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Sonntag, 17. August 2014

Zeit für Realismus (3)

Teil 3) Zeit für realistische Abrechnungen




Aber wieviele Menschen sind in Hiroshima und Nagasaki wirklich ums Leben gekommen, als Folge der Atombomben? Herrschaften, man muß den Amerikanern ein wenig aus dem Gelöck schneiden. SO wirkungsvoll waren ihre Waffen gar nicht. Der Brandbombenangriff auf Tokyo wenige Tage zuvor war weit "effektiver". Es gibt verschiedene, sehr realistische Rechnungen, und die gehen von etwa 10 % der jeweiligen Städte als direkte, sofortige Todesopfer aus. (Und: reicht das nicht? Brauchen wir wirklich übertriebene Zahlen? Manche werfen jeden Toten SEITHER in diesen Städten als Atombombenopfer aus. Ist das notwendig? Genügte nicht ... EINER?)

Die meisten sind Brandopfer. Wieviele davon aus dem simplen Umstand, DASZ eben die Stadt in Brand gebombt wurde (also: unabhängig vom Umstand "Atombombe"), und "nur" deshalb umgekommen sind, ist nicht ermittelbar. (Tatsache ist, daß es sogar im Zentrum unmittelbar unter der Bombenexplosion Überlebende gab.) Aus Dresden weiß man, daß Brandfuriosen im Zentrum tausende Grad Hitze entwickeln.

Maßgeblich getragen auch von einer simplen Tatsache, die die USA gewiß damals mit überlegt haben: Die japanischen Städte bestanden damals aus Holz-Papier-Gebäuden. Die natürlich wie in einer einzigen Flamme aufgingen. Den amerikanischen Bomberpiloten über Tokyo wurde übel ob des Geruchs von verbranntem Menschenfleisch. Schon gar Zivilstädte wie Hiroshima und Nagasaki waren deshalb extem anfällig. (Auch in Dresden, übrigens, schmolzen Straßenbahnschienen, wurden Menschen im Hitzesturm der Brände "blitzartig dehydriert") Und die USA wollten gar nicht erst versuchen, einen anderen Weg der "Befriedung" zu finden. Dazu gehören getürkte Opferzahlen über eine notwenige Invasion Japans, dazu gehört vor allem der Vorausblick auf eine niederzuhaltende Sowjetunion: man wollte demonstrieren, welchen Schrecken man auszulösen vermochte, um sich spätere Verhandlungspositionen, mit DER Globalmacht USA, zu sichern.

Spätere Opferzahlen sind kaum nachvollziehbar. Denn prinzipiell hat Japan je nach Bedarf alle Krebs- und Mißbildungsfälle der Zeit seither der radioaktiven Strahlung zugeschrieben. Und den Amerikanern war das, wie gesagt, sowieso alles recht. In Wahrheit war die spätere Krebserkrankungsrate in diesen Städten kaum höher, als im übrigen Japan. Aber wenn ein mißgebildetes Kind auf die Welt kam, war es selbstverständlich ein Opfer der Atombombe. Nicht einmal die Mißbildungsrate aber ist signifikant höher als anderswo gewesen. Sagen zumindest im Internet erreichbare Zahlen, die keineswegs unseriös wirken. Was immer also heute an Opferzahlen herumgeistert - es ist mit größter Vorsicht zu genießen. Hiroshima gibt manchmal Opferzahlen an, die die Toten seit 1945 insgesamt übertreffen.

Tatsache ist aber etwa, daß zwar tatsächlich nach dem August 1945 etwa 20.000 Menschen "strahlenkrank" waren, Durchfall hatten etc., aber - sie starben nicht. Lesen sie dazu den sehr interessanten Artikel in der Weltwoche, der mit sehr nüchternen Zahlen aufwartet. Mit dem rein faktenbezogenen Tenor: Rauchen wirkt schlimmer ... Was Jahr für Jahr in Hiroshima zelebriert wird, ist etwa nicht eine Aufzählung der Atombombenopfer. Es sind die "Todesfälle der damaligen Einwohner." Erhöhte Mißbildungen gab es übrigens nicht nur nach den Atombombenabwürfen nicht, sondern auch nicht nach ... Tschernobyl. Das nur nebenbei. Man hat aus gewissen theoretischen Überlegungen die Wirkung radioaktiver Strahlung lange SEHR überschätzt.

Nach Fukushima etwa trieben - aus dem Glauben an den auch im eigenen Land gerne verbreiteten Mythos - viele Japanerinnen ihre Kinder ab. Man hat aber seit den damaligen Vorkommnissen keinerlei erhöhte Mißbildungsrate festgestellt!

Was, wie gesagt, alles nichts am prinzipiellen Unrecht ändert, Zivilbevölkerung derartig in direkte Kriegshandlungen einzubeziehen. Ja, es verschleiert diesen Umstand geradezu. Das offizielle Argument, daß sich in diesen Städten japanische Armeen aufgehalten hätten, ist hanebüchen. Niemand hat sich je interessiert, ob es wirklich die Kasernen, und vor allem die, getroffen hat. Die städte waren nicht einmal Orte der Schwerindustrie. Feste Gebäude hätten nämlich zuwenig "Schadensmythos" bewirkt. Man hat gezielt reine und ungeschützte Zivilstädte treffen wollen.

Die unglaublich primitive, barbarische Brutalität, der Verstoß gegen jede Moral, die die amerikanische Kriegsführung seit dem 1., endgültig seit dem 2. Weltkrieg kennzeichnet, wird durch alle diese Mythen eben verschleiert. Nicht einmal sechs, nicht einmal eine Million vernichteter Juden rechtfertigt denselben Gegenschlag. Hier von "christlich" zu reden (wie es die Amerikaner tun, weil sie in der Eidesklausel des Präsidenten die Worte haben: "So help me God!") ist sowieso pure Blasphemie.  Nichts Gutes läßt sich durch Schlechtes erreichen. Für einen Gott aber ist alles, was ihn interessiert, auch das Gute. Nur für einen Gott aber. Darauf gründet eben die Grundhaltung der Amerikaner, der Pragmatismus. Eine typisch puritanische Haltung, ja das Wesen des Puritanismus, das Wesen des Protestantismus (mögen die nun aufspringen und mit Steinen werfen - sie sind ... ein fatales menschliches Grundübel, keine "Religion". Aus und Punkt.)

So kann eben nur jemand handeln, der sich für Gott hält und deshalb in der Hand hat, die Gesetze von Gut oder Böse zu bestimmen. Und daß die Amerikaner das taten, das vor allem wie noch nie tun, mehr also denn je: das beweisen sie gerade heute. Die Begeisterung für die Verstärkung des Bündnisses Europa - USA wächst ja genau aus diesem Sumpf. Die Betrachtung jener (zahlenmäßig: vielen), die in die USA auswandern, und - horreur dictú! - vor allem "Gebildeter", weil sie dort angeblich so tolle Entwicklungsmöglichkeiten finden bestätigen genau das: Es wandern vor allem jene aus, die sich für Götter halten, und endlich diesen Status bestätigt erhalten wollen.

Als Amerikaner wollen sie sich frei ausleben wollen. Indem sie der Welt vorschreiben, wie sie sich zu verhalten habe. Sie sollen ruhig gehen, sie fehlen in einem wirklichen Projekt "Europa" nicht, das ist ernst gemeint. Gerade solche braucht Europa nicht. Hier leben noch Menschen, die "am Ort" verwurzelt sind, immer noch, die zumindest eine gewisse Substanz begreifen. Jeder Hochofenarbeiter, jeder kleine Tischler in Wimphofen an der Tauber, hat jene europäische Substanz, die noch entscheidend werden wird, wenn sie denn noch vorhanden ist udn nicht nur noch über Faschismen abrufbar, aber dann schon erstorben, wird. Und zwar fürs Weltschicksal.

Es ist doch nichts anderes als im vergehenden Rom,  man lese doch genau, man verstehe doch genau!

Amerika? Es ist in Wahrheit erledigt, unschöpferisch, erstarrt, und klammert sich umso gewaltvoller an Europa. Die Einzigen, die das nicht merken, sind die europäischen Politiker, weil denen sowieso jede Vision fehlt. Schon gar den amerikanisierten "Eliten", die sich an einen kaum definierbaren Liberalismus klammern, den sie ihn auch mit "Österreichischer Schule der Volkswirtschaft" rechtfertigen.

Das kennen wir doch ...?

Europa hat lange genug von diversen Schreckensmythen gelebt. Von den USA wollen wir da gar nicht reden. Aber um reale Probleme zu lösen, sollte man endlich beginnen, diese Legenden auf ihren realen Kern zu reduzieren. Realistisch zu werden. Wie schrieb so mancher Autor über die Spätzeit des römischen Reiches, einer Zeit des Verfalls? Sie verloren jede Fähigkeit, die Welt realistisch zu betrachten, verloren vor allem aber jede Fähigkeit, Probleme zu lösen. Der VdZ ist aber KEIN Vertreter der Spenglerschen Fatalismusfraktion. Es ist eben menschlich, und nur das ist menschlich, seine Zukunft zu gestalten. Der Mensch, schreibt Ortega Y Gasset einmal, ist seinem Wesen nach - in dieser Hinsicht betrachtet - Utopist.

Schließen wir mit einem Zitat aus der Weltwoche:

Insgesamt zeigen die Untersuchungen in Fukushima und Hiroshima, dass nukleare Strahlung vergleichsweise wenig gravierende Langzeiteffekte hat. Irrtümlich gehen die meisten Menschen aber vom Gegenteil aus. Die übertriebene Angst vor radioaktiver Strahlung hat zuweilen selber schreckliche Folgen: Nach dem Atomunglück in Fukushima trieben viele schwangere Japanerinnen ihr Kind ab – aus Angst vor Missbildungen. Eine solche Gefahr bestand angesichts der vergleichsweise sehr tiefen Radioaktivitätswerte aber nie. Dennoch mussten viele Ungeborene sterben.




²Spricht hier ein Blinder von der Farbe, nur weil er noch nie in Ellis Island angelangt war, nur weil er noch keine Einladung an den Sta. Monica Pier angenommen hat, noch nie in den USA physisch war? Der VdZ hat nicht nur "Auswanderer" in der Familie, sondern auch wirklich viele Amerikaner kennengelernt, und gut kennengelernt. Auch und vor allem in Ungarn. Er muß aus gemachter Erfahrung achtgeben, die Kritik nicht definitiv in Verachtung umkippen zu lassen, so sehr die spürbar werden mag, es wäre nicht verwunderlich. "Gebildete" wollen nach den USA auswandern? Sie sollen gehen, und zwar schleunigst! Sie werden hier nicht gebraucht. Wenn es überhaupt noch einmal zu einer Regeneration der europäischen Kultur kommen soll, dann sicher nicht von Amerika her, im Gegenteil: Europa schleppt einen Toten mit sich herum, und meint in Trance, er sei das Heil.

Was das Thema "Abtreibung" hier zu suchen hat? Es sind seit 1945 durch Abtreibung weit mehr Menschen umgekommen, als durch sämtliche Kriege der Menschheit zusammengenommen! Der VdZ muß sich also jedesmal höchlichst zusammennehmen, keinen Tobsuchtsanfall zu kriegen, wenn sich Menschen als Pazifisten oder Kriegsgegner ausgeben, oder von Gewaltfreiheit quatschen, die im selben Atemzug - und aus DERSELBEN Geisteshaltung - die Freigabe der Abtreibung (samt seiner Rutsche, der einer Sinnesgenossenschaft entsprungenen Kontrazeption, der utilitaristischen Verfügbarkeit von Leben) verteidigen. Gott möge sie ... usw., usf.



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Samstag, 16. August 2014

Zeit für Realismus (2)

 Teil 2) Wir leben in einer Welt der gemachten irrealen Annahmen



Wenn wir also seit dem ersten Irak-Krieg mit an Videospiele erinnernden Bildern erfuhren, daß amerikanische Raketen (kamerabegleitet) die Kaffeetassen in einem zehn Meter unter der Erde verborgenen Bunker treffen, dann ist es ... Propaganda. Es mag schon sein, daß so ein Treffer gelingt. Aber wenn, dann ist es einer unter ... vielen. Denn die Treffgenauigkeit, die vernichtende Wirkung ist weit geringer, als ausgegeben wird. Sie ist statistisch so und so hoch, ja. Aber das heißt genau das, was Statistik heißt: Im Einzelfall unvorhersehbar und breitest gestreut, im Ganzen hoch zufällig. Nach wie vor. Wer technische Systeme, hochkomplex, so ausreizt, muß damit rechnen - und der Leser möge es glauben: wirkliche Militärexperten (der VdZ kannte solche) wissen das! - daß nur ein höchst geringer Prozentsatz überhaupt funktioniert. Die Faktoren sind zu mannigfaltig, zu unberechenbar ist solch ein (rein technisches!) Gesamtsystem.

Deshalb ist entscheidend, daß der Mythos lebt. Daß die Menschen daran glauben! Wie rasch dieser aufgeplusterte Glaube aber zusammenbricht zeigt die Frechheit, mit der Widerstandskämpfer und Rebellengruppen in Afghanistan, im Irak, in Syrien, ja wo nicht, mit der Zeit vorgehen. Denn sie erfahren genau das: "Alle kochen mit Wasser". Im Endeffekt ist es immer der Mensch, auch und vor allem im Krieg, der entscheidet. Und wo das nicht begriffen wird oder werden will, sind die "Collateralschäden" EXTREM. Kein Kriegsschauplatz, von Vietnam bis zur Ostukraine, der das nicht bestätigt. 

Die Illusion des präzisen, "humanen", lediglich gegner- oder schädlingszentrierten Krieges (denn die Kriege der Gegenwart haben nur noch den Charakter einer Schädlingsbekämpfung) ist nicht mehr als eine Illusion, ja: sie ist eine glatte Propagandalüge. Auch im 2. Weltkrieg war Terror gegen ein Volk - nicht gegen einen Staat! Bis heute kennen die Amerikaner kein Völkerrecht, das "Staaten" als gleichrangige Kontrahenten anerkennen will - das erklärte Ziel der amerikanischen Kriegsführung ist Gegnervernichtung, nicht "Krieg". Daran hat sich NICHTS geändert.

Das Humane an jedem Krieg, egal welchen Krieges, ist, daß er eben nicht human ist bzw. in seinem auf zahllose Einzelfälle zerfallenden Gesamtgeschehen sehr rasch alles über Bord wirft, was den Menschen zum Menschen macht. Daß er die Menschen sehr rasch zum Tier macht. In diesem Wissen liegt die uralte Sitte, im Friedensfall jeden Soldaten, auch den der Gegner, der Verlierer, zu pardonieren. Zu schnell geht das alles, um in jedem Einzelfall sein Gewissen zu prüfen. Zu massiv wirken alle möglichen Antriebe und Instinkte, und zu massiv wirkt das Endszenario, das "es geht ums Ganze", in jede Einzelentscheidung.

Wer solche Kräfte noch nie gespürt hat, hat noch nie gelebt. Und daß heute immer weniger Menschen "leben", das behauptet der VdZ, und darin ist dieser groteske, verachtenswerte Moralismus zu suchen, der das öffentliche Klima des Westens bis zum Erbrechen verseucht hat. Dem jedes menschliche Maß fehlt, gerade WEIL er behauptet, so menschlich zu sein. Dafür hat man ein Völkerrecht entwickelt, dafür hat man den Krieg "kultiviert", wie Carl Schmitt es so großartig ausdrückt.
 
Die Amerikaner nähren aber seit Jahrzehnten einen regelrechten "HOAX": Sie nähren die Illusion eines "sauberen" Krieges. Puritanismus, pur! Sauber. Was immer das heißt. Moralisch gerechtfertigt, nur weil er sauber ist. Und sie tun seit Jahrzehnten - GENAU DAS GEGENTEIL. Ob Vietnam, ob Afghanistan, ob Irak, ob der Balkan, ob Libyen, ob ... ja wo will man aufhören? Es ist die Liste der Weltprobleme!

Aber sie haben die Deutungshoheit, und nur noch darauf kommt es an. Sie schießen einen Hollywood-Film nach dem anderen raus, in dem genau diese Prinzipien - "Moral geht über Recht" - verkündet und verfestigt werden. Wo verkündet wird, daß individuelles Rechtsempfinden über alles Rechtsgefüge geht, und sei es mit der Waffe in der Hand. Pure Aufstachelung zur Rebellion, im übrigen, je nach subjektivem Gefühl. Dabei - genau das spielt den Amerikanern nicht die winzigste Rolle. Und das gründet in ihrem verabscheuenswürdigen Sendungsgefühl, das nicht kollektiv ist² - diese Legende stützt das nur. Sondern das jeder Amerikaner empfindet. Von Gott berufen, er selbst, und nur er, und vor allem er, und damit IST er das RECHT. Und das haben sie über die Welt verbreitet. Und die entkleideten, nackten Europäer - und wer hat entkleidet? Sollen wir es nennen? Die ... ENGLÄNDER, das Tor der USA zu Europa - knien im Staub und beten den neuen Gott an.

Also ruft es mittlerweile auch wohl Empörung hervor, wenn man behauptet, daß die Opferzahlen von Hiroshima und Nagasaki weit (!) übertrieben wurden. Was nichts an der prinzipiellen Schrecklichkeit ändert, die - wohlgemerkt - der Schrecken eines Verbrechens ist. Dem bis heute der Ankläger fehlt. Auch die Kirche hält dazu resch ihren Mund, und das eine Schande. Bei der Abtreibung weiß sie sehr wohl, daß es eine (Tod-)Sünde ist, ein Leben gezielt zu nehmen, um ein anderes zu retten. Zu den militärischen Aktivitäten der letzten Jahrzehnten hat der VdZ noch nichts vernommen, außer halbseidenen, um nicht zu sagen: halbschwul-sentimentalen "Friedensbitten", die mehr an Pazifismus (auch das: keine katholische Haltung) als an Ethik erinnern. Wenn sich nicht mittlerweile Päpste darin ergehen, Tips zu geben, wie man glücklich werden könne, die jedes Frauenmagazin wegen ihrer Lächerlichkeit ablehnen würde, weil jedes primitive Esoterikmagazin "tiefschürfendere" Lebensweisheiten enthält. Und wenn man seine Stimme gegen Abtreibung* oder Homosexualität erhebt, wird man gerade durch und innerhalb durch und durch verrotteteer kirchlicher Kreise, denen man doch in Wahrheit längst jeden Glauben absprechen muß, in Grund und Boden gestampft.** "Ja schon, aber ..."

Statt energisch zu verurteilen. Wen? Das male sich der Leser dieser Zielen selber aus. Viele, alle, und manche gerade aus der Menge, die sich für besonders gerecht hält. Wo sind die Zeiten ...


Morgen Teil 3) Zeit für realistische Abrechnungen


*Nehmen wir den prägnantesten "Rechtfertigungsgrund" für Abtreibung an. Vom Jammer, wegen eines kommenden Kindes an den Wohlstandssegnungen der Gegenwart nur unvollkommen teilhaben zu könne, wollen wir gar nicht reden; der in Wahrheit bei der überwiegenden Anzahl der Fälle dahintersteht - Gott möge diesen menschlich-moralischen Dreck von der Erde fegen, der das gesellschaftliche Klima so dramatisch mit Schuld belastet)

**Der VdZ hat erst vor einigen Monaten den mittlerweile betagten, im übrigen erst von einer schweren Krankheit halbwegs wiedergenesenen Salzburger Weihbischof Andreas Laun bei einer Tagung in Heiligenkreuz bei Wien erlebt. Der VdZ war nie ein "Fan" von ihm, und er hält ihn nicht einmal für einen besonders klugen Kopf, und zwar mit klaren Gründen. Aber wenn einmal in der Kirche selbst ein Bischof sich rechtfertigen muß, regelrecht gemobbt wird, weil er so klar und richtig gegen die Abtreibung Stellung nimmt (im übrigen: mittlerweile durch viele verbale Kämpfe recht ausgeläutert, hoch präzise in seinen Worten), dann weiß man, wieviel es geschlagen hat. Dieses Kampfes wegen zieht der VdZ vor Laun ganz klar den Hut! "Von mir wird man nicht einmal behaupten können: Warum habt Ihr (Bischöfe) nix gesagt!" meinte er in Heiligenkreuz.






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Freitag, 15. August 2014

Zeit für Realismus (1)

Es ist ein bißchen so wie bei Dresden. Auch hier wurden die Opferzahlen der (zweifellos: verheerenden) Bombenangriffe der Alliierten von den verschiedensten Seiten instrumentalisiert. Fallweise sprach man von bis zu 1,5 Mio Toten, sechsstellige Zahlen waren jedenfalls üblich.  Daß Bombenangriffe auf die Zivilbevölkerung eines Kriegsgegners ein Kriegsverbrechen sind, ist dabei unbestritten, und zeigt, und das ist vollen Ernstes gesagt, in welchen Barbarismus wir bereits gesunken sind. Das gab es nur bei den schrecklichen Raubzügen heidnischer Völker, der Hunnen, der Tataren bzw. Mongolen, der Türken, die wirklich auf Raub und Mord als Teil ihres "Broterwerbs" aus waren. Das christliche Europa hat dieser Art Kriegsführung, spätestens nach den Erfahrungen in Südamerika, ein definitives Ende bereitet, und das Völkerrecht entstand.

Bleibt dennoch die vor wenigen Jahren wirklich einmal serios recherchierte Opferzahl in Dresden. Es waren maximal 20.000 Tote. Naja, der Augenschein, der subjektive Eindruck, kann eben trügen. Wobei: Moral, Ethik ist kein Gesetz der Masse. Nicht nach christlichem Standpunkt! In der Beicht entscheidet immer der Einzelfall. Hier bricht sich alles auf den einen und einzigen Augenblick, selbst wenn das Maschinengewehr auf Dauerfeuer liegt.

Aber Opferzahlen haben eben auch eine Funktion. Hier, um an einem geschehenes Unrecht großzusprechen, das (zweifellos) Sühne und Bitte um Vergebung verlangt. Dort aber, und dort vor allem - denn Geschichte wird von den Siegern geschrieben - um eine Macht zu behaupten, die auch weitere strategische Vorteile bringen soll.

Schon deshalb waren die Amerikaner zumal 1945, als die Bande der Allierten allmählich brachen, als man sich auf das "danach" zu besinnen begann, auf die nun notwendige Neuordnung von Einflußzonen, höchlichst interessiert, ihre Waffentechnik als besonders "effizient" darzustellen. Und das traf sich im Fall Hiroshima und Nagasaki mit dem Interesse Japans, das Unrecht großzusprechen - in beiden Fällen: Durch die ausgewiesenen Opferzahlen.

Nichts hat im Kalten Krieg so funktioniert wie die wechselseitige Furcht vor den Folgen eines Atomwaffeneinsatzes. Ja, das war sein Prinzip, das sogar zum politischen Wirkprinzip erhoben wurde. Wenn auch auf verschiedene Weise! Denn den amerikanischen Militärs war es mehr als recht, daß die Bevölkerung der USA an die "alles vernichtende" Bedrohung durch die Atomwaffen der Gegenseite glaubte. Es hat eine beispiellose Aufrüstung, respektive deren Kosten, vor der Bevölkerung gerechtfertigt. Gestützt von Mythen, die den Glauben an die damit bewirkte Überlegenheit der Waffensysteme stärken sollten weil mußten.

Selbst die Sowjetunion ist diesem Kasperletheater auf den Leim gegangen. Das Reagan'sche Starwars-Programm hat sie nämlich endgültig in den finanziellen Kollaps gestürzt. Ein Raketenabwehrsystem aus dem All, das den Russen jede Chance, einen atomaren Krieg zu gewinnen, nahm. Angeblich. Weil in diesem System der Abschreckung entscheidend war, wer einen Erstschlag bei Kalkulation des darauf folgenden Gegenschlags führen konnte. Die USA blieben darin Sieger, und als Sieger fühlen sie sich bis heute, und verlangen von den Russen, den ehemaligen Sowjets, sich als Verlierer zu gebärden, die das Diktat des Siegers gefälligst zu ertragen haben. Die Entwicklungen im ehemaligen Osteuropa (das ja in Wahrheit meist ein Mitteleuropa ist) tun es kund.

Aber wie viel davon war Schimäre. Wie viel davon so typisch amerikanisch ... Propagandaerfolg, und nur Propagandaerfolg. Denn bis heute zweifeln sämtliche Militärexperten, ob so ein Raketenabwehrsystem aus dem All je funktionieren kann. Unter realistischen technischen wie atmosphärischen Bedingungen sind die Fehlerquoten extrem. Auch bei solchen Raketen. Und dazu gäbe es eine Menge technischer Details zu erzählen.

Und sie haben weitergestrickt, die Amis, an diesem Mythos. Mithilfe der wichtigsten Waffe, die sie besitzen - der Propaganda ... die Hollywood heißt. Und nicht nur durch Finanzierung, sondern weil auch dort natürlich Menschen arbeiten, die an diese Mythen glauben. Als Regisseure, als Drehbuchautoren, und noch entscheidender: als Produzenten, die allen vorgeben, was wovon zu handeln, was sich wie zu entwickeln, was wie auszugehen hat.


Morgen Teil 2) Wir leben in einer Welt der gemachten irrealen Annahmen



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