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Donnerstag, 18. August 2022

Über die Größe

Jeanette war sehr ungehalten über diese Verkürzungen. Sie, von der meine Großmutter scherzend behauptete, sie halte für jeden, den niemand mehr zu loben wußte, immer noch einen kleien Orden oder ein Krönchen dritte Klasse unter der Schürze bereit, konnte sich über böse Nachrede ziemlich aufregen; ja es war diese vielleicht überhaupt das einzige, wogegen sich ihre Sanftmut empörte, denn sie sah darin ein besonderes schweres Verbrechen gegen die Liebe 

[...] Alsdann sagte [sie], daß große und seltene Menschen immer am ehesten Gefahr liefen, verleumdet zu werden, weil ihre Schicksale meistens ebenso ungewöhnlich seien wie sie selbst, und weil auch ihre Haltung zum Schicksal oft nicht ohne weiteres dem entspreche, was jedermann mühelos einsehen könne.
Aus Gertrud von le Fort, "Das Schweißtuch der Veronika"

Freitag, 5. August 2022

Der (morgige) Samstag Nachmittag-Film (1)

Den Film "Good Bye my Lady" (1956), Regie: William Wellman, auf dne mich jemand (Thanks, Anthony Esolen!) hingewiesen hat, habe ich nur in der unten angefügten Form im Netz gefunden. Und was ich von Schauspielerkollegen gehört habe, dürfte wirklich so sein: Man dreht immer schon in den USA Filme gerne im Originaldialekt jener Landschaft und jenes Gebietes, in dem er spielt. 

Und das ist hier nicht nur der tiefste Süden von Misissippi, sondern es ist auch eine soziale Schichte, die das Schönsprechen nicht gerade kultiviert hat. Aber ich darf Ihnen versichern - er ist die kleine Mühe wert. 

Auch wenn man das eine oder andere Wort nicht versteht weil es so extrem (in der Sprechweise, die der Figur gehört, natürlich, nicht aus Schlamperei) genuschelt ist (auch mir ist es so gegangen) - man bekommt noch genug mit, um die Schönhiet dieses Filmes zu erkennen und sich daran zu freuen. 

So nebenbei: Ich war überrascht, in einer (vielsagenden) Nebenrolle einen noch ganz jungen Sidney Poitier zu sehen! Dem ich mit "Lilies of the field - Lilien auf dem Felde" eines meiner schönsten Filmerlebnisse verdanke. Das war in der Zeit, in der man bei jemandem alle paar Tage oder Wochen mal zusammenkam, weil der einen Fernsehkasten hatte, und einen berühmten Film oder einen der legendären Talk Show-Master (etwa Peter Frankenfeld oder Hans-Joachim Kulenkampff) zu sehen. Wobei das Beisammensein wichtiger war als der Film. Poitier, der für die Rolle des Homer im Film einen Golden Globe sowie einen Oscar bekommen hatte, ist übrigens erst im Jänner 2022 verstorben (r.i.p.)

Montag, 24. Januar 2022

Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht naß

Alexis de Tocqueville hat es aus seinen Beobachtungen geschrieben, die er in den USA gemacht hat, die er in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ausgiebig besucht und studiert hat. Und Jacques Ellul hat es aus seiner Analyse der geistigen Architektur der europäischen Demokratien hundert Jahre später als unabdingbares Gesetz festgestellt. Und Joseph Goebbels (in vielem realistischer als sein Gott, Adolf Hitler) hat nichts sonst getan als dieses Prinzip der Moderne ohne jede Hemmung aufgegriffen und umgesetzt: Die Parteien-Demokratie*, die sich in Europa installiert hat, BRAUCHT Propaganda. Sie kann gar nicht anders funktionieren. Und sie wird deshalb Propaganda als vorzüglichstes Mittel der Kommunikation benützen.

Deshalb hinterläßt es sanftes Kopfschütteln wenn man einerseits darum weiß, daß unsere Demokratie gar nicht anders als DURCH Propaganda (DURCH, nicht "naja, da und dort, aber eigenltich wollen wir das ja nicht") existieren kann. Wenn wir wollen, daß diese Demokratie weiterhin (man beachte das Wort: weiterhin) so "funktioniert" (man beachte ... eh schon wissen), wie sie es seit Jahrzehnten tut, dann ist das GLEICHZEITIG ein offenes BEKENNTNIS ZUR PROPAGANDA. Beides ist nicht und unter keinen Umständen zu trennen.

Samstag, 17. Juli 2021

Du aber schweige, damit der Engel dich höre

Nur mit Christus sollst Du reden, schreibt der Hl. Ambrosius an einer Stelle. Nur mit Christus. Denn wenn einst niedergeschrieben wurde, daß die Frauen in der Kirche schweigen sollten, um wieviel weniger ziemt es dann Jungfrauen und Witwen, bei jeder Gelegenheit den Mund zu öffnen? Den Mund, den er an anderer Stelle als Tor zu jenem Garten bezeichnet, in den der Bräutigam kommt, dem sie ihre Hand, voll der duftenden Öle und Myrrhen (als Symbol des Selbsttodes) lockend reicht (siehe Hohes Lied 5), der alles Grün der Blumen und Bäume mit dem frischen Tau des Lebens benetzt, worauf es sehnsuchtsvoll und vergehend in erfüllter Liebe trinket.

Aber ein falsches Wort, und er entschwindet wieder, vertrieben von der Häßlichkeit, und zeigte sie sich in kleinstem Körnchen von Staub und Moder. Ein törichtes, eitles Wort genügt. Darum soll der Mund sich nur öffnen, um dem Rufe des ewigen Wortes zu begegnen, so Ambrosius. 

Freitag, 4. Juni 2021

Ausgespanntheiten und andere Spannungen (2)

Es ging beiden nur ums Auflösen ontischer Strukturen. Um eine neue Welt zu schaffen, die ihrer Grammatik entsprach.Mit Generaloberst Ludwig Beck haben sich ja auch die meisten deutschen Generale schon aus taktischen Gründen gegen einen Krieg ausgesprochen, weil sie vorhersahen, und darin völlig richtig lagen, daß ein Krieg nur in eine deutsche Katastrophe münden konnte: Das Heer war zu diesem Zeitpunkt noch hoffnungslos unter-rüstet. Sodaß die aus der Geographie folgende, einzig mögliche strategische Ausrichtung, die eine Doppelfront aus Ost und West einkalkulieren mußte. Wenn nicht noch Nord und Süd. Österreich zum Beispiel war als Kaiserreich von Deutschland Gegner und Konkurrent gesehen worden, und war von 1933 bis 1938 erklärter Gegner des Nationalsozialismus. So viel Feind, bei einer relativ gesehen geringen Landtiefe. (Wir haben vor etlichen Jahren bereits einmal ausführlich über die verzwickte strategische Lage eines Gesamt- bzw. Großdeutschland am Kontinent gehandelt, der Leser möge nachschlagen.) 

Über Beck hatte sich die Unzufriedenheit der deutschen Generale schon 1938 ausgedrückt. Und erst recht, als Hitlers "raumgreifende Visionen" einerseits (Pläne waren es ja nicht, vielmehr Phantasien), und seine Bereitschaft zum Hazard anderseits in ihrer gesamten Dimension bekannt wurden.

Donnerstag, 3. Juni 2021

Ausgespanntheiten und andere Spannungen (1)

QR Doku General Halder

Warum verwundert es nicht sonderlich, wenn man hört, daß von Generaloberst und ab 1938 Chef des Generalstabs des Deutschen Heeres Franz Halder erzählt wird, er habe "nahe am Wasser gebaut", das heißt, er wäre sehr rasch in Tränen ausgebrochen? So berichtet sein Umfeld. Halder habe rasch mal geweint, was für einen Mann seiner Position doch recht ungewöhnlich war. 

Warum verwundert es aber nicht, daß über eben diesen General zu erzählen ist (und von der in der Filmdokumentation, auf die hier verwiesen wird, mit dem Beiton des "Gutseins" berichtet wird) daß er in seinen Putschgelüsten gegenüber Hitler am weitesten (wie am frühesten und langandauerndsten) gediehen war.

Freitag, 27. November 2020

Wie war das noch mit der abendländischen Tradition?

Es ist durchaus amüsant (und auch David Graeber findet das in "Schulden. Die ersten 5.000 Jahre"), daß die Tradition der völligen Verschleierung der Frau in der Öffentlichkeit und in Anwesenheit von Männern nicht nur ins alte Assyrien zurück reicht, sondern daß er sich im antiken Athen, diesem angeblichen Ursprung des heutigen demokratisch-freiheitlichen Bewußtseins und damit der Gleichberechtigung der Frau (und was für Schmonzes sonst noch unter diesem Label unter Leute und Häute getrieben wird) bereits spätestens im 6. Jahrhundert vor Christus nachweisen läßt. Das gilt heute als gesicherte Erkenntnis der Disziplinen der Altertumsforschung.

Ja, während sich die Vollverschleierung der Frauen im übrigen Vorderen Orient der früheren Zeiten so gar nicht allgemein durchsetzte, war es ausgerechnet das demokratische Griechenland, in dem die unverschleierte Frau als Prostituierte, zumindest als Frau ohne Ehre galt. Ausgegangen war nach allen Befunden diese Sitte von den sittsamen Frauen der Adeligen und Noblen. Allen also, denen das Einfache, Schlichte und Unprätentiöse, die Schönheit des Rituellen, die Gelassenheit des Ruhens in der göttlichen Vorsehung Ideal und Vollkommenheitsmerkmal war. 

Unter Sokrates war es sogar üblich, daß sich die Frau, die auf sich hielt, zu Hause einschloß und sich nie in der Öffentlichkeit - zumindest nicht voll verschleiert - zeigte. Frauen, die am öffentlichen Leben teilnahmen, galten als Prostituierte oder dieser gleichwertig.

Wie anders war das doch als in den Gesellschaften in Syrien oder Persien. Wo sich die Verschleierung zumindest in vergangenen Zeiten so gar nicht durchsetzte. 

Diese Noblen aus griechischem Adel und peloponnesischer Heldenschaft waren bekanntlich auch die Gegner der schnöden Geldwirtschaft, die vor allem bei den Unedlen, den Armen, den weniger Sittlichen und Profanen mehr und mehr an Boden gewann. Geld auch nur anzufassen galt den einen als unedel und beschmutzend, den anderen war es unerläßliches Ziel allen Strebens. Es war ein Symbol der Erniedrigung, der Ehr- und Würdelosigkeit. 

Der Ehrenhafte zählt und rechnet nicht.
Die Lebensweisen, die Moden, die übernahmen diese letzteren - als unschöpferisch betrachteten - Schichten freilich gerne von den Geldverächtern. Immerhin war ja Geld nie mehr als ein Versuch, den Wert des Schöpferischen zu bannen, den man zuvor gestohlen hatte. Diesen blieb nur übrig zu imitieren, und sich so die Phänomene des Edlen (und andere gibt es nicht, andere sind nur mehr oder weniger mangelhafte Näherungsversuche ans Edle, Schöne, Gute, Wahre) so rasch als möglich anzueignen. 

Selbst das Geld, als Währung, als Zahlungsmittel im Handel nach heutigem Begriff ist ja ein Imitat der Unedlen. Sodaß aus einem Ausdrucksmittel des Edlen und Wertvollen im Sozialen ein Mittel zum schnöden Kauf und der banausischen Aneignung wurde, die zu sichern nur noch die Gewalt und das ausdrückliche Gesetz bleibt.

Mit allen Mitteln. Koste es was es wolle. Und sei es das Leben.

War aber die Achtung vor der Frau in Athen so ganz anders gelagert als im Orient, so kam es in Griechenland nie zur Versklavung der Frau. Wie im Orient. Weil dort (und nicht nur dort, sondern etwa in ganz Afrika) die Frau, noch mehr aber die Töchter und Verwandten als Pfand für Schulden, diese erste Frucht des Geldes, gegeben, in der Praxis damit als zu jeder Art von Dienstleistung verpflichtete Sklaven "verkauft" wurden. Denn dort war die soziale Verpflichtungs"schuld" den Schulden der Verschuldung gewichen. Die blieb in Athen dem Schuldner persönlich.

***

Was aber macht das Geld so "unedel"? Es holt die Existenz "in die Hand". Es macht sicher, was nie sicher sein darf! Jedes heldische Dasein ist immer ein Gang auf schmalem Grat, und es kann jederzeit in die Sklaverei führen. Das Risiko des Helden und Edlen ist groß, und analog zu seiner Höhe kann er auch binnen kürzester Zeit fallen. 

Der, der Geld hat, freilich "nicht". Er ist vielmehr bereits gefallen. Und er spielt kein Spiel, sondern er zementiert das Dasein in die Grundfesten der Kontrolliertheit und angstgetriebenen Gier. 

Damit reißt es aber den Menschen aus der Höhe des Geistes und zieht ihn in die Niederungen der Welt des Toten. Wo immer (und in dem Grad) eine Kultur vom Geld (und nicht von der Ehre) beherrscht wird, ist sie eine Kultur des Todes geworden.

Geld macht gleich und stellt damit Identität in den ständigen (sinnlosen, sisyphosartigen, nie zu befriedenden und ehrenlosen) Kampf. Es ist deshalb von Archilochos mit der porne, der gemeinen, willfährigen Frau vergleichbar. Aber es wurde bald weit mehr als alle gleichmachendes Ziel aller. Es wurde bald von allen tatsächlich gebraucht, weil sich immer weniger im Gemeinwesen über das Soziale, über die humane Verbindlichkeit regeln ließ. 

So sehr das auch manche erschrecken möge, für die der Kampf gegen die Verschleierung zum Pferd eines vorgeblichen Kulturkampfes gegen eine "Islamisierung" des Abendlandes wurde - nicht nur gehört der Schleier in die abendländische (und NICHT in die morgenländische!) Kulturtradition, sondern er ist humanes Merkmal des Edlen, Hohen, das sich im Vorsehungsstrom des Seins geborgen weiß. 
Das sich nicht in der Entblößung zufrieden gibt, der jede (!) Bekleidung zur unerträglichen und unzumutbaren Anstrengung der Begegnung mit einem Anderen wird. Das nicht ihr Leben auf die Ebene des Geldes verflacht, das alles gleich und formlos macht.

Seit je hat eine solche Verflachung alles und in rasendem Tempo verändert, auch im antiken Griechenland. Sogar der Arme hatte nun eine Chance, aus eigenem Antriebe zu Geld zu kommen - indem er sich den Begierlichkeiten der Geldbesitzenden auslieferte. Wie die Dirne. Wie anders doch in einer humanen Gesellschaft. 

Wo jeder sich dem Nächsten gegenüber verbunden fühlt, diesen an seinen Gütern und an Lebensweise nicht nur ein wenig, sondern maßlos teilhaben zu lassen. Während der Nehmende sich in allem Bangen weiß (dem die Dankbarkeit erwächst), von der Gnade dieses Nächsten abzuhängen. 

Stattdessen löst aber das Geld diese soziale, humane Bindung auf, weil es neutralisiert und abstrahiert. Genau das war ja die Absicht des sozialistischen Sozialstaats.

Natürlich haben wir, die wir ein wenig vom Menschen kennen, auch die Pflicht, das Faktische, die nackte Realität (in doppeltem Sinn) zur Kenntnis zu nehmen, und damit umzugehen. Sodaß auch unser Leben zu einem schwierigen Lavieren auf rohen Eiern wird. In der Suche nach der rechten Balance zwischen dem Leben selbst, und einer im Faktischen notwendigen Berührung mit der Ebene des Toten, des Geldes also. Mit welchem Phantom wir so vielfach verflochten sind.* 

Aber wir haben die Chance insofern zu überleben, als wir, wenn wir darum wissen, auch in unseren alltäglichen Urteilen zwischen dem, was wirklich ist, und dem, was wir faktisch berücksichtigen müssen, zu scheiden vermögen. Weil wir vertrauen, daß dieses Unkraut, das uns so plagt, eines vollen Tages ausgerissen und auf den Misthaufen geworfen werden wird. 



*Sehen wir doch hin, wieviele Phantome sind es längst, die uns umgeben und mit denen wir umgehen müssen, obwohl wir sie in ihrer Spukhaftigkeit erkannt haben. Vergessen wir dabei nur nicht, daß uns der Regen wohl naß machen, aber unsere Seele im Letzten nicht ertränken kann.


*161120*

Sonntag, 13. September 2020

Nichts ist objektiver als Geschmack

Es kennzeichnet unsere Epoche, daß diese eigentümliche Mischung aus Herablassung gegenüber den Manieren und verstohlener Neugier, wie sie die Jahre nach der Französischen Revolution hervorbrachte, die öffentliche Atmosphäre wieder bestimmt. 

Die politischen Rupturen waren in Deutschland so stark, daß man sich als Deutscher offenbar nicht vorstellen konnte, es gebe Regionen in Europa, die von diesen Brüchen und Erschütterungen verschont geblieben sein könnten. Seitdem die Deutschen sich in wachsendem Maße vertraut in Europa bewegen, haben sie, zum Teil mit nicht geringem Erstaunen, feststellen dürfen, daß die Welt der Manieren, die in Deutschland so gründlich untergegangen zu sein schien, in den Nachbarländern keineswegs obsolet geworden ist. 

Sind diese Länder rückständiger als Deutschland? Mancher ist sich da sicher, daß die verschiedenen Umstürze in Deutschland neben großem Schaden auch großen Fortschritt gegenüber den anderen europäischen Ländern gebracht haben. 
Wer nun für die Einführung der Gleichheit in Deutschland ursächlich verantwortlich zu machen ist (Napoleon, die Weimarer Verfassung, Hitler, die Kommunisten, die amerikanische re-education stehen zur Auswahl): man kann sagen, daß er oder sie Erfolg mit ihrem Programm gehabt haben.
So gilt es zunächst festzustellen: 
Eine Instanz, die in Deutschland den berechtigten Anspruch erheben dürfte, eine Aussage über die Manieren zu machen, gibt es nicht mehr. Manieren haben autoritären Charakter. Sie entziehen sich der Diskussion.
"Über Geschmack läßt sich nicht streiten" gehört zu den vielen Zitaten aus der Antike, denen aus Unkenntnis ihres Zusammenhanges ein falscher Sinn unterlegt worden ist. 
Man kann über Geschmack nicht etwa nicht streiten, weil er Privatsache ist und im Belieben des Individuums liegt, sondern weil es nur einen einzigen guten Geschmack gibt, der aber ist Axiom. Wer ihn in Frage stellt, zeigt nur, daß er diesen axiomatischen Charakter nicht verstanden hat und sich auf der Ebene der Rationalität mit dem Geschmack beschäftigt, anstatt auf der einzig angemessenen, der des halb vegetativen, selbstverständlichen Vollzugs.
Die großen Lehrer der Manieren haben sich deshalb zu allen Zeiten niemals als Gesetzgeber verstanden, sondern als Deuter und Interpreten eines bereits vorliegenden, nach ihrer Vorstellung immer schon vorhanden gewesenen Korpus von Regeln, das mit anderen Grundsätzen aus der Kunst, der Philosophie und der Religion in Harmonie stand und noch in der kleinsten Geste mit dem Gesetz des ganzen Kosmos verbunden war. 
Die dem eigenen Stande angemessenen Manieren wiesen dem einzelnen seinen Platz in diesem Kosmos zu und machten ihn dadurch überhaupt erst zum Menschen. Erzogen werden, Manieren annehmen, das waren Menschwerdungsakte. 
An erster Stelle vermittelte die Familie die Manieren. In der Familie fand das Kind die ganze Welt beispielhaft abgebildet: Gottes Barmherzigkeit in der Mutter, Gottes Gerechtigkeit im Vater verkörpert, Vater und Mutter als König und Königin, Mann und Frau in beispielhafter Weise. Die Eltern waren durch ihren Stand geformt, eine kollektive Formung, die schon deswegen nicht bezweifelt werden konnte, weil niemand daran dachte, seinen Stand zu verlassen. 

Asserate Asfa-Wossen in "Manieren"



*010920*

Dienstag, 16. Juni 2020

Die sich geschnitten haben (4)

Teil 4) And the winner is ... really?


Und darin, meint Ianto Watt, gibt es Sieger. Ja, er sieht sich selbst so, wenn er schreibt, es "rieche nach Sieg". Und das natürlich ausführlicher als hier vorgestellt argumentiert, der Leser soll es nachlesen, es lohnt die Lektüre (selbst wenn man sich der Google-Übersetzungsfunktion bedient.)
Allerdings soll der Leser auch wissen, daß der VdZ diesen Sieg nicht wirklich riechen kann. Denn erst einmal ist die Sache mit den Familien ein zweischneidiges Schwert, und von einer Stärkung ist eine Spur nur höchst bedingt zu sehen. Stattdessen sieht der VdZ einen Rückzug ins Privatime, der dem Wesen der Familie - als Energieherd einer prinzipiellen mensch-wirklichenden Bewegung "nach außen" - entgegensteht. Weshalb so eine Quarantäne bestenfalls als "Auszeit" und "Zeit der Rückbesinnung durch Ausstieg" stärkend wirken kann.  
Kann. Im Einzelfall. Generell gesehen ist vielmehr aber generell die Gefahr zu sehen, daß sich die Menschen an einen Zustand des Rückzugs aus der Welt, hinein in die Höhle des Mutterleibs sozusagen, sehr sehr schnell gewöhnen. Da ist es auch schön und wohlig warm, sodaß man leicht meint, es so aushalten zu können. Ohne daß man bemerkt, daß sich dadurch die Grenze zur Welt hin mehr und mehr nach innen verschiebt, bis sich der Mensch förmlich in diese Invertiertheit - und das heißt: Ins Nichts, ins Amorphe, ins Nicht-Welthafte weil nicht Gestalthafte, Durchformte, Männliche also - auflöst. 
Ein Familienleben "für sich" gibt es nicht nur nicht, es wäre auch sinnlos. Denn die Familie ist ihrem Wesen nach auf die Welt, die Kultur, die Umwelt ausgerichtet, ist also immer eine Familie (ein Haus) FÜR (die Welt).
Wer sie isoliert, schneidet sie vom Sinn ab. Und wer egal was - Tier, Ding, Mensch ... - von seinem Sinn, seiner Gerichtetheit abschneidet, wirft es in die Nichtung. Denn alles ist nur im Sein, soweit und solange es auf dieses Ziel, den logos, den Sinn, ausgerichtet ist. Eine Abgeschnittenheit von der Welt überlebt der Mensch zwar in seiner Familie besser und länger und manchmal lang, aber auch nicht auf Dauer. Als erstes wird das in den Seelen (Psyche) erfahren. 
Und Isolation (die auf Realem aufgebaut sein muß, also nicht DURCH social media etwa bestehen kann, sondern nur reduktiv wenn MIT) ist in jedem Fall schädlich, weil sie deren Wesen verstümmelt.
Und dann ist eines nicht passiert, das aber wäre wesentlich: Die Religion ist nicht gestärkt, weil die Kirche (und ein Christentum ohne Kirche ist nicht existent, das heißt damit: Ein Christentum ohne Katholizismus ist immer eine reduktionistische Perversion: ERST IST DIE KATHOLISCHE KIRCHE, und DANN beziehungsweise daraus folgt eine Art CHRISTENTUM) ist weiter geschwächt worden!
Genau und gerade durch die innere, in der subjektiven "Haltung der Selbstbehauptung" (anhand von "Richtigkeiten") erfolgte Auflösung der Hierarchie durch den kaum noch unterbietbaren Glaubwürdigkeitsverlust der Bischöfe. Diesen Aposteln der Kirche, auf deren Schultern die Kirche ruht. Immer. Auch heute. Es anders zu sehen, einen anderen Weg der Heilsvermittlung sehen zu wollen, ist ein schwerer Denkfehler einer aufklärerisch-puritanistisch, technizistisch-mechanistisch, damit schlicht materialistisch-atheistisch (also den typischen amerikanischen Haltungen entsprechend) miß- oder gar nicht verstandenen Heilsökonomie! 
Wahrheit ist kein technizistischer Apparatus des Logisch-Richtigen, der auch durchaus von jedem Einzelgänger erfaßbar, noch mehr aber zur historisch durchformten Welt tragbar wäre. Wahrheit ist ohne die personale Wahrheit, also über Personen, und damit über reale, in Personen bestehende Hierarchie, NICHT als welthaft, als "da", MÖGLICH. Jesus Christus, die Person, der Mensch, ist deshalb erst und nur in der Kirche als seinem Leib (und für sie als Haupt) real weil historisch inkarniert.
Aber das ist eine andere Geschichte. Der VdZ muß Schluß machen. Die Kinder schreien.

Montag, 15. Juni 2020

Die sich geschnitten haben (3)

Teil 3) Gibt es auch Gewinner in diesem Bürgerkrieg?




Man kann es drehen und wenden, eine Aussage bleibt stehen, und sie offenbart das Ausmaß des Wahnsinns, den wir schon erleben mußten und weiter erleben werden müssen, denn diese Geschichte ist noch lange nicht zu Ende, das steht fest: 
In Wahrheit war beziehungsweise ist diese Corona-Krise ein globaler Bürgerkrieg der Elitisten und Oligarchen gegen die Menschen (als Bevölkerungen), in den sie sämtliche Regierungen der Welt hineinlaviert, hineinversucht oder über Druck hineingezogen haben.
Ja, auch die Bevölkerungen sind hineingezogen, -versucht worden, sie sind vor allem hineingestolpert. So weit, so lange, bis jene Psychodynamiken einsetzten, in denen ein Rückzug aus den früheren Zustimmungspositionen, in denen sie die Regierung (analog zum Mißbrauchsgeschehen, übrigens!) unter voller Zustimmung ermächtigt haben, kaum noch möglich war, weil man sonst das Gesicht verloren hätte. Denn im Gericht, im Angesicht der Wahrheit ist doch wieder jeder alleine. 
Hingegen gab es immer schon Mehrheiten und Minderheiten, die um des Gesichtsverlusts wegen lieber die Welt in den Abgrund reißen, als sich - jeder für sich - dieser Wahrheit auszusetzen. Man braucht nur den Schutz der "vielen", auch wenn es wenige sind. Zuugehörigkeit geht vor Einsamkeit, schon vergessen? Ein Wesensmerkmal des Menschen wird leider zuweilen zu seiner psychologisch angelegten Falle.
Und so haben auch die Bevölkerungen dem Bürgerkrieg der Eliten gegen sie zugestimmt. Dessen Opfer weil Ziel sie selbst waren! Das Leben ist oft schon ziemlich seltsam, nicht wahr, werter Leser?
Ein Bürgerkrieg, der sogar denselben Schemata wie der amerikanische Bürgerkrieg vor 155 Jahren folgt, mit sehr ähnlichen Bruchlinien, wir werden das weiter unten zeigen.
Manche Regierungen sind auch einfach in diesen Krieg gegen die eigene Bevölkerung hinein gestolpert. Im Endeffekt blieb es aber für die Bevölkerungen der Welt gleich. Wir können das durch eine Gegenprobe prüfen. Und das ist die alte Frage CUI BONO. 

Gibt es auch Gewinner der Corona-Krise? 

Ianto Watt meint in einem Aufsatz erstaunlicherweise (wiewohl er die Täter, die Elitisten, als Verlierer einstuft), daß es solche gäbe. Und er führt dabei zwei Gruppen an, die beide in den letzten Jahrzehnten schon fast abgeschrieben waren. Nun aber eine Renaissance erleben, und sei es im wieder erstarkten Selbstvertrauen. Deren eine Gruppe ist die der Familien. Sie ist der Hauptgewinner, meint Watt (was der VdZ aber keineswegs so eindeutig sieht!). Denn im Lockdown, im Abschneiden sämtlicher sozialer Verbindungen, blieb eine Verbindung nicht nur unangetastet, sondern deren Bedeutung wurde sogar durch millionenfaches Erleben gestärkt: Die Familie. Die Eltern, die Kinder, die im selben Haus, in derselben Wohnung für Wochen eingeschlossen wurden. 

Klar, für manche war das eine schwere Strafe, und eine längst zur leicht entzündlichen Mischung gewordene Familiensituation ging nun hoch. Für die meisten (Klein-!) Familien freilich war es allerdings auf den ersten Blick ein Segen. Sie haben sich gezwungen, dann immer mehr aus Vorliebe so viel wie vielleicht noch nie miteinander auseinanderzusetzen begonnen. Und entdeckt, daß das Leben außen völlig zusammenkrachen kann - aber das der Familie immer noch trägt. Sie haben erfahren, daß man sich aufeinander verlassen kann, daß man füreinander da ist, daß man einander lieben kann und tatsächlich liebt, daß sich Eltern mit ihren Kindern neu zusammenfinden, und so weiter, und so fort. Was immer also Elitisten vorhatten, als sie die Corona-Krise erfanden - sie haben dieses ihr sonst so wichtiges Ziel aus kurzfristigen Überlegungen massiv beschädigt. Meint Ianto Watt.

Die andere Gruppe, die für Watt zu den Gewinnern zählt, um das zu vervollständigen, ist im strengen Sinn gar keine Gruppe, aber sie ist das als soziologische Dimension. Und das sind die "Barbaren". Das sind die frei denkenden Menschen. Das sind die Männer. Das sind die Pioniere. Das sind die Ritter und Kämpfer von der edlen Gestalt. Es sind Einzelpersonen. 

Es sind dabei vor allem die vereinzelt tapferen Pfarrer, aber als mächtigere Erscheinung (noch viel mehr) massenhaft Baptistenprediger und Pastoren sonstiger christlicher Kirchen. Die sich von ihren Bischöfen nichts sagen ließen, weil sie auf gar keinen Fall ihre Herden, ihre Gemeinden nicht im Stich lassen wollten. Die alle möglichen Formen von Widerstand organisiert haben, die Wege fanden, offen oder geheim, um die Menschen mit den Segnungen und Gnadenmitteln der Religion zu versorgen. Sie zu trösten, zu stärken, und zu verteidigen. Sie gehören zu den großen Gewinnern dieser Corona-Krise, und bilden einen wiedererstarkten Sockel der Freiheit, mit dem die Elitisten schon gar nicht mehr gerechnet haben.
Und hierin, hierin gleicht die Corona-Krise, meint der VdZ, einem auf globalisiertem Niveau erneuerten amerikanischen Bürgerkrieg von 1861/65. Die Bruchlinie ist deshalb ähnlich, weil auch damals (im Süden) die Individualisten, Baptistenpfarrer, Prediger und Religiösen den universalistischen, protestantischen, elitistischen, großkapitalistischen Oligarchen gegenüberstanden.  
Die damals wie heute ein "edles Motiv" vorgetäuscht und zu einem wirklichen "Kriegsgrund" hochgespielt haben. Hier ein "tödliches Corona-Virus"; damals eine "bösartige Sklavenhalterwirtschaft." Hier Entwurzelung, dort Verwurzelung; hier Kultur, dort Technizismus und Geldwirtschaft (pardon: "Gesundheit, koste es was es wolle"), hier verwurzelte Vernunft, dort hysterisierter Rationalismus, und man könnte die Liste fortsetzen. Denn auf solche einfachen Nenner könnte man es bringen.
Morgen Teil 4) And the winner is ... really?



*230520*

Sonntag, 14. Juni 2020

Die sich geschnitten haben (2)

Teil 2) Die Bedeutung der Zweiten Welle steigt


Gewiß, auch in der Bekämpfung der Corona-Waffe wird man Trump Fehler nachweisen können. Schon gar, weil sich der eine oder andere Gouverneur eines Bundesstaates (wie in New York nun tatsächlich passiert) widersetzt, oder die bundesstaatlichen Anweisungen gar nicht oder auf eine Weise ausführen, als wären sie blöd (wie De Blasio im Fall der Altenpflegeheime). Ein allgemeiner Mißmut wäre die Folge, welcher Trump schließlich erwürgen und den Wunsch nach "Change" in der Bevölkerung so richtig anheizen sollte.
Und wir erleben ja sogar bei uns diesen Mißmut, der nach neun Wochen Corona-Shutdown selbst die hintersten Winkel unserer Länder zu erfassen begonnen hat, und dem als Grund die Regierungspolitik zugeschrieben wird. Die  
nur kurz, es geht gleich weiter, aber dieser Gedanke ist zu spannend, um ihn loszulassen, meint der VdZ 
selbst wiederum von eigentlich linken Kräften (Medien, "Experten", "Wissenschaftlern", "globalen Strömungen", "WHO-Forderungen", usw. usf.) geschoben und getrieben, bis durch herbei phantasierten "öffentlichen Druck" fast genötigt wurde, einen Lockdown zu veranstalten. Also das eigene Land an die Wand zu fahren, wie es so schön und treffend heißt. 
Der VdZ glaubt tatsächlich, daß NICHT EINE Regierung der Welt so einen Lockdown, ja überhaupt so gut wie keine Anti-Corona-Maßnahme frei und von Vernunft getragen angeordnet hat. Allerdings dürfte sich keine Regierung der Welt so nötigen lassen, ohne sich für diesen Ort zu disqualifizieren. Weshalb alle Regierungen der Welt (nicht nur die unserer Länder) rücktrittsreif und sämtliche Elitisten der Welt ihrer Positionen zu entheben wären.
Das erklärt die Bedeutung der "Zweiten Welle", die von Politikerseite so hartnäckig "gefordert" wird, und die argumentativ zu stützen sich immer weniger Mediziner und Epidemiologen finden, weil die auch längst gesehen haben, daß der Schuß nach hinten losgeht, und sie mit massivem und geschäftsschädigendem Vertrauensverlust zu kämpfen haben. Sie wird mittlerweile geschlossen auf den Herbst verschoben, und der Leser kann Gift darauf nehmen: Sie wird rechtzeitig etliche Wochen oder Monate vor der Wahl "tatsächlich" passieren.

Wetten wir auf September als Beginn der "Zweiten Welle" einer Covid19-Katastrophe? Dann hätten wir zur Wahl im November gerade einen nächsten Höhepunkt, und dann werden die Leute schon bedeutend mehr aufbegehren als diesmal, da kann der Leser Gift darauf nehmen. Denn bis dorthin könnte es die US-Wirtschaft schaffen, sich zu regenerieren. Sogar die Polizisten zeigen erste Unmutszeichen, weil sie nicht mehr den Schwarzen Mann für eine Corona-Regierung spielen wollen.

Sie alle suchen die Nation, nicht das Imperium der Wallstreet-Kapitalisten! Und das ist Rückenwind für Trump. Das darf man auf keinen Fall zulassen. Also muß eine Zweite Welle her. Diesmal aber zum richtigen Zeitpunkt. Während China, die Hauptkarte der Clinton-Fraktion (nennen wir sie der Einfachheit halber so) in diesem Spiel, so rasch als möglich ihre Werkbänke wieder aktivieren muß, damit sie die Schwäche der USA nutzen und verlängern kann.

Selbst Kanzler Kurz von Österreich hat in einem Interview vom 23. Mai 2020 etwas formuliert, das einen Paradigmenwechsel belegt, den man übersehen könnte. Denn Kurz hat als Ziel angegeben, "einen zweiten Shutdown zu verhindern." Nun geht es also um die Verhinderung eines Shutdown! Denn der würde das Faß möglicherweise zum Überlaufen bringen, weil nicht noch einmal so lammfromm ertragen werden. Dann wohl schon lieber jene Tote, die es diesmal noch "um jeden Preis" zu verhindern galt (und die man nun verzweifelt sucht, weil die offiziellen Zahlen sie nicht und nicht ausspucken).
Die Bevölkerung denkt offenbar nun anders. Sie ist nicht mehr bereit, "jeden Preis" zu zahlen. Das ist in den USA nicht anders.
So war (und ist noch) der Plan auch an der Wallstreet. Der im ersten Teil schon mal nicht aufgegangen ist. Denn die Corona-Pandemie hat sich viel viel schneller und viel zu schwach entwickelt - und wieder totgelaufen, so sehr manche sie zu strecken suchen. Schon das Wetter war viel zu schön, um der jährlichen Grippe-Pandemie nicht ihren gewohnten Verlauf zu lassen, und mit dem Steigen der Temperaturen so regelmäßig, wie sie auftritt, so regelmäßig wieder zu fallen. Außerdem hat die Linke nicht damit gerechnet, daß (das sogar weltweit) dermaßen rasch und entschlossen "Gegenmaßnahmen" ergriffen wurden. Sogar Trump hat Milliarden um Milliarden lockergemacht, um plakativ Corona-Folgen zu mildern. Und mit einem großen Feind läßt sich gut wahlkämpfen, der jetzt identifiziert ist: China.
Die Positionen sind abgesteckt, die Truppen formiert. Es geht um Imperium gegen Nation. Trump gegen die Clinton-Fraktion. Nationale Einung gegen pseudokulturellen Internationalismus.  
Es geht aber in der Realität um Konzepte der Wählerakkumulierung. Wer sich wie Ianto Watt mehr erwartet, wer sich im Kampf um die Wende zum bislang stets verfehlten Ziel eines in sich christlichen, gar katholischen Amerika sieht, der ist vielleicht fromm und insofern ehrenwert, aber ein Träumer.
Wie überhaupt bemerkenswert ist, wie viele (auch bei uns in Europa) Hoffnungen in die Corona-Krise hineinlegen, über die man sich nur noch wundern kann. Als wäre sie die ultimative Katharsis zu allen lang ersehnten Visionen eines irdischen Paradieses, für das zu kämpfen und zu sterben lohnte! Pars pro toto für den wirklichkeitsfremden Phantasiereichtum dieser Szene, denn das ist sie mittlerweile, siehe Dietmar Heuritsch. Man kann alles das nur als Ausdruck einer angesichts der aberwitzigen Realität immer verzweifelter werdenden Flucht in die Phantasie deuten. 
Und warum kann man mit so großer Sicherheit sagen, daß sich das alles nicht erfüllen wird? Weil alle, wirklich ausnahmslos alle diese jene letztlich von einem Bild der Gesellschaft(en) ausgehen, das nicht der ontologischen Wahrheit, also der wirklichen Wirklichkeit entspricht. Merkwürdigerweise setzen oft genug sogar sich als Gegner der Aufklärung gerierenden Stimmen auf ein Geschichtsbild, das auf dem Individualismus der Aufklärung beruht! 
Setzen auf einen "Aufbau von unten", ausgehend von einem aufgeklärten, "aufgewachten", aktivierten Einzelnen. Ohne zu sehen, daß ein gesellschaftliches Ganzes (dem der Einzelne unter- und eingegliedert ist, immer) vom Kopf her ansetzt. Daß also niemals eine Gesellschaftsreform durch Gleichheit (darauf läuft das alles letztlich hinaus) möglich ist, sondern von oben kommen muß. 
Von wo aber sollte es da kommen? Vom Papst? Von den Bischöfen? Von den Königen? Von den Präsidenten? Von den Kanzlern? Von den Ministern und Sektionschefs? Von den Parteiführern? Von den Initiatoren von Bürgerbewegungen? Von den NGOs? Von den Vätern? Von den Familien? Et cetera et cetera, und in dieser Reihenfolge. Oder soll nun doch stimmen, was Marx so nannte: "Das Sein (=die faktische Existenzweise) schafft das Bewußtsein (als die Geistesinstanz)", das Faktische 1:1 die Wahrheit? 
Oder stimmt nun doch die Vertragstheorie der Aufklärer, sodaß der Staat und sogar die gesamte gesellschaftliche Struktur vom Einzelnen, (und da beliebig) geschaffen wird? Gewiß, freilich, denn ein bisserl konservativ sind wir schon - mit manchem Dekorhäppchen aus der Vergangenheit, was man dann treuherzig "Tradition" nennt.
Freilich, die Bevölkerung hat bisher auf nicht geahnte Weise mitgespielt, das muß man schon sagen. Niemand hat damit gerechnet, daß sich weltweit die Menschen den massiven Entzug fast sämtlicher Freiheitsrechte so einfach gefallen lassen. Viele haben damit gerechnet, daß es zu massiven Protesten und Gegenbewegungen kommen würde. Das war ein Irrtum. Die Versenkung der Massen, der Abbau der Kultur, wie er seit vielen Jahrzehnten, ja seit der Gründung der USA sogar betrieben wird, ist den Linken Globalistischen Elitisten besser gelungen, als sie je geahnt hätten. Und in diesem Belang gehört auch Trump dazu, der nur der eine Kopf desselben Leibes ist, dessen Pendent, das den US-Wählern "Alternative" vortäuschen soll, nun Biden heißt.

Dieselbe Bevölkerung wird sich freilich auch diesmal noch einmal an der Nase herumführen lassen. Jene Bevölkerung, die für die elitistische Oligarchie einfach ein Wählersequent ist, von dem wie von allen anderen Schichten vor allem eines verlangt wird, sonst könnte es für die jeweils Herrschenden ungemütlich werden. 
Weshalb eines in den USA nicht mehr passieren "darf": Daß die Kirche wieder aufkommt. Also muß immer und präventiv verhindert werden, daß noch einmal eine Situation wie in den Jahrzehnten 1920 bis 1950 entsteht, in der sich Identitäten bildeten, die den elitistischen Vorstellungen von Macht und Herrschaft ernsthaft den Brei verdarben, und die vor allem Identitäten und starke Wurzeln sein konnten, weil sie katholisch waren.
Aber auch das ist mit Corona gelungen. Denn der Hauptverlierer sind die Elitisten noch nicht. Die Hauptverlierer sind ... die Bischöfe. Die von der Bevölkerung als diensteifrige, ja übereifrige Laufburschen der Herrschenden erlebt wurden. Die mit vorauseilendem Gehorsam die Beschränkungen der Freiheiten und sogar ihrer selbst nicht nur zugelassen, sondern sogar noch weitergetrieben haben, als die Politik es je gewagt hätte. (Was freilich alles nicht nur USA-spezifisch ist.)


Morgen Teil 3) Gibt es auch Gewinner in diesem Bürgerkrieg?


Samstag, 13. Juni 2020

Die sich geschnitten haben (1)

Natürlich könnte man sagen: Wow, toll was der Trump da sagt. Endlich sagt es jemand, denn die Bischöfe haben es ja nie gesagt. Glaube, Gebet, öffentlicher Gottesdienst sind WESENTLICH für eine Gesellschaft. Weshalb sofort Schluß sein muß mit dem Lockdown von Kirchen und dem Verbieten oder Einschränken bis auf den Sinnlosigkeitsrest von Kulten.
Die Karte, mit der die Katholiken in den USA seit hundert und mehr Jahren beschummelt werden, wird auch 2020 ausgespielt. Und dieses Wählersegment wird deshalb auch im 101. Jahr vom Kartenspieler abzuernten sein. Denn die Katholiken, die die US-Demokratie aus prinzipiellen Gründen nicht durchschauen, werden auch noch im 506. Jahr darauf hereinfallen. Weil es zu problematisch wäre zu sehen, daß sie NIE eine Chance haben werden.
Würde man nicht das alte alte Schema wiedererkennen, das die Konservativen seit Jahrzehnten und Jahrhunderten erleben: Daß ihnen jedesmal vor den Wahlen, wirklich jedesmal, alle möglichen Versprechungen gemacht werden, ihren Vorstellungen und Forderungen an eine von Gott durchwirkte Gesellschaft mehr Raum zu geben. 

Und da reagieren leider so viele (vor allem Katholiken, aber nicht nur) Katholiken wie Jumpmaschinen. Die sofort anspringen, wenn man eines ihrer Kernthemen anspricht. Das war bei Trump bei der letzten Wahl die Abtreibung.
Wem das neu ist, wer sich mit dieser Materie noch nicht auseinandergesetzt hat, wer das nicht glaubt (weil JETZT - auch dieses Glauben an das JETZT als historischen Höhepunkt ist ein Symptom der Pathologie der Gegenwart! - IST mit Donald Trump ALLES ANDERS) der sollte etwa Bücher wie das von Murray N. Rothbard "The Betrayal of the American Right" lesen. 
Das hat doch alles System! Das ist doch alles schon x-mal dagewesen, und jeder Wahlkampf in den USA wird NACH WIE VOR auf diesen Scheinkonflikt zugespitzt. Nichts davon ist neu, was sich heute zeigt. Nicht die Pädophilie-Affären, nicht die Sittlichkeitsskandale, nichts. Es war immer dasselbe Schema. 
Und was hat sich geändert, Gegenprobe? Ebenso - nichts. Wie auf einer schiefen Ebene ist es in den USA wie auf der ganzen Welt kulturell-sittlich abwärts gegangen.
Und wer das immer noch nicht glaubt, wer immer noch glaubt, es gäbe einen gesellschaftlich relevanten Katholizismus (oder auch nur Konservativismus) in den USA, der kurz vor dem Erwecken stünde, der sollte Tuvia Tenenboms Buch über seine Amerikareise lesen. Wo er seine Eindrücke über die amerikanischen "konservativen Katholiken" beschreibt (sofern sie sich vielleicht noch nicht um OnePeterFive und ähnliche - subtil verborgene - Christäo-Judaizismen geschart hat. Dann relativieren sich sogar so "tapfere Geschichten" wie sie jetzt kursieren, wo sogar vereinzelt Bischöfe gegen die Corona-Kultbeschränkungen rebellieren.
Angesichts der mit etwas mehr Informiertheit über die USA vielleicht besser erkennbaren, durch so viele Fakten belegbaren, langen Geschichte der Utilitarisierung des Katholizismus beziehungsweise Konservativismus, die heißt ihn zu benützen, ohne ihm Einfluß auf die wesentlichen Ziele und Vorhaben der Linken zu geben, ist er vielleicht geheilt von jedem Trumpismus, und sieht die Dinge um einen Doppeldreh realistischer.
Wobei man Trump zugute halten muß, daß er wenigstens so ein bißchen dieses Versprechen umgesetzt hat, ein bißchen, indem er Planned Parenthood die Mittel kürzte. Kürzte. Nicht ganz strich! Weit ist er mit diesem Vorhaben nämlich nicht gekommen. Aber er hat wenigstens so getan, und nicht so frech wie sämtliche vormaligen Präsidenten - jawohl, auch J. F. Kennedy ist darunter, auch, ja vor allem Ronald Reagan, sie alle haben gelogen gelogen gelogen, um diese Wählerschichte zu ködern, die wieder und wieder und wieder darauf reinfällt - viel versprochen, aber schon am Tag nach der Wahl alles vergessen.

Diesmal ist es Corona und der Gottesdienst beziehungsweise die direkte Praxis des Religions- und Glaubenslebens, das es immer nur gibt, wenn es Kult gibt. Aber mehr sollte man dahinter auch nicht sehen.

Sehen sollte man freilich, daß es innerhalb dieses einen (in zwei Formen auftretende) Drachen unterschiedliche Strömungen gibt, und Machtkämpfe. Darin liegt auch die Linie Trumps begründet, so massiv gegen China aufzurüsten, als stünden die USA mitten in einem realen Krieg (soferne nicht das Leben immer ein Krieg ist, auch das ist heute völlig verdrängt).

Machen wir es simpel: Die liberale judäo-protestantische (Ostküsten-)Clinton-Partie setzt in China (China ist somit ein Instrument, eine erst aufgerüstete und nun eingesetzte Schlagwaffe) direkt ihren Kampf um die Totalmacht an, denn sie hat die chinesische Kapitalismus-Attitüde angefacht und im Griff. Sie wird von der mehr zionistischen Gang bekämpft, die in Trump endlich wieder einen zugkräftigen Leitstier hat. Die aggressiv nach vorne verteidigte, aus dem Übel eines ziemlich cleveren Clinton-Schachzugs eine Tugend machte, und China nun sogar zum Weltbösewicht einer Corona-Todesseuche hochstilisieren will.

Was Trump, der zuerst nämlich von der ernsten Überlegung ausging, was es mit einer angeblichen Corona-Seuche auf sich haben könnte - nämlich nichts, was jede vernünftige Überlegung auch gesagt hat - um dann über Nacht umzudenken. Weil ihm eingefallen ist, daß er das ganz anders, offensiver anpacken muß. Wie seltsam, gell, daß das genau in den angeblichen Handelskrieg von Trump gegen China paßt?

"Trump gegen China - das ist Brutalität," sagte dazu Helmut Qualtinger. Da brauchen wir keine Stierkämpfe mehr.

Apropos Bischöfe. Es gab, schreibt Ianto Watt in einem lesenswerten Artikel auf Briggs Blog, in der Corona-Krise Verlierer, mit denen man vielleicht nicht gerechnet hätte. Und deren erster ist (Überraschung!) die Oligarchie-Linken-Globalismus-Schichte. Die Watt für die direkten Verursacher (nicht nur: Auslöser, sondern Initialtäter) der "Corona-Pandemie" hält. Diese Elitististenclique hat sich kräftig geschnitten.

Um die US-Wahl wirklich im Sinne ihres Kandidaten (mittlerweile steht ja Joe Biden als Strohmann und Schaufensterpuppe dieser Gruppe fest) zu beeinflussen, wäre der Plan und notwendig gewesen, daß die Corona-Krise sich weit langsamer und weit intensiver entwickelt. Um dann auch so viele Schäden zu verursachen, daß Trump in einem Trümmerhaufen zu stehen kommt, der unter seiner Regierung und damit unter (zumindest gefühlt) seiner Verantwortung steht. Damit wäre Trump mit enormen realen Problemen und einer gewaltigen Unzufriedenheit konfrontiert worden, die man mit ihm identifiziert. Aber die Waffe war zu schwach, die Wirkung wurde rascher begrenzt, als gedacht.


Morgen Teil 2) Die Bedeutung der Zweiten Welle steigt



*230520*

Sonntag, 3. Mai 2020

Corona - Die große Zustimmung (2)

Teil 2) Es geht uns etwas an: 
Das wahre Ziel der Massenuniversität


Bei der Massenuniversität heutigen Ausmaßes und Stils (das ist der Sinn von PISA: Autoritätsdefinition weil -etablierung) dient die daraus folgende Akademisierung der Bevölkerung nicht "der Wissenschaft" oder der "Innovation" etc., sondern der Gleichrichtung der Bevölkerung. 

Einer Gleichrichtung auf die Erkenntnisse einer Wissenschaft hin, deren Kriterien sich verändert haben. Und zwar so, daß es zu einer Dichotomie gekommen ist, die die Kritik sachlich noch schwieriger macht, weil sie mit einer Schizoidität konfrontiert ist: EIN Begriff, aber zwei Interpretationen, zwischen denen jederzeit hin- und hergesprungen werden kann.

Die Massenuniversität bedeutet auf jeden Fall Massen-"Verschulung". Sodaß Mannen an "autorisierter Gescheiter" ("Akademiker") produziert werden. Die aber gar keine gesellschaftliche Ebene finden, auf der sie gebraucht werden, die also dem Fach, das sie studiert haben, entspricht. Sie sind auch für die Wissenschaft völlig unerheblich, also unglaubliche Ressourcenverschwendung: 90 Prozent aller Dissertationen und Studien werden NIE VON JEMANDEM GELESEN. Die Arbeit ist also ohne jeden Nutzen und auch innerhalb der wissenschaftlichen Gemeinde ohne jede Relevanz. 
Dennoch - eine immer größere Schichte an formalen Akademikern entsteht. Deren geistige Elite mangels öffentlicher Stellung nur noch darin besteht, gelernte - das heißt: für die Prüfung gelernt, dann kann alles auch wieder vergessen werden - Stehsätze als "Wahrheit" und einzige verbliebene Institution der Wirklichkeitsinterpretation in ihr schlichtes persönliches Umfeld weiterzutragen. Daß dies mit gehöriger persönlicher Emphase, mit Ehrgeiz und Eifer geschieht, ist schon durch die Unzufriedenheit garantiert, die eine hochstehende Ausbildung bedeutet, die auch "Anspruch auf Geltung" bedeutet, die aber nie Anerkennung und formal wie sachlich Resonanz findet. 
Wobei wir hier gar nicht erst auf die Folge dieser Vermassung der universitären Ausbildung (schon die Formulierung "Ausbildung" ...!) eingehen, die in einem notwendigen Absenken des Niveaus liegt. Viele universitäre Studiengänge (Human- und leider auch Geisteswissenschaften ("Genderstudien", die  gesamte Psychologie², die hier prominent und besonders unheilbringend zu nennen ist, oder auch Wirtschafts"wissenschaften" sind davon am meisten betroffen) bewegen sich heute deshalb weithin auf dem Niveau simpelsten, ja kaum zu glaubenden Laientums, deren Wissenschaftlichkeit durch ein "Arkanum" und/als "Formelwissen" vorgetäuscht wird.**
Gleichzeitig ist wegen dieser Dichotomie s. o. der sachliche Inhalt der Akademikerausbildung der Willkür der formalisiert Autorisierten (Titelträger) ausgeliefert. Bei der es nur noch um Ausübung der Autorität geht, nicht um Sachlichkeit oder schon gar, schon gar! ... Wahrheit. Die spielt überhaupt keine Rolle mehr, ist durch akademisch-formalisierte "Richtigkeit" ersetzt. Die nur über oft winzige Teilstrecken, Details aussagbar ist und rhetorisch auch so benutzt wird. 

Das alles noch dazu getragen von einer dogmatisierten Unsinnsideologie, daß es so etwas wie "Begabung" gäbe, aus der sich dann zwingend "ergibt", WAS jemand sei oder sein könne. Talent ist aber leer. Talent ist in bestimmten Situationen abgerufene Problembewältigungskraft, und deshalb ZUERST vom Sein, von der Identität, vom Ort bestimmt, nicht umgekehrt. Das konkrete Tun, und ob und wie man es bewältigt, ist deshalb eine Frage des Gehorsams, die Anforderungen des Ortes zu erfüllen. Und eine Frage, ob der Ort (der Ort!) gemäß ist. Gott beruft (und stellt) an einen Ort, nicht zu einem Tun. Begabung kann deshalb nur insofern etwas aussagen (und ist immer pluripotent), als sie auf einen Ort verweist.
Der Wunsch nach sozialer Differenzierung ist umso stärker ausgeprägt, als sich durch Abbau aller formalen Schranken (die man durchaus mit Höflichkeit beschreiben könnte; sie ist völlig durch "lockere Pfeif-auf-die-Etikette" ersetzt) diese Differenzierung (als Differenzierung von Orten - und jeder Ort ist ANDERS als ein anderer) in anderen Kriterien ausbilden muß. Wir sprechen hier über eine tief persönliche Wirklichkeit, die sich in diesen formlosen Zeiten (und das heißt: kulturlos) andere Wege sucht. Beim Akademiker: Durch "Recht haben" und Eifer, sich in jedem Disput - und sei es in der Diskussion um Hartwurst beim Fleischer - durchzusetzen.

Nicht zu unterschätzen, nein, gar nicht zu unterschätzen ist aber die Gesamtgestalt der schulischen Ausbildungswege, also auch der vor-universitären Schulen. Die heute auf "höhere, höchstmögliche Abschlüsse" ausgerichtet ist, und dafür eine direkte Ausrichtung auf die Universität hat. 
Heute haben in unseren Ländern 60 Prozent der 19jährigen Matura (=Abitur; Anm.), und das Ziel der "Bildungspolitik" ist noch weit höher. Man beachte die Billigmatura am Weg der Abendschulen etc., oder Studienberechtigungsprüfungen als Massenerscheinung. Die die Idee der Matura endgültig pervertieren und lächerlich machen. 
Diese direkte Ausrichtung nach oben - jeder Abschluß darunter ist nur wie eine nicht vollkommene Bildung, die erst mit einem akademischen Titel abgeschlossen ist, so ist zumindest das allgemeine Verständnis von Bildung geworden - bringt mit sich, daß die Ideale der Akademie auch für den unteren Schulgang entscheidend und maßstäblich werden. Niemand, der heute eine Hauptschule abschließt, hat damit noch das Siegel über eine Autorität, einen Stand, sondern er ist nur "drunter". 

Damit strahlt auch der Rationalismus und Scheinakademismus der Massenuniversität nicht nur nach unten aus, sondern zieht auch fast die gesamten Schulen in den Bannstrahl einer akademischen Identität. Deren Autorisierung damit in jeden Bereich hinein ausstrahlt. Man bemerkt das am deutlichsten in der Geringschätzung, die das Handwerk heute GEGEN JEDEN WIRKLICHEN GESELLSCHAFTLICHEN WERT "genießt". 
Praktisch ist das etwa auch an einem sicher auch dem Leser bekannten Verhalten bemerkbar: Wenn man einem Akademiker ZUSTIMMT, nimmt man an dessen Stellung (und Identität) teil.
Die Bevölkerung selbst - und zwar direkt, nicht indirekt wie im Ordo- und Standesdenken - ist also die Zielgruppe dieser Massen-Akademisierung, die die Kriterien des "Wissens" in der Bevölkerung, im engsten Kreis, den Erfordernissen des Rationalismus (als Grundlage der Massenmanipulation, über Autorität) anpaßt. Damit wird die Vernunft, die wirkliche Vernunft (auch hier: welche Begriffsverwirrung ...) aus dem Leben ferngehalten. Kirche, Glaube, damit die Grundlage allen Wissens! allen Denkens! die in der Sittlichkeit, nicht in formalem, technisiertem Wissensinhalt" und "-abruf" liegt: Jeder wäre an sich berufen, weise zu sein, damit also mit jedem Akademiker gleichstehend, ist nun chancenlos.


*Heilung könnte hier nur von Kreisen innerhalb der Akademien kommen. Es bräuchte Akademiker, Wissenschaftler, die bereit und entschlossen sind, sich den Mißständen mit klaren Worten, die keine Konfrontation vermeiden, entgegenzustellen. Stattdessen sind - um den eigenen Stand und dessen gesellschaftliche Geltung und hohe Ansehung (was für eine Versuchung!) nicht zu gefährden - Akademiker fast ausschließlich "höfliche Verteidiger" von Kollegen, egal was die für unwissenschaftlichen Unsinn verbreiten. 

Wie das aussehen könnte, zeigt ein Blick über den großen Teich, zu dem em. Professor und Wissenschaftler William M. Briggs nach New York. Der offen sagt, daß jeder, der Bildung möchte, wirkliche Bildung, Universitäten MEIDEN sollte. Daß die universitären Titelvergaben durch eine unabhängige Institution aus wirklich Gebildeten" eine Bewertung bräuchten, die auch klar macht, welche Titel von welchen Universitäten "nichts wert" sind. Weil die meisten Universitäten geistig bereits am Boden liegen. Er fragt sogar, ob man nicht neue Universitäten aufbauen müßte, weil kein Ausstieg aus dem derzeitigen Betrieb möglich scheint, dieser aber sicher zum Ruin führt. Oder nehme der Leser die mutigen Stellungnahmen der Professoren Ioannidis oder Bhakdi mitten in dieser völlig irrationalen, unwissenschaftlichen Corona-Hysterie (obwohl sich die Politik auf Wissenschaftler bezieht!).

²Das kann sich durchaus - rein persönlich betrachtet - mischen. Wie hier bei Raffael Bonelli, der auf eine Weise zwar immer wieder Hausverstand beweist, aber im Ganzen gesehen eine "Küchenpsychologie" (noch dazu auf einem für einen vorgeblichen und autorisierten "Fachmann", der sich also auf das wovon er spricht spezialisiert hat, erbärmlichen Reflexionsniveau) vertritt, was er durch die notorische Verwendung von autoritativen Namen wie "Freud" aufzuputzen sucht, die einem die Haare zu Berge stehen läßt. Schon gar, wenn man sich vorstellt, daß das als "Wissenschaft" tatsächlich durchgeht, wo es doch als Sonntagsplauderei schon über die Grenze des Erträglichen geht.



*010520*

Dienstag, 18. Februar 2020

Die unerhörte Leichtigkeit des 5. Gebotes

Es hätte schon längst etwas gesagt werden müssen, und zwar von ganz anderen Kalibern als es Vera Lengsfeld ist. Nach den Ereignissen in Thüringen sagt aber nur die, was Sache ist: Die ständige Beschimpfung von allem, was bei drei nicht auf den linken Bäumen ist, als "Nazi" ist nicht einfach ein sachlich abzuklärender Vorwurf.
Es ist mit eine der schlimmsten Verhaltensweisen, die man Menschen angedeihen lassen kann - es ist die öffentliche Ächtung, also die Ehrloserklärung, und das noch dazu als Lüge, also als Verleumdung. Wir haben es hier mit dem 5. Gebot zu tun!
Die in diesem Fall schon ein Viertel der Bevölkerung betrifft. Denn nicht nur wird jeder, der AfD wählt, mittlerweile auf diese Weise beschimpft, sondern die Mandatare müssen einen wahren Terror über sich ergehen lassen. Und die Bereitschaft, sich dieses Rufmordes zu bedienen, um Menschen als Mitbewerber aus dem Weg zu räumen, wird immer schrankenloser.

Würden die Vorwürfe stimmen, würde die AfD gegen das deutsche Recht verstoßen und gar nicht zu Wahlen zugelassen werden. Im Gegenteil aber ist die AfD sogar die einzige Partei, die in ihren Reihen keine "Altlasten" aus der Nazizeit mitschleppt. Auch die SED ("Die Linke") ist davon betroffen.
Die Situation ist mit 1989 in der DDR zu vergleichen. Man treibt es so weit, bis eine kritische Zahl von Bürgern genug hat und sagt: Mit mir nicht! Es ist auch hier Bürgerpflicht, diesem Psychoterror, der mangels Argumente über eine Bevölkerungsschichte verhängt wird, die manchen einfach unbequem ist, entgegen zu treten.
Oh nein, nicht daß die Linken (samt der Merkel-CDU, die sich sogar ganz besonders dafür schämen müßte) nicht wüßten, daß das nicht stimmt. Sie verwenden aber allesamt Ächtung als Waffe, um sich in der Demokratie, die nur auf der Grundlage abendländischer, christlicher Haltungen überhaupt möglich ist, unlautere Vorteile zu verschaffen. Zumal ein noch viel größerer Bevölkerungsteil Angst hat, solcherart geächtet zu werden, und eingeschüchtert sein Verhalten entsprechend gestaltet.






Dienstag, 4. Februar 2020

Ethos des Kampfes

In einer Dokumentation über die alten Germanen hat der VdZ folgende Aussage gehört:  

Die Germanen lehnten körperliche Arbeit als Weg seinen Lebensunterhalt zu bestreiten als feige und unehrenhaft ab, weil nur der Kampf und die ständige Todesgefahr im Krieg als Überwindung der Angst, als Hingabe an das von Gott bestimmte Schicksal zu Wotans Tafel in Walhall führte, ein nicht darauf abzielendes Leben aber das Leben nicht wert war.

Eine sehr religiöse Haltung. Die sie nicht nur mit den Griechen der Antike teilten, die bei allen Feinden gefürchtet waren, weil sie den Tod nicht fürchteten, ja ihn zu suchen schienen. Jeder griechische Krieger war deshalb ein Individualist, und das erhöhte seinen Kampfwert beträchtlich. Erst die Technik machte die Überwindung möglich, weil sie einen ehrlosen Kampf möglich machte. Die Geschichte ist voll mit Beispielen, wie gerade revolutionäre Kämpfe nur deshalb Erfolg hatten, weil sie auch die moralische Ordnung zertrümmerten. Etwa sei den Schweizern deshalb und mit Bedauern gesagt, daß ihr "Freiheitskampf" durchaus weniger glänzt, als sie gerne hätten, denn er war ein ehrloser Kampf, nur auf den Endzweck, den Effekt ausgerichtet, und verstieß gegen jeden ritterlichen Ethos.

So kann man tatsächlich von einer (positiven) Kultur des Krieges sprechen. Das relativiert die Aussage, daß erst das Christentum das Abendland möglich machte, weil es eine völlig andere Haltung zur Arbeit lehrte und läßt verstehen, warum eben dieses Christentum, das falsch verstanden ("... dem halt auch die andere Wange hin") als "Religion der Schwäche" gesehen werden kann, von so vielen Heidenvölkern abgelehnt wurde.

Obwohl es, richtig verstanden, diesem Ethos keineswegs widerspricht, sondern ihn in gleichem Maß zum Kriterium macht, nach dem Krieg und Kampf nur bei solchen Voraussetzungen gerechtfertigt ist, weil andernfalls zur Sünde wird. Denn keine der genuin christlichen Haltungen ist ohne Bereitschaft zu sterben, gekreuzigt zu werden, also zu leiden, christlich zu verstehen.

Genau deshalb auch mußte immer die Ehre im Krieg allem voran stehen, auch im christlichen Abendland. Ohne Ehre war kein Kampf es wert, geführt zu werden. Der Niedergang hin zu brutalen, menschenunwürdigen Kriegen, die nur noch auf Auslöschung des Gegners abzielten, setzte überall dort ein, wo dieser Ethos zugunsten eines technischen Kalkulierens verloren ging. Und erklärt, warum bestimmte Waffen, Kampftechniken, Strategien (wie der Partisanenkrieg) unehrenhaft und abzulehnen waren. Das Wesentliche am "Ritter" war somit nicht die Effizienz im Kampf, sondern die Haltung, nur der Ehre wegen zu kämpfen.

Die Kriegsgeschichte der letzten Jahrhunderte ist aber eine einzige Aneinanderreihung von Tabubrüchen, die ein Abgehen von der Ehre namens einer effizienteren, mehr auf den Endzweck "Sieg" ausgerichteten Strategie und Taktik bedeuteten. Gleichzeitig wurde der Krieg immer barbarischer. Und zar in dem Maß, in dem das Jenseitige, das Transzendente, die jenseitige Wirklichkeit, das Eingreifen Gottes (der Götter, die alles in der Hand halten), als eigentlichen Taktgeber der Realität, weil die eigentliche Wirklichkeit, ausgeschaltet, das Denken nur noch auf weltimmanente Vorgänge (Technik) reduziert wurde.




Montag, 21. Oktober 2019

100 Jahre Haß (8)

Teil 8)




Erneut wendet sich Shamir Foxman zu. Der in Europa (Polen) als Jude aufgewachsen ist und von da her eine gewisse leidvolle Geprägtheit hat. Nun begreift Shamir, daß die Gleichsetzung Anti-Semitismus und Anti-Israelismus für den Vorsitzenden der ADL nur Teil des Problems ist. Foxman fühlt die Problematik der Juden über die Geschichte, ihre Affinität für Geld, ihr schlechter Ruf als Kredithaie. Er fühlt sogar, daß da nicht alles richtig war. Und er hat die tiefsitzende Angst, daß man mit den Problemen - wie 1939ff. - nicht rechtzeitig fertig wird, wenn man sie nicht vorzeitig sieht. Er hat Angst, daß wieder ein Holocaust kommt, weil er meint, daß es damals wie zuvor immer nur um eines ging: Man wollte ans Geld der Juden. 

Finkelstein versteht das nicht. Wo, woran soll man heute einen Holocaust heraufziehen sehen? Das ist doch verrückt! Es gibt so viele Probleme auf der Welt. Und da soll er sich aufregen, wenn irgendein Pubertärer ein Hakenkreuz irgendwo an eine Wand malt? Dabei ist Finkelstein auf Druck der Israeli Lobby - die es also sehr wohl gibt - beziehungsweise des ADL von der Universität wegen seiner Ansichten entlassen worden. Er durfte nicht einmal mehr nach Israel einreisen, weil er als "Sicherheitsrisiko" eingestuft wurde. Jetzt erst sieht, riecht man es: Finkelsteins Existenz ist ruiniert.

Doch er steht mehr denn je zu seiner Sichtweise. Israel ist die älteste, noch aufrechte Okkupation der Gegenwart. Das bei jeder seiner Aggressionen den Holocaust als Entschuldigung vorschiebt. Jedes Land, das ein Territorium okkupiert, wird sofort weltweit geächtet. Bei Israel dagegen hört man nur Rechtfertigungen. Es ist eine Ironie der Geschichte, daß ausgerechnet Israel so viel Leid über seine Nachbarn und vor allem die Palästinenser gebracht hat, und das mit selbst erlittenem Leid rechtfertigt. Anstatt die Völker zu lehren, daß man aus Leiderfahrung lernen kann, daß man daran wachsen kann, macht Israel genau dasselbe, und führt als Entschuldigung das eigene Leid an. Es ist verhängnisvoll, daß Israels Politik von Kriegstreibern aus den Hamptons, aus Beverly Hills, New York oder Miami bestimmt wird.

Es könnte Israel nichts Besseres passieren, als sich von diesen Leuten zu trennen. (Auch vom ADL, der ebenfalls bereits Europa in seinen Klauen hat; Anm.) In der derzeitigen Situation kann man nicht einmal Mitleid mit den israelischen Opfern haben. Das wäre so, als würde man die Opfer Hitlers mit den Millionen toter Deutscher ausgleichen wollen. Israels Tote sind eine Folge seiner falschen Politik. Das einzige, was in Israels Politik konstant ist, ist, daß jeder, der einem nicht paßt, als "Nazi" beschimpft wird, auch Juden untereinander beschimpfen sich so. Mal ist es der, mal der, und am Schluß ist sowieso jeder ein Nazi, der eine andere Meinung hat als man selber. 

Den Schluß des Filmes bildet wieder eine Sequenz aus Auschwitz. Eine Offiziers-Abteilung der israelischen Armee stattet dem ehemaligen KZ einen Besuch ab. Erstmals passiert das in Koordination mit der ADL. Da stehen sie denn also, die Offiziere, mit Abraham Foxman, und bestätigen sich das Furchtbare. Der größte Friedhof aller Zeiten, sagen sie. Eineinhalb Millionen Juden, sagen sie. Auch der Security-Mann kommt noch einmal zu Wort. Ja, sie leben immer im Schatten des Todes. Und in Auschwitz herrschte jene Industrie des Todes. Die Deutschen haben damit begonnen, wir halten die Erinnerung daran aufrecht. Aber damit werden wir Juden, sagt er, nie ein normales Volk werden. Wegen des präsenten Todes, wegen der Erinnerung. Vielleicht aber, sagt der Security-Mann, übertreiben wir ein wenig. Denn so können wir nie ein normales Volk werden. Bis ihn ein israelischer Begleiter vertreibt. Er sitze an einem Platz, an dem zwanzig Juden getötet worden waren, er solle aufstehen, dort sitze man nicht. 

Später dieselben Jugendlichen in einer jüdischen Zeremonie. Sie zitieren Namen von getöteten Juden, erzählen in wenigen Sätzen deren Geschichte, schwören, sich immer an sie zu erinnern. Manche weinen, können es jetzt, in dieser tragischen Atmosphäre der fackelerleuchteten Nachtzeremonie. Sahen die Koffer, die Kinderschuhe, die Babykleidung, die Toilettartikel der getöteten KZ-Insassen. Umarmen sich schluchzend vor riesigen Installationen, die Leichenberge zeigen. Manche sind einem Nervenzusammenbruch nahe. Endlich können sie wie gesollt reagieren. Manche weinen, weil man ihnen gesagt hat, daß ihnen dasselbe blühe. Daß man ihnen ihre Haare nehmen werde, nur weil sie einer bestimmten Ethnie angehören. "Ich habe doch nichts getan," schluchzt eine. "Warum soll ich sterben?" 

Noch einmal Foxman. Es habe ihn mit Stolz, mit Hoffnung erfüllt, mit 150 israelischen Offizieren Hand in Hand durch diese Stätte des Grauens zu gehen. 

Die Schüler verlassen das Gelände. Ein Mädchen sagt, sie habe nun den Wunsch, alle, die das getan hätten, zu töten. Wen töten? Einfach alle. Alle? Alle Nazis. Alle Feinde, die uns das angetan haben. Aber die sind ja alle schon tot? Ja, aber ihre Nachfahren leben noch. Sie mögen anders sein, aber sie sind hier.

Yoav Shamir ist ein großartiger Film gelungen. Der beste, freimütigste Film, den der VdZ zu dem Thema je gesehen hat. Der das Gesamtproblem Israel - Juden - Anti-Semitismus tief durchdringen, und damit ordnen und erhellen kann. Lohnende eineinhalb Stunden. Wenn er eines gelernt habe, sagt Shamir ganz zum Schluß, dann das, daß uns der ständige Blick in die Vergangenheit zurückhält und blockiert. Vielleicht ist es an der Zeit, daß wir Israeli endlich in der Gegenwart leben und in die Zukunft blicken.








*260819*

Sonntag, 20. Oktober 2019

100 Jahre Haß (7)

Teil 7)



Dazu kommt die Behauptung, daß Juden Amerika gegenüber weniger loyal sind als Israel gegenüber. Das belegen angeblich auch die Untersuchungen der Professoren John Mearsheimer (Harvard) und Steve Walt (Chicago). Die in "The Israeli Lobby" behaupten, daß eine israelische Lobby die US-Außenpolitik in eine Richtung beeinflusse, die die Interessen Israels vor die Interessen Amerikas stelle. Die Aufgabe des ADL sei, jeden, der Israel kritisiere, als Anti-Semiten ins Weltall zu schießen.

Das sieht auch der Führer der israelischen Sozialisten, Uri Avnery, so. Der die Lobby in den Diensten der Ultrarechten in Israel sehen. Und deren Liebling derzeit Benjamin Netanyahu ist. Ob deshalb der Kampf der ADL wirklich Israel dient, darüber sei er sich heute gar nicht mehr so sicher. Es könnte sein, daß nicht diese Leute Israel, sondern Israel ihnen dient. Bestimmen die Israeli ihre Politik, oder diese Leute die Politik der Israeli? 

Denn der ADL geht es ja gar nicht um Anti-Semitismus. Es geht ihnen nur um Anti-Israelismus. Jede Kritik an Israel machen sie aber zu Anti-Semitismus. Den es in Amerika gar nicht gibt, das ist ein Mythos. Wenn es ihn gäbe, könnte diese Lobby nicht so arbeiten, wie sie es tut. Anti-Semitismus ist ein reines Produkt der israelischen Medien und existiert nur in den Köpfen einiger global einflußreicher Juden. Aber es gibt den behaupteten Anti-Semitismus gar nicht. 

Nie ist es den Juden in Amerika besser gegangen. Man kann im großen Ganzen sogar sagen, daß der Anti-Semitismus eine jüdische, eine israelische Erfindung ist. Jeder auf der Welt fürchtet sich davor, wegen seiner Geschichte (Holocaust). Aber in Amerika, wo es so viele mächtige, einflußreiche Juden gibt, fürchtet man sich da vor einem Gespenst, und sieht deshalb hinter jedem Baum einen Anti-Semiten. Es gibt Anti-Islamismus, Anti-Arabismus, Anti-Schwarzentum, Anti-irgendwas. Aber einen Anti-Semitismus muß man mit der Lupe suchen.  Aber es gibt solche Leute, die mit ihren Lupen wie Sherlock Holmes herumlaufen und Anti-Semitismus suchen.

Ein nächster Sprecher der ADL, Ariel Sullivan, ist mit einer seltsamen Tatsache konfrontiert. Denn die Zweiggruppe der ADL in Israel ist ... für einen Versöhnungskurs in der Region. Und setzt sich dafür ein, daß die Politik der Lobbygruppen in der Sache etwas normaler wird. Und er bezieht sich auf Mearsheimer Buch. 

Das den ADL in New York ziemlich aufgemischt hat. Foxman ist beim Kongress der ADL außer sich. Er kann es nicht fassen, daß ein respektabler Akademiker und Jude so etwas veröffentlicht. Noch nie gab es eine so heftige Diskussion, ob Anti-Semitismus und Anti-Zionismus wirklich dasselbe sind. Charles Jacobs erklärt den Harvard-Professor gar zum Feind der Juden. Als ein weiterer Sprecher am Kongress, der Soziologieprofessor David Hirsch, es dann auch noch wagt, die Frage zu stellen, ob Israel in der ständig weiter vorangetriebenen Siedlungspolitik in der West Bank und wegen seiner Politik im Problem Ghaza nicht eine falsche Politik betreibe, sodaß solch eine Besatzungspolitik den Haß auf Israel (und die Juden) befördere, wird er lächerlich gemacht. Als er gar zu sagen wagt, daß Palästina (sic!), von Netanyahu als "Anti-Nation" bezeichnet, die einzige Nation im Vorderen Orient ist, der das Existenzrecht abgesprochen wird - von Israel - meint eine der Sprecherinnen, so etwas könne wohl bestenfalls ironisch gemeint sein. Aber Hirsch verteidigt sich: Anti-Semitismus und Anti-Zionismus sind zwei verschiedene Paar Schuh. 

Was Shamir am Kongress der ADL aber klar wird, ist, daß jeder, der nicht die pro-israelische Linie der ADL verfolgt, zum Schweigen gebracht wird. Er geht sogar so weit zu sagen, daß nur in einer Unterscheidung von Anti-Semitismus und Anti-Zionismus, in einer differenzierten Kritikmöglichkeit an der israelischen Politik, Hoffnung liege, daß es irgendwann im Nahen Osten doch noch Frieden geben könne. Wenn alle Kritik an Israel mit dem Mantel eines metaphysischen, ewigen Anti-Semitismus verhüllt wird, wie soll es dann jemals Frieden geben? Dann ist der Konflikt ja schon aus sich heraus ewig. 

Einmal noch geht Shamir zu Mearsheimer, dem Verfasser von "The Israeli Lobby". Ob er wirklich der Anti-Semit in Gestalt ist, der nicht kapiert, daß Anti-Semitismus sich im Anti-Israelismus (Anti-Zionismus) nur seine Maske sucht.  Der bestätigt: Er war nicht einen Moment antisemitisch. Nie. Und er ist auch nicht Anti-Israeli. Er sieht sogar die Politik der Israeli Lobby als schädlich für Israel, nicht nur für die USA. Daran ist nichts Anti-Semitisches. Wobei es ja eigentlich unmöglich ist zu "beweisen", daß man kein Anti-Semit ist.


Morgen Teil 8)





*260819*

Samstag, 19. Oktober 2019

100 Jahre Haß (6)

Teil 6)




Zurück nach Babyn Jar in der Ukraine. Wo am 21. September 1941 in einer Massenexekution 33.771 Juden in nur zwei Tagen ermordet worden waren. Auch Abraham Foxman vom ADL ist dabei. Die verstörendsten Momente aber sind, als Shamir das Gespräch der ADL-Verantwortlichen mit Mitreisenden aufgenommen hat. Das Erschreckende an Babyn Jar, sagt die Frau, sei, daß so etwas heute jederzeit wieder passieren könnte. Das sagt sie wirklich. Vielleicht mit Schwulen. Ihr Mann bestätigt. Deshalb sei es so wichtig, sagt er, Israel zu unterstützen. Die Juden, das meint er wohl, denn der Gedanke ist nicht so einfach nachzuvollziehen, seien der Prototyp jeder Minderheit, egal welcher Art, die gehaßt und verfolgt würde, weil sie der gesellschaftlichen Norm nicht entspräche, und nicht entsprechen könne. Kraft göttlichen Willens, möchte man (nicht ohne Sarkasmus) hinzufügen. Das verunsichert und erzürnt die Mehrheit, die auf Gott wütend sind, aber die Juden (und Schwulen etc.) und deren Glück aus Neid erschlagen wollen. 

Ohne Israel kann es keine Sicherheit für Juden auf der Welt geben. Die Liebe zu Israel ist wie die Liebe zu einem (eigenen) Kind. Nicht ganz so stark wie die zum Ehemann, aber sehr stark. (Wer Juden kennt weiß freilich, daß das eher eine Verlegenheitsaussage gewesen sein muß. Denn die Rolle der Mutter, die Bedeutung der Kinder steht im Judentum äußerst hoch. So hoch, daß als "Jude" nur gesehen wird, wer über die mütterliche - nicht über die väterliche! - Linie ethnische Abstammung nachweisen kann.) Israel ist für die Juden auf der Welt wie eine Versicherung, ein sicherer Ort, an den sie jederzeit zurückkehren können und sicher sind.

Weiter geht es im Film, als Begleitung mit der Gruppe israelischer Jugendlicher, die nach Auschwitz nun Majdanek und Lublin ansteuern. Während sie Chips fressen, wie Jugendliche es eben machen, werden sie mit ernsten Security-Worten und Schreckensfilmen über Majdanek beschüttet. In Majdanek angekommen, hören sie die Gruselgeschichten über Lagerkommandantinnen mit eisenbestückten Geiseln. Dann stehen sie in den halbdunklen Duschräumen, über deren Düsen das giftige Gas gekommen sei. Der Rest von KZ-Häftlingen starb an der unmenschlichen Behandlung. Die Jugendlichen könne mit alledem wenig anfangen. Es wird ihnen sichtlich einfach schon zu viel. Sie fühlen sich deshalb auch schuldig, weil sie die von den Begleitpersonen geforderten Emotionen nicht liefern können. Denn sie sollten das alles sehr sehr ernst und schwer nehmen. Aber sie sehen, sagt eine, täglich viel mehr Schrecken, im Fernsehen, wenn ein arabisches Haus bombardiert wurde oder so. Was soll's, die haben noch viele Häuser.

Szenenwechsel. DePaul University in Chicago. Die ein Buch mit dem Titel "Die Holocaust-Industrie" herausgegeben hat. Worin behauptet wird, daß Teile des jüdischen Establishments auf zynische Weise politischen Nutzen aus dem Holocaust ziehen. Geschrieben hat es Norman Finkelstein, selber ein Jude. Der doch glatt behauptet, daß, um die eigenen Verbrechen an den Palästinensern zu vertuschen, Israel sich so stark auf den Anti-Semitismus konzentriert habe. Damit wäre der Haß auf Israel auf irrationale, psychologische Motive verschoben, der sich nur daraus nähre, daß Juden eben Juden seien. Aber das stimmt gar nicht. 

Der Haß auf Juden kommt daher, daß der Staat, der vorgibt, alle Juden zu repräsentieren, sich in brutale Gewalt verwickelt hat. Es mag schon stimmen, sicher sogar, daß die meisten Menschen den Juden mit einem eigenartigen Gefühl begegnen. Das hat nicht zuletzt damit zu tun, daß die Juden die erfolgreichste, reichste gesellschaftliche Gruppe in den USA sind. Wenn man das erreicht hat, bekommt man die Welt auf einem Tablett serviert. Aber anstatt das zu sehen, sitzen die Juden herum und diskutieren über irrationalen Anti-Semitismus. Das hat etwas, für das man sich schämen sollte. 

Finkelstein hat für seine Theorien schwere Kritik einstecken müssen, von Juden selbst. Er wurde Holocaust-Leugner genannt, ein Jude mit Selbsthaß, und außerdem ein Idiot. Dabei waren seine eigenen Eltern im KZ. Wie sollte er also ein Holocaust-Leugner sein? Es gibt bereits 10.000 Webseiten, die das von ihm behaupten. 

Foxman wehrt sich vehement dagegen, daß behauptet wird, Israels Politik sei der Grund für den "neuen Anti-Semitismus", von dem geredet wird. Das käme von selbstunsicheren Juden. Es ist umgekehrt, sagt er. Man benützt Israel als Rationalisierung der antisemitischen Gefühle, so werde ein Schuh draus. Weil im Großteil der Welt Anti-Semitismus nicht akzeptiert wird, sucht man diese Ausrede dafür, die Gefühle zu rechtfertigen. Das belege die Tatsache, daß jedesmal, wenn ein Konflikt im Nahen Osten ausbreche, in den Israel involviert ist, der Anti-Semitismus meßbar in die Höhe schießt. Denn nun darf er sich - kostümiert - äußern. Der heutige, der "neue" Anti-Semitismus tarnt sich also als anti-israelische Haltung.

Morgen Teil 7)






*260819*

Freitag, 18. Oktober 2019

100 Jahre Haß (5)

Teil 5)



Das macht es auch völlig logisch, daß die nächste Station der Weltreise Foxmans Kiew und die Ukraine ist. Denn die Ukraine will sich aus Rußlands Armen befreien, und braucht dazu den Westen und die USA. Also läßt auch sie sich auf Anti-Semitismus einschwören, als vermeintliche Eintrittskarte in Washingtons Strategieüberlegungen. Der Preis sind einige ukrainische Aktionen gegen Anti-Semitismus in der Ukraine. Und die außenpolitische Unterstützung Israels. Das geht sogar so weit, daß sich Juschtschenko ermahnen läßt, hinkünftig zu unterlassen, den Holodomor (den Hungertod von rund fünf, vermutlich sogar acht Millionen Ukrainern unter Stalin) der 1920er Jahre mit dem Holocaust zu vergleichen. Der natürlich schlimmer, eben einzigartig in der Geschichte war. Und der ukrainische Ministerpräsident nickt tatsächlich dazu, läßt sich von ADL-Foxman wie einen Schulbuben belehren, und unter Druck setzen. Ja, sagt er, er wird den Holodomor nicht mehr als Genozid bezeichnen, und ihn nicht mehr mit dem Holocaust vergleichen.

Eine ADL-Vertreterin bestätigt nach dem sehenswerten Treffen wörtlich die Notwendigkeit, auf der "Schuldseite zu spielen". Deshalb darf nichts die Opferrolle der Juden schmälern. Die Schuld der Väter darf um nichts verringert werden. Und die Söhne müssen dafür die Verantwortung übernehmen.

Aber Shamir möchte sich mit dem gegenwärtigen, nicht mit ehemaligem Anti-Semitismus befassen. Also wendet er sich Moskau zu. Wo ein Attentäter in eine Synagoge eingedrungen war, und dort etliche Männer niedergestochen hatte. Der Vorfall war zur Gänze auf den Überwachungskameras aufgezeichnet worden. Also hat der Filmemacher sich mit den Mitgliedern der dortigen Synagoge unterhalten. Ob die sich nun unsicher fühlten? Und da wird es heftig.

Denn die Leute dort sagen, daß es in Moskau überhaupt keinen Antisemitismus gibt! Vielmehr, sagt einer, ist Anti-Semitismus eine bequeme Ausrede für Leute, die keine Karriere machen, weil sie faul und unfähig sind. Also rast Shamir sofort nach Kiew, um den ukrainischen Rabbi zu fragen. Der sagt im Grunde dasselbe. 

Und macht die interessante Feststellung, daß ihm auffällt, daß säkulare, unreligiöse Juden sich um Anti-Semitismus viel mehr sorgen als religiöse Juden. Für einen orthodoxen Juden steht Anti-Semitismus gar nicht am Speiseplan. Jude zu sein bedeutet ihnen ganz einfach, Judaismus zu praktizieren, der Rest kümmert sie nicht. Sie sind durch die Praxis Juden, basta. 

Aber jüdische Gemeinden in der ganzen Welt, die nicht religiös sind, haben im Anti-Semitismus "ihr Ding" gefunden. Endlich haben sie etwas, das ihnen Identität gibt.  Und prompt bestätigt das die ADL-Sprecherin, auf Punkt und Beistrich. Die Geschichte mit dem ADL und dem Anti-Semitismus gibt Identität, denn das tut die Religion für nicht orthodoxe Juden nicht.

Nun wird der Film immer verständlicher, sein Aufbau erklärt sich. Da war erst die Indoktrinierung der Jugend, die Zeitungen, die damit Geld verdienen, und schließlich das Büro der größten jüdischen Vereinigung gegen Anti-Semitismus, der ADL ... und dem steht die nackte Realität gegenüber, die ziemlich anders ist. 

Was ergibt sich daraus? Überall Anti-Semitismus zu sehen ist Teil der jüdischen Identität. Das sagt der Israeli Yoav Shamir in seinem ausgezeichneten Film "Defamation". Anti-Semitismus ist aber nicht real. Ja, es gibt ihn gar nicht. Zumindest nicht in der kolportierten Form. Höchstens als normale, verständliche Reaktion auf menschliche Verhaltens- und Mißverhaltensweisen gegenüber einzelnen Juden oder Gemeinschaften. 

Um das sagen zu können, werte Herrschaften, muß man wohl Jude sein. Dafür käme unsereins nämlich in den Karzer, ja vielleicht sogar würde er geköpft. Wegen Anti-Semitismus, dieses pöhse pöhse Haßverbrechen.


Morgen Teil 6)




*260819*

Donnerstag, 17. Oktober 2019

100 Jahre Haß (4)

Teil 4)



Dabei beläßt es Shamir vorerst. Und berichtet, daß ihn der Vorsitzende der ADL (Anti Defamation League) Abraham Foxman auf seine Reisen mitgenommen hat. Jedes Jahr besucht Foxman Staatsmänner und Politiker, veranstaltet Empfänge und pflegt Kontakte. Weltweit sucht er einflußreiche Leute, die ihm helfen können, gegen Anti-Semitismus zu kämpfen. Das geht bis zum Heiligen Vater in Rom. Sogar Gianfranco Fini (Lega Nord) ist einmal Gast. Überall wird natürlich mit fettem Polizeischutz hingefahren, um auch dem letzten Schusterbuben klar zu machen, wie heikel die Mission eines Mannes ist, der überall mit dem Tod bedroht wird, weil er Jude ist. Und natürlich, wie wichtig Foxman ist.

Apropos Auto. Dort läuft ein interessantes Gespräch mit Foxman ab. Als er auf die Frage, warum all die Staatsmänner und Politiker das täten, antwortet, daß sie es aus ihrer eigenen Wahrnehmung des Anti-Semitismus als Problem täten. Und weil sie die Geschichte glauben, daß Juden so mächtig sind. Das sind sie nicht, sagt er. Sie sind nicht so mächtig, wie die Feinde der Juden annehmen, wenn auch nicht so ohnmächtig, wie Juden selbst sich einschätzen. Irgendwo dazwischen, sagt er. Die Politiker der Welt glauben, daß die Juden großen Einfluß auf Washington haben.  

Wie also soll man die Verschwörungstheorien über Juden und ihre Macht bekämpfen, ohne sie nicht gleichzeitig als Jude zu benützen? Wenn es zu einer UNO-Generalversammlung kommt, trifft der ADL sich mit vierzig Staatsoberhäuptern, die Kontakt suchen. Warum wohl?

Es ist wie ein groteskes Spiel, sagt Yoav Shamir. Foxman arbeitet mit dem Bluff, daß alle an einen Einfluß in Washington glauben, den er gar nicht hat - und bekommt ihn dadurch tatsächlich!*

Genau dieser Glaube an die Macht der Juden aber ist es, der oft tatsächlich Neid und sogar Haß auf sie nährt. Salopp formuliert: Juden sind einfach oft ziemlich geschickt, gerade in solchen Dingen, die der Rhetorik eher zuzurechnen sind als realer "Macht". Die Juden haben sich seit je, weil sie seit der Zerstreuung (ab 70 n. Chr.) überall und immer eine Minderheit waren, als Strategie auf die Beeinflussung der öffentlichen Meinung konzentriert. Die Angst des Feindes, der glaubt, ein Millionenheer vor sich zu haben, ist in einem Krieg oft viel bedeutsamer als die wirkliche Heeresstärke Israels. Das vor allem hat sie zu den Medienmagnaten gemacht, die sie heute sind.**

Foxman hat eine enge Beziehung zur israelischen Regierung. Denn der ist Anti-Semitismus als taktisches Moment immer eine sehr wichtige Angelegenheit gewesen. Deshalb ist es der israelischen Regierung auch gar nicht so recht, wenn es da heißt, daß der Anti-Semitismus in Amerika gar nicht so schlimm sei. Und Foxmans ADL liefert laufend den äußerst nützlichen "Beweis", daß es viel schlimmer ist. 

Die Amerikaner (und das gilt für die Europäer nicht weniger) müssen felsenfest von der Bedeutung des Anti-Semitismus (in seinem Endergebnis, dem Holocaust) überzeugt sein! Und die Politiker nicht weniger. Nur so ist es möglich, daß Amerika seit Jahrzehnten eine Außenpolitik macht, die im Grunde nur israelischen Interessen dient. Und wenn die Amerikaner diese Überzeugung verlieren, dann muß man darauf hinarbeiten ihnen zu verbieten, sie zu gewichten, weil sie so einfach nicht mehr denken oder gar sprechen dürfen. Was ist daran unlogisch, was ist daran nicht fast "genial"? Deshalb ist das ADL für Israel von so immenser Bedeutung. Weltweit.


Morgen Teil 5)


*Das bestätigt die Sicht des VdZ, der seit je geglaubt hat, daß niemand an der Verbreitung und Glaubwürdigmachung von Verschwörungstheorien mehr interessiert ist, als die "Verschwörer" selbst. Die ihre Macht in allererster Linie nur aus diesen Verschwörungstheorien beziehen, die sie mit einer Macht sehen, die sie gar nie hatten. Aber ausgestattet mit dem Mythos, halten sie fortan alle für mächtig. Und plötzlich sind sie tatsächlich mächtig weil einflußreich. Das betrifft in den Augen des VdZ sogar sagenumwobene Häuser wie Rothschild. Wäre der VdZ ein Rothschild, würde er sofort ein Buch in die Welt schieben, das den Mythos der Macht sogar auf den Mars ausdehnt und zu einer Weltsage macht, mit der höchstens noch die Bibel mitkann.


**Bitte, was ist Hollywood anderes gewesen? Am Anfang doch alles andere als eine mächtige Filmproduktion, darum ging es gar nicht. Die Juden, die Hollywood geschaffen haben, haben sich von Anfang an auf den Nimbus konzentriert. Auf den Status, auf den Ruf in der Bevölkerung. Also war das erste, was sie geschaffen haben ... der Oscar. Die Ehrung. Das Merkmal von Ruhm, Ansehen und Qualität. SO haben sie die Filmwirtschaft in die Hand bekommen. Sie haben bestimmt, wer "berühmt" wird, und wer nicht. Hollywood wurde groß und mächtig, weil es eine eigene Welt der Hierarchie geschaffen hat, nicht, weil es so gute Filme produzierte. 

Die Kunst, gute Filme zu machen, konnten sie dann aber jederzeit zukaufen. Denn alle, und auch alle Christen, kamen gerne - um berühmt zu werden. Insofern ist es sehr jüdisch, immer gewesen, Macht über die Nützung der Schwächen der Menschen aufzubauen. Alkohol, Drogen, Pornographie, Ruhmsucht ... die Rolle der Juden in diesen Bereichen ist immens.




*260819*