Treibgut - Wo am breiten Strome die Ufer stehen, sind Schwarzerlensamen aufgegangen, und schäumen als saftige Büsche die Ränder der großen Lethe, die alles ins Dunkele Meer trägt; ihre weichen Äste, die noch nicht ahnen lassen, welcher später als kahler Stamm reife Blätter hoch in der Sonne wiegen wird, tauchen in die Wasser, wie Kinderhände. Dann und wann greifen sie, denen alles noch ernstes Spiel ist, nach Treibgut. Oder es bleibt hängen, lädt zum Tanze, haucht im Kusse Lebwohl
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Dienstag, 24. Januar 2023
Hintergrundrauschen (2)
Montag, 23. Januar 2023
Hintergrundrauschen (1)
Donnerstag, 10. November 2022
Filmempfehlung (2)
Der Vater wehrt sich dennoch vehement gegen die Selbsthilfe der meisten übrigen Dorfbewohner, die nach Gewerkschaft und Streik rufen. Streik? Niemals, das wiederspricht den Lebensgesetzen! Ein sinnvolles, pralles Leben gibt es nur durch Opfer.
Mittwoch, 9. November 2022
Filmempfehlung (1)
Eine gute Welt aber kann nur durch Opfer und Selbsthingabe erreicht werden. Und die Welt Ford's ist auch eine Welt, in der Gott selbst dieses Opfer verlangt, auf daß Leben, Schönheit und Größe wie Gerechtigkeit, Liebe und Barmherzigkeit sie durchwese. Was wäre sonst lebenswert, was anders als eine Hölle?
Donnerstag, 25. August 2022
Im Sohn der Vater, im Werk der Künstler
[Wer saber ist mein Bruder, mein Sohn, meine Mutter? Der mein Wort hört und es befolgt, der ist mir Bruder, Schwester und Mutter und Sohn.] Nicht das Blut definiert die Zugehörigkeit zum Haus, sondern der Gehorsam, der "Mensch guten Willens".
Samstag, 11. Juni 2022
Von einem Gott in drei Personen
Mittwoch, 4. Mai 2022
Ab dannen/da die Welt/in Widerspruch zerfällt
Freitag, 7. Januar 2022
Kleinere Beobachtungen
Es ist nicht uninteressant, die Situation der ältesten Tochter zu studieren. Deren Leben nicht selten vom Bemühen bestimmt ist, die "bessere Version der Mutter" zu werden. Auch als "die bessere Frau" für den Vater, weshalb ihr Versuch, die Mutter zu übertrumpfen, die Wertelandschaften und Eigenschaften des Vaters wiedergeben. Das heißt also, nicht ohne den Vater gesehen werden kann, dessen "leeren Platz an seiner Seite" sie zu füllen, den sie zu überzeugen versucht. Und dabei nicht selten Schadenfreude (der Mutter gegenüber) ihre Rolle spielt.
Die nächsten Töchter haben es da ein wenig leichter. Sie stehen nicht mehr so unter diesem Druck einer mit den nächsten Kindern schwindenden Aufmerksamkeit der ältesten Tochter, haben deshalb also auch weniger den Vater im Zentrum ihrer Rechtfertigung.
Mit einem gewissen Sonderfall, der Tochter,
Mittwoch, 30. Juni 2021
Veganismus als Schuld an der Erde (1)
Oh, singe den Zorn, oh Göttin des Peleïden Achilleus (oder auch des Hans Zurngreiter, den Buben vom Bert), darüber, wie man sich täuschen kann. Oh, wie oft leben wir in Verhältnissen, deren wahrer Hintergrund oft im selben Verhältnis anders und sogar kontradiktisch ist, als seine Deckmäntel in Wortgebilden errichtet eine stille Gegebenheit und Selbstverständlichkeit nützen, also ins Leere stoßen. Wo dann ein wortreiches Gebilde darüber gesponnen wird, das nichts weniger als eine Lüge, als der berühmte Mündungsrauch, der verhindern soll zu sehen, woher das Geschoß wirklich kommt. Genau das läßt sich über den Vegetarismus, noch deutlicher aber über das Veganertum aussagen.
Dessen Ideologie (und kein Veganer bestreitet, daß seine Einstellung eine solche ist) nicht nur dadurch ihre matriarchalisch, matrizentrische Gründung verrät, daß sie wie ein Heißluftballon über der Erde schwebt und kein Loch in seiner Außendecke erlaubt, weil er sonst aus dem Gleichgewicht gerät, den existenznotwendigen Auftrieb verliert und abstürzt, nein - er verrät diese Herkunft durch seine Wiederspiegelung in der Mythologie.
Samstag, 22. Mai 2021
Man kann's auch übertreiben (2)
Teil 2) Wenn ein Sündenbock zum Sündenbock wird (Teil 1 am 14. Mai 2021)
Freitag, 14. Mai 2021
Man kann's auch übertreiben (1)
Es ist ein wenig seltsam, daß über weite Strecken dieselben Kräfte, die für sexuelle Befreiung eintreten, die Pornographie ablehnen. Und nicht nur das, diese Ablehnung trägt teilweise bereits aggressive Züge. Ganz so, als würden alle Schranken, hier den Archetyp eines Sündenbocks zu konstituieren, zunehmend fallen. Sodaß sich (ähnlich wie in der #metoo-Bewegung) ganz andere, elementarere und vor allem komplexere Dinge zu einer Ersatzabführung bündeln. In die hinein dann der Wille (zusätzlich aus dem Verstand genährt) Energie lenkt.
So wird die Ablehnung der Pornographie sogar zu einer Art Gleitmittel, zu einem nächsten Trojanischen Pferd, um im Kampf gegen dieses "na wohl auch von Ihnen abgelehnte Zeug!" auch die Zustimmung zu Totalitarismen einzuholen. Denn wenn schon nicht beim Klima, wenn schon nicht bei Corona, dann ist doch wenigstens bei der Pornographie gerechtfertigt, das Verhalten der Menschen bis zum Gang auf die Toilette zu regeln. NICHT WAHR?
Eben. Nicht wahr.*
Donnerstag, 2. Juli 2020
Warum Gott als Mann gesehen werden muß (2)
Und MIT DEM PRIESTER zerfiel AUCH DER MENSCH. Nicht umgekehrt, nicht anders, sondern genau so.
Mittwoch, 1. Juli 2020
Warum Gott als Mann gesehen werden muß (1)
So, wie beide, Mann wie Frau, in der Selbstüberschreitung, durch diese Mann-Männin-Konstellation jeden dieser Aspekte des Menschseins=eigentlich Mannseins erst zur Wirklichkeit und damit zur Welt bringen. Ohne diese "Frau aus dem Mann genommen" hätte dem Menschsein seine wirkliche Wirklichkeit gefehlt, die immer erst als Moment der Selbstüberschreitung WIRD, also ist.Als Ergänzendes, als "Fleisch von meinem Fleisch, Bein von meinem Bein." Als Boden, als Materia, ohne die er nicht Mensch weil Welt sein könnte.
Mittwoch, 23. Oktober 2019
Nur der Gehorsame ist frei
Dieses Gehorchen, dieses Selbstüberschreiten nun ist immer ein Eintreten in einen Ort, der uns vorausgeht und immer ein Ort des "Gemeinsamen" ist, das mit allen eint, die ebenfalls diesem Ort zugehören. Ort ist IMMER eine Art von Kollektivem, eine Universalie, eine geistige Beziehung im Begriff, in dem das Ich sich stärkt, weil es von sich ab- und auf etwas zugeht, sich der Gnade überantwortet, die erst zum freien Individuum (weil Gottähnlichen) macht.
Darin liegt auch erst die Individualisierung, die ein Individualisieren von "Gemeinsamem", Universalem, immer zu Übernehmendem ist. Selbst das, was nur uns gehört - manche Talente etwa - sind deshalb wesensgemäß und über den Menschen aussagend auf ein Gemeinsames ausgerichtet, nie isoliert möglich. Talent, gerade Talent ist eine lediglich sehr spezifische Form von Ort, also von Gemeinsamem, sodaß auch hier erst der Gehorsam in der Selbstüberschreitung dem Einzelnen seine Individualität und sein Talent voll oder sogar überhaupt entfalten läßt.
Es ist ein Paradox somit, daß im gehorsamen Einordnen (also im Eintreten in einen Ort innerhalb des Wissens Gottes, seiner Ideen sohin, dem logos) in eine Ordnung (die in Gott Vorsehung ist), die sich auch im Sozialen und als immer heilig und unantastbar sein müssende Tradition (die dann auf Gott selbst zurückgeht, also seine Spuren trägt) ausdrückt, ja gerade dort ausdrückt, die schöpferische Freiheit ihr höchstes Maß empfängt.
Donnerstag, 25. Juli 2019
Ein erschreckendes Symptom (2)
²Insofern ist Teil des Symptoms und des Erschreckens auch die absurde Reaktion in weiten Teilen der "Gegenöffentlichkeit", wie sie sich gerne nennt. Die Ahnungslosigkeit, die Ungebildetheit, die etwa bei Tichys Einblick in einem Kommentar erkennbar wird, ist zwar nicht überraschend, aber denn doch furchterregend. Hier wird außerdem mit "Meinungsfreiheit" argumentiert, als wäre deren Problematik als Ergebnis einer solchen absurden, völlig verfehlten Diskussion, die nicht im Ansatz erfaßt, worum es dabei überhaupt geht, erfaßt. Kurz gesagt: Früher hatten Kinder am Tisch der Erwachsenen zu schweigen, und das hatte seinen guten Grund. Meinungsäußerung und -verbreitung ist von Stellung, von Ort, von Stand, von Aufgabe nicht zu trennen.
Das einzuschränken, und zwar in den Rahmen eines sozialen, institutionellen Gefüges zu stellen, dient zudem dem Schutz der Unmündigen. Denn auch für Äußerungen muß jeder Mensch Verantwortung übernehmen. Aber was soll man von Menschen halten, die laufend mehr Macht (Möglichkeiten, Potenz) haben, als ihrem Sein entspricht? Wie kindisch ist also doch diese ganze Diskussion um "Meinungsfreiheit", die das Wesentliche - das, was es wirklich zu schützen gilt! - nicht einmal trifft?
Im übrigen wird hier einmal mehr deutlich, wie wenig der Liberalismus als Geisteshaltung in der Lage ist, zu gestalten. Er wird immer nur dort und höchstens dort "zutreffend", wo er an dem, was er selbst zu verantworten hat, zu leiden beginnt.
Mittwoch, 24. Juli 2019
Ein erschreckendes Symptom (1)
Man kann nicht mehr recht sagen, auf welches Versagen solche Dinge im Einzelnen zurückzuführen sind, die uns in diesem Video mit voller Keulengewalt entgegenschlagen. Und eine inhaltliche Analyse lohnt nicht, sie wäre erstens vergeblich, und zweitens ist sie längst geschehen, sie wird diesmal auch nicht mehr gehört. Und drittens tun sich ohnehin andere diese sinnlose Sisyphos-Arbeit an, aber mit auch noch so guten Argumenten ist da sowieso kein Blumentopf zu gewinnen. Dieser Zug ist abgefahren, die Gehirnwäsche hat gesiegt.
Immerhin, eines muß man Rezo zugestehen: Der Rapper (was immer das als Seinsbeschreibung sein soll; ist "Nichts", also Formlosigkeit, tatsächlich "etwas"?) hat alle diese zahllosen Fäden des Irrsinns und der Irrationalität gebündelt, auf typische Weise rationalisiert, und zu einer Reingestalt geführt, die verblüfft. Und eben - erschreckt.
Es könnte einem angst und bang werden, mit welchem Erfolg die jungen Menschen offenbar bereits umerzogen und zu manipulierten Akteuren der Destruktionskräfte wurden. Denen wir selbst den Raum gegeben haben. Und die man nur einer Kategorie zurechnen können: Als Bewegung gegen das Sein. Als Nichtung somit.
Wehe uns, wenn nicht endlich wieder Väter aufstehen, die Väter von Gestalt her sind. Denn Rezo zeigt sehr genau was herauskommt, wenn diese Väter fehlen. Aber dazu müssen wir erst wieder dessen gewahr werden, was Vaterschaft überhaupt heißt.***
Wenn es nämlich niemand zu sagen wagt - es gehört gesagt: Diesem Rezo gehören von seinem Vater ein paar hinter die Löffel, samt vier Wochen Hausarrest, Streichung des Taschengeldes, und Arbeit im Kuhstall. Denn ein Kind hat sich nicht in die Debatte der Männer einzumischen. Es sollte zuerst einmal selber Mann werden. So lange wird auch sein Computerzeug versperrt gehalten, damit er aufhört, dem Haus, das das Haus des Vaters ist, Schande zu bereiten.
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Sonntag, 1. Juli 2018
Brief an einen Sohn (5)
Bei diesen Andeutungen (was für eine Chuzpe, diese Textmenge noch Andeutungen zu nennen ... ;-) will ich es insofern einmal belassen, als ich natürlich sehr mit Dir in Deinen emotionalen Nöten mitfühlen kann. Vielleicht habe ich erzählt - ich hatte 1980 bis 81 in Graz eine "Beziehung", die für mich desaströs endete. Auch hier hat sie mich verlassen, wenn man Betrug als verlassen sehen will, der es aber ist. Ich war nachher nicht mehr der alte, vielmehr zutiefst verwundet, fast könnte man sagen: Tödlich getroffen. Samt Selbstmordversuchen. Ach ja, ich erinnere mich, ich habe davon erzählt.
Wenn es auch im Detail sicher anders war als bei Dir, vereint uns doch auch in diesem Punkt ein gewisses gemeinsames Schicksal, das wollte ich damit sagen. Was mich sehr berührt. Wobei: Das soll ja bei Vätern und Söhnen keineswegs selten, ja sogar die Regel sein ... Aber aus heutiger Sicht ging es denn doch um dasselbe wie bei Dir: Ich habe nicht die Kraft gehabt, dieser "Beziehung" einen Namen zu geben: Ehe.
Und sie hat das auch abgelehnt, ich hatte es einmal angesprochen. Wobei ich heute denke, daß sie das bereut. Sie lebt heute alleine, hat nie geheiratet. Ich werde sie nie mehr kontaktieren, gewiß nicht. Aber ich habe so eine seltsame Ahnung, daß sie etwas begriffen und vielleicht sogar bereut hat. Und das hat mit "Beziehung" zu tun. Sie wollte "Beziehung", hielt Ehe für unnotwendig. Heute ist sie allein. Wie so extrem viele Frauen übrigens. Beobachte einmal wie viele mit vierzig, fünfzig Jahren oft unter Tränen feststellen, daß sie ihr eigentliches Lebensziel, ihre größten Wünsche - Familie, Ehe, Kinder etc. - NICHT erreicht haben. Trotz Karriere und Volvo in der Garage und Photos von Urlauben in Thailand und Peking, oder weiß der Deibel was. Wobei meist, ja fast immer auch das nicht. Sie haben ihr Leben gelebt, aber es ist nichts Dauerhaftes geblieben.
Irregeleitet waren wir beide, schon damals, 1980/81 in Graz, und das ist gleich wie heute bei Euch Jungen sozusagen. Durch die überall propagierte "neue" Sicht von Mann und Frau, die sich ja alles quasi selbst arrangieren können, weil ja alle so frei sind, vor allem die Frauen. Was für ein Unsinn. Erfüllung gibt es nur in Bindung. Erst Bindung informiert empirische Daten, weil Gestalt erst dann entsteht, wenn sie sich behauptet, und das heißt: abgrenzt, aus dem Chaos heraushebt, im Namen ein "Etwas" macht, weil Informierung "Bindung" ist.
Womit wir auch zurück bei der Physik wären. Erst Form macht aus einem ständig variablen "irgendwie" eine tragfähige Gestalt. Das hat nichts mit "konservativ" zu tun, das ist einfach realistisch. Daß das heute so gar nicht mehr erkannt wird, hat vor allem mit dem Sozialstaat als "Rückversicherung für das Leben" zu tun.
Natürlich weiß ich, daß vor allem die Frauen katastrophal fehlgeleitet (weil auf sich gestellt, "e-manzipiert", also: aus der Hand gegeben oder genommen oder geworfen, je nachdem) sind. Sie betrifft die heutige Verwirrung noch mehr als die Männer. Umso höher wäre also der Männer Verantwortung, die vor allem eine Pflicht zum Widerspruch, zum "Besserwissen" ist. Wer führt MUSZ besser wissen. Eine hohe Verantwortung, vor allem oft ein schweres Kreuz. Aber wer führen will MUSZ dazu den Mut, ja die "Frechheit" haben. Und ohne Führung wiederum gibt es kein Seiendes! Alles lebt aus einer Spitze, einem Haupt - Form, Sinn ist damit sogar Ausdehnungsgrenze - und Beziehung, als Anstoßen von Grenzen.
Deshalb proklamieren die Frauen Ansprüche, die mit dem, was sie wirklich wollen, nicht einmal mehr im Entferntesten übereinstimmen. Anderseits aber muß man genau zuhören, genau zusehen. Denn indirekt - indirekt! - zeigen sie, die viel mehr die fleischliche, sinnenbezogene, und deshalb so leicht zu beeinflussende Komponente des Weltseins sind, oft sehr genau an, worum es ginge. Als Gestalt, als Bewegung des Seins, viel vor allem im Instinkt, nicht als "Denken". Man muß bei Frauen mehr als bei Männern (oder Dingen) ihre Schatten lesen, die sie an der Wand hinterlassen, vor der sie sich bewegen.
So, und nun sind auch die Schienen gelegt für die zweite Variante. Du bist immerhin mein Sohn, und über Ähnlichkeiten haben wir bereits gesprochen. Was wäre, ***, wenn wir beide gar nicht einen "Fehler" gemacht hätten, sondern uns in einer irrtümlichen Annahme über uns und unsere Wünsche, Ziele selbst befunden hätten, wenn das die Frauen sogar gespürt hätten? Und Frauen sind oft tatsächlich sehr handfest-klug, nur wissen sie es meist nicht. Wenn wir also in Wirklichkeit diese "Ehen" deshalb nicht "so richtig" angestrebt hätten, weil wir beide sie ... gar nie gewollt, nur so irgendwie gemeint hatten, sie zu wollen, oder meinten "irgendwas in dieser Richtung" wollen zu müssen, warum auch immer?
Was hätten wir dann beide also verloren?
Gerade wenn Männer sehr geistig orientiert sind, ***, ist die Bedeutung des Fleischlichen - und Ehe, Zweisamkeit ist maßgeblich etwas Fleischliches und wird vor allem dann dazu, wenn wie bei uns beiden der Fall, wir enge körperliche Kontakte (um es so zu umschreiben) mit den Frauen bereits hatten, diese sich gar zur (oh ja, supertollen ...) Gewohnheit ausbildeten - oft sehr sekundär, ja unter Umständen (wie beim Zölibat) gar nicht vorhanden und dem eigentlichen Lebensziel entgegen. Dann ist unsere "Ehe" - und jeder, wirklich jeder Mensch ist auf Ehe angelegt! - doch die Ehe mit einer geistigen "Frau", mit einem Volk, einer Gemeinde, einer Zuhörerschaft, einem Publikum, Angestellten, was auch immer noch Dir dazu einfällt?
Ob das bei Dir so ist, weiß ich nicht. Aber vielleicht solltest Du es erwägen? Versuche nur einmal, es mit Deinen Gedanken zum "Nobelpreis" zusammenzubringen. Mit dem mir gegenüber geäußerten Zielbild, "Wissenschaftler" zu werden. Ich sage nicht, daß das prinzipiell alles unvereinbar wäre, und ich kann Dir gar nicht sagen, wie ich mich über Enkel von Dir freuen würde. Aber sehr oft ist es das. Dann sind unser beider Kinder und Enkel eben ... nicht fleischlicher Art. Nimm es nur als Gedanke, als Möglichkeit, und höre genau, ob sich dazu in Deinem Inneren etwas regt.
Aber auch darüber, darüber, mein lieber Sohn, können wir, wenn Du das willst, bei einem Stadtpark-Spaziergang ausführlicher sprechen. Den wir vielleicht in nicht zu ferner Zukunft abhalten? Die Perspektive, daß wir uns wieder treffen, macht mich sehr froh.
Und so wünsche Dir von ganzem Herzen alles Gute, und viel viel Kraft, die Schmerzen der Trennung von einer "faszinierenden Frau", wie Du es nennst, gut zu verwinden. Arbeit, Aufgabe, Sinn (!) - und Spiel ;-) - ist da ein recht gutes Mittel. Wenn Du deshalb auch nicht ganz vergessen solltest, daß Du recht sicher ein gehörig Maß dazu selbst beigetragen hast.
Vielleicht machst Du Dir dann vor allem keine Vorwürfe, was Du "falsch gemacht" hättest. Vielleicht hast Du gar nichts falsch gemacht. So oder so. Dann wirst Du aus dem Schmerz wenigstens etwas gelernt haben. "Wo Gott eine Tür zuschlägt, macht er ein Fenster auf!"
Und noch einmal: Ich freue mich über Deine geistige Entwicklung und bin stolz auf Dich und die Richtung, in die Du zu gehen scheinst. Gerne habe ich deshalb auch dieses eine Photo, das ich von Dir digital aufgetrieben habe, ich gestehe es, meiner heutigen Lebensgefährtin (in Deutschland) gezeigt. Was für ein Prachtsohn, hat sie gemeint. Ja, habe ich geantwortet, eine kostbare Perle. Und habe ihr ein wenig erzählt. Auch von früher, als Du noch mein kleines, so zerbrechlich empfundenes Söhnchen warst. Auch das wäre ja ein Hinweis auf Geistiges.
Gott, die Ursache von allem Sein (Physik!), das alles Gut (= am Sein Teilhabende, also alles Seiende) treibende (schaffende) Sein selbst also, aus dem alles Seiende heraus in Liebe, in Zustimmung zur Welt "isset" (ist ist ein Aktivum!), möge diesen kostbaren Menschen schützen.
***, ich bete für Dich.
Dein Dich liebender
Vater
Freitag, 29. Juni 2018
Brief an einen Sohn (4)
Die Frage um Form und Gestalt wird Dich in der Physik auf Schritt und Tritt begleiten, wenn Du in ihr ehrliche Erkenntnis der Welt (und damit ihrer Gründe, da kommt eines aus dem anderen) suchst.
Ich habe vor kürzerer Zeit ein wunderbares Buch gelesen, eine ganz trockene physikalische Abhandlung von Wolfgang Köhler, einem deutschen Physiker beziehungsweise fächerübergreifenden Naturwissenschaftler. "Die physischen Gestalten in Ruhe und im stationären Zustand: Eine naturphilosophische Untersuchung". Eines der Bücher, die an sich vergriffen sind, schon lange - wobei: in der Uni-Bibliothek wirst Du es wahrscheinlich noch finden - und die ich deshalb bei einem Verlag in Indien (sic!) zum Nachdruck (um unglaublich wenig Geld) bestellt hatte. Eine Literatur-Beschaffungs-Methode, der ich mich schon lange bediene, denn die aktuelle Literatur ist oft sehr sehr schwach, und ich wundere mich wieder und wieder, daß man nicht merkt, daß die Wissenschaft vor fünfzig oder hundert Jahren tatsächlich weiter war als die heutige, aber das ist ein eigenes Thema.
Köhler zeigt darin, daß die Eigenschaften der Materie von der Form (und damit von der Beziehung!) abhängen, also nicht "an sich" feststehen, sondern eine bestimmende Gestalt brauchen. Gestalt gibt den Teilen immer ein Zusätzliches, das als Sinnhorizont auftritt. Das trifft sich unter anderem mit Heisenberg. Der Name wird Dir ja vertraut sein.
Form. Darum geht es. Und Form muß allem VORANgehen, und geht allem voran. Jemand mußte die Schreibmaschine nicht nur zuvor erdacht haben, ehe er sie machte. (Das war sogar ein Österreicher aus Südtirol. Drum sagen die Italiener: Ein Italiener ...) Er mußte ihren SINN kennen, noch besser kennen als der Erfinder des Gänsekiels, sozusagen, um diese Maschine dann diesen Sinn erfüllend zu erdenken. Nur wer Sinn besser erkennt, "erfindet" deshalb etwas.
Erst Form (die damit dem Sinn quasi entspricht, dem logos) kann Materie binden, zu Eigenschaften (Empirie) prägen. Sie steht am Anfang, nicht als summiertes Ergebnis quasi mechanischer Prozesse (wie bei der Schreibmaschine), zeigt Köhler. Zur Gestalt geworden (also Form die Materie "in-form-iert") weisen diese physischen Dinge dann völlig neue Eigenschaften auf. Und das läßt sich in Analogie (also: Ähnlichkeit, wenn auch auf anderer konkreter Ebene) auch auf die Zwischenmenschlichkeit übertragen. Denn alles, ***, alles trägt im Grunde dieselben Archetypen, nein, wird von diesen vielmehr getragen, nur auf je völlig anderer Ebene, und immer geht es darin um "Sinn", logos, "auf-zu". Das ist sehr wichtig, weil ja gerade die Wissenschaft verlangt, daß eine Untersuchungsmethode der Art des Untersuchten entsprechen muß. Die Physik führt also unweigerlich zur Meta-Physik. Und sie verlangt deshalb die schärfste Sprache, das härteste Denken.
Donnerstag, 28. Juni 2018
Brief an einen Sohn (3)
***, der Fehler oder Widerspruch wird schon aus Deinem Sprechen darüber erkennbar. Du nennst es "Beziehung". Was aber ist "Beziehung"? Kannst Du aus Deinen Studien (die Du so wunderbar intensiv betreibst, ich bin tief bewegt das zu sehen!) erkennen, daß "Beziehung" irgendetwas erklärt oder definiert? Verlangt nicht "Beziehung" (als empirische Erkenntnis aus Beobachtung) eine Präzisierung? Eine Benennung? Einen Namen? Ein ... definiertes Wesen, aus dem jederzeit Ziel und Sinn hervorgeht?
Ja, heute reden alle von "Beziehungen" in Mann-Frau-Angelegenheiten. Aber niemandem scheint aufzufallen, was für ein leeres Gequatsche das ist. Der Mensch ist sui generis ein Kulturwesen, also braucht er auch notwendig kulturelle Formen. Für alles. Braucht. Lebensnotwendig. Untrennbar. Nicht "vielleicht, oder auch nicht, werden sehen, oder auch nicht". Welt ist immer das Sichtbare, das Konkrete, das vom Menschen "Gemachte". Kultur. Und Kultur, Menschsein heißt: Beziehung in eine Form überführen und darstellen, und damit Welt darstellen und damit Welt konstituieren. Schaffen heißt aber immer: BENENNEN. Einen Namen geben. Ein konkretes, ganz konkretes Wesen beschließen, VORHER, dann als ‚telos‘ anstreben, der somit Ausgangs- wie Zielpunkt ist. Logos.
Ich kann Dir deshalb einen gewissen Vorwurf nicht ersparen. Ich habe es in Graz angedeutet. Es liegt nämlich am Mann, aus dem Bezogensein auf eine Frau (und aus ihrer zum Mann) etwas Konkretes zu machen! Und das ist ... die Ehe. Das Haus. Die Familie, die ich lieber "Haus" nenne. Erst hier kann man sich auf eine konkrete Gestalt hin transzendieren, erst hier kann sich etwas entwickeln, das mehr ist als ein sich irgendwie Aushalten oder im Bett verlustieren oder was auch immer. Und aus diesem Transzendieren kann man zu sich selber werden. Ja, NUR darin. Denn NUR so bricht die die Zeit konstituierende Zeit in die Welt, weil sie Raum wird (Wieder: Physik, und damit: Musiktusch.)
Es ist also Zukunft, Aufbau "von etwas", das Gegenwart und damit überhaupt erst "Sein" konstituiert. Wenn der Mann einer Frau das nicht bietet, ***, wird sie gehen, das ist so sicher wie das Amen im Gebet. Sie braucht ein Haus als Perspektive, als Plan, als Ziel, in dem sie ihre Stellung haben wird. Weil sie gegenwärtig werden will. Das ist nur vernünftig. Und das erwartet sie vom Mann, ob sie das zugibt, weil sie darum weiß oder nicht. Oder meint selber irgendwas "Wichtiges" werden zu wollen, wie, das meine ich, bei Dir der Fall war (und Du bist darauf hereingefallen). Denn der Mann ist der "Bestimmer" gegenüber der Frau, die auf Bestimmung wartet, auch wenn sie das scheinbar ablehnt, heute meist aus Gruppendruck.
Oder von bereits verblödeten Müttern zur Selbstverfehlung geschliffen.
Das ist (schon rein physikalisch betrachtet) eine ontologische Tatsache, ein Wesensmerkmal, das nicht unserer Disposition unterliegt. Wie falsch hier der Feminismus heute liegt, kannst Du daraus vielleicht ermessen. Dem ich wie so vielen gegenwärtig populären Auffassungen zuschreibe, daß er vor allem die jungen Menschen (und in dem Fall rechne ich Dich dazu) zu Verwirrung führt, sodaß sie ihre Lebensziele nicht erreichen, weil sie das falsche, völlig ungeeignete Denkwerkzeug haben. Und damit die Welt nicht mehr richtig einschätzen, Situationen nicht wesensgemäß beurteilen, um richtige Alltagsentscheidungen treffen können.
Die heute vorzufindenden allgemeinen Auffassungen, mit denen gerade Ihr Jungen zugeschüttet werdet, mit erheblichem emotionalem Druck ("Alleinsein", Einsamkeit, erinnerst Du Dich an diesen Gesprächspunkt damals im Oktober in Graz? Man muß zum Denken einsam sein können!) sind deshalb so gefährlich. Ich bin also ein vehementer Feind dieses heutigen Denkens, das ja gar kein Denken mehr ist, sondern nur so tut als ob es eines wäre, weil es halt auch wie Sprache (wie! nicht ALS) durch den Kopf rauscht etc. Unsere heutige Welt (und damit die Menschen, vor allem die jungen) ist regelrecht zugemüllt mit nie durchgedachten, sprachlich entsprechend verschwommen gehaltenen Dingen. Also Nebeln, dogmatisierten Mythen (als Religionsersatz) und wieviel völligem Schwachsinn. Irrationalität wird sogar als Heilmittel verkündet, weil einem die Sprache fehlt um Begriffe zu klären, "Gefühl" soll den Verstand ersetzen, "Spontanität" die Vernunft, und "Leidenschaft", Getriebenheit wird zum "Gefühl" erklärt, das noch dazu leiten soll. (So nebenbei: Das ist der perfekt manipulierbare Konsumidiot.) Damit kann man aber kein Leben bestreiten. Und damit kann man auch keine "Beziehung" zu einer wirklichen "Beziehung" gestalten, die erst zu einer Beziehung wird, wenn ich ihr konkrete Form und Gestalt gebe.
Mittwoch, 27. Juni 2018
Brief an einen Sohn (2)
Ich selber lese gerne und viel Bücher mit physikalischen Themen. Der Grund ist einfach: Physik muß streng am Ursache-Wirkungs-Prinzip kleben bleiben. Sie muß (oder müßte; leider ist vieles heute in der Physik auch nur noch mehr oder weniger phantasievolle Mythologie geworden) also streng logisch bleiben. Und sie geht noch deutlich erkennbarer als so manche andere Wissenschaft (die deshalb oft gar keine mehr ist, sondern zur "Erzählung phantasievoller Geschichten" wurde) von Grundprinzipien der Welt aus. Diese sind Erkennbarkeit, diese sind Ursache-Wirkung, und diese sind Fragen des Sinns, die damit untrennbar verbunden sind.
Somit zeigt sich mir, daß Du wirklich nach Wahrheit suchst, und nicht wie so viele meinst, ein Studium wäre das Lernen der Anwendung, des Nutzens, der Mechanik der Schreibmaschine, um zum ersten Bild zurückzukommen. Ich habe schon in Graz mit Freude festgestellt, daß es das sein könnte, was uns beide sehr stark verbindet, worin wir uns beide also am meisten ähneln.
Zumal sich ja in den Kindern immer bestimmte Teilaspekte des Vaters ausdrücken, die in der nächsten Generation noch spezifischer ans Licht kommen und Welt werden (weil seiend konstituieren) sollen. Deshalb hängt subjektive Entwicklung immer mit dem Frieden mit dem Vater zusammen. Denn wer sich gegen diesen wendet oder seinen Segen ablehnt, wendet sich gegen sich selbst. Die Mutter ist das Nicht-Individuierte, mit dem man schon rein körperlich in eins fällt. Das Personale wird aber erst im Vater (dem Geist-Prinzip) zum Individuum. Gaben und Talente sind nie rein technische Fertigkeiten, darin irrt man heute gewaltig, wie in so vielem. Sie sind immer auf den Ursprung bezogen, sind also Fertigkeiten, die die Beziehung zum Ursprung brauchen, weil sie erst daraus Sinn beziehen und damit von bloßer Schreibmaschinenmechanik zu "Fertigkeit" werden. Beuge Deinen Arm auf und nieder - ist das eine Fertigkeit? Setze diese Bewegung aber in einer Weltmeisterschaft im Sumi-Ringen ein - plötzlich wird sie zur Fertigkeit!
Denn letztlich ist Welt Beziehung weil Ort, und daraus Raum - aus der Zeitlosigkeit in die Zeit. (Also auch das sogar sehr physikalische Fragen, die aber nur in der Philosophie begreifbar werden.)
Und auch diesen Weg suchst Du, wie mir Dein liebes, vertrauensvolles Schreiben, für das ich Dir sehr danke, belegt. Ich traue Dir selbstverständlich alles zu, auch einen Nobelpreis ;-) !
Denn Du scheinst mir den richtigen Weg zu gehen. Ein Studium ist nämlich nie eine "Ausbildung", das ist ein katastrophales Mißverständnis, das heute so viele haben. Es ist ein Weg, der zum selbständigen Denken führen muß. Oder: sollte. Auch wenn das nur wenige wahrnehmen und glauben, mit einem in Gold gefaßten Wandbild-Zertifikat wäre ihnen ein Freibrief für "richtiges Denken" zugesprochen.
Deine Schilderungen zeigen mir aber, daß das bei Dir nicht der Fall ist. Dazu gratuliere ich Dir. (Übrigens: Auch ich habe eine Fundamentalidee zur Welt, die sich bis heute nicht falsifiziert hat. Vielleicht kommen wir einmal so weit, daß ich sie Dir auseinandersetze. Soweit ich das überblicke (und meine Bibliothek als "geistige Spur" umfaßt mittlerweile immerhin achttausend Bücher, darunter auch eine nicht unbeträchtliche Abteilung Physik, vor allem aber Metaphysik) ist sie wirklich erstmals von mir entwickelt worden, auch da haben wir vielleicht etwas gemeinsam ;-) Nur mit einem Nobelpreis rechne ich nicht ;-/ Dennoch würde sie praktisch "alles" erklären und ist noch nie so ausgedrückt und damit gefaßt worden.
Denn Denken ist ja vor allem einmal Sprache. Form. Wirkmächtige Form. Dazu später mehr. Aber nie "erfinden" wir in Wahrheit etwas, sondern immer wenden wir die Wahrheit einem neuen Tag zu, heben sie neu ans Licht. Es ist immer dieselbe Wahrheit, unsere Aufgabe ist lediglich, sie täglich neu zu entdecken.
Dabei versuche ich mich immer ehrlich zu prüfen. Denn Denken hat viel, ja hat zu allererst mit Sittlichkeit zu tun. Ach wie viele suchen im Denken nur einen Weg, um ihr Sosein zu rechtfertigen, oder sich eine Schlagwaffe im Umgang mit anderen anzufertigen, also sophistisch zu sein. Ich spreche zwar bewußt nicht von Moral im Sinne eines Moralismus. Aber ein wenig hat es denn doch mit Moral zu tun, ich hoffe, Du verstehst mich. Aber was hat es für einen Sinn, bitte schön, sich selbst möglichst elegant zu bescheißen? Und man bescheißt sich verdammt leicht und gerne. Deshalb muß man sich täglich, stündlich, sekündlich prüfen. Und doch fällt man immer wieder auf sich herein, und folgt einer Versuchung.
Morgen Teil 3)
*090618*