![]() |
| Kai Stuht und Ernst Wolff |
Treibgut - Wo am breiten Strome die Ufer stehen, sind Schwarzerlensamen aufgegangen, und schäumen als saftige Büsche die Ränder der großen Lethe, die alles ins Dunkele Meer trägt; ihre weichen Äste, die noch nicht ahnen lassen, welcher später als kahler Stamm reife Blätter hoch in der Sonne wiegen wird, tauchen in die Wasser, wie Kinderhände. Dann und wann greifen sie, denen alles noch ernstes Spiel ist, nach Treibgut. Oder es bleibt hängen, lädt zum Tanze, haucht im Kusse Lebwohl
Dieses Blog durchsuchen
Freitag, 10. Juni 2022
Ernst Wolff's Torheit und die Panik der Gottferne (2)
Donnerstag, 9. Juni 2022
Ernst Wolff's Torheit und die Panik der Gottferne (1)
Dienstag, 30. November 2021
Jawohl, beginnen wir die große Schmarotzerentsorgung! (2)
Wenn wir von Sozialproblemen sprechen, dann müssen wir nämlich eines berücksichtigen, und nur so können wir überhaupt etwas an der Gegenwart verstehen:
ES FEHLEN UNS ZWEI VON DREI, DREI VON VIER MENSCHEN.
Sie sind wie Teile eines Puzzles, die niemand mehr findet. Die zwar angekündigt, ja die per Heiligen Eiden versprochen, aber nie geliefert worden sind.
Um ein funktionierendes Sozialgefüge zu sein, fehlen uns alle die verhüteten und abgetriebenen Kinder, so schaut es aus. Das sind die realen Folgen eines Lebensstils des Schmarotzertums. Schmarotzertums an Volk, Solidargemeinschaft, Umwelt und Land und Meer.
Montag, 29. November 2021
Jawohl, beginnen wir die große Schmarotzerentsorgung! (1)
Aber ich bin nur einverstanden, wenn zugleich gilt, daß Kinderlose keine Rente mehr bekommen, und diese Rente nach der Zahl der Kinder gestaffelt wird. Was eine DRINGENDE Forderung der Gerechtigkeit ist! Denn dieser Staat, diese "Solidargemeinschaft", trägt die selbstverständlichste Solidaritätstat - die Selbsterhaltung des Volkes - nicht mit. Damit gibt es in diesem Land eine große Mehrheit, die schon seit Jahrzehnten jede Solidarität verweigert. Alleine wenn ich gegenrechne, was deren Renten und deren Alterspflege meine Kinder belasten wird und schon belastet, die unter großen Opfern und unter unzähligem Verzicht auf jene Lebensgüter, deren sich diese Mehrheit erfreut hat, aufgezogen wurden. Aber das völlig selbstverständlich, damit man mich nicht mißverstehe, und ohne DARÜBER zu klagen.
Wäre da nicht der Zynismus, mit dem diese Selbstverständlichkeit der elementaren Lebensweisen, in der die vollkommene Solidarität ein Nebenprodukt ist, das gar keiner weiteren Beachtung wert ist, skrupellos und ohne jede Moral ausgenützt wird. Wobei, sicher, ja, nattüalisch: Man tut alles, um auch sie noch zu jenem falschen Leben zu verführen, wie man es selbst führt. Was für eine Freiheit. Wer mit der Natur und in Schönheit lebt, in der sich alles in Gestalt und damit der Ästhetik der Weltenharmonie bewegt, in der die höchste Moral weil der Sachgerechtheit immanent enthalten ist, ist selber schuld.*
Sonntag, 28. Februar 2021
Wie dreckige Generationen sich säubern
Es gibt noch eine Ahnung, die für den aufmerksamen Beobachter der Szenerie, der sich endlich aus jener Mure von Worten an die Luft gegraben hat, wie sie uns seit geschlagenen zwölf Monaten als "Corona-Pandemie" (und wie immer man das nennen will; jeder Begriff ist falsch und Nebelvorhang, wenn man etwas gar nicht Definierbares oder schlicht nicht Definiertes fassen will) übergegossen ist, langsam sichtbar wird.
Und das hat mit dem Stehsatz der "gefährdeten Bevölkerungsgruppen" zu tun. Wo allen Experten zufolge (ach, wie der VdZ diesen Begriff liebt: Ex-perte; der der versucht hat/wurde, der der erprobt hat/wurde) besonders die Altersgruppe der über 80jährigen zu den vom Corona-Virus besonders geliebten, also in ihrem Gesundheitszustand gefährdeten Gruppe gehöre. Das Spannende dabei ist der Zusatz, den man fast übersehen könnte. Denn es geht gar nicht um die Altersgruppe selber. Es geht um die Heime, in die man diese Altersgruppe abgeschoben hat und mittlerweile standardmäßig abschiebt. Und in Zukunft noch mehr abschieben wird. Weil die Größe (also: Kleine) und Reduziertheit der Familien auf Zweisamkeit Plus (im höchsten Fall) eine persönliche Fürsorge für die Eltern gar nicht mehr möglich macht.
Und auch gar nicht erwünscht ist. Darum geht es doch. Denn lieber arbeiten die Kinder in schwerer Arbeitszermürbung, um jenes Geld zu verdienen, das die Auslagerung der Altenfürsorge auf Einrichtungen des Sozialstaates kostet.
![]() |
| QR Talk im Hangar |
Corona, Covid19 ist keine Krankheit, die weltweit ausgebrochen ist. Sie ist aber in einem Punkt global: Als Symptom der Essenz des Sozialstaates, des Sozialen selbst, das Alte technisch definiert und abschiebt.
Wenn sie aber noch nicht sterben wollen, dann werden sie mit der Spritze ums Leben gebracht.
Darin liegt doch ein ganz besonders Geschmäckle, meint der Leser nicht auch? Könnte es denn nicht sein, daß diese Corona-Pandemie, an der nicht zuletzt doch zu loben ist - tatsächlich! - daß sie so viel an die Oberfläche gehoben hat, was sich speziell seit den 1970er Jahren wie mittlerweile unabweislich stinkender, sichtbar dampfender, unsortierter (ja, richtig, der Leser assoziiere frei weiter!) Müll über unsere Leben geschichtet hat, daß also diese vermaledeite irgendwas seiende "Corona-P-a-n-d-e-m-i-e" ein weiteres Leck im sechshundert Fuß langen Ozeandampfer unserer Zivilisation, die wir in unzählige ein für alle Mal abgesicherte Existenzberechtigungen separiert haben, gezeigt hat.
Groß wie ein Fußballfeld, hat es den ganzen gigantischen Dampfer aufgerissen. Riesig wie ein Faustloch im tiefsten Grund hat es seinen Boden zu einem Loch verwandelt, durch den die Tiefe zum Sog wurde. Von der Brücke ist das nicht direkt sichtbar, nur über Schwankungen im Steuerguckloch bemerkbar. Lediglich die Grundlinge, also die mit der Realität der Situation eines Dampfers auf dem Meere noch wirklich Befaßten ist es begreifbar. Deren unaufgeregtes Alltagsgeschäft es ist, mit je neu werkbeschwerten Pranken der Welt in die blutumspülten Eingeweide zu fassen. Nur ihnen ist alles bewußt, weil direkt vor Augen. Nur sie sehen die Dimension der eindringenden Wassermassen. Nur sie erkennen das Ausmaß (ob groß, ob klein) des Geschehens. Nur sie vermögen aus Erfahrung zu sagen, ob das umgebende Wasser noch dichte Gischt ist, oder bereits Ozeantiefe nach dem Sinken.
Die Tatsachen sprechen für sich. Fünfzig Prozent aller sogenannter Corona-Toten in Österreich waren Bewohner von Altenheimen. Sie haben mittlerweile schon ein Jahr lang keinen Kontakt mit Angehörigen, ja überhaupt mit der Außenwelt.
Die Tatsache, daß vor allem Alte - und zwar bestimmte Alte - zu den Hochrisiko-Gruppen gehören, und einen extrem hohen Anteil an den sogenannten "Pandemie-Opfern" stellen, ist in Wahrheit ein Finger auf eine offene Wunde: Die einem Menetekel und Konkurs einer Gesellschaft gleichkommen, die das Soziale auf den Staat überwälzt. Die Folge ist evident: Tod.
Die Alten. Die wir seit Jahrzehnten aus allem Sozialen herauslösen, separieren, und nach höchsten technischen Standards (oder so) versorgen. Seit im Sozialstaat alles Denken in Kategorien der Kostenwahrheit, alles Erkennen von Leistbarkeiten und Geldmengenrealitäten, alles wirklichkeitsgemäße Abschätzen von sozialen Realitäten, fern von jeder Sonntagsphantastik, werden auch die Alten abgeschoben.
Der VdZ kann sich persönlich erinnern, wie zu den Segnungen, die in den 1970er Jahren ausbrachen, auch das Errichten von "Seniorenheimen" (wie man diese steril aufgepeppten Abschiebeanstalten schönfärberisch nannte) gehörte. Wie neben den Kindergärten, neben Papiermüllbergen aus Gratisschulbüchern, dieser Vergewaltigung der Bildung, Siedlungen mit Single-Wohntürmen emporwuchsen. Und wie am Schulweg der Bau des nächsten Seniorenwohnheims voranging. Wo jede Weltanschauungsgruppe "ihre" Heime für "Ihre" Senioren baute. Als Symptom einer Art des Lebens der Jungen.
Als Waschmaschine, mit der man deren Leben (als Konsum- und Wirtschaftsmotor, also als Momente der Geldproduktion) von zwischenmenschlichen, also sozialen Lasten befreite. Das ist es, was man Sozialstaat nennt: BEFREIUNG von sozialen Lasten.
Sehr langsam, übrigens. Jahrelang ragten die Rohre aus den glotzenden Löchern, die recht spät mit weißen Kunststofffenstern gestopft wurden. Denn es bestand keine Eile, im Sozialstaat der 1970er. Nein, Eile bestand wirklich nicht. Man baute nämlich gar nicht VOR, man erfüllte keinen Bedarf, nein, und überall nicht. Man erzog stattdessen ein Volk. Man gab ihm die Schienen vor, die sein Leben zukünftig befahren sollte.
Auch, wohin die Alten sollten. In Heime. In denen sie nun elendig krepieren. Das ist die Wahrheit. Und das ist die ganze Wahrheit rund um diese Coronapandemie. Die vor allem eine Zielgruppe kennt: Die Alten, die man in "Pflegeeinrichtungen" abgeschoben hat. Wo die Liebe der Kinder und Verwandten in technisch abgezirkelte und statistisch hochgerechnete Pflegemaßnahmen umgesetzt wurde. Um die Jungen von jeder Belästigung freizuhalten. Denn Solidarität gab es in den Parteiprogrammen in Worten, deren Zahl proportional zur Absenz des Inhalts wuchs.
Der Sozialstaat ist in Wahrheit der Tod des Sozialen. Er ist dessen Ersatz. Er ist die mit künstlichen Geldausgaben ermöglichte Asozialität. Durch Schulden. Man lobe einmal mehr die Begriffe, denn denken ist Begriffsklärung: Schuld zeigt die Wurzel, und damit die Möglichkeit zur Perversion. Denn Schuld ist das Wesen des Sozialen, und Schuldigkeit deren Bezahlung, persönliches Abstatten deren Geld.
Und nun erwischt es diese Einrichtungen. Mit einem dermaßen simplen "Virus", daß er von Grippe so wenig zu unterscheiden ist, daß man - und dieses Vorgehen ist dermaßen häufig geworden, daß es wirklich von niemandem mehr zu übersehen ist! - einfach aus einem Syndrom lauter Einzelvorgänge macht, die man dann zu einer neuen Krankheit umbenennt: Covid19 heißt nun, was zuvor so alltäglich war, daß man es gar nicht näher in Bestandteile zerlegt hat.
Covid19. Eine künstliche Krankheit, Krankheit wie jede Krankheit: Begrifflichkeit und Summe unter bestimmte Symptome. Die in diesem Fall überhaupt nur noch aus Virenfragmenten besteht. Die von der Grippe (die ja komplett aus den Krankenstatistiken der WHO verschwunden ist) lediglich unterscheidet, daß sie nun ALS CORONA benennbar wurden. Nein, Corona wurde nun alles benannt, was man unter Grippe vorfand.
Und die ist für alte Menschen immer ein Problem. Denn die Grippe ist - wie nahezu jeder dieser asiatischen Infekte - ein Substanzproblem der Menschen in Europa. Hat mit dem Verhältnis der nach der Sintflut (und aus den Lenden eines der Söhne Noahs, namentlich aus Japhet, entsprossenen) in Europa vor rund fünftausend Jahren gelandeten Indoeuropäer zur menschlichen Substanz selbst zu tun.
Deshalb sind achtzig Prozent sämtlicher Corona-Toten, weltweit, ehedem Abgeschobene. Eltern, Väter, Mütter, Tanten, Onkel, die man nur aus den Augen wollte. Und mit irgendwelchen technischen Apparaten umgab, die das Soziale ersetzen sollten. Und dafür sogar "sozial" genannt wurden, sodaß den Alten auch noch die Sprache genommen wurde. Die sie in die Lage versetzt hätte, das wirkliche Geschehen rund um sie zu begreifen, sich dazu wirklichkeitsgemäß zu verhalten.
![]() |
| QR Pflegerbericht |
Wie die Alten sich verhalten, wie sie entrechtet und mundtot gemacht sind. Und wie sie sich selbst so einschätzen. Weil ihr Alltag ihnen deutlich gemacht hat, daß man mit ihnen würdelos verfährt. Pflegeheime sind per se Institutionen der Würdelosigkeit, und kein Staat der Welt dürfte sie einrichten oder gestatten. Dürfte Institutionen gestatten, wo mit unseren Vätern und Müttern und Onkeln und Tanten nicht persönlich, sondern nach technischen Kriterien und Maßgaben verfahren wird.
Sodaß sie nicht nur an einem simplen Virus erkranken und, als Todeskandidaten abgestempelt, häufig schwer falsch behandelt, folgerichtig versterben. Und wenn nicht das, durch "Schutzimpfungen" ums Leben gebracht werden.
Vielfach noch dazu mit haarsträubender, falscher Behandlung. Die aber doch nur die gnadenlose, herzlose Fortsetzung des Willens der jungen Generationen ist. Die der gar nicht so heimliche, aber unter Begriffslawinen verborgener Wille ihrer Nachfahren sind. Die nur eines wollen: Daß diese Alten, daß überhaupt alles Nutzlose aus ihrem Leben verschwindet. Koste es, was es wolle.
![]() |
| QR SWR Podcast |
Dienstag, 2. Februar 2021
Es hält zusammen, was zusammengehört (2)
sondern in einer Gruppe gut integriert zu sein, die reich ist - Das fulminante Fazit, das es in sich hat.
Es gibt Untersuchungen, die das eindeutig belegen. Die sogar zeigen, daß in den begüterten sozialen Schichten eine relativ lange "Pechsträhne" möglich ist, ohne daß der "Pechvogel" auch nur irgendwie an Prestige, Respekt, Vertrauen und sozialem Anschluß einbüßt. Die Bereitschaft zum Risiko ist aber für die Vitalität und Dynamik - und auch für den Wohlstand! - einer Gesellschaft unerläßlich. Wer der Geschichte von Ländern mit hohem Wohlstand nachgeht wird immer feststellen, daß an ihrem Anfang zum einen großer Mut, ja Abenteuerlust in Schichten mit hohem sozialem Zusammenhalt gestanden ist.
Schichten haben immer (sic!) eine geringe vertikale Durchlässigkeit. Das war immer so, das ist auch heute so, und das wird immer so sein. Jeder Versuch, diese Schichten aufzubrechen, muß am Wesen des Menschen selbst scheitern. Man kann also nicht mit Geld ausstatten und dann meinen, daß damit dem Aufstieg in höhere Schichten jedes Hindernis aus dem Weg geräumt ist. Zugehörigkeiten, soziale "Einheit" hat nicht mit technischen Güterausstattungen zu tun, sondern umgekehrt: Gewisse soziale Zugehörigkeit drückt sich in bestimmten Gütern aus. Das ist der Kern der Thesen von Douglas, die einer Änderungen der Paradigmen der Zielgruppenforschung im Marketing das Wort redet.
Nur "Aufsteiger" legen deshalb den Wert auf die Güter oder das für ihren Erwerb nötige Geld, und sie sind genau dadurch sogar erkennbar - als Nicht-Zugehörige, denen eine Schichte bestenfalls einen sehr begrenzten Zugang gewähren wird. Ja, oft sogar Zulassung heuchelt, aber hinter vorgehaltener Hand bespricht, was im Handeln geschieht: Der innerste Kreis wird weiterhin verweigert, und eine wirkliche Zugehörigkeit nicht zugestanden, trotz äußerlicher Zeichen.
Wenn schon, dann ist vertikale Durchlässigkeit von der Eheschließung abhängig, und zwar ... über die Frauen. Nur ihnen ist dieser Weg offen. Sie können es schaffen, aufzusteigen, indem sie sich einen "überlegen positionierten Mann" krallen, um es salopp zu formulieren.
Fassen wir das Gesagte ein wenig zusammen, dann kommen wir aber nicht nur zu dem Schluß, daß es nicht einfach die "Menge an Geld" ist, die den Wohlstand einer Gesellschaft anzeigt. Sondern wir werden gewahr, welche Bedeutung die soziale Strukturiertheit spielt. Diese wiederum - und jetzt kommt's! - kann nur gewachsen sein. Denn "Neueinsteiger" in soziale Schichten (man denke an die Verachtung, die schon in der Antike, aber heute nicht weniger, den "homo novae"), den Emporkömmlingen entgegengebracht wurde und wird.
Soziale Gruppen sind nämlich deshalb sozial stark (und womöglich noch über Generationen, also auch schon durch die Väter und Vorväter) weil sich ihre Mitglieder je weiter "oben" sie angesiedelt sind umso stärker identitär abgrenzen. Was sich wiederum über Generationen (weil z. B. auf den Nachwuchs, weil aber auch auf das Heiratsverhalten) auswirkt.
Wohlstand und Güterspezifität gehen also zum einen nebeneinander her. Aber sie sind nur Ausweis - nicht Gründungsfaktor! - sozialen Zusammenhalts. Immer zeigt sich, daß wirklicher sozialer Zusammenhalt auf die Familie zurückgreift zum einen, diese stärkt (vor allem, weil er die Zugehörigen zu einer Familie identifiziert, "sich kennen läßt" etc.) zum anderen.
Mit weiteren, anderen Worten: Die Charakteristik, in der sozialer Zusammenhalt wesentlich für Wohlstand, Lebenserfülltheit und -vielfalt ist, kann durch die vielge- und berühmte "Straßensolidarität" nicht wettgemacht werden. Damit kann sozialer "Aufstieg" nicht erreicht werden, der ohnehin und in jedem Fall (das ist durch sehr aktuelle Untersuchungen belegbar) sehr schwer ist. Auch das zeigen die Untersuchungen unter Verknüpfung mit wirtschaftlichen Eckdaten. Zwar ist es immer noch besser, wenn jemand diese "Solidarität der Straße" genießen darf, aber sie kann niemals die Vorteile auf den Familien basierenden Zusammenhalts wettmachen.
Die Folgerungen aus dem hier gewiß nur unzulänglich weil gerafft zusammengeführten Fazit sind somit viel weitreichender, als es manchem lieb sein mag. Es ist desillusionierend und ernüchternd, betrachtet man die sozialen Gegebenheiten in unseren Ländern in der Gegenwart. In der (man muß sich das einmal vorstellen!) fünf Jahrzehnte Sozialismus, Identitätsauflösung und Gleichmacherei die Illusion befeuert haben, wir lebten in einer egalitären Gesellschaft, in der es keine gläsernen Zwischendecken in der vertikalen Struktur gäbe. In der also jeder alles werden könne, es hänge alles nur von "seiner Tüchtigkeit" ab.
Wie soziologische Untersuchungen belegen, sind es die Frauen, die "nach oben" wollen. Daraus kann man schließen, daß eine Gesellschaft mit hohem Drang "nach oben" von Frauen und von den Frauen zugehörigen Männern (vulgo "Muttersöhnchen", Narzißten, feminine Männer) dominiert wird. Gleichzeitig fehlt es dieser weil der femininen Charakterprägung an Bereitschaft, "nach unten" zu heiraten, also dauerhafte soziale Bindungen und damit Schichtenidentitäten einzugehen.
Anders bei Männern bzw. dem Männlichen in seiner grundsätzlich stärker ausgeprägten Eigenschaft eines Willens zur Einordnung (also dem, was man erwachsene Resignation nennt) in eine bestehende Ordnung. Aber anders als Frauen gehen Männer auch viel bereitwilliger Bindungen mit Frauen ein, die "unter ihnen" stehen oder gestanden sind.
Auch wenn das bei uns nur wenige anerkennen wollen werden, so ist die Egalitarität, die wir angeblich erleben, nicht Merkmal eines Aufstiegs breiter gesellschaftlicher Schichten, wie verkündet und als Dogma zu glauben vorgeschrieben wird. Man denke nur an die kaum begreifbare Tatsache, daß fast sechzig Prozent der heutigen Jugendlichen Matura machen, daß der "Akademikeranteil", also der Anteil an Menschen mit universitärem Diplom, im kapitalistischen Westen bei zwanzig Prozent liegt. Sie alle aber fühlen sich mit einem Anspruch auf die oberste Schichte ausgestattet.
Die Wahrheit ist für manche hart. Nicht diese Schichten sind aufgestiegen, sondern die Merkmale wurden billig, so könnte man es sagen. Nicht der Wohlstand ist gestiegen, sondern nur die verfügbare Menge an (unter vielerlei Hinsichten - man denke an Quoten, gar nicht nur an Umverteilungs- und Sozialleistungen - künstlich verteiltem) Geld. Entsprechend fielen auch die Produkte, welche man als Attribute (man denke an die Rolle der Filme dabei, die breiten Schichten davon erzählt haben, welche Güter in höchsten Schichten Standesmerkmale sind) der Zugehörigkeit zu den (gewünschten, das heißt erträumten) sozialen Schichten.
Als weiteres Indiz ist festzustellen, daß wir heute in einer Güter- und Konsumationswelt leben, in der die Produkte nur noch so "wirken", aussehen müssen wie hochwertiger eingeschätzte, also einer höheren sozialen Schichtenidentität zugehörigen Güter. Ja, in der diese Güter von einer minderen, aus technischen Ersetzungsprozessen zusammengestoppelten Qualität bestehen, die vor allem ein Kriterium erfüllen müssen: Sie müssen billig sein.
Man könnte also zu einem weiteren abschließenden Urteil gelangen. Das die Gesellschaften in unseren Ländern als Gemeinschaft von Prahlhälsen und Defraudanten charakterisiert sind. Die nicht risikoaffin und schöpferisch sind, die nicht das eigentliche Merkmal von Reichtum - die dauerhaften Güter und Institutionen - anstreben, sondern einen Identitätsschwindel, eine Maskerade abführen.
Der aber von der Politik und bestimmten Ideologiekreisen vorgemacht wird, daß die Quantität der Güter, mit denen sie sich umstellen, einer höheren Schichte zugehört. Damit niemandem auffällt, daß unsere Gesellschaften insgesamt, deutlich und gegen alle Versprechungen, mit denen sich eine bestimmte Elite den Zugang zur Macht erschlichen hat, nach unten gesunken sind.
Montag, 1. Februar 2021
Es hält zusammen, was zusammengehört (1)
(Ein Versuch einer systemischen Gruppierung zum Behufe einer Aussage, die sich harmonisch in ein Insgesamt fügt.) Es trifft den Kern der Sache nicht, schreibt Mary Douglas in "The World of Goods", wenn man den Reichtum einer Gesellschaft an deren Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner mißt. Das sagt wenig aus. Vielmehr ist es eine Anzeige für soziale Strukturen, und Reichtum oder Armut entscheiden sich dort. Das setzt in der Tatsache an, daß sich Armut in erster Linie darin ausdrückt (ja, dort verankert ist!), daß der weniger Begüterte an hochfrequente Prozesse stärker gebunden ist. Er hat also weniger Zeit und Kapazität, soziale Kontakte zu pflegen.
Diese sind es aber, die die Elastizität persönlicher Umstände bestimmt, welche wiederum einerseits dafür maßgeblich sind, ob jemand Rückschläge verkraftet oder nicht. Eine solidarische (also sozial gleiche!) soziale Schichte hängt davon ab, wie gut sie gepflegt werden kann, und das wiederum ist eine Frage der Reziprozität. Das heißt, daß sich Schuld und Schuldeinlösung in einem ständigen Ausgleich, bei gleichzeitigem Aufbau neuer Verbindlichkeiten im nächsten Schritt (einer ist immer "voraus") befinden.
Salopp gesagt bedeutet das, daß jemand dem anderen - dem Schichten-Kollegen sozusagen, etwas Gutes tut, ihm einen Gefallen leistet, bei der Berufslaufbahn hilft, was schon alleine, ja vor allem durch adäquate Information geschieht, hilft bei der Berufslaufbahn etc. Das ist bei wohlhabenderen Schichten nicht nur besser und auf vielerlei Weise möglich, sondern es ist geradezu Merkmal einer sozialen Gruppe. Damit ist erklärt, warum eine wohlhabende Gesellschaft immer auch eine Gesellschaft von großen Gruppen mit hoher Solidarität ist.
Denn diese Wechselseitigkeit ist bei weniger wohlhabenderen oder gar bei armen Gruppen überproportional eingeschränkt. Und zwar AUCH, wenn sie scheinbar an keinen gravierenden Mängeln leidet. Und zwar NICHT nur an Gütern des eigentlichen Lebensbedarfs, wie man meinen könnte, sondern sogar, wenn sie mit Konsumgütern relativ gut versorgt ist. Weil - siehe oben - sie durch die Art der Produktivität (nicht durch deren Bedeutung am Markt), die die Notwendigkeit ständiger Anwesenheit bedeutet (und das ist mit hoch- oder niederfrequent gemeint).
Reich sein heißt, daß so viel Kredit seitens einer Gruppe zur Verfügung steht, daß Verluste weitgehend absorbiert werden können. Es setzt damit voraus, daß man auf fast verborgene Weise in ein Netz eingewoben ist, das nur schwer zerreißt. Arm sein heißt hingegen, isoliert zu sein.
Die Schichte der Wohlhabende(re)n weist sich in erster Linie dadurch aus, daß deren Mitglieder relativ frei über ihre Zeit verfügen können, wir haben das bereits angedeutet. Das darf man durchaus in weiterem Sinn auslegen, und zeigt, daß man Wohlstand häufig mit anderen Kriterien messen sollte. Es ist dann diese Vielfalt im sozialen Leben, die nicht nur dem Geld, sondern dem Prinzip der Reziprozität innerhalb einer Schichte geschuldet ist. In Gestalt einer Gruppe, die "so und so lebt", und die vor allem eine Gemeinsamkeit hat: In der Möglichkeit, mit ihrer Zeit zu verfahren. Die also nicht kurzfrequent, sondern mittel- oder langfrequent leben kann.
Diese Thesen haben übrigens auch gewisse Nützlichkeit. Denn so kann man dann das Kaufverhalten von Menschen viel besser als mit "Mikrozensusdaten", Zahlen zu Einkommenshöhen und so weiter abschätzen. Denn was Menschen kaufen, hängt nicht einfach mit Geld zusammen. Sondern in den erworbenen Gütern zeigt (nicht: erwirbt!) sich hier Zugehörigkeit, dort ein Willen zur Zugehörigkeit.
Diesem sozialen Standesverhalten (und um das handelt es sich) dienen die Güter, die die Menschen anschaffen. Mit denen aber nicht nur die Erfüllung der zwischenmenschlichen Reziprozität möglich ist, sondern die das Fundament einer ganz wesentlichen Eigenschaft von Identität selbst bedeuten, nämlich der Eigenschaft der Abgrenzung. Glieder einer sozialen Schichte kennzeichnen sich nämlich durch eine bestimmte Art der Güter, die sie kaufen, mit denen sie sozusagen "ihre Umwelt dekorieren." Dazu gehört auch ein bestimmtes "Überschußverhalten", denn im sozialen Umfeld muß immer wieder "in Vorleistung" gegangen werden (können).
Schön langsam wird damit vielleicht begreifbarer was Armut in Wahrheit bedeutet. Nämlich gar nicht in erster Linie die Abwesenheit von notwendigen (kurzfrequenten) Gütern. Sondern die mangelnde Möglichkeit, die Güter selbst das soziale Leben "tragen" zu lassen, und vor allem aber die Vielfalt der Lebensgestaltung durch Güter. Denn die ist es dann, die Differenziertheiten möglich macht. Und die sind wiederum unbedingt notwendig, weil es in keiner wohlhabenden Gesellschaft GROSZE Schichten, dafür aber VIELE Schichten gibt.
[Beispiel: Ein Unternehmer trifft seinen Freund, der ebenfalls ein Unternehmer (mit ähnlicher Firmengröße, ähnlicher Lebensführungsmöglichkeit) ist. Beide unterhalten sich nun über ihre Leidenschaft für Zigarren aus Kuba und beschließen, einem Club der Zigarrenraucher beizutreten. Der Leser kann selbst weiterdenken, welche Vielfalt sozialer Verbindungen und Verbindlichkeiten sowie welche Folgemöglichkeiten sich aus diesen wenigen Merkmalen bereits ergeben. Denke sich der Leser alleine dieses Beispiel nun für vom Monatslohn (=hochfrequent) abhängige Arbeiter, die abends nach der Schichte im Dorfwirtshaus sitzen und Marlboro rauchen.]
Untersucht man die sozialen Strukturen wohlhabender Länder ist es also vor allem die Differenziertheit und Vielfalt des Sozialen, die auffällt. Die NICHT dem ersten Sektor eigen ist, also dem der Urproduktion (Landwirtschaft, Bergbau etc.)! Diese Vielfalt ist selbst schon dafür verantwortlich, daß sich auch jene differenzierteren Erwerbsmöglichkeiten ergeben, die bereits dem zweiten (Verarbeitung), vor allem aber dann dem dritten Sektor des Wirtschaftslebens (Verwaltung, Lehrerschaft, jedenfalls mit hohem Dienstleistungscharakter) zugehören.
Damit ist ferner nicht nur erfaßbar, woraus das Geistesleben einer Gesellschaft sich charakterisiert. Sondern es zeigt einen weiteren wichtigen Faktor, der für Wohlstand bedeutend ist, und das ist der der Risikoaffinität. Jemand, der einer wohlhabenden Schichte im oben versucht beschriebenen Sinn zugehört, weist nämlich auch eine bei weitem höhere Bereitschaft auf, RISIKO einzugehen.
Denn der Arme, dem ein Risiko schlagend wird, weil er - sagen wir - einen Betrieb gegründet hat, der aber pleite ging, sodaß ihm sogar Schulden bleiben, kann sich kein zweites Risiko mehr leisten! Er überlegt es sich also dreimal (und das wörtlich) so gut wie der Wohlhabende(re), ob er ein Unternehmen gründet, weil er NUR EINE CHANCE hat. Geht die schief, ist er gewissermaßen für den Rest seines Lebens erledigt. Geht dem Wohlhabenden (mit einem entsprechenden sozialen Netz Gleichgestimmter) ein Unternehmensplan daneben, ist die Wahrscheinlichkeit, daß er sich fängt, ja daß er von seinem sozialen Umfeld aufgefangen wird, sehr hoch!
Morgen Teil 2) Reich sein heißt gar nicht in erster Linie, viel Geld zu haben, sondern in einer Gruppe gut integriert zu sein, die reich ist - Das fulminante Fazit, das es in sich hat.
Freitag, 7. September 2018
Die Antwort ist doch viel einfacher (2)
Donnerstag, 6. September 2018
Die Antwort ist doch viel einfacher (1)
Es war die Solidarerklärung der Arbeitnehmer gegenüber Alleinerhaltern, denen ein Teil der geleisteten Steuern ZURÜCKBEZAHLT werden sollte, weil sie über die Kinder den Beitrag zum Gemeinwesen erfüllt haben, den andere nur über Geld leisten.
Nicht übersehen werden sollte nämlich, daß diese Steuern nur zu einem Drittel aus Löhnen abgeführt werden. Ein weiteres Drittel lukriert der Staat über den Konsum (Mehrwertsteuer, Verbrauchsabgaben etc.), und das letzte Drittel stammt aus den Sozialversicherungsbeiträgen und Beiträgen zur Altersvorsorge. (Bei letzterer wird speziell den Familienerhaltern die nächste Keule der Ungerechtigkeit ins Gesicht gedroschen, aber das hier nur nebenbei.) Weil das heute noch mehr der Fall ist als 1945, hätte sich also das Kindergeld als Steuerrückführung viel mehr erhöhen müssen, als es der Fall war.*
Zumal die österreichischen Sozialpartner - sämtliche Kammern, Arbeitnehmerorganisationen usw. usf. - gemeinsam beschlossen, durch eine speziell eingeführte Einkommensabgabe (denn der Staat konnte auf Steuereinnahmen nicht wirklich verzichten, und damals wußte man noch, daß was ausgegeben wurde auch hereinkommen mußte) einen sogenannten Familienlastenausgleichsfonds zu etablieren, aus dem diese Steuerrückzahlungen finanziert werden sollten. Und das ist im Prinzip bis heute der Fall.
Noch präziser, war dies sogar als Solidarleistung gegenüber den ALLEINVERDIENERN, den FAMILIENERHALTERN also gedacht, man möge nachlesen. Denn sie sind die "Quelle" der für Kinder und Ehefrau zur Verfügung stehenden Gelder. Und daran hat sich bis heute nichts geändert, das wird meist ein wenig vergessen. Wobei der Staat, der vergißt es natürlich nicht. Selbst die Zahlungen für Alimente und Unterhalt sind nämlich auf diesen Grundtatbestand, wie er in der Nachkriegszeit resümiert wurde, ausgerichtet.
Es kam erst mit dem Sozialstaat der Prägung der sozialistischen Parteien, die ab den 1970ern Europa fast zur Gänze in die Hände bekamen, Geldausschüttungen einzuführen, die in keinem direkten Zusammenhang mit Steuern und Abgabenaufkommen standen, sondern nur das ideologisch motivierte Ziel hatten, um jeden Preis soziale Gefüge zu verändern, indem man die Abhängigkeiten von den sozialen Gefügen "herausnahm" und ... auf den Staat hinlenkte.
Ab hier begann das Wesen eines sozialen Staates zu verschwimmen. Ab hier trat der Staat als großzügiger Onkel auf, der er natürlich nie war und sein kann, wie uns die Staatsschulden lautstark erzählen. Und ab hier begannen die Menschen logischerweise, sich vom Staat - nicht von ihren sozialen Gebilden, die wurden völlig verdrängt und vergessen - abhängig zu sehen. Obwohl diese realen Gefüge es sind, auf denen nach wie vor das Staatsgebaren aufruht. Den seither geborenen Menschen sind also diese Zusammenhänge überhaupt nicht mehr klar, und das war auch das Ziel dieses neuen Sozialstaates!**
Das Kindergeld ist aber nur als Form der Steuerrückzahlung zu denken. Es war und ist niemals eine freie Gabe des Staates, also eine "Sozialleistung" wie so manche andere, die egal aus welchen Gründen zumindest in den Zusammenhängen Aufbringung-Verteilung reines, einem amorphen "gegenwärtigen oder (vor allem) zukünftigen Steuereinnahmen" entnommenes Geschenk sind.
Kindergeld geht aber von zwei Voraussetzungen aus: Einmal davon, daß Einkommenssteuern BEZAHLT werden, und zweitens davon, daß das Geld im INLAND ausgegeben wird, weil damit ebenfalls Steuern bezahlt werden. Und zwar in jenem Volk, in jenem Land, zu dessen Gemeinwohl jemand, der Kinder hat und aufzieht schon durch diese Kinder beiträgt, so daß er steuerlich zu entlasten ist.
Das betrifft natürlich jene Bevölkerungsgruppen, die komplett von der Versorgung durch den Staat abhängen, ja um derentwillen ins Land kommen. Und neben Geld Sachleistungen oder deren Äquivalente erhalten, also auf gar keine Weise steuerlich "belastet" werden (mit denen man hier nehmen würde, was man dort gibt).
**Kleiner Exkurs über das Zerreißen von Zusammenhängen im Sozialstaat Österreich MORGEN
Donnerstag, 23. August 2018
Und wollen weiterhin nur Schmerzvermeidung
Ganz neue Fragen über Ungerechtigkeit müßten deshalb gestellt werden. Vor allem über die Zerstörung der Familien als Solidarverbund und (hierarchischen) Organismus, vor allem aber die Enteignung und Vergesellschaftung der Kinder. Alles das sind nicht zuletzt Folgen der Entpersönlichung der Sozialleistungen als Solidarleistungen generell. Und diese gewaltigen Schuldlasten müssen eines Tages auch verarbeitet werden, anderes anzunehmen ist eine Illusion.
Samstag, 16. Juni 2018
Reformieren heißt, die ursprünglichen Formen zu stärken
Sonntag, 7. Mai 2017
Folgen für die Zwischenmenschlichkeit
Und das macht auch deutlich, daß das Establishment (unbewußt wie aber auch bewußt) als Kampfbrigade gegen den logos auftritt und eindeutig eine gegen den inkarnierten Gott selbst gerichtete Bewegung ist, was immer sie auch behaupten mag. Denn Vernunft läßt sich nur als ganz real und gegenwärtig in Gott installiert überhaupt als Vernunft begreifen.
Mittwoch, 16. Januar 2013
Wüste des Sozialen
Freitag, 11. Februar 2011
Gemeinsame Prinzipien
Da ist es wieder, das Prinzip: alle tun dasselbe, aber einer hat eben mehr recht. Täter-, nicht Tatprinzip.
Und noch ein Prinzip findet sich bei beiden gleichermaßen, als Existenzprinzip: Eingliederung und Solidarität gilt nur so lange, bis ein Untergeordneter nicht mehr einverstanden ist mit dem, was der Obere macht. Bis er eifersüchtig ist, oder gar der Neid zu groß wird. Also? Also gibt es keine Solidarität. Also gibt es keinen Organismus. Also gibt es nur Einzeltäter, die sich streckenweise zusammenfinden, solange beide meinen, es diente ihnen, und deren Arbeitsprinzip das Erschleichen wie der anschließende Mißbrauch von Vertrauen ist.
Wo war das doch noch mal auch so dominant?
Montag, 17. Januar 2011
Zerfall durch Sicherung
Und so stellt sich manchmal die Frage, ob es denn sein könne, daß man mit dem, das wahrzunehmen man so sicher ist, alleine, gegen alle denkt und wahrnimmt? Aber die Erfahrung lehrt, daß dies über die Zeit gerechnet keinesfalls stimmt. Betrachtet man die Geschichte des Denkens, finden sich nahezu immer jene Spuren der Vernunft, denen man selbst gefolgt ist - was spielt Zeit, Epoche da für eine Rolle? Es sind immer dieselben Strömungen, Stimmungen, Geisteshaltungen, die auch dieselben Gedanken evozieren, nur der geschichtlichen Situation mehr oder weniger angepaßt. Trost findet man allerdings dann meist in Zeiten, wo heutige oft genug völlig verfilzte Problemkomplexe ihre Einzelfaktoren in den Anfängen zu entwickeln begannen.
Aber es gibt das Vergessen, und das immer dann, wenn eine Kultur am Ende ist. Ja, das Vergessen (und das einhergehende Verschwinden) ist die Ursache eines Endes einer Kultur, die sich im Tod selbst demontiert. Und es gibt das Verdrängen. Aber mit Geduld und Hartnäckigkeit, oft auch als Frucht der Treue der Wahrheit gegenüber, an der man teilhat, finden sich immer wieder eben dieselben Schienen, auf denen man selbst steht, im Nebel des gestern, dann wieder auf Lichtungen, die auf keiner Landkarte mehr verzeichnet sind.
So fand ich einen schon so lange verfolgten Gedankenkreis von mir, dessentwegen ich häufig genug angefeindet, ja beschimpft und verleumdet worden war, in einem Buch von Viktor von Weizsäcker aus den 1950er Jahren längst durchgedacht. Weizsäcker schließt mit seinen Gedanken einen Kreis, der bis zu C. G. Jung und theologischen Überlegungen über das Opfer geht. Denn er sieht die Bedeutung des subjektiven Opfers für die Persönlichkeitsentwicklung, und er sieht die Zusammenhänge zwischen all den individuellen Entwicklungen und großen, scheinbar "übermächtigen" Vorgängen, denen nicht selben heute Eigengesetzlichkeiten unterstellt werden - dabei sind die Zusammenhänge zwar komplex, aber logisch stringent aufweisbar.
Weizsäcker ist, abgesehen von seiner beachtlichen Familien- und Ahnenreihe, nicht irgendwer: die Begründung der psychosomatischen Medizin sowie der Medizinischen Anthropologie im 20. Jhd. geht auf ihn zurück.
Er hat viel darüber gearbeitet, wie der Sozialstaat sich - und zwar durchaus fatal - auf das soziale Leben eines Volkes auswirkt.Weil die Situation einer so weitgehenden erfahrenen Lebenssicherheit im Einzelnen die entscheidende Grundhaltung - und das ist die des Opfers, des Selbstübersteigens - für die Persönlichkeitsentwicklung gar nie entwickeln läßt. Damit öffnet sich diesem Grundwissen, daß in der Psyche tief verankert ist, der ganze dunkele Keller der Ersatzwege - und damit, übrigens, steigt eine fatale Anfälligkeit für den politischen Mißbrauch dieser Opferbereitschaft. Ganze politische Bewegungen setzen sich auf diese unbewußt bleibenden und damit vom Einzelnen unkontrollierbaren Antriebspferde. (Nicht zuletzt seien hier die Grünbewegungen und sonstige scheinbar übermächtige Bedrohungsszenarien genannnt.) Es wird hier sicher noch mehr darüber zu schreiben sein.
Weizsäcker behandelt in "Ärztliche Gedanken zu einer Versicherung und Sicherung" genau das, was die politische Absicht der "Entpersönlichung" des Sozialen, um Verbindlichkeiten aus dem Weg zu räumen, die zugleich soziale Bezüge (v. a. Abhängigkeiten) stärkt wie schafft, die aber den jeweiligen politischen Zielen entgegenstehen, als Kollateralschaden übersehen hat, oder übersehen wollte.Der Sozialstaat ist genau das nicht, was er vorgibt zu sein - eine soziale Tat!
Sondern er ist ein politischer Destabilisierungsakt eines sozialen Gefüges, und wirkt sich desaströs auf persönliche Haltungen und Tugenden aus. Das bloße, scheinbar so "unschuldige" Geld-Umverteilen hat eben dramatische persönliche Auswirkungen, und interessanterweise weiß die Linke das sehr gut.
Entsolidarisierung (und genau diese ist heute als Massenphänomen zu beobachten) ist aber unter anderem die Folge der "Sicherung" aus der Versicherung, weil das individuelle Opfer nicht mehr wirklich gefordert wird, sondern erneut in einer Reihung von Wertungen untergeht: WER aus einer Gemeinschaft ist zuallererst verpflichtet zu opfern? Und hier bleibt plötzlich dem Einzelnen nur noch die subjektive Urteilsbasis.
Womit sich der Kreis dieser Zeilen schließt.
Samstag, 1. Januar 2011
Solidarisch mit sich selbst
Das fiel mir ein, als ich Bischof Kapellari's Neujahrsbotschaft in der Kleinen Zeitung las. Solche Bischöfe wissen immer so viel von Herausforderungen zu reden, ein Wort das meist dann gebraucht wird, wenn man in Wahrheit verschleiern will, daß man dabei ist, sich oder etwas zu verlieren.
80.000 Austritte aus der Kirche soll es im Vorjahr gegeben haben, so viele gab es nicht mehr seit Hitler's Zeiten. Bei immer noch rund 5 Mio. Katholiken in Österreich eine erkleckliche Zahl. In normalen Jahren liegt die Zahl bei rund 40.000. Kardinal Schönborn sprach auch diesmal von Herausforderung.
Klar, wenn alles so überraschend kommt. Bislang waren es ja ganz andere Herausforderungen.
Damit endlich auch die Bischöfe austreten.



