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Mittwoch, 12. September 2018

Pädophilie als Ablenkungsmanöver

Der Gedanke ist nicht neu, aber er wirkt angesichts dessen, was wir heute sehen, umso überzeugender: E. Michael Jones weist darauf hin, daß das angebliche Pädophilie-Problem der Kirche als solches keineswegs als Generalproblem existiert. Und das zeigt sich am jüngst Aufsehen erregenden Fall des Kardinal McCarrick, der bereits zurückgetreten ist und dem vom Vatikan "Zurückgezogenheit" auferlegt wurde. Denn ein heute erwachsener Mann hatte ihm vorgeworfen, mit ihm als 15jährigem homoerotische Kontakte gehabt zu haben.

Mit Pädophilie hat das aber nichts zu tun, sagt Jones, auch wenn der Betroffene rein formal Minderjähriger war. Vielmehr ist das ein Ablenkungsmanöver, das vom eigentlichen Problem im Klerus ablenken soll. Und das ist - Homosexualität. Sie war die Waffe, mit der man unter dem Banner der sexuellen Befreiung ("sexual liberation") den Klerus von innen heraus zerstört hat. Weil aber die Haltung des Menschen sich auch auf sein Urteilsvermögen auswirkt, sind die die Lehre betreffenden Verwirrungen aus subjektiven Verborgenheiten (aus Rechtfertigung, aus Gewissensproblemen in der Tiefe also) erwachsen, die nach und nach das Lehrgebäude der Kirche so devastiert haben, wie wir es seit dem Zweiten Vatikanum in progressiver Linie erleben. 

Eine tragende Rolle spielten dabei die Jesuiten. Sie SIND heute weitgehend das Homosexuellennetzwerk in der Kirche, und sie haben es geschafft, bis in die höchste Kirchenspitze hinein diesen fatalen Irrtum zur Hauptagenda zu machen. Analog zu gesellschaftspolitischen Vorgängen, wo mehr und mehr homosexuelle Agitation die Öffentlichkeit (nicht zuletzt medial) und öffentliche Atmosphäre beherrscht.

Denn Homosexualität, die LBGT-Agenda, ist eine Form der politischen Kontrolle. Vor allem aber ist sie (und es gibt eine Menge von Aussagen von Oligarchen) eine "Wirtschaftsagenda", denn ein alle Vernunft (die erst über den Augenblicksimpuls hinaus trägt) in "Spontanität" (weil der Begierde, momentanen Lüsten folgend) auflösende Klientel ist der ideale Konsument, der von der Werbung perfekt zu steuern ist.

Unabhängige Untersuchungen bestätigen, was Jones hier einmal mehr sagt: Es gibt statistisch keinen nachweisbaren Zusammenhang zwischen Zölibat und Pädophilie. Es gibt ihn aber eindeutig (mit überwältigender Korrelation) zwischen Homosexualität und Pädophilie. Das Problem ist also nicht Pädophilie an sich! Es ist die ungezügelte, sterile Sexualität der homosexuellen Priester. Wie sie seit Jahrzehnten regelrecht "gezüchtet" wurde und wird. Es gibt jede Menge an Beispielen (auch der VdZ kennt solche), die davon berichten, daß in den Priesterseminaren bedrückende homosexuelle Atmosphäre herrschte und oftmals herrscht. 

Die Vorfälle in St. Pölten, die 2003 an die Oberfläche kamen, sind keineswegs ein Einzelfall gewesen! Und schon gar nicht haben sie damals als Erscheinung in der Kirche durch Teufelsaustreibung gewissermaßen "geendigt". So berechtigt alles im "Fall Krenn" auch war, so war er trotz allem nur ein Sündenbock, dessen Verteidigung nur symbolische Teufelsaustreibung war, die die Illusion herstellen sollte, daß die Kirche energisch zu ihren Prinzipen und Lehren stünde. Mitnichten! Das zeigen die jüngst aus den USA bekanntgewordenen Fälle einmal mehr, und viele wußten es ohnehin.

Bedrückend ist buchstäblich gemeint, weil es zu einer regelrechten Repression jenen gegenüber kommt, die sich gegen diese Umtriebe stellen und nicht mitzumachen bereit sind. Und wieder sind hier besonders die Jesuiten zu nennen, die mittlerweile sogar zu den Bannerträgern der LGBT-Bewegungen geworden sind und kraft ihres enormen Einflusses diese Agenda überall an die vorderste Stelle heben. Mit der "Pädophilie" aber schaffen sie es, daß sie selbst "vom Haken" kommen, an dem sie eigentlich hängen. 

Die Jesuiten sind die fünfte Kolonne der Oligarchie innerhalb der Kirche geworden. Das begann schon in den 1920er-/1930er Jahren mit Figuren wie Teilhard de Chardin, und setzte sich dann systematisch fort. Als trojanisches Pferd mit der wirksamsten Waffe gegen den Klerus in ihrem Bauch: Homosexualität. Sie wurden so zu Verrätern an der Kirche, die ihre wahre Absicht lange Zeit gut verbergen konnten. Denn Homosexuelle sind vor allem perfekt in der Praxis des Doppellebens. Sie sind Meister der Täuschung.

Mit der Homosexualität schuf man sich aber die perfekt steuerbaren Gesellen. Denn das Laster erzeugt die tiefsten Gewissensprobleme und Schuldgefühle. Damit sind Homosexuelle die perfekten Opfer, um über Schuld gesteuert zu werden. Der angeblichen "Freiheit" steht direkt die "Bestrafung" gegenüber, die verdient zu haben man fühlt. Das führt zum unbewußten Kampf gegen die eigene Identität, und das heißt zu dem, was sie je aktuell wieder und wieder "herstellt", in der Institutionalisierung hält, in der Treue festigt. 

Eine Systematik, die generell hinter der sexuellen Befreiung steht und sie zu einer Agenda der Oligarchie macht. Denn der im Laster Gefangene sagt: Laß mich mein Laster ausleben, dafür darfst Du machen, was Du möchtest! Homosexualität ist das perfekte Instrument der Kontrolle.

Und es finden sich weitere direkte Linien, die auf diese persönliche Dimension zurückgehen. Aus dem persönlichen Familienproblem, das Homosexualität in ihrer Wurzel evoziert, wurde die sexuelle Befreiung, die sich direkt gegen die Familie richtet und dieser ihr Fundament raubt. Weil freie Sexualität als Herrschaft der Begierde von der Verbindlichkeit des Wortes, der logos-Dimension der Persons-Begegnung der Geschlechter losreißt. Weil aber die Zerstörung der Familie enorme destruktive Energie freisetzt, wendet sich diese nun gegen jene, die den Finger auf diese Wunde liegen. "Hate-Groups" sind Gruppen, sagt Jones, die zu hassen nicht nur erlaubt, sondern mittlerweile sogar geboten ist.  

Die Jesuiten, meint er, gehören deshalb energisch bekämpft und eingeschränkt! Kein Orden ist so mächtig und einflußreich. Er ist aus der Erfahrung der ungerechten Verfolgung des 18. Jahrhunderts heraus als eine Organisation der Unterdrückung wieder aufgestanden. Deshalb muß man an ihnen ein Exempel statuieren. Was früher ungerecht war, ist heute dringend angebracht: Man muß sie heute unterdrücken. Wenn Rom dazu nicht in der Lage oder willens ist, müssen die Gläubigen die Angelegenheit selbst in die Hand nehmen - und wie in den historischen Volksaufständen mit Mistgabeln und Dreschflegeln vor die Tore der Unterdrücker ziehen.









*170818*

Sonntag, 20. Mai 2018

Warum es im Klerus so viele Homosexuelle gibt (2)

Teil 2) Von denen, die sich laisieren ließen, 
und von denen, die häufiger in die Seminare kommen




Alles das hat aber auch im Klerus Verwirrung gestiftet. Nicht nur unter den Seminaristen, sondern vor allem bei den Pfarrern und Kaplänen. Bei dem Teil des Klerus also, der unmittelbar mit den Menschen zu tun hatte, der in der Pastoral stand. Denn dort waren sie auch mit den ... Frauen konfrontiert, die in den Pfarren traditionell immer sehr engagiert waren. Dazu kam das Zweite Vatikanische Konzil, das förmlich (oder zumindest in der seltsamen "Stimmung der Weltoffenheit") oder medial interpretiert die Offenheit auch für diese Seiten des Menschen propagierte.

Dazu kam der einmalige Fall, daß die Dikasterien in Rom die Laisierungen ungemein liberal zu handhaben begannen. Laisierungen waren vor 1964 so selten gewesen, daß viele Priester gar nicht wußten, daß eine solche kirchenrechtlich überhaupt möglich war. Von 1970 bis 1976 alleine nahm die Zahl der Priester weltweit von 413.000 auf 340.000, die Zahl der Ordensleute von 208.000 auf 165.000 ab. Man verlängere diese Zahlen nach vor (die Laisierungswelle begann etwa 1964) und zurück (Anfang der 1980er beendete Johannes Paul II. die so liberale Handhabung der Laisierungen.) Auch die Zahl der Neugeweihten ging rapide zurück, stabilisierte sich erst Mitte der 1980er Jahre. Und man kann davon ausgehen, daß erneut vor allem der Westen davon betroffen war.

In sich aus mehreren Richtungen verunsichert - die wir hier nicht erschöpfend behandeln, sondern nur anreißen wollten - begannen die Priester die Begegnung mit dem anderen Geschlecht immer "offener" zu gestalten.**

Dieser Vorgang war weltweit zu beobachten, vor allem aber im Westen. Und er hatte EINE direkte Folge, die man meist ganz einfach vergißt: Es gingen in diesen Laisierungswellen praktisch nur Heterosexuelle! Warum hätten Schwule gehen sollen? Sie "hatten ja alles". Auch die Verschwiegenheit. Damit erhöhte sich automatisch der Prozentsatz an Priestern in der Kirche, die homosexuell lebten, und das umso mehr, weil sich das vor allem im Westen abspielte.

Damit veränderte sich schon rein praktisch die Haltung vieler Priester zur Homosexualität. Auch in der öffentlichen Wahrnehmung. Die Wahrscheinlichkeit, daß ein Gläubiger mit einem homosexuellen Priester zu tun bekam (und bekommt), ist vor allem im Westen schlicht und ergreifend deutlich gestiegen. Hier noch mehr noch als anderswo, verschob sich der prozentuale Anteil von hetero- verglichen mit dem homosexueller Priester deutlich zugunsten der letzteren.

Und weil Homosexuelle (zumalen Homosexualität notwendig verborgen bleiben mußte und in der Kirche nach wie vor verborgen werden muß) dazu neigen, sich zu "verschwören", sich also gegenseitig zu helfen und zu fördern, kamen diese nicht nur leichter in den Hierarchien nach oben, sondern auch die Lage bei Männern, die den Priesterstand wählen wollten, änderte sich. Wer sich etwa an die Situation des "Sexskandals" im Priesterseminar St. Pölten erinnert weiß, was als Beispiel dafür gemeint ist: Dort herrschte eine regelrechte "schwule Atmosphäre", der sich kaum ein Priesteranwärter dort entziehen konnte***. Oder ... wollte. Immerhin haben wir es zwar nicht theoretisch, aber praktisch in der Kirche mit einer völligen Neudeutung der Natur der Homosexualität zu tun. Ein Schelm, wer da Böses denkt.

Damit sind wir bei den erwähnten ganz handfesteren Gründen. Die zeigen, warum der Prozentsatz an Homosexuellen unter dem Klerus deutlich über dem in der männlichen Durchschnittsbevölkerung liegt. 

Weil das Zölibatsgebot vor allem heterosexuelle Männer betrifft und unter der heutigen Prämisse der Rolle einer angeblich im Sinne der seelischen Gesundheit frei zu lebenden Sexualität fast nur heterosexuelle Männer vom Klerikerstand fernhält. 

Während erst in diesen letzten 50 Jahren der Klerikerstand in gewisser Hinsicht zu einem Eldorado für Homosexuelle wurde, sich deren Anteil im Klerus also aus Eigendynamik heraus erhöhte.




**Die Art der Beziehungen änderte sich deutlich. Auch der VdZ kann sich an ein Verhalten der damals noch fünf Kapläne in seiner Heimatpfarre erinnern, in der an frommen Abenden plötzlich kecke Spielerein zwischen den Klerikern und den anwesenden Fräuleins zu beobachten waren. Es kam, wie es kommen mußte. Von den fünf Kaplänen Ende der 1960er haben sich vier laisieren lassen, und alle haben geheiratet und eine Familie gegründet. Es kam in diesen Zeiten sogar zur Bildung einer "Anti-Zölibat-Bewegung" im Klerus, die weite Kreise zog.

***Daß es ganz eindeutig Zusammenhänge zwischen Mißbrauch und Homosexualität gibt - beides stammt aus derselben Wurzel mangelnder Außenorientierung und damit vermiedener oder verhinderter Identitätsbildung durch Selbstüberschreitung - soll hier zumindest erwähnt werden. Denn es hat insofern Relevanz, als die "Mißbrauchsskandale", die die Kirche so massiv erschüttert haben, und die vor allem homosexueller Mißbrauch sind beziehungsweise waren, genau mit den hier geschilderten Vorgängen zu tun haben.





*070518*

Samstag, 19. Mai 2018

Warum es im Klerus so viele Homosexuelle gibt (1)

Ein ranghoher (klarsichtiger) Kleriker hat den VdZ vor vielen Jahren einmal um seine Meinung gefragt, was für Gründe es geben könnte, daß sich in der katholischen Kirche Homosexualität derartig stark ausbreiten konnte. Auch seiner Einschätzung nach sei im Klerus Homosexualität deutlich mehr als unter den übrigen Männern verbreitet. Der VdZ kam damals und noch lange Zeit danach zu keiner wirklich befriedigenden Antwort. Seit kurzem meint er aber sie gefunden zu haben. Er hat am falschen Ort gesucht. Die Lösung ist ziemlich handfest, dessen ist er heute sicher.

Und sie setzt bei der sogenannten sexuellen Befreiung an. Ausgehend von psychologischen, psychoanalytischen Thesen breitete sich ab den 1950er, 1960er Jahren praktisch im gesamten Westen (und aus bestimmten Gründen, darüber ein andermal mehr) eine neue Sichtweise des Menschen aus. Ausgehend von "Forschern" wie Sigmund Freud oder Wilhelm Reich ("Der faschistische Charakter"), wild befeuert von einer angeblichen Normalität, die nur bisher von der Kirche mit ihrer rigiden Sexualmoral unterdrückt wurde, wie sie Alfred C. Kinsey (mit seinem Schwindelreport) oder Oswalt Kolle (unter Nutzung der neu aufstehenden Möglichkeiten der Medien) populär machten, samt dem enorm einflußreichen Kulturphilosophen Michel Foucault, setzte sich die Sichtweise durch, daß zu einem guten, erfüllten, "entspannten" (also nicht "repressiven", neurotisierenden) Leben eine frei ausgelebte Sexualität gehöre. 

Nur, wer ein "erfülltes" sexuelles Leben habe, so die These, sei auch ein wahrhaftiger Mensch, nur der werde auch eine rundum geglückte Persönlichkeit aufbauen können. Während Kontrolle über seine Triebe zu erlangen, sich nicht von Begierden lenken zu lassen, oder sich zumindest ständig darum zu bemühen, den Menschen sogar krank mache. Reich hat sogar von Krebs als Folge gesprochen. 

Wir werden auch darüber noch mehr handeln. Für diesmal soll es reichen zu sagen: Das ist natürlich alles eine glatte Lüge. Nicht einmal von "Irrtum" kann man da sprechen. Deren Folgen wir heute (2018) mit bloßem Auge sehen (wenn wir es denn sehen wollen und Antworten nicht am falschen Ort suchen). Weil alle diese "neuen Sichtweisen", die wie ein Albdruck auf allen lastete, die diese Zeit erlebt haben, zu einer völligen Zerrüttung der Lebensläufe führten. Weil sie die Menschen massenhaft, ja "allgemein" zu Lebensentwürfen führten und nach wie vor führen, die kaum noch ein Leben gelingen lassen, und den Westen zu einer nebligen Landschaft in Ruinen gemacht haben. Wo alle nur noch damit beschäftigt sind, irgendwie ihre Leben in allen Grundlagen so irgendwie wenigstens noch "zusammenzuhalten".*

Aber diese Lüge war enorm effektiv. Sie hat viele, sehr viele Menschen regelrecht auf den Kopf gestellt. Fortan war nicht mehr die menschliche Geistigkeit sein eigentlichstes Ziel, die Freiheit, die aus der Freiheit von der Begierde stammt, und die es ermöglicht, sein körperliches Verlangen in die Ordnung der Vernunft zu stellen. 

Das gesamte öffentliche Klima sexualisierte sich stattdessen. Zeitungen, Filme, Fernsehen, Werbungen, Mode, ja der gesamte Umgang der Menschen miteinander. Die freudianische Psychologie wurde zur Modelektüre, Reich, Foucault wurden Modeautoren die endlich zeigten, wie der Mensch wirklich war. Neben einer nie gesehenen Rolle des Darwinismus als angeblich sicheres Wissen, als dem sichersten Weg, die bisherige Moral über das Menschenbild auszuhebeln, weil zu relativieren.


Teil 2) Von denen, die sich laisieren ließen, 
und von denen, die häufiger in die Seminare kommen




*Dieser Gedanke kam dem VdZ, als er vor einigen Wochen zufällig einige Folgen der britisch-amerikanischen angeblichen Erfolgs-, ja Kultserie "Shamless" (nomen est omen) sah. Es ist erschütternd zu sehen, wie sehr diese Geschichten einerseits aus dem Leben gegriffen sind, anderseits damit umso deutlicher den Zustand der Gegenwart zeigen. In dem alle Menschen völlig haltlos wie in Panik um sich schlagen, um wenigstens so irgendwie etwas, das sie als ihr Leben begreifen, zusammenzuhalten.  Die Filme sind ein unglaublich zutreffendes, realistisches Bild der Gegenwart, ja ein Kaleidoskop. Und deshalb ein Spiegel der Sonderklasse, der nur schwer erträglich weil so abstoßend ist.


*070518*

Mittwoch, 8. März 2017

Aus der Kraft der Entsagung

Es ist nicht die Kraft zur Unterderückung, als die die Beherrschung der rein körperlichen Antriebe verleumdet wurde und wird, sondern es ist die Kraft des über diesen nur den Menschen selbst betreffenden Umkreise seines Ausreichens in die Welt errichteten,. damit die Welt selbst einfassenden Sinngebäudes, das das Gebäude der Vernunft zur Quelle der Kultur macht.

Die Versagung kurzfristiger Erfüllung entstammt deshalb der Abstoßungskraft des Höheren, des Geistigen, das im Menschen besteht und als Ziel keine niedrigeren Ziele zuläßt - oder nicht besteht. Jeder Gründungsmythos, jede Gründungserzählung der Kulturen der Menschheit hat deshalb einen Moment der Entsagung als ihren Moment des Entspringens. Das macht jede Kultur aus ihrem tiefsten Grund heraus tragisch.

Ohne die Kraft der Minne wäre deshalb die europäische Kultur niemals entstanden. Sie wäre,  hätte sie sich dem Dionysischen ausgeliefert, das von außen herandrang, kraftlos in sich zusammengefallen.  Doch in der Minne fand die Entscheidung zur Entsagung statt, die der Treibsatz zu dem wurde, wovon wir bis heute zehren. Wo die Glut des Liebeswollens bis in ihre Weiße getrieben wurde, um in der Kraft der Entsagung die Kraft des Geistes zu beweisen. Die schönste Literatur, die höchste Kunst verdankt sich deshalb dieser Entsagung, der die große Erfüllung gegenüberstand - die aber von der Kraft des Geistes gebändigt wurde, indem der Geist die Begierde übertraf.

Aus der Haltung zur Entsagung läßt sich deshalb der Stand und die Uhrzeit einer Kultur ablesen. Und zwar mit hundertprozentiger Sicherheit.





*050317*

Freitag, 20. September 2013

Das makellose Opfer

Matthias Vereno weist in seinem "Vom Mythos zum Christos" darauf hin, daß das Opfer nur in Verbindung mit der Makellosigkeit der Opfergabe gesehen werden kann. Nur dann ist es jene "Selbstbeschädigung", aus der heraus sich das Zerteilte in die Heilheit des Ursprungs zurückbindet. Das ist das Wesen des Opfers in allen Religionen und Zeiten gewesen. Sodaß der Priester, der Opfernde, der selbst Opfer ist, indem er auf den weltlichen Lebensvollzug Verzicht leistet, entsprechend makellos sein muß: bei gutem Verstand, gesund und zeugungsfähig, und moralisch unbescholten.

Womit Vereno den direkten Bezug zum Zölibat herstellt. Der nicht, wie der heutigen Schnoddrigkeit entsprechend als bloß auf die Person des Priesters bezogen gesehen werden kann, sondern eine Gesamtdimension der Kirche und des religiösen Vollzugs hat.

Aber im Opfer wird der ursprüngliche Bruch - in dem ALLE Weltreligionen gründen, auf den sich ALLE Mythen der Menschheit in ihren ersten Erzählungen als Erinnerungen und gedeutete Ahnungen beziehen - des Menschen wieder geheilt. Nur im Opfer, das erst Raum für die Anwesenheit des Göttlichen gibt, ist deshalb seine Heiligkeit herstellbar.

Im Verzicht auf die (mögliche) Geschlechtlichkeit weist sich die Spitze wie der Ursprung der Weltwerdung, die ein Zeugungsakt ist, in seiner Quellhaftigkeit für das Leben selbst aus. Auf welche Bedeutung gerade ihre Bedeutung für den Menschen hinweist - und ihre Frucht (auch) als seelische Frucht in der Person des Priesters bringt.

Was wäre von Priestern* zu erwarten, die auf diese Transzendenz, auf dieses Hereinholen des Göttlichen in Gestalt ihrer Lebensgestalt, keinen Wert mehr legen? Liturgiefunktionäre und -mechaniker? Sozialarbeiter? Was hat so ein Mensch dann noch zu geben, als rein innerweltlich-menschliche Qualitäten, wenn sich in seiner Gestalt dieses Heiligungsopfer nicht mehr vollzieht? Ein Beseitigen dieser Verzichtspflicht ist also keine Übung praktischer Klugheit, sondern der Schlüssel zur Wegnahme des Religiösen aus der Religion. Deshalb geht auch ihr Kalkül - Beseitigung des Priestermangels - nie auf. Ein Priester, der kein Ganzopfer mehr ist, hört auf, Priester zu sein.**


*In den meisten Fällen (Protestantismus, Islam) wo Ehelosigkeit nicht zur priesterlichen Sphäre an sich gehört, gibt es auch gar keine Priester, in denen das Göttliche auf besondere Weise anwesend ist (sakramental), sondern bestenfalls Prediger.

**Das betrifft den Künstler (oder auch den Philosophen) prinzipiell nicht weniger, wenn auch anders.




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Montag, 5. September 2011

Was die Menschen wirklich bewegt

Diese 20 Minuten sind es wert - Weihbischof Laun in einer der besten und pointiertesten Stellungnahmen zu tagesaktuellen Themen rund um die Kirche, die ich in den letzten Jahren gehört habe.

Dionysius vom Areopag schreibt in seiner Angelologie, daß die Schöpfung den Saum des Gewandes Gottes darstellt, mit dem sie in ihrer grandiosen Ordnung, einer grandiosen und unendlich weisen Hierarchie, verbunden ist. Als Instrument der Weitergabe dieses göttlichen Glanzes, dieser Heiligkeit Gottes, muß sie zum einen konkret sein (wie die Schöpfung ist), zum anderen ist das Einfügen in diese Hierarchie, deren oberste Spitze im priesterlichen Amt dargestellt und (!) sakramental das Numinose zur Teilhabe anbietend konkretisiert (erst dadurch konkret da), jene innere Voraussetzung, die zum Empfang wie zur Weitergabe (nach "unten") befähigt, sodaß die Welt selbst wirklich wird. Denn das Heilige ist das Wirkliche schlechthin, die Urwirklichkeit, ohne die es gar nichts Reales gäbe. Aus ihr heraus, in ihr gegründet, fließt - untrennbar - Wahrheit, Schönheit, Gutheit.




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Dienstag, 18. Januar 2011

Mütterliche Kastration

Transvestitentum, also die Verwandlung des Mannes in eine Frau, ist eine der sehr logischen (und historisch schon in ältesten Kulturen belegten) Stufen der Kastration des Nachwuches durch die Ur-Mutter, die ihren Besitz nicht mehr hergibt, sich inzestuös - in Unabhängigkeit vom phallisch-herrschenden Mann - selbst fortzeugend, fortpflanzt.

Unter diesem Aspekt ist ja auch die Homosexualität zu begreifen, in der eine dominante Mutter (Merkmal praktisch aller Homosexuellengeschichten) den Vater ermordet hat, und nun den Sohn kastriert, um ihn schließlich zu "fressen".

In dieser Richtung liegt auch die priesterliche Kleidung, in der (man beachte sogar: das Haaropfer bei der Tonsur, ein uralter Fruchtbarkeits- weil Kastrationskult) - lediglich ohne den männerverzehrend-aggressiven Charakter der Ur-Mutter - die phallische Energie der Mutter Kirche (im katholischen Fall) "opfert". Es ist also alles andere als zufällig, daß Zölibatsdiskussion und "Priesterehe" in der Diskussion der letzten Jahrzehnte begleitet waren von einer Auflösung äußerlicher priesterlicher Identitätsmerkmale. Was also mit "Moral" oder (bloß) persönlicher Zucht eigentlich überhaupt nichts zu tun hat.

Diese Forderung ist nur im Zusammenhang mit solchem Opfer bzw. dessen Hintergrund und Weltlage zu verstehen: als tiefe Archetypik, die nicht in Psychologismen auflösbar ist, sondern eine Schöpfungsproblematik trifft. Denn der "ideale Mann" ist nicht der "nicht kastrierte", der sich quasi technisch bewahrt. In der Kirche wirkt der Phallus weiter, aber auf weit überhöhter Basis: als Geschenk, und doch Besitz des Mannes, weil er (im Hippolytos-Mythos) zur Keuschheit wurde, und damit zur Unabhängigkeit.

(Und dieses Mysterium steckt in Wahrheit hinter dem Zölibat, nur wagt keiner, so offen davon zu sprechen, weil das völlig unzeitgemäß klingt.)

Weshalb nur der phallische Mann im freiwilligen Opfer (Keuschheit = Äquivalent zur Kastration, in einem völlig anderen Akt), das ihn im Symbol birgt (und umso klareren, umfassenderen Selbstbesitz benötigt, denn das Symbol hat nur Kraft im Maß des Besitzes der ihr zugrundeliegenden Anschauungsbilder), Priester werden kann. In der Kirche also erst wurde bzw. wird der Mann zum (freien) Mann, weil er hier die inzestuöse, ihn auflösende Urmutter überwand.

(Im Mythos des Hippolytos übrigens wird der Jüngling stolz, überheblich, vom Vater, dessen Liebe zu ihm bzw. seine diesem gegenüber ihm die Kraft zur Überwindung gab, verflucht weil der der Verleumdung der Mutter - über den angeblichen, dabei heldenhaft überwundenen Inzest - glaubt, und sodann von seinen eigenen, von Poseidon scheu gemachten Pferden zu Tode geschleift: die Pferde sind seine Triebe, denn die Macht der rachsüchtigen Mutter Aphrodite ist größer, die Kräfte der Tiefe siegen über den Ich-Stolz.) lImmerhin aber wird in Hippolytos der Jünglich erstmals zum eigenständigen Individuum, das sich gegen die Mutter behauptet, und diese sogar zum Treubruch, zum Bruch gegen sich selbst provoziert. Die Umwertung des Weiblichen beginnt (historisch), und damit die Trennung der Ureltern in die Geschlechter.*

Die weibliche Homosexualität ist nur insofern anders gelagert, als hier die Ur-Mutter die Schwester des Hippolytos beseitigt, die sich mit dem kastrierten Bruder (und Vater) identifiziert bzw. diesen liebt. Sie fügt sich aber in dieselbe Grundproblematik.

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*Im Mythos verschwimmen dabei einige Motive wieder: eigentlich nämlich ist der Vater noch nicht differenziert, also ist Hippolytos sein eigener Vater nur in anderer Gestalt, bzw. ist es auch die Mutter, noch als androgynes Wesen, das dann wiederum zum die Pferde scheuenden Eber wird - auch der Eber ist ja phallisch, dabei aber weiblicher Natur.

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