händen immer weniger Oligarchen kam. Deshalb die vielen Brotabhängigen in Rom, deshalb so viele Zentralismus-Entwicklungen (heute würden wir es als "Mehrung von Sozialstaatsabhängigen" bezeichnen).
  • Die Erklärung des Niedergangs des griechischen Imperiums wird schon durch die Karte nachgeliefert: die Böden des Hellenischen Reiches waren erschöpft! Die Römer trafen bereits auf ein erschöpftes Griechenland (zu dem weite Teile der Türkei gehörten). 
  • Auffallend auch, daß die gesamte Levante, von der Türkei angefangen über Syrien bis zum Libanon, nur noch ausgelaugte Böden aufweist. Auch das ein Zustand, der seit der Römerzeit besteht. Hier (neben dem Balkan) besonders auffallend: die Zusammenhänge zwischen Entwaldung und Bodenerosion.
  • Auffallend, aber selbsterklärend, der miserable Zustand der Böden in Kasachstan. Diese einstmalige Steppe war in der Sowjetunion mit einem größenwahnsinnigen Projekt, der Umleitung der Zuflüsse zum Aralsee bzw. der Nutzung dessen Wasser selbst, "fruchtbar" gemacht worden. Noch dazu mit extrem wasserziehenden Pflanzen wie der Baumwolle, wozu außerdem riesige Flächen für Weizenanbau kamen, hatte man diese damalige Teilrepublik zu einem florierenden Export- weil Devisenfaktor aufgebaut. Das Ergebnis ist bekannt. Heute ist der Aralsee nahezu ausgetrocknet, und Kasachstans "Felder" kämpfen mit Versandung und Versalzung.
  • Brasiliens regenwaldbedeckte Böden sind keineswegs so fruchtbar, wie die schönen Bilder grünen Urwalds suggerieren wollen. Im Gegenteil, hat Brasilien über große Flächen unfruchtbaren Boden. Dazu noch der Hinweis, daß hier - ähnlich wie im Kongobecken - der Urwald keineswegs ein Zustand besonderer Fruchtbarkeit ist, sondern das Degenerationsstadium nach einer Epoche exzessiver Bodenexploitation.
  • Erst recht gilt das über Brasilien Gesagte für Mexico! Die Erschöpfung der Böden war bereits zur Zeit der Azteken und Mayas das drängendste politische Problem, das die aggressive Expansionspolitik dieser Völker vor siebenhundert Jahren ziemlich erklärt. Ähnliches gilt es von Peru und dem gesamten Nordwesten Südamerikas zu sagen.
  • Auffallend der schlechte Zustand der Agrarböden in ganz Europa.
  • Womit sich zeigt, was für Kindergartenwischler sich in der Politik bewegen, die nun ein Abkommen über landwirtschaftliche Lieferungen ausgerechnet mit Südamerika (Mercosur-Abkommen) treffen, das bereits weitgehend erschöpfte Böden mit geringem natürlichem Ertrag hat. Was das (Chemieeinsatz etc. etc.) bedeutet, kann sich jeder ausmalen. Aber vielleicht ist das auch die einzige Erklärung dieser nächsten Globalisierungs-Druckschraube. Der Bayer-Monsanto-Deal läßt grüßen, der das exakt "falsche" Geschäftsmodell verfolgt, das ausgelaugte Böden "braucht" und voraussetzt.
  • Auch der frühere Brotkorb halb Europas, die Ukraine, mit ihrer früher legendären Tschernosen-Erde, dieser Schwarzerde mit bis zu drei Ernten pro Jahr, hat zum größten Teil bereits erschöpfte Böden.
  • Auffallend auch der schlechte Zustand der Böden in praktisch ganz Südostasien, einem der bevölkerungsreichsten Landstriche der Erde. Auch hier sind die Zusammenhänge zwischen Regenwald (Urwald) und Bodenerschöpfung deutlich.
  • Daß der Brotkorb der USA, der Mittlere Westen, erschöpft ist, wissen wir zumindest seit der Ära Roosevelt. In den 1930ern waren die mittleren Bereiche der USA, die "Greated Plains", die dereinst großen, fruchtbaren Ebenen, über weite Strecken durch exzessive, rücksichtslose Landwirtschaft (denn die meisten Zuwanderer nach den USA waren Glücksritter, die auf Teufel komm raus "reich" werden wollten, koste es was es wolle, und die Natur dort schien ohnehin unerschöpflich und riesig, was bis heute zutrifft.
  • Die großen "Reservezonen" der Welt hinsichtlich Bodenzustand scheinen Kanada und das russische Sibirien zu sein.

Ein weiteres Fazit? Man kann mit der eigentlichen Grundressource der Erde, dem Boden, nicht einfach Vabanque spielen und abschöpfen, was nur geht. Man muß MIT der Erde leben, buchstäblich. Wer die Erde und ihre Strukturen nicht liebt, wird in ihr nicht bestehen können, so einfach ist es. Denn Erkenntnis ist abhängig von der Liebe, als ganzheitlichem Wohlwollen und Haltung des Staunens. Nicht von der Cleverness irgendwelcher Technikfuzzis. Übrigens steht das schon in der Bibel, nur nebenbei. Alle Lebewesen der Erde hängen von der Pflanzenwelt, also vom Boden ab.

Nur zur Illustration: Die Menge der jährlich über Lebensmittelproduktion "aufgegessenen" Erde beträgt weltweit jährlich dreiundzwanzig Milliarden Tonnen. Soviel erodiert, Jahr für Jahr. Das sind immerhin 0,7 Prozent der gesamten auf dem Planeten vorrätigen Erde. Weil es so viele Menschen gibt? NEIN. Weil wir mit der Erde nicht richtig umgehen! Und zwar jeweils, JEWEILS durch Ignoranz und persönliche Schwäche wie Gier und Trägheit. In den vergangenen vierzig Jahren wurde weltweit ein Drittel des bekannten Agrarlandes, sprich vierhundertdreißig Millionen Hektar, wegen erschöpfter Ertragsfähigkeit aufgegeben.

***

Darf der VdZ eine wilde Vermutung aussprechen? Daß dieses gesamte Politikerdreckspack lieber mit dem eigenen Zehenkäse namens "Klimawandel" spielt, als von dem, was die Welt wirklich bewegt, auch nur einen Funken Kenntnis zu nehmen.

Hart? Herrschaften, das Beil fällt über die, die es aufgestellt haben und bei jeder Wahl neu aufstellen, um bei ihm zu schwören. Wer diese groteske Form von liberaler Demokratie will, die wir haben, wo die "Fähigkeit" mit der Person zusammenfällt (ganz anders als in einer hierarchisch-monarchischen Verfaßtheit, die nie beansprucht, Politik zu "machen", die machen die Leut schon selber, und das ist demokratisch, wie es sich die lächerlichen Putzelmännchen in Berlin oder Wien nicht einmal träumen lassen, sondern nur zu "herrschen", als Gestaltvollendung des Volksganzen als Kultur), ist auch die Person der Drecksbeutel. Wer sich wählen läßt, hat dann auch die Folgen zu tragen. Weshalb unbedingt - und unbedingt in unserer Form von Demokratie - persönliche Haftung zu verlangen ist! Wir haben es hier mit der Vorsehung Gottes zu tun. Und da geht bald endgültig der Sensenmann um. Die Demokratie heutigen Zuschnitts hat an der Guillotine begonnen, sie wird auch dort enden.




Sonntag, 26. August 2018

Vom Ende des Alten Europa

Es ist eine kurze, pointierte Analyse der Vorgänge um das Europa der Gegenwart, die Professor Werner Patzelt hier anstellt. Dabei zieht er den vergleichenden Bogen von der Völkerwanderung der spät- und bald nachrömischen Zeit bis in die Gegenwart. Die Parallelen sind in der Tat verblüffend, bis hin zur Neuwidmung, zum Recycling und zur Neuadaptierung alter, nunmehr unnötiger, sinnlos gewordener Architektur.

Patzelt läßt dabei beim Betrachter einen ganz anderen Gedanken aufkommen: Daß es gar nicht so sehr die Zuwanderer (alleine) sind, die unsere Gesellschaften in den Barbarismus absinken lassen, sondern daß wir selbst dieses Werk vollbracht haben. Wie die Zuwanderer ins römische Reich, haben wir zunehmend in Strukturen gelebt, die wir nicht mehr verstanden haben, haben uns aus mangelndem Verständnis sämtlicher Inhalte entledigt, die uns einmal ausgemacht, die uns großgemacht haben und durch leeren Tand ersetzt.  Unter dem eine prosperierende Kultur mehr und mehr auf seine Früchte reduziert wurde.

Noch leben wir von diesen Früchten, aber schon längst ohne es zu wissen. Der Schlußgong für die letzte Runde ist bereits ertönt, die Dramaturgie des Ringkampfes hat seinen Lauf genommen. Und wie in den Jahrhunderten des "finsteren Europa" (vom 5. zum 9. Jahrhundert) sind nur noch vereinzelte Institutionen, Klosterbibliotheken, wenige Mönche und noch weniger Solitäre als letztes Nachwehen einstiger Geistesgröße, als die letzten Archivare einer kulturellen Größe, die auf andere Zeiten warten muß, um vielleicht eines Tages und nach finsteren Jahrhunderten erneut Wurzeln schlagen zu können.

Wobei auch das nicht neu ist: Auch in diesen finstern Jahrhunderten war es jener oft winzige Rest der Kirche, die noch Kirche blieb, während sich ihre große Mehrheit, ja sogar und gerade ihre Spitzen in Häresien, Unverständnis und Abirrungen verdunkelte, der dieses Licht der Menschlichkeit in seiner Abbildhaftigkeit Gottes weitertrug. Als scheinbar kleine Funzel, die aber im Gegensatz zur trügerischen Illusion des Irrtums, der menschlich-willkürlichen Besserwisserei, wirklich Feuer bewahrte.








*250718*

Sonntag, 29. Juli 2018

Was orthodoxen und römischen Katholizismus trennt (6)

Teil 6)




Dann folgen noch eine Reihe von "nebensächlicheren" Kritikpunkten. Wie die, an Wochentagen in der Fastenzeit Messen zu zelebrieren.

Bedarf von Zwillingen, sich zu unterscheiden

Bemerkenswert ist, daß man so eine Liste des Ausschließenswerten gegen Muslime oder Juden nicht kennt. Es zeigt, daß der Konflikt Orthodoxie - römischer Katholizismus ein innerfamiliärer, umso vehementer geführter Kampf ist. Es beweist, daß man schwer damit zu tun hat, sich getrennt zu sehen. Umso mehr versucht man, die Eigenberechtigung zu beweisen. Zu schwer wiegen die Gemeinsamkeiten. Wie bei Zwillingen, die alles tun, um sich zu unterscheiden und bald nur noch wirken, als würden sie sich nur mit Unterscheidungen befassen.



Kein Orthodoxer würde noch eine römisch-katholische Liturgie besuchen

Den Abschluß der Ausführungen bildet eine bittere Kritik an den Traditionsbrüchen im Katholizismus. Sowohl in der Musik wie auch in der Architektur. Viel Geld wird heute für Abscheulichkeiten ausgegeben. Damit steht in Zusammenhang, daß seit den 1960er Jahren die Zahl der Mönche in der römischen-katholischen Kirche um 95 Prozent zurückgegangen ist. Weltweit gesehen, folgt vielleicht noch EIN EINZIGES Benediktinerkloster den eigentlichen Regeln des Heiligen Benedikt (auch ein orthodoxer Heiliger).  Das zeigt, wie schwierig es in Wahrheit in der Katholischen Kirche (Roms) ist, katholisch zu bleiben. Und das zeigt vor allem, wie groß wirklich die Gräben sind, die Orthodoxie und römischen Katholizismus trennen. Er ist längst spiritueller Natur.

Aber mit rein dogmatischen Einigungen wäre es nicht mehr getan. Die römische Kirche ist bereits glaubenslos.

Was würde also passieren, wenn die römische Kirche das "filioque" aufgäbe. Was würde passieren, wenn die römische Kirche alle Konzile, die sie seit dem Nizäischen Konzil als "ökumenisch" bezeichnet, obwohl die Orthodoxie nie anwesend war, aufgäbe. Wenn die Römer also alles aufgäben, was sie von der Orthodoxie erst so richtig getrennt hat. Wenn sich also die römische Kirche aufs erste Jahrtausend besinnen würde, um mit der Orthodoxie überein zu kommen. Es wäre ein reines Wunder. Es wäre phantastisch. ABER ... was kommt am nächsten Morgen?

Könnte dennoch auch nur irgendjemand aus der Orthodoxie am nächsten Morgen in eine katholische Kirche gehen? Nein, ganz eindeutig: Nein. Ein Orthodoxer in einer römisch-katholischen Messe würde nicht wissen, wo er sich befindet. Er würde sich nicht in einem gemeinsamen Glauben finden! Kein Orthodoxer würde sich im Römischen wiederfinden. Dazu müßte sich die römische Kirche komplett reformieren, sich auf ihren Glauben und ihre Tradition völlig neu besinnen. 

Eine Einigung von Orthodoxie und römischem Katholizismus kann nur eine totale Überraschung sein. Nur ein Wunder. Denn die römisch-katholische Kirche hat sich so weit von der Tradition und dem depositum fidei des Katholizismus entfernt, daß eine Wiedervereinigung der beiden Kirchen nach menschlichem Ermessen ausgeschlossen scheint.







* Eine gewisse Annäherung gab es freilich in den letzten Jahrzehnten, Rom und Moskau haben wechselseitig eine Reihe von Heiligen jeweils in ihr Martyrologium aufgenommen, eigentlich ein sehr bedeutender Schritt - denn sie bestätigen damit einander, daß man in der jeweiligen Glaubenszugehörigkeit, eigentlich in der jeweiligen Liturgie heilig werden kann!

**Das hat den VdZ bei Besuchen in Orthodoxen Liturgien mit am meisten überrascht: Jedesmal (!) lange Schlangen von Pönitenten, so gut wie alle gingen jedesmal beichten, wenn sie zum Empfang der Kommunion wollten. Und oft wurden die (meist: Mehrzahl) Priester bis zur Kommunion - trotz der zeitlich so langen Liturgie - gar nicht fertig.





*170618*

Samstag, 28. Juli 2018

Was orthodoxen und römischen Katholizismus trennt (5)

Teil 5)



Unterschiede in den diskriminierenden Listen der Orthodoxie, wo man den Römern vorwarf, "unreines" Fleisch zu essen (also mit Blut, ersticktes also, was sich nur beim "Schächten", beim "Halal-Schlachten" vermeiden ließe), sind hingegen obsolet. Sie liegen bestenfalls im unterschiedlichen Klima zwischen Mittelmeer und Europa begründet. Wo das ganz andere Auswirkungen hat. In heißeren Klimazonen stockt Blut sehr rasch. Auch ißt man in Europa Tiere, die man im Osten nicht ißt, auch aus Klimagründen. Weil sich das Fleisch nicht hält.

Im Fleischverbot ist eine weitere, gewaltvolle Geißelung des Fleisches nicht notwendig

Auch das unbedingte Fleischverbot für Mönche ist nur relativ zu sehen. Dafür gibt es im römisch-katholischen Mönchen andere Praktiken, wobei man drüber diskutieren kann, ob sich der Flagello (Peitsche) zu unterziehen, um das Fleisch zu bändigen, nicht weniger klug ist als durch Mäßigung und Verzicht gleich Nahrung, die das Fleisch stärkt - also: Fleisch - zu vermeiden. Da ist sicher ein Widerspruch.

Dann warf man den römischen Klerikern vor, als Soldaten oder Ritter in Schlachten zu dienen. Eine Militarisierung, die als Reaktion auf die militärischen Bedrohungen aus dem Orient (Muslime) zu werten ist, keine Frage In den Kreuzzügen gab es ja sogar Ordensgemeinschaften, die als Programm das Schwert ergriffen. Das widerspricht völlig der orthodoxen Mentalität und Stellung von Priestern Krieg und Kampf gegenüber. Klar, auch dort hat man Priester im Militär, aber sie sind dort nur Kapläne, Geistliche, die niemals töten würden. 

Dann wurde kritisiert, daß römische Priester mehr als eine Liturgie pro Tag feierten (was im übrigen im römischen Katholizismus nur an wenigen Tagen erlaubt ist, darunter Allerseelen, Ostern (weil es nicht vermeidbar ist), und Weihnachten. Neben pastoralen Notlagen. Aber das hat damit zu tun, daß die Liturgie "pastoral" wurde, und sich vom eigentlichen liturgischen Kairos entfernt hat. In der Orthodoxie gibt es eben Vesper etc. Und daran ist die Liturgie gebunden. Nicht an die Pastoral. 

Übrigens: So spät dieses Argument der Pastoral im Vortrag kommt, es ist in den Augen des VdZ weit weit bedeutender. Ja, es ist einer der Hauptgründe für viele Fehlentwicklungen in der römisch-katholischen Kirche. Es ist in seinen Augen sogar der Hauptgrund, warum sich die Kirche über tausend Jahre fast zwangsläufig auf den Totalkollaps zubewegte, den das 2. Vatikanum in seinen Folgen nur noch zur Darstellung brachte, das aber längst alles - auch die tridentinische Liturgie - als Fäulnis durchsetzt hatte.

Ein Priester darf keinen "sex appeal" haben

Dazu paßt dann die Kritik der "schön rasierten Priester", was als Widerspruch zum Verbot gesehen wurde, daß ein Priester keinen "sex appeal" haben dürfe. Ein uraltes Gebot für Priester, das schon Moses sehr sehr scharf vorgab. 

Man kritisierte außerdem die Begräbnisgewohnheiten, wo plötzlich die Menschen nicht mehr mit überkreuzten Armen begraben wurden. Und kritisierte, daß man in Rom Laien zum Altar hinzutreten ließ. Das widerspricht jeder Tradition und der Wirklichkeit des Heiligen, des Tremendum. Man kritisierte auch das Sitzen im Gottesdienst, das sich im 16. Jahrhundert überall etablierte. Und zwar vor allem, weil die Bedeutung von Sitzen UMGEKEHRT wurde. Tatsache ist dabei, daß Stühle in unseren Volkskulturen immer nur den Oberen vorbehalten blieben. Ja, einen Sitz zu haben war Merkmal der Führung. Noch im Mittelalter saß NIEMAND, einen Stuhl gab es nur für den Herren.  

Sitzen ist ein Merkmal von Autorität!

Wer steht zeigt, daß er sich der Autorität unterwirft. Diese Änderung ist auf die Protestanten zurückzuführen - der VdZ hat schon mehrmals gesagt, daß die liturgischen Neuerungen des Tridentinums eine kaum faßliche Reaktion auf den Protestantismus war, der SEITHER noch deutlicher Einzug in der Katholizität hielt. Er hält schon deshalb die tridentinische Messe als Formalregelung, wie es so viele heute meinen, keineswegs (mehr) für das Heilmittel des Katholizismus! Da ist viel mehr notwendig. Die "alte, tridentinische Messe Paul V." ist vielmehr eine direkte Wegbereitung für die katastrophalen Zerstörungen des 2. Vatikanums und seinen Folgen. Das macht auch "Petrusbruderschaften" oder "Piusbruderschaften" und wie sie auch heißen mögen zu Totgeburten.


Morgen Teil 6)





*170618*

Freitag, 27. Juli 2018

Was orthodoxen und römischen Katholizismus trennt (4)

Teil 4)



Ein nächster Punkt ist die "unbefleckte Empfängnis", wie sie die katholische Kirche 1854 als Dogma verkündet hat. Demgemäß wurde Maria auf eine von uns verschiedene Weise empfangen. Frei von Erbsünde. Das wäre aber kein Grund für "Heiligkeit". Denn damit hätte Maria niemals mit den Versuchungen der Erbsünde zu kämpfen gehabt. Wenn Maria die Taufe, wenn Maria die Versuchungen des "normalen gefallenen Menschen" nicht zu überwinden hatte, wäre ihre Heiligkeit doch nicht so groß wie sie tatsächlich ist!? Dieses Dogma macht sie also kleiner! Erst das machte sie aber zu dem großen Vorbild für alle Menschen!

Änderungen an allen Sakramenten

Weiters führt Fr. Trenham Änderungen in den Sakramenten an, die die römisch-katholische Kirche durchgeführt hat. Die fast alle seit dem großen Schisma eingeführt wurden. Man nehme etwa das Kreuzzeichen. (Das aber kein Sakrament ist, sondern eine "Sakramentalie", Anm.). Es ist so alt wie die Kirche, und eines der ersten überlieferten Zeugnisse, überliefert bereits aus dem 2. Jahrhundert. Schon der Heilige Antonius bezeichnet es im Jahre 250 als mächtigste Waffe gegen das Böse. Nach Papst Innozenz III. aber wurde das Kreuz verändert - von links nach rechts, wie es die römischen Katholiken bis heute tun. Aber es war immer von rechts nach links! Das hat die Orthodoxie nie akzeptiert. Nicht, weil es nicht ein Kreuz wäre. Sondern weil es ein willkürliches Ändern einer Tradition war, dessen Wirkmächtigkeit ja oft und oft überliefert wurde. Warum ändert man das also, ohne sich darum zu kümmern, was der Osten macht?

Nächster Punkt - die Taufe. Sie wurde von Rom sowohl der Form wie in den Formularien (Prozedere) geändert. Die von Anfang an überlieferte Form ist das Eintauchen ins Wasser. Ganz. Dreimal. Im Namen des Vaters. Des Sohnes. Des Heiligen Geistes. Es begann im 10. Jahrhundert, als die römischen Katholiken nur noch einmal eingetaucht wurden. (Wir bemerken: Form und Inhalt wurden allmählich mehr und mehr auseinandergerissen. Die Dinge verloren, was sie sind - und das ist genau der Nominalismus, der später alles zersetzen sollte.)

Im Mittelalter verlor sich sogar diese Praxis, und entwickelte sich zur heutigen, völlig neuen römisch-katholischen Praxis: Man übergießt nur noch den Kopf des Säuglings. Das Sakrament wurde zum "Symbol". Man beachte dabei aber vor allem: Die Bewegung! Von - zu! Was geht von - zu? (Übrigens: Das Konzept des "logos", der ein "auf - hin" ist.) Das kommt einer Perversion, einer Umkehrung dessen gleich, was Taufe überhaupt IST.

Wer aber "tauft" überhaupt?

Dazu kam die Formel, das gesprochene Wort. Von "Der Täufling WIRD getauft" (passivum) zu "ICH TAUFE DICH" (aktivum!) (Erkennt der Leser die Zusammenhänge mit dem "Filioque"?) Damit wird genau das Falsche ausgedrückt. Der Priester IST der Gnadenspender, und nicht der Mittler der Gnade des Heiligen Geistes, der DURCH/ÜBER IHN wirkt. Johannes Chrysostomus hat diese Praxis seit dem 4. Jahrhundert bekämpft.

Gibt es drei Sorten von Christen? Vom Auseinanderreißen der Sakramente.

Das nächste, was schrecklich verändert wurde, war die Salbung mit Chrisamöl. Während die ersten Jahrhunderte die Praxis der Aufeinanderfolge von Taufe - Salbung (Firmung) - Eucharistie gleich war, brach die römische Kirche diese "Trilogie" auf. Seither wird die Firmung von der Taufe getrennt, man wird ohne Chrisamöl getauft. Eine neue Art von Christ wurde damit erfunden. Plötzlich gibt es drei Arten von Christen - die Orthodoxen kennen aber nur einen! Den Getauften, den Gefirmten, den Kommunionempfänger. Die Römer haben damit Kindheit von 6 - 7 Jahre alten Kindern getrennt. Nun gibt es getaufte, aber nicht kommuniable Christen. Und dann gibt es getaufte und kommunizierende, aber nicht gefirmte Christen. Das ist eine völlige Neuheit gewesen! Die es so nie gegeben hat. 

Das ließe eigentlich zu einer seltsamen Idee von "Exkommunikation" verleiten - da sind also Menschen exkommuniziert, nur weil sie ... kleine Kinder sind?

Dann kam die Neuerung, daß die Eucharistie, die nur in einer Form gegeben wurde, auf "ungesäuertes Brot" geändert wurde. Statt daß ein Laib verwendet wurde, der die Gesamtheit der Kirche symbolisiert hatte, wurden einzelne Hostien geprägt. Sie haben damit kein Brot "zu brechen". Das hat nur noch der Priester. Aber die normalen Gläubigen bekommen ungebrochenes Brot. Damit verbindet sich aber das Symbol "vereinzelter weil einzelstehender Teile". Das Symbol, der Gemeinschaft des "einen Laib zugehörend", verliert sich damit, wird im "einen Kelch" nicht mehr erfaßt.

Auflösung der Fastenordnung

Nächster Punkt: Das Fasten am Samstag, aber überhaupt die Fastengebote. Die Tradition kennt ein Fasten von Mittwoch und Freitag, und zwar wirkliches Fasten. Aber nicht am Samstag, nicht am Sonntag. Die heutigen Katholiken müssen schon froh sein, wenn man am Freitag kein Fleisch ißt. Die immer strengen Fastenregeln sind quasi aufgehoben, selbst in der Fastenzeit. Die Bedeutung des Fastens für die Volksfrömmigkeit ist dabei kaum zu überschätzen! (Das Fastengebot der Orthodoxie ist nach wie vor sehr sehr streng, und wird auch befolgt.)

Vom Zölibatären ist mehr verlangt, als von den Aposteln

Ein sehr wichtiger Punkt ist das klerikale Zölibat, eine wichtige Angelegenheit, weil sie das Verhältnis des Priesters zur Sexualität betrifft. Hierin unterscheiden sich Westen und Osten deutlich. Von Anfang an haben die westlichen Vertreter auf Konzilien versucht ein Gesetz durchzubringen, daß jeder, der zum Priester geweiht wurde, sich zukünftig - auch wenn er vor der Weihe verheiratet gewesen war - von sexuellen Beziehungen fernzuhalten habe. Es gab ja am Anfang viele zuvor zumindest verheiratete Priester, denn ein erwachsener Mann heiratet eben. Das Wesen des Menschen ist schlicht ehelich. 

Wer gesund ist, der ist verheiratet, so kann man das zusammenfassen. Die Argumentation der östlichen Tradition sagt nun, daß man zwar den römischen Impuls sehr zu achten habe, aber daß einen Mann zum Zölibat verpflichten zu wollen hieße, von ihm mehr Heiligkeit als von den Aposteln zu verlangen. Die ja zum Teil verheiratet gewesen waren, ehe sie sich zur Nachfolge Jesu entschlossen. Ja, von einem Kleriker ist mehr zu verlangen als von einem einfachen Laien, keine Frage, sagt Fr. Trenham. Auch mehr Heiligkeit, Keuschheit, etc. Aber was nicht der Fall sein kann ist, daß man von einem Priester mehr verlangt als von einem Apostel Paulus oder anderen Aposteln! 

Getreu den ersten Konzilien verlangt man apostolischen Rigorismus, klar, aber nicht einen "super-apostolischen" Rigorismus.  Das Priestertum VERSTÄRKT sogar die Position in einer Ehe, schwächt sie nicht (wie es die römische Kirche heute sieht.) Die Bemühungen der ersten Konzilien gingen dahin, Anstand in die persönlichen Verhältnisse zu bringen, nicht - Zölibat. Sogar zum Gegenteil. Seine Frau wegen der Weihe zu verlassen, sich des ehelichen Verkehrs zu enthalten, war ein Vergehen. Sie brauchten freilich Keuschheit, auch im Umgang mit der Frau, aber mußten sich nur dort enthalten, wo sie die Liturgie zelebrierten. 

Dazu muß man einfach zuerkennen, daß diese Lösung ... der Realität auch der römischen Kirche weit mehr entspricht. Denn die Praxis hat gezeigt, daß die römischen Anforderungen in der Praxis der orthodoxen Regelung entsprechen. Das Zölibat wird und wurde über weite Strecken nie eingehalten. Was also ist realistischer?

Morgen Teil 5)






*170618*

Donnerstag, 26. Juli 2018

Was orthodoxen und römischen Katholizismus trennt (3)

Teil 3)




Eine weitere Folge ist, daß der Papst die dogmatische Gewalt hat, Dogmen zu verändern, selbst wenn vorangegangene Päpste sagten, daß das nicht möglich ist. Und wir erleben es bei P. Franziskus tatsächlich. Eine wirkliche Grundlage, ihm zu widersprechen, wie es traditionelle Katholiken behaupten und oft genug sehr fragwürdig und unbeholfen zu rechtfertigen suchen, gibt es nicht, ohne diesem Primatsprinzip zu widersprechen. Das "depositum fidei" als Gut der gesamten Kirche verliert so sein reales Gewicht, seine Präsenz.


Die päpstliche Unfehlbarkeit hat versagt - sie bewirkt erst die Verwirrung, die zu bekämpfen sie vorgab

Die Folgen beobachten wir in der extremen Verwirrung, die heute herrscht. Die Ergebnisse von allgemeinen Umfragen, was katholisch sei, sind erschütternd. Nicht TROTZ des Primats in der heutigen Form, sondern eben ... WEGEN.)  Wie es eben beim Credo passiert ist. Auch die Einrichtung von "Kardinälen" widerspricht der Kirche. Extremes dogmatisches Chaos ist die Folge! Und nicht nur in Europa, sondern auf der ganzen Welt. Es gibt heute Kardinäle, die in ihren Diözesen Theologen beschäftigen, die sogar explizit die Auferstehung leugnen. Daran zeigt sich, daß die "Unfehlbarkeit des Papstes" in Verbindung mit zentralistischer Disziplin, die garantieren sollte, daß jeder Bischof und jeder Priester nur die eine Lehre verkündet, ganz real nicht funktioniert hat!

Das hatte weitere Auswirkungen. So hat die Kirche die Lehre der Kirchenväter über Bord geworfen, was das Wirken der Gnade anbelangt. Die Definition, daß sich die Gnade als eigene Substanz von Gott selbst unterscheidet, führt zur Definition, daß der Gläubige im Gebet nicht mehr mit dem ungeschaffenen Licht selbst in Verbindung kommt. Große Kirchenväter haben aber gelehrt, daß der Einzelne zwar nicht mit Gott, aber mit der göttlichen "Energie" in Verbindung kommen kann. Sie haben gelehrt, daß der Einzelne durch Gebet mit Gott in Kommunion kommen kann und so das ungeschaffene Licht erblicken kann. So daß jeder Gläubige das Erlebnis auf dem Berg Tabor in seinem Leben haben kann. (Kann!) Das wird von der römischen Kirche explizit abgelehnt.

Gnade als eigene Wirklichkeit?

Vereinfacht sagt die Orthodoxie mit Kirchenvätern, daß der Mensch zwar nicht mit der Sonne, aber mit deren Hitze und Wärme in Kontakt kommen kann. Die zwar nicht die Sonne selbst sind, aber doch auf eine Weise, und zwar über ihre Wirkungen und Eigenschaften.  Das Tageslicht, die Wärme sind zwar nicht Gott selbst, aber doch reale Anwesenheit Gottes (im Beispiel: der Sonne). (Das führt übrigens auch zum Punkt der Wertschätzung der Weisheit, der Sophia in der Orthodoxie, als Teilhabe am Wissen und an der Vorsehung Gottes. Es wird auf jeden Fall leichter verständlich, warum römisch-katholische Theologen manchmal meinten, die Rolle der Sophia in der Orthodoxie wäre fast einer "vierten göttlichen Person" gleich. Was natürlich so nicht stimmt.) Gnade wird bei der römisch-katholischen Kirche also zur "geschaffenen" Wirklichkeit, einer eigenen Substanz, nicht zur direkten Eigenschaftlichkeit Gottes (und damit seiner Präsenz über die Anwesenheit der Gnade) selbst.

Zusammengefaßt: Das filioque wird deshalb abgelehnt, weil es zwar keine Frage ist, daß Christus der Mittler ist, der diese Möglichkeit eröffnete, über die Anähnlichung an ihn, aber die Wirklichkeit des Heiligen Geistes als Dritte Göttliche Person, der vom Vater ausgeht, ist dann an sich eine weitere, eigene Wirklichkeit.

Wer gestorben ist, ist noch lange nicht gerettet

Die weiteren Unterschiede hängen damit eng zusammen. So die Lehre über das Fegefeuer. Die römisch-katholische Kirche lehrt, daß das Fegefeuer ein Feuer der Reinigung ist, nicht das Feuer der Hölle, wie die Orthodoxie. Sie behauptet, daß die Rettung schon durch den Glauben erreicht werde, OHNE daß die Erfordernisse der Reue erfüllt seien. Diese Lehre gab es zwar schon vor dem Schisma, aber sie explodierte im Mittelalter. Wo sich das Konzept des Ablasses ausufernd steigerte. Luther habe damit Recht gehabt, als er sagte: Wenn der Papst die Vollmacht hat, diese Strafen im Fegefeuer abzukürzen oder überhaupt zu erlassen, warum macht er es nicht einfach so, aus Liebe? Warum also "Ablaßkäufe"? 

Freilich, das protestantische Konzept, daß man mit dem Tod - "ping!" - auf der Wolke des Himmels schwebt, ist genau so Unsinn. Nicht besser als das Konzept des Fegefeuers der römischen-katholischen Kirche.

So lange jemand noch im "Fegefeuer" ist, daß das Feuer der Hölle ist, ist jemand nach orthodoxer Ansicht aber noch nicht gerettet. Worauf bezieht sich so ein "Optimismus"? Die Orthodoxie hat deshalb 40tägige Riten nach dem Ableben einer Person, man muß sich um jeden Verstorbenen ernsthafte Sorgen machen. Denn der Übergang von diesem Leben zum ewigen Leben passiert nicht "plötzlich". Und schon gar nicht ist er leicht (wie er es bei der Jungfrau Maria war.) Er ist sehr sehr herausfordernd, und unsere Gebete für den Verstorbenen sind äußerst wichtig. Was die Protestanten, im speziellen noch die Calvinisten sagen, daß die Seele nach dem Tod SOFORT in den Himmel gelange, entbehrt jeder Grundlage. Wenn man auch gewisse Vorsicht bei solchen Konzepten haben sollte, denn im Neuen Testament steht nichts darüber.


Morgen Teil 4)





*170618*

Mittwoch, 25. Juli 2018

Was orthodoxen und römischen Katholizismus trennt (2)

Teil 2)




Trotz dieser Zahlen haben aber heute die, die den Katholizismus ernst nehmen, größte Probleme einen Ort zu finden, an dem sie diesen Glauben auch leben können. Wo sie nicht mit der Fülle von Widersprüchen konfrontiert sind, die die römische Kirche heute kennzeichnen. Das Verhältnis Priester zu Gläubigen in den USA ist deshalb nicht zufällig 5.000 zu 1. Und davon sind gut 50 Prozent "Importe", aus den Philippinen etwa. Aufgrund der Erosionen in der katholischen Kirche gibt es für konservative, "anständige" Katholiken keinen Ansporn mehr, Priester zu werden. Es wird deshalb auch immer schwieriger eine Kirche zu finden, wo die Liturgie noch anständig gefeiert und keine moraltheologische Verirrung gepredigt wird. Oder wo man wie früher immer beichten gehen kann. Und nicht einmal das spärliche Beichtangebot wird noch wahrgenommen, denn Katholiken gehen heute gar nicht mehr zur Beichte.** Die Katholiken sind nicht nur protestantisiert, sie haben freiwillig angenommen, was die Protestanten angerichtet haben. Daran sind die Bischöfe selbst schuld. 

Fr. Trenham schickt seinem Sermon über die Unterschiede voraus, daß er große Wertschätzung für die römisch-katholischen Gläubigen hegt. Auch schätzt er die Zusammenarbeit mit dem Katholizismus, der der Orthodoxie oft auch hilft. 2016 ist sogar erstmals ein Statement gegen die Abtreibung herausgegeben worden, in dem katholische und orthodoxe Bischöfe gemeinsam Stellung bezogen. 

Dennoch ist seine Liste der Abgrenzungspunkte nicht weniger scharf. Und so beklagt er, daß die römische Kirche oft sehr aggressiv vorgeht. Etwa im Vorderen Orient, in Gebieten wo es gar keine Katholiken gibt, sondern nur Orthodoxe, errichten sie etwa Schulen - sie haben die Mittel dazu - und drängen die Schüler, die orthodox sind, klammheimlich in den Katholizismus, etwa im Meßbesuch (in der Memoration).  Diese "Proselytenmacherei" ist generell zu beobachten, und oft genug (siehe Ukraine) ein schwerer Anstoß zum Konflikt. (Aber hier haben wir eben das Problem der Religionsfreiheit, und warum die Orthodoxen das oft wollen, liegt auf der Hand: sie dient der Minderheit, und nur der Minderheit.)

Eine große und fragwürdige Rolle spielten die Erscheinungen von Fatima. Die Kinder erhielten dabei eine Prophetie, genau übrigens in dem Jahr, in dem Rußland durch den Bolschewismus gekreuzigt wurde. Es heißt dabei, daß sich Rußland "bekehre". Die Katholiken interpretieren das aber so, als hätte das geheißen, sie würden KATHOLISCH! Totaler Unsinn! Der orthodoxe Priester und Theologe erzählt von einem seiner Gespräche mit dem (sehr frommen, katholischen) portugiesischen König (derzeit außer Amt). Der sei mit den Seherkindern in regelmäßigem brieflichem Kontakt gestanden. Auf eine spezifische Anfrage diesbezüglich hätten diese ihm aber geantwortet, daß ihrer Auffassung nach Maria diese Botschaft so gemeint habe, daß die Russen sich ZUR ORTHODOXIE bekehren würden! (Übrigens: Manchen Berichten zufolge scheint sich das heute tatsächlich zu ereignen.)

Die Liste der Unterschiede - Am Anfang stand das Filioque

Was steht nun aber wirklich zwischen der Orthodoxie und der römisch-katholischen Kirche? Die orthodoxe Kirche hat dazu ab dem 7./8. Jahrhundert Listen angefertigt. Und ganz an der Spitze der Unvereinbarkeiten steht das FILIOQUE als Lehre vom Ausgang des Heiligen Geistes. Das widerspricht der Lehre von der Dreifaltigkeit, und die Konsequenzen dieser Häresie sind immens. (Wir haben darüber schon einmal unsere Gedanken dargelegt, es stimmt: die Konsequenzen WAREN immens.) Es geht dabei nicht nur um die Arroganz, in der der römische Papst einseitig und eigenmächtig das in Nizäa gemeinsam erarbeitete Glaubensbekenntnis geändert hatte. Sondern man hatte damals festgelegt, daß am Credo "nicht eine Silbe" geändert werden dürfte - bei sonstigem anathema sit. Seither expliziert sich die römische Kirche auf genau diese beiden Punkte, die aber extrem scheiden: Das Filioque und die Unfehlbarkeit des Papstes (in der er das einseitig verkündete). 

Was ist der Papst?

Im päpstlichen Primat sieht die Orthodoxie die Abweichung, daß es beim Bischof von Rom in der römischen Auffassung nicht einfach um den "Nachfolger von Petrus" geht, sondern um dessen "stellvertretender Präsenz auf Erden". Daraus ist die Vorstellung erwachsen, daß der Bischof von Rom nicht einfach Jurisdiktion über SEINE Diözese (Rom) hat, sondern daß er gleichermaßen das Recht hat, sich disziplinär in die Agenden der östlichen Patriarchen einzumischen. Nicht nur gewissermaßen "im Vorrang der Ehre", sondern in Jurisdiktionsgewalt. 

Das hat sich so ausgewachsen, daß es heute keinen römisch-katholischen Bischof auf der Welt gibt, der nicht vom Papst eingesetzt wird. Die Orthodoxie lehnt diesen Zentralismus völlig ab. Die Idee, daß ein Bischof alle Rechte gegenüber allen anderen Bischöfen hat, verletzt das Territorialprinzip, das Lokalitätsprinzip der Kirche.





Morgen Teil 3)




*170618*